Die neue Kategorie der „politischen“ Heiligen

Seligsprechung von Bischof Enrique Angelelli

Bischof Enrique Angelelli wird am 27. April seliggesprochen. Papst Franziskus bastelt weiter an der neuen Kategorie der „politischen Heiligen“.
Bischof Enrique Angelelli wird am 27. April seliggesprochen. Papst Franziskus bastelt weiter an der neuen Kategorie der „politischen Heiligen“.

(Bue­nos Aires) Mor­gen fin­det in Argen­ti­ni­en eine der bis­her umstrit­ten­sten Kano­ni­sie­run­gen des der­zei­ti­gen Pon­ti­fi­kats statt. Mit der Selig­spre­chung von Bischof Enri­que Angel­el­li setzt Papst Fran­zis­kus die Eta­blie­rung der neu­en Kate­go­rie der „poli­ti­schen Hei­li­gen“ fort.

Angel­el­li, Bischof der argen­ti­ni­schen Diö­ze­se La Rio­ja, war ein Ver­tre­ter der mar­xi­sti­schen Befrei­ungs­theo­lo­gie. Er starb am 24. März 1976 bei einem Auto­un­fall bei Pun­ta de los Lla­nos. Sei­ne poli­ti­schen Über­zeu­gun­gen hat­ten ihn zu einem der umstrit­ten­sten Kir­chen­füh­rer sei­ner Zeit gemacht. In einer zeit­ge­nös­si­schen Flug­schrift wur­de ihm vor­ge­hal­ten:

„Wer wie ein Mar­xist denkt und wie ein Mar­xist spricht, ist auch ein Mar­xist!“

Behauptung des marxistischen Kapuziners macht Geschichte

Das Auto, das von der Stra­ße abkam, wur­de von Arturo Pin­to einem engen Ver­trau­ten des Bischofs und Ange­hö­ri­gen der lin­ken Prie­ster­be­we­gung für die Drit­te Welt gelenkt. Weder die Augen­zeu­gen noch der her­bei­ge­ru­fe­ne Arzt ver­merk­ten eine Betei­li­gung Drit­ter oder son­sti­ge Auf­fäl­lig­kei­ten. Der Tod des Bischofs wur­de als unglück­li­cher Ver­kehrs­un­fall regi­striert und zu den Akten gelegt. Zu die­sem Ergeb­nis kam 1990 auch ein argen­ti­ni­sches Gericht nach sie­ben Jah­ren der Ermitt­lun­gen und der Wahr­heits­fin­dung.

Gedenktafel am Ort des Geschehens.
Gedenk­ta­fel am Ort des Gesche­hens.

Pin­to, der den Unfall über­leb­te, gab an, sich an nichts erin­nern zu kön­nen, behaup­te­te aber, der Bischof habe das Fahr­zeug gelenkt. Kri­ti­ker spra­chen spä­ter von einer Schutz­be­haup­tung, um sei­ne Ver­ant­wor­tung am töd­li­chen Unfall abzu­wäl­zen. Unmit­tel­bar nach dem Unfall spiel­te das aber kei­ne Rol­le, da der Her­gang unbe­an­stan­det war.

Pin­to gab ein Jahr spä­ter, wie vie­le Mit­glie­der der links­ge­rich­te­ten Prie­ster­be­we­gung, sein Prie­ster­tum auf.

Alles änder­te sich schlag­ar­tig, als 1983 der links­ex­tre­me Kapu­zi­ner­pa­ter Anto­nio Puig­ja­né die Behaup­tung auf­stell­te, Bischof Angel­el­li sei kei­nem Ver­kehrs­un­fall, son­dern einem Atten­tat zum Opfer gefal­len. Der Auf­trag dazu sei von den höch­sten Stel­len der damals gera­de zu Ende gegan­ge­nen Mili­tär­dik­ta­tur erteilt wor­den. Einen Beweis für sei­ne aben­teu­er­li­che Behaup­tung leg­te der Kapu­zi­ner nicht vor. Puig­ja­né selbst gelang­te Anfang 1989 als Links­ter­ro­rist in die Schlag­zei­len, als er fünf Jah­re nach dem Ende der Mili­tär­dik­ta­tur, mit Waf­fen­ge­walt die dama­li­ge demo­kra­ti­sche Regie­rung von Staat- und Regie­rungs­chef Raul Alfon­sin stür­zen woll­te. In dem Movi­mi­en­to Todo por la Patria MTP (Bewe­gung Alles für das Vater­land), dem er ange­hör­te, hat­ten sich unter ande­rem die ver­blie­be­nen Reste der Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ERP reor­ga­ni­siert.

Puigjané als Ankläger mit Angelelli-Flugblatt in der Hand.
Puig­ja­né als Anklä­ger mit Angel­el­li-Flug­blatt in der Hand.

Bewei­se brauch­ten Puig­ja­nés Gesin­nungs­ge­nos­sen auch gar nicht. Sie strick­ten am Mythos vom ermor­de­ten „Bischof der Armen“. Um genau zu sein, was damals aber fak­tisch unbe­kannt war, hat­te bereits am 30. August 1976 die Agen­cia de Noti­ci­as Clan­de­sti­na ANCLA, die im Unter­grund ope­rie­ren­de „Pres­se­agen­tur“ der mar­xi­stisch-leni­ni­sti­schen, link­pe­ro­ni­sti­schen Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on Mon­to­n­e­ros eine Mel­dung ver­brei­tet, daß Angel­el­li einem Anschlag zum Opfer gefal­len sei. Quel­len wur­den nicht genannt. Der angeb­li­che Tat­her­gang unter­schied sich völ­lig von dem, was seit den 80er Jah­ren behaup­tet wur­de. ANCLA gab mit ihren Mel­dun­gen vor allem Atten­ta­te der lin­ken Ter­r­or­ga­ni­sa­tio­nen bekannt. Die ANC­LA-Mel­dung vom 30. August 1976 war offen­sicht­lich eine Pro­vo­ka­ti­on zum Zweck der Unru­he­stif­tung und Auf­wie­ge­lung. Dafür spricht, daß nach dem Ende der Mili­tär­dik­ta­tur und wäh­rend der Pro­zes­se im Fall Angel­el­li, die ehe­ma­li­gen ANC­LA-Mit­ar­bei­ter nichts zur Wahr­heits­fin­dung bei­tru­gen.

1988 kom­men­tier­te Angel­el­lis Nach­fol­ger als Bischof von La Rio­ja, Msgr. Bern­hard Hein­rich Wit­te OMI, die lin­ke Ver­schwö­rungs­theo­rie erstaunt mit den Wor­ten:

„Wir waren über­rascht, daß der myste­riö­se Tod von Erz­bi­schof Angel­el­li ohne aus­rei­chen­de Bewei­se als Mord bezeich­net wur­de.“

Die linke Verschwörungstheorie, an die der Papst glaubt

Mit der Wahl von Papst Fran­zis­kus gelang­te die aben­teu­er­li­che Behaup­tung des Kapu­zi­ner-Ter­ro­ri­sten Puig­ja­nés zu höch­ster Aner­ken­nung. Der Papst selbst glaubt sie – und es ist nicht die ein­zi­ge links­ex­tre­me Ver­schwö­rungs­theo­rie der Fran­zis­kus Glau­ben schenkt. Der lin­ke Mythos Angel­el­li schafft es jedoch bis auf die Altä­re.

Am 17. Okto­ber 2018 gab der Vati­kan grü­nes Licht für die Selig­spre­chung des Bischofs. Um dies mög­lich zu machen, wähl­te Papst Fran­zis­kus eine Abkür­zung. Er erklär­te den Tod des Bischofs zum Mar­ty­ri­um. Damit war weder ein Wun­der noch des­sen lang­wie­ri­ge Unter­su­chung und Bestä­ti­gung durch meh­re­re Fach­gre­mi­en not­wen­dig. Katholisches.info schrieb dazu am 24. Okto­ber:

„Doch, ob Ver­kehrs­un­fall oder Atten­tat, weder im einen noch im ande­ren Fall gibt es Hin­wei­se, daß der Tod Angel­el­lis in odi­um fidei erfolg­te. Der Haß gegen den Glau­ben ist aber Vor­aus­set­zung, um einen her­bei­ge­führ­ten Tod als Mar­ty­ri­um für Chri­stus aner­ken­nen zu kön­nen. […] Mit der wun­der­lo­sen Selig­spre­chung von Bischof Angel­el­li durch ein Ereig­nis, ob Ver­kehrs­un­fall oder Atten­tat, das zum Mar­ty­ri­um umge­deu­tet wird, schafft Papst Fran­zis­kus eine neue, frag­wür­di­ge Kate­go­rie von ‚poli­ti­schen Mär­ty­rern‘.“

Angelelli vor dem Emblem der linken Terrororganisation Montoneros.
Angel­el­li vor dem Emblem der Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on Mon­to­n­e­ros.

Damit ist in der Sache alles gesagt. Doch im Vati­kan sieht man das der­zeit anders.

Zu den Abson­der­lich­kei­ten des Fal­les Angel­el­li gehört, daß in Argen­ti­ni­en dazu der Pro­zeß so lan­ge wie­der­holt wur­de, bis die von der poli­ti­schen Lin­ken ver­lang­ten Ver­ur­tei­lun­gen erzielt wur­den. Dar­um geht es: Die ihr ver­haß­te Mili­tär­re­gie­rung hat bestraft zu wer­den, wofür kon­kret, spielt kei­ne Rol­le.

Der Kapu­zi­ner Puig­ja­né wur­de wegen sei­ner akti­ven Betei­li­gung an einem Ter­ror­an­griff, bei dem 39 Men­schen getö­tet wur­den, zu 20 Jah­ren Gefäng­nis ver­ur­teilt. Als 1999 erst­mals seit dem Ende der Ära Peron mit Fer­nan­do de la Rúa die Link­s­pe­ro­ni­sten an die Macht gelang­ten, wur­de Puig­ja­né begna­digt. Den Lärm, den zahl­rei­che euro­päi­sche Mei­den ver­an­stal­tet hät­ten, wenn ein Rechts­ter­ro­rist begna­digt wor­den wäre, kann man sich aus­ma­len. Damals blieb es ruhig. Cri­sti­na Kirch­ner, zuerst Frau des Staats- und Regie­rungs­chefs, dann selbst Staats- und Regie­rungs­chefin, ließ sich spä­ter mit Puig­ja­né sogar ablich­ten.

Umge­kehrt sieht es ganz anders aus. Puig­ja­nés Behaup­tung, Angel­el­li sei ermor­det wor­den, wur­de von argen­ti­ni­schen Links­krei­sen bereit­wil­lig auf­ge­grif­fen. Die Justiz wur­de sofort tätig, die Wun­den waren noch frisch und dem ver­haß­ten Mili­tär trau­te man viel zu. Noch im sel­ben Jahr wur­de auf Antrag der Staats­an­walt­schaft ein Ver­fah­ren eröff­net, das 1990 zum Urteil gelang­te, daß es sich um einen tra­gi­schen Auto­un­fall han­del­te.

Arturo Pin­to, dem wäh­rend des Ver­fah­rens nach zwölf Jah­ren die Erin­ne­rung zurück­kehr­te, behaup­te­te nun, er kön­ne sich an ein „grau­es Auto“ erin­nern, das sie von der Stra­ße gedrängt habe.

Die ab 1999 regie­ren­den Link­s­pe­ro­ni­sten lie­ßen nicht nur Puig­ja­né frei, son­dern roll­ten auch das Ver­fah­ren zum Tod des Bischofs neu auf. Am Ergeb­nis änder­te sich aber nichts. Damit unzu­frie­den, kam es in der bis 2015 dau­ern­den, link­s­pe­ro­ni­sti­schen Ära Kirch­ner (Nestor und Cri­sti­na Kirch­ner), zu einem drit­ten Anlauf. Obwohl sich an der Beweis­la­ge nichts geän­dert hat­te, wur­den 2014 zwei rang­ho­he, ehe­ma­li­ge Mili­tärs als „Auf­trag­ge­ber“ des Mor­des zu lebens­lan­ger Haft ver­ur­teilt: der eine weil er damals Innen­mi­ni­ster war, der ande­re, weil er Kom­man­dant des Mili­tär­be­zirks war, in dem der Bischof starb. Die übri­gen Ange­klag­ten, ein­schließ­lich der dama­li­ge Staats­prä­si­dent, waren bereits ver­stor­ben.

Und die Beweise?

Es wird von den Befür­wor­tern der Ver­ur­tei­lung nicht bestrit­ten, daß es kei­ne Bewei­se gibt. Das sei aber kein Grund, an dem Mord­kom­plott zu zwei­feln, denn die Tat­sa­che, daß es kei­ne Bewei­se gebe, bewei­se gera­de, daß es sich um ein Kom­plott des Regimes hand­le.

Heu­te ver­wei­sen Medi­en, die Papst Fran­zis­kus nahe­ste­hen, auf das Gerichts­ur­teil gegen die bei­den Mili­tärs, dem aber zwei ande­re Ver­fah­ren vor­aus­gin­gen, die zum gegen­tei­li­gen Ergeb­nis kamen. Zudem wur­den die Schuld­sprü­che nicht ein­stim­mig gefällt. Kei­ne geeig­ne­te Grund­la­ge für ein Selig­spre­chungs­ver­fah­ren, wo vor­bild­li­che Klar­heit herr­schen soll­te.

Flugblatt gegen Angelelli Anfang der 70er Jahre: Wer wie ein Marxist denkt und redet, ist auch einer.
Flug­blatt gegen Angel­el­li Anfang der 70er Jah­re: Wer wie ein Mar­xist denkt und redet, ist auch einer.

Erst recht, wenn man weiß daß es in dem Ver­fah­ren weni­ger um Angel­el­li ging, son­dern vor allem um eine Abrech­nung, ja um Rache an den Ver­tre­tern der Mili­tär­dik­ta­tur von 1976–1983. Der Pro­zeß war hoch­po­li­tisch auf­ge­la­den.

Im ver­gan­ge­nen Som­mer wand­te sich eine Grup­pe von Katho­li­ken, alle­samt hoch­ran­gi­ge, ehe­ma­li­ge Rich­ter und Rechts­an­wäl­te mit der Bit­te an den Papst, auf die Selig­spre­chung zu ver­zich­ten, weil sie nicht nur das Land, son­dern auch die Katho­li­ken des Lan­des spal­te.

Maria Lilia Gen­ta rekon­stru­ier­te in einer 2018 ver­öf­fent­lich­ten Stu­die den Fall Angel­el­li akri­bisch, vor allem die ver­schie­de­nen Gerichts­ver­fah­ren. Sie ist die Toch­ter des katho­li­schen Intel­lek­tu­el­len und Phi­lo­so­phen Jor­dan B. Gen­ta, der 1974 von der links­ex­tre­men Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on Revo­lu­tio­nä­re Volks­ar­mee (ERP) erschos­sen wur­de. Ihre Rekon­struk­ti­on wider­spricht der Dar­stel­lung, mit der Andrea Tor­ni­el­li, der Haus­va­ti­ka­nist von Papst Fran­zis­kus, auf Vati­can Insi­der im Herbst 2018 die Selig­spre­chung begrün­de­te und ver­tei­dig­te.

Da eine offi­zi­el­le Dar­stel­lung des Vati­kans fehlt, darf ange­nom­men wer­den, daß Tor­ni­el­li damit beauf­tragt wur­de, den Kri­ti­kern zu ant­wor­ten. Gen­ta erbringt in ihrer Stu­die auch den Nach­weis, daß die drei eng­sten Mit­ar­bei­ter Angelle­lis durch ihre „revo­lu­tio­nä­re“ und „befrei­ung­theo­lo­gi­sche“ Hal­tung sich ernst­haft kom­pro­mit­tiert hat­ten und „sehr eng mit dem revo­lu­tio­nä­ren Pero­nis­mus ver­bun­den“ waren.

Argentiniens Kirche schweigt – mit einer Ausnahme

Wäh­rend der Groß­teil der argen­ti­ni­schen Kir­che schweigt oder Papst Fran­zis­kus applau­diert, erhob der eme­ri­tier­te Erz­bi­schof von La Pla­ta, Hec­tor Aguer, sei­ne Stim­me und brach das Tabu der poli­ti­schen Kor­rekt­heit. Im August 2018 sag­te auch er, daß die Selig­spre­chung Angel­el­lis Argen­ti­ni­en spal­tet. Zudem stell­te er öffent­lich die Fra­ge, war­um nicht der katho­li­sche Intel­lek­tu­el­le Car­los Alber­to Sache­ri selig­ge­spro­chen wird. Des­sen Ermor­dung durch die trotz­ki­sti­sche Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ERP ist unum­strit­ten, eben­so sein Bekennt­nis und sei­ne Treue zur katho­li­schen Kir­che. Sache­ri wur­de tat­säch­lich in odi­um fidei ermor­det, wie die Atten­tä­ter selbst bekann­ten. In einer 1975 ver­brei­te­ten Stel­lung­nah­me, schrie­ben sie, daß Sache­ri und Gen­ta liqui­diert wur­den, weil sie „Sold­ados de Cri­sto Rey“ (Sol­da­ten von Chri­stus König) waren.

Carlos Alberto Sacheri mit Studenten. Der Thomist wurde 1974 von der linken Terrororganisation ERP erschossen.
Car­los Alber­to Sache­ri mit Stu­den­ten. Der Tho­mist wur­de 1974 von der lin­ken Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ERP im Alter von 41 Jah­ren erschos­sen.

Jor­dan B. Gen­ta war von sei­nem anti­kle­ri­ka­len Vater, einem Anar­chi­sten, nach Gior­da­no Bru­no benannt wor­den. Der Sohn bekehr­te sich aber zum katho­li­schen Glau­ben. Sei­ne genaue Kennt­nis der Wider­sa­cher der Kir­che mach­te den Phi­lo­so­phen zu einem wort­ge­wal­ti­gen Geg­ner der kir­chen­feind­li­chen Kräf­te.

Am Christ­kö­nigs­fest 1974 wur­de Gen­ta erschos­sen. Sache­ri am 22. Dezem­ber 1974. Bei­de waren Phi­lo­so­phen, bei­de waren Tho­mi­sten, bei­de waren Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­ren, bei­de waren Katho­li­ken. Gen­ta war Vater von elf Kin­dern, Sache­ri von sie­ben Kin­dern.

Die Abnei­gung sei­ner Geg­ner hängt Gen­ta noch heu­te nach, wie der eng­li­sche Wiki­pe­dia-Ein­trag zeigt, wo er als „Rech­sex­tre­mist“ und „Anti­se­mit“ dar­ge­stellt wird. Grund dafür sind sei­ne Publi­ka­tio­nen wie La maso­nería y el comu­nis­mo en la revo­lu­ción (Die Frei­mau­re­rei und der Kom­mu­nis­mus in der Revo­lu­ti­on); Guer­ra con­trar­re­vo­lu­cio­na­ria (Kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­rer Krieg); sei­ne Kri­ti­sche Aus­ga­be des Kom­mu­ni­sti­schen Mani­fests und Schrif­ten wie Die Ver­tei­di­gung des Glau­bens und des Vater­lan­des und Die Frei­mau­re­rei in der Geschich­te Argen­ti­ni­ens.

Die Hin­rich­tung der bei­den Tho­mi­sten erfolg­te nach einem prä­zi­sen Muster. Gen­ta und Sache­ri wur­den von den Ter­ro­ri­sten jeweils vor den Augen ihrer Frau­en und Kin­der und jeweils an einem Sonn­tag nach der Hei­li­gen Mes­se erschos­sen.

Ihr Tod hat aller­dings einen „Schön­heits­feh­ler“. Sie wur­den von lin­ken Ter­ror­kom­man­dos ermor­det. Sache­ris Schuld bestand vor allem in sei­nem Buch La Igle­sia clan­de­sti­na (Die heim­li­che Kir­che), in dem er kom­mu­ni­sti­sche Infil­tra­tio­nen in die katho­li­sche Kir­che auf­zeig­te und kri­ti­sier­te. Bei­de publi­zier­ten über das Natur­recht und die natür­li­che Ord­nung. Alles kei­ne Refe­ren­zen, um im der­zei­ti­gen Kli­ma hei­lig­ge­spro­chen zu wer­den.

Das Signal von Papst Franziskus

Papst Fran­zis­kus, der bekannt­lich sei­ne Hei­mat Argen­ti­ni­en mei­det, wird mor­gen nicht per­sön­lich die Selig­spre­chung vor­neh­men. Er wird durch Kar­di­nal Ange­lo Becciu ver­tre­ten. Der gab heu­te der ita­lie­ni­schen Pres­se­agen­tur ANSA ein Inter­view. Dar­in bestrei­tet er, daß Angel­el­li Argen­ti­ni­en spal­te.

Wel­che Bot­schaft aber will Papst Fran­zis­kus mit der Selig­spre­chung aus­sen­den?

Zunächst ein wei­te­res Signal der „Ent­span­nung“ und der Annä­he­rung an die poli­ti­sche Lin­ke, ob inner­kirch­lich oder kir­chen­fern.

Eine wei­te­re Bot­schaft lau­tet: Die Kir­che in Argen­ti­ni­en wur­de wäh­rend der Mili­tär­dik­ta­tur aus Haß gegen den Glau­ben ver­folgt. Links­ka­tho­li­sche Krei­se lesen die­se Bot­schaft wie folgt: Die „wah­re“ Kir­che in Argen­ti­ni­en wur­de wäh­rend der Mili­tär­dik­ta­tur ver­folgt, und das sei nicht das „reak­tio­nä­re“ Rom von Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI., das sei­en viel­mehr die fort­schritt­li­chen Kräf­te, die an der Sei­te der Revo­lu­ti­on und des Sozia­lis­mus ste­hen, wie es noch bis in die 80er Jah­re hieß. Heu­te spricht man lie­ber von der „armen Kir­che für die Armen“.

Vorbereitungen für die Seligsprechung Angelellis.
Vor­be­rei­tun­gen für die Selig­spre­chung Angel­el­lis: die rote Rose in der lin­ken Faust als Sym­bol des Sozia­lis­mus. Bibel und Rose sol­len offen­bar die Alli­anz von Chri­sten­tum und Sozia­lis­mus sym­bo­li­sie­ren.

Die­se Bot­schaft hat auch eine ganz per­sön­li­che Sei­te. Papst Fran­zis­kus will sich defi­ni­tiv vom Makel eines angeb­lich unge­klär­ten Ver­hält­nis­ses zur Mili­tär­dik­ta­tur rein­wa­schen. Als er zum Papst gewählt wur­de, mach­ten ihm mar­xi­sti­sche Krei­se Vor­wür­fe, er habe zwei links­ge­rich­te­te Mit­brü­der ans Mili­tär aus­ge­lie­fert. Zu den lau­te­sten Kri­ti­kern gehör­te Hor­a­cio Ver­bits­ky. Der Jour­na­list schloß sich Ende der 60er Jah­re der lin­ken Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on Fuer­zas Arma­das Pero­ni­stas (FAP) an, die dann mit den Mon­to­n­e­ros fusio­nier­ten. In den 70er Jah­ren gehör­te er zur Füh­rungs­ebe­ne die­ser Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on und war neben Rober­to Walsh der füh­ren­de Kopf der erwähn­ten Mon­to­n­e­ros-Pres­se­agen­tur ANCLA. Obwohl er mit Atten­ta­ten in Ver­bin­dung gebracht wird, die Hun­der­te von Todes­op­fern for­der­ten, stieg er nach dem Ende der Mili­tär­dik­ta­tur zum Regie­rungs­be­ra­ter und zum Vor­sit­zen­der eines von der Ford Foun­da­ti­on finan­zier­ten Stu­di­en­zen­trums auf.

Kri­tik an Fran­zis­kus kam auch aus dem eige­nen Orden, ver­stumm­te aber schnell, denn der argen­ti­ni­sche Papst bemüh­te sich mit Nach­druck um lin­ke Krei­se in- und außer­halb der Kir­che. Grie­chen­lands links­ra­di­ka­ler Mini­ster­prä­si­dent Tsi­pras atte­stier­te ihm, „wie ein Lin­ker“ zu reden. Das Wall Street Jour­nal ernann­te ihn Ende 2016 zum neu­en Anfüh­rer der glo­ba­len Lin­ken und der kom­mu­ni­sti­sche Phi­lo­soph Gian­ni Vat­ti­mo rief dazu auf, daß die neue Kom­mu­ni­sti­sche Inter­na­tio­na­le unter der Füh­rung von Papst Fran­zis­kus eine „Papi­sti­sche Inter­na­tio­na­le“ sein sol­le. Dabei ist nicht zu ver­ges­sen, daß es einen „pasto­ra­len“ Faden gibt, der Bischof Angel­el­li, den dama­li­gen Gene­ral­obe­ren des Jesui­ten­or­dens, Pedro Arru­pe, und den argen­ti­ni­schen Jesui­ten­pro­vin­zi­al, Jor­ge Mario Ber­go­glio, ver­band.

Fahne der Terrororganisation Montoneros.
Fah­ne der Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on Mon­to­n­e­ros: Sturm­ge­wehr und Lan­ze mit dem P für Peron.

Die Pres­se­agen­tur SIR der Ita­lie­ni­schen Pres­se­kon­fe­renz fei­er­te 2014 die Ver­ur­tei­lung der bei­den Mili­tär­füh­rer zu lebens­lan­ger Haft eupho­risch:

„Gerech­tig­keit wur­de geschaf­fen.“

Seit­her steht die Fra­ge im Raum, wel­che „Gerech­tig­keit“ geschaf­fen wur­de. Im ver­gan­ge­nen Herbst als die Selig­spre­chung Angel­el­lis ange­kün­digt wur­de, jubel­te SIR nicht min­der eupho­risch:

„Das Zeug­nis von Papst Fran­zis­kus, der das Andenken des Hir­ten [Angel­el­li] ver­tei­dig­te, war aus­schlag­ge­bend“.

Wenn dem so ist, hät­te er sich lan­ge Zeit damit gelas­sen. 2006, als Erz­bi­schof von Bue­nos Aires, sag­te er zum 30. Todes­tag Angel­el­lis:

„Ich den­ke, daß an jenem Tag jemand zufrie­den war, weil er glaub­te, daß es sein Tri­umph sei, aber in Wirk­lich­keit war es die Nie­der­la­ge der Geg­ner.“

Damit ließ er unzwei­deu­ti­ge Sym­pa­thien für Angel­el­li durch­blicken, sag­te aber nichts zu den Todes­um­stän­den.

Die zahl­rei­chen Pro­test­brie­fe aus Argen­ti­ni­en, die den Vati­kan im ver­gan­ge­nen Jahr erreich­ten, als die bevor­ste­hen­de Selig­spre­chung Angel­el­lis bekannt wur­de, beein­druck­ten Papst Fran­zis­kus eben­so­we­nig wie die Kri­tik von Erz­bi­schof Hec­tor Aguer. Ohne dar­auf zu reagie­ren, setz­te er den ein­ge­schla­ge­nen Weg fort.

„Glaubensbekenntnis“ Angelellis: Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Würde.
„Glau­bens­be­kennt­nis“ Angel­el­lis: Gleich­heit, sozia­le Gerech­tig­keit, Wür­de.

Die ita­lie­ni­sche Pres­se­agen­tur ANSA mel­de­te heu­te erstaun­lich unkri­tisch:

„Die Schnel­lig­keit des Selig­spre­chungs­ver­fah­rens darf nicht ver­wun­dern: Der Papst selbst kann­te und bewun­der­te ihn zu Zei­ten, als bei­de in Argen­ti­ni­en wirk­ten.“

Die per­sön­li­che Bekannt­schaft des Pap­stes fin­det sich aller­dings nicht unter den rele­van­ten Kri­te­ri­en für ein Selig­spre­chungs­ver­fah­ren. Doch im Vati­kan hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren viel geän­dert.

Beccius Verklärung

Heu­te berich­te­te die ANSA das poli­tisch kor­rek­te Nar­ra­tiv von Kar­di­nal Ange­lo Becciu, der am 27. April die Selig­spre­chung vor­neh­men wird:

„Angel­el­li war von 1968 bis 1976 Bischof von La Rio­ja. Das Bis­tum war sehr arm, bewohnt von Land­ar­bei­tern im Tages­lohn der rei­chen Grund­be­sit­zer, ohne jede sozia­le Absi­che­rung.

Er über­nahm die Ver­tei­di­gung die­ser Armen, indem er Gewerk­schaf­ten und Genos­sen­schaf­ten grün­de­te. Sein Wir­ken gefiel den Mäch­ti­gen jener Zeit aber nicht, und er wur­de eli­mi­niert.

Er wur­de Opfer jener, die in ihren pri­vi­le­gier­ten Posi­tio­nen und ihrer Herr­schaft nicht gestört wer­den wol­len. Er woll­te der Stim­me der Aus­ge­beu­te­ten Gehör ver­schaf­fen und ihre Men­schen­wür­de ver­tei­di­gen.

Es war wirk­lich ein ‚schmut­zi­ger Krieg’, in dem man alle zum Schwei­gen brin­gen woll­te, die mehr Gerech­tig­keit und sozia­le Gleich­heit for­der­ten, und der das Ver­schwin­den von min­de­stens 30.000 Men­schen bedeu­tet, die Des­a­pa­re­ci­dos genannt wer­den.“

Wie es im Pro­zeß nicht so sehr um Angel­el­li, son­dern um eine Abrech­nung mit der Mili­tär­dik­ta­tur ging, so wie­der­holt auch Becciu, daß Angel­el­li fak­tisch stell­ver­tre­tend für die Opfer der Mili­tärs zu den Altä­ren erho­ben wird. Die Selig­spre­chung als Instru­ment der Poli­tik?

Zum Tod Angel­el­lis mein­te Kar­di­nal Becciu die Tat­sa­chen nicht kor­rekt wie­der­ge­bend, daß die Selig­spre­chung „einen Impuls durch das Urteil im Straf­pro­zeß bekam, mit der die Exe­ku­to­ren und die Auf­trag­ge­ber von Angel­el­lis Tod wegen Mor­des ver­ur­teilt wur­den“.

Vorbereitungen für die Seligsprechung in La Rioja.
Vor­be­rei­tun­gen für die Selig­spre­chung in La Rio­ja.

Nur: Von den Exe­ku­to­ren des angeb­li­chen Mord­an­schlags war im Ver­fah­ren gar kei­ne Rede. Es dreh­te sich alles um die angeb­li­chen Man­dan­ten. Die behaup­te­ten Täter blei­ben Phan­to­me.

Doch hören wir Kar­di­nal Becciu wei­ter:

„Als geklärt war, daß es sich nicht um einen Unfall, son­dern um Mord han­del­te, war die Kon­se­quenz die Aner­ken­nung des Mar­ty­ri­ums des Bischofs, der bereits seit eini­ger Zeit Todes­dro­hun­gen erhielt wegen sei­nes evan­ge­li­schen Ein­sat­zes für die Armen.“

Zum Vor­wurf, daß die Selig­spre­chung Argen­ti­ni­en und die Katho­li­ken des Lan­des spal­tet, mein­te Becciu lapi­dar:

„Mei­ner Mei­nung nach soll­te der Tod eines Kir­chen­man­nes zu kei­nen Spal­tun­gen füh­ren.“

Der gescheiterte Fall Ponce de Leon (Angelelli 2)

Doch damit nicht genug: Der Tod eines wei­te­ren Bischofs wur­de poli­tisch aus­ge­schlach­tet und hat­te alle Vor­aus­set­zun­gen ein zwei­ter Fall Angel­el­li zu wer­den. Das Sze­na­rio war sehr ähn­lich.

Bischof Car­los Pon­ce de León, seit 1966 Bischof von San Nicolás de los Arro­yos, war am 11. Juli 1977 bei einem Auto­un­fall ums Leben gekom­men. Er befand sich in Beglei­tung des 19jährigen Semi­na­ri­sten Víc­tor Oscar Mar­tí­nez, der über­leb­te. Pin­to hat­te sein Prie­ster­tum auf­ge­ge­ben, Mar­ti­nez das Prie­ster­se­mi­nar ver­las­sen.

1984, nach dem Ende der Mili­tär­dik­ta­tur, sag­te Mar­ti­nez vor der staat­li­chen Kom­mis­si­on zur Auf­ar­bei­tung der Dik­ta­tur plötz­lich aus, der Bischof sei Opfer eines Atten­tats gewor­den. Ihr Auto sei gezielt von der Stra­ße abge­drängt wor­den.

Der ehe­ma­li­ge Semi­na­rist und ein­zi­ge Zeu­ge war jedoch über­eif­rig. Er schmück­te die Schil­de­rung immer mehr aus. Der Bischof habe Unter­la­gen bei sich gehabt, mit denen die mili­tä­ri­schen Täter über­führt wor­den wären, die kurz zuvor eini­ge Prie­ster getö­tet hat­ten. Ähn­li­ches wur­de auch im Zusam­men­hang mit Angel­el­li gemun­kelt.

Nach­dem das Auto von der Stra­ße gedrängt wor­den war, sei ein Uni­for­mier­ter näher­ge­kom­men und habe den ver­letz­ten Bischof durch meh­re­re Schlä­ge mit dem Gewehr­kol­ben getö­tet. Dabei habe er ihm hör­bar die Brust­kno­chen zer­schmet­tert. Mar­ti­nez beschul­dig­te kon­kret sogar einen rang­ho­hen Mili­tär­ver­tre­ter der Auf­trag­ge­ber des Mor­des zu sein.

Wie im Fall Angel­el­li wur­de 2006 unter Nestor Kirch­ner auch der Fall Pon­ce de Leon gericht­lich neu auf­ge­rollt. Die Aus­sa­gen des Zeu­gen ent­pupp­ten sich jedoch als falsch. An der exhu­mier­ten Lei­che des Bischofs wur­den kei­ne Ver­let­zun­gen des Brust­kor­bes oder son­sti­ge von Mar­ti­nez beschrie­be­ne Ver­let­zun­gen fest­ge­stellt. Der Zeu­ge ver­strick­te sich in immer neue Wider­sprü­che, auch was sei­ne eige­ne Per­son betrifft. Er hat­te behaup­tet, nach dem Vor­komm­nis vom Mili­tär län­ge­re Zeit gefan­gen­ge­hal­ten wor­den zu sein. Über­prü­fun­gen lie­ßen auch die­se Behaup­tung in sich zusam­men­bre­chen. Das Ver­fah­ren muß­te wegen offen­sicht­li­cher Unglaub­wür­dig­keit des Zeu­gen ein­ge­stellt wer­den.

In argen­ti­ni­schen Krei­sen heißt es daher sar­ka­stisch, Bischof Pon­ce de Leon wür­de gemein­sam mit Bischof Angel­el­li zu den Altä­ren erho­ben, wenn Mar­ti­nez den Mund gehal­ten hät­te wie Pin­to.

Im fol­gen­den Video erzählt Pin­to 2017 „den letz­ten Tag mit Bischof Angel­el­li“:

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Youtube/InfoCatolica/Wikicommons

10 Kommentare

  1. Ganz schlimm, aber irgend­wie logisch, denn etwas Sinn­vol­les sprich Katho­li­sches hat Fran­zis­kus noch nicht bewirkt.

    • Ein Papst der sogar den Krö­nungs­eid abschafft und offen mit Luther sym­pa­thi­siert, kann kein Katho­lik im vol­len Sin­ne mehr sein. Ein Christ, also Chri­stus­nach­fol­ger, dem vol­len Sin­ne nach, eben­falls nicht.

      Jesus Chri­stus war kein Poli­ti­sie­rer, hat kei­ne Ideo­lo­gien gepre­digt, son­dern die 10 Gebo­te Got­tes. Er hat sich nicht auf einen Thron gesetzt, und rüh­men las­sen son­dern unab­läs­sig Gott und den Men­schen gedient.

      Ihn hat nicht sein Sta­tus aus­ge­macht, son­dern sein Dienst an den Men­schen. Und bis zu sei­nem Kreu­zes­tod hat er nie sei­nen Sta­tus als Sohn Got­tes gel­tend gemacht. Wie gegen­sätz­lich ist dazu der Wan­del von Papst Fran­zis­kus. Wer über logi­sches Den­ken ver­fügt und die Grund­sät­ze der katho­li­schen Leh­re kennt, kommt zwin­gend zu dem Schluss, dass das kein guter Papst ist.

  2. Seit der syste­ma­ti­schen Hei­lig­spre­chung der kon­zi­lia­ren Päp­ste. Johan­nes XXIII, Paul VI und Johan­nes Paul II ist der Glau­be an die Hei­lig­spre­chung für mich ein Pro­blem. Die Hei­lig­spre­chung ist ein kir­chen­recht­li­cher und dog­ma­ti­scher Akt. Der Papst erklärt, dass für die Kir­che nach Prü­fung die Gewiss­heit bestehe, dass ein Ver­stor­be­ner sich in der selig­ma­chen­den Got­tes­schau befin­det und als Hei­li­ger bezeich­net wer­den darf und ver­ehrt wer­den soll. Vor­rau­set­zung für die Erklä­rung der Kir­che war immer eine ein­ge­hen­de Prü­fung des Lebens­lau­fes und der Tätig­keit der Betrof­fe­nen. Dadurch soll­ten Zwei­fel aus­ge­räumt wer­den. Aber bei den genann­ten Päp­sten sind sehr wesent­li­che und bekann­te Fra­gen zu ihrem Leben über­gan­gen wor­den. War­um wur­de z.B die Fra­ge nach Assi­si nie geklärt? oder war­um wur­de die Fra­ge nach frei­mau­re­ri­schem Ein­fluss auf Päp­ste nie beant­wor­tet. Dies macht es schwer zu glau­ben.
    Wenn jetzt noch nach poli­ti­schen Good­will — wie es im Fal­le von Bischof Enri­que Angel­el­li erscheint — die Hei­lig­spre­chung erfolgt, was darf dann der Katho­lik noch glau­ben?

  3. Katho­li­sche Leh­re mit Sozia­lis­mus zu ver­bin­den ist nicht die wah­re Leh­re Jesu Chri­sti. Die katho­li­sche Kir­che lehnt gemäß Kate­chis­mus alle tota­li­tä­ren Ideo­lo­gien ab, wie Kom­mu­nis­mus, Natio­nal­so­zia­lis­mus, etc. Sozia­lis­mus ist die Vor­stu­fe zum Kom­mu­nis­mus und eine dik­ta­to­ri­sche Gesell­schafts­form, im Ursprung weni­ger eine poli­ti­sche Par­tei.

    Wenn Papst Fran­zis­kus eine neue Kate­go­rie der „poli­ti­schen Hei­li­gen“ ein­führt, tut er das nur, um die Befrei­ungs­theo­lo­gie zu recht­fer­ti­gen. Und somit den eige­nen Lebens­irr­weg salon­fä­hig zu machen.

  4. Ich Fra­ge mich, wo sind unse­re Hir­ten?
    Mer­ken sie es nicht und las­sen die
    Her­de in die Irre lau­fen?
    Wann wachen sie end­lich auf?

    • Ich den­ke, man­che Hir­ten sind unter öffent­li­chem Druck zu Feig­lin­gen gewor­den, las­sen daher die Her­de im ein­fa­chen Sin­ne im Stich. Ande­re glau­ben in ihrem Wohl­wol­len, dass die­ser Papst von Gott gesandt ist, und daher alles was er tut posi­tiv zu beur­tei­len sei.

      Die Wenig­sten, wie die hier Schrei­ben­den und Lesen­den prü­fen unab­läs­sig die Wor­te die­ses Pap­stes, um stän­dig neu zu einem eige­nen Urteil über ihn zu kom­men. Ein Urteil über eine lei­ten­de Per­son in einem wich­ti­gen Amt zu erneu­ern, ist sogar fai­rer als von Vor­ne­her­ein jeman­den gut­zu­hei­ßen, des­sen Taten und Wor­te ganz offen­sicht­lich zwei­fel­haft sind.

  5. Fran­zis­kus bekämpft, alles wofür Papst Johan­nes II stand. Der Hei­li­ge Johan­nes Paul II wur­de vom Papst zwar hei­lig gespro­chen. Jedoch bekämpft Fran­zis­kus in Wirk­lich­keit alles, wofür Papst JP II stand, indem er sein Erbe syste­ma­tisch zer­stört. Nach dem Mot­to ein hei­lig­ge­spro­che­ner Papst ist sowie­so tot und hat nichts mehr mel­den. Papst JP II war ein ent­schie­de­ner Geg­ner der Befrei­ungs­theo­lo­gie, da sie zu mar­xi­stisch war. Somit führt Fran­zis­kus die Selig-und Hei­lig­spre­chung in der Kath. Kir­che ad absurd.

    Die­ser Papst hält sich für den Eigen­tü­mer der kath. Kir­che, mit der er nach Belie­ben ver­fah­ren kann. Wir sehen Amts­miss­brauch, Zer­stö­rungs­wahn und Selbst­herr­lich­keit. Fran­zis­kus peitscht sei­ne fal­sche Agen­da der Säku­la­ri­sie­rung der Kir­che mit Abge­brüht­heit und in nie dage­we­se­nen Rück­sicht­lo­sig­keit durch. Er macht wei­ter so, als ob sei­ne Ver­wick­lung in dem Miss­brauchs­skan­dal nie gege­ben hät­te. Der Papst mei­det Argen­ti­ni­en aber trägt die gan­zen histo­ri­schen Kon­flik­ten von Agen­tien in der Kir­che aus und rich­tet sei­ne Theo­lo­gie danach.

  6. Pie Jesu schreibt sehr rich­tig: Die­ser Papst hält sich für den Eigen­tü­mer der kath. Kir­che, mit der er nach Belie­ben ver­fah­ren kann. Er ist nach all­ge­mei­nem Amts­ver­ständ­nis den Stell­ver­tre­ter Chri­sti auf Erden für den es nur eine Ver­pflich­tung geben soll­te, die Demut vor dem Wort sei­nes Herrn.
    Sie schrei­ben eine wei­te­re Beob­ach­tung, er mei­det sein Hei­mat­land Argen­ti­ni­en. Eine mög­li­che Erklä­rung besteht dar­in, dass er wei­ter argen­ti­ni­scher Staats­bür­ger ist und den Geset­zen sei­nes Vater­lan­des unter­stellt. Soll­te er sein Hei­mat­land besu­chen und ein Staats­an­walt ihn zu Sach­ver­hal­ten befra­gen wol­len, müss­te er wie jeder nor­ma­le Bür­ger von Argen­ti­ni­en Rede und Ant­wort ste­hen, was er anson­sten bei kei­nem ande­rem Men­schen tut, auch gegen­über den Kar­di­nä­len mit ihren Dubiafra­gen nicht. Er stün­de wie­der auf dem Boden der mensch­li­chen Tat­sa­chen und nicht auf dem selbst gemach­ten Podest der Unan­greif­bar­keit.

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