Eine freimaurerische Sekte in der Kirche?

Die Verschwörung gegen Christus, von der das Evangelium spricht


Gibt es eine Verschwörung gegen die Kirche in ihrem eigenen Inneren? Und deren eigentlicher Antrieb bis in die Zeit Jesu Christi zurückreicht?
Gibt es eine Verschwörung gegen die Kirche in ihrem eigenen Inneren? Und deren eigentlicher Antrieb bis in die Zeit Jesu Christi zurückreicht?

Ist die anhal­ten­de Kir­chen­kri­se nur ein schief­ge­gan­ge­nes Zufalls­pro­dukt wohl­mei­nen­der Kir­chen­män­ner? Oder wur­de sie geplant und bewußt her­bei­ge­führt? Wenn ja, von wem, wann und war­um? Der Prie­ster Don Cur­zio Nito­glia ist über­zeugt, daß es in der Kir­che eine frei­mau­re­ri­sche Sek­te gibt, die als „Fünf­te Kolon­ne“ agiert. Dazu zitiert er ein Doku­ment aus dem Jahr 1961, laut dem es einen frei­mau­re­ri­schen Plan gab: „Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil ist die Gele­gen­heit, die gro­ße Gele­gen­heit, auf die wir gewar­tet haben, für den Tri­umph unse­rer Ideen, denn die Frei­mau­rer sind bereits in allen Rän­gen der kirch­li­chen Hier­ar­chie am Werk…“ (Aus­zug aus dem Doku­ment von 1961, zu des­sen Pro­ve­ni­enz aller­dings nichts gesagt wird). Gibt es also eine Ver­schwö­rung gegen die Kir­che und gegen Jesus Chri­stus, die ver­gif­te­te Früch­te her­vor­ge­bracht hat mit dem Ziel, daß die Kir­che mit der Welt, die der Feind Chri­sti ist, paktiert?

Anzei­ge

Ein Inter­view mit Don Cur­zio Nito­glia soll etwas Klar­heit schaf­fen. Don Nito­glia, Jahr­gang 1957, stu­dier­te zunächst Phi­lo­so­phie bei Augu­sto Del Noce an der römi­schen Uni­ver­si­tät La Sapi­en­za und trat dann in das Prie­ster­se­mi­nar von Erz­bi­schof Mar­cel Lefeb­v­re in Écô­ne ein, von dem er 1984 zum Prie­ster geweiht wur­de. Es kam für eini­ge Jah­re zum Bruch, bis Nito­glia sei­ne sedis­pri­va­tio­ni­sti­sche Posi­ti­on mit dem Motu pro­prio Sum­morum Pon­ti­fi­cum von Bene­dikt XVI. auf­gab und zur Bru­der­schaft zurück­kehr­te. Er ist heu­te in Vel­le­tri bei Rom Kaplan des Frau­en­klo­sters der Dis­ce­po­li del Cen­aco­lo (Jün­ge­rin­nen des Coenacu­lums), die von einem geist­li­chen Sohn des hei­li­gen Pater Pio von Piet­rel­ci­na gegrün­det wur­den und die der Pius­bru­der­schaft nahe­ste­hen. Zudem ist er auch geist­li­cher Assi­stent der Rit­ter­schaft Mari­ens. Für unfreund­li­che Schlag­zei­len sorg­te, daß er in des­sen letz­ten Lebens­jah­ren der Beicht­va­ter von Erich Prieb­ke war. Der geo­po­li­ti­sche Ana­lyst Gene­ral Pie­ro Lapor­ta erklär­te jüngst, wann immer es ihm mög­lich sei, die Hei­li­ge Mes­se bei Don Nito­glia zu besu­chen. Don Nito­glia wur­de auch durch sei­ne Theo­rien zum christ­lich-jüdi­schen Ver­hält­nis bekannt, die der offi­zi­el­len nach­kon­zi­lia­ren Linie der Kir­che, auch jener von Bene­dikt XVI., wider­spre­chen. Daß die vati­ka­ni­sche Linie, die in der Kri­tik steht, sich mehr an poli­tisch kor­rek­ten als an theo­lo­gi­schen Kri­te­ri­en zu ori­en­tie­ren, defi­zi­tär ist, zeig­te sich 2015 in der von Kar­di­nal Kurt Koch ver­ant­wor­te­ten Erklä­rung „Denn unwi­der­ruf­lich sind Gna­de und Beru­fung, die Gott gewährt“ der Kom­mis­si­on für die reli­giö­sen Bezie­hun­gen zum Juden­tum (die Teil des Päpst­li­chen Rates zur För­de­rung der Ein­heit der Chri­sten, heu­te Dik­aste­ri­um zur För­de­rung der Ein­heit der Chri­sten ist).
Das Inter­view mit Don Cur­zio Nito­glia wur­de von der katho­li­schen Jour­na­li­stin Cin­zia Nota­ro geführt.
Ob die vor allem für deut­sche Ohren unge­wohn­ten Ant­wor­ten von Don Nito­glia, die wahr­schein­lich unter­schied­li­che und mög­li­cher­wei­se hef­ti­ge Reak­tio­nen aus­lö­sen wer­den, mehr Klar­heit schaf­fen kön­nen? Nur die Aus­ein­an­der­set­zung damit kann dies klä­ren. Bei der Lek­tü­re des Inter­views drän­gen sich wei­te­re Fra­gen auf. Don Nito­glia ver­öf­fent­lich­te zahl­rei­che Bücher zum The­ma, u. a.: „Roma Anti­ca, Giu­s­da­is­mo e Cri­stia­ne­si­mo“ („Anti­kes Rom, rab­bi­ni­sches Juden­tum und Chri­sten­tum“, 2020), „Non abbia­mo fra­tel­li mag­gio­ri“ („Wir haben kei­ne älte­ren Brü­der, 2019); „Per Pad­re il dia­vo­lo“ („Den Vater zum Teu­fel“, 2016), „Le for­ze occul­te del­la sov­ver­sio­ne“ („Die gehei­men Kräf­te der Sub­ver­si­on“, 2014), „Gno­si e Gno­sti­cis­mo, Paga­ne­si­mo e Giu­da­is­mo“ („Gno­sis und Gno­sti­zis­mus, Hei­den­tum und Juden­tum“, 2006), „Dal­la Sin­ago­ga alle Chie­sa“ („Von der Syn­ago­ge zur Kir­che“, 1998). Wir wol­len die Über­le­gun­gen der Leser­schaft nicht vor­ent­hal­ten und doku­men­tie­ren das Inter­view, um die Aus­ein­an­der­set­zung mit den The­sen mög­lich zu machen. Die­sem Inter­view schickt Don Nito­glia eine Grund­prä­mis­se vor­aus, indem er auf die Hei­li­ge Schrift und eine dort beschrie­be­ne Ver­schwö­rung gegen Jesus Chri­stus und die Apo­stel verweist:

„Daß es eine gött­lich ent­hüll­te Ver­schwö­rung gibt, wird im Johan­nes­evan­ge­li­um 9,22 ange­kün­digt: ‚Die Juden ver­schwo­ren sich, um jeden aus der Syn­ago­ge zu ver­trei­ben, der erkann­te, daß Jesus der Chri­stus war.‘ Auch an ande­ren Stel­len in der Hei­li­gen Schrift fin­den wir die Theo­rie von der Ver­schwö­rung des nach­bi­bli­schen Juden­tums gegen das Chri­sten­tum in der Apo­stel­ge­schich­te (13,12–15): ‚Eini­ge der Juden ver­sam­mel­ten sich und schwo­ren, weder Essen noch Trin­ken anzu­rüh­ren, bis sie Pau­lus getö­tet hät­ten, und es waren mehr als vier­zig, die die­se Ver­schwö­rung gemacht hat­ten.
Fast über­all in den vier Evan­ge­li­en lesen wir von der Ver­schwö­rung des pha­ri­säi­schen und rab­bi­ni­schen Juden­tums gegen Jesus: ‚Die Pha­ri­sä­er… berie­ten sich gegen Jesus, wie sie ihn töten könn­ten‘ (Mt 12,14); ‚Die Juden waren ver­sam­melt…‘ (Mt 12,14). ‚Die Hohen­prie­ster und die Älte­sten des Vol­kes ver­sam­mel­ten sich im Palast des… Kai­phas und hiel­ten einen Rat, wie sie Jesus durch Betrug fas­sen und töten könn­ten‘ (26,3–5); ‚Die Pha­ri­sä­er… hiel­ten einen Rat… gegen Jesus, wie sie ihn töten könn­ten‘ (Mk 3,6); ‚Die Hohen­prie­ster und die Schrift­ge­lehr­ten trach­te­ten danach, Jesus durch Betrug zu ergrei­fen und ihn zu töten‘ (14,1); ‚Die Hohen­prie­ster und die Schrift­ge­lehr­ten trach­te­ten danach, Jesus zu töten‘ (Lk 22,2); ‚Die Juden ver­folg­ten Jesus…immer mehr trach­te­ten sie danach, ihn zu töten‘ (Joh 5, 6–18); ‚Von dem Tag an beschlos­sen sie, ihn zu töten‘ (Joh 15,53).
In der Apo­stel­ge­schich­te wird auch der Plan, Pau­lus zu töten, wie­der­holt her­vor­ge­ho­ben: ‚Die Juden tra­fen sich im Rat und beschlos­sen, ihn zu töten‘ (9,23); ‚Die Juden hetz­ten die füh­ren­den Män­ner der Stadt auf und schür­ten eine Ver­fol­gung gegen Pau­lus‘ (13,50); ‚Die Juden leg­ten ihm auf der See­rei­se Fal­len‘ (20,3); ‚Sie leg­ten ihm Fal­len, um ihn auf der Rei­se zu töten‘ (25,1).

Cin­zia Nota­ro: Hat sich eine „Fünf­te Kolon­ne“, wie Sie sie nen­nen, ein­ge­schli­chen, um die Kir­che von innen her­aus zu zerstören?

Don Cur­zio Nito­glia: Die Gegen­kir­che will nicht alle ihre Anhän­ger in den offen hete­ro­do­xen Rei­hen unter­brin­gen, im Gegen­teil, sie hat immer nach einem Weg gesucht, ihre Ele­men­te in gro­ßer Zahl in der katho­li­schen Kir­che zu pla­zie­ren mit dem Ziel, sie von innen her­aus zu rui­nie­ren. Die­se Art von „Fünf­ter Kolon­ne“ infil­trier­te die Kir­che und ziel­te dar­auf ab, ihren Geg­nern, die sich offen von ihr getrennt hat­ten und sie von außen bekämpf­ten, in die Hän­de zu spie­len. Das heißt, sie hat­te die Auf­ga­be, Schlüs­sel­po­si­tio­nen zu infil­trie­ren, vor allem Bischofs­sit­ze. Auf die­se Wei­se ver­such­te die Häre­sie, so tief wie mög­lich in das Inner­ste der Kir­che ein­zu­drin­gen, um eines Tages mit Dul­dung die­ser Kir­chen­män­ner die von der Kir­che dog­ma­tisch ver­ur­teil­ten Irr­tü­mer pasto­ral zu leh­ren. Die­ses Infil­trie­ren durch eine ver­deck­te „Fünf­te Kolon­ne“ in die Rei­hen der Katho­li­ken hat ihre größ­te Ent­wick­lung vom Jan­se­nis­mus (17. Jahr­hun­dert) bis zur Moder­ni­sten-Kri­se (erste Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts) und dem Neo­mo­der­nis­mus (zwei­te Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts) erlebt. Der hei­li­ge Pius X. erklär­te in sei­ner Enzy­kli­ka Pas­cen­di (8. Sep­tem­ber 1907), die von Pius XII. 1950 mit der Enzy­kli­ka Huma­ni gene­ris (12. August) auf­ge­grif­fen wur­de, daß der Moder­nist im Gegen­satz zu allen ande­ren Häre­ti­kern die Kir­che nicht ver­las­sen, son­dern in ihr blei­ben will, um sie von innen her­aus zu ver­än­dern.
In Anto­nio Fogaz­z­aros Roman „Il San­to“ („Der Hei­li­ge“, der unter dem Vor­wurf des Moder­nis­mus auf den Index gesetzt wur­de) wer­den die Absich­ten der Moder­ni­sten, inner­halb der Kir­che einen Geheim­bund zu grün­den, um die wich­tig­sten Posten in der Hier­ar­chie zu beset­zen und die Kir­che in eine Art phil­an­thro­pi­sche Gesell­schaft zu ver­wan­deln, aus­führ­lich beschrie­ben. Pius X. ver­ur­teil­te den Moder­nis­mus als „gehei­me Sek­te /​ foedus clan­de­sti­num“ (Motu pro­prio Sacrorum Anti­sti­tum, 1. Sep­tem­ber 1910). Fogaz­z­aros Traum oder bes­ser gesagt sei­ne Intri­ge wur­de – trotz der Ver­ur­tei­lun­gen durch Pius X. und XII. – dank der moder­ni­sti­schen und neo­mo­der­ni­sti­schen Ver­schwö­rung auf dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil, der wah­ren „Fünf­ten Kolon­ne“ inner­halb der römi­schen Kir­che, lei­der verwirklicht.

Cin­zia Nota­ro: Von wem wird die­se „Fünf­te Kolon­ne“ gelenkt?

Don Cur­zio Nito­glia: Mit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil fand die per­ver­se­ste Ver­schwö­rung gegen die hei­li­ge Kir­che statt. Gewis­se anti­christ­li­che Kräf­te ver­füg­ten inner­halb der kirch­li­chen Hier­ar­chie tat­säch­lich über eine regel­rech­te „Fünf­te Kolon­ne“ von Agen­ten, die von der Frei­mau­re­rei der Bené Berìth [B’nai B’rith], dem Kom­mu­nis­mus und der sie beherr­schen­den okkul­ten Macht kon­trol­liert wur­den. Die­se Agen­ten waren unter den Kar­di­nä­len, Erz­bi­schö­fen und Bischö­fen zu suchen, die eine Art pro­gres­si­ven Flü­gel inner­halb des Kon­zils bildeten.

Cin­zia Nota­ro: Auf wel­che Wei­se hat­te die­se „Fünf­te Kolon­ne“ frei­en Zugang?

Don Cur­zio Nito­glia: Eine der bevor­zug­ten Waf­fen der Ver­schwö­rung des histo­risch größ­ten Fein­des des Chri­sten­tums, des nach­bi­bli­schen Juden­tums, war zwei­fel­los die Unter­wan­de­rung der Kir­che durch fal­sche Kon­ver­ti­ten, die soge­nann­ten „Mar­ra­nen“, um sie irgend­wie – wenn das mög­lich wäre – der Syn­ago­ge dienst­bar zu machen. Die gesam­te Chri­sten­heit wur­de dadurch mit dem Tod bedroht, wenn sie nicht ener­gisch auf die­se gehei­me und abscheu­li­che Unter­wan­de­rung reagiert hät­te. Einer der Grün­de für den momen­ta­nen Sieg der Ver­schwö­rung und der Gegen­kir­che über die Kräf­te des Guten ist, daß nur gegen die Ten­ta­kel der Kra­ke gekämpft wird, aber nicht gegen ihr Haupt. Mit Ten­ta­keln mei­ne ich den Kom­mu­nis­mus und die Frei­mau­re­rei, mit Haupt das anti­christ­li­che Juden­tum und den eso­te­ri­schen kab­ba­li­sti­schen Okkul­tis­mus. Es ist erstaun­lich, wie es der „Fünf­ten Kolon­ne“ gelun­gen ist, die Kir­che unter Johan­nes XXIII. zu unter­wan­dern (man den­ke an de Lubac, Con­gar, Küng, die von Pius XII. in den 50er Jah­ren ver­ur­teilt und von Ron­cal­li ab 1959/​1960 als „Exper­ten“ auf das Kon­zil beru­fen wur­den). Sie hat die Zügel des Kon­zils fest in die Hand genom­men, um es nach eige­nem Gut­dün­ken zu len­ken und es dazu zu brin­gen, pasto­ral und nicht dog­ma­tisch den Pan­the­is­mus, den Kult des Men­schen, die tran­szen­den­te Ein­heit aller Reli­gio­nen und das Recht auf Frei­heit des Irr­tums zu verkünden.

Cin­zia Nota­ro: Von wem wird die­se „Fünf­te Kolon­ne“ gebildet?

Don Cur­zio Nito­glia: [Mau­rice] Pinay1 ant­wor­tet: „Sie wird auch von den Nach­kom­men jener Juden gebil­det, die im Lau­fe der Jahr­hun­der­te zum Chri­sten­tum über­ge­tre­ten sind, aber die Reli­gi­on Chri­sti nur in einer schein­ba­ren Form prak­ti­ziert haben“, d. h. die­se fal­schen Kon­ver­ti­ten hiel­ten im Inner­sten ihres Her­zens an ihrem tal­mu­di­schen Glau­ben fest und zele­brier­ten ihre Riten, indem sie sich in sehr gehei­men Syn­ago­gen und Logen orga­ni­sier­ten, die im Lau­fe der Jahr­hun­der­te im Ver­bor­ge­nen wirk­ten. Inter­es­sant sind in die­sem Zusam­men­hang die Wei­sun­gen, die der Ober­ste Dia­spora­rat mit Sitz in Jeru­sa­lem 1489 den Juden von Arles gab: „Lie­be Brü­der in Moses, ihr sagt uns, daß der König von Frank­reich will, daß ihr Chri­sten wer­det; tut dies, aber hal­tet immer das mosai­sche Gesetz in euren Her­zen (mit mosa­isch ist tal­mu­disch gemeint, Anm. Cin­zia Nota­ro), sorgt dafür, daß eure Kin­der Kle­ri­ker und Kano­ni­ker wer­den, denn auf die­se Wei­se wer­den sie die Kir­che rui­nie­ren.“ Es ist daher offen­sicht­lich, daß eine der größ­ten Anstren­gun­gen der Gegen­kir­che dar­in bestand, „fal­sche Bekehr­te“ in die Semi­na­re ein­zu­füh­ren, damit sie, nach­dem sie Prie­ster gewor­den waren, alle Stu­fen der kirch­li­chen Hier­ar­chie erklim­men konn­ten, mög­li­cher­wei­se bis zum päpst­li­chen Thron – wie es die berühm­te Figur der Car­bon­e­ria, bekannt als Nubi­us, hoff­te – und so die Revo­lu­ti­on für die erstaun­ten, des­ori­en­tier­ten, ver­äng­stig­ten, ohn­mäch­ti­gen Katho­li­ken selbst her­bei­füh­ren konn­ten, wie es – in der Tat – mit dem Zwei­ten Vati­ca­num geschah.

Cin­zia Nota­ro: Um den teuf­li­schen Plan aus­zu­füh­ren, braucht man einen Papst, der ihn unterstützt?

Don Cur­zio Nito­glia: Im Jahr 1824 schrieb Nubi­us, der Füh­rer der Alta Ven­dita [sieh auch hier]: „Wir müs­sen durch einen Papst mit klei­nen und all­mäh­li­chen Mit­teln den Tri­umph der revo­lu­tio­nä­ren Idee errei­chen.“ Was die Sek­te woll­te, war nicht ein wider­spen­sti­ger Papst. Was woll­te sie dann? Die Instruk­tio­nen sagen: „Ein Papst nach unse­ren Bedürf­nis­sen“. Was genau bedeu­tet der Aus­druck „ein Papst nach unse­ren Bedürf­nis­sen“? Ganz ein­fach: Ein Papst, der nicht der For­ma nach, aber den Ideen nach der Frei­mau­re­rei ange­hört, die er initia­tisch in sei­nen Geist auf­ge­nom­men hat, näm­lich Pan­the­is­mus, Natu­ra­lis­mus, Ratio­na­lis­mus, Libe­ra­lis­mus, Plu­ra­lis­mus, prin­zi­pi­el­le Tole­ranz, Nicht­ex­klu­si­vis­mus, Men­schen­kult: kurz gesagt, der Ideen­kom­plex, der von der öffent­li­chen oder eso­te­ri­schen Phi­lo­so­phie der Frei­mau­re­rei aus­geht. Ein sol­cher Papst wür­de nicht durch sei­ne Mit­glied­schaft der Frei­mau­re­rei gehö­ren, son­dern durch sei­ne Ein­wei­hung Teil ihrer See­le sein. Denn so wie man in der Kir­che Chri­sti zwi­schen Leib und See­le unter­schei­det, und man bekannt­lich dem Leib ange­hö­ren kann, ohne der See­le anzu­ge­hö­ren, und umge­kehrt, so ist es auch mit der Frei­mau­re­rei: Der Leib sind die Logen, und die, die in sie ein­ge­schrie­ben sind, gehö­ren zu ihm; die See­le hin­ge­gen besteht in der lehr­mä­ßi­gen Ein­wei­hung, den Ideen, dem Libe­ra­lis­mus und der Tole­ranz. Alle, die sich zu ihnen beken­nen, gehö­ren zur See­le die­ser Sek­te. Ein sol­cher Papst wird den Kle­rus dazu brin­gen, unter der frei­mau­re­ri­schen Fah­ne zu wan­deln, in dem Glau­ben, daß sie unter der des Stell­ver­tre­ters Chri­sti wan­deln, und die Sek­te wird auf die­se Wei­se ihren Traum von einer Revo­lu­ti­on „in Capa und Tia­ra“ ver­wirk­licht sehen.

Cin­zia Nota­ro: Was sind die Ursprün­ge der „Fünf­ten Kolonne“?

Don Cur­zio Nito­glia: Das nach­christ­li­che Juden­tum, das sich nach dem Got­tes­mord (33 n. Chr.), der Zer­stö­rung Jeru­sa­lems (70 n. Chr.) und dem Ver­bot, Jeru­sa­lem zu betre­ten (135 n. Chr.) in eine Art „Geheim­sek­te“ ver­wan­deln muß­te, ist also fast so alt wie das Chri­sten­tum. „Wenn es die­sem Juden­tum gelun­gen ist, die Zita­del­le sei­nes Fein­des zu infil­trie­ren, arbei­tet es unauf­hör­lich und gehorcht den Befeh­len der jüdi­schen Orga­ni­sa­tio­nen, die dar­auf abzie­len, die Herr­schaft über das Volk von innen her­aus zu erlan­gen, des­sen Erobe­rung sie anstre­ben.“ [Hier han­delt es sich um ein Zitat, das Don Nito­glia anführt, aller­dings wird aus dem Inter­view nicht klar, wen oder was er zitiert.] Das tal­mu­di­sche Juden­tum wird also mit allen Mit­teln ver­su­chen, die Kon­trol­le über die feind­li­chen reli­giö­sen Orga­ni­sa­tio­nen aus­zu­üben und sie dann auf­zu­lö­sen; sobald es kirch­li­che Posi­tio­nen erlangt hat, nutzt es die­se, um sei­ne eige­nen Plä­ne für eine uni­ver­sel­le Herr­schaft zu ent­wickeln, wie es heu­te unter dem Namen der Neu­en Welt­ord­nung vor unse­ren Augen geschieht. Der hei­li­ge Pau­lus selbst hielt es für not­wen­dig, die Bischö­fe zu war­nen, daß unter ihnen wil­de Wöl­fe auf­tau­chen wür­den, die die Her­de Chri­sti nicht ver­scho­nen wür­den, und daß selbst unter den Bischö­fen Män­ner auf­tre­ten wür­den, die per­ver­se Din­ge sagen wür­den, um Pro­se­ly­ten zu machen.
Unser Herr Jesus Chri­stus warnt uns im Evan­ge­li­um vor „räu­be­ri­schen Wöl­fen im Lamm­fell“, vor „Söld­nern“ oder „schlech­ten Hir­ten“, mahnt uns zur stän­di­gen Wach­sam­keit gegen­über „inne­ren Gefah­ren“ und warnt uns: „Skan­da­le müs­sen pas­sie­ren“.
Lei­der wur­de mit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil den Wöl­fen im Lamm­fell erlaubt, in den hohen Kle­rus ein­zu­drin­gen und ihre recht­li­che Auto­ri­tät zu nut­zen, um die Ver­tei­di­ger der Kir­che, sowohl Kle­ri­ker als auch Lai­en, zu ver­nich­ten. Man soll­te sich nicht über die­se Unter­wan­de­rung wun­dern, die Chri­stus in der Kir­che zuge­las­sen hat und auch heu­te noch dul­det.
Das Evan­ge­li­um gibt uns ein klas­si­sches Bei­spiel, näm­lich das des Judas, eines der zwölf Apo­stel, der Chri­stus für drei­ßig Sil­ber­lin­ge ver­riet. Hat Jesus viel­leicht einen Feh­ler gemacht, als er Judas aus­wähl­te? Nein! Jesus woll­te uns ein Bei­spiel geben und eine War­nung aus­spre­chen. Er woll­te uns vor Augen füh­ren, daß die größ­te Gefahr für die Kir­che dar­in besteht, von ihren eige­nen hohen Prä­la­ten für drei­ßig Sil­ber­lin­ge an den Feind ver­kauft zu wer­den: In der Tat sind im Lau­fe der zwei­tau­send­jäh­ri­gen Geschich­te der Kir­che wei­te­re „Judas­se“ auf­ge­taucht, und wei­te­re wer­den noch auf­tau­chen.
Die Kir­che hat es in der Ver­gan­gen­heit immer geschafft, die größ­te Gefahr, die der „Fünf­ten Kolon­ne“, zu über­win­den, dank eines tugend­haf­ten und kämp­fe­ri­schen Kle­rus und einer Lai­en­schaft, die sich ihr treu unter­ord­ne­te. Lei­der haben mit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil die Agen­ten der Gegen­kir­che, die der hei­li­ge Johan­nes die „Syn­ago­ge Satans“ nennt (Offb 2,9; 3,9), die Schalt­stel­len besetzt und die­se Revo­lu­ti­on durch­ge­führt, die unter dem katho­li­schen Kle­rus und den Lai­en Ver­wü­stung ange­rich­tet hat.
Es ist daher unse­re Pflicht, mit Got­tes Hil­fe die zer­set­zen­de Wir­kung der „Fünf­ten Kolon­ne“ zu bekämp­fen, die in die Kir­che Chri­sti ein­ge­drun­gen ist, und zwar durch einen geheim­nis­vol­len Plan des Erlö­sers, der wäh­rend der Pas­si­on sei­ne Mensch­lich­keit schreck­lich lei­den und sei­ne Gött­lich­keit völ­lig ver­bor­gen und ver­dun­kelt sehen woll­te, so ließ er es zu, daß – nach zwei­tau­send Jah­ren – sein mysti­scher Leib eine ähn­li­che und schreck­li­che Pas­si­on erlei­det, in der sein gött­li­ches Ele­ment ver­dun­kelt wird und nur das mensch­li­che Ele­ment erscheint, völ­lig gequält, fast uner­kenn­bar und in sei­ner unschön­sten Form.

Cin­zia Nota­ro: Wie sind die fal­schen Chri­sten hineingekommen?

Don Cur­zio Nito­glia: In der Kir­che Chri­sti gibt es, wie der hei­li­ge Pau­lus lehrt, „nicht mehr Jude noch Grie­che, nicht Skla­ve noch Frei­er, son­dern alle sind eins in Chri­stus Jesus“ (Gal 3,28), aber gleich­zei­tig ist sie wach­sam, daß sich kei­ne fal­schen Bekehr­ten in sie ein­schlei­chen.
Jeder Aus­schluß von einem Amt wur­de von der Kir­che immer aus rein reli­giö­sen Grün­den fest­ge­legt, nie­mals aus ras­si­schen oder eth­ni­schen Grün­den, wie auch der jüdi­sche Histo­ri­ker Paul John­son betont: „Im Spa­ni­en des 15. Jahr­hun­derts konn­te ein Jude nicht ver­folgt wer­den, weil er als Jude gebo­ren war oder weil sei­ne Eltern als Juden gebo­ren waren; es muß­te bewie­sen wer­den, daß er, obwohl getauft, den­noch das Juden­tum in irgend­ei­ner Form heim­lich prak­ti­zier­te.

Cin­zia Nota­ro: Ver­hin­dern „jüdisch-christ­li­che Freund­schaf­ten“ die Ver­tei­di­gung des christ­li­chen Glaubens?

Don Cur­zio Nito­glia: Unter den wirk­sam­sten Mit­teln, die das Juden­tum heu­te ein­setzt, um die christ­li­che Selbst­ver­tei­di­gung zu ver­hin­dern, ist die Bil­dung von Bru­der­schaf­ten, die als „jüdisch-christ­li­che Freund­schaf­ten“ bekannt sind, beson­ders her­vor­zu­he­ben, die wäh­rend und nach dem Kon­zil einen gro­ßen Auf­schwung und eine gro­ße Ent­wick­lung erfah­ren haben, in den Vor­ar­bei­ten zu Nost­ra Aet­a­te (28. Okto­ber 1965) bis hin zur Umar­mung zwi­schen Johan­nes Paul II. und dem Ober­rab­bi­ner Elio Toaff am 13. April 1986 in der Syn­ago­ge in Rom, in der Papst Woj­ty­la in der Rede von den „Juden als den älte­ren Brü­dern der Chri­sten“ sprach, um dann spä­ter, am 31. Dezem­ber 1986, beim gesun­ge­nen Te Deum in der römi­schen Jesui­ten­kir­che Il Gesù zu ergän­zen: „Im Glau­ben Abra­hams“, und der Aner­ken­nung des Staa­tes Isra­el durch den Vati­kan im Jahr 1993: eine Aner­ken­nung, die, wie der Osser­va­to­re Roma­no ein­räumt (1. Janu­ar 1994, S. 1), „vom Geist des Zwei­ten Vati­ka­nums durch­drun­gen ist“.
Außer­dem emp­fing Johan­nes XXIII. am 20. April 1959 den ita­lie­ni­schen Rota­ry Club, nur sechs Mona­te nach sei­ner Wahl, und ein zwei­tes Mal am 20. März 1963. Paul VI. emp­fing ihn am 28. Sep­tem­ber 1963, drei Mona­te nach sei­ner Wahl, am 20. März 1965 und am 14. Novem­ber 1970. Johan­nes Paul II. tat das­sel­be am 14. Juni 1979 und am 14. Febru­ar 1984. Noch schwer­wie­gen­der ist, daß Paul VI. die jüdi­sche Frei­mau­rer­lo­ge Bené Berith [B’nai B’rith] am 3. Juni 1971 emp­fing (sie­he Osser­va­to­re Roma­no, 3. Juni 1971) und Johan­nes Paul II. 1984 (sie­he Docu­men­ta­ti­on Catho­li­que, Nr. 1874, S. 509). Es ist nicht bekannt, wie oft die Bené Berith [B’nai B’rith] von Bene­dikt XVI. und Fran­zis­kus emp­fan­gen wur­den.
Am 25. Mai 1928 ver­kün­de­te das Hei­li­ge Offi­zi­um ein Doku­ment, in dem es den Ver­ein Freun­de Isra­els ver­ur­teil­te, über den [die römi­sche Jesui­tenrzeit­schrift] La Civil­tà Cat­to­li­ca berich­te­te und der ver­öf­fent­licht wur­de: „Die Gesell­schaft ‚Freun­de Isra­els‘, die unter aus­ge­zeich­ne­ten Vor­zei­chen und mit auf­rich­ti­gen apo­sto­li­schen Absich­ten begon­nen wur­de, hat sich lei­der fast unmerk­lich von ihren ursprüng­li­chen Absich­ten ent­fernt und ist in ver­schie­de­ne Über­trei­bun­gen oder Abwei­chun­gen ver­fal­len. Der Gedan­ke einer beson­de­ren Insti­tu­ti­on für die schwie­ri­ge Bekeh­rung der Juden mit dem par­ti­el­len Titel ‚Freun­de Isra­els‘ gab Anlaß zu einer gewis­sen Beun­ru­hi­gung oder Unsi­cher­heit und daher auch zu einer berech­tig­ten Zurück­hal­tung unse­rer­seits; ande­rer­seits muß aber die aus­drück­li­che und öffent­li­che Zustim­mung auch nicht weni­ger Bischö­fe und Kar­di­nä­le aus­ge­reicht haben, um uns von aller Furcht zu befrei­en.“
Die Civil­tà Cat­to­li­ca schrieb damals dazu: „Die jüdi­sche Gefahr bedroht die gan­ze Welt durch ihre bös­ar­ti­ge Unter­wan­de­rung oder schänd­li­che Ein­mi­schung, vor allem in den christ­li­chen Völ­kern und beson­ders in den Katho­li­ken und Latei­nern, wo die Blind­heit des alten Libe­ra­lis­mus die Juden am mei­sten begün­stigt hat, wäh­rend sie die Kle­ri­ker und vor allem die Katho­li­ken ver­folg­ten. Sie (die Frei­mau­rer) waren es, die mit der Gene­ra­ti­on der Söh­ne des Judas gegen die Katho­li­ken und den Kle­rus die reli­giö­se Ver­fol­gung und den anti­christ­li­chen Kampf vor­be­rei­te­ten, die den trau­ri­gen Hin­ter­grund der gesam­ten libe­ra­len und frei­mau­re­ri­schen Bewe­gung bil­den.

Cin­zia Nota­ro: Was geschah mit der pasto­ra­len Erklä­rung Nost­ra Aet­a­te (28. Okto­ber 1965)?

Don Cur­zio Nito­glia: Pinay schrieb kurz vor dem Beginn des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils: „Es ist nicht aus­zu­schlie­ßen, daß jüdi­sche Agen­ten, die sich in die Hier­ar­chie der Kir­che ein­ge­schli­chen haben, dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil einen Kon­ven­ti­ons­ent­wurf zur Prü­fung vor­le­gen, mit dem sie hof­fen, eine Aura der Sym­pa­thie und des Ver­ständ­nis­ses zu schaf­fen.
Lei­der ist genau das mit der pasto­ra­len und daher nicht unfehl­ba­ren Erklä­rung Nost­ra Aet­a­te (28. Okto­ber 1965) gesche­hen, die von Johan­nes Paul II. wäh­rend sei­nes lan­gen Pon­ti­fi­kats von 1979 bis 2005 als Stecken­pferd auf­ge­grif­fen wur­de.
Nun wis­sen wir, daß die Kir­che, gera­de weil sie gött­lich ist, sich selbst nicht dog­ma­tisch wider­spre­chen kann, wäh­rend ihre Mit­glie­der, selbst die wich­tig­sten (die Bischö­fe), weil sie Men­schen sind, der Leh­re Chri­sti pasto­ral wider­spre­chen kön­nen (wie Judas es getan hat), und wir haben mit Bestür­zung beob­ach­tet, wie der Plan, den die Moder­ni­sten sich aus­ge­dacht haben, wäh­rend des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils und des Pon­ti­fi­kats von Johan­nes Paul II. in die Tat umge­setzt wur­de. Die Revo­lu­ti­on in der Kir­che begann jedoch mit Johan­nes XXIII. und Paul VI., und zwar auf eine manch­mal hin­ter­häl­ti­ge und ver­deck­te Wei­se.
Man fragt sich, wie Paul VI. dort Erfolg hat­te, wo alle Fein­de der Kir­che schei­ter­ten. Die Erklä­rung ist ein­fach: Sie grif­fen die Kir­che von außen an, wäh­rend sie mit Mon­ti­ni nach und nach von innen zer­setzt wur­de. Aber wie kommt es, daß uns ange­sichts eines sol­chen Ergeb­nis­ses („die Selbst­zer­stö­rung der Kir­che“, wie Paul VI. es selbst nann­te) nicht die Augen geöff­net wur­den? Auch hier ist die Erklä­rung ein­fach: Das raf­fi­nier­te Dop­pel­spiel von Paul VI. hat alle geblen­det. Zum Bei­spiel ging Paul VI. zur UNO, um sei­nen Glau­ben an die Char­ta der Men­schen­rech­te zu beken­nen, wäh­rend er sich sonst zu sei­nem Glau­ben an Gott gemäß dem katho­li­schen Glau­bens­be­kennt­nis bekann­te. Man­che behaup­ten, Paul VI. habe die Kir­che nicht regiert (son­dern sei von einer Mafia von schlech­ten Bera­tern um ihn her­um gelei­tet wor­den). Das ist falsch. Er regier­te mit fester Hand, wenn es dar­um ging, mit der Tra­di­ti­on zu bre­chen, wäh­rend er sie nach Wor­ten ver­tei­dig­te. Kein Papst hat die Kühn­heit beses­sen, das Hei­li­ge Offi­zi­um zu unter­drücken. Kein Papst hat mit sol­cher Wucht eine Reform des Kon­kla­ves durch­ge­setzt, die alle Kar­di­nä­le über acht­zig Jah­re aus­schließt! Kein Papst hat die außer­or­dent­li­che Kühn­heit beses­sen, eine revo­lu­tio­nä­re „Mes­se“ zu erzwin­gen.
War­um, so fragt man sich, ver­liert auch der Papst der Motu­pro­prien [gemeint ist Papst Fran­zis­kus], der so ener­gisch die Tra­di­ti­on zer­trüm­mert, plötz­lich sei­ne Auto­ri­tät, wenn es um die Ver­ur­tei­lung von Häre­si­en geht? Nie­mals eine Maß­nah­me zur Ver­tei­di­gung der Kir­che gegen jene, die sie angrei­fen. Der fort­schritt­li­che oder moder­ni­sti­sche Plan war schon lan­ge vor­her sorg­fäl­tig vor­be­rei­tet worden.

Cin­zia Nota­ro: Hat­te Paul VI. die moder­ni­sti­sche Revo­lu­ti­on so weit vor­an­ge­trie­ben, daß er sie nicht mehr auf­hal­ten konnte?

Don Cur­zio Nito­glia: Kurz gesagt, wir befin­den uns in der Gegen­wart eines buch­stäb­lich dämo­ni­schen Plans, der die Welt im tief­sten Sin­ne des Wor­tes unter­gräbt. Die­ser Plan wur­de von Paul VI. bis ins klein­ste Detail genaue­stens umge­setzt, und zwar in strik­ter Über­ein­stim­mung mit dem Plan der Moder­ni­sten, den der hei­li­ge Pius X. in Pas­cen­di dar­ge­legt hat­te, und er hat ihn in beschleu­nig­tem Tem­po umge­setzt, um uns unwi­der­ruf­lich vor voll­ende­te Tat­sa­chen zu stel­len, bevor irgend­ein Wider­stand orga­ni­siert wer­den konn­te. Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil mar­kiert den Punkt des Über­gangs von der Tra­di­ti­on zur Moder­ne. Mit dem Zwei­ten Vati­ca­num gin­gen wir von einer tra­di­tio­nel­len christ­li­chen Reli­gi­on zu einer huma­ni­tä­ren Pseu­do­re­li­gi­on über, die mit frei­mau­re­ri­schen Kon­zep­ten ange­füllt ist.

Einleitung/​Fußnote: Giu­sep­pe Nardi


1 Mau­rice Pinay: Com­plot­to con­tro la Chie­sa, 2 Bd., Rom 1962; dt. Aus­ga­be: Ver­schwö­rung gegen die Kir­che, 2 Bd., Madrid 1963; wei­te­re Über­set­zun­gen, dar­un­ter eine spa­ni­sche, fran­zö­si­sche und eng­li­sche, folg­ten in jener Zeit. „Mau­rice Pinay“ gilt als Pseud­onym für eine Autoren­grup­pe, über deren Zusam­men­set­zung es sehr unter­schied­li­che Spe­ku­la­tio­nen gab, von einer Grup­pe ita­lie­ni­scher Prä­la­ten in Zusam­men­ar­beit mit eng­li­schen Katho­li­ken bis zu einer Grup­pe höhe­rer mexi­ka­ni­scher Geist­li­cher, dar­un­ter der Theo­lo­ge Joa­quín Sáenz Amaga.

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2 Kommentare

  1. Es wäre noch zu ergän­zen, daß eine Neu­aus­ga­be des Wer­kes von „M. Pinay“ in fran­zö­si­scher Spra­che erhält­lich ist, z. B. über die aus­ge­zeich­ne­te tra­di­tio­na­li­sti­sche Buch­hand­lung Chi­ré (ich bekom­me kei­ne Prozente ☺)

  2. Mir ist der Stand­punkt etwas zu weltlich. 

    Ephe­ser 6,12: „Denn wir haben nicht gegen Men­schen aus Fleisch und Blut zu kämp­fen, son­dern gegen die Für­sten und Gewal­ten, gegen die Beherr­scher die­ser fin­ste­ren Welt, gegen die bösen Gei­ster des himm­li­schen Bereichs.“

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