Wie glaubwürdig ist die Kirche noch? Ein offener Brief an Bischof Kohlgraf

Eine gläubige Stimme


Die Ruine der St.-Christoph-Kirche in Mainz sollte eine Mahnung sein und spiegelt, so das Empfinden nicht weniger, die Lage der Kirche heute wider. (Die Kirche wurde in zwei Angriffen 1942 und 1945 von der britischen Luftwaffe zerstört.)
Die Ruine der St.-Christoph-Kirche in Mainz sollte eine Mahnung sein und spiegelt, so das Empfinden nicht weniger, die Lage der Kirche heute wider. (Die Kirche wurde in zwei Angriffen 1942 und 1945 von der britischen Luftwaffe zerstört.)

Die Wel­len gehen hoch in der Kir­che, ins­be­son­de­re in Deutsch­land, aber auch in der Poli­tik die­ses Lan­des.
Unter man­chen Kir­chen­ver­tre­tern und Gläu­bi­gen macht sich sogar ein Fata­lis­mus breit, da die Lage so ver­fah­ren scheint, daß eini­ge die Hoff­nung zu ver­lie­ren schei­nen. Dazu besteht kein Anlaß, wenn­gleich wir nicht wis­sen, wie die Zukunft der Kir­che nörd­lich der Alpen aus­se­hen wird. Die Ver­hei­ßung für ihren Fort­be­stand jedoch haben wir. Es gibt auch muti­ge Stim­men, die aus Empö­rung und Ver­zweif­lung ihre Sprach­lo­sig­keit über­win­den und zu einem „hei­li­gen Zorn“ fin­den, um sich Gehör zu ver­schaf­fen. Der Ruf ist der nach Glaub­wür­dig­keit, Authen­ti­zi­tät und Ori­en­tie­rung. Eine sol­che Stim­me rich­te­te fol­gen­des Schrei­ben an Msgr. Peter Kohl­graf, den seit 2017 als Bischof von Mainz amtie­ren­den Nach­fol­ger von Karl Kar­di­nal Lehmann.

Sehr geehrter Bischof Kohlgraf,

Anzei­ge

heu­te haben wir in der hei­li­gen Mes­se das Evan­ge­li­um vom guten Hir­ten gehört. Jesus spricht in dem Gleich­nis von dem guten Hir­ten, des­sen Stim­me den Scha­fen ver­traut ist. Er kennt jedes Schaf in- und aus­wen­dig und liebt jedes ein­zel­ne unend­lich und zwar in der Art, dass er sein Leben für ein jedes von ihnen geben wür­de. Jesus, der gute Hir­te, zeigt sei­nen Scha­fen den Weg zum Vater. Er ist für sie der Tür­öff­ner, und die Scha­fe fol­gen ihm, nicht weil sie dumm sind, son­dern weil sie ihrem Hir­ten ver­trau­en und wis­sen, dass er es gut mit ihnen meint.

Sie, sehr geehr­ter Herr Bischof, ste­hen in der Nach­fol­ge die­ses guten Hir­ten. Somit wäre es – wenn man den Wor­ten des Evan­ge­li­ums folgt – Ihre Auf­ga­be, für uns Gläu­bi­ge auch ein mög­lichst guter Hir­te zu sein, der jedes sei­ner Scha­fe liebt und vor „Die­ben und Räu­bern“ schützt. Die Ihnen durch Gott anver­trau­ten Gläu­bi­gen müs­sen Ihnen ver­trau­en kön­nen, ihre Stim­me ken­nen und sich durch Sie, zusam­men mit Jesus, dem guten Hir­ten, den Weg zum Vater zei­gen las­sen. Wie der gute Hir­te sorg­sam und behut­sam mit sei­nen Scha­fen umgeht, soll­te das auch die Auf­ga­be des­sen sein, der durch Gott zum Bischof, Hir­te für die Gläu­bi­gen, beru­fen wur­de. Aber – und auch das gehört zu den Auf­ga­ben eines Bischofs, der auch Prie­ster ist, den Men­schen eben die Leh­re Jesu wei­ter­zu­ge­ben – ehr­lich und unverkürzt.

Ich kann mir vor­stel­len, dass dies auch Ihr Anspruch war, als Sie die­ses wich­ti­ge Amt übernahmen.

Lei­der stel­le ich aber fest, dass genau die­se Auf­ga­be des Hir­ten­amts in unse­rem und vie­len ande­ren Bis­tü­mern (wenn nicht gar allen) seit eini­ger Zeit nicht wahr­ge­nom­men wird. Das macht mich sehr nachdenklich.

Ich kann natür­lich nur über mei­ne eige­nen, per­sön­li­chen Erfah­run­gen mit Prie­stern, Lai­en und dem, was ich in den Medi­en lese, schrei­ben. Die Ent­schei­dun­gen für Ihre Hand­lun­gen, Inter­views und Tex­te ken­ne ich nicht und kann nur mut­ma­ßen, was Sie bewegt. Ich möch­te mit die­sen Zei­len Sie – unse­ren Bischof – jedoch bit­ten, viel­leicht über das eine oder ande­re noch ein­mal nach­zu­den­ken, zu recher­chie­ren, zu spre­chen oder auch zu hin­ter­fra­gen, mög­li­cher­wei­se auch die eige­ne Posi­ti­on zu überprüfen.

Fol­gen­de Punk­te lie­gen mir seit gerau­mer Zeit auf dem Her­zen. Ich wür­de mir wün­schen, dass Sie sich Zeit dafür nehmen.

Mein erster und auch wich­tig­ster Punkt ist die Fei­er der hei­li­gen Eucha­ri­stie. Wir fei­ern hier, dass Jesus sich für unse­re Sün­den geop­fert hat, bis zum Tod am Kreuz. (Der gute Hir­te lei­det für die Scha­fe, um sie zu erlö­sen). Mein Ein­druck ist, dass das in vie­len Gemein­den über­haupt nicht mehr im Mit­tel­punkt steht, geschwei­ge denn den Men­schen dies ins Bewusst­sein geru­fen wird. Viel­mehr scheint es mir so, dass die Mes­se zum einen den Men­schen gefal­len soll bzw. zum ande­ren immer häu­fi­ger poli­ti­siert wird. Soll­te es nicht so sein, dass wir in jeder hei­li­gen Mes­se wahr­neh­men, dass sich Jesus jedem Ein­zel­nen in der hei­li­gen Eucha­ri­stie schenkt, um in den Men­schen wir­ken zu können?

Wenn dem so ist, dann muss man über eine Reform der Lit­ur­gie der hei­li­gen Mes­se eigent­lich nicht mehr nach­den­ken, denn sie ist auf Chri­stus, auf sein Kreuz hin aus­ge­rich­tet und auf sei­ne Auf­er­ste­hung. Wer an die Real­prä­senz Jesu in der klei­nen hei­li­gen Hostie glaubt, soll­te sie emp­fan­gen dür­fen, muss dann aber auch in der logi­schen Kon­se­quenz so gut, wie er es eben ver­mag, danach leben. Aber, und das gehört auch zur Wahr­heit dazu, die Men­schen müs­sen wis­sen, dass der Leib Chri­sti in die­ser Hostie real ist, und dar­über muss gespro­chen werden.

Wenn das jedem Katho­li­ken klar wäre, wäre der syn­oda­le Weg obso­let. Wer glaubt, dass Jesus Chri­stus real in der hei­li­gen Hostie gegen­wär­tig ist, der kann gar nicht auf die Idee kom­men, ande­re Men­schen zu miss­brau­chen (schon gar nicht sexu­ell). Es wür­de kei­nen Macht­miss­brauch geben und wahr­schein­lich wür­de nie­mand auf die Idee kom­men, dass er in irgend­ei­ner Art und Wei­se benach­tei­ligt sei, denn Gott stellt jeden dort­hin, wo er ihn braucht. (Die Scha­fe ver­trau­en dem guten Hirten).

Wer Men­schen miss­braucht, muss sei­nen Glau­ben über­den­ken, denn Miss­brauch (egal in wel­chem Bereich) ist nicht christ­lich. Wenn ich jeman­den miss­brau­che, töte ich in dem ande­ren ja mög­li­cher­wei­se etwas ab. Es heißt aber schon in den 10 Gebo­ten: Du sollst nicht töten. Da steht nicht: Du sollst nicht töten, es sei denn…
Viel­leicht soll­te man aber von der Real­prä­senz auch sol­ches lehren.

Auf der einen Sei­te stel­len Sie sich als Bischof gegen sexu­el­len Miss­brauch, auf der ande­ren Sei­te for­dern Sie aber sexu­el­le Viel­falt und Frei­heit für alles und jeden und erken­nen sogar an, dass es mehr als zwei Geschlech­ter gibt, was – Ver­zei­hung – bio­lo­gisch unmög­lich ist. Gott schuf den Men­schen als Mann und Frau. Hier ver­lässt die Kir­che ihr Men­schen­bild zugun­sten von Ideologien.

Wie ver­hal­ten Sie sich als Bischof denn dazu, dass Kin­der schon ab dem Kin­der­gar­ten früh­sexua­li­siert wer­den sol­len? Wozu führt das Ihrer Mei­nung nach?

Damit bin ich auch schon beim näch­sten The­ma. Anstatt dass eben die­ses Gute, die Leh­re des guten Hir­ten, im Mit­tel­punkt steht, erle­be ich (und ich bin da bei wei­tem nicht die Ein­zi­ge), dass Sie als Bischof den sexu­el­len Miss­brauch der­art in den Mit­tel­punkt stel­len, dass es nicht mehr lan­ge dau­ern kann, bis auch der Letz­te sagt: „Ich kann es nicht mehr hören.“ Ich kann mich des Ein­drucks nicht erweh­ren, dass das, was zuvor ver­sucht wur­de zu ver­tu­schen, jetzt kom­plett umge­dreht wird und es kein ande­res The­ma mehr geben kann oder darf.

Sie als Hir­te des Bis­tums Mainz sind da mei­ner Mei­nung nach in etwas hin­ein­ge­ra­ten, was tat­säch­lich gefähr­lich ist, denn mit eben die­sem The­ma stel­len Sie vor allem Prie­ster, im Prin­zip aber jeden kirch­li­chen Mit­ar­bei­ter, unter Gene­ral­ver­dacht. Sie schrei­ben, Sie glau­ben erst­mal unein­ge­schränkt den Betrof­fe­nen, auch wenn die Unschulds­ver­mu­tung gilt. Damit sind die betrof­fe­nen Men­schen aber schon gebrand­markt, und Sie schaf­fen ein Kli­ma der Angst bei den Ihnen anver­trau­ten Prie­stern und kirch­li­chen Mit­ar­bei­tern. Ich ken­ne vie­le Prie­ster, die sich nicht mehr trau­en, allein mit einer ihr nicht ver­trau­ten Per­son in einem Raum zu sein (bei­spiels­wei­se bei der Beich­te, Kin­der­frei­zei­ten etc.) aus Angst, ihnen könn­te irgend­et­was unter­stellt wer­den. Was wird hier für ein Prie­ster­bild gezeich­net? Der Prie­ster als Ver­trau­ens­per­son wird dadurch ad absur­dum geführt.

Der syn­oda­le Weg reprä­sen­tiert lei­der nicht, was die katho­li­sche Kir­che ist. Die Aus­wahl der Teil­neh­mer ist sehr ein­sei­tig und man hat lesen, sehen und hören dür­fen, wie mit Men­schen umge­gan­gen wird, die ein­fach nur den katho­li­schen Glau­ben ver­tre­ten und die­se Reform­be­we­gung sehr kri­tisch sehen. Die The­men, die die­ser Weg bedient, sind nahe­zu aus­schließ­lich welt­li­cher Natur. Die Kir­che jedoch hat nicht die Auf­ga­be welt­lich zu sein, son­dern soll uns im Leben auf die Ewig­keit mit Gott hin­füh­ren. So hat man den Ein­druck, dass man mit den evan­ge­li­schen Geschwi­stern gleich­zie­hen und damit eine gewis­se Art der Belie­big­keit ein­füh­ren will.

Die­ser syn­oda­le Weg schafft nur eines und das ist die immer tie­fe­re Spal­tung der Katho­li­ken, ob absicht­lich oder unab­sicht­lich. Die Men­schen wen­den sich nicht nur wegen der Miss­brauchs­fäl­le von der Kir­che ab, son­dern vor allem, weil die Kir­che nicht mehr das tut, was ihr eigent­li­cher Auf­trag ist.

Über Kir­che kann auch nicht abge­stimmt wer­den, sie ist ja kein belie­bi­ger Ver­ein, son­dern wur­de von Chri­stus ein­ge­setzt und stützt sich auf sein Leben, sei­nen Tod und sei­ne Auferstehung.

Ich den­ke, dass Sie tief in Ihrem Innern wis­sen, zumin­dest aber min­de­stens ahnen, dass sowohl der syn­oda­le als auch Ihr pasto­ra­ler Weg nicht wei­ter­füh­ren, son­dern, dass das Aus­tritts­ver­hal­ten durch eben die­se Wege (lei­der) noch deut­lich an Fahrt auf­neh­men wird. Was hier letzt­end­lich durch­ge­setzt wer­den soll, und hier zitie­re ich einen Prie­ster: Alle sol­len zu Hir­ten gemacht wer­den. Was dabei nicht bedacht wird, wenn es nur noch Hir­ten gibt, gibt es in der Kon­se­quenz kei­ne Scha­fe mehr, die die Stim­me ihres Hir­ten ken­nen und ihm ver­trau­en. Wenn es nur noch Hir­ten gibt, ist der Hir­te nutz­los und kann nie­man­dem mehr den Weg zu Gott zeigen.

Man dreht sich sprich­wört­lich um sich selbst und um irgend­wel­che welt­lich ange­sag­ten Ideo­lo­gien oder absur­de soge­nann­te woke Ideen, anstatt den Glau­ben zu ver­kün­den. Man sagt, dass man Macht­be­gren­zung will, übt aber eben die­se aus, indem man mit ein­sei­tig gewähl­ten Men­schen allen ande­ren über­stül­pen möch­te, was man ger­ne sehen will.

Auch das ist Miss­brauch: Sie schau­en nur in Rich­tung einer lau­ten Grup­pe von Men­schen, die Sie mit For­de­run­gen über­häu­fen, wäh­rend auf der ande­ren Sei­te Men­schen sind, die ein­fach nur den katho­li­schen Glau­ben leben möch­ten und nur sehr wenig Rücken­deckung von Ihnen bekom­men. Statt die noch gläu­bi­gen Chri­sten zu ermu­ti­gen, wur­de bei die­sen Men­schen der Hir­ten­stab sym­bo­lisch gese­hen ein­fach abgegeben.

Was ist mit dem Miss­brauch an den Gläu­bi­gen in vie­len Mes­sen und/​oder Gesprä­chen, denen Belie­big­keit, Angst und Ideo­lo­gien gepre­digt wird? Viel­leicht muss man da sogar zum Teil von Amts­miss­brauch spre­chen, denn die eigent­li­che Auf­ga­be ist es ja, die Gläu­bi­gen auf dem Weg in die Ewig­keit zu beglei­ten, sodass mög­lichst vie­le (am besten alle) bei Gott lan­den und nicht bei sei­nem Wider­sa­cher, über den auch nie­mand mehr spricht, weil wahr­schein­lich nicht sein kann, was nicht sein darf. Wenn Bischö­fe und Prie­ster den Men­schen erklä­ren „Du kannst leben, wie Du willst, da Gott ja schließ­lich jeden liebt“ ist das eine Ver­dre­hung des­sen, was es eigent­lich ist. Natür­lich liebt Gott jeden Ein­zel­nen, aber er liebt eben nicht die Sün­de, des­halb gibt es ja das Sakra­ment der Beich­te, so dass man umkeh­ren kann, wenn man merkt, dass man falsch abge­bo­gen ist. Wenn aber alles gut ist, ist die Beich­te obso­let, ergo gibt es kei­ne Sün­de. Wer legt das fest? Der Mensch oder Gott?

Die Kir­che hängt in einem sehr ein­sei­ti­gen Schuld­kult fest, der sich der­zeit auf Miss­brauch und Kli­ma fixiert. Sie ori­en­tiert sich an dem, was die Poli­tik und öffent­li­che Medi­en ger­ne hät­ten, anstatt die­se, die eben gera­de nicht den Glau­ben reprä­sen­tie­ren (im Gegen­teil) kri­tisch zu hin­ter­fra­gen und dage­gen­zu­hal­ten. Je mehr Angst Poli­tik und Medi­en ver­brei­ten, desto mehr müss­te die Kir­che, und gera­de auch die Bischö­fe, dage­gen ange­hen. Das Gegen­teil davon fin­det statt, da Sie ja durch das Kon­kor­dat in eine Abhän­gig­keit vom Staat gera­ten sind.

Umwelt­schutz soll­te, allein wegen der Schöp­fungs­ge­schich­te, der Kir­che ein Anlie­gen sein. Das Kli­ma kann nie­mand „schüt­zen“. Und wer nicht mal das Wet­ter vor­aus­sa­gen kann, wie will der­je­ni­ge sagen, was in hun­dert Jah­ren ist? Seit ich auf der Welt bin, hat man mir (Ihnen wahr­schein­lich auch) Hor­ror­sze­na­ri­en erzählt. Wie oft soll­te die Welt schon unter­ge­hen: 4‑mal? 5‑mal? Noch öfter? Wir sind durch Got­tes Wil­len immer noch hier und die Welt auch.

Die Kir­che hat immer wie­der Schuld auf sich gela­den. Für man­che Din­ge ent­schul­digt sie sich, ande­re Sachen wer­den ein­fach unter den Tisch gekehrt. Auch beim The­ma Coro­na hat die Kir­che eine gro­ße Schuld auf sich gela­den und schweigt beharr­lich. Man hät­te es im April 2020 schon wis­sen kön­nen und als Bischof wis­sen müs­sen, was hier pas­siert. Nun lie­gen die Fak­ten, nach drei!!! Jah­ren auch im Main­stream, auf dem Tisch. Die Kir­che hat die Gläu­bi­gen allein­ge­las­sen und ist mit­ver­ant­wort­lich für viel Leid, Trau­er, Ein­sam­keit und sogar Tod. Ich mei­ne, mich nicht dar­an erin­nern zu kön­nen, die Bischö­fe gehört zu haben, als man die alten, hilfs­be­dürf­ti­gen Men­schen in den Hei­men weg­sperr­te und sie ohne Fami­lie allein­ließ. Was wur­de den Kin­dern hier alles ange­tan? Es wur­de Angst und Panik vor dem Ster­ben und dem Tod gepre­digt, wo man nur hin­hör­te. Eine Kir­che, die Angst macht und Angst hat, hat ihren Auf­trag ver­fehlt. Noch nie wur­den Prie­ster gezwun­gen ihre Kir­chen von innen zu ver­schlie­ßen oder ver­bo­ten mit ihren Gläu­bi­gen die hei­li­ge Mes­se zu fei­ern. Zu sagen, man hät­te es nicht bes­ser gewusst, ist an die­ser Stel­le
lei­der viel zu ein­fach, denn man hät­te es bes­ser wis­sen müs­sen. Die Kir­che hat dann zu allem Über­fluss auch noch einen expe­ri­men­tel­len Impf­stoff pro­pa­giert, an des­sen Neben­wir­kun­gen nun sehr vie­le Men­schen lei­den oder sogar ihr Leben las­sen mussten.

Von den heils­brin­gen­den Sakra­men­ten war kaum mehr die Rede. Wie steht es um den katho­li­schen Glau­ben, wenn man Weih­was­ser und die hei­li­ge Kom­mu­ni­on ver­bie­ten lässt? Hei­li­ge Mes­sen mit Mas­ken­zwang und/​oder 2 oder 3G und Abstand fei­ern zu las­sen, hat dazu bei­getra­gen, die Gläu­bi­gen zu spal­ten! Das gab es noch nie und ist voll­kom­men absurd: Prie­ster zu zwin­gen und unter Druck zu set­zen Din­ge zu tun, von denen sie über­haupt nicht über­zeugt waren. Wo bleibt hier die Auf­ar­bei­tung und Ent­schul­di­gung bei all jenen, die durch die­ses Vor­ge­hen ver­letzt, geschä­digt aus­ge­grenzt und dif­fa­miert wur­den bzw. noch wer­den? Sie, als Bischof, haben nicht nur den Men­schen Gott ent­zo­gen, son­dern auch Gott den Men­schen (Stich­wort Eucha­ri­stie). Das ist auch ein Grund, wes­halb die Men­schen in Scha­ren die Kir­che ver­las­sen. Die Kir­che soll­te nie­mals mit dem Strom schwim­men, das ging schon immer schief.

Ich ver­mu­te, Sie sind da irgend­wie rein­ge­rutscht und haben nun das Gefühl, dass Sie jetzt wei­ter­ma­chen müs­sen, aus Sor­ge, das eige­ne Gesicht zu ver­lie­ren. Das Gegen­teil ist der Fall. Jeder von uns darf jeden Tag und immer wie­der aufs Neue umkeh­ren, wenn er fest­stellt, dass er falsch gele­gen hat. Dafür hat Jesus für uns gelit­ten und muss­te am Kreuz ster­ben. Buße, Reue und Wie­der­gut­ma­chung, das kostet Über­win­dung (auch mich), ist aber notwendig.

Ich den­ke, Sie wis­sen oder spü­ren, dass, falls es so wei­ter­geht, die­se hei­li­ge, katho­li­sche Kir­che gegen die Wand fah­ren wird.

Natür­lich wird eine klei­ne Kir­che blei­ben, die dann mög­li­cher­wei­se wie vor 2000 Jah­ren in den Unter­grund wird gehen müs­sen, denn die Kir­che Chri­sti wird es immer geben.

Ich weiß, zu wem ich gehö­ren will, und da kann es nur einen geben: Jesus Chri­stus, unse­ren guten Hir­ten. Aber auch zu Prie­stern und Men­schen, die die­sem guten Hir­ten nach­fol­gen und auf der Suche nach der Wahr­heit sind, die Chri­stus ist. Ich dan­ke Ihnen, dass Sie mei­ne Zei­len gele­sen haben, und hof­fe, dass ich Sie zum Nach­den­ken anre­gen konn­te. Wie gesagt, ich glau­be, dass Sie sich Ihr Amt nicht so vor­ge­stellt haben und dass Sie es eigent­lich gut meinen.

Ger­ne hät­te ich mei­nen Namen genannt, aber ich kann ja nahe­zu täg­lich lesen, was dann pas­sie­ren kann in die­sem Land. So muss ich aus Eigen­schutz anonym blei­ben, auch eine Sache, die einen sprach­los macht.

Autor: (Name der Redak­ti­on bekannt)
Bild: Wiki­com­mons

Print Friendly, PDF & Email
Anzei­ge

Hel­fen Sie mit! Sichern Sie die Exi­stenz einer unab­hän­gi­gen, kri­ti­schen katho­li­schen Stim­me, der kei­ne Gel­der aus den Töp­fen der Kir­chen­steu­er-Mil­li­ar­den, irgend­wel­cher Orga­ni­sa­tio­nen, Stif­tun­gen oder von Mil­li­ar­dä­ren zuflie­ßen. Die ein­zi­ge Unter­stüt­zung ist Ihre Spen­de. Des­halb ist die­se Stim­me wirk­lich unabhängig.

Katho­li­sches war die erste katho­li­sche Publi­ka­ti­on, die das Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus kri­tisch beleuch­te­te, als ande­re noch mit Schön­re­den die Qua­dra­tur des Krei­ses versuchten.

Die­se Posi­ti­on haben wir uns weder aus­ge­sucht noch sie gewollt, son­dern im Dienst der Kir­che und des Glau­bens als not­wen­dig und fol­ge­rich­tig erkannt. Damit haben wir die Bericht­erstat­tung verändert.

Das ist müh­sam, es ver­langt eini­ges ab, aber es ist mit Ihrer Hil­fe möglich.

Unter­stüt­zen Sie uns bit­te. Hel­fen Sie uns bitte.

Vergelt’s Gott!