Ernennt Papst Franziskus am Sonntag neue Kardinäle?

Die Namen der neuen Purpurträger sind noch geheim

Die Kardinäle beim Requiem für den verstorbenen Johannes Paul II. 2005 auf dem Petersplatz. Sie wählten Joseph Ratzinger zum Papst. Seit acht Jahren bereitet Papst Franziskus seine Nachfolge vor.
Die Kardinäle beim Requiem für den verstorbenen Johannes Paul II. 2005 auf dem Petersplatz. Sie wählten Joseph Ratzinger zum Papst. Seit acht Jahren bereitet Papst Franziskus seine Nachfolge vor.

(Rom) Am kom­men­den Sonn­tag will Papst Fran­zis­kus die Krea­ti­on neu­er Kar­di­nä­le ankün­di­gen. Das tei­len gut infor­mier­te vati­ka­ni­sche Quel­len mit. Die Zahl der Papst­wäh­ler beträgt aktu­ell 121. Deren Höchst­zahl wur­de von Johan­nes Paul II. mit 120 fest­ge­legt. Es bestün­de also kein Bedarf. Doch Fran­zis­kus, unge­dul­dig den Wahl­kör­per umzu­bau­en, ernann­te wie­der­holt mehr pur­pur­tra­gen­de Wäh­ler, als eigent­lich vor­ge­se­hen sind.

Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­de die Zahl der Kar­di­nä­le, die in einem Kon­kla­ve wahl­be­rech­tigt sind, nicht nur alters­be­dingt, son­dern auch durch zwei Todes­fäl­le redu­ziert. Im Mai ver­starb Kar­di­nal Cor­ne­li­us Sim, Apo­sto­li­scher Vikar von Bru­nei, im 70. Lebens­jahr, Ende Sep­tem­ber Kar­di­nal Jor­ge Libe­ra­to Uro­sa, eme­ri­tier­ter Erz­bi­schof von Cara­cas, kurz nach sei­nem 79. Geburtstag.

Die Höchst­gren­ze von 120 Wäh­lern wird erst am kom­men­den 7. Janu­ar 2022 unter­schrit­ten, wenn im Novem­ber Kar­di­nal Ange­lo Sco­la, eme­ri­tier­ter Erz­bi­schof von Mai­land und Ber­go­gli­os Gegen­spie­ler im Kon­kla­ve von 2013, und zu Jah­res­be­ginn 2022 Kar­di­nal Ricar­do Ezza­ti And­rel­lo SDB, eme­ri­tier­ter Erz­bi­schof von Sant­ia­go de Chi­le und per­sön­li­cher Freund von Papst Fran­zis­kus, mit Voll­endung ihres 80. Lebens­jah­res als Papst­wäh­ler aus­schei­den wer­den. Papst Fran­zis­kus scheint die von Johan­nes Paul II. fest­ge­leg­te Höchst­gren­ze, die nicht über­schrit­ten wer­den soll, als Unter­gren­ze zu lesen, die auf kei­nen Fall unter­schrit­ten wer­den darf. Er nahm in sei­nem Pon­ti­fi­kat bereits sie­ben Kar­di­nal­s­kre­ierun­gen vor. Die erste elf Mona­te nach sei­ner Wahl. Früh ent­stand der Ein­druck, daß er das Kar­di­nals­kol­le­gi­um mit Nach­druck neu gestal­ten und aus­rich­ten will. Das ist die sicher­ste Garan­tie, daß sein Erbe fort­ge­setzt wird. 

Von den aktu­ell 121 Papst­wäh­lern wur­den bereits 58 Pro­zent von Fran­zis­kus ernannt. Drei­zehn der der­zeit wahl­be­rech­tig­ten Kar­di­nä­le wur­den von Johan­nes Paul II., 38 von Bene­dikt XVI. und 70 von Fran­zis­kus kre­iert. Durch die ach­te Kar­di­nal­s­kre­ierung wird sich das Ver­hält­nis wei­ter ver­schie­ben. Dabei waren es die Kar­di­nä­le, die von sei­nen Vor­gän­gern Bene­dikt XVI. und Johan­nes Paul II. ernannt wur­den, die ihn zum Papst wählten. 

Die Namen der neu­en Kar­di­nä­le will Fran­zis­kus, laut Infor­ma­tio­nen aus dem Vati­kan, am kom­men­den Sonn­tag beim Ange­lus bekannt­ge­ben. Als wahr­schein­li­che Anwär­ter auf den Pur­pur gel­ten Erz­bi­schof Vic­tor Manu­el Fernán­dez von La Pla­ta, ein Pro­te­gé von Fran­zis­kus und in den ersten Jah­ren des Pon­ti­fi­kats sein Ghost­wri­ter, Erz­bi­schof Car­los Castil­lo von Lima, Erz­bi­schof Luis José Rue­da Apa­ri­cio von Bogo­ta und Erz­bi­schof Michel Aupetit von Paris, um nur eini­ge zu nen­nen. Als mög­li­che „typisch ber­go­glia­ni­sche Pro­vo­ka­ti­on“ wird auch der Name des homo­phi­len US-Jesui­ten James Mar­tin herumgereicht.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons

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1 Kommentar

  1. Das beweist wie­der ein­mal, dass Fran­zis­kus kein Brücken­bau­er ist, son­dern ein Schis­ma­ti­ker. Ihm ist sei­ne per­sön­li­che Hal­tung wich­ti­ger, als das Wohl der Gesamt­kir­che. Öko­no­mi­sche Armut erhebt er zum Maß­stab für ein got­tes­fürch­ti­ges Leben, see­li­sche Armut, wie sie vor allem in west­li­chen Kul­tu­ren herrscht, erkennt er nicht. Auch der Frie­de auf Erden scheint ihm nicht zen­tral, zu wenig erhebt er sei­ne Stim­me gegen das Böse, 200 Mil­lio­nen ver­folg­te und unter­drück­te Chri­sten ver­gisst er. Zu hof­fen bleibt, dass das Pon­ti­fi­kat nicht mehr all zu lan­ge andau­ert, und der Nach­fol­ger der Gesamt­kir­che wie­der Hoff­nung und Stim­me gibt.

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