„Eine Geste des Gehorsams“

Legitime Bischöfe müssen in der Volksrepublik China regimehörigen Bischöfen Platz machen

„Geste des Gehorsams“: Erzbischof Celli mit legitimen Bischöfen Chinas, die zugunsten von regimehörigen Bischöfen zurücktreten müssen.
„Geste des Gehorsams“: Erzbischof Celli mit legitimen Bischöfen Chinas, die zugunsten von regimehörigen Bischöfen zurücktreten müssen.

(Peking) Zwei legitime Bischöfe wurden gestern im Namen von Papst Franziskus zum Rücktritt aufgefordert. Sie müssen regimehörigen Bischöfen Platz machen.

Untergrundbischof Vincent Guo Xijin war der von Rom offiziell anerkannte Bischof von Mindong. Von der kommunistischen Regierung in Peking wurde er abgelehnt. Auf Drängen Roms tritt er nun zurück, um einem regimehörigen Bischof Platz zu machen, dessen Exkommunikation von Papst Franziskus im vergangenen September aufgehoben wurde. Die Aufhebung war eine einseitige Vorleistung Roms für die Unterzeichnung des Geheimabkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China am selben Tag. Der Inhalt des Abkommens wird im Einvernehmen beider Seiten geheimgehalten, soll aber die Bischofsernennungen betreffen.

Papst Franziskus hob die Exkommunikation von sieben Bischöfen auf, deren Bischofsweihe ohne Zustimmung Roms von der kommunistischen Staatsführung angeordnet worden war. Teil der Vereinbarung scheint zu sein, daß nicht nur die Exkommunikation aufgehoben, sondern alle bisher regimehörigen Bischöfe von Rom als Diözesanbischöfe eingesetzt und anerkannt werden müssen. Um dies zu ermöglichen, drängten die vatikanischen Unterhändler bereits im Herbst 2017 legitime Bischöfe, auf ihre Ämter zu verzichten. Sie müssen sich rangmäßig den regimehörigen Bischöfen unterwerfen und deren Weihbischöfe werden.

Dazu wurde auch Bischof Vincent Guo Xijin gedrängt. Allein in den vergangenen beiden Jahren wurde er zweimal verhaftet und an einen unbekannten Ort verschleppt. Eine beliebte Methode in der Volksrepublik China, um Druck auszuüben, einzuschüchtern oder „Regimegegner“ einer „Umerziehung“ zu unterziehen.

Seinen Platz als Diözesanbischof von Mindong wird Vincent Zhan Silu einnehmen. Dies wurde gestern bekannt, nachdem Bischof Guo am Nachmittag seine Priester versammelte, um ihnen die neue Lage zu erklären.

Bischof Guo, der künftig Weihbischof von Mindong sein wird, war gerade aus einem Ort in der Nähe von Peking zurückgekehrt. Dorthin hatte ihn Kurienerzbischof Claudio Maria Celli kommen lassen, der Leiter der vatikanischen Delegation, die das Abkommen vorbereitet und im Namen des Papstes unterzeichnet hatte.

Erzbischof Celli händigte Bischof Guo ein Schreiben von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Kardinal Fernando Filoni, dem Präfekten der Propaganda Fide, aus. Darin forderten sie ihn auf, die Leitung der Diözese an Zhan Silu abzutreten. Erzbischof Celli betonte dem Bischof gegenüber, daß Papst Franziskus den Rücktritt als „Geste des Gehorsams“ von ihm erwartet. Es sei ein „Opfer für Gesamtsituation der chinesischen Kirche“, das er zu bringen habe.

Die Nachricht, so AsiaNews, habe viele Priester und Gläubige „traurig“ gemacht. Bisher war es so, daß ein regimehöriger Bischof, der sich mit Rom versöhnte und vom Heiligen Stuhl anerkannt wurde, sich dem Untergrundbischof unterstellte und dessen Weihbischof wurde. „Nun ist das Gegenteil der Fall“, so AsiaNews.

Im Bistum Mindong gehört der weitaus größte Teil der Gläubigen und der Priester der Untergrundkirche an. Die regimehörige Patriotische Vereinigung zählte bestenfalls zehn Prozent der Gläubigen und 20 Prozent der Priester. Durch das vatikanisch-chinesische Abkommen erhält die regimehörige Organisation nun mit einem Schlag auch die Kontrolle über die Untergrundkirche.

Die Frage, wem das Abkommen nützt, müsse gar nicht gestellt werden, hatte Kardinal Joseph Zen, der emeritierte Bischof von Hong Kong und graue Eminenz der Untergrundkirche bereits im September gesagt. Es sei die Regierung in Peking.

Zum Treffen mit Erzbischof Celli war auch Bischof Peter Zhuang Jianjian vorgeladen worden. Auch er wird „auf päpstlichen Wunsch“ als Diözesanbischof von Shantou zurücktreten. Seinen Platz wird der regimehörige Bischof Joseph Huang Bingzhang übernehmen.

Der von Rom gutgeheißene Wege hat noch einen Stolperstein für die Betroffenen. Damit die legitimen Bischöfe nach ihrem Rücktritt Weihbischöfe ihrer bisherigen Diözesen werden können, brauchen sie die Bewilligung der kommunistischen Regierung und des regimehörigen Bischofsrates. Sie werden von jenen abhängig, von denen sie sich bisher unter großen Opfern, aber erfolgreich fernhalten konnten.

Kardinal Zen sprach bereits vor der Unterzeichnung davon, daß der Vatikan mit dem Abkommen die romtreue Untergrundkirche dem Regime ausliefere.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: AsiaNews

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3 Kommentare

  1. Auf welcher Seite steht der Papst eigentlich . Steht er auf der Seite Jesu Christie oder auf der Seite eines irdischen ,vergängliches
    Regimes .Es ist traurig wenn ich so was frage muss. Die Vertreter dieses Regimes geben nicht vor auf der Seite Jesu Christie zu stehen .Immerhin.

  2. Kardinal Zen sprach bereits vor der Unterzeichnung davon, daß der Vatikan mit dem Abkommen die romtreue Untergrundkirche dem Regime ausliefere.
    Kardinal Zen muss zusehen, wie die katholische Kirche in China zerstört wird. Mit der Zerstörung von zwei Marienkirchen gleich nach diesem „Geheimabkommen“ zeigt das Regime deutlich, was es vom Papst hält.
    Es ist erbärmlich, hier Gehorsam einzufordern.

  3. Das ist so traurig. Ich wünsche allen Christen in China Gottes besonderen Beistand. Für diesen „verschobenen“ Bischof besondere Gnaden in dieser Zeit der Verfolgung, für sich und seine Herde.

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