Schönborn für Diakoninnen, Genn gegen „vorkonziliare Typen“



Kardinal Schönborn (Wien): „Vielleicht kann ich Diakoninnen weihen“.
Kardinal Schönborn (Wien): „Vielleicht kann ich Diakoninnen weihen“.

Sind es nur Ausrutscher, oder fallen die Hüllen? Zeigen erst unter Papst Franziskus einige Prälaten ihr wahres Gesicht?

Bischof Genn mag keine „vorkonziliaren Typen“
Bischof Genn mag keine „vorkonziliaren Typen“

Dazu gehört Bischof Felix Genn von Münster. In Fulda sagte er am 26. September auf einer Pressekonferenz im Rahmen der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zur bevorstehenden Jugendsynode:

„Ich kann ihnen dezidiert sagen: Vorkonziliare klerikale Typen möchte ich nicht und werde sie auch nicht weihen“.

Genn wurde von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Essen und von Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Münster ernannt. Doch erst unter Papst Franziskus scheint er sein wahres Ich zu zeigen.

Kardinal Schönborn: „Das A und O“

Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien, schrieb am 29. September, dem Hochfest des Erzengels Michael auf Twitter:

„Ich habe eine starke Beziehung zu meinen Priestern und Diakonen. Erst kürzlich durfte ich wieder Diakone weihen. Eine große Freude. Vielleicht darf ich auch einmal Frauen zu Diakoninen [sic] weihen… Liebe Priester habt Mut zum Teamwork! Zusammenarbeit, Vertrauen ist das A und O

Später ließ der Kardinal den Tweet löschen, nachdem es offenbar zu Kritik daran kam.

Am 29. September fand der „Abschlußtag der Wiener Diözesanversammlung“ statt. Kardinal Schönborn beriet drei Tage lang mit 1.700 Delegierten „aus allen 637 Pfarren der Erzdiözese, den Orden, anderssprachigen Gemeinden, Gemeinschaften und Bewegungen, der Caritas und der Dienststellen u.a.“ im Stephansdom über die „nächsten Schritte des seit zehn Jahren laufenden diözesanen Reformprozesses“.

Am Abschlußtag zelebrierte der Kardinal um 11 Uhr im Stephansdom eine Messe. Der Tweet wurde bereits vorher verschickt um 9:21 Uhr.

Im Stephansdom sagte er zu den Delegierten laut Kathpress dann:

„Schönborn berichtete, dass er erst vor wenigen Tagen 14 verheiratete Männer zu Ständigen Diakone geweiht habe. ‚Vielleicht eines Tages auch Frauen als Diakone‘, fügte der Kardinal unter großem Applaus der Delegierten der Diözesanversammlung hinzu. Es habe Diakoninnen in der Kirche gegeben, in manchen Ostkirchen bis heute, erinnerte Schönborn. ‚Grundsätzlich ist das offen.‘“

Gelöschter Tweet

Die Kathpress-Meldung wurde noch am selben Tag von der italienischen Presseagentur ANSA übernommen, also auch in Italien und Vatikan bekannt.

Fehlender Tweet von 09:21 Uhr
Fehlender Tweet von 09:21 Uhr

Kurze Zeit darauf wurde der Tweet gelöscht. Der Kardinal hatte einen Versuchsballon mit eindeutiger Fahrtrichtung steigen lassen. In Sachen Diakoninnen war es nicht der erste, und wiederum sind es Kirchenvertreter des deutschen Sprachraumes, die den Ton angeben, die Richtung vorgeben und einen tiefgehenden Eingriff in die katholische Tradition anstreben.

Kardinal Schönborn wurde von Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Wien ernannt und zum Kardinal erhoben. Unter Papst Benedikt XVI. war er ranghöchstes Mitglied des „Schülerkreises“, obwohl er nie zu einem Doktoranden oder Habilitanden gehörte. Doch erst unter Papst Franziskus scheint er sein wahres Ich zu zeigen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Katkpress/Youtube (Screenshots)

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1 Kommentar

  1. Die Aussage von Bischof Dr. Genn „Vorkonziliare klerikale Typen möchte ich nicht und werde sie auch nicht weihen“ einerseits ist zutiefst enttäuschend und andererseits erhellend für die Diskriminierung der Kirche durch die nachkonziliaren Kirchenvertreter.
    Die Kirche Jesu war im Sinne des Vatcanums II nahezu 1950 Jahre vorkonziliar, aber sie entsprach dem Wahrheitsanspruch. Ihre Verkündigung entsprach der Wahrheit Jesu.
    Deshalb waren vorkonziliar die Kirchen noch gefüllt und die Lehre von den Gläubigen akzeptiert. Nachkonziliar aber leerten sich die Kirchen. Der Relativismus der Nachkonziliaren Theologen und Episcopie leerte die Kirchen und ihr Einfluss schrumpfte massiv. Banalität beherrschte die Predigt der „Nachkonziliaren“.
    Die Anbetung als Zentrum der Gottesdienste verschwand. Stattdessen bekam die „Neue Messe“ immer mehr Eventcharackter und verflachte im Gebet. Die Kirchgänger schüttelten sich überschwenglich vor der Kommunion die Hände, aber die Vorbereitung mit der Aussage „Herr ich bin nicht würdig“ hatte und erscheint vielenals Floskel. Das Problenm besteht darin, dass die postkonziliaren mehr Kirche und mehr Kirchen abgebaut, als aufgebaut haben. Zusammengefasst „postkonziliar“ steht leider für Abriss der Kirche. „Vorkonziliare klerikale Typen“ nicht zu weihen, sucht nur den weiteren Abbau der Kirche und möchte einen nottuenden Neuaufbau vehindern

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