Neuer Jesuitengeneral Sosa will Jesus „neu interpretieren“ — „Das Wort Glaubenslehre mag ich nicht besonders“

Warum verschweigt Papst Franziskus die "eindeutigen Worte" (Kardinal Müller) Jesu zur Ehe und gegen die Scheidung? Ein Hinweis findet sich bei Arturo Sosa, dem neuen Generaloberen des Jesuitenordens: "Zuerst müßte man klären, was genau die Worte die Jesu sind, was er genau damit sagen wollte. Damals hatte ja niemand ein Aufnahmegerät, um die Worte aufzuzeichnen".
Warum verschweigt Papst Franziskus die "eindeutigen Worte" (Kardinal Müller) Jesu zu Ehe und Scheidung? Ein Hinweis findet sich bei Arturo Sosa, dem neuen Generaloberen des Jesuitenordens: "Zuerst müßte man klären, was Jesus genau sagen wollte. Damals hatte ja niemand ein Aufnahmegerät".

(Rom) Der seit Ende Okto­ber amtie­ren­de „Schwar­ze Papst“, der Gene­ral­obe­re des Jesui­ten­or­dens, Pater Arturo Sosa SJ, for­dert zu einer „Neu­in­ter­pre­ta­ti­on“ von Jesus auf. „Unglaub­lich, aber wahr“, so der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster über ein erschüt­tern­des Inter­view des Schwei­zer Jour­na­li­sten Giu­sep­pe Rus­co­ni mit Gene­ral Sosa.

Papst zitiert im umstrittenen VIII. Kapitel von Amoris laetitia kein Jesus-Wort

„Im Ach­ten Kapi­tel von Amo­ris lae­ti­tia, dem hei­ße­sten und kon­tro­ver­se­sten, in dem Papst Fran­zis­kus der Zweit­ehe ‚zu öff­nen‘ scheint, obwohl der vor­he­ri­ge Ehe­gat­te noch lebt, fehlt jeg­li­ches Zitat eines Jesus-Wor­tes über die Ehe und die Schei­dung, die vor allem im 19. Kapi­tel des Mat­thä­us­evan­ge­li­ums wie­der­ge­ge­ben sind“, so Magi­ster.

„Vie­le Men­schen folg­ten ihm dort­hin und er heil­te sie. Da kamen Pha­ri­sä­er zu ihm, die ihm eine Fal­le stel­len woll­ten, und frag­ten: Darf man sei­ne Frau aus jedem belie­bi­gen Grund aus der Ehe ent­las­sen? Er ant­wor­te­te: Habt ihr nicht gele­sen, daß der Schöp­fer die Men­schen am Anfang als Mann und Frau geschaf­fen hat und daß er gesagt hat: Dar­um wird der Mann Vater und Mut­ter ver­las­sen und sich an sei­ne Frau bin­den und die zwei wer­den ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, son­dern eins. Was aber Gott ver­bun­den hat, das darf der Mensch nicht tren­nen. Da sag­ten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vor­ge­schrie­ben, daß man (der Frau) eine Schei­dungs­ur­kun­de geben muß, wenn man sich tren­nen will? Er ant­wor­te­te: Nur weil ihr so hart­her­zig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frau­en aus der Ehe zu ent­las­sen. Am Anfang war das nicht so. Ich sage euch: Wer sei­ne Frau ent­läßt, obwohl kein Fall von Unzucht vor­liegt, und eine ande­re hei­ra­tet, der begeht Ehe­bruch. Da sag­ten die Jün­ger zu ihm: Wenn das die Stel­lung des Man­nes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu hei­ra­ten. Jesus sag­te zu ihnen: Nicht alle kön­nen die­ses Wort erfas­sen, son­dern nur die, denen es gege­ben ist. Denn es ist so: Man­che sind von Geburt an zur Ehe unfä­hig, man­che sind von den Men­schen dazu gemacht und man­che haben sich selbst dazu gemacht — um des Him­mel­rei­ches wil­len. Wer das erfas­sen kann, der erfas­se es.“

Die­ses völ­li­ge Feh­len eines Zita­tes der Her­ren­wor­te „erstaunt“, so Magi­ster, „wie auch an ande­rer Stel­le das Schwei­gen von Fran­zis­kus zur sel­ben Fra­ge“.

„Warum dieses insistente Schweigen des Papstes zu unmißverständlichen Jesus-Worten?“

Am 4. Okto­ber 2015, einem Sonn­tag, wur­de die zwei­te Bischofs­syn­ode über die Fami­lie eröff­net. An jenem Tag wur­de in allen katho­li­schen Kir­chen des latei­ni­schen Ritus welt­weit die Par­al­lel­stel­le aus dem Mar­kus­evan­ge­li­um 10, 2–9 zum Mat­thä­us­evan­ge­li­um (19,2–12) vor­ge­le­sen (Erste Rede bei Bischofs­syn­ode hält der Hei­li­ge Geist – Exklu­siv der voll­stän­di­ge Wort­laut). Beim Ange­lus erwähn­te Papst Fran­zis­kus die­se Stel­le des Evan­ge­li­ums jedoch mit kei­nem Wort, obwohl es direkt mit der Syn­ode zu tun hat­te, über die der Papst aus­führ­lich sprach.

Das­sel­be geschah am ver­gan­ge­nen 12. Febru­ar, wie­der ein Sonn­tag, mit einer ana­lo­gen Stel­le aus dem Mat­thä­us­evan­ge­li­um (5,11–12), die an jenem Tag in den Hei­li­gen Mes­sen ver­kün­det wur­de. Erneut schwieg sich Papst Fran­zis­kus beim Ange­lus dar­über aus. Weder zitier­te er die Stel­le noch leg­te er sie aus. Er erwähn­te sie ein­fach nicht.

„War­um die­ses insi­sten­te Schwei­gen des Pap­stes zu so unmiß­ver­ständ­li­chen Jesus-Wor­ten?“, so Magi­ster.

Neuer Jesuitengeneral will Jesus „neu interpretieren“

Arturo Sosa mit Papst Franziskus Jesuiten
Arturo Sosa mit Papst Fran­zis­kus Jesui­ten

„Ein Hin­weis fin­det sich“ so Magi­ster, und zwar in einem Inter­view des neu­en Gene­ral­obe­ren des Jesui­ten­or­dens, des Vene­zo­la­ners Arturo Sosa Absa­cal, der Papst Fran­zis­kus, selbst Jesu­it, sehr nahe­steht. Das Inter­view führ­te der bekann­te Tes­si­ner Jour­na­list Giu­sep­pe Rus­co­ni.

Bemer­kens­wert sind die Reak­tio­nen des Ordens­ge­ne­rals auf Fra­gen, mit denen ihn Rus­co­ni in die Enge treibt. Er ver­schanzt sich hin­ter der Auto­ri­tät des Pap­stes oder nimmt, vom Inter­view­er an einer Stel­le mit dem Rücken zur Wand gestellt, Zuflucht zum Hei­li­gen Geist, womit gewis­ser­ma­ßen alles im nebu­lö­sen Nichts ent­schwin­det.

Das Inter­view ist ein erschüt­tern­des Doku­ment über den gei­sti­gen Zustand eines Teils der ober­sten Füh­rungs­ebe­ne in der katho­li­schen Kir­che, der der­zeit ton­an­ge­bend scheint.

Die inter­es­san­te­sten Stel­len im Wort­laut:

Ein erschütterndes Interview

Rus­co­ni: Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler, der Prä­fekt der Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re, sag­te bezüg­lich der Ehe, daß die Wor­te Jesu ein­deu­tig sind, und „kei­ne Macht im Him­mel und auf Erden, weder ein Engel noch der Papst, weder ein Kon­zil noch ein Gesetz der Bischö­fe, die Voll­macht hat, sie zu ändern“.

Arturo Sosa: Zunächst müß­te man eine schö­ne Über­le­gung dar­über begin­nen, was Jesus wirk­lich gesagt hat. Zu jener Zeit hat­te nie­mand ein Auf­nah­me­ge­rät, um die Wor­te fest­zu­hal­ten. Was man weiß, ist, daß die Wor­te Jesus in den Kon­text zu stel­len sind. Sie sind in einer bestimm­ten Spra­che, in einem bestimm­ten Umfeld gesagt wor­den, sie sind an jemand bestimm­ten gerich­tet.

Rus­co­ni: Ja, aber, wenn alle Wor­te Jesu zu über­prü­fen und auf ihren histo­ri­schen Kon­text zurück­zu­füh­ren sind, dann haben sie kei­nen abso­lu­ten Wert.

Arturo Sosa: In den ver­gan­ge­nen hun­dert Jah­ren gab es in der Kir­che eine gro­ße Blü­te von Stu­di­en, die ver­su­chen, exakt zu ver­ste­hen, was Jesus sagen woll­te … Das ist nicht Rela­ti­vis­mus, aber belegt, daß das Wort rela­tiv ist, das Evan­ge­li­um ist von Men­schen geschrie­ben, es ist von der Kir­che aner­kannt, die aus Men­schen gemacht ist … Daher ist es wahr, daß nie­mand das Wort Jesu ändern kann, aber man muß wis­sen, wel­ches eines ist!

„Man stellt nicht in Zweifel, man unterscheidet …“

Rus­co­ni: Steht auch die Aus­sa­ge von Mat­thä­us 19,2–6 zur Dis­kus­si­on: „Was Gott ver­bun­den hat, darf der Mensch nicht tren­nen“?

Arturo Sosa: Ich iden­ti­fi­zie­re mich mit dem, was Papst Fran­zis­kus sagt. Man stellt nicht in Zwei­fel, man unter­schei­det…

Rus­co­ni: Aber die Unter­schei­dung ist eine Wer­tung, ist eine Wahl zwi­schen ver­schie­de­nen Optio­nen. Gibt es kei­ne Pflicht mehr, einer ein­zi­gen Inter­pre­ta­ti­on zu fol­gen?

Arturo Sosa: Nein, die Pflicht gibt es immer, aber den Ergeb­nis­sen der Unter­schei­dung zu fol­gen.

„Ich bezweifle nicht das Wort Jesu, aber das Wort Jesu wie wir es interpretiert haben“

Rus­co­ni: Aber die Letzt­ent­schei­dung grün­det sich dann auf ein Urteil zu ver­schie­de­nen Hypo­the­sen. Zie­hen Sie also auch die Hypo­the­se in Betracht, daß der Satz „Der Mensch darf nicht tren­nen …“ nicht exakt das ist, was er scheint? Kurz­um, bezwei­feln Sie das Wort Jesu?

Arturo Sosa: Nicht das Wort Jesu, aber das Wort Jesu wie wir es inter­pre­tiert haben. Die Unter­schei­dung wählt nicht unter ver­schie­de­nen Hypo­the­sen, son­dern ist bereit, auf den Hei­li­gen Geist zu hören, der – wie Jesus ver­hei­ßen hat – uns hilft, die Zei­chen der Gegen­wart Got­tes in der Geschich­te der Men­schen zu ver­ste­hen.

Rus­co­ni: Aber wie soll man unter­schei­den?

Arturo Sosa: Papst Fran­zis­kus unter­schei­det, indem er dem Hei­li­gen Igna­ti­us folgt wie die gan­ze Gesell­schaft Jesu: Der Hei­li­ge Igna­ti­us sag­te, es ist not­wen­dig, den Wil­len Got­tes zu suchen und zu fin­den. Das ist kei­ne Suche zum Spaß. Die Unter­schei­dung führt zu einer Ent­schei­dung: Man hat nicht nur zu bewer­ten, son­dern zu ent­schei­den.

 „Der Vorrang des persönlichen Gewissens“

Rus­co­ni: Und wer hat zu ent­schei­den?

Arturo Sosa: Die Kir­che hat immer den Vor­rang des per­sön­li­chen Gewis­sens bekräf­tigt.

Rus­co­ni: Dann schau­en wir ein­mal, ob ich das rich­tig ver­stan­den habe: Wenn also das Gewis­sen, nach einer Unter­schei­dung des Fal­les, mir sagt, daß ich zur Kom­mu­ni­on gehen kann, auch wenn die Norm es nicht vor­sieht …

Arturo Sosa: Die Kir­che hat sich in den Jahr­hun­der­ten ent­wickelt, sie ist kein Block aus Stahl­be­ton. Sie ist ent­stan­den, hat gelernt, hat sich ver­än­dert. Des­halb macht man die öku­me­ni­schen Kon­zi­le, um zu ver­su­chen, die Ent­wick­lun­gen der Glau­bens­leh­re zu fokus­sie­ren. Dok­trin ist ein Wort, das ich nicht beson­ders mag, es ver­mit­telt den Ein­druck einer Här­te von Stei­nen. Die mensch­li­che Wirk­lich­keit hat viel mehr Schat­tie­run­gen, sie ist nie weiß oder schwarz, sie befin­det sich in einer stän­di­gen Ent­wick­lung.

Rus­co­ni: Mir scheint, zu ver­ste­hen, daß es für Sie einen Vor­rang der Pra­xis der Unter­schei­dung gegen­über der Leh­re gibt.

Arturo Sosa: Ja, aber die Leh­re ist Teil der Unter­schei­dung. Eine wah­re Unter­schei­dung kann nicht von der Leh­re abse­hen.

Rus­co­ni: Sie kann aber zu ande­ren Schluß­fol­ge­run­gen gelan­gen als die Leh­re.

Arturo Sosa: Das ja, weil die Leh­re die Unter­schei­dung nicht ersetzt und auch nicht den Hei­li­gen Geist.

Zu Arturo Sosa sie­he auch:

Erst­ver­öf­fent­li­chung des Inter­views: 18. Febru­ar im Giorna­le del Popo­lo von Luga­no (Aus­zü­ge) und bei Rossopor­po­ra (voll­stän­dig).
Text/Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: gesuiti.it/vatican.va (Screen­shots)

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26 Kommentare

  1. Wer die Wor­te Jesu Chri­sti nicht akzep­tiert, wie sie in den Evan­ge­li­en fest­ge­hal­ten sind, ist ein Apostat und nicht mehr Glied der Kir­che.

  2. Die histo­risch-kri­ti­schen Metho­de zer­stört offen­bar noch nicht genug, jetzt kommt die Unter­schei­dung mit einer ande­ren Schluß­fol­ge­rung.

  3. Das scheint schier unglaub­lich, was die­ser P. Sosa im Inter­view von sich gege­ben hat. Sich selbst wider­spre­chen­der Rela­ti­vis­mus vom Fein­sten ist das.
    „Das ja, weil die Leh­re die Unter­schei­dung nicht ersetzt und auch nicht den Hei­li­gen Geist.“
    Die Leh­re ist aus dem Hei­li­gen Geist her­aus ent­stan­den und beinhal­tet bereits ein­deu­tig alle Unter­schei­dun­gen, die es gibt. Dar­an ist nichts mehr aus­bau­bar, es gibt doch in der Ehe­pa­sto­ral bereits die Josef­se­he. Und selbst die­se erin­nert einen spon­tan an den Aus­spruch Jesu Chri­sti „nur wegen eurer Hart­her­zig­keit hat er(Mose) euch die­ses Gebot gege­ben.“ Dar­über hin­aus kann man nicht.
    Kom­mu­ni­on für im Ehe­bruch leben­de recht­fer­tigt er damit, dass sich die katho­li­sche Kir­che mit der Zeit ent­wickelt habe. Welch faden­schei­ni­ge, hoh­le Argu­men­ta­ti­on, die in Wahr­heit gar kei­ne ist. Und vom Hei­li­gen Geist kann er sei­ne Äuße­run­gen wirk­lich nicht haben, da die­se den 10 Gebo­ten wider­spre­chen.

  4. Hof­fent­lich wer­den wenig­sten in Hin­kunft die Ein­set­zungs­wor­te nicht ver­dreht, weil…„Jesus und die Jün­ger kein Auf­nah­me­ge­rät bei sich hat­ten..“

    • Laut dem Jesui­ten­ge­ne­ral kön­nen wir dann auch die genau­en Wor­te Jesu bei der Ein­set­zung des Hei­li­gen Meß­op­fers nicht wis­sen. Bedrückend genug, daß die­ser Mann mit sei­nen ver­dreh­ten Ansich­ten nicht allei­ne unter sei­nes­glei­chen ist.

      Danach kann bei den dro­hen­den lit­ur­gi­schen Ver­än­de­run­gen der Öku­me­ne zulie­be, den lie­ben Mit­chri­sten ande­rer Kon­fes­sio­nen zulie­be das anstö­ßi­ge das ist mein Leib…das ist mein Blutrein durchUnter­schei­dung‚ getilgt wer­den.

      Ore­mus

  5. Welch unge­heu­er­li­chen Ant­wor­ten eines Wolfs im Schafs­pelz! Viel­leicht hat Sosa selbst den hei­li­gen Igna­ti­us falsch inter­pre­tiert — der hat­te ja damals schließ­lich auch noch kein Auf­nah­me­ge­rät…
    Es geht nicht um „bewer­ten“ und „ent­schei­den“ oder sieht so gott­ge­woll­tes Prie­ster­tum aus? Einem Prie­ster muß es aus­schließ­lich und immer wie­der um das per­sön­li­che Beten, um die Zwie­spra­che mit Gott gehen. Ein gro­ßer Hei­li­ger (Don Bos­co?) sag­te hin­sicht­lich der Hei­lig­keit: „Ich ? Ich muß mich jeden Tag aufs Neue bekeh­ren!“
    Ein Hir­te soll­te das wis­sen und mit gutem Bei­spiel vor­an­ge­hen.
    Was die angeb­li­che Inter­pre­ta­ti­on der Wor­te Jesu betrifft:
    So sa(ge) ich: die­ser Jesu­it möge bit­te unbe­dingt beten, sich vor Gott hin­knien und dann lesen a) die Bibel b) meh­re­re Hei­li­gen­bio­gra­fien gro­ßer Hei­li­ger, Mär­ty­rer, Päp­ste und Kir­chen­leh­rer c) die Bot­schaf­ten der Mut­ter­got­tes von LaSa­let­te, d) den Kate­chis­mus e) die Pro­phe­zei­un­gen der seli­gen Anna Katha­ri­na Emme­rick, f) die Beschrei­bun­gen der Visio­nen von A.K. Emme­rich über das Leben Jesu, g) die Bücher von Maria Val­tor­ta mit leben­di­gen Jesus-Beschreibungen,h) das blaue Buch von Don Gob­bi und das Tage­buch der hei­li­gen Sr. Fausti­na.
    Als Anhän­ge­rin des tra­di­tio­nel­len katho­li­schen Glau­bens sagt mir mein „auto­no­mes Gewis­sen“, dass das der rich­ti­ge Weg zu Gott ist.
    Sosa möge sich das segens­rei­che unab­läs­si­ge Beten, (Lita­nei­en, Nove­nen, Ver­hei­ßungs­ge­be­te) Rosen­kranz­be­ten und Beich­te­hö­ren des hei­li­gen Pfar­rers von Ars und von Pater Pio zum per­sön­li­chen Vor­bild neh­men, damit er nicht mehr län­ger Zeit für unnö­ti­ges Geschwätz und für wir­re Inter­pre­ta­tio­nen des Hei­li­gen hat.
    Mein auto­no­mes Gewis­sen sagt mir, dass das der rich­ti­ge Weg zu Gott ist.

    • So wie jeder Mensch eine eige­ne Per­sön­lich­keit, so hat auch jeder Mensch sei­ne eige­ne Bezie­hung und Spi­ri­tua­li­tät zu Gott. Es geht hier nicht um irgend­et­was machen, wie die­ses Gebet beten, die­ses Buch lesen oder jenes tun. Das erste Ziel ist es den Wil­len zu etwas zu ändern und nicht das tun oder nicht zu tun. Des­halb ist jenes das geschrie­ben haben nicht schlecht, aber auch nicht ein­fach. Es scheint als müs­se man alles nach der Rei­he befol­gen, das hier steht. Gera­de der Mensch hat Gott nach sei­nem Weg zu fra­gen. Ich per­sön­lich habe auch nicht das blaue Buch von Don Gob­bi oder das Tage­buch der Fausty­na gele­sen, heißt es dann dass mei­nen Weg noch nicht gefun­den hat? Ich ken­ne selbst Men­schen die all das vl ken­nen und tun. Aber sie sind weit­weg von dem, was Gott für sie möch­te, weil sie sich und ihren Cha­rak­ter nicht ändern möch­ten. Es geht hier nicht um Hei­li­ge zu kopie­ren od. nach­zu­ma­chen son­dern um sich zu berei­chern, und als ein gewis­ses Vor­bild zu haben.

      • Es ist dage­gen gar nichts zu sagen, dass Sie das blaue Buch von Don Gob­bi oder das Tage­buch der Fausty­na noch nicht gele­sen haben, aber es kann den Glau­ben festi­gen. Auf der ande­ren Sei­te kön­nen Aus­sa­gen eines Hir­ten oder Ordens­ge­ne­rals, in die­sem Fal­le eines Ordens­bru­ders des Pap­stes, wenn man nicht im Glau­ben gefe­stigt ist, krass das Gegen­teil bewir­ken. Und da muss man ein­fach gegen sol­che Falsch­aus­sa­gen aktiv wer­den und Glau­bens­zeu­gen und deren Glau­bens­zeug­nis­se dem ent­ge­gen­set­zen. Und beten. Und hof­fen. Und lie­ben.

        • Ja das kann es, natür­lich. Aber es wird hier ein­fach in den Raum gewor­fen als eine Liste, die es zu befol­gen gilt. Wenn Sie mich fra­gen, wür­de ich sol­chen Leu­ten (Jesui­ten) eher emp­feh­len die Nach­fol­ge Chri­sti von Tho­mas Kem­pen oder Der geist­li­che Kampf zu lesen, um, wie ich Atha­na­si­us Schnei­der zitie­ren darf, nicht der Welt zu gefal­len son­dern Gott. Den das was sie machen hat nichts mit Gott­lie­be oder Nach­fol­ge Chri­sti zutun. Eher von Selbst­ver­wirk­li­chung. Dort wo das Sün­den­be­wusst­sein auf­hört, kommt es zum Pela­gia­nis­mus, dort wo man sich selbst erlö­sen möch­te. Des­halb ist es umso mehr unver­ständ­li­cher wie­so Fran­zis­kus gera­de die wie­der­ver­hei­ra­tet geschie­de­nen, die es nicht mit der Leh­re der Kir­che auf sich haben, aber unbe­dingt zur Hl. Kom­mu­ni­on möch­ten, als Pela­gia­ner zu bezeich­nen. Nun gut, in dem Pon­ti­fi­kat steht ja alles am Kopf.

        • @ Josef P.
          Dan­ke für Ihre wun­der­ba­re kom­pri­mier­te Zusam­men­fas­sung und die Erin­ne­rung dar­an, dass wir stets in Glau­be, Hoff­nung, Gebet und Lie­be ver­blei­ben müs­sen.

      • @ Petrus Magnus:
        Gebet war, ist und bleibt der Schlüs­sel zu Gott.
        Nein, es geht nicht unbe­dingt um die genaue Ein­hal­tung einer von mir auf­ge­zähl­ten Rei­hen­fol­ge — es geht um den Inhalt. Es braucht für einen guten katho­li­schen Glau­ben und für sämt­li­che Wer­ke und Taten der Got­tes- und Näch­sten­lie­be kaum mehr als den per­sön­li­chen Wil­len, das Knien vor Gott, das Gebet, die Bibel und die Sakra­men­te. Wie­vie­le Gläu­bi­ge oder auch Hir­ten ver­lie­ren sich dage­gen in irgend­wel­chen Dis­kus­sio­nen, Syn­oden, Kon­fe­ren­zen, Lehr­schrei­ben, Irr­leh­ren oder ver­schan­zen sich hin­ter irgend­wel­chen Per­so­nen, Posi­tio­nen, dem zeit­gei­sti­gen 2. vat. Kon­zil oder gar hin­ter säku­la­ren Zita­ten, anstatt nach Gott und sei­nem Wil­len zu fra­gen? Selbst­ver­ständ­lich müs­sen Sie — zum Heil Ihrer See­le — nicht zwin­gend alle von mir vor­ge­schla­ge­nen Bücher lesen. Mei­ne Auf­zäh­lung erhebt weder den Anspruch auf Voll­stän­dig­keit noch dar­auf der ein­zig rich­ti­ge Weg zu Gott zu sein. Was ich geschrie­ben habe, ist als Denk­an­stoß und als Hil­fe — nicht als „Beleh­rung“ gedacht. Sie kön­nen mei­ner Auf­zäh­lung unschwer ent­neh­men, wie wun­der­bar und reich­hal­tig unser katho­li­scher Glau­be ist. Der gött­li­chen Wahr­heit kann man sich nicht mehr ent­zie­hen, sobald man durch die Gna­de Got­tes im Hei­li­gen Geist geführt wird. Die Hei­li­gen sind unse­re Freun­de bei Gott. Wir sol­len und müs­sen sie nach­ah­men, denn unse­re himm­li­schen Für­spre­cher kön­nen uns nur dann hel­fen, wenn wir sie aus­drück­lich dar­um bit­ten. Wir dür­fen und sol­len Gott sogar um die­se oder jene Gna­de, wie er sie einst­mals dem Hei­li­gen XY auf Erden gewähr­te, bit­ten. Gott gewährt zum Heil der See­len Gna­den, falls wir ihn fle­hent­lich dar­um bit­ten und genau die­ses Bit­ten haben auch die Hei­li­gen zeit­le­bens immer wie­der prak­ti­ziert oder „kopiert“, sie­he „bit­tet und es wird euch gege­ben, suchet und ihr wer­det fin­den, klopf­et an und es wird euch aufgetan“.….Gnaden fal­len nicht ein­fach so — wie Regen oder Schnee — vom Him­mel. Ohne Kreuz kei­ne Gna­den ‑ohne Gna­den kein Kreuz! Jede ande­re Posi­ti­on ist öku­me­ni­scher oder pro­te­stan­ti­scher Natur, wovon ich mich aus­drück­lich distan­zie­re. Ich bin und blei­be katho­lisch — nichts wei­ter.

    • Sehr geehr­te Regi­na,
      was ver­ste­hen Sie unter einem auto­no­men Gewis­sen? Dan­ke für eine Ant­wort!

      • @Tuor-Earendil
        Ein auto­no­mes Gewis­sen bezeich­net die selbst­stän­di­ge Prü­fung und Ent­schei­dung des Ein­zel­nen ange­sichts von Feh­lern oder Sün­den. Da sei­tens der Amts­kir­che de fac­to kaum mehr über Sün­den gepre­digt wird, des­halb kaum mehr Schuld­be­wusst­sein wel­ches zur Beich­te führt, geweckt wird, wird die Sün­de und damit auch die Abso­lu­ti­on der Sün­den in der Beich­te als sol­che über­flüs­sig. Der Prie­ster ist zwar Seel­sor­ger, aber er darf sich auf­grund sei­nes eige­nen auto­no­men, — also selbst­stän­di­gen Gewis­sens — im Grun­de genom­men hin­sicht­lich der Füh­rung sei­ner Scha­fe selbst „über­flüs­sig“ — zur Neben­sa­che — machen. In der Fol­ge bedeu­tet dies: Auch die hei­li­gen Sakra­men­te ver­küm­mern damit zur Neben­sa­che oder zur Will­kür. Sie ver­lie­ren ihre Berech­ti­gung. Dies sind alles wei­te­re Schrit­te in Rich­tung: „Die Kir­che schafft erst Gott und damit sich selbst ab“. Ein auto­no­mes Gewis­sen im Sin­ne der selbst­ver­lieb­ten Fein­de Got­tes ist ein Gewis­sen, wel­ches über Gott steht und als gleich­wer­ti­ger Got­te­s­er­satz gilt. Nicht Gott, son­dern mein Gewis­sen sagt mir: Tue die­ses oder jenes oder las­se die­ses oder jenes. Das Gewis­sen ist mein Gott. Weil der Mensch alles mit sei­nem Gewis­sen und nicht mehr mit Gott regelt, ist Gott ‑eben­so wie der Prie­ster — über­flüs­sig. Es ist eine Art „Selbst­erlö­sung“, die durch ein auto­no­mes Gewis­sen — ähn­lich dem Öku­me­nis­mus — prak­ti­ziert wird. Ich habe die­sen Begriff benutzt, um mit ihm Sach­ver­hal­te iro­nisch oder gar sar­ka­stisch über­spitzt, dar­zu­stel­len.
        Man braucht sich die ein­fa­che Regel zu mer­ken: An die erste Stel­le tritt mein eige­nes Gewis­sen, an zwei­ter oder noch spä­te­rer Stel­le „taucht irgend­wann Gott auf“.….und die Beich­te wird voll­kom­men über­flüs­sig. Das unan­ge­neh­me Wort „Sün­de“ braucht des­halb nie­mand mehr in den Mund zu neh­men — dafür hat man ja das „auto­no­me Gewis­sen“.
        Sor­ry, für die „ellen­lan­ge Erklä­rung“. Ich hof­fe, ich konn­te Ihre Fra­ge ver­ständ­lich beant­wor­ten.

  6. Die Kir­che braucht wie­der einen Loren­zo Ganga­nel­li vul­go Papst Cle­mens XIV., der mit die­sem Orden auf­räumt.

  7. Unge­hört und uner­hört, was die­ser Jesu­it zu sagen „wagt“. Got­tes­furcht, eine der Gaben des Hei­li­gen Gei­stes, kennt man bei den Jesui­ten nicht mehr oder weist die­se wil­lent­lich ab. Wie kommt ein Jesui­ten­pa­ter in die luf­ti­ge Höhe der Erha­ben­heit und Deu­tungs­ho­heit über Got­tes Wort? Mir scheint, da hat wie­der einer den Hoch­ge­schwin­dig­keits­auf­zug „Gei­sti­ger Stolz“ betre­ten. Das Gedrän­ge dort hoch oben im Turm­zim­mer und auf der Platt­form „Herr über das Wort Got­tes“ nimmt zu.

  8. „Zunächst müß­te man eine schö­ne Über­le­gung dar­über begin­nen, was Jesus wirk­lich gesagt hat. “ Wirk­lich?
    Das hat­ten wir doch schon… „Die Schlan­ge war schlau­er als alle Tie­re des Fel­des, die Gott, der Herr, gemacht hat­te. Sie sag­te zu der Frau: Hat Gott wirk­lich gesagt: Ihr dürft von kei­nem Baum des Gar­tens essen?“ (Gen. 3,1)

  9. Pater Sosa beruft sich auf den Hei­li­gen Geist als auf eine „Unter­schei­dungs­hil­fe“, aber der Hei­li­ge Geist kann nie etwas ein­ge­ben, was im Wider­spruch zur über­lie­fer­ten Leh­re der Kir­che steht. Wenn die­ser „Hei­li­ger Geist“ einem eine ande­re Inter­pre­ta­ti­on der Wor­te Jesu in der Hei­li­gen Schrift ein­gibt, als die Kir­che uns lehrt, dann ist das kein Hei­li­ger Geist, son­dern ein böser Geist.

    • Armer Arturo Sosa! Wenn Sie erst jetzt anfan­gen wol­len, „eine schö­ne Über­le­gung dar­über begin­nen, was Jesus wirk­lich gesagt hat“, sind sie reich­lich spät dran. Was Sie for­dern, ist längst gesche­hen und zeigt, dass auch Ihnen als jesui­ti­schen Theo­lo­gen in höch­ster Ordens­funk­ti­on die Bibel­kennt­nis­se feh­len, die in heu­ti­ger Zeit eigent­lich für jeden katho­li­schen Lai­en unent­behr­lich sind.
      Sie sagen: „Zu jener Zeit hat­te nie­mand ein Auf­nah­me­ge­rät, um die Wor­te fest­zu­hal­ten. Was man weiß, ist, daß die Wor­te Jesus in den Kon­text zu stel­len sind. Sie sind in einer bestimm­ten Spra­che, in einem bestimm­ten Umfeld gesagt wor­den, sie sind an jemand bestimm­ten gerich­tet“.
      Was Sie zum angeb­lich feh­len­den „Auf­nah­me­ge­rät“ sagen, ist schlicht­weg falsch und was Sie sonst bemer­ken, sind Bin­sen­wahr­hei­ten aus dem Stu­di­en­be­reich „Ein­lei­tungs­wis­sen­schaf­ten für Erst­se­me­ster“. Da lernt man (zumin­dest in der öster­rei­chi­schen Stifts­hoch­schu­le in Hei­li­gen­kreuz), dass die zwölf Apo­stel, die Fami­lie Jesu, und nicht zuletzt Pau­lus in Jesus von Naza­reth den Sohn des all­mäch­ti­gen Gott­va­ters erkannt, an ihn geglaubt und von sei­nem Leben und sei­ner Leh­re siche­res Zeug­nis abge­legt haben, so dass die­se Bot­schaft über fast zwei Jahr­tau­sen­de hin­weg trotz aller moder­ni­sti­schen Ver­fäl­schungs­ver­su­che bis in die Gegen­wart reicht.
      Vor allem die Apo­stel Petrus Bar­jo­na, Johan­nes Zebedä­us und der Her­ren­bru­der Jako­bus sind die Garan­ten für die­se unver­fälsch­te Wie­der­ga­be der Fro­hen Bot­schaft ihres Herrn Jesu Chri­stus, der sei­ne Leh­re, wie bei Juden üblich, erst ein­mal im Gedächt­nis sei­ner Schü­ler, also in wech­sel­sei­tig jeder­zeit kon­trol­lier­ba­ren „Auf­nah­me­ge­rä­ten“ gesi­chert hat.

      Noch zu Leb­zei­ten hat er nach Rai­ner Ries­ner („Jesusu als Leh­rer“) für die Bewah­rung sei­ner Wor­te durch gebun­de­ne Sprach­ele­men­te, die erst bei der Rück­über­set­zung aus dem Grie­chi­schen ins Ara­mäi­sche, der Spra­che Jesu, sicht­bar wer­den, sowie durch mne­mo­tech­ni­sche Übun­gen und öffent­li­ches Pre­digt­trai­ning Sor­ge getra­gen. Sicher­lich hat man sich auch schon Noti­zen gemacht, wie jene, die in der sog. Berg­pre­digt gesam­melt vor­lie­gen, doch an ein end­gül­ti­ges Auf­schrei­ben war erst nach der voll­ende­ten Mis­si­on Jesu zu den­ken.

    • Fort­set­zung zu „Armer Arturo Sosa“!
      Gepre­digt wer­den muss­te ohne­hin frei, denn das gespro­che­ne Wort zähl­te mehr, als das geschrie­be­ne, so dass es wich­ti­ger erschien, Jesu Lehr­sät­ze mit­zu­ler­nen, sich ein­zu­prä­gen, sei­ne Aus­le­gun­gen und Pre­dig­ten zu ver­in­ner­li­chen und abzu­war­ten, was noch kommt, bevor man ver­früht mit dem Ver­schrift­li­chen begin­nen konn­te. Die Apo­stel Jesu waren im Gegen­satz zu den heu­ti­gen Rela­ti­vie­rern sei­ner Wor­te jung. Im Frei­en. wo sie unter der Auto­ri­tät Jesus vor­nehm­lich wirk­ten, waren vor­erst Auf­tre­ten, aktu­el­les Wis­sen und Rhe­to­rik gefragt. End­gül­tig Auf­ge­schrie­be­nes brauch­te man nicht. Solan­ge Jesus leb­te und lehr­te – auch in den Syn­ago­gen – und immer ver­füg­bar schien, wur­de von ihm auch von den Juden nichts Schrift­li­ches ver­langt. Das änder­te sich nach Tod und Auf­er­ste­hung, als man sich im Jün­ger­kreis des Gesamt­ge­sche­hens immer bewuss­ter wur­de und Fra­gen zu beant­wor­ten hat­te. Da durf­te nichts Fal­sches gese­hen und gesagt wer­den, da ging es um die Wahr­heit, „dass Jesus der Chri­stus ist, der Sohn Got­tes, und damit ihr durch den Glau­ben Leben habt in sei­nen Namen“ (Joh 20,30f.). Dar­um hat­ten sich die apo­sto­li­schen und fami­liä­ren Zeu­gen, allen vor­an die drei Säu­len Petrus, Johan­nes Zebedä­us und der Her­ren­bru­der Jako­bus, zusam­men mit Mat­thä­us, Tho­mas, Mar­kus und Lukas mit ihren ver­netz­ten „Auf­nah­me­ge­rä­ten“ zu küm­mern, und nie­mand sonst. Ande­res anzu­neh­men, wäre selbst am heu­ti­gen „Unsin­ni­gen Don­ners­tag“ absurd.
      Dar­um bleibt Goe­thes Lese­er­fah­rung auch heu­te noch gül­tig, die er Ecker­mann im letz­ten Gespräch elf Tage vor sei­nen Tod 1832 notie­ren hat las­sen: „Ich hal­te die Evan­ge­li­en alle vier für durch­aus echt; denn es ist in ihnen der Abglanz einer Hoheit wirk­sam, die von der Per­son Chri­sti aus­ging und die so gött­li­cher Art ist, wie nur je auf Erden das Gött­li­che erschie­nen ist. Fragt man mich, ob es in mei­ner Natur sei, ihm anbe­ten­de Ehr­furcht zu erwei­sen, so sage ich: Durch­aus! Ich beu­ge mich vor ihm als der gött­li­chen Offen­ba­rung des höch­sten Prin­zips der Sitt­lich­keit“

      • Der neue Jesui­ten­ge­ne­ral Sosa will Jesus neu inter­pre­tie­ren“? Und das Wort Glau­bens­leh­re mag er nicht beson­ders? Da ist wohl eine wei­te­re Fort­bil­dung spe­zi­ell für ihn not­wen­dig! Wie schau­ten also die sog. “Aufnahmegeräte“der Jün­ger aus?
        Die Apo­stel waren im Todes­jahr Jesu nicht viel älter als 20 Jah­re und hät­ten noch eine natür­li­che Lebens­er­war­tung von über 50 Jah­ren vor sich gehabt, wenn man sie nicht umge­bracht hät­te. Es ist viel­fach ver­sucht wor­den, sie als unge­bil­de­te Fischer hin­zu­stel­len, ihr Lebens­en­de zu ver­schlei­ern und sie mög­lichst früh ster­ben zu las­sen, wie den Zebed­ä­u­ssohn Johan­nes zusam­men mit sei­nem Bru­der Jako­bus (+44), um sie als Zeu­gen für das Zeug­nis Jesu aus­zu­schal­ten.
        Da fragt man sich: War­um wohl wären nach der Tra­di­ti­on der Kir­che alle apo­sto­li­schen Zeu­gen bis auf Johan­nes Zebedä­us eines frü­hen, gewalt­sa­men Todes gestor­ben, wenn sie für Ihn nicht öffent­lich Zeug­nis abge­legt hät­ten? Petrus, Andre­as, Jako­bus Alphä­us, Phil­ip­pus, Simon Zelo­tes und Bar­tho­lo­mä­us sind gekreu­zigt wor­den, Judas Thad­dä­us wur­de von Pfei­len durch­bohrt, der Her­ren­bru­der Jako­bus wur­de gestei­nigt, Tho­mas vom Speer durch­sto­ßen und Jako­bus Zebedä­us, Mat­thä­us und Pau­lus wur­den durch das Schwert hin­ge­rich­tet (vgl. Josh McDo­well, He wal­ked among us, 1993/Jesus von Naza­reth, 1995, S. 225). War­um ver­folg­te sie der Hass von Hei­den und Juden, wenn sie in deren Augen nichts Anstö­ßi­ges gepre­digt und schrift­lich hin­ter­las­sen hät­ten? Ihr Schick­sal wider­spricht damit jeder Vor­stel­lung von einer spä­ten, nicht­a­po­sto­li­schen Datie­rung der neu­te­sta­ment­li­chen Schrif­ten, deren Ver­fas­ser man ja für die glei­chen Ver­öf­fent­li­chun­gen kaum hät­te lau­fen las­sen!
        Nein! Es wäre naiv zu glau­ben, die Jün­ger Jesu, vor allem Petrus und Johan­nes hät­ten in der lan­gen Zeit zwi­schen 30 und 65 als Ver­ant­wort­li­che das Zeug­nis über die Erfah­run­gen ihres drei­jäh­ri­gen Lebens mit Jesus, sei­ner Leh­re, sei­nes Todes und sei­ner Auf­er­ste­hung nicht selbst gelei­stet, son­dern unwis­sen­den, spä­te­ren Genera­tio­nen über­las­sen hät­ten, die kei­ne Zeu­gen gewe­sen wären und damit kein Zeug­nis über Jesus hät­ten abge­ben kön­nen. Das haben kon­fes­sio­nell befan­ge­ne Bibel­for­scher behaup­tet, denen es über die Spät­da­tie­rung dar­auf ankam, aus kon­fes­sio­nel­len Grün­den die Wor­te Jesu über die Heils­not­wen­dig­keit von guten Wer­ken ent­wer­ten zu kön­nen. Daher hat man auch gesagt, die füh­ren­den Apo­stel sei­en dum­me, unge­bil­de­te Fischer und nie­mals in der Lage gewe­sen, Jesu Wor­te nie­der­zu­schrei­ben. Aber Jesu Jün­ger waren weder ein­fach, noch dumm, noch schreib­un­kun­dig, noch wel­t­u­n­er­fah­ren, noch arm (vgl. C.P.Thiede, Kai­ser)

        • Die Apo­stel des enge­ren Krei­ses um Jesus waren Söh­ne von mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­mern im gali­läi­schen Fische­rei­ge­wer­be, Män­ner david­scher Her­kunft mit baby­lo­ni­schem Exil­be­wusst­sein und ent­spre­chen­den Tra­di­tio­nen, mit Prie­stern in der Ver­wandt­schaft und Bezie­hun­gen zum Haus des Hohen­prie­sters – alles schrift­be­wuss­te Juden mit der im Syn­ago­gen­mi­lieu Gali­lä­as bereits aus­ge­bil­de­ten jüdi­schen „Grund­bil­dung“, die im Lesen, Schrei­ben, Memo­rie­ren und Aus­le­gen von Bibel­tex­ten die Qua­li­tät unse­rer Ele­men­tar­bil­dung haus­hoch über­rag­te. In die­sem für Kna­ben schon in der baby­lo­ni­schen Dia­spo­ra ent­wickel­ten Schul­un­ter­richt führt Aus­wen­dig­ler­nen und Abschrei­ben zu einer abso­lut zuver­läs­si­gen Text­über­lie­fe­rung über lan­ge Zeit­räu­me. Das zeigt die siche­re Text­tra­di­ti­on von alt­te­sta­ment­li­chen Tex­ten aus Qum­ran ver­gli­chen mit den ent­spre­chen­den mit­tel­al­ter­li­chen Abschrif­ten. Die­se Über­lie­fe­rungs­si­cher­heit muss erst recht für die kur­ze münd­li­che Tra­die­rungss­pha­se der Wor­te und Taten Jesu von höch­stens 12 Jah­ren zwi­schen Kreu­zi­gung und der Petruspre­digt des Jah­res 42/43 in Rom ange­nom­men wer­den.
          Wer sich eine Vor­stel­lung von der theo­lo­gi­schen Grund­bil­dung der Apo­stel wie jedes ganz nor­ma­len gali­läi­schen Juden zur Zeit Jesus bis zu sei­nem 18. Lebens­jahr machen will,sollte sich des­sen Jah­res­lehr­plä­ne an Hand eines hebräi­schen Alten Testa­men­tes vor Augen füh­ren. Dabei war für die ara­mä­isch spre­chen­den Buben Hebrä­isch eine Fremd­spra­che, die hebräi­sche Schrift eine Kon­so­nan­ten­schrift, wobei die Lau­te erst aus dem Satz­zu­sam­men­hang erschlos­sen wer­den muss­ten, bis sich Kon­so­nan­ten und Voka­le zu einem sinn­vol­len Wort for­men lie­ßen. Schon sehr früh hat­te der Vater die Grund­ele­men­te der reli­giö­sen Bil­dung an sei­nem Sohn wei­ter­zu­ge­ben, um die­sen zu befä­hi­gen, aktiv am Syn­ago­gen­got­tes­dienst teil­zu­neh­men. Sobald der Kna­be spre­chen konn­te, unter­rich­te­te ihn erst der Vater, dann der Syn­ago­gen­leh­rer in Hebrä­isch und lehr­te ihn die Tora. Mit zehn Jah­ren konn­te das Kind die Tora aus­wen­dig, mit zwölf Jah­ren die Tra­di­ti­on (Misch­na) in ihrer ein­fa­chen Form, ab zwölf Jah­ren hat­te er die Geset­ze und Gebo­te zu beach­ten, ab fünf­zehn erfolg­te die Aus­bil­dung im Tal­mud, der höhe­ren Tra­di­ti­ons­leh­re für die Aus­le­gung. Aus­wen­dig­ler­nen durch stän­di­ges lau­tes Lesen, pau­sen­lo­ses Wie­der­ho­len des Gelern­ten und des­sen Anwen­dung in Streit­ge­sprä­chen aus einem geschul­ten Gedächt­nis her­aus, Schlag­fer­tig­keit und sprach­li­cher Schliff auf der Grund­la­ge genaue­ster Kennt­nis­se der bibli­schen Tex­te und ihrer münd­li­chen Aus­le­gungs­va­ri­an­ten waren die Ele­men­te der reli­giö­sen Erzie­hung, wie sie auch Jesus und sei­ne Jün­ger im Eltern­haus und in der Syn­ago­ge erfah­ren hat­ten.

          • So viel zum Inter­view Gene­ral Sosas, den von ihm ange­mahn­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zu­sam­men­hän­gen der Bot­schaft Jesu und deren text­li­che Siche­rung, die von jenen Exege­ten, die an der Früh­da­tie­rung fest­ge­hal­ten haben,genau erforscht wor­den sind, auch von Jesui­ten, die sich noch nicht dem Irr­tum hin­ge­ge­ben hat­ten, die römisch-katho­li­sche Kir­che habe gera­de auf sie gewar­tet, um sich in eine ande­re Kir­che umfor­men zu las­sen, die den Not­wen­dig­kei­ten ver­än­der­ter Lebens­ver­hält­nis­se ent­spre­chen und dafür auch, wenn nötig, ent­ge­gen­ste­hen­de Wor­te Jesu auf dem Altar des Zeit­gei­stes opfern müs­se. Aber nicht nur von Jesu Worten,auch von einem Kir­chen­per­so­nal, das nach wie vor an Sei­nen Wor­ten fest­hält, trennt man sich ger­ne.
            Hier sei an die Ver­nich­tungs­feld­zü­ge gegen die fami­li­en­po­li­tisch enga­gier­ten Bischö­fe Mixa und Tebartz-van Elst unter Betei­li­gung der deut­schen Sek­ti­on des Jesui­ten­or­dens und des jesui­tisch besetz­ten Sekre­ta­ri­at der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz erin­nert. Dabei ging es nie um Inhal­te, wie schon Schlag­zei­len wie „Protz­bi­schof“ oder „Prü­gel­bi­schof“ bewei­sen, son­dern allein um per­sön­li­che Unter­stel­lun­gen und deren Skan­da­li­sie­rung zum Zwecke der Ver­nich­tung der bei­den Per­sön­lich­kei­ten, die wegen ihres tra­di­tio­nel­len Kir­chen­ver­ständ­nis­ses Objek­te einer gren­zen­lo­sen öffent­li­chen Her­ab­set­zung gewor­den sind.
            Nach­dem z.B. bekannt gewor­den war, dass der Papst Bischof Mixa Anfang Juli 2010 anzu­hö­ren gedach­te, sag­te der ehe­ma­li­ge Redak­ti­ons­lei­ter von Radio Vati­kan, der Jesu­it Pater Eber­hard von Gem­min­gen am 17. Juni im Main­zer „ZDF-Mor­gen­ma­ga­zin“ in Anspie­lung einen Kran­ken­haus­auf­ent­halt Mixas: „Bischof Mixa müss­te zur Wirk­lich­keit zurück­fin­den. Er ist auch ein kran­ker Mann, und des­we­gen ist es eigent­lich blö­de, wenn man so viel Lärm um ihn macht… er hat einen Wirk­lich­keits­ver­lust. .… Er muss weg“ (MM, 18.6., S.16)!
            Bischof Tebartz-van Elst muss­te wegen gan­zer 32 Mil­lio­nen Bau­ko­sten für eine archi­tek­to­nisch gelun­ge­ne und hoch­wer­ti­ge Reno­vie­rung von 12 Objek­ten am Lim­bur­ger Dom­berg unter täti­ger Mit­wir­kung von Jesui­ten aus St.Georgen/Frankfurt wei­chen! Und die jesui­ti­sche „Per­so­nal­po­li­tik“ geht weiter!Fritz Fischer lässt grü­ßen!

    • Erstaun­lich bleibt: Pater Sosa spricht zwei­mal nicht vom Kon­zils­geist, son­dern tat­säch­lich vom Hei­igen Geist Got­tes. Also scheint er zu wis­sen, dass es bei­de Gei­ster — den Hei­li­gen Geist Got­tes und den Unhei­li­gen will­kür­li­chen Zeit­geist — gibt.
      Wer­te Stel­la maris: Sei­en Sie unbe­sorgt: Nie­mals wider­spricht Got­tes Hei­li­ger Geist sei­ner eige­nen Kir­che, denn Gott, der Ewi­ge, der Treue und der All­mäch­ti­ge wider­spricht sich ‑gott­sei­dank — nie.

  10. Die Wor­te Got­tes und die Gebo­te Got­tes sol­len neu inter­pre­tiert war­den??? Selbst­ge­rech­tig­keit aber kei­ne Got­tes­furcht. Kyrie elei­son

  11. Ich mei­ne, dass der Jesui­ten­ge­ne­ral rich­tig argu­men­tiert. Es ist nicht alles schwarz-weiß und auch die Kir­che ist nicht abso­lut zu sehen. Man muss doch nur einen Blick in die Kir­chen­ge­schich­te wer­fen, um zu sehen, wie es immer schon ein­an­der wider­strei­ten­de Dok­tri­nen gege­ben hat. Jesu Wor­te müs­sen immer neu über­dacht und in die jewei­li­ge Zeit über­setzt wer­den. Wer das nicht wahr­ha­ben will, ver­kennt die Wirk­lich­keit — auch die Wirk­lich­keit der Kir­che.

    • Wer­ter Herr @ Aqui­na­si!
      Sie täu­schen sich gewal­tig, wenn Sie mei­nen, dass der Jesui­ten­ge­ne­ral rich­tig argu­men­tiert. Er liegt völ­lig falsch!
      Die Wirk­lich­keit der Welt ist nicht die Wirk­lich­keit des Rei­ches Got­tes, sonst wäre sein Reich von die­ser Welt. Das ist es aber nach Jesu Wort nicht, was für jeden Men­schen erkenn­bar ist.

      Die grund­sätz­li­che Ver­än­der­bar­keit der sog. Wirk­lich­keit erlaubt es jedem Men­schen, sie nach sei­nen mensch­li­chen Bedürf­nis­sen, die auch aus­ge­spro­chen sünd­haft sein kön­nen, zu gestal­ten. Sünd­haf­te Bedürf­nis­se ver­lie­ren nichts an Schwe­re, wenn sie von Mas­sen an Men­schen in glei­cher sünd­haf­ten Wei­se befrie­digt wer­den.
      Jesu Wor­te gehö­ren als geof­fen­bar­te Wahr­heit Got­tes dem Him­mel­reich an, das eben nicht von die­ser Welt ist. Sie wer­den bis heu­te aus Lie­be zu den Men­schen in mensch­li­cher Spra­che in die­se irdi­sche Wirk­lich­keit hin­ein gespro­chen, um die Men­schen zu befä­hi­gen, durch die Erkennt­nis der gött­li­chen Wahr­heit in der von bösen Mäch­ten und Gewal­ten gepräg­ten welt­li­chen Wirk­lich­keit den Weg zu Gott zu fin­den. Es gibt nur die­sen einen Weg zum Heil, den Jesus gewie­sen hat: „Ich bin der Weg, die Wahr­heit und das Leben; kei­ner kommt zum Vater, außer durch mich“ (Joh 14,6). Die­ser Weg der abso­lu­ten Treue zur Wahr­heit der Wor­te Jesu führt zwangs­läu­fig zu den vom Geist Got­tes inspi­rier­ten Zeug­nis der Augen- und Ohren­zeu­gen Jesu hin, das nicht durch Ver­weis auf welt­li­che Wirk­lich­kei­ten rela­ti­vier­bar ist! Wer näm­lich sein Leben an den mensch­li­chen Wirk­lich­kei­ten ori­en­tiert und nicht an der von Jesus Chri­stus geof­fen­bar­ten Wahr­heit über den Wil­len sei­nes gött­li­chen Vaters, wird den Weg ins Him­mel­reich ver­feh­len. Das aus Barm­her­zig­keit zuzu­las­sen und es gar dem durch Eigen­in­ter­es­sen gelei­te­ten Gewis­sen des Ein­zel­nen zu über­las­sen, kann nicht Auf­ga­be der Kir­che sein. Denn die­ser rela­ti­vier­te Weg ist nicht der Weg der Wahr­heit „über die Geschich­te Got­tes mit dem Menschen“(Ulrich Wilckens), son­dern der brei­te Weg ins Ver­der­ben.

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