Weißmann: Irritierender Satz, daß „alle Religionen sagen: Töten im Namen Gottes ist teuflisch“

Abbé Jacques Hamel (1930-2016) wurde am 26. Juli in der Pfarrkirche Saint-Etienne-du-Rouvray bei Rouen Opfer eines Ritualmordes, den zwei Islamisten der Dschihadmiliz Islamischer Staat (IS) ausführten.
Abbé Jacques Hamel (1930-2016) wurde am 26. Juli in der Pfarrkirche Saint-Etienne-du-Rouvray bei Rouen Opfer eines Ritualmordes, den zwei Islamisten der Dschihadmiliz Islamischer Staat (IS) ausführten.

„Bei der Mes­se zu Ehren von Pater Hamel, der einem isla­mi­sti­schen Atten­tat zum Opfer fiel, hat Papst Fran­zis­kus eine Andacht gehal­ten, in der er den Ermor­de­ten in die Tra­di­ti­on der Mär­ty­rer der frü­hen Chri­sten­heit stell­te. Ohne Zwei­fel eine ange­mes­se­ne Wür­di­gung. Um so irri­tie­ren­der der Satz, daß ‚alle Reli­gio­nen sagen: Töten im Namen Got­tes ist teuf­lisch.‘ “

Karl­heinz Weiß­mann, Histo­ri­ker und evan­ge­li­scher Theo­lo­ge, in der Wochen­zei­tung Jun­ge Frei­heit über die Hei­li­ge Mes­se zum Geden­ken an Abbé Jac­ques Ham­mel am 14. Sep­tem­ber 2016 in San­ta Mar­ta im Vati­kan.

Bild: MiL

3 Kommentare

  1. A l l e Welt­re­li­gio­nen: das tal­mu­di­sche Juden­tum, der Islam, der Hin­du­is­mus, erlau­ben bzw. gebie­ten sogar bedingt das Töten im Namen Got­tes, auch der als gewalt­frei gerühm­te Bud­dhis­mus (im Namen des Dhar­ma). Gewiss kennt auch die Bibel das Töten im Namen Got­tes, aber nicht als Auf­trag an die christ­li­che Gemein­de (Kir­che) im Bund der Gna­de — nicht zu ver­wech­seln mit der Obrig­keit in einem mehr­heit­lich christ­li­chen Staat. Das geht mE klar aus der Apo­stel­ge­schich­te und den Brie­fen der Apo­stel an die Gemein­den her­vor.

  2. Das bedeu­tet, daß jemand der eine so undif­fern­zier­te Aus­sa­ge zu den Reli­gio­nen macht, sei­ne Glaub­wür­dig­keit ins­ge­samt nicht gera­de erhöht.

Kommentare sind deaktiviert.