Als „Antwort“ auf Mord an Abbé Hamel beten Muslime in Kirchen

"Wenn die Hirten zu Wölfen werden"

Ventimiglia: "Symbolische Kommunion" für Muslime während der Heiligen Messe. Niemand machte auf die "Unhöflichkeit" aufmerksam, die Kopfbedeckung abzunehmen
Ventimiglia: "Symbolische Kommunion" für Muslime während der Heiligen Messe. Niemand machte auf die "Unhöflichkeit" aufmerksam, die Kopfbedeckung abzunehmen

(Rom/Paris) Als Reak­ti­on auf die Ermor­dung des katho­li­schen Prie­sters Jac­ques Hamel durch zwei Dschi­ha­di­sten des Isla­mi­schen Staa­tes (IS) rief der Con­seil fran­çais du cul­te musul­man (CFCM) die Mus­li­me in Frank­reich auf, am gest­ri­gen Sonn­tag in katho­li­sche Kir­chen zu gehen, um mit den „christ­li­chen Brü­dern gemein­sam zu beten“. Die Initia­ti­ve wur­de von den Islam­ver­bän­den in Ita­li­en über­nom­men. Von offi­zi­el­ler katho­li­scher Sei­te zeig­te man sich hoch­er­freut über die­se Geste, wäh­rend glau­bens­treue katho­li­sche Krei­se Beden­ken äußer­ten und über das Ergeb­nis ent­setzt sind.

Islamverbände laden sich selbst in Kirchen ein und bieten „Unterstützung“ an

„Von einem sehr schö­nen, enor­men Zei­chen“ sprach die Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz. Es sei das „Zei­chen“, auf das „wir gewar­tet haben“. Der Con­seil fran­çais du cul­te musul­man hat­te den Auf­takt gemacht. Er rief die Ima­me und die Mus­li­me auf, sich am „Sonn­tag­vor­mit­tag“, den 31. Juli in eine Kir­che — „nach Mög­lich­keit die nächst­ge­le­ge­ne“ —  zu bege­ben und an einer Mes­se teil­zu­neh­men, um „Soli­da­ri­tät und Bei­leid“ wegen der „fei­gen Ermor­dung“ von Abbé Jac­ques Hamel zum Aus­druck zu brin­gen. Es sei ein „erneu­tes“ Zei­chen der „mus­li­mi­schen Gemein­schaft Frank­reichs“, so die Islam­ver­tre­ter, um „unse­ren christ­li­chen Brü­dern“ die Unter­stüt­zung zum Aus­druck zu brin­gen. Am Tag dar­auf folg­te die Comu­ni­tà  reli­gio­sa isla­mi­ca ita­lia­na (COREIS), das ita­lie­ni­sche Pen­dant zum CFCM.

Aus Kra­kau kom­men­tier­te der Papst-Ver­trau­te, Bru­no For­te, Erz­bi­schof von Chie­ti-Vas­to und Vor­sit­zen­der der Kom­mis­si­on für den inter­re­li­giö­sen Dia­log der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz: „Ich glau­be, daß das ein sehr schö­nes Zei­chen ist, ein Zei­chen, auf das wir gewar­tet haben und das sagen will, daß die Gläu­bi­gen aller Reli­gio­nen, beson­ders Chri­sten und Mus­li­me, die Gewalt im Namen Got­tes ver­ur­tei­len, weil sie sie für falsch und im Wider­spruch zu jeder reli­giö­sen Inspi­ra­ti­on hal­ten.“

Auf der­sel­ben Wel­len­län­ge äußer­te sich auch Don Ivan Maff­eis, der Spre­cher der Bischofs­kon­fe­renz: „Es ist eine enor­me Geste, die alle ins Abseits beför­dert, die tren­nen wol­len, die eine Stra­te­gie des Ter­rors wol­len. Und auch jene, die dem Hei­li­gen Vater wider­spre­chen. Ich habe in die­sen Tagen sehr har­te Stel­lung­nah­men gele­sen, aber die Posi­ti­on der Kir­che ist klar, auch wenn das nicht alle tei­len.“

Der Imam der Gro­ßen Moschee von Rom, Omar Camil­let­ti erklär­te Radio Vati­kan, daß der Besuch von Kir­chen nicht eine ein­ma­li­ge Initia­ti­ve blei­ben, son­dern „öfter“ statt­fin­den sol­le.

Die inter­re­li­giö­se Maschi­ne lief sofort an. In etli­chen Städ­ten Frank­reichs und Ita­li­ens wur­den zwi­schen den inter­re­li­giö­sen Ver­ant­wort­li­chen bei­der Sei­ten kon­kre­te Orte und Zei­ten ver­ein­bart. Rund 23.000 Mus­li­me sol­len sich gestern, laut Medi­en­be­rich­ten, in katho­li­sche Kir­chen bege­ben haben. Die Fol­gen waren über­all bedenk­lich und zum Teil ein lit­ur­gi­sches Cha­os.

„Islamisches Gebet in Kirche zulassen, heißt Kirchen ausliefern“

Katho­li­sche Orga­ni­sa­tio­nen äußer­ten sofort star­ke Zwei­fel an der Initia­ti­ve. Die For­mu­lie­rung des fran­zö­si­schen Islam­ver­ban­des klin­ge so, als wür­den sie den Katho­li­ken ihren „Schutz“ anbie­ten. Das ent­spre­che der isla­mi­schen Gesell­schafts­auf­fas­sung, wonach die Chri­sten die Schutz­be­foh­le­nen der Mus­li­me sei­en.

Imam rezitiert in der Bischofskirche von Bari den Koran
Imam rezi­tiert in der Bischofs­kir­che von Bari den Koran

Soli­da­ri­tät und Bei­leid sei­en gut, war­um aber sol­len Mus­li­me dazu Kir­chen zur Mes­se auf­su­chen? Ris­cos­sa Cri­stia­na for­mu­lier­te deut­li­cher: „Die Ant­wort auf die Ermor­dung eines katho­li­schen Prie­sters wäh­rend der Hei­li­gen Mes­se soll es sein, daß die Mus­li­me in katho­li­schen Kir­chen beten? Isla­mi­sches Gebet in den Kir­chen zulas­sen, heißt, die Kir­chen dem Islam aus­zu­lie­fern. Laut isla­mi­schem Ver­ständ­nis gilt als isla­misch, wo nach dem Koran gebe­tet wird.“ Die Initia­ti­ve kön­ne daher auch als Mas­sen­über­nah­me katho­li­scher Kir­chen durch den Islam ver­stan­den wer­den.

Es sei unver­ständ­lich, daß es dem Islam erlaubt wer­de, wei­te­ren Boden zu gewin­nen und medi­al und kirch­lich hofiert zu wer­den, obwohl er nach dem Mord an Abbé Hamel durch Mus­li­me eigent­lich unter Druck ste­hen müß­te. Über­haupt sei es zwei­fel­haft, „Gläu­bi­ge einer frem­den Reli­gi­on in das Haus Got­tes zur Hei­li­gen Lit­ur­gie ein­zu­la­den und sie dar­in Gebets­hand­lun­gen durch­füh­ren zu las­sen“, so Ris­cos­sa Cri­stia­na.

„Der Priester von Rouen wurde nicht für Geld oder Macht ermordet“

Es kam in Wirk­lich­keit viel schlim­mer. Die inter­re­li­giö­sen Ver­ant­wort­li­chen der katho­li­schen Kir­che glaub­ten in man­chen Diö­ze­sen die sich selbst ein­la­den­den Mus­li­me in die Lit­ur­gie der Hei­li­gen Mes­se ein­bin­den zu müs­sen. Das Ergeb­nis war in eini­gen Kir­chen ein lit­ur­gi­sches Durch­ein­an­der, das bis zum Sakri­leg reich­te.

„Vor Beginn der Hei­li­gen Mes­se“, so die in aller Eile getrof­fe­ne Ver­ein­ba­rung zwi­schen dem Islam­ver­band und der Bischofs­kon­fe­renz, wer­den „Ver­tre­ter der COREIS in fol­gen­den Städ­ten in der Kir­che die Grü­ße an den Bischof bzw. den Pfar­rer über­brin­gen: Rom, Mai­land, Nova­ra, Genua, Vero­na, Son­d­rio, Ven­ti­miglia, Bre­scia, Vicen­za, Fer­mo, Sie­na, Pia­cen­za, Brin­di­si, Paler­mo und Agri­gent.“ Die Wirk­lich­keit sah dann ganz anders aus.

Die Ita­lie­ni­sche Bischofs­kon­fe­renz ließ ver­lau­ten: Die Anwe­sen­heit von Mus­li­men in katho­li­schen Kir­chen sei „eine kla­re Zurück­wei­sung des Fana­tis­mus, der zum Ter­ro­ris­mus und mör­de­ri­scher Bar­ba­rei führt.“ Sie sei eine „ent­schei­den­de Unter­stüt­zung“, um die Ter­ro­ri­sten zu iso­lie­ren. Die mus­li­mi­sche Prä­senz „beweist ohne Zwei­deu­tig­keit, daß kein Krieg der Reli­gio­nen im Gan­ge ist“, womit eine Aus­sa­ge von Papst Fran­zis­kus auf­ge­grif­fen und wie­der­holt wur­de.

Die­ser „dumm­drei­sten“ Behaup­tung, so Ris­cos­sa Cri­stia­na, ant­wor­te­te Pier Fran­ces­co Bor­gia in der Tages­zei­tung Il Giorna­le mit dem Auf­satz: „Der Prie­ster von Rou­en wur­de aber nicht für Geld oder Macht ermor­det.“

Kirchenverantwortliche „stottern und lallen“ vor dem Islam

Die Spra­che der Kir­chen­ver­ant­wort­li­chen wer­de durch „zuneh­men­des Gestot­ter und Gel­al­le“ ersetzt, so die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Sei­te Mes­sa in Lati­no. Die Ermor­dung von Abbé Hamel in der Nor­man­die und die „erbärm­li­che“ Reak­ti­on der der­zei­ti­gen Kir­chen­füh­rung dar­auf, las­se eine „besorg­nis­er­re­gen­de Bereit­schaft zur Unter­wer­fung unter den Islam erken­nen, um im Gegen­zug des­sen ‚Schutz‘ zu erhal­ten“, so Ris­cos­sa Cri­stia­na. „Das ist das genaue Gegen­teil des Evan­ge­li­ums von Jesus Chri­stus“.

Martyrium orientalischer Christen
Mar­ty­ri­um ori­en­ta­li­scher Chri­sten

Die Mas­sen­me­di­en berich­te­ten „so erwar­tungs­ge­mäß wie die Begei­ste­rung der Kir­chen­füh­rer war “, daß die Initia­ti­ve ein „gro­ßer Erfolg“ gewe­sen sei. „Eini­ge Tau­send Mus­li­me gin­gen von ihren Ima­men und Ver­bands­ver­tre­tern ange­führt in Kir­chen, wo zu Trä­nen gerühr­te Erz­bi­schö­fe, Bischö­fe und Prie­ster sie umarm­ten.“

Obwohl in der Ver­gan­gen­heit Bischö­fe mehr­fach ihre Prie­ster davor gewarnt hat­ten, Mus­li­me zu Kult­hand­lun­gen in Got­tes­häu­ser zu las­sen, weil die­se der Über­zeu­gung sind, daß ein Ort, an dem sich Mus­li­me ver­sam­meln und beten, auto­ma­tisch zu einem isla­mi­scher Ort wird, auf den sie Anspruch erhe­ben kön­nen. Unter dem Ein­druck der Ermor­dung von Abbé Hamel waren plötz­lich aber alle Beden­ken gefal­len. In den offi­zi­ell ver­ein­bar­ten Kir­chen konn­ten die Islam-Ver­tre­ter am Mikro­phon beten.

Obwohl anders ver­ein­bart, nah­men die Islam-Dele­ga­tio­nen auch an den Hei­li­gen Mes­sen teil. Im Dom von Bre­scia ver­stieg sich Don Mario Tof­f­ari, der Diö­ze­san­ver­ant­wort­li­che für die Migran­ten zufrie­den zur Aus­sa­ge: „Ich glau­be, das ist das erste Wun­der von Abbé Jac­ques.“

Wo keine Fernsehkameras waren, war auch kein Muslim zu sehen

Tat­sa­che ist, daß Mus­li­me nur dort gesich­tet wur­den, wo sie von ihren Ver­bands­ver­tre­tern her­be­or­dert und ange­führt wur­den. Dort, wo kei­ne Fern­seh­ka­me­ras und kei­ne Jour­na­li­sten auf das „mus­li­mi­sche Zei­chen“ war­te­ten, waren auch kei­ne Mus­li­me zu sehen.

„Es fällt schwer, die rich­ti­gen Wor­te ange­sichts sol­cher Nai­vi­tät und Feig­heit der Bischö­fe zu fin­den, die allen Ern­stes an die Ehr­lich­keit die­ser orga­ni­sier­ten PR-Akti­on der Islam-Ver­bän­de zu glau­ben schei­nen“, so Mes­sa in Lati­no.

Die Fol­ge der isla­mi­schen Selbst­ein­la­dung war „lit­ur­gi­sche Krea­ti­vi­tät“. In der Kathe­dra­le von Bari rezi­tier­te Imam Sharif Lorenz­i­ni, der Vor­sit­zen­de der Isla­mi­schen Gemein­schaft Ita­li­ens, vor 200 Katho­li­ken und 50 mit ihm erschie­ne­nen Mus­li­men einen Aus­schnitt aus dem Koran.

In Ven­ti­miglia erfand der zele­brie­ren­de Prie­ster in der Hei­li­gen Mes­se eine „sym­bo­li­sche Kom­mu­ni­on“ für die mit ihrem Imam anwe­sen­den Mus­li­me. „Der Prie­ster ver­teil­te wäh­rend der Mes­se sym­bo­lisch Brot­stücke an die mus­li­mi­schen Gläu­bi­gen.“ Die Katho­li­ken schei­nen so erstarrt vor den Mus­li­men, daß nie­mand die Mus­li­me bean­stan­de­te, obwohl eini­ge auch wäh­rend der Eucha­ri­stie­fei­er ihre Kopf­be­deckun­gen nicht abnah­men.

Katho­li­ken äußer­ten im Anschluß an das Spek­ta­kel ihr Unbe­ha­gen über die Anwe­sen­heit von Grup­pen von Mus­li­men, in der Regel nur Män­ner, in den Kir­chen. Kri­ti­siert wur­de auch, daß die katho­li­sche Kir­che es ohne Wenn und Aber akzep­tier­te, daß sich die Mus­li­me durch deren Ver­bands­füh­rer selbst ein­ge­la­den haben. „Müs­sen sie auch noch in unse­re Kir­chen und unse­re Mes­sen ein­drin­gen, um Soli­da­ri­tät zu zei­gen, obwohl ein Prie­ster von Mus­li­men ermor­det wor­den ist?“, so eine Katho­li­kin in Rom.

„Wenn die Hir­ten selbst zu Wöl­fen wer­den, Gna­de uns Gott – dann wird es zur Pflicht sich gegen sie zu erhe­ben“, heißt es in einem Kom­men­tar bei Mes­sa in Lati­no.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Mes­sa in Lati­no

1 Kommentar

  1. Wie sagt man so schön: bei die­sen Bil­dern und Mel­dun­gen dreht sich mir der Magen um. Unab­hän­gig davon, das katho­li­sche Kir­chen geweih­ter Boden sind und für christ­li­che reli­giö­se Hand­lun­gen gewid­met. Das Nach­äf­fen der Hei­li­gen Kom­mu­ni­on durch Ver­tei­lung von Brot­stück­chen ist ein Extra­ka­pi­tel.

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