Der Vatikan feiert zehn Jahre Amoris laetitia – und setzt dabei auffallend stark auf jene Kräfte, die schon unter Franziskus die synodale Neuordnung der Kirche vorangetrieben haben. Das nachsynodale Schreiben Amoris laetitia bildete den Auftakt zu einer ganzen Reihe höchst umstrittener Dokumente des bergoglianischen Pontifikats.
Mit Amoris laetitia wurden die überlieferte Sakramentenordnung und die Ehe- und Morallehre der Kirche in Frage gestellt, indem die Scheidung faktisch anerkannt wurde, womit die Unauflöslichkeit des Ehesakraments untergraben wurde und neben wiederverheirateten Geschiedenen auch andere irreguläre Beziehungen wie wildes Zusammenleben und Homo-Verbindungen bei der Zulassung zur Kommunion Anerkennung fanden, wodurch auch das Altarsakrament und das Bußsakrament lädiert wurden.
Rom steht in diesen Tagen ganz im Zeichen dieses Dokuments, das die katholische Kirche seit einem Jahrzehnt beschäftigt und spaltet. Vom heutigen 7. bis zum 14. Oktober 2026 versammelt Papst Leo XIV. im Vatikan die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen und die Oberhäupter der katholischen Ostkirchen, um zehn Jahre nach der Veröffentlichung des nachsynodalen Apostolischen Schreibens über die Familie Bilanz zu ziehen. Die Eröffnung der Versammlung erfolgt heute nachmittag um 16 Uhr.
Der offizielle Ton der Vorbereitungen ist pastoral und versöhnlich. Es geht um das „Evangelium mit den Familien heute“, um Zuhören, Unterscheidung und die Frage, wie die Kirche auf die „veränderte Lebenswirklichkeit“ der Familien reagieren soll.
Doch wer nicht nur auf die vatikanischen Formulierungen schaut, die besonders unter Franziskus teils verschleiernd waren, sondern auf die Namen schaut, stößt auf eine bemerkenswerte Kontinuität.
Unter den persönlich ausgewählten Teilnehmern finden sich zahlreiche Kardinäle und Bischöfe, die während des Pontifikates von Franziskus zu den prominentesten Vertretern einer synodalen und pastoral offenen Neuorientierung gehörten. Diejenigen, die in den vergangenen Jahren auf die lehramtlichen und sakramentalen Konsequenzen bestimmter Interpretationen von Amoris laetitia hingewiesen haben und warnten, spielen demgegenüber bei diesem Treffen keine vergleichbare Rolle. Die Progressiven füllen die vatikanischen Hallen, während die konservativen und traditionsverbundenen Kirchenvertreter draußen bleiben.
Das bedeutet nicht automatisch, daß Leo XIV. jede Position seines Vorgängers übernimmt. Es zeigt aber sehr wohl, welche Stimmen der neue Papst hören will, wenn in Rom über die Zukunft der Familienpastoral gesprochen wird.
Nicht nur das Dokument ist entscheidend – sondern auch seine Ausleger
Amoris laetitia wurde am 19. März 2016 von Papst Franziskus veröffentlicht. Von Anfang an entzündete sich die Kontroverse vor allem an jenen Passagen, die das Verhältnis von Gewissen, objektiver moralischer Norm, irregulären Lebenssituationen und dem Empfang der Sakramente betreffen. Eine besondere Bedeutung erhielt dabei die berüchtigte Fußnote 351.
Vier Kardinäle – Raymond Burke, Walter Brandmüller, Carlo Caffarra und Joachim Meisner – legten Franziskus im September 2016 fünf Dubia vor. Sie baten um Klarheit über die Vereinbarkeit bestimmter Punkte und Interpretationen von Amoris laetitia mit dem bisherigen kirchlichen Lehramt.
Eine Antwort erhielten die vier Kardinäle von Franziskus nicht. Dafür umso mehr Angriffe durch überzeugte Bergoglianer bis hin zur Forderungen, ihnen die Kardinalswürde abzuerkennen.
Damit blieb eine der entscheidenden Fragen des Franziskus-Pontifikates offen: Handelt es sich bei Amoris laetitia lediglich um eine Entwicklung und Vertiefung der bisherigen Lehre – oder führt die daraus hervorgegangene pastorale Praxis in bestimmten Bereichen faktisch zu einer grundlegenden Veränderung der kirchlichen Disziplin?
Zehn Jahre später wird diese Frage erneut aufgerufen. Allerdings geschieht dies nicht in Form einer klassischen lehramtlichen Auseinandersetzung. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf der Frage, wie Amoris laetitia „gelebt“ wurde. Ist dieser pastorale Zugang aber angemessen, wenn die grundsätzlichen Fragen noch ungeklärt sind?
Damit verschiebt sich der Akzent weiter im bergoglianischen Sinn: Nicht der Text und seine lehramtliche Bedeutung stehen im Mittelpunkt, sondern die pastoralen Prozesse, die sich aus ihm entwickelt haben. Franziskus baute sein ganzes Pontifikat auf dem Vorrang der Praxis gegenüber der Theorie auf, der Pastoral vor dem Dogma.
Und genau deshalb spielt die personelle Zusammensetzung des Treffens eine erhebliche Rolle.
Cupich, McElroy, Tobin: die amerikanische Achse
Zu besonderen kirchlichen Versammlungen, so auch bei Bischofssynoden, kann ein Papst persönlich Kirchenvertreter einladen. Diese Einladungen senden ein deutliches Signal aus, in welche Richtung das Kirchenoberhaupt denkt und welche Strömung er auf der Versammlung stärken will. Zu den persönlich ausgewählten Teilnehmern der heute begonnenen Versammlung gehören die amerikanischen Kardinäle Blase Cupich von Chicago, Robert McElroy von Washington und Joseph Tobin von Newark. Alle drei Purpurträger gehören zum progressiven Flügel der US-Kirche und sind Kreationen von Franziskus.
Gerade Cupich und McElroy gehören zu jenen amerikanischen Kirchenmännern, die Amoris laetitia in einer progressiven pastoralen Perspektive interpretiert haben. McElroy verband die Debatte über die Familienpastoral wiederholt mit der Homo-Frage, einer anderen progressiven Großbaustelle des bergoglianischen Pontifikats.
Auch Kardinal Tobin steht für diesen pastoralen Kurs, der den Schwerpunkt stark auf Aufnahme und Begleitung legt. In den USA wurden alle drei Kirchenmänner als McCarrick-Boys bekannt, die von Franziskus in die höchsten Positionen gehoben wurden. Auch darin läßt sich eine Kontinuität zum vorigen Pontifikat erkennen.
Es handelt sich also keineswegs um eine zufällige Auswahl amerikanischer Bischöfe. Hier sitzen Männer am Tisch, die in den vergangenen Jahren zu den markantesten Vertretern jener bergoglianischen Interpretation gehörten, welche Amoris laetitia als Ausgangspunkt für eine weitergehende pastorale Öffnung gegenüber Scheidung und Wiederverheiratung und Homo-Beziehungen verstand.
José Cobo und Fiducia supplicans
Noch deutlicher wird die Richtung beim spanischen Kardinal José Cobo, Erzbischof von Madrid.
Cobo gehört zu den prominenten Befürwortern der Synodalität und unterstützte Fiducia supplicans ausdrücklich, also jene nicht minder umstrittene Erklärung, mit der Homo-Segnungen in der Kirche etabliert wurden. Anfang 2024 erklärte er, Madrid werde die vatikanische Erklärung über Segnungen mit jener „Intensität“ anwenden, die das Dokument verlange. Zugleich wurden Priester der Erzdiözese ermahnt, die sich öffentlich gegen die Umsetzung ausgesprochen hatten.
Cobo ist damit nicht bloß Teilnehmer einer allgemeinen Familienkonferenz. Seine Präsenz steht für eine explizite Vorstellung davon, wie die Kirche mit sogenannten „irregulären“ Lebenssituationen umgehen soll: Abgrenzung, Verurteilung und Disziplin waren gestern, nun gehe es um „Begleitung“, Integration und pastorale Unterscheidung, also faktisch um die Anerkennung dessen, was die Kirche stets verurteilte.
Gerade deshalb ist seine persönliche Einladung durch Papst Leo XIV. bemerkenswert.
Am 10. Oktober wird Cobo den Themenblock über das Eheleben und die entscheidenden ersten Ehejahre eröffnen. Neben ihm spricht die argentinische Theologin María Marcela Mazzini.
Mazzini war bereits Teilnehmerin der Familiensynode von 2015 und beschrieb die von Franziskus angestoßene „Öffnung“ ausdrücklich als dauerhaften Veränderungsprozeß. In einem Interview von 2023 erklärte sie, Franziskus fördere eine dauerhafte Reform der Kirche und beschreite einen Weg mit Menschen, die „mit seinem Kirchenbild übereinstimmten“.
Man könnte die Einladungen nüchtern so formulieren: Der Reformprozeß wird unter Leo XIV. nicht abgebrochen, sondern personell weitergeführt.
Synodalität als Methode – und als Programm
Bereits der erste Tag des Treffens macht die Richtung deutlich. Neben Leo XIV. treten Kardinal Mario Grech, Generalsekretär des Synodensekretariates, und Kardinal Kevin Farrell auf. Die Meditation hält Schwester Helen Alford OP, die Franziskus 2023 zur Vorsitzenden der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften ernannt hatte.
Auch die Arbeitsweise ist bezeichnend. Auf die einführenden Vorträge folgen Kleingruppen und sogenannte „Gespräche im Geist“. Die Ergebnisse werden anschließend zusammengetragen und gemeinsam weiterberaten. Damit wird die umstrittene Methode selbst zu einem Teil der Botschaft.
Die Frage lautet nicht nur: Was sagt die kirchliche Lehre? Sie lautet vielmehr: Wie wurde Amoris laetitia in den Ortskirchen aufgenommen? Welche Erfahrungen wurden gemacht? Welche pastoralen Prozesse sind entstanden? Was muß angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen weiterentwickelt werden?
Diese Verschiebung vom Lehrsatz zur pastoralen Erfahrung gehört zu den charakteristischen Merkmalen der Franziskus-Zeit. Und Leo XIV. führt dies auf der strukturellen Ebene unverändert fort.
„Prozessualität“, Anpassung und Verhandlung
Besonders deutlich tritt diese Denkweise beim italienischen Theologen Vincenzo Rosito hervor. Er lehrt am Päpstlichen Theologischen Institut Johannes Paul II. für Ehe- und Familienwissenschaften in Rom und ist dort Studiendirektor. Dieses Institut war vom polnischen Papst ausdrücklich zur Verteidigung von Ehe und Familie gegründet worden. Franziskus ernannte im Sommer 2016 jedoch Kurienerzbischof Vincenzo Paglia, um das Institut bergoglianisch umzubauen. Der Grund dafür war, daß die Vertreter des Instituts im Zuge der beiden Familiensynoden von 2014 und 2015 massiven Widerstand gegen die progressiven Neuerungen leisteten. Das wollte Franziskus beenden und er ließ das Institut einem Radikalumbau unterziehen.
Am 8. Oktober wird Rosito gemeinsam mit Kardinal Filipe Neri Ferrão den ersten großen Themenblock über die heutige Familie eröffnen. Rosito beschrieb Synodalität bereits als „Prozessualität“ und verwendete dabei Begriffe wie Anpassung, Improvisation und Verhandlung. Veränderungen der gesellschaftlichen Wirklichkeit müßten demnach nicht einfach verurteilt, sondern verstanden und in einem Prozeß gemeinsamer Unterscheidung bearbeitet werden. Kurzum, die kirchliche Lehre habe sich den Veränderungen anzupassen, weil diese kraft ihrer selbst, also durch die Macht des Faktischen, als eine Form göttlicher Emanation zu verstehen und anzuerkennen seien.
Als Beispiele wurden von Rosito der Rückgang der sakramentalen Beichte und die zunehmende Verbreitung des Zusammenlebens ohne Ehe angeführt. Hier liegt auch einer der neuralgischen Punkte des gesamten Unternehmens.
Denn die katholische Kirche steht zweifellos vor einer veränderten gesellschaftlichen Wirklichkeit. Aber aus der Tatsache, daß eine bestimmte Praxis gesellschaftlich verbreitet ist, folgt noch lange nicht ihre moralische oder sakramentale Legitimität.
Das Evangelium hat die Welt zu bekehren – nicht die Welt das Evangelium. Doch mit Hilfe der Dialektik wird versucht, selbst diese ehernen Grundsätze aufzulösen.
Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob „pastorale Anpassung“ eine kluge Form der Evangelisierung oder eine schleichende Anpassung der kirchlichen Norm an gesellschaftliche Verhältnisse bedeutet.
Der australische Synodalismus
Am 9. Oktober wird Erzbischof Timothy Costelloe von Perth, Vorsitzender der Australischen Bischofskonferenz, über Jugendliche und die Berufung zur Ehe sprechen.
Costelloe gehört zu den prominenten australischen Vertretern des „synodalen Weges“. In einem Interview vom September 2026 erklärte er, er sei besonders von Leos Betonung eines „Stiles der Synodalität“ beeindruckt.
Darunter versteht er eine Haltung des tiefen Zuhörens und der Bereitschaft, durch den anderen zu erkennen, was der Heilige Geist sagen könnte.
Auch hier zeigt sich die Kontinuität: Leo XIV. übernimmt nicht einfach die Schlagworte seines Vorgängers, hält aber an einem zweifelhaften zentralen methodischen Instrument der Franziskus-Zeit fest.
Pablo David und die Grenzen der traditionellen Sakramentenlehre
Am 12. Oktober steht das Thema „In den Schwierigkeiten des Lebens: begleiten und unterstützen“ auf dem Programm. Eingeladen ist Kardinal Pablo Virgilio Siongco David, Bischof von Kalookan auf den Philippinen. Gemeinsam mit der Theologin Julie Hanlon Rubio führt er in diesen Themenblock ein.
David gehört zu den entschiedenen Befürwortern des synodalen Modells und unterstützte auch Fiducia supplicans. Darüber hinaus hat er mit Äußerungen zur Eucharistie und zu Gestalten der neutestamentlichen Überlieferung für erhebliche Diskussionen gesorgt.
Gerade bei einem Treffen, das sich mit dem Umgang der Kirche mit schwierigen Lebenssituationen beschäftigt, sticht die päpstliche Einladung an ihn ins Auge. Denn die Frage nach der Barmherzigkeit läßt sich nicht von der Frage nach der Wahrheit trennen.
Die Kirche begleitet den Sünder nicht dadurch, daß sie die Sünde umbenennt und damit faktisch anerkennt. Sie begleitet ihn, indem sie ihn zur Umkehr und damit zur Wahrheit führt. Doch das erscheint vielen zu mühselig. Wahrscheinlicher jedoch ist, was nüchtern angemerkt werden muß, daß sie selbst nicht mehr an die kirchliche Lehre glauben.
Julie Hanlon Rubio: „Queer“ als Subjekt katholischer Familienlehre
Auch die Auswahl der amerikanischen Theologin Julie Hanlon Rubio ist programmatisch. Rubio veröffentlichte 2021 gemeinsam mit Barbara Anne Kozee bei New Ways Ministry, einer US-amerikanischen LGBT-Organisation, die Homo-Lobbyismus im katholischen Umfeld betreibt, einen Beitrag über LGBTQ-Jugendliche und die katholische Familienlehre. Darin vertrat sie die Auffassung, daß katholische Theologie beginne, „queere“ Jugendliche als Subjekte innerhalb der Lehre über die Familie zu verstehen.
Zugleich sah sie in Amoris laetitia die Grundlage für einen stärker inklusiven und handlungsorientierten Ansatz. Rubio ist also keineswegs eine zufällige akademische Stimme. Ihre Veröffentlichungen befassen sich seit Jahren mit Familienethik, Sexualität und den Folgen von Amoris laetitia im radikalprogressiven Sinn.
Ihre Einladung zeigt deshalb, welche Art von „Begleitung“ in diesem Zusammenhang als theologisch relevant angesehen wird.
Und wer fehlt?
Mindestens ebenso aufschlußreich wie die Namen auf der Liste sind jene, die fehlen.
Keiner der vier Kardinäle, die 2016 die Dubia zu Amoris laetitia einreichten – Burke, Brandmüller, Caffarra und Meisner –, gehört zu den persönlich eingeladenen Stimmen. Zwei von ihnen sind verstorben, aber zwei leben noch.
Auch die späteren Unterzeichner der zweiten Dubia-Initiative finden sich nicht in dieser Gruppe. Gleiches gilt für Kardinal Gerhard Müller und Erzbischof Charles Chaput, die beide die traditionelle sakramentale und moraltheologische Lesart gegenüber weitergehenden Interpretationen verteidigten.
Natürlich sind die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen kraft ihres Amtes vertreten. Dadurch ist eine gewisse Pluralität gewährleistet. Doch gerade bei den persönlich ausgewählten Teilnehmern ist die Auswahl auffällig progressiv und bergoglianisch.
Die Verteidiger der überlieferten Lehre und die Kritiker an Amoris laetitia sind sicher auch vertreten, spielen aber organisatorisch keine erkennbare Rolle. Die synodale Rezeption des Dokumentes dagegen umso mehr.
Kein neuer Bruch – sondern eine direkte Fortsetzung?
Der neue Papst hat natürlich das Recht und die Pflicht, die Kirche nach seinem eigenen Verständnis zu führen. Auch die offizielle vatikanische Darstellung des Treffens betont nicht eine Änderung der Lehre, sondern die Evangelisierung der Familien und die Notwendigkeit, auf die dramatischen Veränderungen der Familienwirklichkeit zu reagieren.
Und tatsächlich enthält das Programm durchaus klassische katholische Themen: die Berufung zur Ehe, die ersten Jahre des Ehelebens, die Weitergabe des Glaubens in der Familie und die Familie als Trägerin der Evangelisierung.
Leo XIV. hätte das zehnjährige Jubiläum von Amoris laetitia auch dazu nutzen können, die offenen lehramtlichen Fragen ausdrücklich zu klären. Statt dessen steht, soweit durch die Vorbereitungen absehbar, die pastorale Rezeption des Dokumentes im Mittelpunkt.
Das Treffen soll herausfinden, was in den Ortskirchen „gelebt“ wurde und welche nächsten Schritte daraus folgen sollen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Leo XIV. Franziskus kopiert. Die entscheidende Frage lautet, ob die von Franziskus angestoßenen Prozesse nun unter Leo XIV. institutionell verstetigt werden. Die Zusammensetzung des Treffens spricht jedenfalls für eine erhebliche Kontinuität.
Die offene Wunde von „Amoris laetitia“
Zehn Jahre nach Amoris laetitia ist die Debatte deshalb keineswegs beendet. Sie ist vielmehr in eine neue Phase eingetreten.
Damals ging es um Fußnote 351, um die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, um das Verhältnis von objektiver Norm und subjektiver Gewissensentscheidung.
Heute geht es um die viel größere Frage, ob die daraus entstandene pastorale Praxis zum Ausgangspunkt einer dauerhaften Veränderung der kirchlichen Ordnung werden soll.
Die Begriffe haben sich verändert. Aus „Kommunion“, „Gewissen“ und „irregulären Situationen“ sind „Begleitung“, „Inklusion“, „Prozeß“, „Synodalität“ und „pastorale Unterscheidung“ geworden.
Doch die theologische Grundfrage bleibt dieselbe: Kann sich die pastorale Praxis verändern, ohne daß sich damit – ausdrücklich oder stillschweigend – auch das Verständnis der kirchlichen Lehre verändert?
Das Treffen vom 7. bis zum 14. Oktober wird einen zentralen Hinweis darauf geben, in welche Richtung Rom gegenwärtig zu hören bereit ist. Entscheidend wird dann sein, ob die „Synodalität“ lediglich eine Methode des Zuhörens bleibt – oder ob sie zum Instrument wird, mit dem aus pastoralen Erfahrungen schrittweise neue kirchliche Normen entstehen.
Am 14. Oktober wird Leo XIV. die heilige Messe zelebrieren und anschließend den Abschlußbericht des Treffens entgegennehmen. Eines steht schon fest: Die personelle Welt der Franziskus-Zeit ist in Rom keineswegs verschwunden. Sie sitzt weiterhin zentral am Tisch.
Aufgrund dieser sich abzeichnenden Entwicklung rief Prof. Roberto de Mattei Papst Leo XIV. auf, die Gelegenheit dieses Treffens zu nützen, um die nötigen Korrekturen an Amoris laetitia vorzunehmen und eine Kursänderung einzuläuten. Wird es dazu kommen?
Daran jedenfalls wird man das Pontifikat von Leo XIV. zu messen haben.
Text: Giuseppe Nardi
Bild: Katholisches.info
Mich langweilt das nur mehr. Es erinnert mich an die Abhandlung der Herrscher im Buch der Könige. König x tat, was dem Herrn missfiel. Er wurde so und so bestraft. Er herrschte so und so viele Jahre. Danach wurde y an seiner Stelle König.
König y tat, was dem Herrn missfiel …
In der Regel ist es doch so, daß staatlich Geschiedene und eventuell ebenso „Wiederverheiratete“, aber kirchlich und in Wahrheit erstverheiratet sind und bleiben, sich wenig um kirchliche Lockangebote kümmern. Der ganze Unfug von AL interessiert absolut nur wenige, die in irregulären sündigen Situationen leben. Allein schon deswegen ist AL ein Schlag ins Wasser bzw. ein Schuß der nach hinten losgeht.
Einige Herren Hirten leben in ihrer eigenen Scheinwelt von schmierigen Höflingen umgeben, anscheinend von allen guten Geistern verlassen. Durch ihre falsche Barmherzigkeit richten sie sich selbst.
Papst Leo wird bzgl. AL wohl kaum als Bruchpilot agieren, sondern womöglich, hoffentlich, das Ganze schlußendlich zu einer weichen Landung bringen. Es wird der Tag kommen, an dem die jetzigen Verfechter von AL davon nichts mehr davon wissen wollen.
„Der Vatikan feiert zehn Jahre Amoris laetitia“. Was gibt es da zu feiern? Vielmehr sollte man im Vatikan in sich gehen und schleunigst sämtliche dubiosen Stellen aus diesem verhängnisvollen Dokument entfernen oder es gleich ganz zurückziehen. Zuallererst ist Papst Leo XIV. gefordert, von dem sich rechtgläubige Katholiken wünschen, daß er endlich seine Fixierung auf das bergoglianische Unheilspontifikat überwindet, abstrichslos katholisch wird und entsprechend handelt.
Die Unauflöslichkeit der Ehe besteht de facto nur noch auf dem Papier – und auch das könnte sich nun ändern. Der Offenbarung widerspricht all dies jedoch schon heute, und es ist unsere Pflicht, dies tapfer zu bekennen – um Christi willen.
Nur wegen der Fortpflanzung hat Gott zwei Geschlechter geschaffen, denVon Gott her gesehn Mann Adam und aus ihm heraus das Weib Eva und mit ihm das edelste Wesen, die Mama.
Von Gott her gesehen gibt es nur zwei richtige Lebenswege, Ehe oder Zölibat.