Bergoglio wird niemals heiliggesprochen werden

Die Ankündigung


Papst Franziskus dürfte nie zu den Altären erhoben werden, denkt Caminante Wanderer und sieht sich beruhigt.
Papst Franziskus dürfte nie zu den Altären erhoben werden, denkt Caminante Wanderer und sieht sich beruhigt.

Von Cami­nan­te Wanderer*

Am 8. April gaben das Bis­tum Quil­mes zusam­men mit der argen­ti­ni­schen Pro­vinz der Gesell­schaft des Gött­li­chen Wor­tes eine gemein­sa­me Mit­tei­lung bekannt. (Sie­he dazu den Bei­trag Wider­ruf des Nihil Obstat im Selig­spre­chungs­pro­zeß).

Es ist eine sehr gute Nach­richt, die erneut bestä­tigt, daß Papst Leo XIV. nach und nach und in dem Tem­po, das er für ange­mes­sen hält, die Miß­stän­de, Ver­wick­lun­gen und Fehl­ent­wick­lun­gen heilt, die sein Vor­gän­ger hin­ter­las­sen hat. Auf die­se Wei­se soll­te die Vati­ka­ni­stin Eli­sa­bet­ta Piqué ihren gro­ben Irr­tum über die behaup­te­te „abso­lu­te Kon­ti­nui­tät“ zwi­schen bei­den Pon­ti­fi­ka­ten eingestehen.

Die­ses unver­ständ­li­che Selig­spre­chungs­ver­fah­ren für Msgr. Jor­ge Novak, Ver­tre­ter des kirch­li­chen Links­pro­gres­sis­mus in Argen­ti­ni­en, wur­de 2017 auf Initia­ti­ve von Papst Fran­zis­kus eröff­net, der es vor­an­ge­trie­ben und beschleu­nigt hat­te. Indes­sen wird nun ver­hin­dert, daß er in das Ver­zeich­nis der Hei­li­gen auf­ge­nom­men wird, weil er einen Prie­ster gedeckt habe, der des sexu­el­len Miß­brauchs beschul­digt wur­de. Die Mit­tei­lung nennt die­sen Prie­ster ver­ständ­li­cher­wei­se nicht, doch könn­te man mit gewis­ser Plau­si­bi­li­tät anneh­men, daß es sich um P. Hec­tor Pared han­delt, der im Gefäng­nis an HIV starb. Dies wäre jedoch nicht der ein­zi­ge Fall einer mut­maß­li­chen Ver­tu­schung durch Novak gewe­sen. Sehen wir uns das näher an:

Ein jun­ger Mann namens Ruben Par­do hat­te bereits wäh­rend sei­ner Zeit als Novi­ze der Kamil­lia­ner eine Rei­he pro­ble­ma­ti­scher sexu­el­ler Ver­hal­tens­wei­sen an den Tag gelegt. Er wur­de daher aus dem Orden aus­ge­schlos­sen und gelang­te in die Diö­ze­se Quil­mes. Dort absol­vier­te er sei­ne Aus­bil­dung im diö­ze­sa­nen Prie­ster­se­mi­nar, des­sen Rek­tor Mar­ce­lo Colom­bo war, der heu­ti­ge Erz­bi­schof von Men­do­za und Vor­sit­zen­de der Argen­ti­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz. Die­ser räum­te ein, daß Par­do „selt­sa­me Ver­hal­tens­wei­sen und Eigen­ar­ten“ gezeigt habe, den­noch wur­de er von „Vater Bischof“ Jor­ge Novak zum Prie­ster geweiht. Kurz dar­auf beging der inzwi­schen zum Prie­ster gewor­de­ne Par­do sexu­el­len Miß­brauch an Jugend­li­chen in den Pfar­rei­en San Caye­t­a­no und Cara­cupá. In die­sen Fäl­len wur­de von Novak ver­mut­lich alles ver­tuscht, der sich dar­auf beschränk­te, ihn jeweils nur an ande­re Ein­satz­or­te zu versetzen.

Im Jah­re 2002 beging Ruben Par­do einen schwe­ren sexu­el­len Miß­brauch an einem 15jährigen Jugend­li­chen namens Gabri­el Fer­ri­ni. Die Ein­zel­hei­ten des Fal­les kön­nen in die­sem Link nach­ge­le­sen wer­den. Zu die­sem Zeit­punkt war seit einem Jahr Msgr. Luis Stöck­ler Bischof von Quil­mes, der – nach­dem die ver­zwei­fel­te Mut­ter des Jugend­li­chen Anzei­ge erstat­tet hat­te – das tat, was Bischö­fe damals häu­fig taten: Er deck­te den Täter, indem er ihn in die Erz­diö­ze­se Bue­nos Aires ver­setz­te und den Behör­den gegen­über den Auf­ent­halts­ort verschwieg.

All dies ist bereits bekannt, da der Fall sei­ner­zeit von argen­ti­ni­schen Print- und Rund­funk­me­di­en auf­ge­grif­fen wur­de. Doch die Mit­tei­lung des Dik­aste­ri­ums für die Selig- und Hei­lig­spre­chungs­pro­zes­se stellt einen wich­ti­gen Prä­ze­denz­fall dar, der nicht unbe­ach­tet blei­ben kann: Der Hei­li­ge Stuhl wird kei­ne Selig­spre­chungs­ver­fah­ren eröff­nen für Katho­li­ken, die­ver­däch­tigt wer­den, Prie­ster mit Miß­brauchs­vor­wür­fen gedeckt zu haben. „Und ich sage ‚ver­däch­tigt‘, weil sich der Fall Novak auf­grund eines ‚mög­li­cher­wei­se‘ nicht durch­ge­führ­ten kano­ni­schen Ver­fah­rens in Luft auf­löst. Folg­lich wird, wenn die­se wei­se Poli­tik bei­be­hal­ten wird, der Selig­spre­chungs­pro­zeß für Papst Fran­zis­kus nie­mals eröff­net wer­den. Das Anstre­ben eines sol­chen Ver­fah­rens ist eine Dro­hung, die eini­ge sei­ner Wit­wen laut­stark wiederholen.

Tat­säch­lich deck­te Berg­o­glio meh­re­re kle­ri­ka­le Miß­brauchs­tä­ter. Der bekann­te­ste und öffent­lich­ste Fall war der von Msgr. Gustavo Zan­chet­ta, den er im Vati­kan schütz­te, indem er für ihn eine Ad-hoc-Stel­le in der Güter­ver­wal­tung des Apo­sto­li­schen Stuhls schuf und ihm spä­ter das ermög­lich­te, was prak­tisch einer Flucht aus sei­ner Haft in Sal­ta gleichkam.

Aber Berg­o­glio deck­te zusam­men mit Msgr. Stöck­ler auch Ruben Par­do, da er ihn in Bue­nos Aires auf­nahm und ihn ins Prie­ster­heim in der Cal­le Cond­ar­co im Stadt­teil Flo­res schick­te, wie die­sem Pres­se­be­richt zu ent­neh­men ist. Eini­ge älte­re Prie­ster berich­ten, daß Par­do sich bei einer Poli­zei­raz­zia dort in einem Schrank ver­steck­te und entkam.

All dies war Berg­o­glio bekannt, der dem Sicher­heits­per­so­nal des Erz­bis­tums Bue­nos Aires anord­ne­te, den Ange­hö­ri­gen von Par­dos Opfer den Zutritt zu ver­wei­gern, damit sie kei­ne Anzei­ge beim diö­ze­sa­nen Gericht erstat­ten konnten.

Sei­en wir also beru­higt: Zumin­dest vor­erst wird Berg­o­glio nie­mals zu den Altä­ren erho­ben wer­den kön­nen. Und es lohnt, sich an eine Anek­do­te zu erin­nern, die sein erster – und dann ver­schwie­ge­ner – Bio­graph, der ver­stor­be­ne Omar Bel­lo, der ein Freund des dama­li­gen Erz­bi­schofs von Bue­nos Aires war, in sei­nem Buch erzählt.

Er berich­tet, daß er Berg­o­glio ein­mal – in Kennt­nis sei­nes Macht­stre­bens – frag­te: ‚Die höch­ste Posi­ti­on in der Kir­che ist die des Pap­stes. Haben Sie die Absicht, die­se zu errei­chen?‘ Wor­auf Berg­o­glio ant­wor­te­te: ‚Die höch­ste Posi­ti­on ist die des Heiligen.‘

Zwei abschlie­ßen­de Fragen:

  • Der Fall Berg­o­glio läßt sich rela­tiv ein­fach lösen, aber was tun wir mit dem hei­li­gen Johan­nes Paul II.? Oder gilt etwa die Ver­tu­schung von Mar­cial Maciel nicht?
  • Ist es kon­se­quent, daß die Kir­che ein Selig­spre­chungs­ver­fah­ren wegen Ver­tu­schung stoppt und gleich­zei­tig zuläßt, daß Msgr. Mar­ce­lo Colom­bo wei­ter­hin als Erz­bi­schof und Vor­sit­zen­der der Argen­ti­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz tätig ist, obwohl er – als Ver­ant­wort­li­cher für die Prie­ster­aus­bil­dung von Rubén Par­do und trotz der erkann­ten pro­ble­ma­ti­schen Ver­hal­tens­wei­sen – ihn den­noch für die Prie­ster­wei­he emp­foh­len hat?

*Cami­nan­te Wan­de­rer ist ein argen­ti­ni­scher Phi­lo­soph und Blogger.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cami­nan­te Wanderer

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