Ist Franziskus Papst? Zweifel und Widersprüche

Ein Pontifikat mit vielen Fragezeichen. Der Versuch, den Durchblick zu behalten


Ist Franziskus der Papst oder ist er es nicht? Diese Frage stellen sich immer mehr Katholiken. Eine Anlayse von Prof. Roberto de Mattei.
Ist Franziskus der Papst oder ist er es nicht? Diese Frage stellen sich immer mehr Katholiken. Eine Anlayse von Prof. Roberto de Mattei.

Von Rober­to de Mattei*

Anzei­ge

Der elf­te Jah­res­tag des Pon­ti­fi­kats von Fran­zis­kus rückt näher, und von vie­len Sei­ten wer­den beun­ru­hi­gen­de Fra­gen gestellt: Ist der amtie­ren­de Papst recht­gläu­big oder ist er in die Häre­sie abge­rutscht? Und wenn letz­te­res der Fall ist, ist er dann noch Papst? Und wenn er sein Pon­ti­fi­kat nicht wegen Ket­ze­rei ver­lo­ren hat, könn­te er es dann wegen eines kano­ni­schen Feh­lers im Zusam­men­hang mit sei­ner Wahl oder dem Rück­tritt von Bene­dikt XVI. ver­lo­ren haben?

In Ita­li­en ist die Debat­te vor allem nach der Ver­brei­tung der The­sen des Jour­na­li­sten Andrea Cionci ent­brannt, der behaup­tet, Bene­dikt XVI. habe auf das Pon­ti­fi­kat nur zum Schein ver­zich­tet, um den Usur­pa­tor und Anti­chri­sten Jor­ge Mario Berg­o­glio zu ent­lar­ven. Die Tat­sa­che, daß Cionci ein weit ver­brei­te­tes Buch („Codi­ce Ratz­in­ger“, Byoblu, 2022) geschrie­ben hat und Autor von mehr als 800 Arti­keln über das ist, was er die „magna quae­stio“ des „ver­hin­der­ten Stuhls“ nennt, ist an sich natür­lich wenig wert. Ein tau­send­mal wie­der­hol­ter Irr­tum bleibt ein Irr­tum, eine auch nur ein­mal bekräf­tig­te Wahr­heit behält die ihr eige­ne Kraft. Die The­se von Cionci wur­de durch das Buch von Feder­i­co Michie­lan, mit einem Inter­view von Fran­ces­co Patru­no: „Non era più lui. Una ris­po­sta al Codi­ce Ratz­in­ger sul­la rin­un­cia di Bene­det­to XVI.(„Er war nicht mehr er selbst. Eine Ant­wort auf ‚Codi­ce Ratz­in­ger‘ über den Amts­ver­zicht von Bene­dikt XVI., Fede & Cul­tu­ra, 2023), durch den Arti­kel von Pater Samue­le Pin­na: „La rin­un­cia di Bene­det­to XVI. Fuor­vi­an­ti inter­pre­ta­zio­ni e impli­ca­zio­ni teo­lo­gi­che“ („Der Amts­ver­zicht von Bene­dikt XVI. Irre­füh­ren­de Inter­pre­ta­tio­nen und theo­lo­gi­sche Impli­ka­tio­nen“, Alpha Ome­ga, 25, 2022, S. 381–413) und von Don Danie­le Di Sor­co: „Paro­le chia­re sul­la Chie­sa, per­ché c’è una cri­si e come uscir­ne“ („Kla­re Wor­te über die Kir­che, weil es eine Kri­se gibt und wie man aus ihr her­aus­kommt“, Edi­zio­ni Radio Spa­da, 2023, S. 103–129) zerlegt.

Zur Fra­ge des Amts­ver­zichts von Bene­dikt XVI. hat die Pro­fes­so­rin für Kir­chen­recht an der Uni­ver­si­tät von Bolo­gna, Geral­di­na Boni, nach­dem Anto­nio Soc­ci die Fra­ge auf­ge­wor­fen hat­te, mit ihrer Stu­die „Sopra una rin­un­cia. La decis­io­ne di papa Bene­det­to XVI e il diritto“ („Über den Amts­ver­zicht. Die Ent­schei­dung von Papst Bene­dikt XVI. und das Recht“ (Bono­nia Uni­ver­si­ty Press, 2015) defi­ni­ti­ve Sei­ten geschrie­ben. Zum The­ma des „häre­ti­schen Pap­stes“ sind die Refe­renz­wer­ke die von Arnal­do Vidi­gal Xavier da Sil­vei­ra: „Ipo­te­si teo­lo­gi­ca di un Papa ere­ti­co“ („Theo­lo­gi­sche Hypo­the­se eines häre­ti­schen Pap­stes“, Sol­fa­nel­li, 2016) und „Se un Papa è ere­ti­co che fare?“ („Was tun, wenn ein Papst häre­tisch ist?“, Edi­zio­ni Fidu­cia, 2019), wobei letz­te­res wegen sei­ner „detail­lier­ten Ana­ly­se“ von Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler in sei­nem jüng­sten Inter­view mit Cole De San­tis für das Cri­sis Maga­zi­ne erwähnt wurde.

Ein neu­er Bei­trag wird uns nun von Prof. Mas­si­mo Vigli­o­ne in sei­nem Buch: „Habe­mus Papam. Papa ere­ti­co, rin­un­cia, sede vacan­te. L’in­seg­na­men­to del pas­sa­to e il dibat­ti­to dopo l’11 feb­braio 2013“ („Habe­mus Papam. Häre­ti­scher Papst, Amts­ver­zicht, Sedis­va­kanz. Die Leh­re der Ver­gan­gen­heit und die Debat­te seit dem 11. Febru­ar 2013“, Manie­ro del Mir­to, 2024) gelie­fert, eine Stu­die, die sich zwar nicht an Spe­zia­li­sten rich­tet, aber mit histo­ri­scher Metho­dik durch­ge­führt wur­de, d. h. durch eine chro­no­lo­gi­sche und logi­sche Rekon­struk­ti­on der Situa­ti­on, die mit dem Ver­zicht von Bene­dikt XVI. und der Wahl von Fran­zis­kus ent­stan­den ist.

Nach einem Kapi­tel, das dem Pro­blem der Auto­ri­tät der Kir­che in der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on gewid­met ist (S. 31–56), und einem kur­zen Über­blick über die theo­lo­gi­sche Dis­kus­si­on über den häre­ti­schen Papst (S. 57–90) zeich­net das Buch die Debat­te nach dem Rück­tritt Bene­dikts XVI. vom Amt des Pap­stes nach. Vigli­o­ne beginnt mit den bei­den Jour­na­li­sten Anto­nio Soc­ci und Andrea Cionci, die die Dis­kus­si­on am mei­sten belebt haben, und unter­sucht dann etwa fünf­zehn ver­schie­de­ne Autoren, sowohl kirch­li­che als auch Lai­en, die die Legi­ti­mi­tät der Papst­wahl 2013 ent­we­der befür­wor­ten oder leug­nen. Im letz­ten Kapi­tel (S. 195–270), das den Kern sei­ner Stu­die bil­det, gibt der Autor eine sche­ma­ti­sche Zusam­men­fas­sung der ver­schie­de­nen auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen (S. 205–211) und erläu­tert dann sei­ne per­sön­li­che Position.

Was die Unrecht­mä­ßig­keit des Rück­tritts von Bene­dikt XVI. angeht, hält Vigli­o­ne „die Hypo­the­se von Soc­ci für ‚wahr­schein­lich‘, die von Radael­li (und ande­ren) für sehr wahr­schein­lich und die von Mon­si­gno­re Viganò für prak­tisch sicher: Aber viel­leicht kann kei­ne von ihnen als abso­lu­te und zwei­fels­freie Ungül­tig­keits­er­klä­rung des Pon­ti­fi­kats von Berg­o­glio ange­se­hen wer­den“ (S. 237). Statt­des­sen hält er die Hypo­the­se Cioncis für „höchst unwahr­schein­lich und in jedem Fall über­flüs­sig im Hin­blick auf die ande­ren mög­li­chen Anschul­di­gun­gen der Ungül­tig­keit, die chro­no­lo­gisch und logisch vor­aus­ge­hen“ (S. 237). Letzt­end­lich „hat die Fra­ge kei­ne Lösung. Sie ist wie ein Ping-Pong-Spiel, das nie endet“. Und der Ver­ant­wort­li­che für die­ses „Ping-Pong ohne Regeln“ ist für Vigli­o­ne „nicht Jor­ge Mario Berg­o­glio, son­dern Joseph Aloy­si­us Ratz­in­ger“ (S. 239). Die Diar­chie, die im Vati­kan mit der Erfin­dung des „eme­ri­tier­ten Papstes“ geschaf­fen wur­de, sei ein juri­sti­sches Mon­strum. „Ratz­in­ger schuf ein Mon­ster, und er schuf es, pfleg­te es, bewäs­ser­te es, füt­ter­te es stän­dig, wohl wis­send, was er tat. Dies erscheint uns als die offen­sicht­lich­ste aller Wahr­hei­ten“ (S. 243). Vigli­o­ne scheint Cioncis Posi­ti­on auf den Kopf zu stel­len: Es stimmt, daß es ein „Spiel“ Ratz­in­gers gibt, aber nicht, um sei­nen Nach­fol­ger zu „schis­ma­ti­sie­ren“, son­dern viel­mehr, um „die Ent­flech­tung des Papst­tums selbst ein­zu­lei­ten, gemäß den alten Pro­jek­ten des Neo­mo­der­nis­mus aus der Zeit des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils“ (S. 246). Ver­ein­facht gesagt, ist Ratz­in­ger für Cionci ein „Genie des Guten“, für Vigli­o­ne aber ein „dia­lek­tisch per­fektes“ „Genie des Bösen“, (S. 247).

Kon­kret: „Die Mög­lich­keit, daß Fran­zis­kus nicht Fran­zis­kus, son­dern nur Jor­ge Mario Berg­o­glio ist, ist kon­kret und alles ande­re als zu ver­nach­läs­si­gen“ (S. 247), und zwar aus vie­len Grün­den, aber vor allem „wegen Berg­o­gli­os feh­len­der Zustim­mung, die wir auch auf­grund der unbe­streit­ba­ren Tat­sa­chen die­ser fast elf Jah­re des Pon­ti­fi­kats für sicher hal­ten“, und „weil, selbst wenn Berg­o­glio wirk­lich Fran­zis­kus wäre, sei­ne stän­di­gen öffent­li­chen und all­ge­gen­wär­ti­gen Irr­leh­ren das ern­ste Pro­blem des häre­ti­schen Pap­stes schaf­fen. Und das ist für uns das ent­schei­den­de Ele­ment“ (S. 248). „Aus all die­sen Grün­den sind wir, wie gesagt, mora­lisch über­zeugt, daß es sehr wahr­schein­lich ist, daß der päpst­li­che Stuhl heu­te vakant [unbe­setzt] ist, aber wir sehen uns außer­stan­de, dies als objek­ti­ve, abso­lu­te und für ande­re (und nicht ein­mal für uns selbst) ver­bind­li­che Gewißheit zu prä­sen­tie­ren“ (S. 250).

Eine Posi­ti­on, die sicher­lich legi­tim, aber nicht ohne Wider­sprü­che ist. Wer sich mora­lisch der Ille­gi­ti­mi­tät von Papst Fran­zis­kus sicher ist, sei es objek­tiv oder sub­jek­tiv, soll­te sich wei­gern, ihn Papst zu nen­nen, und ihn als Hoch­stap­ler und Usur­pa­tor behan­deln. Fehlt hin­ge­gen die­se Gewiß­heit, soll­te man Jor­ge Mario Berg­o­glio als Stell­ver­tre­ter Chri­sti behan­deln, d. h. mit Ach­tung und Respekt. Und das selbst dann, wenn man star­ke Zwei­fel an der Legi­ti­mi­tät sei­nes Pon­ti­fi­kats hät­te. Es ist in der Tat mög­lich, daß eini­ge der Geist­li­chen oder Lai­en, die Vigli­o­ne als Unter­stüt­zer von Papst Fran­zis­kus dar­stellt, Zwei­fel an sei­ner Legi­ti­mi­tät als Papst haben, ihn aber in Erman­ge­lung ein­deu­ti­ger Bewei­se wei­ter­hin als Papst anse­hen. Aus die­sem Grund fei­ern oder besu­chen sie die Mes­se una cum, was sie nicht tun wür­den, wenn sie sich der Ungül­tig­keit des Pon­ti­fi­kats sicher wären.

Vigli­o­ne plä­diert, gegen Cionci und Minu­tel­la, dafür, die Mes­sen una cum nicht auf­zu­ge­ben (S. 252–257), aber die­se Posi­ti­on scheint sei­ner „mora­li­schen Über­zeu­gung“ „von der hohen Wahr­schein­lich­keit der Vakanz des Stuhls“ zu wider­spre­chen. Es stimmt, daß er die­se sei­ne Über­zeu­gung nicht als „objek­ti­ve Gewißheit“ ansieht, aber wenn sie eine mora­li­sche Gewiß­heit ist, wenn auch eine sub­jek­ti­ve, dann soll­te er davon abse­hen, die Mes­se una cum eines Pap­stes zu besu­chen, der kein sol­cher ist.

Die Posi­ti­on von Prof. Vigli­o­ne scheint der­je­ni­gen der Sedis­pri­va­tio­ni­sten zu ent­spre­chen, die wie er der Mei­nung sind, daß Papst Fran­zis­kus die Kir­che wei­ter­hin fak­tisch lei­tet, auch wenn er den recht­mä­ßi­gen Titel ver­lo­ren hat. Er kri­ti­siert jedoch die sedis­va­kan­ti­sti­sche Hypo­the­se, auch in ihrer sedis­pri­va­tio­ni­sti­schen Form, und schreibt auf S. 44: „Soll­te die sedis­va­kan­ti­sti­sche Hypo­the­se wahr sein, sind alle Prie­ster- und Bischofs­wei­hen, die in Ver­bin­dung mit fal­schen Päp­sten statt­fan­den, ungül­tig. Und das seit 1965. Das wür­de kon­kret bedeu­ten, daß aus offen­sicht­li­chen chro­no­lo­gi­schen Grün­den fast alle heu­te leben­den Prie­ster kei­ne sol­chen sind (und auch, weil die Sedisvakan­ti­sten die Gül­tig­keit der Wei­hen nach 1965 nicht aner­ken­nen), und das­sel­be gilt für die Bischö­fe (es gibt nur noch sehr weni­ge auf der Welt). Und nicht nur das: Kei­ner der heu­te leben­den Kar­di­nä­le ist ein recht­mä­ßi­ger Bischof, daher wür­de das Kar­di­nals­kol­le­gi­um nicht mehr exi­stie­ren und jeder gewähl­te oder zu wäh­len­de Papst wäre ungül­tig. In der Pra­xis wür­de sich die katho­li­sche Kir­che auf eini­ge weni­ge Prie­st­er­krei­se und eini­ge ver­streu­te Bischö­fe redu­zie­ren, von denen die mei­sten schis­ma­tisch sind“. Das ist rich­tig. Aber der Grund, war­um er die Wei­hen, die von 1965 bis 2013 statt­fan­den, für gül­tig hält und statt­des­sen die, die Jor­ge Mario Berg­o­glio zuzu­schrei­ben sind, wahr­schein­lich ungül­tig, ist rein chro­no­lo­gi­scher Natur? Könn­ten nicht die­sel­ben Über­le­gun­gen zur Sicht­bar­keit der Kir­che, die er auf den anti­kon­zi­lia­ren „Paläo-Sedisvakan­tis­mus“ anwen­det, auch für den anti-berg­o­glia­ni­schen „Neo-Sedis­va­kan­tis­mus“ gel­ten?

Die ein­zi­ge Posi­ti­on, die Prof. Vigli­o­ne in sei­nem Buch nicht kri­ti­siert, son­dern sich zu eigen zu machen scheint, ist die von Erz­bi­schof Car­lo Maria Viganò (die uns sehr nahe am Sedis­pri­va­tio­nis­mus erscheint). Erz­bi­schof Viganò hat durch­blicken las­sen, wenn auch nicht offi­zi­ell bestä­tigt, daß er sich von dem ehe­ma­li­gen Mit­glied der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. und jet­zi­gen Anfüh­rer des soge­nann­ten „Wider­stands“, Msgr. Richard Wil­liam­son, noch ein­mal zum Bischof wei­hen ließ. Da Msgr. Viganò aber am 26. April 1992 von Johan­nes Paul II. zum Erz­bi­schof geweiht wur­de, zeigt er mit sei­ner „Wie­der­wei­he“, daß er die Bischofs­wei­hen von Papst Woj­ty­la für ungül­tig hält und ver­mut­lich auch alle, die seit 1968 bis heu­te statt­ge­fun­den haben, gemäß der The­se, die Pater Antho­ny Ceka­da (1951–1920) in sei­nem Buch „Del tut­to inva­li­do e asso­lut­amen­te nullo. Il rito di con­sa­cra­zio­ne epis­co­pa­le del 1968. Gli ordi­ni sacri secon­do il nuo­vo rito di Pao­lo VI sono vali­di?“ („Völ­lig ungül­tig und abso­lut null und nich­tig. Der Ritus der Bischofs­wei­he von 1968. Sind die Wei­hen nach dem neu­en Ritus von Paul VI. gül­tig?“, C.L.S. 2021) dar­leg­te. Aber gel­ten die vom Autor auf Sei­te 44 von „Habe­mus papam“ aus­ge­führ­ten Über­le­gun­gen dann nicht auch für Msgr. Viganò? Kurz­um, ein schö­nes Dilem­ma, das Prof. Vigli­o­ne mit den Wor­ten beschreibt, die wir tei­len: „(…) die heu­ti­ge gei­sti­ge, lehr­mä­ßi­ge, mora­li­sche und ope­ra­ti­ve Anar­chie und der all­ge­mei­ne Krieg inner­halb der katho­li­schen Welt (und ins­be­son­de­re der kon­ser­va­ti­ven und tra­di­tio­nel­len Welt)“ (S. 210).

*Rober­to de Mat­tei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt in deut­scher Über­set­zung: Ver­tei­di­gung der Tra­di­ti­on: Die unüber­wind­ba­re Wahr­heit Chri­sti, mit einem Vor­wort von Mar­tin Mose­bach, Alt­öt­ting 2017, und Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil. Eine bis­lang unge­schrie­be­ne Geschich­te, 2. erw. Aus­ga­be, Bobin­gen 2011.

Bücher von Prof. Rober­to de Mat­tei in deut­scher Über­set­zung und die Bücher von Mar­tin Mose­bach kön­nen Sie bei unse­rer Part­ner­buch­hand­lung beziehen.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ri­spon­den­za Romana

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3 Kommentare

  1. Die The­se von Cionci wur­de … zerlegt.

    Die­se Behaup­tung scheint mir schon etwas erklä­rungs­be­dürf­tig. Die bekannt gewor­de­nen Fak­ten spre­chen dagegen:
    gele­ak­te E‑Mails von Hila­ry Clin­ton, Aus­schluss aus dem Swift-Ver­fah­ren und die Wie­der­auf­nah­me, die Decla­ra­tio, Klei­dung und Ring, päpst­li­cher Segen und Unter­schrift. All dies läßt sich pro­blem­los nach­voll­zie­hen. Aber drei Bücher hin­zu­knal­len und zu sagen, „Die The­se von Cionci wur­de … zer­legt.“ fin­de ich dürftig.

    Gut, gera­de habe ich noch­mal gele­sen, was Kar­di­nal Bur­ke bereits 2019 zur Theo­rie Cioncis gesagt hat. https://​www​.life​si​tenews​.com/​n​e​w​s​/​d​i​d​-​b​e​n​e​d​i​c​t​-​r​e​a​l​l​y​-​r​e​s​i​g​n​-​g​a​e​n​s​w​e​i​n​-​b​u​r​k​e​-​a​n​d​-​b​r​a​n​d​m​u​e​l​l​e​r​-​w​e​i​g​h​-in
    Immer­hin wäre er bei ungül­ti­gem Rück­tritt nach wie vor höch­ster Rich­ter der Kurie. Viel­leicht ist ihm aber auch des­halb eine Beur­tei­lung nicht möglich.

    Es gibt eben die­se Feh­ler in der latei­ni­schen Decla­ra­tio. Und genau die­se Ver­si­on hat der ver­stor­be­ne Papst Bene­dikt als die Ver­si­on bezeich­net, die rele­vant ist, die er ohne Eile inner­halb vier­zehn Tagen vor sei­nem Amts­ver­zicht geschrie­ben hat, auch weil er sicher war, dar­in kei­ne Feh­ler zu bege­hen. Auch die letz­te Audi­enz mit den Aus­sa­gen zum Petri­ni­schen-Munus auch „für immer“. Er war ja gei­stig nie unklar!

    Nicht alles, was Cionci gesam­melt hat, ist hilf­reich. Manch­mal hat ihn wohl Über­ei­fer gepackt. Und mir reicht die im Text ste­hen­de The­se Cioncis auch nicht aus, „der behaup­tet, Bene­dikt XVI. habe auf das Pon­ti­fi­kat nur zum Schein ver­zich­tet, um den Usur­pa­tor und Anti­chri­sten Jor­ge Mario Berg­o­glio zu ent­lar­ven.“ Könn­te es statt­des­sen nicht viel­leicht so gewe­sen sein, dass die Auf­trit­te von Papst Bene­dikt XVI. bereits davor so kon­trol­liert wor­den sind, dass sei­ne Wor­te nicht mehr an die Öffent­lich­keit gelang­ten und er tat­säch­lich bereits defac­to ein Gefan­ge­ner im Vati­kan war. – Spe­ku­la­tio­nen! Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich mir schwer tue anzu­neh­men, dass Gott zulässt, dass Fran­zis­kus ordent­li­cher Papst ist. Und dies in einer Zeit, in der „der gro­ße Abfall“ offen­sicht­lich bereits statt­ge­fun­den hat.

  2. Also wir wol­len doch mal die Kir­che im Dorf lassen:

    Wie auf der Inter­net­sei­te von Richard Wil­liam­son kürz­lich zu lesen war, haben wir nicht die Auto­ri­tät fest­zu­stel­len, ob der amtie­ren­de Papst sein Amt noch inne hat oder nicht mehr.
    Wir sind nicht dazu ver­pflich­tet, einem Papst Gehor­sam zu lei­sten, der ganz offen­kun­dig Din­ge lehrt oder tut, die der ver­bind­li­chen Leh­re und Pra­xis sei­ner Amts­vor­gän­ger unver­ein­bar ent­ge­gen steht oder die­se zumin­dest verdunkelt.

    Was die Gül­tig­keit der 7 Sakra­men­te der katho­li­schen Kir­che betrifft, so hat das Kon­zil von Tri­ent fest­ge­legt, dass
    die Gül­tig­keit der Spen­dung eines Sakra­men­tes an drei Bedin­gun­gen gebun­den ist: Form, Mate­rie und Intention.

    Die Form ist zum Bei­spiel bei der Tau­fe die Tauf­for­mel. Wenn zur sakra­men­ta­len Hand­lung (=Mate­rie) ein stoff­li­ches Ele­ment (z.B. Was­ser bei der Tau­fe) ver­wen­det wird, nennt man die­ses ent­fern­te Mate­rie, das Tun damit (bei der Tau­fe= Waschung mit Was­ser) nähe­re Materie.

    Zudem muss der Spen­der die Inten­ti­on haben, das Sakra­ment zu spen­den. Er muss die Absicht haben das zu tun was Gott getan haben will und weil die Kir­che sich an den Wil­len Christus/​Gottes hal­ten will, muss er die Absicht haben das zu tun was die Kir­che tut. 

    Die von Jesus Chri­stus zum äuße­ren Zei­chen eines Sakra­men­tes gewähl­te Mate­rie hat jeweils eine natür­li­che Eig­nung, das zu bedeu­ten, was das Sakra­ment bewirkt. Die Mate­rie der Tau­fe ist nicht umsonst Was­ser, denn das Was­ser ist natür­li­cher­wei­se geeig­net, durch sei­ne rei­ni­gen­de Kraft die Befrei­ung von der Erb­schuld zu bezeich­nen und Leben wach­sen zu las­sen. Ganz ähn­lich ver­hält es sich auch mit dem Prie­ster­tum. Das Mann­sein­sein gehört wesent­lich zur Zei­chen­haf­tig­keit die­ses Sakra­men­tes. Nur als Mann hat der Trä­ger des Prie­ster­tums die erfor­der­li­che natür­li­che Eig­nung, Chri­stus sowohl als Mann als auch als Haupt zu reprä­sen­tie­ren [vgl. KKK 1548, Tho­mas von Aquin Sup­pl 39,1]. Damit sind Frau­en kei­nes­wegs ‚dis­kri­mi­niert‘, denn sie sind nicht weni­ger Wert als Män­ner, son­dern sie sind ganz ein­fach anders. Dies ist auch für die Ehe wich­tig, denn gera­de in ihrem Anders­sein ergän­zen Mann und Frau ein­an­der und stel­len so im Sakra­ment in völ­li­ger Gleich­wer­tig­keit aber bedeut­sa­mer ‚Anders­heit‘ die Lie­be Chri­sti zu sei­ner Kir­che dar [vgl. Eph 5,22 ‑I33]. Wenn Jesus eine Frau zum Prie­ster­tum hät­te erhe­ben wol­len, dann wäre dies ganz sicher die Got­tes­mut­ter Maria gewesen. 

    Beim Voll­zug der Sakra­men­te muss man unter­schei­den zwi­schen dem eigent­li­chen sakra­men­ta­len Kern und dem Rah­men. Das Sakra­ment besteht in dem von Chri­stus ein­ge­setz­ten Zei­chen. Es kommt zustan­de, wenn jemand, der die Voll­macht dazu hat, nach der Inten­ti­on der Kir­che und auf die rich­ti­ge Wei­se die von Chri­stus selbst bestimm­te Hand­lung voll­zieht. Drei Wesens­merk­ma­le gehö­ren zum Sakra­ment, näm­lich (1) das äuße­re Zei­chen, (2) die inne­re Gna­de und (3) die direk­te Ein­set­zung durch Jesus Chri­stus. Weil aber zu einem schö­nen Bild ein wür­di­ger Rah­men gehört, hat die Kir­che einen sol­chen auch für die Sakra­men­te geschaf­fen. Zu die­sem Rah­men gehö­ren all die vie­len alt­ehr­wür­di­gen Riten, die schon in frü­he­ster Zeit unter der Auf­sicht der Kir­che ent­stan­den sind und die Ein­gang gefun­den haben in die lit­ur­gi­schen Bücher: das Mis­sa­le, das Ritua­le und das Pon­ti­ft­ca­le Roma­num. Die­se Riten sind nicht nur auf die Sakra­men­te hin­ge­ord­net, son­dern haben auch eine gewis­se Ähn­lich­keit mit ihnen. Auch sie sind (1) äuße­re Zei­chen, die (2) inne­re Gna­den bewir­ken. Ein gro­ßer Unter­schied besteht jedoch dar­in, dass sie (3) nicht durch Chri­stus ein­ge­setzt wur­den, son­dern durch die Kir­che. Um die­se Ähn­lich­keit anzu­deu­ten und sie doch von den Sakra­men­ten zu unter­schei­den, nennt man sie Sakra­men­ta­li­en. Die­se sind Zei­chen, die nicht „indem sie voll­zo­gen wer­den“ (ex ope­re ope­ra­to) wir­ken, son­dern kraft der Für­bit­te der Kir­che. Sie wol­len eine gewis­se Nach­ah­mung der Sakra­men­te in der all­täg­li­chen Fröm­mig­keit begün­sti­gen. (https://​www​.kath​pe​dia​.com/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​?​t​i​t​l​e​=​S​a​k​r​a​m​ent)

    Da Sakra­men­te nach einer im 16. Jahr­hun­dert kirch­lich bestä­tig­ten dog­ma­ti­schen Auf­fas­sung aus sich selbst her­aus wir­ken (ex ope­re ope­ra­to), tritt die Wirk­sam­keit eines Sakra­men­tes auf­grund sei­nes rich­ti­gen Voll­zugs und unab­hän­gig von der sitt­li­chen Ver­fas­sung der spen­den­den Per­son ein. Der Grad der Wirk­sam­keit ist von der Bereit­schaft des Emp­fän­gers abhän­gig, die Gna­de auf­zu­neh­men. (Sakra­ment – Wikipedia)

    Falls Erz­bi­schof Viganò sich hat voll­stän­dig wie­der­wei­hen las­sen, so wäre dies über­flüs­sig gewesen.

    Falls er jedoch sich hat bedin­gungs­wei­se nach­wei­hen las­sen, um even­tu­el­len (sub­jek­tiv emp­fun­de­ne) Män­geln der Form, Mate­rie und Inten­ti­on sei­ner Erst­wei­he ent­ge­gen­zu­wir­ken, so wäre dies vor dem Hin­ter­grund der 60-jäh­ri­gen Kir­chen­kri­se der latei­ni­schen Kir­che durch­aus noch zu verstehen.

    Das ist mei­ne Mei­nung zu die­sem Thema.

  3. Nach mei­ner Infor­ma­ti­on ist der Rück­tritt von Papst Bene­dikt sei­ner Ein­schät­zung nach erfolgt, daß er nicht mehr lan­ge leben wer­de. Wenn er also im Amt gestor­ben wäre, hät­te sein Nach­fol­ger sofort los­le­gen kön­nen. So aber war er als Auf­hal­ter gegenwärtig.
    Im Rück­blick war das Jahr der Barm­her­zig­keit bereits ein Signal, wo doch der Sonn­tag der Barm­her­zig­keit bei Fran­zis­kus offen­bar kei­ne Rol­le spielt.

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