Kardinal Gambettis Hofstaat in Sankt Peter

Der Petersdom und Personalentscheidungen


Der nunmehrige Kardinal und Erzpriester am Petersdom Mauro Gambetti (rechts) mit seinem Ordensmitbruder und nunmehrigen Sprecher des Petersdoms P. Enzo Fortunato und EU-Kommissar Paolo Gentiloni von den Linksdemokraten.
Der nunmehrige Kardinal und Erzpriester am Petersdom Mauro Gambetti (rechts) mit seinem Ordensmitbruder und nunmehrigen Sprecher des Petersdoms P. Enzo Fortunato und EU-Kommissar Paolo Gentiloni von den Linksdemokraten.

Am erz­prie­ster­li­chen Hof von Kar­di­nal Mau­ro Gam­bet­ti OFM Conv. gibt es Grund zu fei­ern. Der medi­al sehr umtrie­bi­ge Erz­prie­ster des Peters­doms und Lei­ter der Dom­bau­hüt­te von St. Peter konn­te in den ver­gan­ge­nen Tagen eini­ge Erfol­ge ver­bu­chen. Zuerst gelang ihm von Papst Fran­zis­kus die Ernen­nung meh­re­rer Kano­ni­ker sei­ner Wahl für das Kapi­tel des Peters­doms, dann die Ernen­nung sei­nes Ordens­mit­bru­ders und Freun­des P. Enzo Fortunato.

Die neuen Kanoniker des Kapitels der Patriarchalbasilika von Sankt Peter

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Wäh­rend Kar­di­nal Gam­bet­ti Vor­be­rei­tun­gen für Homo-Seg­nun­gen im Peters­dom tref­fen läßt, erfolg­te die Ernen­nung neu­er Kano­ni­ker weit­ge­hend nach sei­nem Wunsch:

  • Msgr. Cosi­mo Leo­ne, Diö­ze­se Cefalù
  • Don Vale­rio Di Pal­ma, Diö­ze­se Rom
  • Don Pas­qua­le Pan­a­ro, Diö­ze­se Cosenza-Bisignano
  • Don Giu­sep­pe Pup­po, Diö­ze­se Teggiano-Policastro
  • Don Pablo Enri­que Sua­rez, Diö­ze­se Rom
  • P. Agnel­lo Stoia OFM Conv., Pfar­rer der Pfar­rei von St. Peter im Vatikan
  • P. Jafet Ramón Orte­ga OSA, em. Direk­tor der Julia­ni­schen Kapelle

Don Sua­rez war Gene­ral­öko­nom der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. (FSSPX). Er ver­ließ 2019 die von Erz­bi­schof Mar­cel Lefeb­v­re gegrün­de­te Gemein­schaft, absol­vier­te an der Päpst­li­chen Uni­ver­si­tät Gre­go­ria­na ein Stu­di­um des Kir­chen­rechts und wur­de in der Diö­ze­se Rom inkar­di­niert. In weni­gen Tagen wird er als Dom­herr an den Peters­dom beru­fen, aus dem der über­lie­fer­te Ritus seit 2021 ver­bannt ist. Die­se Ent­schei­dung geht zwar nicht auf Kar­di­nal Gam­bet­ti zurück, son­dern wur­de kurz vor sei­ner Ernen­nung durch das gar nicht zustän­di­ge Staats­se­kre­ta­ri­at getrof­fen, doch hat­te Gam­bet­ti dar­an nichts aus­zu­set­zen. Das dürf­te auch für den neu­en Kano­ni­kus Sua­rez gel­ten. Gam­bet­ti setzt die Ver­ban­nung viel­mehr kon­se­quent um.

Kano­ni­ker des Kapi­tels von Sankt Peter

Im Herbst 2021 instal­lier­te Gam­bet­ti sei­nen Ordens­mit­bru­der P. Agnel­lo Stoia als Pfar­rer der Pfar­rei von St. Peter im Vati­kan, nicht zu ver­wech­seln mit dem Peters­dom. Der Vati­kan selbst ist kir­chen­recht­lich geson­dert als eige­ne Pfar­rei kon­sti­tu­iert. P. Stoia zog in sei­nem Ein­stands­in­ter­view mit Vati­can­News alle Regi­ster des berg­o­glia­ni­schen Main­stream, beson­ders die Beto­nung einer „syn­oda­len Kir­che“ und der Migran­ten. Nun wird auch er, auf Wunsch Gam­bettis, zum Kano­ni­ker des Kapitels.

Die Ernen­nung der neu­en Kano­ni­ker erfolgt für fünf Jah­re. Die kano­ni­sche Inve­sti­tur wird am Sonn­tag, dem 28. Janu­ar, nach der zwei­ten Ves­per am Cathe­dra-Altar von St. Peter stattfinden.

Der neue Kommunikationsdirektor des Petersdoms

Ver­gan­ge­ne Woche wur­de Kar­di­nal Gam­bet­ti von Papst Fran­zis­kus noch ein wei­te­rer Per­so­nal­wunsch erfüllt. P. Enzo For­t­u­na­to, ein wei­te­rer Ordens­mit­bru­der Gam­bettis, wur­de zum Kom­mu­ni­ka­ti­ons­di­rek­tor des Peters­doms ernannt. Er ist damit der „Spre­cher“ der bedeu­tend­sten Kir­che der Chri­sten­heit. Ein Amt, das in die­ser Form neu geschaf­fen wur­de. Bis­her wur­de die Pres­se­ar­beit von Lai­en erle­digt. Die Ver­ant­wor­tung dafür hat­te seit 2021 die ehe­ma­li­ge Pres­se­spre­che­rin des ita­lie­ni­schen Mini­ste­ri­ums für Gleich­stel­lung und Familie.

Im vati­ka­ni­schen Staats­se­kre­ta­ri­at sträub­te man sich lan­ge, wann immer der Name des Mino­ri­ten­pa­ters Enzo For­t­u­na­to auf­tauch­te. Man stör­te sich an sei­nem locke­ren Umgang mit sozia­len Medi­en. Sobald der Fran­zis­ka­ner-Kon­ven­tua­le eine Neu­ig­keit erfährt, so hieß es, läßt er sie auch schon über Face­book die gan­ze Welt wis­sen. Die­se Indis­kre­ti­on mache ihn unge­eig­net für höhe­re Aufgaben.

P. Enzo For­t­u­na­to, neu­er Kom­mu­ni­ka­ti­ons­di­rek­tor des Peters­doms, mit dem Geschäfts­mann und Poli­ti­ker Ange­lo Chio­raz­zo (rechts)

Aus die­sem Grund wur­de P. For­t­u­na­to vor eini­gen Jah­ren aus der Pres­se­stel­le des Hei­li­gen Kon­vents von Assi­si ent­fernt. Nun hat er die­se Posi­ti­on an weit höhe­rer Stel­le wie­der. In Assi­si sei man froh über bei­de Abgän­ge, wes­halb man die (Weg-)Beförderung Gam­bettis auch tat­kräf­tig unterstützte.

Im Febru­ar 2021 ernann­te ihn Papst Fran­zis­kus zum Gene­ral­vi­kar der Vati­kan­stadt und zum Erz­prie­ster von St. Peter. Mit ihm kam auch P. For­t­u­na­to nach Rom, aller­dings bis­her ohne Auf­trag, da das Staats­se­kre­ta­ri­at alle Bemü­hun­gen zurück­wies, ihm einen sol­chen zu ertei­len. Doch Kar­di­nal Gam­bet­ti ging schließ­lich direkt zu Papst Fran­zis­kus und hat­te Erfolg.

Dank sei­nes Mit­bru­ders Gam­bet­ti hat nun auch For­t­u­na­to einen offi­zi­el­len Auf­trag in Rom. Mit die­sem scheint er die Lei­den­schaft der öffent­li­chen Auf­merk­sam­keit zu tei­len. Fern­seh­ka­me­ras zie­hen bei­de magisch an, wie es in Rom heißt. In der Tat putz­ten die bei­den Mino­ri­ten, oft gemein­sam, die Tür­klin­ken der Mäch­ti­gen. Bei­de wer­den auch wei­ter­hin gemein­sam auf­tre­ten, nun aller­dings im Petersdom.

Unan­ge­nehm fal­len ver­schie­de­ne enge Kon­tak­te von bei­den auf, dar­un­ter jener zu Ange­lo Chio­raz­zo, einem Geschäfts­mann, der das gro­ße Geschäft mit soge­nann­ten Flücht­lings­hei­men mach­te und nun für die poli­ti­sche Lin­ke auch gleich noch Mini­ster­prä­si­dent der Basi­li­ka­ta wer­den möch­te.

Die Stim­mung im Peters­dom ist der­zeit nicht die beste. Kar­di­nal Gam­bet­ti wird vor­ge­wor­fen, alle Ent­schei­dun­gen im Allein­gang zu tref­fen, wie jene im ver­gan­ge­nen Novem­ber, die Chor­klei­dung für das Stun­den­ge­bet abzu­schaf­fen, und das Kapi­tel nicht einzubeziehen.

Kar­di­nal Gam­bet­ti, um Ideen nicht ver­le­gen, wür­de auch ger­ne einen exter­nen Auf­zug auf die Peters­kup­pel bau­en, hol­te sich damit aber eine unzwei­deu­ti­ge Abfuhr durch Kar­di­nal Fer­nan­do Vérgez Alz­a­ga, einen Legio­när Chri­sti, der seit 2021 Prä­si­dent des Gover­na­torats, der Regie­rung des Staa­tes der Vati­kan­stadt, ist.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: gover​no​.it/​M​i​L​/​S​i​l​ere non pos­sum (Screen­shots)

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1 Kommentar

  1. Das erin­nert mich an das deut­sche Par­la­ment, viel zu viel „Per­so­nal“ und dazu noch links vernetztes.

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