Götzen im Vatikan bringen Missionare „in große Schwierigkeiten“

Brief aus Mindanao

Götzenbilder in Rom bereiten Missionaren große Schwierigkeiten, im Bild General Santos City in South Cotabat (Philippinen)o
Götzenbilder in Rom bereiten Missionaren große Schwierigkeiten, im Bild General Santos City in South Cotabat (Philippinen)o

(Rom) Läuft Papst Fran­zis­kus Gefahr, mit der Ama­zo­nas­syn­ode einen Weg zu beschrei­ten, der der Kir­che viel­leicht die Ama­zo­nas­re­gi­on zuführt, aber sie dafür den Rest der Welt ver­lie­ren läßt? Die­se Sor­ge bringt ein „ein­fa­cher Gläu­bi­ger“, der­zeit auf Mind­anao (Phil­ip­pi­nen), in einem Schrei­ben an den Vati­ka­ni­sten San­dro Magi­ster zum Aus­druck.

Lieber Magister,

die Sug­ge­sti­on von mehr oder weni­ger ama­zo­ni­schen Riten und von Figu­ren schwan­ge­rer Frau­en mögen die Syn­oden­vä­ter und deren Umge­bung bezau­bern, aber sie brin­gen die Katho­li­ken im Süden der Welt in gro­ße Schwie­rig­kei­ten. Denn selbst in den Hüt­ten der glo­ba­len Rän­der schau­en die Men­schen You­tube und ver­brin­gen Stun­den auf Face­book, und die­se Sta­tu­et­ten erhal­ten dort eine Bedeu­tung, die das Leben von Kate­che­ten und Mis­sio­na­ren, die mit einer stän­di­gen Abwan­de­rung von Gläu­bi­gen zu kämp­fen haben, erheb­lich kom­pli­ziert.

Es ist die Erfah­rung eines jeden, der eine Mis­si­ons­rei­se außer­halb Euro­pas unter­nimmt, sich einer gro­ßen Anzahl aggres­si­ver, pro­te­stan­ti­scher Kir­chen oder End­zeit­sek­ten gegen­über­zu­se­hen, die den Groß­teil ihrer Zeit damit ver­brin­gen, die katho­li­sche Kir­che anzu­grei­fen und ihr die Gläu­bi­gen weg­zu­neh­men. Eines ihrer Haupt­ar­gu­men­te ist: „Katho­li­ken beten Sta­tu­en an“, „Katho­li­ken beten Dämo­nen an“. Ergo: „Katho­li­ken sind kei­ne Chri­sten, kommt zu uns“.

Ich erzäh­le Ihnen von mei­ner Erfah­rung als ein­fa­cher Gläu­bi­ger, der aus per­sön­li­chen Grün­den oft in den äußer­sten Süden der Phil­ip­pi­nen, nach Mind­anao, reist. In die­ser Regi­on, in der seit Jahr­hun­der­ten eine gro­ße Anzahl von Mus­li­men lebt, ist eine pro­te­stan­ti­sche Explo­si­on hin­zu­ge­kom­men, die eine Zukunft nach dem Bei­spiel von Bra­si­li­en vor­aus­se­hen läßt, d.h. eine pfingst­le­ri­sche Zukunft, selbst in einem der noch am mei­sten katho­lisch­sten Län­der der Welt, wie es die Phil­ip­pi­nen sind.

Es gibt kei­ne Stra­ße, kei­nen Fern­seh­sen­der und kei­ne Radio­fre­quenz, die nicht von Pre­di­gern auf der Suche nach katho­li­scher Beu­te heim­ge­sucht wird. Das erste Ziel ist, zu über­zeu­gen, daß die katho­li­sche Kir­che falsch ist. Das zwei­te ist, sich den Zehn zah­len zu las­sen. Die Bil­der von der Anbe­tung heid­ni­scher Gott­hei­ten – oder zumin­dest von etwas, das wie eine heid­ni­sche Gott­heit aus­sieht – wäh­rend einer Zere­mo­nie in den Vati­ka­ni­schen Gär­ten vor den Augen des Pap­stes sind wirk­lich um die Welt gegan­gen. Und in Mind­anao, beson­ders in Gegen­den wie South Cota­ba­to, wo die Pro­te­stan­ten inzwi­schen schon 20 oder 25 Pro­zent der Bevöl­ke­rung aus­ma­chen, haben sie den Pre­di­gern jeder Sor­te Art eine gro­ße Hil­fe gelei­stet, um mit dem Fin­ger zu zei­gen: „Schaut, die Katho­li­ken sind Göt­zen­die­ner, wie wir es immer gesagt haben, und wie die die Bibel es sagt.“

Als ich heu­te mit einer jun­gen, muti­gen, katho­li­schen Kate­chi­stin sprach, die eben­so skan­da­li­siert ist, hör­te ich in ihrer Stim­me die Schan­de, nicht zu wis­sen, wie sie ihren Glau­ben ver­tei­di­gen soll, nicht zu wis­sen, wie sie den Kin­dern trotz der Bil­der erklä­ren soll, daß Katho­li­ken kei­ne Göt­zen­die­ner sind. Aus Respekt woll­te sie nicht ein­mal auf Face­book kom­men­tie­ren, was in Rom pas­siert ist, denn wenn sie ange­fan­gen hät­te, zu kri­ti­sie­ren, was pas­siert ist, hät­te sie den Pro­te­stan­ten in die Hand gespielt. Wer erklärt den Men­schen die­ser Regi­on hier all die Nuan­cen des Prä­fek­ten Pao­lo Ruf­fi­ni dar­über, wie man das Böse dort sieht, wo es nicht ist. Und wenn das hier in Mind­anao so ist, will ich mir die Situa­ti­on in Afri­ka oder Süd­ame­ri­ka gar nicht vor­stel­len.

Sicher ist, daß die­se Bil­der, vom Süden der Welt aus gese­hen, dem Herz wirk­lich sehr weh­tun. Und sie machen den­je­ni­gen das Leben sehr schwer, die einer­seits jeden Tag isla­mi­sche Atten­ta­te ris­kie­ren, wenn sie in die Kir­che gehen, und ande­rer­seits den pro­te­stan­ti­schen Pro­se­ly­tis­mus haut­nah erle­ben, wenn sie die Stra­ße ent­lang gehen.

Ich hof­fe, daß man in Rom ver­steht: Zu glau­ben, auf die­se Wei­se den Ama­zo­nas zu gewin­nen, um zugleich den Rest der Welt zu ver­lie­ren… Was für ein Ergeb­nis.

[Unter­schrie­be­ner Brief]

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons

4 Kommentare

  1. „Mög­lichst viel Scha­den anrich­ten“.
    Das dach­te ich schon oft in die­sem Pon­ti­fi­kat.
    Mei­ner Ansicht nach ist Papst Fran­zis­kus ein ast­rei­ner Frei­mau­rer.
    Es spricht außer­dem Bän­de, von wem er alles Lob bekommt.

    • Dan­ke für Ihren Kom­men­tar! Hat sich der Papst per­sön­lich schon geäu­ßert zu der von Euge­nio Scal­fa­ri in die Welt gesetz­ten Aus­sa­ge, daß er — Papst Fran­zis­kus — nicht an die Gott­heit Jesu Chri­sti glau­be? Wenn nicht, müß­te dies als Zustim­mung zu der E. Scal­fa­ri-Aus­sa­ge inter­pre­tiert wer­den. Eine rich­tig­stel­len­de Ant­wort des Pap­stes hät­te m. E. doch schnell­stens erfol­gen müs­sen.

  2. Das gan­ze Pon­ti­fi­kat von Fran­zis­kus ist mit Frei­mau­re­ri­schen Andeu­tun­gen und Hand­lun­gen gekenn­zeich­net.

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