Ist der Papst über China-Agenda informiert? „Ja, niemand ergreift Privatinitiativen“

China: Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bestätigt, wenn die Enthüllungen von Kardinal Zen stimmen, daß Papst Franziskus in der China-Agenda ein Doppelspiel spielte.
China: Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bestätigt, wenn die Enthüllungen von Kardinal Zen stimmen, daß Papst Franziskus in der China-Agenda ein Doppelspiel spielte.

(Rom) Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Pie­tro Paro­lin erläu­ter­te heu­te in einem Inter­view mit der Tages­zei­tung La Stam­pa (Vati­can Insi­der), „war­um wir mit Chi­na einen Dia­log füh­ren“. Er ant­wor­te­te damit „auf Vor­wür­fe, die dem Hei­li­gen Stuhl im Zusam­men­hang mit den statt­fin­den­den Kon­tak­ten gemacht wur­den“. Damit sind die Kri­tik und die Ent­hül­lun­gen von Kar­di­nal Joseph Zen, der grau­en Emi­nenz der chi­ne­si­schen Unter­grund­kir­che gemeint. Der Kar­di­nal wird in dem aus­führ­li­chen Inter­view mit kei­nem Wort erwähnt. Offen­sicht­lich hat­te das der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär dem Inter­view­er, Gian­ni Valen­te, zur Bedin­gung gemacht. Das Inter­view hat den Zweck, Papst Fran­zis­kus zu Hil­fe zu eilen, nach­dem Kar­di­nal Zen ein Dop­pel­spiel der vati­ka­ni­schen Chi­na-Poli­tik auf­ge­deckt und bloß­ge­stellt hat­te. Der Inter­view­er wag­te es aber nicht, die der­zeit zen­tral­ste Fra­ge in der gan­zen Sache zu stel­len:

Stimmt es oder stimmt es nicht, daß der Vati­kan min­de­stens zwei recht­mä­ßi­ge Bischö­fe auf­ge­for­dert hat, zurück­zu­tre­ten, um Platz für zwei Bischö­fe der Patrio­ti­schen Ver­ei­ni­gung zu machen?

Den­noch bestä­tig­te der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär erstaun­lich viel und zück­te zugleich die Moral­keu­le gegen die Kri­ti­ker der neu­en, päpst­li­chen Ost­po­li­tik.

Heikle Fragen ausgeklammert

Kar­di­nal Zen hat­te am 29. Janu­ar zur „neu­erfun­de­nen Ost­po­li­tik“ des Hei­li­gen Stuhls in einem Brief an die Medi­en geschrie­ben:

 „Den­ke ich, daß der Vati­kan so die katho­li­sche Kir­che in Chi­na ver­kauft? Ja, ein­deu­tig“.

Neue Ostpolitik: „Balsam der Barmherzigkeit“ für die einen, den Knüppel für die anderen.
Neue Ost­po­li­tik: „Bal­sam der Barm­her­zig­keit“ für die einen, den Knüp­pel für die ande­ren.

Die „neu­erfun­de­ne Ost­po­li­tik“ ist kei­ne Betit­lung von Kar­di­nal Zen. Der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär selbst hat­te im ersten Inter­view nach sei­ner Ernen­nung davon gespro­chen, das die vene­zo­la­ni­sche Kir­chen­zei­tung Dia­rio Cato­li­co am 6. Sep­tem­ber 2013 ver­öf­fent­lich­te.

Um die oben genann­te, für Chi­nas Katho­li­ken der­zeit wich­tig­ste Fra­ge, macht der Inter­view­er einen gro­ßen Bogen. Die heik­le Fra­ge wur­de nicht direkt ange­spro­chen, die Kar­di­nal Zen und vie­le Gläu­bi­ge der Unter­grund­kir­che als skan­da­lö­sen Ver­rat betrach­ten. Gestern noch wei­ger­te sich Vati­kan­spre­cher Greg Bur­ke, ent­spre­chen­de Berich­te von Asia­News und Kar­di­nal Zen „zu kom­men­tie­ren, zu demen­tie­ren oder zu bestä­ti­gen“.

Heu­te war es der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Paro­lin selbst, der de fac­to die Berich­te als wahr bestä­tig­te. Läßt man die Euphe­mis­men und ver­klau­su­lier­ten For­mu­lie­run­gen hin­ter sich, dann kön­nen fol­gen­de Wor­te im Kon­text ziem­lich deut­lich zuge­ord­net wer­den:

„Wir ver­trau­en dar­auf, daß die chi­ne­si­schen Gläu­bi­gen, dank ihres Glau­bens­gei­stes wer­den zu erken­nen wis­sen, daß unser Han­deln vom Ver­trau­en in den Herrn beseelt ist und nicht welt­li­chen Logi­ken folgt.“

„Es gibt in China nicht zwei Kirchen“

Die der­zei­ti­ge Situa­ti­on der Kir­che in der Volks­re­pu­blik Chi­na beschreibt Kar­di­nal Paro­lin wie folgt:

„Sehen Sie, in Chi­na gibt es nicht zwei Kir­chen, son­dern zwei Gemein­schaf­ten von Gläu­bi­gen, die geru­fen sind, einen schritt­wei­sen Weg der Ver­söh­nung zur Ein­heit zu gehen. Es geht daher nicht dar­um, eine stän­di­gen Kon­flikt zwi­schen gegen­sätz­li­chen Grund­sät­zen und Struk­tu­ren auf­recht­zu­er­hal­ten, son­dern dar­um, rea­li­sti­sche, pasto­ra­le Lösun­gen zu fin­den, die es den Katho­li­ken ermög­li­chen, ihren Glau­ben zu leben und gemein­sam das Werk der Evan­ge­li­sie­rung im spe­zi­fi­schen chi­ne­si­schen Kon­text fort­zu­set­zen.“

Die Fra­ge der Bischofs­er­nen­nun­gen „ist ent­schei­dend“, so der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär.

„Natür­lich ist der ein­ge­schla­ge­ne Weg mit Chi­na durch die der­zei­ti­gen Kon­tak­te gra­du­ell und noch viel Unvor­her­seh­ba­rem aus­ge­setzt und eben­so mög­li­chen neu­en Not­fäl­len. Nie­mand kann ruhi­gen Gewis­sens sagen, per­fek­te Lösun­gen für alle Pro­ble­me zu haben.“

Die wei­te­ren Aus­füh­run­gen bezie­hen sich auf „Zeit und Geduld“, die es brau­che, „um die Wun­den zu hei­len“. Wor­te, die nach innen gerich­tet sind. Rich­tung Peking schei­nen hin­ge­gen fol­gen­de Wor­te gespro­chen zu sein:

„Wir alle hegen das Ver­trau­en, daß, wenn erst ein­mal die Fra­ge der Bischofs­er­nen­nun­gen ange­mes­sen in Betracht gezo­gen wird, die ver­blei­ben­den Schwie­rig­kei­ten die chi­ne­si­schen Katho­li­ken nicht mehr dar­an hin­dern soll­ten, in Gemein­schaft unter­ein­an­der und mit dem Papst zu leben. Das ist die das Wich­ti­ge, das schon vom hei­li­gen Johan­nes Paul II. und von Bene­dikt XVI. so sehr ersehnt und gewünscht wur­de, und das heu­te von Papst Fran­zis­kus mit Weit­blick fort­ge­führt wird.“

„Wenn jemand ein Opfer verlangt, ist das kein Preis für einen politischen Handel“

Auf die Fra­ge nach der Hal­tung des Vati­kans gegen­über den chi­ne­si­schen Behör­den ant­wor­te­te Kar­di­nal Paro­lin:

„Es ist wich­tig, zu wie­der­ho­len: Im Dia­log mit Chi­na ver­folgt der Hei­li­ge Stuhl ein geist­li­ches Ziel: sich ganz als Katho­li­ken und zugleich als ech­te Chi­ne­sen zu füh­len und es zu sein. Mit Ehr­lich­keit und Rea­lis­mus will die Kir­che nichts ande­res, als den eige­nen Glau­ben in Ruhe beken­nen zu kön­nen und eine lan­ge Peri­ode der Gegen­sät­ze defi­ni­tiv zu been­den, um Raum zu geben für ein grö­ße­res Ver­trau­en und um einen posi­ti­ven Bei­trag der Katho­li­ken zum Wohl der gesam­ten chi­ne­si­schen Gesell­schaft zu lei­sten.“

Abrupt, ange­sichts der Fra­ge, wech­selt der Kar­di­nal plötz­lich die Ebe­ne:

„Sicher, es gibt heu­te noch vie­le offe­ne Wun­den. Um sie zu hei­len, ist es not­wen­dig, den Bal­sam der Barm­her­zig­keit zu ver­wen­den.“

An wen sind die­se Wor­te gerich­tet? Wohl kaum an die chi­ne­si­sche Staats­füh­rung, um die es in der Fra­ge geht.

Der näch­ste Satz lie­fert Auf­schluß:

„Und wenn von jemand ein Opfer ver­langt wird, ob klein oder groß, muß allen klar sein, daß dies nicht der Preis für einen poli­ti­schen Han­del ist, son­dern zur evan­ge­li­schen Per­spek­ti­ve eines höhe­ren Wohls gehört: das Wohl der Kir­che Chri­sti.“

„Balsam der Barmherzigkeit“ für regimehörige Bischöfe, den Knüppel für rechtmäßige

Der „Bal­sam der Barm­her­zig­keit“ soll dem­nach den unrecht­mä­ßi­gen, teils exkom­mu­ni­zier­ten Bischö­fen der regi­me­hö­ri­gen Patrio­ti­schen Ver­ei­ni­gung zugu­te kom­men, wäh­rend die recht­mä­ßi­gen Bischö­fe das „Opfer“ brin­gen sol­len, ihre Bischofs­sit­ze zugun­sten der unrecht­mä­ßi­gen Bischö­fe zu räu­men.

„Die Hoff­nung ist es, daß dann, wenn der Herr es will, man soweit kommt, nicht mehr von ‚recht­mä­ßi­gen‘ und ‚unrecht­mä­ßi­gen‘ Bischö­fen, von ‚gehei­men‘ und ‚offi­zi­el­len‘ Bischö­fen in der Kir­che in Chi­na spre­chen zu müs­sen, son­dern sich als Brü­der zu begeg­nen, indem man erneut die Spra­che der Zusam­men­ar­beit und der Gemein­schaft lernt. Wie könn­te die Kir­che in Chi­na ohne die­se Erfah­rung den Weg der Evan­ge­li­sie­rung gehen und den ande­ren die Trö­stung des Herrn brin­gen? Wenn man nicht bereit ist, zu ver­ge­ben, bedeu­tet das, lei­der, daß es ande­re Inter­es­sen gibt, die ver­tei­digt wer­den sol­len: Das ist aber kei­ne evan­ge­li­sche Per­spek­ti­ve.“

Regimehörige Bischöfe haben sich weich gebettet.
Regi­me­hö­ri­ge Bischö­fe haben sich weich gebet­tet.

Spä­te­stens an die­ser Stel­le des Inter­views, dürf­te es eini­gen Bischö­fen und Gläu­bi­gen in der Volks­re­pu­blik Chi­na kalt über den Rücken lau­fen. Nach den sal­bungs­vol­len Wor­ten, greift der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär zum mora­li­schen Knüp­pel. Soll­ten die recht­mä­ßi­gen Bischö­fe nicht den unrecht­mä­ßi­gen Platz machen, sei das der Beweis, daß sie „ande­re Inter­es­sen“ ver­fol­gen, aber nicht mehr jene des Evan­ge­li­ums.

Der Kar­di­nal erklärt aber nicht, war­um er sich mit die­sen Wor­ten aus­ge­rech­net und allein an die recht­mä­ßi­gen Bischö­fe wen­det. War­um soll­ten nicht die unrecht­mä­ßi­gen, teils exkom­mu­ni­zier­ten Bischö­fe einen Schritt zurück machen? Wür­den die ver­folg­ten Unter­grund­bi­schö­fe nicht viel mehr des „Bal­sams der Barm­her­zig­keit“ bedür­fen als die Bischö­fe, die vom Regime ein­ge­setzt wur­den, die­sem nahe­ste­hen und sich dadurch bequem gebet­tet haben? Meh­re­re von ihnen sit­zen sogar weich als Mit­glie­der hoher par­la­ments­ähn­li­cher Insti­tu­tio­nen. Wie steht es bei ihnen mit „ande­ren Inter­es­sen“. Ste­hen hin­ter ihnen nicht die Inter­es­sen des Staa­tes?

Auf die Fra­ge, ob bei einer sol­che Hal­tung nicht die Gefahr besteht, über alles Leid der Ver­gan­gen­heit und auch der Gegen­wart mit dem Schwamm dar­über­zu­fah­ren, greift der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär zum Euphe­mis­mus:

„Es ist viel­mehr das genaue Gegen­teil.“

Ist der Papst über alles informiert? „Ja, niemand ergreift Privatinitiativen“

Der Inter­view­er frag­te dann Paro­lin, ob der Papst „infor­miert ist über das, was sei­ne Mit­ar­bei­ter in den Kon­tak­ten mit der chi­ne­si­schen Regie­rung tun“. In die­sem Zusam­men­hang sind zwei Epi­so­den von Bedeu­tung, die von Kar­di­nal Zen am 29. Janu­ar ent­hüllt wur­den:

  • Als  im Herbst 2017 Erz­bi­schof Savio Hon per­sön­lich Papst Fran­zis­kus infor­mier­te, daß Ent­set­zen herr­sche, weil ein recht­mä­ßi­ger Bischof in einem Brief aus dem Vati­kan „im Namen des Pap­stes“ auf­ge­for­dert wur­de, zurück­zu­tre­ten, um einem exkom­mu­ni­zier­ten Bischof Platz zu machen, sei der Papst aus allen Wol­ken gefal­len und ver­si­cher­te, die „Sache zu stu­die­ren“.
  • Als Kar­di­nal Zen am 12. Janu­ar von Papst Fran­zis­kus in Pri­vat­au­di­enz emp­fan­gen wur­de und ihm klag­te, daß trotz der päpst­li­chen Zusi­che­rung an Erz­bi­schof Hon im Dezem­ber 2017 sogar eine „vati­ka­ni­sche Dele­ga­ti­on“ nach Chi­na gekom­men war und zwei recht­mä­ßi­ge Bischö­fe per­sön­lich auf­ge­for­dert hat­te, „im Namen von Papst Fran­zis­kus“ zugun­sten von unrecht­mä­ßi­gen, regi­me­hö­ri­gen Bischö­fen zurück­zu­tre­ten,  habe sich Fran­zis­kus wie­der­um unwis­send gege­ben und ver­si­chert, nach der Begeg­nung mit Erz­bi­schof Hon sei­nen Mit­ar­bei­tern die Anwei­sung erteilt zu haben, „kei­nen neu­en Fall Mindszen­ty zu schaf­fen“.

Und was ant­wor­te­te der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär auf die Fra­ge sei­nes Inter­view­ers?

„Ja, der Hei­li­ge Vater ver­folgt per­sön­lich die aktu­el­len Kon­tak­te mit den Behör­den der Volks­re­pu­blik Chi­na. Alle sei­ne Mit­ar­bei­ter han­deln im Ein­klang mit ihm. Nie­mand ergreift Pri­vat­in­itia­ti­ven.“

Damit bestä­tig­te der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär, daß Papst Fran­zis­kus sowohl Erz­bi­schof Hon als auch Kar­di­nal Zen einen guten Mann sein­ließ, ihnen sag­te, was sie hören woll­ten und den einen – obwohl kein Diplo­mat – als Nun­ti­us nach Athen ver­schick­te und den ande­ren wie­der zurück nach Hong Kong. Oder deut­li­cher gesagt: Soll­ten die Schil­de­run­gen von Kar­di­nal Zen stim­men, und es gibt der­zeit kei­nen Grund dies zu bezwei­feln, wur­den bei­de hohen chi­ne­si­schen Kir­chen­ver­tre­ter, die sich mit gro­ßer Besorg­nis an ihn gewandt hat­ten, von Papst Fran­zis­kus belo­gen, und das ins Gesicht.

Im Inter­view block­te Kar­di­nal Paro­lin den Inter­view­er an die­ser Stel­le ab:

„Um ehr­lich zu sein, scheint mir jede wei­te­re Art von Über­le­gung depla­ziert.“

Der Heilige Stuhl „hat die moralische Pflicht Kritik anzuhören und aufmerksam abzuwägen“?

Auf die Fra­ge, was er dar­über den­ke, daß es in jüng­ster Zeit Kri­tik in der Kir­che an der Hal­tung des Hei­li­gen Stuhls gegen­über der chi­ne­si­schen Staats­füh­rung gab, in der auch von einer „‘Kapi­tu­la­ti­on‘ aus poli­ti­schen Grün­den“ die Rede ist, sag­te Paro­lin:

„Ich den­ke vor allem, daß es in der Kir­che das vol­le Recht gibt, ande­rer Mei­nung zu sein und die eige­ne Kri­tik vor­zu­brin­gen, und daß der Hei­li­ge Stuhl die mora­li­sche Pflicht hat, sie anzu­hö­ren und auf­merk­sam abzu­wä­gen.“

Da alle unan­ge­neh­men Fra­gen im Inter­view aus­ge­klam­mert blie­ben, kam der  Kar­di­nal­staats­se­kre­tär nicht in die Situa­ti­on, erklä­ren zu müs­sen, wie sich die­se Aus­sa­ge mit dem ver­ein­ba­ren läßt, was Kar­di­nal Zen über das Ver­hal­ten von Papst Fran­zis­kus am 12. Janu­ar ent­hüll­te.

In Rich­tung Kri­ti­ker, ohne Kar­di­nal Zen zu erwäh­nen, sag­te Paro­lin viel­mehr:

„Kei­ne per­sön­li­che Sicht­wei­se kann für sich in Anspruch neh­men, der exklu­si­ve Inter­pret des­sen zu sein, was für die chi­ne­si­schen Katho­li­ken gut ist. […] Es ist mehr Demut und Glau­bens­geist nötig, um gemein­sam den Plan Got­tes für die Kir­che in Chi­na zu ent­decken. Es braucht mehr Zurück­hal­tung und Mäßi­gung von Sei­ten aller, um nicht in eine frucht­lo­se Pole­mik zu fal­len, die die Gemein­schaft ver­letzt und uns die Hoff­nung auf eine bes­se­re Zukunft raubt.“

Und wei­ter:

„Ich mei­ne, daß wir alle geru­fen sind, ange­mes­se­ner die geist­li­che und pasto­ra­le Dimen­si­on von der poli­ti­schen zu unter­schei­den.“

Wor­te wie „Macht, Ver­rat, Wider­stand, Kon­flikt, Kapi­tu­la­ti­on, Nach­ge­ben, Kom­pro­miß“ soll­ten durch Wor­te wie „Dienst, Dia­log, Barm­her­zig­keit, Ver­ge­bung, Ver­söh­nung, Zusam­men­ar­beit, Gemein­schaft“ ersetzt wer­den.

Kein Wort über „Gegenleistungen“ des chinesischen Staates

Balsam und Knüppel: Im Bild unrechtmäßige Bischöfe der Patriotischen Vereinigung
Bal­sam und Knüp­pel (Bild: unrecht­mä­ßi­ge Bischö­fe der Patrio­ti­schen Ver­ei­ni­gung)

Was in dem hier aus­zugs­wei­se wie­der­ge­ge­be­nen, sehr aus­führ­li­chen Inter­view mit kei­nem Wort erwähnt wur­de, sind die angeb­li­chen „Gegen­lei­stun­gen“ des chi­ne­si­schen Staa­tes dafür, daß recht­mä­ßi­ge Bischö­fe ihren Platz für unrecht­mä­ßi­ge und exkom­mu­ni­zier­te Bischö­fe räu­men soll­ten. Durch Aner­ken­nung durch Papst Fran­zis­kus soll­ten damit aus den unrecht­mä­ßi­gen Bischö­fen recht­mä­ßi­ge wer­den.

Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Paro­lin bestä­tig­te damit indi­rekt, was Insi­der schon bis­her sag­ten, daß es kein Ange­bot des kom­mu­ni­sti­schen Regimes in Peking für „Gegen­lei­stun­gen“ gibt.

Die Akti­on Legi­ti­mie­rung der unrecht­mä­ßi­gen Bischö­fe durch Rück­tritt der recht­mä­ßi­gen stellt eine Bedin­gung der Regie­rung in Peking dar. Es ist eine For­de­rung an den Vati­kan ohne Gegen­lei­stung. Und Papst Fran­zis­kus scheint – folgt man den Wor­ten sei­nes Kar­di­nal­staats­se­kre­tärs und den Ent­hül­lun­gen von Kar­di­nal Zen – fest ent­schlos­sen, „im Ver­trau­en auf den Herrn“ den For­de­run­gen der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Chi­nas bedin­gungs­los nach­zu­kom­men.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati­can Insider/La Stampa/AsiaNews (Screen­shots)




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