Päpstliche Akademie für das Leben: Bahnbrecher für eine Kultur des Todes

Abtreibungslobby im Vatikan angekommen: Vorsitzende von Planned Parenthood Schweiz tritt am 16. November 2017 als Referentin bei Tagung der Päpstlichen Akademie für das Leben auf.
Abtreibungslobby im Vatikan angekommen: Vorsitzende von Planned Parenthood Schweiz tritt am 16. November 2017 als Referentin bei Tagung der Päpstlichen Akademie für das Leben auf.

(Rom) Der mor­gi­ge Tag bedeu­tet einen Bruch von histo­ri­schem Aus­maß: Erst­mals wird eine Vor­sit­zen­de des welt­größ­ten Abtrei­bungs­kon­zerns Plan­ned Paren­t­hood im Vati­kan spre­chen, und das über die Kul­tur des Todes.

Euthansietagung im Vatikan1
Euthan­sietagung im Vati­kan

Mor­gen beginnt im Vati­kan eine Tagung über Eutha­na­sie in den Nie­der­lan­den. Sie wird von der umge­bau­ten Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben zusam­men mit der World Medi­cal Asso­cia­ti­on und der Bun­des­ärz­te­kam­mer orga­ni­siert. Unter den gela­de­nen Refe­ren­ten fin­den sich zahl­rei­che Befür­wor­ter von Ster­be­hil­fe und Eutha­na­sie. Eine Posi­ti­on, die in offe­nem Wider­spruch zur katho­li­schen Leh­re steht, die die Hei­lig­keit des Lebens von der Zeu­gung bis zum natür­li­chen Tod ver­tritt. Ver­fech­ter der „Kul­tur des Todes“ geben sich im Vati­kan ein Stell­dich­ein, so haben sich die Zei­ten geän­dert. Erschreckend deut­lich wird das an einer Refe­ren­tin. Erst­mals wird im Vati­kan eine Vor­sit­zen­de des welt­größ­ten Abtrei­bungs­kon­zerns Plan­ned Paren­t­hood spre­chen. Es han­delt sich um die Schwei­zer Gynä­ko­lo­gin Yvonne Gil­li. Bis 2015 saß sie als Abge­ord­ne­te der lin­ken Grü­nen Par­tei der Schweiz im Natio­nal­rat. Ange­kün­digt ist sie als Vor­stands­mit­glied der Schwei­zer Ärz­te­ver­ei­ni­gung Foe­de­ra­tio Med­i­co­rum Hel­ve­ti­co­rum (FMH). Gil­li ist aber auch Prä­si­den­tin des Stif­tungs­ra­tes der Sexu­el­len Gesund­heit Schweiz (ex PLA­NeS), dem Schwei­zer Able­ger des Abtrei­bungs­kon­zerns Plan­ned Paren­t­hood.

Sexuelle Gesundheit Schweiz offizieller Ableger von Planned Parenthood

Abtreibung als „Menschenrecht“
Abtrei­bung als „Men­schen­recht“

Sexu­el­le Gesund­heit Schweiz ver­tritt Posi­tio­nen, die in kras­sem Wider­spruch zur katho­li­schen Leh­re ste­hen. Die För­de­rung der Tötung unschul­di­ger Kin­der bil­det die grau­sa­me Spit­ze die­ser Kul­tur des Todes. Wer­be­sprü­che wie „Die sexu­el­len Rech­te sind Men­schen­rech­te“ wei­sen in eine ein­deu­ti­ge Rich­tung, die von einem „Recht auf Abtrei­bung“ („Recht“ ein wehr­lo­ses, unschul­di­ges Kind zu ermor­den) bis zur Gen­der-Ideo­lo­gie reicht.

Wört­lich schreibt Sexu­el­le Gesund­heit Schweiz (ali­as Plan­ned Paren­t­hood Schweiz) auf ihrer Inter­net­sei­te von einem „Recht auf Gleich­stel­lung, glei­chen Schutz durch das Gesetz und Frei­heit von allen For­men der Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Geschlecht, Sexua­li­tät oder Gen­der. Das Recht auf Par­ti­zi­pa­ti­on unab­hän­gig von Geschlecht, Sexua­li­tät oder Gen­der. Die Rech­te auf Leben, Frei­heit, Sicher­heit der Per­son und kör­per­li­che Unver­sehrt­heit.“ Letz­te­res gilt natür­lich nicht für das unge­bo­re­ne Kind, das von Abtrei­bungs­lob­by, so auch von Sexu­el­le Gesund­heit Schweiz, ein­fach igno­riert wird. Wört­lich heißt es dazu näm­lich:

„Die sexu­el­len Rech­te sind Men­schen­rech­te und in der Dekla­ra­ti­on der sexu­el­len Rech­te der Inter­na­tio­nal Plan­ned Paren­t­hood Fede­ra­ti­on (IPPF) fest­ge­hal­ten.“

In der IPPF-Dekla­ra­ti­on heißt es unter ande­rem:

„Das Recht auf freie Ent­schei­dung für oder gegen die Ehe und für oder gegen die Grün­dung einer Fami­lie sowie das Recht zu ent­schei­den, ob, wie und wann Kin­der gebo­ren wer­den sol­len“.

Yvonne Gil­li wird im Vati­kan über Eutha­na­sie spre­chen und nicht über Abtrei­bung, was die Sache nicht bes­ser macht.

Wie kommen solche Kontakte überhaupt zustande?

Sexuelle Gesundheit Schweiz offizieller Ableger von Planned Parenthood
Sexu­el­le Gesund­heit Schweiz offi­zi­el­ler Able­ger von Plan­ned Paren­t­hood

Dabei ist sie bis­her nicht mit kri­ti­schen Stel­lung­nah­men zu Ster­be­hil­fe oder Eutha­na­sie auf­ge­fal­len, wäh­rend sie als ideo­lo­gisch moti­vier­te Ver­fech­te­rin von Abtrei­bung und Ver­hü­tung umso umtrie­bi­ger aktiv ist. Was durch ihren Vor­sitz bei Plan­ned Paren­t­hood Schweiz und Initia­ti­ven wie, „Pil­le gra­tis für arme Frau­en“ (2015) zum Aus­druck kommt.

Es stellt sich die Fra­ge, wie das sein kann. Es stellt sich aber auch die Fra­ge: Wie kom­men sol­che Kon­tak­te über­haupt zustan­de? Wel­che Kräf­te sind hier hin­ter den Kulis­sen aktiv?

Die Päpst­li­che Aka­de­mie für das Leben wur­de von Papst Johan­nes Paul II. für die Kul­tur des Lebens und gegen die Kul­tur des Todes gegrün­det. Wur­de sie des­halb von Papst Fran­zis­kus im ver­gan­ge­nen Jahr radi­kal umge­baut, um ihren Grün­dungs­auf­trag zu ver­ra­ten und der Kul­tur des Todes die Tore zu öff­nen? Tat­sa­che ist: Mor­gen geht Plan­ned Paren­t­hood direkt im Vati­kan ein und aus.

Der Auf­tritt Gil­lis, um über die Kul­tur des Todes zu spre­chen, mar­kiert einen histo­ri­schen Wen­de­punkt in der katho­li­schen Kir­che, des­sen Fol­gen und Aus­wir­kun­gen für das Lebens­recht, für die Selbst­de­mon­ta­ge der Kir­che und letzt­lich für die Zukunft der Mensch­heit gar nicht abzu­schät­zen sind.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: World Medi­cal Assosciation/Sexuelle Gesund­heit Schweiz (Screen­shots)