Franziskus antwortet nicht auf die Zweifel (Dubia) — Nur fünf Kardinäle verteidigen das Schweigen des Papstes

Bisher haben sich 16 Kardinäle zu den Dubia (Zweifel) an Amoris laetitia zu Wort gemeldet.
Bisher haben sich 16 Kardinäle zu den Dubia (Zweifel) an Amoris laetitia zu Wort gemeldet.

(Rom)  Das Weih­nachts­fest naht und Papst Fran­zis­kus wei­gert sich wei­ter­hin, auf die fünf Dubia (Zwei­fel) der vier Kar­di­nä­le Brand­mül­ler, Bur­ke, Caf­farra und Meis­ner zum umstrit­te­nen Apo­sto­li­schen Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia zu ant­wor­ten. Sei­ne eng­sten Ver­trau­ten haben sich mehr plump als klug vor ihn gestellt und die Fra­ge­stel­ler einer Kano­na­de von Attacken aus­ge­setzt. Aus dem mehr als 200köpfigen Kar­di­nals­kol­le­gi­um mel­de­ten sich bis­her jedoch nur weni­ge Stim­men, die das Schwei­gen des Pap­stes gut­hei­ßen. Fra­gen zu stel­len, kön­ne nie falsch sein, ließ der austra­li­sche Kar­di­nal Geor­ge Pell schon bald wis­sen. Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster zähl­te 16 Kar­di­nä­le, die sich bis­her zu den Dubia geäu­ßert haben. Nur fünf davon recht­fer­tig­ten des päpst­li­che Schwei­gen.

Päpstliche Fehleinschätzungen

Der Papst-Ver­trau­te Clau­dio Kar­di­nal Hum­mes ver­such­te die Trag­wei­te der Dubia her­un­ter­zu­spie­len, als er mit iro­ni­schem Unter­ton mein­te: „Es sind nur vier“. Die­se vier haben aber Papst Fran­zis­kus, indem sie ihre Dubia am 14. Novem­ber öffent­lich mach­ten, in gro­ße Bedräng­nis gebracht. Er hat­te sich in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren schritt­wei­se selbst in eine Sack­gas­se manö­vriert, indem er dar­auf ver­trau­te, daß sein Kurs von einer schwei­gen­den Mehr­heit in der Kir­che geteilt wer­de, die nur einen brau­che, der ihrer Mei­nung Gehör ver­schaf­fe. Dem war aber nicht so.

Die Fehl­ein­schät­zung ging noch tie­fer: Als sich im Okto­ber 2014 abzeich­ne­te, daß die „Kas­pe­ria­ner“, also die Anhän­ger des neu­en Kur­ses den Kar­di­nal Wal­ter Kas­per for­mu­lier­te und den Papst Fran­zis­kus unter­stütz­te, unter den Syn­oda­len eine Min­der­heit sein wer­den, ver­such­te Fran­zis­kus die Syn­oden­vä­ter noch vor Syn­oden­be­ginn unter Druck zu set­zen. In sei­ner Anspra­che am Vor­abend der Syn­ode rief er ihnen zu, den „Schrei des Vol­kes“ zu hören, gemeint war natür­lich ein angeb­li­cher Schrei nach dem neu­en Kurs. Die Kar­di­nä­le lie­ßen sich davon nicht beein­drucken. Fran­zis­kus ließ den „neu­en Kurs“ den­noch in den Schluß­be­richt der Syn­ode hin­ein­schrei­ben, und prompt lehn­te die Syn­ode alle umstrit­te­nen Para­gra­phen ab. Selbst­herr­lich ent­schied Fran­zis­kus, auch die abge­lehn­ten Tei­le im Schluß­be­richt zu belas­sen und zur Grund­la­ge der zwei­ten Bischofs­syn­ode zu machen. Der Weg zu den zwei­deu­ti­gen und irri­gen Stel­len in Amo­ris lae­ti­tia beginnt nicht erst am 8. April, son­dern reicht bis auf den 17. März 2013 zurück, an dem Fran­zis­kus beim ersten Ange­lus auf dem Peters­platz Kas­pers Buch über die „Barm­her­zig­keit“ lob­te. Man­che sehen dar­in nicht nur die Ankün­di­gung eines neu­en Kur­ses, der zu Amo­ris lae­ti­tia führ­te, son­dern noch mehr: Fran­zis­kus habe sich damit bei Kas­per für sei­ne Wahl zum Papst bedankt.

Päpstliche Unaufrichtigkeit

Als Grund für das aktu­el­le Desa­ster in der katho­li­schen Kir­che wird unter Papst-Kri­ti­kern eine Unehr­lich­keit genannt, mit der Papst Fran­zis­kus sei­ne Zie­le ver­fol­ge. Er schick­te Kar­di­nal Kas­per vor, äußer­te sich selbst aber nicht, unter­stütz­te Kas­per jedoch wo immer mög­lich und nicht immer mit ele­gan­ten Mit­teln. Seit Kas­pers Rede vom 20. Febru­ar 2014 vor dem Kar­di­nals­kon­si­sto­ri­um, in der er die Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner zur Kom­mu­ni­on for­der­te, wur­de Papst Fran­zis­kus viel­fach auf­ge­for­dert, Stel­lung zu neh­men zu zu sagen, was er davon hält. Doch er schwieg, wäh­rend hin­ter den Kulis­sen und mit päpst­li­chem Ein­ver­ständ­nis in Kas­pers Rich­tung gear­bei­tet wur­de. Mit jedem Schwei­gen ver­schlech­ter­te sich dadurch das Kli­ma in der Kir­che. Auf­rich­ti­ges Han­deln und mit offe­nem Visier fech­ten sieht anders aus. Das Ergeb­nis ist eine irri­tier­te Kir­che, in der eine Ver­wir­rung gras­siert. Es wer­den Spal­tun­gen pro­vo­ziert, die immer tie­fer wer­den, solan­ge der Papst nicht für Klar­heit sorgt.

Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster zählt 16 Kar­di­nä­le, die bis­her zu den Dubia Stel­lung genom­men haben. Nur fünf davon haben für das Schwei­gen von Papst Fran­zis­kus Par­tei ergrif­fen, womit Kar­di­nal Hum­mes beein­druckend wider­legt ist, der mein­te, es stün­den „nur“ vier gegen alle ande­ren Kar­di­nä­le.

Der erste Ver­tei­di­ger von Papst Fran­zis­kus war kein Kar­di­nal, son­dern der eme­ri­tier­te grie­chi­sche Bischof Papama­no­lis. Die­ser tat es am 20. Novem­ber so laut­stark und so maß­los, indem er die vier Unter­zeich­ner der Dubia als „Aposta­ten“ und „Häre­ti­ker“ beschimpf­te, daß er damit alle Kri­te­ri­en für den Spruch erfüll­te: Wer sol­che Freun­de hat, braucht kei­ne Fein­de mehr.

Kei­ner der ande­ren Papst-Ver­tei­di­ger wie­der­hol­te die­se halt­lo­sen Angrif­fe.

Kardinal Schönborn: Gehorsamspflicht

Zu den pur­pur­nen Ver­tei­di­gern päpst­li­chen Schwei­gens gehört, neben dem bereits erwähn­ten Hum­mes, vor allem Kar­di­nal Chri­stoph Schön­born. Ihn hat­te Papst Fran­zis­kus im ver­gan­ge­nen April sogar als „authen­ti­schen“ Inter­pre­ten von Amo­ris lae­ti­tia benannt. Wiens Erz­bi­schof poch­te in Rom bei einem Wei­ter­bil­dungs­kurs für Bischö­fe an der Rota Roma­na, bei dem er Refe­rent war, auf die Gehor­sams­pflicht, mit der es anson­sten nicht so genau nimmt, jeden­falls nicht gegen­über prak­ti­zie­ren­den homo­se­xu­el­len Pfarr­ge­mein­de­rä­ten oder den — zwi­schen­zeit­lich in Fran­cis­ce­i­sches „Schwei­gen“ ver­sun­ke­nen kle­ri­ka­len Unter­zeich­nern des „Auf­rufs zum Unge­hor­sam“ der Pfar­rer-Initia­ti­ve. Amo­ris lae­ti­tia sei Teil des päpst­li­chen Lehr­am­tes und müs­se daher befolgt wer­den und Punkt, so Schön­born.

Die Kri­ti­ker sind ande­rer Mei­nung. Kar­di­nal Bur­ke, einer der vier Unter­zeich­ner der Dubia, wie­der­hol­te es jüngst: Papst Fran­zis­kus selbst habe in Amo­ris lae­ti­tia erklärt, daß das Doku­ment nicht Teil des Lehr­am­tes ist.

Kardinal Farrell: Heiliger Geist hat gesprochen

Zu den Papst-Ver­tei­di­gern gehört auch Neo-Kar­di­nal Kevin Far­rell aus den USA, den Fran­zis­kus zum Prä­fek­ten des neu­en Dikaste­ri­ums für das die Lai­en, die Fami­lie und das Leben mach­te. Im arro­gan­ten Ton ließ er wis­sen, was für eine Anma­ßung es sei, daß „eini­ge Bischö­fe“ däch­ten, „die­ses Doku­ment inter­pre­tie­ren“ zu müs­sen. Mit die­ser Begrün­dung recht­fer­tig­te Far­rell, daß Papst Fran­zis­kus gut­tue, nicht zu ant­wor­ten, da es kei­nen Grund gebe, zu ant­wor­ten.

Eine Erklä­rung, war­um dem Papst die Beant­wor­tung klar for­mu­lier­ter Fra­gen so schwer­fällt, wenn doch alles so klar sei, blieb auch Far­rell schul­dig, der sei­ne Kar­rie­re bei den Legio­nä­ren Chri­sti begon­nen hat­te, ihnen aber schon vor Jah­ren den Rücken kehr­te, um offen­sicht­lich einen neu­en Kurs ein­zu­schla­gen. Far­rell ging bereits am 14. Okto­ber in einem Inter­view für den pro­gres­si­ven Natio­nal Catho­lic Repor­ter ans Ein­ge­mach­te und woll­te Amo­ris lae­ti­tia in den Rang eines Dog­mas erhe­ben, an denen bekannt­lich nicht mehr zu rüt­teln ist. Es sei „der Hei­li­ge Geist“, der gespro­chen habe durch zwei Syn­oden, und das Ergeb­nis sei Amo­ris lae­ti­tia.

Kardinal Cupich: Wenn man nicht verstehen will

Ein wei­te­rer Neo-Kar­di­nal, Bla­se Cup­ich von Chi­ca­go, ergriff am 22. Novem­ber streit­bar die Ver­tei­di­gung von Fran­zis­kus. Cup­ich sprach auf der Pres­se­kon­fe­renz, die er aus Anlaß sei­ner Kar­di­nal­s­er­he­bung gab. Es könn­te ihm aller­dings nicht vor­ge­wor­fen wer­den, er hät­te sich damit für die Kar­di­nal­s­wür­de erkennt­lich zei­gen wol­len. Er spricht aus Über­zeu­gung. Durch Papst Fran­zis­kus wur­de er inner­halb von zwei Jah­ren zu einem der rang­höch­sten Kir­chen­füh­rer in den USA. Eine Blitz­kar­rie­re für die es unter Papst Bene­dikt XVI. nicht die gering­sten Anzei­chen gab. Cup­ich recht­fer­tig­te das selt­sa­me Schwei­gen des Pap­stes mit des­sen Kri­ti­kern. Die­se sei­en es, die ein­fach „nicht ver­ste­hen wol­len“. War­um sol­le der Papst wie­der­ho­len, was ohne­hin schon gesagt sei, so Cup­ich.

Der Erz­bi­schof von Chi­ca­go schaff­te es auf der Pres­se­kon­fe­renz das päpst­li­che „Kunst­stück“ (Fran­cis­co Fer­nan­dez de la Cigo­na) zu ver­dop­peln, zu sagen und doch nichts zu sagen. Auf die Jour­na­li­sten­fra­ge, ob wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne nun durch Amo­ris lae­ti­tia zu den Sakra­men­ten zuge­las­sen sind oder nicht, wich Fran­zis­kus einer Beant­wor­tung aus und ver­wies ein­mal auf die Aus­sa­gen von Kar­di­nal Schön­born, ein ander­mal auf posto­ra­le Richt­li­ni­en der Kir­chen­pro­vinz Bue­nos Aires. Cup­ich erklär­te, daß sei­ne Inter­pre­ta­ti­on von Amo­ris lae­ti­tia jene des Pap­stes sei. Nur, wel­ches ist die Inter­pre­ta­ti­on des Pap­stes? Kri­ti­ker spre­chen von Täu­schung und Unauf­rich­tig­keit, Ver­hal­tens­wei­sen, die eines Bischofs, Kar­di­nals und Pap­stes unwür­dig sei­en.

Kardinal Aguilar: Imaginäre Dubia

Als fünf­ter und bis­her letz­ter Kar­di­nal, der das päpst­li­che Schwei­gen gut­hieß, trat der Spa­ni­er Seba­sti­an Agui­l­ar auf. Der Cla­re­ti­ner und per­sön­li­che Freund von Fran­zis­kus wur­de im Febru­ar 2014, zwei Tage nach Kas­pers Rede vor dem Kon­si­sto­ri­um, vom Papst in den Kar­di­nal­s­rang erho­ben. Kurz zuvor hat­te er für empör­te Schlag­zei­len gesorgt, weil der damals 85-Jäh­ri­ge zu sagen wag­te, daß Homo­se­xua­li­tät heil­bar sei und wie ande­re Patho­lo­gien, die man ja auch nicht unbe­han­delt las­se, auch zu hei­len sei. Eine Mei­nung, die Homo-Ver­bän­de mit Gefäng­nis bestraft wis­sen wol­len, und gegen den Kar­di­nal Anzei­ge wegen „Anstif­tung zum Haß“ erstat­te­ten.

Agui­l­ar behaup­te­te am 3. Dezem­ber in einer spa­ni­schen Zei­tung, daß die Dubia der vier Kar­di­nä­le nur „ein­ge­bil­det“ sei­en. Der Papst habe „alles gesagt“, was ihm wich­tig gewe­sen sei, und das „mit aus­rei­chen­der Klar­heit“. Die Aus­sa­gen Agui­l­ars wur­den auch vom Osser­va­to­re Roma­no nach­ge­druckt, wäh­rend die Aus­sa­gen Amo­ris-lae­ti­tia-Kri­ti­ker von der vati­ka­ni­schen Tages­zei­tung tot­ge­schwie­gen wer­den.

Alle ande­ren elf Kar­di­nä­le ver­tei­dig­ten das Recht, Fra­gen zu stel­len, und for­der­ten Papst Fran­zis­kus mehr oder weni­ger deut­lich auf, auf die Dubia zu ant­wor­ten. Die jüng­ste Wort­mel­dung stammt von Kar­di­nal Rena­to Raf­fae­le Mar­ti­no, der am 16. Dezem­ber in einem Inter­view mit La Fede Quo­ti­dia­na sag­te, daß es „legi­tim ist, zum The­ma der Glau­bens­leh­re Fra­gen zu stel­len“ und eben­so, daß es „auch rich­tig ist, zu ant­wor­ten“. Gleich­zei­tig kri­ti­sier­te Kar­di­nal Mar­ti­no Amo­ris lae­ti­tia, des­sen Von-Fall-zu-Fall-Lösung sich tat­säch­lich für „zwei­fel­haf­te Inter­pre­ta­tio­nen“ eig­ne.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

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6 Kommentare

  1. Ist es eigent­lich nicht Zeit, sehr grund­sätz­li­che Fra­gen über die Amts­füh­rung die­ses Pap­stes zu erör­tern?

  2. Die hart­näcki­ge Ver­wei­ge­rung die dubia zu beant­wor­ten kommt einer kla­ren Ant­wort gleich, die sich offen­bar gegen die Leh­re der Kir­che stellt.

    Am ein­deu­tig­sten ist die Posi­ti­on des amtie­ren­des Pap­stes bezüg­lich Zulas­sung der sog. WvG zur Kom­mu­ni­on in sei­ner Ant­wort an die Bischö­fe bezüg­lich deren pasto­ra­len Richt­li­ni­en für die Kir­chen­pro­vinz Bue­nos Aires, die er auf Brief­pa­pier, das mit sei­nem päpst­li­chen Wap­pen ver­se­hen ist, hand­schrift­lich gege­ben hat.
    Die­ses Schrei­ben wur­de umge­hend ver­öf­fent­licht und
    sieht wie eine beab­sich­ti­ge päpst­li­che Äuße­rung aus, die ernst genom­men wer­den will. Damit gibt es kei­nen Grund mehr für ihn irgend­je­man­den vor­zu­schicken.

    Jetzt braucht man nur noch auf die ange­kün­dig­te Berich­ti­gung von AL zu war­ten.

  3. Wenn man die Reak­tio­nen die­ser Amo­ris Lae­ti­tia-ver­tei­gen­den Kar­di­nä­len und das reso­nie­ren­de Schwei­gen der Theo­lo­gen zusam­men­faßt:
    — Die 4 Kar­di­nä­le mit den 5 Dubia sind NICHT häre­tisch.
    — Die 4 Kar­di­nä­le mit den 5 Dubia sind NICHT apo­sta­tisch.
    — Daß in Amo­ris Lae­ti­tia der Hl. Geist gespro­chen hat, wird nicht ernst­haft behaup­tet (ist dabei äusserst unwahr­schein­lich, wenn man sich das gut und breit doku­men­tier­te Getrick­se durch Fran­zis­kus und sei­ne Mann­schaft in Erin­ne­rung ruft).
    — Die 5 Dubia und ihre Fra­gen sind klar for­mu­liert.
    Wo jetzt die „Klar­heit“ der Wor­ten von Amo­ris Lae­ti­tia lie­gen wür­de, hat lei­der nicht Schön­born, nicht Cup­ich und Aguil­lar gezeigt.
    Auch über die Resul­ta­te der „Inter­pre­tie­run­gen“ wird geschwie­gen.
    — Die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on wur­de nicht befragt.

    Sehr schwach.
    Und die Reak­ti­on von Vik­tor Manu­el Fer­nan­dez ist auch nicht hoch­qua­li­ta­tiv.
    Platz­pa­tro­nen- viel Schwarz­pul­ver, viel Sal­pe­ter­dampf und Impakt: null.

  4. Die Dubia sind rich­tig und sehr gut und dar­an kann sich jeder hal­ten. Ich mei­ne fast, daß es hin­ter der Wei­ge­rung des Pap­stes, sie zu beant­wor­ten, noch ande­re Grün­de geben muß, die wahr­schein­lich nichts mit den Dubia zu tun haben.
    Ich unter­stel­le, daß es Papst Fran­zis­kus und sei­nen Unter­stüt­zern gar nicht um die Ehe­leu­te und die Ehe geht. Ihnen ist es egal wer mit wem wie oft ins Bett geht. Das inter­es­siert sie nicht. Des­we­gen ant­wor­ten sie auch nicht auf die Dubia.
    Bei ihnen zäh­len Stolz und Macht. Für sie ist die Kir­che nicht die keu­sche Braut Chri­sti, son­dern ein welt­li­ches Ding- ganz nach Lutherart‑, die man je nach Zeit­um­stän­den „refor­mie­ren“ kann, also umge­stal­ten grad wie es beliebt und paßt.

    • Voll­kom­men rich­tig — und die Men­schen im Umfeld des Pap­stes hän­gen ihr Män­tel­chen in den Wind des Zeit­gei­stes, sie sind abhän­gig von dem bil­li­gen Bei­fall der Mas­sen. Sobald sie bemer­ken, dass die­ser aus­bleibt, wer­den sie auch ihre jet­zi­gen Posi­tio­nen auf­ge­ben.

      Ist es denn nicht merk­wür­dig, dass Leh­mann sich noch nicht geäu­ßert hat? Noch vor kur­zem hat­te er nichts Bes­se­res zu tun, als Kar­di­nal Mül­ler schlecht­zu­re­den („Kar­di­nal Mül­ler hat sich ver­än­dert.“) — da ging er davon aus, dass das Team Ber­go­glio als Sie­ger aus dem jet­zi­gen Kampf her­vor­geht. Mitt­ler­wei­le scheint er nicht mehr so sicher — also sagt er zunächst ein­mal nichts und war­tet ab.

  5. P.F. steckt in einem Dilem­ma. Wür­de er die Leh­re der Kir­che bekräf­ti­gen, wür­de er in den Rücken derer fal­len, die sei­ne Wahl zum Ober­haupt „orga­ni­siert“ bzw. vor­an­ge­trie­ben haben (> Team Ber­go­glio); er hat mit der Wahl einen Auf­trag die­ser Prä­la­ten bekom­men, den es nun gilt ums­zu­set­zen. Wür­de er sich gegen die Leh­re der Kir­che aus­spre­chen, wür­de er u.U. in die Nähe zur for­mel­len Häre­sie rücken.

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