Bischof Athanasius Schneider über Evangelisierung, Zika-Virus, Freimaurer, Moslems, Juden und Orthodoxe

Das Interview von Daniel Blackman mit Weihbischof Athanasius Schneider
Das Interview von Daniel Blackman mit Weihbischof Athanasius Schneider

(Lon­don) Bischof Atha­na­si­us Schnei­der, Weih­bi­schof des Erz­bis­tums Asta­na in Kasach­stan, besuch­te Anfang März Eng­land. Dani­el Black­man von One Peter Five führ­te ein Inter­view mit ihm, bei dem zahl­rei­che aktu­el­le The­men ange­spro­chen wur­den, dar­un­ter die Evan­ge­li­sie­rung, der Zika-Virus, die Frei­mau­re­rei, die Ortho­do­xen, die Juden, die Mos­lems. Nach­fol­gend das voll­stän­di­ge Inter­view in deut­scher Über­set­zung, aus­ge­nom­men die auf Eng­land bezo­ge­ne Ein­lei­tung.

Die Beziehungen zu den Juden

Dani­el Black­man mach­te zunächst auf die lan­ge Rei­he von jüdi­schen Kon­ver­ti­ten auf­merk­sam, die im Lauf der Geschich­te Chri­stus erkann­ten und sich tau­fen lie­ßen. Einer der jüng­sten Bei­spie­le ist der ehe­ma­li­ge ortho­do­xe Rab­bi­ner Jean-Marie Eli Sat­bon. Die vati­ka­ni­sche Kom­mis­si­on für die reli­giö­sen Bezie­hun­gen zum Juden­tum erklär­te jedoch im Dezem­ber 2015, daß es kei­ne Mis­sio­nie­rung von Juden mehr gebe.

Black­man: „Stimmt das? Han­delt es sich um eine Kor­rek­tur der bis­he­ri­gen Leh­re und Pra­xis?“

Bischof Schnei­der: Das ist wirk­lich falsch. Das wider­spricht den Wor­ten Unse­res Herrn, der gesagt hat: „Geht zu allen Völ­kern und macht alle Men­schen zu mei­nen Jün­gern“. Er hat nicht gesagt: „alle Völ­ker außer das jüdi­sche Volk“. Er hat gesagt, „alle Völ­ker“, „tauft sie auf den Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes‘“. Jesus hat gesagt: Wenn ihr nicht glaubt, wer­det ihr das Leben nicht haben. Das hat er auch zu den Juden gesagt und sagt es auch zu den Juden von heu­te. Auch sie müs­sen dem Bund mit Gott gehor­chen, den Jesus errich­tet hat. Des­halb haben die Apo­stel zu den Juden in den Syn­ago­gen gepre­digt.
Für 2000 Jah­re hat die Kir­che immer für die Bekeh­rung der Juden gebe­tet. Das ist ein Akt der Barm­her­zig­keit und der Lie­be. Die Kir­che lädt die Juden ein und ermu­tigt sie, zu Chri­stus zu kom­men. Vie­le Juden haben sich bekehrt, eini­ge von ihnen sind Hei­li­ge gewor­den. Alp­hon­se Ratis­bon­ne grün­de­te einen Orden zur Evan­ge­li­sie­rung des jüdi­schen Vol­kes. Das gilt immer auch für mich, und kein Doku­ment der Kir­che kann es auf­he­ben, weil das den Wor­ten Unse­res Herrn wider­spre­chen und die Apo­stel und alle immer­wäh­ren­den und unver­än­der­li­chen Wor­te der Kir­che seit 2000 Jah­ren demen­tie­ren wür­de.

Black­man: Die­ses Doku­ment kommt aus dem Inne­ren der Kir­che, von einem offi­zi­el­len Organ des Vati­kans. Wie ist das mög­lich?

Bischof Schnei­der: Das ist sehr trau­rig. Die­ses Doku­ment ist weder unfehl­bar noch will es das sein. Es ist kein authen­ti­scher Aus­druck des Lehr­am­tes. In der Geschich­te der Kir­che wur­den pasto­ra­le Doku­men­te erlas­sen, die nur von befri­ste­ter Natur waren und Irr­tü­mer ent­hiel­ten, und die­ses Doku­ment ent­hält Irr­tü­mer. Was nicht unfehl­bar ist, kann sich als feh­ler­haft erwei­sen. Ich wie­der­ho­le, daß die Kir­che immer aus­schließ­lich die ex cathe­dra oder durch das uni­ver­sa­le Lehr­amt aus­ge­drück­ten Aus­sa­gen gelehrt hat, das, was die Päp­ste und die Bischö­fe im Lau­fe der Jahr­hun­der­te gelehrt haben. Das erwähn­te Doku­ment ent­hält dage­gen eine neue Dok­trin, eine Mei­nung, eine neue Theo­rie.

Black­man: Die Bischofs­kon­fe­ren­zen von Eng­land und Wales und von Deutsch­land haben um eine Ände­rung der Kar­frei­tags­bit­te für die Juden im über­lie­fer­ten Ritus ersucht, damit er der der­zei­ti­gen inter­re­li­giö­sen Pra­xis mit den Juden ange­paßt wird. Han­delt es sich dabei um eine gute Sache? Stimmt etwas nicht mit der der­zei­ti­gen Kar­frei­tags­bit­te?

Bischof Schnei­der: Ich weiß nicht, was sie wol­len, aber wir müs­sen der Wirk­lich­keit in die Augen schau­en. Es ist gegen die Näch­sten­lie­be und die Lie­be für die Juden. Wenn ich sie lie­be, will ich, daß sie Jesus ken­nen und lie­ben ler­nen und daß sie durch das kost­bar­ste Blut Jesu gewa­schen wer­den kön­nen, und daß sie die Aller­hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit ken­nen­ler­nen. Des­halb muß ich für ihre Bekeh­rung beten. Ich wider­spre­che: die deut­schen und eng­li­schen Bischö­fe reprä­sen­tie­ren nicht die Gesamt­heit des Epi­sko­pats. Es gibt mit Sicher­heit – und ich ken­ne eini­ge – Bischö­fe, die mit die­ser Posi­ti­on nicht ein­ver­stan­den sind. Ich den­ke nicht, daß die­se Mei­nung kor­rekt ist. Sie wird von einer Ver­wal­tungs­no­men­kla­tur ein­ge­flößt, die den Anspruch erhebt, alle Bischö­fe eines Lan­des zu ver­tre­ten. Die­se Funk­ti­ons­wei­se der Bischofs­kon­fe­ren­zen ist grund­sätz­lich sehr pro­ble­ma­tisch. Sie ist gegen die gött­li­che Struk­tur der Kir­che.

Die Beziehungen zu den Moslems

Der RIng von Bischof Schneider zeigt die Unbefleckte Empfängnis
Der RIng von Bischof Schnei­der zeigt die Unbe­fleck­te Emp­fäng­nis

Black­man: Sie leben in einem Land, in dem 70 Pro­zent der Bevöl­ke­rung mos­le­misch ist. Was ist Ihre Erfah­rung, in einem mehr­heit­lich mos­le­mi­schen Land zu leben? Gibt es Zusam­men­ar­beit oder Kon­flikt? Bekeh­ren sich die Mos­lems zum katho­li­schen Glau­ben?

Bischof Schnei­der: Gott sei Dank herr­schen Frie­den und Har­mo­nie. Die Leu­te sind sehr tole­rant und es gibt kei­ne Feind­se­lig­kei­ten. In der Men­ta­li­tät und der Kul­tur der Men­schen gibt es kei­nen Extre­mis­mus, und die Regie­rung unter­stützt aktiv den inter­re­li­giö­sen Dia­log. Sie ist sehr wach­sam, um Extre­mis­mus zu ver­hin­dern, bis hin zur Lan­des­ver­wei­sung.
Die Regie­rung orga­ni­siert Tref­fen, um mit­ein­an­der die gemein­sa­men Wer­te der Gesell­schaft zu tei­len. An die­sen Tref­fen ist nichts Theo­lo­gi­sches, son­dern nur ein Bei­tra­ge zur Ver­bes­se­rung des sozia­len Lebens, was ich für sehr posi­tiv hal­te. Die Gen­der-Ideo­lo­gie zum Bei­spiel, die der­zeit auf glo­ba­ler Ebe­ne mit dik­ta­to­ri­schen Metho­den auf­ge­zwun­gen wird, fin­det Gott sei Dank kei­nen Raum, weil die Mos­lems die­sel­be Mei­nung zu die­sem The­ma haben. Wir sind uns einig in der Ver­ur­tei­lung der Gen­der-Pro­jek­te und in der Prä­ven­ti­on gegen jeden nega­ti­ven Ein­fluß gegen die Fami­lie.

Black­man: Hat die katho­li­sche Kir­che einen Mis­si­ons­auf­trag gegen­über den Mos­lems?

Bischof Schnei­der: Ja, auch das ist unse­re Mis­si­on, daß auch sie von Chri­stus erlöst wer­den und Ihn ken­nen­ler­nen, und genau­so ist es gegen­über den Juden. Aber es ist natür­lich schwie­rig, die Mos­lems in isla­mi­schen Staa­ten zu evan­ge­li­sie­ren. Es ist sehr gefähr­lich. In die­sen Län­dern kön­nen wir aber zumin­dest unser Zeug­nis geben und Prä­senz zei­gen. Ich habe Erfah­run­gen mit Per­so­nen der mos­le­mi­schen Gemein­schaft, die begin­nen, Chri­stus zu suchen und sich zu fra­gen, wel­ches die Wahr­heit ist. So war ich in mei­nen per­sön­li­chen Kon­tak­ten Zeu­ge von Bekeh­run­gen. Da wir Mei­nungs- und Hand­lungs­frei­heit haben, weil wir in Euro­pa noch nicht in mehr­heit­lich isla­mi­schen Staa­ten leben – ich beto­ne noch nicht, weil die Din­ge sich ändern kön­nen -, kön­nen und sol­len wir mis­sio­na­ri­sche Metho­den gegen­über unse­ren isla­mi­schen Nach­barn anwen­den, kei­ne Pro­se­ly­ten­ma­che­rei, weil das mora­lisch nicht kor­rekt wäre, aber Evan­ge­li­sie­rung.

Der Islamische Staat (IS) und die Unterwanderung Europas

Black­man: Euro­pa hat zahl­rei­che isla­mi­sche Ter­ror­an­schlä­ge erlebt, aber auch im Nahen Osten, Tei­len Afri­kas, in Paki­stan und anders­wo. War­um geschieht das?

Bischof Schnei­der: Nun, ich weiß nicht genau, wie sich der Isla­mi­sche Staat (IS) gebil­det hat. Es fällt aber nicht schwer, zu begrei­fen, daß es dem IS unmög­lich wäre, über so vie­le Waf­fen zu ver­fü­gen, wenn er nicht von einer star­ken Macht finan­ziert und unter­stützt wür­de. Der Waf­fen­han­del ist von sol­cher Trag­wei­te, daß das nicht mög­lich wäre, wenn nicht ein mäch­ti­ger Staat, viel­leicht über Mit­tels­män­ner, die Finanz­mit­tel und die Waf­fen lie­fern wür­de, die sie brau­chen.
Ein ande­rer Punkt, den ich beto­nen möch­te, ist, daß die inter­na­tio­na­le Staa­ten­ge­mein­schaft – die USA, die NATO – über aus­rei­chend Mit­tel ver­fü­get, um den IS zu zer­stö­ren, und dies von Anfang an tun hät­te kön­nen. Sie ver­fügt über exzel­len­te Geheim­dien­ste, die bereits vom Auf­stieg des IS wuß­ten, aber nichts unter­nom­men haben. Die EU, die NATO, die USA haben nichts getan, obwohl sie wuß­ten. Sie haben den IS nicht behin­dert. Sie haben eine immense Macht und den­noch haben sie die Bil­dung des Ter­ror­phä­no­mens IS zuge­las­sen.

Black­man: Wis­sen Sie war­um?

Bischof Schnei­der:  Ich ken­ne nicht ihre Absich­ten, die Absich­ten der Mäch­ti­gen die­ser Welt, der west­li­chen Staa­ten. Ich weiß nicht, war­um sie ihn nicht blockiert haben. Wir kön­nen aber sagen, daß sie ihn indi­rekt unter­stützt haben. Sie könn­ten poli­ti­sche Zie­le haben oder die Absicht, die Inva­si­on Euro­pas durch gro­ße Mas­sen von Mos­lems zu insze­nie­ren, um eine Desta­bi­li­sie­rung nicht nur im Nahen Osten, son­dern bis in Euro­pas Herz zu pro­vo­zie­ren. Eine so gro­ße Anzahl von Per­so­nen einer ande­ren Kul­tur, mit einer radi­ka­len Sicht­wei­se des Islams wer­den mit der Zeit Kon­flik­te und Span­nun­gen mit der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung pro­vo­zie­ren. Und das wird der Grund für Insta­bi­li­tät und gene­rel­le Ver­wir­rung sein. Manch ein Mäch­ti­ger will viel­leicht die­se Insta­bi­li­tät für einen grö­ße­ren Plan nüt­zen.

Die Freimaurer in der Kirche

Black­man: Die Kir­che hat eine jahr­hun­der­te­lan­ge Geschich­te der Ver­ur­tei­lun­gen der Frei­mau­re­rei. Aus dem neu­en Kodex des Kir­chen­rechts wur­de den­noch jeder Hin­weis auf die Frei­mau­re­rei eli­mi­niert, und man sieht kei­ne Doku­men­te und hört kei­ne Stel­lung­nah­men von Kir­chen­füh­rern mehr dazu.  Das ver­mit­telt den Ein­druck, daß die Frei­mau­re­rei nicht mehr gefähr­lich sei. Die frei­mau­re­ri­schen Logen haben sogar die Wahl von Papst Fran­zis­kus begrüßt.

Bischof Schnei­der: Die Frei­mau­re­rei ist grund­sätz­lich mit dem Christ­sein oder dem katho­li­schen Glau­ben unver­ein­bar. Er ist grund­sätz­lich unver­ein­bar, weil das Wesen der Frei­mau­re­rei anti­christ­lich ist. Sie leug­net Chri­stus und leug­net die objek­ti­ven Wahr­hei­ten. Sie för­dert den Rela­ti­vis­mus, der ein Wider­spruch zur Wahr­heit und zum Evan­ge­li­um ist. Auf die­se Wei­se wer­den dok­tri­nel­le Irr­tü­mer der frei­mau­re­ri­schen Phi­lo­so­phie begün­stigt. Das steht im Wider­spruch zum christ­li­chen und katho­li­schen Glau­ben.
Die Frei­mau­re­rei hat auch einen eso­te­ri­schen Aspekt, der nicht christ­lich ist. Sie hat Zere­mo­nien und Riten eso­te­ri­schen Cha­rak­ters, was die Frei­mau­rer offen zuge­ben, und die­se Zere­mo­nien wider­spre­chen dem Glau­ben. Ihre Sym­bo­le und Ritua­le zei­gen, daß die gegen die im Evan­ge­li­um ent­hal­te­ne gött­li­che Wahr­heit sind. Die­se Din­ge bewei­sen, daß die Frei­mau­re­rei eine ande­re Reli­gi­on ist. Ich wie­der­ho­le: Die Frei­mau­re­rei ist eine ande­re Reli­gi­on. Sie ist eine Reli­gi­on gegen Chri­stus.
Auch wenn die Frei­mau­rer gute Wer­ke tun, phil­an­thro­pisch tätig sind und so wei­ter, blei­ben die­se gefähr­li­chen Aspek­te. Ihre Phil­an­thro­pie ist kei­ne Recht­fer­ti­gung dafür, daß wir die Frei­mau­re­rei, viel­leicht auf­grund ihres guten phil­an­thro­pi­schen Wir­kens, akzep­tie­ren kön­nen. Ich wer­de ihre Leh­ren und ihre Ritua­le, die gegen die gött­li­che Wahr­heit des Evan­ge­li­ums sind, nie akzep­tie­ren. Die Kir­che wird sie nie akzep­tie­ren kön­nen. Die Erklä­rung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on von 1983 über die Frei­mau­re­rei ist nach wie vor gül­tig. Laut die­ser Erklä­rung ist es eine Tod­sün­de, Frei­mau­rer zu wer­den. Auch Papst Fran­zis­kus hat die­se Bestim­mung nicht geän­dert. Die­se Leh­re ist noch gül­tig und offi­zi­ell.

Black­man: Frei­mau­re­ri­sche Inter­net­sei­ten und Ver­öf­fent­li­chun­gen spre­chen regel­mä­ßig und wohl­wol­lend von Papst Fran­zis­kus. Wie erklä­ren Sie sich die wohl­wol­len­de Auf­nah­me von Papst Fran­zis­kus?

Bischof Schnei­der: Nun, sie soll­ten es uns kon­kre­ter sagen. Man ver­steht nicht, was sie mit ihren Erklä­run­gen mei­nen. Es wird nicht klar, was ihre Absich­ten sind.

Black­man: 2013, auf dem Rück­flug von Rio de Janei­ro, sprach Papst Fran­zis­kus von einer frei­mau­re­ri­schen Lob­by. Jüngst rief Kar­di­nal Rava­si in der ita­lie­ni­schen Tages­zei­tung Il Sole 24 Ore zu einem neu­en Dia­log und einem Tei­len der gemein­sa­men Wer­te mit der Frei­mau­re­rei auf. Hat die Frei­mau­re­rei in der Kir­che gesiegt?

Bischof Schnei­der: Wir wis­sen natür­lich, daß die Frei­mau­re­rei eine der Mäch­te mit dem größ­ten Ein­fluß auf allen Ebe­nen der mensch­li­chen Gesell­schaft ist. Das ist offen­sicht­lich. Grund­sätz­lich ist es daher eini­ger­ma­ßen logisch für die Anfüh­rer die­ser ein­fluß­rei­chen anti­christ­li­chen Orga­ni­sa­ti­on, sich in die Orga­ni­sa­ti­on ihres Fein­des zu infil­trie­ren. Es ist daher auch logisch, daß die Frei­mau­rer im Lau­fe der Jahr­hun­der­te ver­sucht haben, und es ihnen wahr­schein­lich auch gelun­gen ist, sich auf ver­schie­de­nen Ebe­nen in die Kir­che ein­zu­schleu­sen. Für mich ist das ganz klar.
Es ist schwie­rig einen Frei­mau­rer zu iden­ti­fi­zie­ren und kon­kret sei­ne Zuge­hö­rig­keit zu bewei­sen. Es ist schwie­rig und gefähr­lich, weil man die fal­sche Per­son beschul­di­gen könn­te. Das hat mit dem gehei­men und eso­te­ri­schen Cha­rak­ter der Frei­mau­re­rei zu tun. Die Art, wie ein Kir­chen­ver­tre­ter, ein Prie­ster, ein Bischof oder ein Kar­di­nal spricht, kann nahe­le­gen, daß er Kon­tak­te mit der Frei­mau­re­rei hat. Wir hören häu­fig Kir­chen­ver­tre­ter wie Frei­mau­rer spre­chen und typisch frei­mau­re­ri­sche Begrif­fe und Kon­zep­te ver­wen­den, kaum daß sie den Mund auf­ma­chen. Es könn­te sich um Mit­glie­der der Frei­mau­re­rei han­deln. Es ist aber not­wen­dig, das zu bewei­sen. Zudem stimmt es auch, daß vie­le wie Frei­mau­rer spre­chen und deren Geist haben, aber viel­leicht nicht for­mal Mit­glie­der der Frei­mau­re­rei sind. Auch eini­ge Bischö­fe und Kar­di­nä­le spre­chen ein­deu­tig mit einem frei­mau­re­ri­schen Geist. Ich beto­ne, daß das nicht bedeu­tet, daß sie for­mal Mit­glie­der der Frei­mau­re­rei sind.

Licht und Schatten beim Treffen mit dem orthodoxen Patriarchen

Bischof Schneider besuchte verschiedene Gemeinschaften Englands
Bischof Schnei­der besuch­te ver­schie­de­ne Gemein­schaf­ten Eng­lands

Black­man: Papst Fran­zis­kus hat soeben den ortho­do­xen Patri­ar­chen von Ruß­land getrof­fen. Was den­ken Sie über die­se Begeg­nung? Wird sie die Ein­heit mit Rom brin­gen oder zu einer syn­oda­len Kir­che füh­ren, die die wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen zur Kom­mu­ni­on zuläßt?

Bischof Schnei­der: Zunächst: Die Begeg­nung ist ein Grund zur Freu­de, allein schon weil sie statt­ge­fun­den hat, weil die Ortho­do­xen eine star­ke Kir­che sind mit schö­nen und authen­ti­schen Tra­di­tio­nen, den Iko­nen, der Mari­en­ver­eh­rung, den Engeln, den schö­nen und authen­ti­schen Lit­ur­gien, einer wür­dig zele­brier­ten Hei­li­gen Mes­se, der Buße, dem Fasten, den mona­sti­schen Tra­di­tio­nen. Sie hat vie­le authen­ti­sche katho­li­sche Wer­te bewahrt.
Ich den­ke, daß das Tref­fen poli­tisch bedingt war. Es wickel­te sich in aller Schnel­le ab und war vor allem von poli­ti­schen Beweg­grün­den bestimmt. Und ich den­ke nicht, daß die­ses Tref­fen dahin­ge­hend Ein­fluß haben wird, daß die Kir­che syn­oda­ler wird, oder daß es Erleich­te­run­gen für den Emp­fang der Hei­li­gen Kom­mu­ni­on durch wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne geben wird, wie es sie in der ortho­do­xen Kir­che gibt.
Ich tei­le die star­ken Erklä­run­gen des Pap­stes und des Patri­ar­chen zur Fami­lie, gegen die Gen­der-Ideo­lo­gie und gegen die Chri­sten­ver­fol­gung. Was ich aber nicht tei­le, ist die Aus­sa­ge über die Unier­ten. Das ist eine Unge­rech­tig­keit, weil die Unier­ten seit dem Kon­zil von Flo­renz im 15. Jahr­hun­dert in Ein­heit mit dem Papst sein woll­ten. Dabei han­delt es sich um eine posi­ti­ve Bewe­gung, die vie­le Früch­te gebracht hat: Hei­li­ge und Mär­ty­rer. Wir kön­nen nicht sagen, daß das ein Feh­ler gewe­sen sei.
Glei­ches gilt für die Erklä­rung zur Pro­se­ly­ten­ma­che­rei, die eine Ankla­ge gegen die katho­li­sche Kir­che ist. Ich lebe in einer ortho­do­xen Regi­on, und die Kir­che betreibt kei­ne Pro­se­ly­ten­ma­che­rei. Die­se Erklä­rung ist unge­recht. Daher den­ke ich, daß der Hei­li­ge Stuhl dem Druck des Patri­ar­chen nach­ge­ge­ben hat. Es scheint, daß die Ortho­do­xen eini­ge Din­ge dik­tiert haben, und das ist gegen die Wahr­heit und gegen die Gerech­tig­keit. Ein sol­cher Dia­log ist kein wah­rer öku­me­ni­scher Dia­log. Der Dia­log muß auf mensch­li­cher Ebe­ne brü­der­lich und gleich­wer­tig sein. Alle die­se Kom­pro­mis­se, die die Wahr­heit und die Gerech­tig­keit unter­gra­ben, brin­gen kei­ne Früch­te für eine wirk­li­che Ein­heit.

Die Kirche wird von innen angegriffen: Zika-Virus, „katholische Scheidung“, Verhütung …

Black­man: Papst Fran­zis­kus gewähr­te auf dem Rück­flug von Mexi­ko eine Pres­se­kon­fe­renz. Dabei gab er einen Kom­men­tar zum Zika-Virus und den Gebrauch von Ver­hü­tungs­mit­teln ab. Er zitier­te den Fall von Ordens­frau­en im Kon­go und die Unter­schei­dungs­ga­be. Pater Lom­bar­di SJ prä­zi­sier­te den Kom­men­tar des Pap­stes. Die phil­ip­pi­ni­schen Bischö­fe for­der­ten dar­auf eine Ände­rung der kirch­li­chen Leh­re in die­sem Bereich. Han­delt es sich wirk­lich um eine Debat­te, der sich die Kir­che stel­len muß, oder han­delt es sich um Manö­ver durch Per­so­nen inner­halb und außer­halb der Kir­che, die wol­len, daß die Leh­re über die Ver­hü­tung geän­dert wird?

Bischof Schnei­der: Das ist ein­deu­tig Teil eines Pla­nes, um die Wahr­heit der Kir­che über die Moral und zum The­ma Ver­hü­tung zu ändern. Es han­delt sich um einen Plan, um gro­ßen Druck, der aus­ge­übt wird, und um ein Pro­gramm im Bereich der Ver­hü­tung. In der Kir­che unse­rer Zeit exi­stiert die Gefahr, einer De-fac­to-Zulas­sung der Schei­dung durch wei­te­ren Kom­mu­nion­emp­fang. Das ist eine Leug­nung der Unauf­lös­lich­keit der Ehe auf der Grund­la­ge der Pra­xis.

Black­man: Bezie­hen Sie sich auf den refor­mier­ten Ehe­nich­tig­keits­pro­zeß?

Bischof Schnei­der: Ja, der refor­mier­te Ehe­nich­tig­keits­pro­zeß birgt, mei­nes Erach­tens, die Gefahr einer Bana­li­sie­rung und einer Ober­fläch­lich­keit im Pro­zeß selbst. In den neu­en Regeln ist in sich die Dro­hung eines Angriffs gegen die Hei­lig­keit und Unauf­lös­lich­keit der Ehe ent­hal­ten. Eine hei­li­ge Sache auf ober­fläch­li­che und hasti­ge Wei­se, auf bana­le Wei­se zu behan­deln, ist unver­ant­wort­lich. Theo­re­tisch sind heu­te die neu­en Bestim­mun­gen im Wider­spruch zur immer­wäh­ren­den Pra­xis der Kir­che, weil im Pro­zeß immer der Grund­satz der Ver­mu­tung für die Gül­tig­keit der Ehe galt mit dem Ziel, die Hei­lig­keit der Ehe zu ver­tei­di­gen. Die neu­en Nor­men hin­ge­gen ver­mu­ten von Anfang die Ungül­tig­keit der Ehe. Dabei han­delt es sich um eine gefähr­li­che Men­ta­li­täts­än­de­rung.
Das ist ein Angriff durch den Geist die­ser Welt, und das­sel­be gilt bei der Ver­hü­tung. Die Wahr­hei­ten der Kir­che sind unver­än­der­lich, und das blei­ben sie auch. Papst Paul VI. in Huma­nae vitae und Papst Johan­nes Paul II. in Veri­ta­tis sple­ndor und in Fami­lia­ris Con­sor­tio haben gelehrt, daß die Ver­hü­tung in sich immer ein Übel ist. Es gibt kei­ne Umstän­de oder Aus­nah­men, die eine in sich schlech­te Hand­lung recht­fer­ti­gen. Die Päp­ste Paul VI. und Johan­nes Paul II. haben das bekräf­tigt.

„Ich habe keine Angst“

Black­man: Sie spre­chen aus­drück­lich über vie­le wich­ti­ge Fra­gen und geben den Gläu­bi­gen eine kla­re und wirk­lich katho­li­sche Unter­wei­sung. Fürch­ten Sie nicht die Angrif­fe, die Sie tref­fen könn­ten? Sind Sie bereit, zum Ziel zu wer­den? Bischö­fe kön­nen ver­setzt wer­den, Medi­en­an­grif­fe gestar­tet, der Ruf zer­stört wer­den …

Bischof Schnei­der: Ich habe kei­ne Äng­ste oder Zwei­fel was even­tu­el­le Ver­set­zun­gen oder Angrif­fe anbe­langt, weil der Sinn mei­nes Lebens und mei­nes gan­zen Stre­bens in der Wahr­heit Chri­sti besteht und dar­in, Gott treu zu sein. Ich will von Gott aner­kannt wer­den, nicht von den Bischö­fen, den Medi­en und nicht ein­mal vom Papst. Mit mei­nem Gewis­sen und mei­nem Ver­spre­chen in der Tau­fe und in der Bischofs­wei­he habe ich Chri­stus ver­spro­chen, die Wahr­heit rein und voll­stän­dig zu bewah­ren und sogar bereit zu sein, mein Leben dafür zu geben. Das ist mein Wunsch und mein Ziel. Es inter­es­siert mich nicht, was die Leu­te den­ken. Es ist absurd, die mensch­li­che Mei­nung zu fürch­ten, weil die sich mor­gen schon ändert. Ich muß nur das fürch­ten, was Gott denkt. Das Den­ken der Men­schen geht schnell vor­bei, das Den­ken Got­tes bleibt. Ich bin vor allem dar­um besorgt, Gott wohl­ge­fäl­lig zu sein.
Ich bin Weih­bi­schof einer Diö­ze­se. Ich bin zufrie­den. Und wenn der Papst mich ver­set­zen wird, wer­de ich es akzep­tie­ren und gehor­chen, und an jeden Ort wer­de ich mei­nen Wunsch mit­neh­men, die Wahr­heit zu ver­tei­di­gen.

Black­man: Die Lie­be ist die größ­te Tugend. Wel­che Lie­bes­tat, geist­li­che und kör­per­li­che, ist für die Chri­sten von heu­te am dring­lich­sten?

Bischof Schnei­der: In der Wer­te­hier­ar­chie ist das am wich­tig­sten, was ewig und unsterb­lich ist: die See­le, die ewi­gen Wer­te und das ewi­ge Leben. Des­halb sind die Lie­bes­ta­ten, die dar­auf abzie­len, mei­nem Näch­sten das ewi­ge Leben und die ewi­gen Wahr­hei­ten zu ver­mit­teln, um ihm dabei zu hel­fen, sei­ne See­le zu ret­ten, die dring­lich­sten. Natür­lich gibt es dann die unmit­tel­ba­re Pflicht, einer Per­son in Schwie­rig­keit zu hel­fen, die Hun­ger hat und so wei­ter. Hel­fen ist eine natür­li­che Hand­lung, die getan wer­den muß. Als Katho­li­ken den­ken wir aber nicht nur dar­an, Essen und Klei­der zu geben. Wir müs­sen auch das Licht des Glau­bens ver­mit­teln, das soll­te man nicht ver­ges­sen. Lie­be Gott vor allem ande­ren, und lie­be Dei­nen Näch­sten wie Dich selbst.
Gott ver­langt von uns, Ihn zu lie­ben mit gan­zem Her­zen, mit gan­zer See­le und mit all unse­rer Kraft und unse­ren Gedan­ken. Das hat Er für sich vor­be­hal­ten.  Jesus hat uns gelehrt, die Näch­sten wie uns selbst zu lie­ben und die Näch­sten so zu lie­ben, wie Er uns geliebt hat. Daher sol­len wir mit der Lie­be Chri­sti lie­ben. Er kam, um unse­re See­len zu ret­ten, nicht vor allem oder nur unse­re Kör­per. Und Er kam, um uns Sei­ne gött­li­che Wahr­heit zu schen­ken. Er hat Sein Blut für die Ret­tung unse­rer See­len ver­gos­sen. Daher sol­len wir ein­an­der lie­ben, wie Chri­stus uns geliebt hat. Unse­re erste Auf­ga­be ist es, Gott zu lie­ben und Gott und Sei­ner Wahr­heit in uns­rem irdi­schen Leben den Vor­rang zu geben, so daß wir auch zum Mar­ty­ri­um für Chri­stus bereit sind und die Näch­sten lie­ben, wie wir uns selbst lie­ben und wie Chri­stus uns geliebt hat, indem wir uns für das Wohl der Näch­sten auf­op­fern.

Inter­view: Dani­el Black­man (One Peter Five)
Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Chie­sa e post­con­ci­lio

21 Kommentare

  1. Beten wir für den ehr­wür­di­gen Weih­bi­schof Atha­na­si­us Schnei­der. Die­ser wah­re Die­ner Got­tes soll­te für die Geist­li­chen ein Vor­bild sein. Gro­ssen Respekt ver­die­nen etwa sei­ne fol­gen­den Wor­te, Zitat:

    „Ich habe kei­ne Äng­ste oder Zwei­fel was even­tu­el­le Ver­set­zun­gen oder Angrif­fe anbe­langt, weil der Sinn mei­nes Lebens und mei­nes gan­zen Stre­bens in der Wahr­heit Chri­sti besteht und dar­in, Gott treu zu sein. Ich will von Gott aner­kannt wer­den, nicht von den Bischö­fen, den Medi­en und nicht ein­mal vom Papst. Mit mei­nem Gewis­sen und mei­nem Ver­spre­chen in der Tau­fe und in der Bischofs­wei­he habe ich Chri­stus ver­spro­chen, die Wahr­heit rein und voll­stän­dig zu bewah­ren und sogar bereit zu sein, mein Leben dafür zu geben. Das ist mein Wunsch und mein Ziel. Es inter­es­siert mich nicht, was die Leu­te den­ken. Es ist absurd, die mensch­li­che Mei­nung zu fürch­ten, weil die sich mor­gen schon ändert. Ich muß nur das fürch­ten, was Gott denkt. Das Den­ken der Men­schen geht schnell vor­bei, das Den­ken Got­tes bleibt.“

    Vor Ihnen, hoch­wür­di­ger Bischof Atha­na­si­us Schnei­der, zie­he ich den Hut.

  2. Herz­li­chen Dank, Herr Nar­di, für die Über­set­zung die­ses Inter­views! Und Got­tes Segen wei­ter­hin für Ihre Tätig­keit und Ihren Ein­satz für den katho­li­schen Glau­ben.

  3. Vie­len Dank an die Redak­ti­on für die­se Über­set­zung und Ver­öf­fent­li­chung. Zwar las ich bereits das Inter­view auf Eng­lisch, so ist es doch dop­pelt ein­drück­lich für den Geist, die Aus­sa­gen von Weih­bi­schof Schnei­der in der eige­nen Mut­ter­spra­che zu lesen.

    Immer wie­der erhe­bend für Geist und See­le, wenn sich Weih­bi­schof Schnei­der äußert. Das ist Ver­kün­di­gung, die heu­te Not tut!
    Das ist ein kla­res und über­zeug­tes Bekennt­nis, das vor allem in sei­nem treu und wahr­haf­tig „auf Gott-hin-gerich­tet-sein“ leuch­tet.
    Sol­che Hir­ten brau­chen wir, das ist die See­len leh­ren-lei­ten-hei­li­gen!
    Vergelt’s Gott an Weih­bi­schof Schnei­der.

  4. Weih­bi­schof Schnei­der ist wah­rer Bischof für die wah­re Kir­che. Was er sagt, wäre den mei­sten deut­schen Bischö­fen nie­mals über die Lip­pen gekom­men.

    Die Kri­tik an „Papst“ Fran­zis­kus hat es in sich: er hat nicht nur die „Unier­ten“ der Ukrai­ne ver­ra­ten, son­dern ver­rät auch die Leh­ren der Kir­che. Bischof Schnei­der sagt die Wahr­heit. Und er ist mutig.

  5. Wun­der­ba­re, kla­re und glau­bens­vol­le Wor­te von Weih­bi­schof Atha­na­si­us Schnei­der. Bes­ser kann man die Wahr­heit des Glau­bens nicht erklä­ren. Weih­bi­schof Schnei­der ist ein ein­sa­mer Rufer in der Wüste des Glau­bens. Nie­mand in der Hier­ar­chie wird ihm freu­dig zustim­men, zu ver­fah­ren ist die Situa­ti­on in Rom und in der Welt­kir­che. Aber nie­mand kann wis­sen, wel­che Sen­dung oder Auf­ga­be ihm Gott zuge­teilt hat. Es hat im Lau­fe der Kir­chen­ge­schich­te ähn­li­che Situa­tio­nen und Glau­bens­not gege­ben. Aber Gott hat dann zur rech­ten Zeit Glau­bens­zeu­gen gesandt, die dann die Kir­che im wahr­sten Sin­ne des Wor­tes geret­tet haben. Es wird auch dies­mal so sein, Gott ver­lässt uns nicht, wir müs­sen nur Geduld haben.

  6. Auch ich möch­te Exzel­lenz Schnei­der für sei­ne kla­ren, muti­gen und wah­ren Wor­te dan­ken. Soll­ten sei­ne Geg­ner wirk­lich gegen ihn in mitt­ler­wei­le bekann­ter Manier vor­ge­hen, dann kann man nur hof­fen, dass die lehr­amts­treu­en Bischö­fe, Kle­ri­ker und Lai­en sich welt­weit soli­da­risch zei­gen und offen zu ihm ste­hen, denn nur dann wird die­ser Teu­fels­kreis des Bösen, der den muti­gen Ein­zel­nen zu zer­stö­ren trach­tet, um an ihm ein Exem­pel zu sta­tu­ie­ren, durch­bro­chen wer­den kön­nen.

  7. @franzel Zu ihrem „Got­tes­wort­kom­men­tar““ und Ihre Ant­wort auf mei­nen Kom­men­tar, darf ich kurz viel­leicht hier noch sagen: Der Weg des Wor­tes geht stets vom Gedan­ken aus, und ist er es wert, dann will er aus­ge­spro­chen sein und ist er es dann, will er ver­wirk­licht bzw. umge­setzt wer­den, oder auch sich VERKÖRPERN, durch die Tat, oder auch durch die STOff­lich­keit selbst (Men­schen, Häu­ser, Krie­ge etc.). Wenn Sie mei­nen Kom­men­tar genau­er lesen, wer­den Sie fest­stel­len, dass ich Jesus das LICHT, als immer­wäh­rend und ewig beim Vater beschrie­ben habe, und glau­be, dass Gott den GEDANKEN und das SPRECHEN, ganz kon­kret zu tren­nen weiß. Jesus BETETE jedes­mal LAUT zum Vater, bevor Er Sein LICHT der Welt offen­bar­te und somit heil­te. Auch die „Ver­kün­di­gung“ durch den Engel, war Aus­spra­che und kein GEDANKE oder TRAUM — sie war REAL sicht­bar, hör­bar, mit all unse­ren mensch­li­chen SINNEN ver­nehm­lich. Das LICHT ist Jesus Chri­stus selbst und allein, ist GOTT allein und nur ER. Von IHM allein geht es auch aus. Die Engel sind nur ein ABGLANZ von SEINER HERRLICHKEIT und des­sen. Das glau­be ich. Dan­ke für den Hin­weis mit dem LOGOS und der Über­set­zung, sie ist mir eine gro­ße Berei­che­rung und ich wer­de sie mir noch genau­er betrach­te. Gott seg­ne Sie im Namen Jesus und in Sei­nem LICHT der Unter­schei­dung der Gei­ster stets.

  8. Die­ser Bischof ist ein Juwel und eine wah­re Freu­de für die Kir­che. (natür­lich ist er das nicht, für die ewi­gen Revo­luz­zer)

    • @ LL
      Ken­nen Sie die Zahl der Bischö­fe in der einen, hei­li­gen, katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kir­che welt­weit? Es sind Tau­sen­de! Die kön­nen Sie nicht ken­nen — daher ist Ihr Urteil mit einem Schlag nichts wert!

  9. Geehr­te @stellamaria, auch Ihnen herz­lich alle guten Segens­wün­sche und dan­ke für Ihre Zei­len. Ver­gelts Gott.

  10. Bischof Atha­na­si­us Schnei­der hat mich vor allem auch beein­druckt mit sei­ner sehr guten Beschrei­bung des aller­hei­lig­sten Altarsa­kra­ments (ETWN/englisch): https://www.youtube.com/watch?v=LT0FGB24l8M — das ist für mich ein sehr gro­sser see­li­scher Halt wie er die Andacht, Demut und Gei­stig­keit hin­sicht­lich der Hl. Eucha­ri­stie beschreibt. Dan­ke für die­sen Arti­kel über die­sen begna­de­ten Bischof.

  11. Wie krass doch der Unter­schied ist.
    Wenn man einen Recht­gläu­bi­gen spre­chen hört, dann stellt sich Wohl­be­fin­den ein. Wenn vor 50 Jah­ren einer sich auf den Geist des Kon­zils berief, dann erzeug­te er damit Pein.

  12. Ja wirk­lich ein groß­ar­ti­ger Bischof! Dan­ke Exzel­lenz Schnei­der für die­se muti­gen Wor­te.

  13. Atha­na­si­us Schnei­der, ein wah­rer Katho­lik. Er ver­kün­det die Wahr­heit so, dass jeder sie erken­nen kann. Dan­ke ihm. Er wäre der wün­schens­wer­te Hirt für jedes deut­sche Bis­tum und reif für den Kar­di­nal­spur­pur.

  14. Mir ist die Logik völ­lig unver­ständ­lich, wonach sich die Amts­kir­che von der katho­li­schen Reli­gi­on, die mir noch mei­ne Mut­ter als Kind bei­gebracht hat, in einer schar­fen und lieb­lo­sen „Her­me­neu­tik des Bru­ches“ distan­ziert, und im sel­ben Atem­zug die alt­te­sta­men­ta­ri­sche Leh­re in über­schwäng­li­cher (aber kei­nes­wegs erwiderter!)Liebe im Sinn einer „Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät“ umarmt.
    Sei­ner Exzel­lenz Bischof Atha­na­si­us Schnei­der ist bezüg­lich sei­ner Ansich­ten zu den Juden (wie in vie­len ande­ren Punk­ten auch) voll und ganz zuzu­stim­men!

  15. Ich fin­de die her­be Spra­che von Exzel­lenz Schnei­der ange­mes­sen, von gro­sser Klar­heit und sogar Schön­heit. Die­ser Mann ruht in sich und in Gott. Er wider­spricht der ober­fläch­li­chen Frie­dens- und Har­mo­nie­sucht unse­rer Tage. Woher nimmt er nur die­sen Mut? Er zeigt welt­an­schau­li­che Kon­flikt­li­ni­en auf. Er benennt die Soll­bruch­stel­len mit Namen. Dass die füh­ren­den Krei­se der west­li­chen Welt (also unse­re poli­ti­schen und teil­wei­se sogar kirch­li­chen Eli­ten) ins­ge­heim einer ande­rern Reli­gi­on anhän­gen, habe ich so deut­lich noch von kei­nem ande­ren der­zei­ti­gen Wür­den­trä­ger gehört. Die­ser Mann nennt Ross und Rei­ter. Er zeigt kla­re Kan­te: Was geht, und was nicht geht. Ihn küm­mert es nicht, was die poli­ti­schen und gesell­schaft­li­che Mehr­heits­mei­nung ist, son­dern geht in einer Art von hei­li­gen Stur­heit den Weg der Über­lie­fe­rung. Was mich zusätz­lich wun­dert: War­um spricht aus­ge­rech­net ein Bischof, der in einem mehr­heit­lich mus­li­mi­schen Land amtiert, die Wahr­heit kla­rer aus, als sei­ne Kol­le­gen in west­li­chen Län­dern, die doch auch guten Wil­lens sind — oder jeden­falls sein soll­ten? Ticken in Kasach­stan die Uhren anders als bei uns? Wahr­schein­lich feh­len dort die ver­füh­re­ri­schen Netz­wer­ke, unter denen wir hier in West- und Mit­tel­eu­ro­pa zu lei­den haben und die vie­le unse­rer Bischö­fe so unter Druck set­zen, dass sie es lei­der kaum noch wagen, gegen den Zeit­geist und sei­ne Hin­ter­grund­mäch­te vor­zu­ge­hen.

    • „Er zeigt kla­re Kan­te: Was geht, und was nicht geht. Ihn küm­mert es nicht, was die poli­ti­schen und gesell­schaft­li­che Mehr­heits­mei­nung ist, son­dern geht in einer Art von hei­li­gen Stur­heit den Weg der Über­lie­fe­rung.“

      Die letz­ten Bischö­fe, die im deutsch­spra­chi­gen Raum ähn­li­ches wag­ten, hie­ßen: Johan­nes Dyba, Wal­ter Mixa, Franz-Peter Tebartz-van Elst, Wolf­gang Haas, Vitus Huon­der, Hans-Herr­mann Gro­er, Kurt Krenn, Ger­hard Wag­ner, Bene­dikt XVI. .

      Deren Schick­sal spricht Bän­de. Mag sein, dass sein Sta­tus als Weih­bi­schof eines ver­meint­lich unbe­deu­ten­den Bis­tums am Ende der Welt ihn bis­lang vor einer inner­kirch­li­chen Ver­fol­gung schütz­te.

      Hören wir nicht auf, für ihn zu beten!

  16. Möge der Herr stets mit die­sem herr­li­chen Bischof sein und ihn nicht zu Schan­den wer­den las­sen, möge der tap­fe­re Bischof Schnei­der nie­mals zu schan­den wer­den wie all die herr­li­chen Mär­ty­rer, nach denen noch heu­te Kir­chen benannt sind, und die noch heu­te, nach Jaht­rau­sen­den, Halt und Kraft und Trost und Mut geben kön­nen!

Kommentare sind deaktiviert.