Sind Heiligsprechungen unfehlbar? War Papst Paul VI. ein heiliger Papst? – Neue Einsichten (2. Teil)

Den Usurpatoren geht es um die Zerstörung der Kirche

Paul VI. wurde von Papst Franziskus im Oktober 2014 seliggesprochen und im Oktober 2018 heiliggesprochen. Im Bild der an der Fassade des Petersdom zu diesem Anlaß ausgehängte Teppich mit der Darstellung von Paul VI. und dem Wappen von Franziskus.
Paul VI. wurde von Papst Franziskus im Oktober 2014 seliggesprochen und im Oktober 2018 heiliggesprochen. Im Bild der an der Fassade des Petersdom zu diesem Anlaß ausgehängte Teppich mit der Darstellung von Paul VI. und dem Wappen von Franziskus.

Von Wolf­ram Schrems*

Die­ser Teil schließt unmit­tel­bar an den ersten Teil vom 17.08.26 an.

Die dort dar­ge­stell­ten Über­le­gun­gen zur Unfehl­bar­keit von Hei­lig­spre­chun­gen ent­zün­den sich natür­lich an der gera­de­zu unver­schämt kon­tra­fak­ti­schen Hei­lig­spre­chung der Kon­zil­s­päp­ste. Im genann­ten Sam­mel­band Are Cano­nizati­ons Infal­lible? (Sind Hei­lig­spre­chun­gen unfehl­bar?) the­ma­ti­siert Peter Kwas­niew­ski beson­ders die unver­ständ­li­che Erhe­bung Papst Mon­ti­nis zur Ehre der Altäre:

Peter Kwasniewski: Papst Paul VI. – ein Heiliger?

Mit der übli­chen Prä­zi­si­on und Klar­heit, die wir schon von sei­nen hier prä­sen­tier­ten Büchern zur Lit­ur­gie und zum rich­tig ver­stan­de­nen kirch­li­chen Gehor­sam ken­nen, setzt sich Kwas­niew­ski mit der pro­ble­ma­ti­schen Hei­lig­spre­chung von Papst Paul VI. aus­ein­an­der (jeweils eige­ne Über­set­zung aus dem ame­ri­ka­ni­schen Original):

„Vie­le, die das Leben und das Pon­ti­fi­kat von Papst Paul VI. stu­dier­ten, sind über­zeugt, daß er weit weg von einer Vor­bild­lich­keit in sei­nem Wir­ken als Hir­te war; daß er nicht nur kei­ne heroi­schen Tugen­den besaß, son­dern man­cher Schlüs­sel­tu­gen­den erman­gel­te; daß sei­ne Pro­mul­ga­ti­on einer tita­ni­schen Lit­ur­gie­re­form unver­ein­bar mit dem päpst­li­chen Amt der Wei­ter­ga­be des Emp­fan­ge­nen war; daß er uns das Bild einer geschei­ter­ten Poli­tik und einer ver­ra­te­nen Tra­di­ti­on bot. Kurz gesagt, für uns ist es unmög­lich zu akzep­tie­ren, daß ein sol­cher Papst jemals hei­lig­ge­spro­chen wer­den konnte.“

Kwas­niew­ski führt gegen erwart­ba­re Ein­wän­de aus:

„Wäh­rend in der Geschich­te die Mehr­zahl der Theo­lo­gen die Unfehl­bar­keit der Hei­lig­spre­chun­gen ver­tei­dig­te – beson­ders die neo­scho­la­sti­schen Theo­lo­gen, die zum extre­men Ulta­mon­ta­nis­mus ten­die­ren –, hat die Kir­che selbst das aber nie­mals als ver­bind­li­che Leh­re vor­ge­legt. Der genaue Sta­tus der Hei­lig­spre­chun­gen bleibt ein legi­ti­mer Gegen­stand der theo­lo­gi­schen Debat­te und ist umso mehr debat­tier­bar, wenn man die wech­seln­den Erwar­tungs­hal­tun­gen, Vor­gangs­wei­sen und Moti­va­tio­nen für den Akt der Hei­lig­spre­chung selbst in Erwä­gung zieht […].“

Zen­tral ist das Kri­te­ri­um, daß ein Hei­lig­spre­chungs­kan­di­dat sein betref­fen­des Amt in außer­ge­wöhn­li­cher Wei­se aus­üb­te. Es reicht also für einen Pfar­rer, Bischof oder Papst nicht zur Hei­lig­spre­chung, daß er per­sön­lich fromm und aske­tisch leb­te, aber in sei­nem Ver­ant­wor­tungs­be­reich Unglau­ben, Sit­ten­lo­sig­keit und Ver­rat nicht wirk­sam bekämpf­te. Ein Papst muß als Papst hei­lig wer­den: „A pope is a saint becau­se he ‚poped‘ well”, also auf deutsch etwa: „Ein Papst ist hei­lig, weil er gut ‚papst­e­te‘“:

„Tra­di­tio­nel­ler­wei­se ist die Hei­lig­spre­chung nicht bloß eine Aner­ken­nung, daß ein bestimm­tes Indi­vi­du­um im Him­mel ist; es ist die Aner­ken­nung, daß die­ses Glied der Kir­che ein Leben von solch heroi­scher Tugend (beson­ders der theo­lo­gi­schen Tugen­den von Glau­ben, Hoff­nung und Lie­be) leb­te, die Pflich­ten sei­nes Lebens­stan­des in einer so vor­bild­li­chen Wei­se erfüll­te (für einen Kle­ri­ker wür­de das die Pflich­ten sei­nes Amtes ein­schlie­ßen), und Aske­se so betrieb, wie es einem Sol­da­ten Chri­sti zukommt, daß ihm öffent­li­che Ver­eh­rung (ein­schließ­lich lit­ur­gi­sche) sei­tens der uni­ver­sa­len Kir­che dar­ge­bracht wer­den soll und daß sei­nem Bei­spiel als Vor­bild zur Nach­ah­mung gefolgt wer­den soll (vgl. 1 Kor 11, 1)“ (Her­vor­he­bung WS).

Instrumentalisierung für ideologische Zielsetzungen: Heiligsprechung des Konzils

Kwas­niew­ski stellt fest, daß es kei­nen ver­brei­te­ten cul­tus um Paul VI. im Volk gibt. Ein sol­cher cul­tus müß­te aber klas­si­scher­wei­se der Hei­lig­spre­chung vor­aus­ge­hen – nicht umge­kehrt. Ein cul­tus ex nihi­lo kön­ne nicht durch päpst­li­ches fiat geschaf­fen wer­den. Wir sähen, daß Papst Fran­zis­kus die Poli­ti­sie­rung des Hei­lig­spre­chungs­pro­zes­ses ins Extre­me getrie­ben hat, wobei das selig- oder hei­lig­zu­spre­chen­de Indi­vi­du­um für eine ideo­lo­gi­sche Agen­da instru­men­ta­li­siert werde.

Kwas­niew­ski zitiert einen unter Pseud­onym schrei­ben­den Prie­ster, der in die­sem Zusam­men­hang das Offen­kun­di­ge ausspricht:

„Wir müs­sen uns trau­en, es aus­zu­spre­chen: Durch die Hei­lig­spre­chung aller Päp­ste des II. Vati­can­ums ist es das Kon­zil, das hei­lig­ge­spro­chen wird. Glei­cher­wei­se wird eine Hei­lig­spre­chung selbst ent­wer­tet, wenn sie eine Art von Medail­le wird, die auf einen Sarg gewor­fen wird. Viel­leicht ver­dient ein Kon­zil, das ‚pasto­ral‘ und nicht dog­ma­tisch war, Hei­lig­spre­chun­gen, die ‚pasto­ral‘ und nicht dog­ma­tisch sind.“

Wir ergän­zen: Die­se Vor­gän­ge zei­gen deut­lich, daß die Kir­chen­hier­ar­chie von Usur­pa­to­ren beherrscht wird, denen Glau­be und Hei­lig­keit nichts bedeuten.

Wenige heiliggesprochene Päpste über große Zeiträume (nach der unmittelbaren Verfolgungszeit)

Kwas­niew­ski stellt das Offen­kun­di­ge bezüg­lich der Hei­lig­spre­chung von Päp­sten des 2. Jahr­tau­sends fest, näm­lich, daß sie sehr sel­ten sind: Leo IX., Gre­gor VII. und Cöle­stin V. (der bekannt­lich von sei­nem Amt zurück­trat), Pius V. und Pius X. Dazu kom­men eini­ge selig­ge­spro­che­ne Päp­ste: Vik­tor III., Urban II., Eugen III., Gre­gor X., Inno­zenz V., Bene­dikt XI., Urban V., Inno­zenz XI. (mit­ver­ant­wort­lich für die Abwehr der osma­ni­schen Gefahr zur Zeit der Bela­ge­rung Wiens im Jahr 1683) und Pius IX.

Auch ein tüch­ti­ger Papst ist nicht auto­ma­tisch schon der Hei­lig­spre­chung würdig:

„Im zwölf­ten und drei­zehn­ten Jahr­hun­dert gab es groß­ar­ti­ge Päp­ste, aber kei­ner von die­sen wur­de hei­lig­ge­spro­chen. In sie­ben­hun­dert Jah­ren, näm­lich zwi­schen dem 14. und 20. Jahr­hun­dert, wur­den nur Pius V. und Pius X. hei­lig­ge­spro­chen. Waren die ande­ren alle unwür­di­ge Päp­ste und Sün­der? Bestimmt nicht. Aber Hero­is­mus in der Regie­rung der Kir­che ist eine Aus­nah­me, nicht die Regel, und wenn alle Päp­ste Hei­li­ge waren, dann ist kei­ner ein Hei­li­ger. Hei­lig­keit ist eine sol­che Aus­nah­me, daß sie die Bedeu­tung ver­liert, wenn sie die Regel wird.“

Die­sen fünf hei­lig­ge­spro­che­nen Päp­sten in einer Peri­ode von etwa neun Jahr­hun­der­ten, also von Leo IX. bis Pius X., ste­hen nun­mehr drei hei­lig­ge­spro­che­ne Päp­ste aus einer Zeit von etwa einem hal­ben Jahr­hun­dert gegen­über, näm­lich Johan­nes XXIII., Paul VI. und Johan­nes Paul II. Dar­über hin­aus wur­de auch Johan­nes Paul I. seliggesprochen.

Das ist kraß dis­pro­por­tio­nal. Es ist selbst­ver­ständ­lich ideo­lo­gisch im Sin­ne der Usur­pa­to­ren moti­viert, die ihr Lieb­lings­pro­jekt, näm­lich „das Kon­zil“ und sei­ne Revo­lu­ti­on, für alle Zei­ten ein­zu­ze­men­tie­ren bestrebt sind. Die oft blu­mi­gen Aus­drücke für das Kon­zil ver­schlei­ern nur des­sen schlim­me Fol­gen. Kwas­niew­ski bemerkt dazu mit bit­te­rer Ironie:

„Ein hal­bes Jahr­hun­dert, das zufäl­li­ger­wei­se mit der Vor­be­rei­tung, der Durch­füh­rung und dem Nach­spann des Zwei­ten Vati­ka­nums zusam­men­fällt. Muß der ‚Neues-Pfingsten’-Effekt sein.”

Schwere Vorwürfe gegen Papst Montini – im Verfahren offenbar kaum thematisiert

Kwas­niew­ski kri­ti­siert, daß die Vor­wür­fe gegen Paul VI., er wäre ein akti­ver Homo­se­xu­el­ler gewe­sen, nicht aus­rei­chend unter­sucht wur­den.1

Immer­hin habe man den Vor­wurf ernst genug genom­men, daß er offi­zi­ell abge­strit­ten wurde.

Kwas­niew­ski gibt ange­sichts der Ent­hül­lun­gen der letz­ten drei­ßig Jah­re völ­lig zu Recht zu bedenken:

„So unglaub­haft eine sol­che Geschich­te auch schei­nen mag, so haben wir heut­zu­ta­ge doch viel weni­ger Grund, sie von vor­ne­her­ein abzu­tun, wenn wir berück­sich­ti­gen, was wir jetzt über Jahr­zehn­te von kle­ri­ka­lem sexu­el­lem Miß­brauch und dem macht­vol­len Ein­fluß der Laven­del-Mafia in der Kir­chen­hier­ar­chie wis­sen. Die bestens doku­men­tier­te Evi­denz, daß Papst Fran­zis­kus vie­le sol­cher Kri­mi­nel­len geför­dert und beschützt hat­te, zer­schlug nai­ve Gläu­big­keit auf die­sem Gebiet“.2

Auch das Kri­tik­wür­di­ge des Regie­rungs­stils von Papst Paul wur­de offen­bar kaum the­ma­ti­siert. Die Poli­tik Pauls VI. kon­ter­ka­rier­te näm­lich die eige­ne Leh­re: Das betrifft beson­ders die mas­siv ange­grif­fe­ne Enzy­kli­ka Hum­a­nae vitae (die von den Bischofs­kon­fe­ren­zen Öster­reichs, Deutsch­lands und der Schweiz u. a. im Prin­zip außer Kraft gesetzt wur­de, bis heu­te ohne Kon­se­quen­zen sei­tens der Kirchenführung):

„Obwohl Paul VI. die tra­di­tio­nel­le Leh­re zur Emp­fäng­nis­ver­hü­tung bei­be­hielt [was übri­gens auch das II. Vati­ca­num in Gau­di­um et spes §§ 47ff. und Johan­nes XXIII. in Mater et magi­stra § 193 getan hat­ten, Anm. WS], haben doch gleich­zei­tig das Ver­sa­gen, auf die Medi­en­ma­ni­pu­la­ti­on bezüg­lich der päpst­li­chen Kom­mis­si­on zur Gebur­ten­kon­trol­le rich­tig zu reagie­ren, die Wei­ge­rung, Geg­ner von Hum­a­nae vitae zu dis­zi­pli­nie­ren, und die Zustim­mung zur Mar­gi­na­li­sie­rung derer, die die päpst­li­che Leh­re hoch­hiel­ten, zusam­men die Zustim­mung zu die­ser Enzy­kli­ka unterminiert.“

Peter Kwas­niew­ski hat sich in den letz­ten Jah­ren bekannt­lich der Ver­tei­di­gung und Wie­der­be­le­bung der über­lie­fer­ten Lit­ur­gie gewid­met. Paul VI. war der Haupt­ver­ant­wort­li­che für die lit­ur­gi­sche Kata­stro­phe im Gefol­ge der de fac­to-Abschaf­fung der Über­lie­fer­ten Messe:

„Der Papst hat eine fei­er­li­che Ver­pflich­tung, die Tra­di­tio­nen und Riten der Kir­che hoch­zu­hal­ten und zu ver­tei­di­gen; er hat kei­ne mora­li­sche Auto­ri­tät, sie bis zur Unkennt­lich­keit zu ver­än­dern. Kein Papst in der zwei­tau­send­jäh­ri­gen Geschich­te der Katho­li­schen Kir­che änder­te Tra­di­tio­nen und Riten, wie es Paul VI. auf allen Gebie­ten tat, womit er das Feu­er des Iko­no­klas­mus und des sakri­le­gi­schen Her­um­ex­pe­ri­men­tie­rens gera­de­zu anfachte.“

Die Erset­zung der Mes­se und der ande­ren sakra­men­ta­len Riten durch freie Erfin­dun­gen war nach Kwas­niew­ski gleich­be­deu­tend mit dem Abwurf einer „Atom­bom­be“ auf das Got­tes­volk, „die ent­we­der den Glau­ben sofort aus­lösch­te oder durch die Strah­lung Krebs verursachte“:

„Es war die geziel­te Ver­nei­nung von Väter­lich­keit, der väter­li­chen Funk­ti­on des Papst­tums, das Fami­li­en­er­be zu bewah­ren und weiterzugeben.“

Der Zer­trüm­me­rer Berg­o­glio nahm die Hei­lig­spre­chung des Kon­zils­pap­stes Mon­ti­ni vor – und zeig­te dadurch volens nolens, daß der „post­kon­zi­lia­re“ Katho­li­zis­mus eben in der Zer­trüm­me­rung endet:

„Iro­ni­scher­wei­se ist es nie­mand ande­rer als Papst Fran­zis­kus, der will­fäh­ri­ge Hei­lig­spre­cher von Paul VI., der ohne jeden Zwei­fel die selbst­zer­stö­re­ri­sche Ent­wick­lung des post­kon­zi­lia­ren Katho­li­zis­mus bewies“.

Und was die für den Kano­ni­sa­ti­ons­pro­zeß gefor­der­ten Wun­der betrifft:

Die „Wun­der“, die für die Hei­lig­spre­chung von Papst Paul VI. her­an­ge­zo­gen wur­den, sind nach Kwas­niew­ski „unter­wäl­ti­gend“ (um das eng­li­sche „under­whel­ming“ im Deut­schen nach­zu­ah­men), also nicht überzeugend.

Resümee: Der sensus fidei trägt ideologische Seligsprechungen nicht mit

Bei einem Besuch in den Päpst­li­chen Mis­si­ons­wer­ken (Mis­sio Austria) in Wien vor eini­gen Jah­ren bemerk­te ich beim Ein­gang der eben­erdig gele­ge­nen Haus­ka­pel­le ein Bild von Papst Paul VI. Ich weiß frei­lich nicht mehr, ob die Kapel­le for­mell Paul VI. geweiht war (weil ich mich auch nicht mehr erin­ne­re, wann der Besuch statt­fand, mög­li­cher­wei­se noch vor der Hei­lig­spre­chung 2018 und nach der Selig­spre­chung 2014). Dem Inter­net­auf­tritt von Mis​sio​.at ent­nimmt man per 18. August nur, daß die Kapel­le „Licht-der-Völ­ker-Kapel­le“ heißt, also nach dem ein­schlä­gi­gen Doku­ment des II. Vati­can­ums Lumen gen­ti­um benannt ist.

Ange­sichts der Wir­kungs­ge­schich­te von Paul VI. und des Zwei­ten Vati­can­ums ist die­se Vor­gangs­wei­se nicht nach­voll­zieh­bar. Gera­de die klas­si­sche Mis­si­on, die mis­sio ad gen­tes, ist seit dem Kon­zil so gut wie tot. Der sen­sus fidei fide­li­um sträubt sich daher gegen eine Paul-VI.-Kapelle. –

Hier ist eine wich­ti­ge Schluß­fol­ge­rung zu zie­hen, man kann das gar nicht oft genug sagen:

Hei­lig­spre­chun­gen erfol­gen legi­ti­mer­wei­se nicht par ord­re du muf­ti. Sie set­zen eine Ver­eh­rung der betref­fen­den Per­so­nen im Volk (!) vor­aus, und zwar über einen lan­gen Zeit­raum. Wenn sie per for­ma­len Hei­lig­spre­chungs­pro­zeß durch­ge­führt wer­den, bedarf es einer gründ­li­chen Durch­leuch­tung des Lebens der Betref­fen­den, auch der Schat­ten­sei­ten. Alles das ist durch die Ver­än­de­run­gen der Ord­nung der Hei­lig­spre­chungs­pro­zes­se in den Jah­ren 1969 und 1983 nicht mehr gegeben.

Der Glau­bens­sinn hat daher allen Grund, miß­trau­isch zu sein:

Neu­er­dings soll ein nudi­sti­scher, homo­se­xu­el­ler und pädo­phi­ler Bischof namens Ale­jan­dro Laba­ka Ugar­te aus dem Kapu­zi­ner­or­den selig­ge­spro­chen wer­den (sie­he dazu auf die­ser Sei­te im März, in eng­li­scher Spra­che vom Febru­ar auf Life­si­tenews). Begrün­det wird der Pro­zeß mit dem angeb­li­chen Mar­ty­ri­um des Bischofs. Die Moti­ve der Ermor­dung durch einen ver­fein­de­ten India­ner­stamm sind aber den Berich­ten zufol­ge nicht klar, mit ande­ren Wor­ten, das Mar­ty­ri­um in odi­um fidei steht nicht fest.

Der Kam­pa­gnen­cha­rak­ter zugun­sten Befrei­ungs­theo­lo­gie, Hei­den­tum, Ama­zo­nas­ro­man­tik und sexu­el­ler Revo­lu­ti­on ist aber so und anders offen­kun­dig. Der Glau­bens­sinn wen­det sich mit Abscheu ab.

Den Usur­pa­to­ren geht es natür­lich um die Zer­stö­rung der Kir­che. Sonst ist der gan­ze Wahn­sinn nicht zu erklären.

(Fort­set­zung in Kürze)

*Wolf­ram Schrems, Wien, Mag. theol., Mag. phil., Kate­chist, Pro-Life-Akti­vist, wun­dert sich sehr dar­über, daß sich so vie­le Katho­li­ken dumm stel­len, wenn es um Kon­zil, neue Mes­se und deren Adep­ten in der Hier­ar­chie geht.

Bild: Vati­can­News (Screen­shot)


1 Auch Mark Fel­lows erwähnt in Fati­ma in Twilight (2003) omi­nös einen Akt der Mai­län­der Poli­zei über Erz­bi­schof Mon­ti­ni, ohne aber näher dar­auf ein­zu­ge­hen. Tra­di­ti­on in Action brach­te vor zwan­zig Jah­ren einen Arti­kel mit lan­gen Zita­ten von Fran­co Bel­le­gran­di, einst Ehren­käm­me­rer von Pius XII. bis in die Ära Paul VI., sie­he hier.

2 Der Aus­druck laven­der mafia („Laven­del-Mafia“, im Deut­schen unüb­lich) bezeich­net im Eng­li­schen die homo­se­xu­el­len Netz­wer­ke im Klerus.

7 Kommentare

  1. Wie immer gel­tend für die Bei­trä­ge von Wolf­ram Schrems:

    Unver­blühmt, tref­fend und schmerzhaft.

    Was ich nicht ver­stan­den habe: „Viel­leicht ver­dient ein Kon­zil, das ‚pasto­ral‘ und nicht dog­ma­tisch war, Hei­lig­spre­chun­gen, die ‚pasto­ral‘ und nicht dog­ma­tisch sind.“ Wie unter­schei­det sich eine pasto­ra­le Hei­lig­spre­chung von einer dogmatischen?

    „Und die Über­set­zung muss wohl lau­ten: er hat (k)eine mora­li­sche Auto­ri­tät, sie bis zur Unkennt­lich­keit zu verändern.“

  2. Dank, gro­ßen Dank Ihnen, Herr Schrems.
    Was Sie hier brin­gen ist so wich­tig, es muß gesagt werden.

    Erin­ne­run­gen, Familiengeschichten:
    1950–1967: Mein Groß­on­kel war Jesu­it, zeit­wei­lig Mini­ster, am Cani­sia­num in Inns­bruck. Er besuch­te uns manch­mal. So hat­ten wir in der Fami­lie mit­be­kom­men, mit wel­cher Empö­rung mein Onkel das Kon­zil und die Vor­gän­ge bei den Jesui­ten beob­ach­te­te. Mein Onkel habe GESCHIMPFT über all das. …
    Mein Onkel ver­tei­dig­te die Beich­te und das Beicht­ge­heim­nis mit weit hör­ba­rer Stim­me am Hof des Insti­tu­tes – wäh­rend eini­ge pro­gres­si­ve Semi­na­ri­sten vor ihm das Beicht­ge­heim­nis verhöhnten.
    Nun liegt Karl Rah­ner viel zu nah bei ihm in der Habs­bur­ger-Gruft. Eine Herausforderung. 

    1971: Ich war vor der Erst­kom­mu­ni­on, man erzähl­te uns, es gäbe jetzt eine ande­re Lit­ur­gie, in deut­scher Spra­che. Alles wäre gleich geblie­ben, die Lit­ur­gie wäre ledig­lich ins Deut­sche über­setzt. Damit alle es ver­ste­hen und mit­fei­ern könnten.
    Der Orts­pfar­rer pro­te­stier­te vehe­ment dage­gen – wie so vie­le ande­re Prie­ster auch. Wir­kungs­los. Die neue Lit­ur­gie wur­de mit … Gewalt umgesetzt. 

    Nach eini­gen Besu­chen der neu­en Mes­se empör­te sich mei­ne Mut­ter und rief auf der Rück­fahrt im Auto „NUR ins Deut­sche Über­setzt?!! Von wegen! Das ist eine völ­lig ande­re ‚Mes­se‘ “
    Mei­ne Eltern hat­ten den Schott, sie kann­ten die Tex­te in Latein und in Deutsch. Sie wuß­ten, wie unnö­tig die­se ‚Neue deut­sche Über­set­zung‘ der Mes­se ist. So hat man die neue Lit­ur­gie damals begrün­det, verkauft.

    Was hier (erst Kon­zil, dann Lit­ur­gie) gemacht wur­de, war eine ein­zi­ge gro­ße Lüge, die damals von der brei­ten Mas­se noch gar nicht so begrif­fen wer­den konn­te. Auch von mir nicht.

    Heu­te erst und Dank der Arti­kel, wie Sie es brin­gen, ver­steht man.
    Noch ein­mal: Dank Ihnen und all Jenen, die Licht in die­se Fin­ster­nis bringen.

    • Ja, es liegt eine Ver­lo­gen­heit dar­in. Sie woll­ten die­se Ver­än­de­run­gen und haben nur noch geschaut, mit wel­chen Tricks sie die ver­kauft bekom­men. Das durch­zieht den gan­zen Cha­rak­ter des Konzilsgeistes.

    • Der Hei­li­ge Geist, der am Ende der Zei­ten immer stär­ker wird, hat uns alle erken­nen las­sen. Er ist das Licht. Rei­nen Her­zens bedarf es jetzt noch nicht ein­mal mehr einer Erklä­rung. Wer die ver­schie­de­nen Mess­ri­ten erlebt, ver­steht eigen­stän­dig auf der non­ver­ba­len Ebene.

  3. ja dan­ke – seit Jah­ren lese ich alle Ihre Arti­kel. Sie machen nicht fröh­lich sind aber
    wahr und was man bemer­ken kann und mir frü­her unvor­stell­bar war – ist dies auch in der kath Kirche
    nicht gesichert
    Vie­len Dank schrei­ben Sie bit­te weiter

  4. Die Fra­ge, ob J.M. Berg­o­glio wirk­lich Papst oder ein Gegen-Papst war, ist bis heu­te nicht geklärt wor­den. Denn Papst Bene­dikt XVI. behielt wis­sent­lich und gewollt den/​das munus, das gött­li­che Amt bei. Er hat­te nicht abge­dankt- da ist auch nie etwas in die­se Rich­tung rati­fi­ziert wor­den. Er hat­te das sel­ber ent­schie­den und war, da es einen eme­ri­tier­ten Papst nicht gibt und geben kann, Papst im „behin­der­ten Stuhl“ bis zu sei­nem Hin­schei­den. Nur ins­be­son­de­re für sei­ne unge­lehr­ten Geg­ner war die­ser Papa eme­ri­tus-Titel etwa Gül­ti­ges. Und ob Papst Leo wirk­lich Papst ist, ist eben­falls nicht geklärt, son­dern unwahr­schein­lich, weil er ledig­lich der Nach­fol­ger des ille­gi­ti­men Pap­stes Fran­zis­kus ist.
    Man könn­te sagen: alles Schnee von gestern und bar jeder beweis­ba­ren Grund­la­ge. Das aber ist nicht der Fall.
    Solan­ge die­se Din­ge im Raum ste­hen, sind die Akte von „Papst“ Fran­zis­kus, auch sei­ne Hei­lig­spre­chun­gen ohne ech­te Rele­vanz wie auch Amo­ris Lae­ti­tia und ande­res Sünd­haf­te und Ver­kehr­te recht­lich ungül­tig und dem­entspre­chend nicht bin­dend ist. Die Papst Fran­zis­kus- und nun­mehr Leo-Kir­che ist eine dahin­schwe­ben­de Illu­si­on ohne Wur­zeln, ohne christ­li­che Boden­haf­tung bzw. Grundierung.

  5. Der Hei­li­ge Papst Pius V. hat mit der Grün­dung sei­ner Hei­li­gen Liga zur erfolg­rei­chen See­schlacht von Lepan­to Euro­pa Jahr­hun­der­te vor dem Islam bewahrt. damals wuss­te der Papst noch um die Feinde.

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