Leben, Wunder (nur wenige) und Tod der „Mafia“ von St. Gallen

Die Dinge in der Kirche sind so, wie sie sind, weil es jemand so wollte
Die Dinge in der Kirche sind so, wie sie sind, weil es jemand so wollte

Der Jour­na­list und Vati­ka­nist Amer­i­co Mas­ca­ruc­ci, Autor zwei­er Bücher über das Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus („Die Revo­lu­ti­on von Papst Fran­zis­kus. Wie sich die Kir­che von Don Mila­ni zu Luther wan­delt“, 2018, und „Die Kir­che in der Poli­tik. Wie sich die CEI von Rui­ni zu Papst Fran­zis­kus ver­än­dert hat“, 2019), wider­spricht in sei­nem jüng­sten Text erneut der The­se, Bene­dikt XVI. sei auch nach sei­nem Amts­ver­zicht und der Wahl von Fran­zis­kus wei­ter­hin Papst gewesen.

Dabei geht er in ein­zel­nen Ein­schät­zun­gen und Gewich­tun­gen etwas zu weit, um sei­ne The­se zu unter­mau­ern. Das gilt ins­be­son­de­re für die behaup­te­te „Distanz“ Berg­o­gli­os zum Jesui­ten­ge­ne­ral Pedro Arru­pe. Berg­o­gli­os cha­rak­ter­lich beding­ten Eigen­mäch­tig­kei­ten mögen durch­aus zu Pro­ble­men geführt haben; den­noch war es gera­de Arru­pe, mit dem Berg­o­glio eng ver­bun­den war, der ihn in jun­gen Jah­ren zum Pro­vin­zi­al der Jesui­ten in Argen­ti­ni­en ernannte.

Unge­ach­tet des­sen ent­hal­ten Mas­ca­ruc­cis Aus­füh­run­gen eini­ge inter­es­san­te und auf­schluß­rei­che Aspek­te, die es wert sind, in Erin­ne­rung geru­fen zu wer­den. Die im Text ent­hal­te­nen Ver­lin­kun­gen sol­len dabei eine bes­se­re Ein­ord­nung der ange­spro­che­nen Zusam­men­hän­ge ermöglichen.

Leben, Wunder (nur wenige) und Tod der „Mafia“ von St. Gallen

Von Amer­i­co Mascarucci

Bei den Unter­stüt­zern der The­se von der „sede impe­di­ta„1 Bene­dikts XVI. stößt bereits der Zwei­fel an die­ser Theo­rie auf wenig Gegen­lie­be – also die Mög­lich­keit, eine Theo­rie in Fra­ge zu stel­len, die sie für unum­stöß­lich hal­ten, gera­de­zu für ein Glau­bens­dog­ma. Eine Theo­rie, die uns über­haupt nicht über­zeugt und die unse­res Erach­tens durch die Fak­ten wider­legt wird.

Wie konn­te ein eme­ri­tier­ter Papst als jemand ange­se­hen wer­den, des­sen Amts­aus­übung „ver­hin­dert“ war, wenn er zehn Jah­re lang spre­chen, schrei­ben, Inter­views geben und Posi­tio­nen ver­tre­ten konn­te, die dem Pon­ti­fi­kat Berg­o­gli­os ent­ge­gen­stan­den? Er konn­te Vor­wor­te zu Büchern kon­ser­va­ti­ver Kar­di­nä­le ver­fas­sen, in denen die tra­di­tio­nel­le Leh­re der Kir­che gegen Amo­ris Lae­ti­tia bekräf­tigt wur­de, und gewis­ser­ma­ßen sogar den Ver­ant­wort­li­chen für die vati­ka­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on sinn­ge­mäß „zum Teu­fel schicken“, als die­ser von ihm eine Bespre­chung von Büchern über die Theo­lo­gie von Papst Fran­zis­kus wünschte.

Ein Papst, des­sen Amts­aus­übung angeb­lich der­art „ver­hin­dert“ war, daß er es sich nicht nur erlau­ben konn­te, die ver­lang­te Rezen­si­on abzu­leh­nen, son­dern sogar die Theo­lo­gen der streng­sten berg­o­glia­ni­schen Obser­vanz zu kri­ti­sie­ren, die an der Ver­öf­fent­li­chung die­ser Bän­de mit­ge­wirkt hat­ten. Zudem ließ er sei­nen Ärger über die Mani­pu­la­ti­on des Tex­tes durch eben jenen Ver­ant­wort­li­chen des dama­li­gen vati­ka­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­se­kre­ta­ri­ats durch­sickern – was schließ­lich des­sen Rück­tritt zur Fol­ge hatte.

Und wenn er nicht gehin­dert wor­den wäre – was hät­te er dann tat­säch­lich getan?

Doch dar­über hin­aus ist es gera­de der angeb­li­che Grund selbst, der eine sol­che Ver­schwö­rungs­er­zäh­lung zum Ein­sturz bringt, näm­lich die Vor­stel­lung, Bene­dikt XVI. habe die „sede impe­di­ta“ selbst insze­niert, um einen Putsch der soge­nann­ten Mafia von Sankt Gal­len zu ver­ei­teln. Die­se ist inzwi­schen ein wenig zu einer Art Ban­da del­la Maglia­na2 gewor­den, die bei prak­tisch jedem Fall der römi­schen Unter­welt bemüht wird, ange­fan­gen beim Ver­schwin­den von Ema­nue­la Orlandi.

Die Grup­pe von Sankt Gal­len, die spä­ter von einem ihrer eige­nen Mit­glie­der, dem bel­gi­schen Kar­di­nal Dan­neels, iro­nisch als „Mafia“ bezeich­net wur­de – ohne daß er ahnen konn­te, daß die Tra­di­tio­na­li­sten die­sen Begriff spä­ter über­neh­men wür­den –, spiel­te zwei­fel­los eine wich­ti­ge Rol­le in der letz­ten Pha­se des Pon­ti­fi­kats Johan­nes Pauls II. Die Kar­di­nä­le und Bischö­fe, die ihr ange­hör­ten, tra­fen sich, um über Refor­men in der Kir­che zu bera­ten und den Ein­fluß ein­zu­däm­men, den Joseph Ratz­in­ger als Prä­fekt des ehe­ma­li­gen Hei­li­gen Offi­zi­ums auf den pol­ni­schen Papst ausübte.

Es ist zudem bestä­tigt, daß die Grup­pe aktiv dar­an arbei­te­te, die Nach­fol­ge Woj­ty­łas vor­zu­be­rei­ten, wobei sie vor allem die Kan­di­da­tur Car­lo Maria Mar­ti­nis als Alter­na­ti­ve zu Ratz­in­ger ins Auge faß­te. Inzwi­schen gilt jedoch als erwie­sen, daß gera­de Mar­ti­ni dazu bei­trug, die Wahl Ratz­in­gers zu begün­sti­gen. Als die Grup­pe näm­lich erkann­te, daß eine Kan­di­da­tur des ehe­ma­li­gen Erz­bi­schofs von Mai­land nicht durch­setz­bar war, soll sie beschlos­sen haben, auf Berg­o­glio zu set­zen. Man war über­zeugt, auch die Stim­men der gemä­ßig­ten und zen­tri­sti­schen Kar­di­nä­le gewin­nen zu kön­nen, die Ratz­in­ger für zu kon­ser­va­tiv hielten.

Doch Mar­ti­ni war mit die­ser Kan­di­da­tur kei­nes­wegs ein­ver­stan­den. Dies lag vor allem dar­an, daß Berg­o­glio inner­halb der Gesell­schaft Jesu in gro­ßer Distanz zum ehe­ma­li­gen Ordens­ge­ne­ral Pedro Arru­pe gestan­den hat­te, mit dem Mar­ti­ni sei­ner­seits tief ver­bun­den war und der sei­ner­seits mehr als nur eini­ge Schwie­rig­kei­ten mit dem argen­ti­ni­schen Kir­chen­mann gehabt hatte.

Ange­sichts des Patts, das durch die Kon­fron­ta­ti­on der Kan­di­da­tur Berg­o­gli­os mit jener Ratz­in­gers ent­stand, zeich­ne­te sich kon­kret die Gefahr ab, daß bei­de schei­tern und statt­des­sen ein Außen­sei­ter zum Zuge kom­men könn­te. Die­ser soll in Kar­di­nal Dio­ni­gi Tett­aman­zi aus­ge­macht wor­den sein, dem Nach­fol­ger Mar­ti­nis auf dem Mai­län­der Bischofs­stuhl, der aller­dings in der Ver­gan­gen­heit mehr­fach mit Mar­ti­ni anein­an­der­ge­ra­ten war.

Tett­aman­zi ver­trat zwar pro­gres­si­ve Ten­den­zen, stand jedoch stets Johan­nes Paul II. nahe und war ihm gegen­über zutiefst erge­ben und gehor­sam. Als Sekre­tär der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz (CEI) war er sogar bei meh­re­ren Gele­gen­hei­ten ein­ge­schrit­ten, um bestimm­te Posi­tio­nen Mar­ti­nis zu kor­ri­gie­ren und zu kri­ti­sie­ren, die ein­deu­tig im Gegen­satz zum Papst standen.

Johan­nes Paul II. schätz­te ihn außer­or­dent­lich und setz­te ihn gera­de des­halb an die Stel­le Mar­ti­nis, um das Erz­bis­tum Mai­land wie­der auf den Weg des Gehor­sams gegen­über dem Papst zurückzuführen.

Mar­ti­ni ent­schied sich dar­auf­hin, den alten Riva­len Ratz­in­ger zu unter­stüt­zen, statt Berg­o­glio oder Tett­aman­zi zum Sieg zu ver­hel­fen – auch in der Absicht, das Gewicht sei­ner eige­nen Stim­men anschlie­ßend gel­tend zu machen und das Pon­ti­fi­kat Bene­dikts XVI. zu beein­flus­sen.

Nach dem Kon­kla­ve von 2005 begann die Mafia von Sankt Gal­len, wie meh­re­re ihrer Mit­glie­der bestä­tig­ten, prak­tisch aus­ein­an­der­zu­fal­len und schrumpf­te schließ­lich auf einen klei­nen Kern zusam­men. Selbst Mar­ti­ni schien nur mehr wenig Inter­es­se dar­an zu haben, die Orga­ni­sa­ti­on am Leben zu erhalten.

Heu­te Ver­schwö­run­gen der Sankt-Gal­len-Mafia hin­ter dem Rück­tritt Bene­dikts XVI. zu beschwö­ren, erscheint daher offen gesagt als eine aus­ge­spro­chen ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sche Vor­stel­lung, die von der Rea­li­tät weit ent­fernt ist.

Wie bereits erwähnt, war die Grup­pe 2013 nicht mehr in der Wei­se aktiv wie 2005. Mar­ti­ni war inzwi­schen ver­stor­ben, und beim Kon­kla­ve von 2013, das Berg­o­glio zum Papst wähl­te, waren ledig­lich drei Kar­di­nä­le aus die­sem Umfeld anwe­send: Kas­per, Dan­neels und Leh­mann. Sie waren allei­ne aber kei­nes­wegs stark genug, um die Wahl eines Pap­stes in einem Kon­kla­ve zu steu­ern, des­sen Mehr­heit aus Kar­di­nä­len bestand, die dem alten woj­ty­lia­ni­schen und ratz­in­ge­ria­ni­schen Kurs ver­bun­den waren.

Gewiß spiel­te Wal­ter Kas­per eine wich­ti­ge Rol­le bei der Wahl Berg­o­gli­os – aller­dings nicht so sehr als Ver­tre­ter der Sankt-Gal­len-Grup­pe, son­dern als füh­ren­de Figur der Pro­gres­si­ven. Zu deren Rei­hen gehör­ten auch meh­re­re Kar­di­nä­le, die nie­mals an den Tref­fen in Sankt Gal­len teil­ge­nom­men und nie­mals Kon­tak­te zu der Grup­pe gehabt hatten.

Mitt­ler­wei­le ist offen­sicht­lich, daß die Wahl Berg­o­gli­os das Ergeb­nis über­grei­fen­der Abspra­chen war, die dazu dien­ten, die Wahl von Kar­di­nal Ange­lo Sco­la zu ver­hin­dern. Dabei war auch Ratz­in­gers Staats­se­kre­tär Tar­cis­io Ber­to­ne aktiv, der ent­schlos­sen war, den Auf­stieg des von Rui­ni und Bag­nas­co unter­stütz­ten Kan­di­da­ten zu verhindern.

Man hat ver­ges­sen, daß vor dem Kon­kla­ve von 2013 die Gene­ral­ver­samm­lun­gen der Kar­di­nä­le statt­fan­den und sich bei der über­wäl­ti­gen­den Mehr­heit der Kar­di­nä­le eine Linie des Bruchs mit der bis­he­ri­gen Ent­wick­lung durchsetzte.

Gera­de bei die­sen Ver­samm­lun­gen setz­te sich bei vie­len Kar­di­nä­len der Wunsch durch, auf ein Pro­fil zu set­zen, das weni­ger theo­lo­gisch und stär­ker pasto­ral aus­ge­rich­tet war.

Das eigent­lich Bemer­kens­wer­te dar­an ist, daß jenes Kon­kla­ve aus eben den Kar­di­nä­len bestand, die nach Ansicht der heu­ti­gen Ver­tre­ter der Theo­rie der „sede impe­di­ta“ den Nach­fol­ger Bene­dikts [Fran­zis­kus zählt laut die­ser Theo­rie ja nicht] wäh­len und der Kir­che einen „wah­ren Papst“ zurück­ge­ben müß­ten – also aus den­sel­ben Kar­di­nä­len, die mit gro­ßer Mehr­heit für Berg­o­glio gestimmt hatten.

Bene­dikt XVI. trat nicht wegen der „Mafio­si“ von Sankt Gal­len zurück, son­dern wegen sei­nes wich­tig­sten Mit­ar­bei­ters, des ehe­ma­li­gen Staats­se­kre­tärs Ber­to­ne. Die­ser hat­te in der Kir­che ein Kli­ma geschaf­fen, das einer Art „Bür­ger­krieg“ gleich­kam und schließ­lich im Abfluß gehei­mer und ver­trau­li­cher Doku­men­te aus den päpst­li­chen Gemä­chern gip­fel­te. Die­se Doku­men­te bestä­tig­ten die Span­nun­gen und Macht­kämp­fe inner­halb des Vatikans.

Hin­zu kam der Wider­stand des Main­streams mit sei­nen syste­ma­ti­schen Angrif­fen im Zusam­men­hang mit den Miß­brauchs­skan­da­len und der Vatik­an­bank IOR. Die­se Angrif­fe wur­den zwei­fel­los durch das Zusam­men­wir­ken moder­ni­sti­scher katho­li­scher Krei­se, der Oba­ma- und Sor­os-nahen Lin­ken sowie säku­la­ri­sti­scher Medi­en befeu­ert, die ent­schlos­sen waren, das Wir­ken eines Pap­stes zu blockie­ren, der nicht mit der neu­en Welt­ord­nung übereinstimmte.

Bene­dikt, ein gro­ßer Theo­lo­ge und tief­grün­di­ger Gelehr­ter, zog es schließ­lich vor, zu sei­ner wis­sen­schaft­li­chen und gei­sti­gen Tätig­keit zurück­zu­keh­ren, anstatt wei­ter­hin eine Kir­che zu füh­ren, die er voll­stän­dig einem Mit­ar­bei­ter anver­traut hat­te, näm­lich Ber­to­ne, den er für ver­trau­ens­wür­dig hielt.

Ber­to­ne, der der Römi­schen Kurie völ­lig fremd war, geriet dort letzt­lich in Kon­flikt mit dem Macht­block, der sich im vor­an­ge­gan­ge­nen lan­gen Pon­ti­fi­kat Woj­ty­łas her­aus­ge­bil­det hat­te und sich um den ehe­ma­li­gen Staats­se­kre­tär Ange­lo Sod­a­no gruppierte.

Ein Staats­se­kre­tär also, Ber­to­ne, der den Namen des Pap­stes für Vor­gän­ge und Ope­ra­tio­nen ein­setz­te, mit denen Ratz­in­ger in Wirk­lich­keit über­haupt nichts zu tun hat­te – sie­he etwa die Machen­schaf­ten rund um das Tonio­lo-Insti­tut oder die Ver­set­zung von Erz­bi­schof Viganò in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, mit der das vati­ka­ni­sche Gover­na­torat von einem Sekre­tär ent­la­stet wer­den soll­te, der dar­an gehen woll­te, die ent­stan­de­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Par­al­lel-Macht­zen­tren abzubauen.

All dies waren kon­kre­te und zeit­be­ding­te Fak­to­ren, die Bene­dikt XVI. dazu bewo­gen, sich zurückzuziehen.

Zwei­fel­los hat die Grup­pe von Sankt Gal­len dazu bei­getra­gen, zahl­rei­che irri­ge Vor­stel­lun­gen zu ver­brei­ten, die wäh­rend der Ära Berg­o­gli­os in Umlauf kamen, ange­fan­gen mit dem Kon­zept der Syn­oda­li­tät. Zu ihren prä­gen­den Figu­ren gehör­ten äußerst umstrit­te­ne Per­sön­lich­kei­ten wie Ivo Fürer, Karl Leh­mann und eben auch Kas­per, die erheb­li­che dok­tri­nä­re Irr­tü­mer ver­brei­tet haben.

Doennoch wird die­ser Grup­pe mög­li­cher­wei­se eine weit grö­ße­re Bedeu­tung zuge­schrie­ben, als sie tat­säch­lich besaß. Auf die­se Wei­se wird die Theo­rie, Bene­dikt XVI. sei gar nicht wirk­lich zurück­ge­tre­ten, mit Dreh­bü­chern aus­ge­schmückt, die direkt aus Roma­nen von Dan Brown stam­men könnten.

Einleitung/​Übersetzung/​Fußnoten: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Katho​li​sches​.info/KI


  1. Sede impe­di­ta („ver­hin­der­ter Papst­stuhl“) bezeich­net – im Gegen­satz zu sede vacan­te („unbe­setz­ter Papst­stuhl“) – einen besetz­ten, aber an der Amts­aus­übung gehin­der­ten Hei­li­gen Stuhl; nach dem Amts­ver­zicht Bene­dikts XVI. und der Wahl von Fran­zis­kus wur­de von eini­gen die The­se ver­tre­ten, Bene­dikt sei wei­ter­hin der recht­mä­ßi­ge Papst gewe­sen, aber an der Aus­übung sei­nes Amtes gehin­dert. ↩︎
  2. Die Ban­da del­la Maglia­na war eine äußerst gewalt­tä­ti­ge römi­sche Ver­bre­cher­or­ga­ni­sa­ti­on. Belegt sind Kon­tak­te ein­zel­ner Mit­glie­der in das kri­mi­nel­le, rechts­extre­me und teil­wei­se staat­li­che bzw. geheim­dienst­li­che Umfeld und zur Frei­mau­rer­lo­ge P2 ; nicht belegt ist dage­gen die in lin­ken Krei­sen und unter Sen­sa­ti­ons­jour­na­li­sten popu­lä­re Vor­stel­lung, sie habe als gehei­me Schalt­zen­tra­le hin­ter den gro­ßen poli­ti­schen Ver­bre­chen Ita­li­ens gestan­den. Ihr Zer­fall begann bereits in den spä­ten 1980er Jah­ren durch inter­ne Feh­den, Mor­de und zahl­rei­che Ver­haf­tun­gen; als ent­schei­den­der Schlag gegen die Struk­tur gilt jedoch die Ope­ra­ti­on „Colos­seo“ vom April 1993, bei der 55 Per­so­nen fest­ge­nom­men wur­den. ↩︎

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