Rom, Peter Thiel, Palantir, Trump und der Antichrist

Sind manche versucht, auf die falsche Karte zu setzen?


Im römischen Palazzo Taverna fand vor wenigen Tagen eine geschlossene, quasi geheime Veranstaltung statt, die den Antichristen zum Thema hatte
Im römischen Palazzo Taverna fand vor wenigen Tagen eine geschlossene, quasi geheime Veranstaltung statt, die den Antichristen zum Thema hatte

Am 15. März 2026 fand in Rom ein höchst unge­wöhn­li­cher, fast kon­spi­ra­ti­ver Vor­trag statt. Der deut­sche Sil­li­con-Val­ley-Mil­li­ar­där Peter Thiel, einer der Grün­der und erster Vor­stands­vor­sit­zen­der von Palan­tir, jenem Soft­ware-Unter­neh­men, das im Dienst der US-Regie­rung (Pen­ta­gon, Geheim­dien­ste, Mini­ste­ri­en) Pro­gram­me für Staa­ten zur Total­über­wa­chung und zur Kriegs­füh­rung ent­wickelt, Pro­gram­me, die in den Krie­gen in der Ukrai­ne und im Nahen Osten bereits zum Ein­satz kom­men, hielt einen Vor­trag über den Anti­chri­sten. Wur­den hier alte Alli­an­zen, die aus dem Ende des Zwei­ten Welt­kriegs her­vor­ge­gan­gen sind, neu gefe­stigt? Oder set­zen kon­ser­va­ti­ve, auch tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Kräf­te auf die fal­sche Kar­te? Geht es um ein brand­ge­fähr­li­ches „Spiel“? Don Cur­zio Nito­glia reagier­te mit einer Stel­lung­nah­me, die Katho​li​sches​.info für sei­ne Leser dokumentiert

Peter Thiel, Palantir, Trump und der Antichrist im tradi-konservativen Rom1

Von Don Cur­zio Nitoglia*

ERSTER TEIL

Das „Phänomen Thiel“ und seine Bedeutung

Peter Thiel, gebo­ren am 11. Okto­ber 1967 in Frank­furt am Main, spä­ter ein­ge­bür­gert als US-ame­ri­ka­ni­scher und neu­see­län­di­scher Staats­bür­ger, ist Mit­be­grün­der – zusam­men mit Elon Musk – von PayPal sowie Initia­tor von Palan­tir Tech­no­lo­gies, einem Unter­neh­men für Daten­ana­ly­se und stra­te­gi­sche Über­wa­chung im Dienst der Geheim­dien­ste eines gro­ßen Teils der Welt (natür­lich nur der „guten“, demo­kra­ti­schen Sei­te). Dar­über hin­aus hat er – unter ande­rem – auch den Wahl­kampf von Donald Trump mit­fi­nan­ziert. Er ist, wie man sagt, „quer durch alle Lager ver­netzt“, ganz im Sin­ne eines „Bru­ders“…

Am 15. März 2026 kam Peter – gewis­ser­ma­ßen „Petrus“ – nach Rom, um ein gehei­mes Tref­fen abzu­hal­ten: nicht nur hin­ter ver­schlos­se­nen, son­dern gewis­ser­ma­ßen ver­rie­gel­ten Türen, für eine klei­ne Zahl von ledig­lich 165 „Aus­er­wähl­ten“ (dar­un­ter etwa der ehe­ma­li­ge Radi­ka­le Danie­le Capez­zo­ne sowie der Prä­si­dent der Abge­ord­ne­ten­kam­mer, Loren­zo Fon­ta­na). Ver­an­stal­tungs­ort war Palaz­zo Taver­na im histo­ri­schen Zen­trum Roms. The­ma des Tref­fens: der Anti­christ, den Thiel als jene Gestalt inter­pre­tiert, die den tech­no­lo­gi­schen bzw. kon­ser­va­ti­ven Fort­schritt bremst.

Die „165“ muss­ten einen Ver­trag unter­zeich­nen, in dem sie sich ver­pflich­te­ten, über die Inhal­te des Tref­fens abso­lu­tes Still­schwei­gen zu bewah­ren – bei Zuwi­der­hand­lung droht eine Ver­trags­stra­fe von 10.000 Euro. Mehr als an einen Vor­trag erin­ner­te das Gan­ze an eine Zusam­men­kunft in einer Loge – wenn auch ohne ritu­el­le Elemente.

Zugleich hat Thiel – als guter rech­ter Tech-Spi­ri­tua­list – die Fei­er einer (natür­lich) tra­di­tio­nel­len Mes­se nahe der Piaz­za Far­ne­se in Rom geför­dert und ermu­tigt, in der Per­so­nal­pfar­rei SS. Tri­ni­tà dei Pel­le­g­ri­ni, zele­briert von der Prie­ster­bru­der­schaft St. Petrus (ehe­mals der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei zugeordnet).

Davi­de Qua­dri, Ver­ant­wort­li­cher der Lega Gio­va­ni, der Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on der Regie­rungs­par­tei Lega, trat als Spre­cher der Gläu­bi­gen auf, die an die­ser Mes­se am 17. März 2026 teil­nah­men, und beschränk­te sich auf die Fest­stel­lung, die tra­di­tio­nel­le Mes­se sei „sehr schön“ – mehr nicht.

Er erweist sich damit als „bedeu­ten­der Theo­lo­ge“ – geschult in der „hohen Schu­le“ des stell­ver­tre­ten­den Mini­ster­prä­si­den­ten Mar­co Sal­vi­ni –, der an dok­tri­nel­ler Schär­fe sogar die Kar­di­nä­le Alfre­do Otta­via­ni und Anto­nio Bac­ci über­trifft. Die­se hat­ten 1969 Paul VI. ein Begleit­schrei­ben zum „Kur­zen kri­ti­schen Gut­ach­ten zum Novus Ordo Mis­sae“ über­reicht und des­sen Abschaf­fung gefor­dert, da er „schäd­lich für die See­len“ sei – und nicht bloß weil sie nicht „schön“ oder weni­ger „schön“ als die tra­di­tio­nel­le Mes­se sei.

Um der Auf­merk­sam­keit der ita­lie­ni­schen und inter­na­tio­na­len Pres­se zu ent­ge­hen, hat­ten die Orga­ni­sa­to­ren zunächst ver­brei­tet, die Mes­se wer­de in der Kir­che San Gio­van­ni Bat­ti­sta dei Fio­ren­ti­ni gefei­ert. Doch plötz­lich bega­ben sich die Gläu­bi­gen statt­des­sen zur SS. Tri­ni­tà dei Pel­le­g­ri­ni, ohne beson­de­re Kenn­zei­chen, ledig­lich mit einem Zugangs­aus­weis für die spä­te­re Rück­kehr zum Palaz­zo Taver­na, wo das eigent­li­che Tref­fen stattfand.

Eini­ge Teil­neh­mer ver­lie­ßen die Mes­se und bega­ben sich unmit­tel­bar – mit dem Aus­weis um den Hals – zu dem „her­me­ti­schen“ (im römi­schen Dia­lekt: „er meti­co“, „der Arzt“) Tref­fen über den Anti­chri­sten, orga­ni­siert von Peter Thiel.

Thiel selbst traf im Palaz­zo Taver­na in einer luxu­riö­sen schwar­zen Mer­ce­des-Limou­si­ne mit streng ver­dun­kel­ten Schei­ben ein (ça va sans dire).

Er hielt sich vier Tage lang in der Ewi­gen Stadt auf (vom 15. bis 18. März), um wei­te­re streng ver­trau­li­che Gesprä­che zu füh­ren. Auch sie waren den Bezie­hun­gen zwi­schen Glau­be und Ver­nunft, Reli­gi­on und Wis­sen­schaft sowie zwi­schen dem Westen (atlan­tisch von den USA bis Isra­el) und dem Anti­chri­sten gewidmet.

Es ist anzu­mer­ken, dass Thiel – als eine Art „gro­ßer Theo­lo­ge und Exeget“ ame­ri­ka­ni­scher Prä­gung – bereits zuvor in Cam­bridge (Eng­land), San Fran­cis­co (USA) und Paris (Frank­reich) über den Anti­chri­sten und die Apo­ka­lyp­se gespro­chen hatte.

Als über­zeug­ter Unter­stüt­zer im Sili­con Val­ley von Donald Trumps (wäh­rend des­sen zwei­ter Amts­zeit) gilt Thiel als Ver­tre­ter einer „Tech-Rech­ten“, also eines US-ame­ri­ka­ni­schen Kon­ser­va­tis­mus, der die Mensch­heit durch eine kon­ser­va­ti­ve, eli­tä­re Tech­no­lo­gie erlö­sen will – ins­be­son­de­re im Dienst von Poli­zei und Mili­tär der USA und Isra­els, die sie in aktu­el­len Kon­flik­ten einsetzen.

Nach die­ser Sicht­wei­se müs­se alles, was sich Tech­no­lo­gie und Tech­no­kra­tie wider­setzt, ver­bo­ten oder zumin­dest auf den Index gesetzt werden.

So lädt er Per­sön­lich­kei­ten wie Danie­le Capez­zo­ne (zuerst Vor­sit­zen­der der Radi­ka­len Par­tei, dann Par­tei­spre­cher von For­za Ita­lia, heu­te Her­aus­ge­ber der Zeit­schrift Atlan­ti­co), Anto­nio Zana­r­di Lan­di (Bot­schaf­ter des Mal­te­ser­or­dens beim Hei­li­gen Stuhl) und den Lega-Poli­ti­ker Loren­zo Fon­ta­na zu sei­nem Tref­fen ein; zugleich schickt er die Teil­neh­mer zur tra­di­tio­nel­len Mes­se – obwohl er selbst kein Katho­lik ist und in einer homo­se­xu­el­len Bezie­hung mit einem Mann zusam­men­lebt, mit Matt Dan­zei­sen, einem ame­ri­ka­ni­schen Finanz­ma­na­ger und seit 2017 Vize­prä­si­dent von Black­Rock.

Laut Thiel sei die Demo­kra­tie mitt­ler­wei­le von der Tech­no­kra­tie über­holt wor­den. Er ver­kün­det daher das Kom­men eines neu­en tech­no­kra­ti­schen Heils­zeit­al­ters, das durch Kol­laps, Auf­lö­sung oder gar Anti­no­mie (d. h. durch die Auf­he­bung des Natur­ge­set­zes als Weg zur „Hei­li­gung“) her­bei­ge­führt werde.

Die­se Ideen erin­nern an die Leh­ren kab­ba­li­sti­scher Den­ker, ins­be­son­de­re des 18. Jahr­hun­derts (wie Jakob Frank und Sab­ba­tai Zvi), sowie an Autoren wie Juli­us Evo­la, etwa sei­nen Büchern: La meta­fi­si­ca del ses­so, Rom 1958, (dt. Aus­ga­be: Meta­phy­sik des Sexus, Stutt­gart 1961) und Caval­ca­re la tig­re, Mai­land 1961 (dt. Aus­ga­be: Caval­ca­re la tig­re = Den Tiger rei­ten, Enger­da 1997).

Die zukünf­ti­ge Gesell­schaft müs­se – so Thiel – von Tech­no­kra­ten und hoch­ent­wickel­ter Tech­no­lo­gie (ins­be­son­de­re Künst­li­cher Intel­li­genz) gelei­tet wer­den, mit dem Ziel eines „Trans­hu­ma­nis­mus“ (wie ihn Yuval Noah Hara­ri ankün­digt) oder einer Art „Ver­gött­li­chung“ des Men­schen durch die eige­ne Gno­sis oder tech­ni­sches Wis­sen, anstel­le einer meta­phy­si­schen Erkennt­nis (wie es René Gué­nons woll­te in sei­nen Schrif­ten: La cri­se du mon­de moder­ne, 1927 (dt. Aus­ga­be: Die Kri­se der Neu­zeit, Köln 1950), Le Roi du Mon­de, 1927 (dt. Aus­ga­be: Der König der Welt, Plan­egg 1956), La meta­phy­si­que ori­en­ta­le, 1939 (dt. Aus­ga­be: Stu­di­en über den Hin­du­is­mus, Nor­der­stedt 2023).

Laut Thiel ste­hen wir an der Schwel­le zur „Apo­ka­lyp­se“ (aller­dings nicht der des Evan­ge­li­sten Johan­nes); wir leben in einer Art Zwi­schen­reich, einem Inter­re­gnum, das dem Reich des Messias/​Trump/​Thiel vor­aus­geht, der den Anti­chri­sten besie­gen wird.

Der „Mes­si­as“ wäre dem­nach – wenig über­ra­schend – er selbst. Doch er erlöst uns nicht durch Aske­se, Reue und Umkehr, son­dern durch Auf­lö­sung; des­halb bemüht er sich, die­sen Pro­zess zu beschleu­ni­gen. Je schlim­mer, desto bes­ser. Pec­ca for­ti­ter sed for­ti­us spe­ra (Sün­di­ge hef­tig, aber hof­fe noch hef­ti­ger, Mar­tin Luther an Melan­chthon, 1. August 1521).

Die Fir­ma Palan­tir ist – auf­fäl­li­ger­wei­se – in zahl­rei­che Ope­ra­tio­nen ein­ge­bun­den, ins­be­son­de­re in aktu­el­le Kriegs­schau­plät­ze (Gaza, West­jor­dan­land, Ukrai­ne, Russ­land, Iran, Isra­el und die USA). „In bel­lo salus“ – wobei nicht pulchrum, „das Schö­ne“, son­dern „der Krieg“ gemeint ist: Im Krieg das Heil.

Palan­tir ent­stand mit dem 11. Sep­tem­ber 2001 und begann – gestützt auf den „Patri­ot Act“ (erlas­sen als Reak­ti­on bereits am 26. Okto­ber 2001) – mit umfas­sen­der Daten­er­fas­sung, offi­zi­ell mit dem edlen Ziel, zu ver­hin­dern, dass Boings in US-ame­ri­ka­ni­sche Wol­ken­krat­zer flie­gen und zahl­rei­che „Unfäl­le“ zu ver­ur­sa­chen, spe­zi­ell, wenn sie von betrun­ke­nen Ara­bern geflo­gen werden.

Thiel stand in Kon­takt mit Jef­frey Epstein, mit dem israe­li­schen Geheim­dienst Mos­sad sowie mit ver­schie­de­nen Vetre­tern von Geheim­dien­sten welt­weit, ins­be­son­de­re US-ame­ri­ka­ni­schen (natür­lich nur demokratische).

Am 18. März ver­ließ Thiel schließ­lich Rom wie­der – eine Stadt, die in ihren rund drei Jahr­tau­sen­den Geschich­te schon zahl­lo­se „Pil­ger“ gese­hen hat, so dass einer mehr oder weni­ger kaum ins Gewicht fällt.

CIA und Beat-Messe

Am 3. April 1969 wur­de die neue Mes­se Pauls VI. pro­mul­giert; die soge­nann­ten Beat-Mes­sen gehen jedoch bereits auf das Jahr 1966 zurück (also drei Jah­re vor der Ein­füh­rung des Novus Ordo Mis­sae und nicht danach, wie man spon­tan anneh­men könnte).

Die Beat-Lit­ur­gie bestand aus vage reli­giö­sen Lie­dern mit star­kem, gera­de­zu ent­fes­sel­tem Beat-Rhyth­mus; zudem war ihr Inhalt von einem süss­lich-kleb­ri­gen Sen­ti­men­ta­lis­mus durch­drun­gen, der jedem wohl­ge­ord­ne­ten Ver­stand widerstrebte.

Bereits 1965 wur­den die­se locker reli­giö­sen Lie­der mit ihrem fre­ne­ti­schen Beat-Rhyth­mus von einer Ye-Ye-Band aus Asco­li Pice­no auf­ge­führt und anschlie­ßend auf Schall­plat­ten als „sakra­le“ Lie­der auf­ge­nom­men, um die Beat-Mes­sen zu gestalten.

Zu den wich­tig­sten För­de­rern die­ser Ye-Ye-Mes­sen gehör­ten ein Jesu­it und ein Domi­ni­ka­ner: der Jesu­it war Pater Pedro Arru­pe, der Domi­ni­ka­ner Pater Sinal­do Sinal­di, der an der Uni­ver­si­tät Pro Deo lehr­te. Auf die Bedeu­tung die­ser Uni­ver­si­tät, die spä­ter LUMSA hei­ßen und schließ­lich zur LUISS Gui­do Car­li wer­den soll­te, wird noch zurück­zu­kom­men sein.

So wur­de am 27. April 1966 in Rom, in der Kir­che San­ta Maria in Val­li­cel­la, vor gro­ßem Publi­kum – beglei­tet von Fern­se­hen und Pres­se – die erste Beat-Mes­se auf­ge­führt und gesun­gen … es waren Tau­sen­de von Men­schen anwesend.

Die Beat-Messe: ein „Trojanisches Pferd“ der CIA in der römischen Kirche

Ach­tung: Die Beat-Mes­se war kein Zufalls­pro­dukt eini­ger unbe­dach­ter Prie­ster; viel­mehr wur­de sie sowohl von hohen vati­ka­ni­schen Krei­sen, die dem Moder­nis­mus zuge­wandt waren, als auch vom US-ame­ri­ka­ni­schen Geheim­dienst gewollt, um die römi­sche Kir­che zu untergraben.

In der heu­ti­gen post­pan­de­mi­schen und von Krie­gen gepräg­ten Situa­ti­on (Palä­sti­na, Ukrai­ne, Iran …) ver­sucht Thiel, die­ses Pro­jekt CIA/​Morlion zu Ende zu brin­gen, um die tota­le Sub­ver­si­on und letzt­lich die Auf­lö­sung der Mensch­heit zur Voll­endung zu bringen.

Pater Sinal­di lehr­te als Pro­fes­sor für Theo­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Pro Deo, die – und das ist von Bedeu­tung – im Jahr 1946 unmit­tel­bar nach dem Ende des Zwei­ten Welt­kriegs gegrün­det wurde.

Von beson­de­rer Wich­tig­keit ist dabei eine Per­sön­lich­keit, die genau­er unter­sucht wer­den muss: Felix Morlion.

Pater Felix Morlion: ein CIA-Agent in Rom

Die Uni­ver­si­tät Pro Deo war ein Pro­jekt des OSS (US-ame­ri­ka­ni­scher Mili­tär­ge­heim­dienst wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges) und sei­nes Nach­fol­gers CIA (Aus­lands­ge­heim­dienst der USA).

Pater Mor­lion kam 1943 zusam­men mit den US-Streit­kräf­ten nach Sizi­li­en; er lan­de­te auf der Insel und mit ihm begann ein Pro­zess, der den Geist Euro­pas zer­stö­ren soll­te – und das Schlimm­ste soll­te erst noch folgen.

Von 1943 bis 1944 zog Mor­lion mit den US-Trup­pen durch halb Ita­li­en in Rich­tung Rom; am 4. Juni 1944 mar­schier­ten die US-Ame­ri­ka­ner in Rom ein. Mor­lion selbst erreich­te die Stadt mit einem Emp­feh­lungs­schrei­ben von Alci­de De Gas­pe­ri und Don Lui­gi Stur­zo (Grün­der der christ­lich­so­zia­len Demo­cra­zia Cristiana).

Mor­lion war eine äußerst ein­fluss­rei­che Per­sön­lich­keit, ein Exper­te für psy­cho­lo­gi­sche Kriegs­füh­rung und Mas­sen­pro­pa­gan­da. Er war ein ope­ra­ti­ver Agent des OSS und grün­de­te 1946 in Rom mit Zustim­mung von Mon­si­gno­re Mon­ti­ni, dem spä­te­ren Papst Paul VI. die Inter­na­tio­na­le Uni­ver­si­tät für Spe­zi­al­stu­di­en (LUISS – damals noch nicht in ihrer heu­ti­gen Form).

Spä­ter wur­de dar­aus die LUISS Gui­do Car­li der ita­lie­ni­schen Indu­stri­el­len­ver­ei­ni­gung Con­f­in­du­stria. Damit voll­zog sich ein Über­gang der Trä­ger­schaft vom kirch­li­chen Umfeld zur Indu­strie. Die LUISS wur­de auch „Pro Deo“ genannt und von Mor­lion gemein­sam mit Vitto­rio Val­let­ta gegrün­det, der spä­ter unter Gio­van­ni Agnel­li Gene­ral­di­rek­tor des Auto­her­stel­lers FIAT wur­de. Val­let­ta war zudem ein bekann­ter Freimaurer.

Die­se Krei­se stan­den inner­halb Ita­li­ens unter dem Schutz von Mario Scel­ba, des bekann­ten Lei­ters der anti­kom­mu­ni­sti­schen Poli­zei­ein­hei­ten, der von 1945 bis 1962 wie­der­holt Innen­mi­ni­ster war, 1954/​55 sogar Ministerpräsident.

Heu­te trägt die Uni­ver­si­tät den Namen LUISS Gui­do Car­li und ist die Hoch­schu­le der Indu­stri­el­len­ver­ei­ni­gung. Mor­lion blieb bis zu sei­nem Tod im Jahr 1975 deren Rek­tor (in ehren­amt­li­cher Funk­ti­on); danach über­nahm Gui­do Car­li die tat­säch­li­che Lei­tung der Insti­tu­ti­on. Der Öko­nom Car­li war von 1947 bis 1952 Direk­to­ri­ums­mit­glied Direk­to­ri­um des Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds, ita­lie­ni­scher Mini­ster, und von 1960 bis 1975 Prä­si­dent (Gou­ver­neur) der ita­lie­ni­schen Zen­tral­bank Ban­ca d’Italia. Anschlie­ßend war er Vor­sit­zen­der der Indu­stri­el­len­ver­ei­ni­gung, wur­de in römi­schen Senat gewählt und beklei­de­te noch ein­mal 1989 bia 1992 ein Ministeramt.

Hoch­fi­nanz, Kom­mu­nis­mus, Frei­mau­re­rei und Moder­nis­mus erschei­nen zwar als unter­schied­li­che Rea­li­tä­ten, über­schnei­den sich jedoch in Wirk­lich­keit und regie­ren – im Ver­bor­ge­nen – hin­ter den Kulis­sen die Welt.

Die amerikanistische Politik der „ausgestreckten Hand“

Wir erle­ben – ins­be­son­de­re durch das Thiel-Sym­po­si­um über den Anti­chri­sten und die Teil­nah­me sei­ner Anhän­ger an der tra­di­tio­nel­len Mes­se in SS. Tri­ni­tà dei Pel­le­g­ri­ni – die Bestre­bun­gen zu einen kaum bemerk­ten theo­lo­gi­schen Über­gang hin zu einem tech­no­lo­gisch-trans­hu­ma­ni­sti­schen Amerikanismus.

Vor allem nach dem Tor­na­do Trump, der von extre­men Anhän­gern als eine Art „neu­er hei­li­ger Bene­dikt“ (nach Ratzinger/​Benedikt XVI.) gese­hen wird, als Wie­der­her­stel­ler einer Neo-Chri­sten­heit, die sich vom Atlan­tik bis nach Isra­el erstrecken soll.

Der Wunsch, einen Aus­weg aus den bedrücken­den Umstän­den der heu­ti­gen Zeit zu fin­den, ent­spricht der Hal­tung eines gut­gläu­bi­gen (nicht bös­wil­li­gen) Men­schen, der eine trü­ge­risch „aus­ge­streck­te Hand“ ergreift, ohne zu erken­nen, dass ihn die­se zunächst unter­wan­dert und schließ­lich dazu bringt, den Rubi­kon in Rich­tung Irr­tum und Unge­rech­tig­keit zu über­schrei­ten (vgl. Kar­di­nal Alfre­do Otta­via­ni, Doveri del­lo Sta­to ver­so la Chie­sa, Rom 1952).

Der Amerikanismus als Vorhut einer antichristlichen Verschwörung

Heu­te kommt die „aus­ge­streck­te Hand“ an den tra­di­tio­nel­len römi­schen Katho­li­zis­mus, der dem Tsu­na­mi des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils ent­gan­gen ist, von einen aktua­li­sier­ten Ame­ri­ka­nis­mus, der mit einer Prei­se Theo­kon­ser­va­ti­vis­mus gewürzt ist (der bereits von Leo XIII. in Testem bene­vo­len­tiae nost­rae, 1899 ver­ur­teilt wur­de) und der sich heu­te (2026) ganz offen prä­sen­tiert – etwa bei Thiel –, als wäre er der
Kat­echon, also das Hin­der­nis, das die „Bestie aus dem Meer“ (Offb 13), des­sen Name 666 ist, auf­hal­ten wird.

Die heu­ti­ge „aus­ge­streck­te Hand“ scheint den offe­nen Hass gegen die apo­sto­li­sche Tra­di­ti­on abge­legt zu haben; viel­mehr trägt sie nun den Hand­schuh eines süß­li­chen, ver­bal fried­fer­ti­gen Philanthropismus.

Die­se anti­christ­li­chen Phil­an­thro­pen schei­nen bereit, der Tra­di­ti­on zumin­dest eine prak­ti­sche Tole­ranz zu gewäh­ren (typisch ame­ri­ka­nisch) oder einen „meta-histo­ri­schen“ bzw. „meta-phy­si­schen“ Kom­pro­miss. Die­ser zielt auf eine Neue Welt­ord­nung ab, gegrün­det auf Trans­hu­ma­nis­mus und Künst­li­cher Intel­li­genz, in der der Mensch schließ­lich aus eige­ner Kraft – und mit­hil­fe von Maschi­nen und Mikro­chips – gott­ähn­lich wer­den soll, wie es Figu­ren wie Yuval Noah Hara­ri, Peter Thiel oder Elon Musk andeuten.

Lei­der begeg­net man heu­te bei kon­ser­va­ti­ven Krei­sen einem ähn­li­chen Refrain wie einst bei pro­gres­si­ven Katho­li­ken: „End­lich eine politische/​religiöse Macht mit ‚mensch­li­chem Ant­litz‘: Trump/​Thiel! Wie könn­te man ihre aus­ge­streck­te Hand gegen­über der kon­ser­va­ti­ven Tra­di­ti­on und ihren ‚meta-histo­ri­schen Kom­pro­miss‘ mit dem neo-tra­di­tio­nel­len Kon­ser­va­ti­vis­mus, der sogar jene, die Thiels Wor­ten über den Anti­chri­sten lau­schen, zur tra­di­tio­nel­len Mes­se schickt, mit Akkre­di­tie­rungs­aus­weis um den Hals, um leich­ter von Palan­tir erfasst wer­den zu kön­nen, ablehnen?“

Der Feh­ler die­ser „nai­ven“ Kon­ser­va­ti­ven besteht dar­in, eine Hand zu ergrei­fen, die nur zunächst wohl­wol­lend erscheint, sie aber letzt­lich fest umklam­mern und zer­quet­schen wird. Sie ver­säu­men es, die von den Päp­sten – bis hin zu Pius XII. – den Gläu­bi­gen durch Anspra­chen und viel­fäl­ti­ge Lehr­schrei­ben im Kampf gegen die Moder­ne und gegen ver­bor­ge­ne Kräf­te der Umwäl­zung gelehr­ten „Waf­fen der Wahr­heit“ prak­tisch anzu­wen­den, obwohl sie die­se theo­re­tisch ken­nen. Zu den ver­bor­ge­nen Kräf­ten zäh­len ins­be­son­de­re der tal­mu­di­sche Juda­is­mus und die Frei­mau­re­rei – Aspek­te, die von theo­kon­ser­va­ti­ven Krei­sen oft nicht aner­kannt wer­den, als hand­le es sich um blo­ße Erfin­dun­gen soge­nann­ter „Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker“, die vie­len im christ­lich-kon­ser­va­ti­ven Den­ken als das „abso­lu­te Übel“ gelten.

„Keiner von euch werde ein Deserteur“

Man den­ke an die Mah­nung Pius’ XII.: „Kei­ner von euch wer­de ein Deser­teur.“ Aus Angst, als rück­stän­dig oder „mit­tel­al­ter­lich“ zu gel­ten oder in einem „Ghet­to“ zu ver­blei­ben, zögern man­che, an dok­tri­nä­ren Posi­tio­nen fest­zu­hal­ten, die heu­te zwar poli­tisch und theo­lo­gisch unkor­rekt erschei­nen, aber durch die Jahr­hun­der­te hin­weg fester Bestand­teil der kirch­li­chen Leh­re waren: „Jesus Chri­stus ist der­sel­be gestern, heu­te und in Ewig­keit“ (Hebr 13,8).

Dem­ge­gen­über gilt die War­nung Leos XIII., der zur Ein­heit im Kampf gegen den Irr­tum auf­rief und zugleich mahn­te, nicht mit dem Irr­tum zu pak­tie­ren oder ihm weni­ger Wider­stand zu lei­sten, als die Wahr­heit verlangt.

Ech­te Katho­li­ken, die fest in der apo­sto­li­schen Tra­di­ti­on ste­hen, sehen sich im Besitz einer von Gott geof­fen­bar­ten Wahr­heit und las­sen sich daher nicht auf Kom­pro­mis­se ein. Sie ver­lan­gen die vol­le Aner­ken­nung ihrer Rech­te – die letzt­lich die Rech­te Got­tes sind.

„USsrael“ als Bollwerk der Freiheit?

Wer sich sei­ner Wahr­heit nicht sicher ist – sei es aus Müdig­keit oder Nai­vi­tät – gerät leicht in die Fal­le eines „histo­ri­schen-theo­lo­gi­schen“ oder „meta­hi­sto­ri­schen“ Kom­pro­mis­ses: Gemeint ist die Akzep­tanz eines Dia­logs mit einer US-ame­ri­ka­nisch gepräg­ten Moder­ne, die uns – unge­ach­tet der seit über zwei­hun­dert Jah­ren nahe­zu unun­ter­bro­chen von den USA in ver­schie­de­nen Tei­len der Welt geführ­ten Krie­ge – gemein­sam mit Isra­el als ein­zi­ges demo­kra­ti­sches Boll­werk dar­ge­stellt wird. Dies geschieht trotz der Gewalt­ta­ten im Zusam­men­hang mit dem Zio­nis­mus seit 1948 bis in die Gegen­wart, wäh­rend zugleich palä­sti­nen­si­sche, rus­si­sche und ira­ni­sche Posi­tio­nen pau­schal als „anti­de­mo­kra­ti­sche Bar­ba­rei“ und als das „abso­lu­te Übel unse­rer Zeit“ cha­rak­te­ri­siert werden.

Die­ser Dia­log, der mit Johan­nes XXIII. begon­nen hat, wird jedoch – so die Kri­tik – allein im Zei­chen der Barm­her­zig­keit, oder viel­mehr der Nach­gie­big­keit geführt, ohne das not­wen­di­ge Moment der Gerech­tig­keit ein­zu­be­zie­hen; das heißt, ohne die Irr­tü­mer und Ver­feh­lun­gen der moder­nen und gegen­wär­ti­gen Welt klar zu benen­nen und zu widerlegen.

Dem­ge­gen­über hält die katho­li­sche Kir­che am Prin­zip fest, wie es Leo XIII. beton­te, dass die Wahr­heit über den Irr­tum sie­gen muss und dass die wah­re Reli­gi­on Vor­rang haben soll gegen­über Leh­ren, in denen Wahr­heit und Irr­tum ver­mischt sind.

Ein drohender „Selbstmord“?

Ein prak­ti­sches Über­ein­kom­men mit dem Ame­ri­ka­nis­mus – ins­be­son­de­re in sei­ner „kon­ser­va­ti­ven“ oder „rech­ten“ Aus­prä­gung, wie sie etwa dem trum­pia­ni­schen Umfeld eines Thiel zuge­schrie­ben wird und die auf den ersten Blick deut­lich kon­ser­va­ti­ver erscheint als jene der Ära Rea­gan oder Bush – wür­de unwei­ger­lich und schritt­wei­se zu Fol­gen­dem führen:

Erstens wür­de die Tra­di­ti­on nicht nur in die Sakri­stei zurück­ge­drängt, ver­bun­den mit einer fak­ti­schen Aner­ken­nung eines aske­tisch-poli­ti­schen Moder­nis­mus (wie er in Doku­men­ten wie Testem bene­vo­len­tiae von 1899, Gra­ves de com­mu­ni re von 1903 und Not­re char­ge apo­sto­li­que von 1910 ver­ur­teilt wur­de). Ein sol­cher Zustand lie­ße sich mit dem Schick­sal der nord­ame­ri­ka­ni­schen Urein­woh­ner ver­glei­chen, die in Reser­va­te gedrängt und offi­zi­ell aner­kannt wur­den – unter der Bedin­gung, dass sie sich dar­auf beschrän­ken, als folk­lo­ri­sti­sche Relik­te einer einst leben­di­gen Ver­gan­gen­heit zu fungieren.

Zwei­tens bestün­de die Gefahr, in die Abhän­gig­keit einer Neu­en Welt­ord­nung zu gera­ten, die ihren poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Vor­rang nicht auf­ge­ben will. Sie will Russ­land – auch in sei­ner christ­lich-ortho­do­xen Prä­gung – nie­der­wer­fen, unter ande­rem über geo­po­li­ti­sche Ein­fluss­nah­men zunächst im Iran, indem es des­sen Erd­öl­vor­kom­men sichert, direkt nach jenen Vene­zue­las, und die Was­ser­re­ser­ven Grön­lands sowie die Kon­trol­le wei­te­rer stra­te­gisch wich­ti­ger Res­sour­cen, die für die „Infor­ma­tik“ und die Künst­li­che Intel­li­genz uner­läss­lich sind.

Bruchpilot Trump

Kurz gesagt: Trump hat 1) durch Isra­el Palä­sti­na (Gaza und West­jor­dan­land) ange­grif­fen (wobei die neue­sten tech­no­lo­gisch modern­sten Waf­fen, dank der Palan­tir-Tech­no­lo­gie von Thiel, auf Kosten der Men­schen im Gaza­strei­fen gete­stet wur­den), auch für das Busi­ness des Wie­der­auf­baus auf den von ihm selbst pro­vo­zier­ten Rui­nen; 2) ver­sucht mit der NATO Russ­land in die Situa­ti­on vor 1999 zurück­zu­wer­fen (mit­hil­fe der Ukrai­ne, indem er blufft und schwin­delt wie ein Poker­spie­ler, aber als Geg­ner auf einen Schach­spie­ler gesto­ßen ist); 3) die US-Stra­te­gie fort­ge­setzt, indem zu erst wie ein Kre­dit­hai das alte Euro­pa gegen Russ­land hetz­te, indem er „Mee­re und Ber­ge“ ver­sprach, es dann öko­no­misch abwürg­te, indem er ihm Finanz­ob­li­ga­tio­nen auf­zwang, um es schließ­lich fal­len­zu­las­sen nach­dem er es mit NATO-Stütz­punk­ten und Schul­den über­sä­te, die für die Waf­fen zu zah­len sind, die er Selen­skyj ver­kauft hat, die aber die EU bezah­len muss; es ist eben wahr, was Kis­sin­ger sag­te: „Ein Feind Ame­ri­kas zu sein ist gefähr­lich – sein Freund zu sein ist töd­lich.“; 4) hat uns ein nicht nur ame­ri­ka­ni­sches, son­dern ein ame­ri­ka­ni­sti­sches Pon­ti­fi­kat geschenkt; so hat er im Vor­feld der Papst­wahl groß­zü­gig den Vati­kan finan­zi­ell unter­stützt (mit 14 Mil­lio­nen Dol­lar), als wären wir in den USA und nicht beim Hei­li­gen Stuhl. Um sich dann wie ein Cow­boy in den Peters­dom zu set­zen (in Anwe­sen­heit des Leich­nams von Berg­o­glio, dem er nach fei­ner ame­ri­ka­ni­scher Art den Rücken zukehr­te) um mit Selen­skyj Gesprä­che zu füh­ren, zu denen Macron nicht zuge­las­sen wurde.

Trump oder Trumpeldor?

Nun müss­te Trump/(eldor)2 zusam­men mit Thiel/​Palantir, um sei­nen Plan zu ver­wirk­li­chen, „der ein­zi­ge Welt­herr­scher“ zu wer­den, zunächst Russ­land zu Fall brin­gen, indem er vor­her den Zusam­men­bruch des Iran her­bei­führt (das eigent­li­che ernst­haf­te Hin­der­nis, das ihn von einem Angriff auf Russ­land trennt). Anschlie­ßend könn­te er – mit dem ira­ni­schen, kana­di­schen, grön­län­di­schen und vene­zo­la­ni­schen Öl in sei­nen Hän­den – Indi­en und Chi­na „aus­hun­gern“ oder „erdros­seln“ (ganz im Sin­ne eines „Bank­sters“) … und die Neue Welt­ord­nung wäre geschaf­fen… Doch die Wahr­heit ist die „Über­ein­stim­mung des mensch­li­chen Den­kens mit der Wirk­lich­keit“; Trump hin­ge­gen glaubt als ech­ter Mega­lo­ma­ne, die Wirk­lich­keit selbst mit sei­nem Den­ken erschaf­fen zu können.

Das Pro­blem ist, dass Des­car­tes dies zwar sag­te („Cogi­to ergo sum“), aber nicht wirk­lich dar­an glaub­te, wäh­rend Trump tat­säch­lich dar­an glaubt und ver­sucht, sei­ne irri­ge Ideo­lo­gie mit Bom­ben durch­zu­set­zen, die rea­len Scha­den anrich­ten – und nicht nur ideologischen.

Schlussfolgerung

Abschlie­ßend stellt sich die Fra­ge, ob aus die­ser Ord­nung der Din­ge, die dem Ame­ri­ka­nis­mus eigen ist, über­haupt etwas Gutes her­vor­ge­hen kann – selbst dann, wenn er von „rechts“ her kor­ri­giert wür­de, also durch eine „Trump-Phi­lo­so­phie“ und eine „Thiel-Tech­no­lo­gie“.

Gewiss: „Gott kann aus Stei­nen Kin­der Abra­hams erwecken“ (Lk 3,8; Mt 3,9), da Er all­mäch­tig ist; doch gewöhn­lich lässt er die Zweit­ur­sa­chen wir­ken, das heißt den Men­schen, und greift dann mit sei­ner „Gna­de ein, die die Natur vor­aus­setzt, sie nicht zer­stört, son­dern voll­endet“ (vgl. Tho­mas von Aquin, Sum­ma Theo­lo­giae, I, q. 1, a. 8, ad 2).Nachdem ich die Leh­re von Peter Thiel, einem der füh­ren­den Köp­fe der US-ame­ri­ka­ni­schen Pro-Trump- Rech­ten, die sich selbst als „natio­nal­ame­ri­ka­ni­schen neo-kon­ser­va­ti­ven bzw. post­li­be­ra­len“ Ansatz ver­steht, betrach­tet habe, erscheint es mir sehr schwie­rig, im Trumpismu/​Thielismus oder im paleo­kon­ser­va­ti­ven Ame­ri­ka­nis­mus ein Ret­tungs­floß für die arme Welt zu erken­nen, die – wie die Tita­nic – auf den Abgrund zutreibt und die letzt­lich nur durch die gött­li­che All­macht wie­der­her­ge­stellt wer­den kann, die sich jedoch auch der Zweit­ur­sa­chen bedie­nen will – inso­fern die­se bereit sind, mit der Gna­de Got­tes zusam­men­zu­wir­ken, nicht jedoch mit „wider­na­tür­li­chen Verbindungen“.

In der Tat: Wel­che Sta­bi­li­tät könn­te eine poli­ti­sche Bewe­gung besit­zen, die nicht auf festen phi­lo­so­phi­schen (poli­ti­schen und öko­no­mi­schen) sowie theo­lo­gi­schen (dog­ma­ti­schen und mora­li­schen) Prin­zi­pi­en grün­det? Sie erschie­ne viel­mehr wie ein Haus, das auf Sand und nicht auf Fels gebaut ist.

Es genüg­te, den Plan von Donald Trump und Peter Thiel für Gaza zu betrach­ten. Zudem hat erste­rer sich sogar damit gebrü­stet, dass sein Schwie­ger­sohn Jared Kush­ner sei­ne Toch­ter zum Lubawit­scher Juden­tum bekehrt habe.

Die wich­tig­ste För­de­rin und Geld­ge­be­rin von Donald Trump ist Miri­am Adel­son, eine Mul­ti­mil­li­ar­dä­rin und Eigen­tü­me­rin eines Impe­ri­ums im Wert von 35 Mil­li­ar­den Dol­lar, die als über­zeug­te Zio­ni­stin gilt. Sie spen­de­te für Trumps jüng­ste Wahl­kam­pa­gne über hun­dert Mil­lio­nen Dol­lar (vgl. The Times of Isra­el, 17. Okto­ber 2024). Auch J. D. Van­ce und Mar­co Rubio wur­den von jüdi­schen Lob­by­grup­pen in den USA unterstützt.

Mit sol­chen Vor­aus­set­zun­gen kommt man gewiss nicht weit – selbst dann nicht, wenn man von „Palan­tir“ beglei­tet oder gelenkt wird.

*Don Cur­zio Nito­glia, Jahr­gang 1957, Stu­di­um der Phi­lo­so­phie bei Augu­sto Del Noce an der römi­schen Uni­ver­si­tät La Sapi­en­za, Ein­tritt in das Prie­ster­se­mi­nar von Erz­bi­schof Mar­cel Lefeb­v­re in Écô­ne, 1984 von die­sem zum Prie­ster geweiht. Kaplan eines Frau­en­klo­sters bei Rom, das von einem geist­li­chen Sohn des hei­li­gen Pater Pio von Piet­rel­ci­na gegrün­det wur­de und der Pius­bru­der­schaft nahe­steht, geist­li­cher Assi­stent der Rit­ter­schaft Mari­ens. Don Nito­glia wider­spricht der nach­kon­zi­lia­ren Linie der Kir­che zum christ­lich-jüdi­schen Ver­hält­nis, auch jener von Bene­dikt XVI., der er vor­wirft, sich mehr an poli­tisch kor­rek­ten als an theo­lo­gi­schen Kri­te­ri­en zu ori­en­tie­ren. Autor zahl­rei­cher Bücher (Aus­wahl): „Roma Anti­ca, Giu­s­da­is­mo e Cri­stia­ne­si­mo“ („Anti­kes Rom, rab­bi­ni­sches Juden­tum und Chri­sten­tum“, 2020), „Non abbia­mo fra­tel­li mag­gio­ri“ („Wir haben kei­ne älte­ren Brü­der, 2019); „Per Pad­re il dia­vo­lo“ („Den Vater zum Teu­fel“, 2016), „Le for­ze occul­te del­la sov­ver­sio­ne“ („Die gehei­men Kräf­te der Sub­ver­si­on“, 2014), „Gno­si e Gno­sti­cis­mo, Paga­ne­si­mo e Giu­da­is­mo“ („Gno­sis und Gno­sti­zis­mus, Hei­den­tum und Juden­tum“, 2006), „Dal­la Sin­ago­ga alle Chie­sa“ („Von der Syn­ago­ge zur Kir­che“, 1998).

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL


  1. Das im Ori­gi­nal gewähl­te Wort­spiel „Roma tradi(conserva)trice“, lässt sich nicht ins Deut­sche über­tra­gen, es meint in zwei­fa­chem Sinn ein die Tra­di­ti­on ver­ra­ten­des Rom, aber auch tra­di­ti­ons­na­he kon­ser­va­ti­ve Krei­se, die Ver­rat an ihrer eige­nen Sache üben. ↩︎
  2. Iosif Trumpel­dor, gebo­ren 1880 in Russ­land und 1920 in Tel Hai in Palä­sti­na gestor­ben, war ein mili­tan­ter Zio­nist. Im Jahr 1915 grün­de­te er gemein­sam mit Wla­di­mir Jabo­tin­sky in Alex­an­dria in Ägyp­ten die Jüdi­sche Legi­on, die unter dem Schutz Groß­bri­tan­ni­ens stand und in die bri­ti­sche Armee ein­ge­glie­dert war. Er gilt als Natio­nal­held Isra­els.
    Bereits 1897 war er Anhän­ger von Theo­dor Herzl und nahm am Ersten Zio­ni­sti­schen Kon­gress in Basel teil. Im Jahr 1912 zog er in das damals zum Osma­ni­schen Reich gehö­ren­de Palä­sti­na, wo er in Unter­ga­li­läa aktiv wur­de.
    1913 lern­te er Wla­di­mir Jabo­tin­sky auf dem XI. Zio­ni­sti­schen Kon­gress in Wien ken­nen. 1920 wur­de er bei einem Feu­er­ge­fecht mit durch­zie­hen­den Ara­bern in Tel Hai getö­tet. ↩︎

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