Am 15. März 2026 fand in Rom ein höchst ungewöhnlicher, fast konspirativer Vortrag statt. Der deutsche Sillicon-Valley-Milliardär Peter Thiel, einer der Gründer und erster Vorstandsvorsitzender von Palantir, jenem Software-Unternehmen, das im Dienst der US-Regierung (Pentagon, Geheimdienste, Ministerien) Programme für Staaten zur Totalüberwachung und zur Kriegsführung entwickelt, Programme, die in den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten bereits zum Einsatz kommen, hielt einen Vortrag über den Antichristen. Wurden hier alte Allianzen, die aus dem Ende des Zweiten Weltkriegs hervorgegangen sind, neu gefestigt? Oder setzen konservative, auch traditionsverbundene Kräfte auf die falsche Karte? Geht es um ein brandgefährliches „Spiel“? Don Curzio Nitoglia reagierte mit einer Stellungnahme, die Katholisches.info für seine Leser dokumentiert
Peter Thiel, Palantir, Trump und der Antichrist im tradi-konservativen Rom1
Von Don Curzio Nitoglia*
ERSTER TEIL
Das „Phänomen Thiel“ und seine Bedeutung
Peter Thiel, geboren am 11. Oktober 1967 in Frankfurt am Main, später eingebürgert als US-amerikanischer und neuseeländischer Staatsbürger, ist Mitbegründer – zusammen mit Elon Musk – von PayPal sowie Initiator von Palantir Technologies, einem Unternehmen für Datenanalyse und strategische Überwachung im Dienst der Geheimdienste eines großen Teils der Welt (natürlich nur der „guten“, demokratischen Seite). Darüber hinaus hat er – unter anderem – auch den Wahlkampf von Donald Trump mitfinanziert. Er ist, wie man sagt, „quer durch alle Lager vernetzt“, ganz im Sinne eines „Bruders“…
Am 15. März 2026 kam Peter – gewissermaßen „Petrus“ – nach Rom, um ein geheimes Treffen abzuhalten: nicht nur hinter verschlossenen, sondern gewissermaßen verriegelten Türen, für eine kleine Zahl von lediglich 165 „Auserwählten“ (darunter etwa der ehemalige Radikale Daniele Capezzone sowie der Präsident der Abgeordnetenkammer, Lorenzo Fontana). Veranstaltungsort war Palazzo Taverna im historischen Zentrum Roms. Thema des Treffens: der Antichrist, den Thiel als jene Gestalt interpretiert, die den technologischen bzw. konservativen Fortschritt bremst.
Die „165“ mussten einen Vertrag unterzeichnen, in dem sie sich verpflichteten, über die Inhalte des Treffens absolutes Stillschweigen zu bewahren – bei Zuwiderhandlung droht eine Vertragsstrafe von 10.000 Euro. Mehr als an einen Vortrag erinnerte das Ganze an eine Zusammenkunft in einer Loge – wenn auch ohne rituelle Elemente.
Zugleich hat Thiel – als guter rechter Tech-Spiritualist – die Feier einer (natürlich) traditionellen Messe nahe der Piazza Farnese in Rom gefördert und ermutigt, in der Personalpfarrei SS. Trinità dei Pellegrini, zelebriert von der Priesterbruderschaft St. Petrus (ehemals der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei zugeordnet).
Davide Quadri, Verantwortlicher der Lega Giovani, der Jugendorganisation der Regierungspartei Lega, trat als Sprecher der Gläubigen auf, die an dieser Messe am 17. März 2026 teilnahmen, und beschränkte sich auf die Feststellung, die traditionelle Messe sei „sehr schön“ – mehr nicht.
Er erweist sich damit als „bedeutender Theologe“ – geschult in der „hohen Schule“ des stellvertretenden Ministerpräsidenten Marco Salvini –, der an doktrineller Schärfe sogar die Kardinäle Alfredo Ottaviani und Antonio Bacci übertrifft. Diese hatten 1969 Paul VI. ein Begleitschreiben zum „Kurzen kritischen Gutachten zum Novus Ordo Missae“ überreicht und dessen Abschaffung gefordert, da er „schädlich für die Seelen“ sei – und nicht bloß weil sie nicht „schön“ oder weniger „schön“ als die traditionelle Messe sei.
Um der Aufmerksamkeit der italienischen und internationalen Presse zu entgehen, hatten die Organisatoren zunächst verbreitet, die Messe werde in der Kirche San Giovanni Battista dei Fiorentini gefeiert. Doch plötzlich begaben sich die Gläubigen stattdessen zur SS. Trinità dei Pellegrini, ohne besondere Kennzeichen, lediglich mit einem Zugangsausweis für die spätere Rückkehr zum Palazzo Taverna, wo das eigentliche Treffen stattfand.
Einige Teilnehmer verließen die Messe und begaben sich unmittelbar – mit dem Ausweis um den Hals – zu dem „hermetischen“ (im römischen Dialekt: „er metico“, „der Arzt“) Treffen über den Antichristen, organisiert von Peter Thiel.
Thiel selbst traf im Palazzo Taverna in einer luxuriösen schwarzen Mercedes-Limousine mit streng verdunkelten Scheiben ein (ça va sans dire).
Er hielt sich vier Tage lang in der Ewigen Stadt auf (vom 15. bis 18. März), um weitere streng vertrauliche Gespräche zu führen. Auch sie waren den Beziehungen zwischen Glaube und Vernunft, Religion und Wissenschaft sowie zwischen dem Westen (atlantisch von den USA bis Israel) und dem Antichristen gewidmet.
Es ist anzumerken, dass Thiel – als eine Art „großer Theologe und Exeget“ amerikanischer Prägung – bereits zuvor in Cambridge (England), San Francisco (USA) und Paris (Frankreich) über den Antichristen und die Apokalypse gesprochen hatte.
Als überzeugter Unterstützer im Silicon Valley von Donald Trumps (während dessen zweiter Amtszeit) gilt Thiel als Vertreter einer „Tech-Rechten“, also eines US-amerikanischen Konservatismus, der die Menschheit durch eine konservative, elitäre Technologie erlösen will – insbesondere im Dienst von Polizei und Militär der USA und Israels, die sie in aktuellen Konflikten einsetzen.
Nach dieser Sichtweise müsse alles, was sich Technologie und Technokratie widersetzt, verboten oder zumindest auf den Index gesetzt werden.
So lädt er Persönlichkeiten wie Daniele Capezzone (zuerst Vorsitzender der Radikalen Partei, dann Parteisprecher von Forza Italia, heute Herausgeber der Zeitschrift Atlantico), Antonio Zanardi Landi (Botschafter des Malteserordens beim Heiligen Stuhl) und den Lega-Politiker Lorenzo Fontana zu seinem Treffen ein; zugleich schickt er die Teilnehmer zur traditionellen Messe – obwohl er selbst kein Katholik ist und in einer homosexuellen Beziehung mit einem Mann zusammenlebt, mit Matt Danzeisen, einem amerikanischen Finanzmanager und seit 2017 Vizepräsident von BlackRock.
Laut Thiel sei die Demokratie mittlerweile von der Technokratie überholt worden. Er verkündet daher das Kommen eines neuen technokratischen Heilszeitalters, das durch Kollaps, Auflösung oder gar Antinomie (d. h. durch die Aufhebung des Naturgesetzes als Weg zur „Heiligung“) herbeigeführt werde.
Diese Ideen erinnern an die Lehren kabbalistischer Denker, insbesondere des 18. Jahrhunderts (wie Jakob Frank und Sabbatai Zvi), sowie an Autoren wie Julius Evola, etwa seinen Büchern: La metafisica del sesso, Rom 1958, (dt. Ausgabe: Metaphysik des Sexus, Stuttgart 1961) und Cavalcare la tigre, Mailand 1961 (dt. Ausgabe: Cavalcare la tigre = Den Tiger reiten, Engerda 1997).
Die zukünftige Gesellschaft müsse – so Thiel – von Technokraten und hochentwickelter Technologie (insbesondere Künstlicher Intelligenz) geleitet werden, mit dem Ziel eines „Transhumanismus“ (wie ihn Yuval Noah Harari ankündigt) oder einer Art „Vergöttlichung“ des Menschen durch die eigene Gnosis oder technisches Wissen, anstelle einer metaphysischen Erkenntnis (wie es René Guénons wollte in seinen Schriften: La crise du monde moderne, 1927 (dt. Ausgabe: Die Krise der Neuzeit, Köln 1950), Le Roi du Monde, 1927 (dt. Ausgabe: Der König der Welt, Planegg 1956), La metaphysique orientale, 1939 (dt. Ausgabe: Studien über den Hinduismus, Norderstedt 2023).
Laut Thiel stehen wir an der Schwelle zur „Apokalypse“ (allerdings nicht der des Evangelisten Johannes); wir leben in einer Art Zwischenreich, einem Interregnum, das dem Reich des Messias/Trump/Thiel vorausgeht, der den Antichristen besiegen wird.
Der „Messias“ wäre demnach – wenig überraschend – er selbst. Doch er erlöst uns nicht durch Askese, Reue und Umkehr, sondern durch Auflösung; deshalb bemüht er sich, diesen Prozess zu beschleunigen. Je schlimmer, desto besser. Pecca fortiter sed fortius spera (Sündige heftig, aber hoffe noch heftiger, Martin Luther an Melanchthon, 1. August 1521).
Die Firma Palantir ist – auffälligerweise – in zahlreiche Operationen eingebunden, insbesondere in aktuelle Kriegsschauplätze (Gaza, Westjordanland, Ukraine, Russland, Iran, Israel und die USA). „In bello salus“ – wobei nicht pulchrum, „das Schöne“, sondern „der Krieg“ gemeint ist: Im Krieg das Heil.
Palantir entstand mit dem 11. September 2001 und begann – gestützt auf den „Patriot Act“ (erlassen als Reaktion bereits am 26. Oktober 2001) – mit umfassender Datenerfassung, offiziell mit dem edlen Ziel, zu verhindern, dass Boings in US-amerikanische Wolkenkratzer fliegen und zahlreiche „Unfälle“ zu verursachen, speziell, wenn sie von betrunkenen Arabern geflogen werden.
Thiel stand in Kontakt mit Jeffrey Epstein, mit dem israelischen Geheimdienst Mossad sowie mit verschiedenen Vetretern von Geheimdiensten weltweit, insbesondere US-amerikanischen (natürlich nur demokratische).
Am 18. März verließ Thiel schließlich Rom wieder – eine Stadt, die in ihren rund drei Jahrtausenden Geschichte schon zahllose „Pilger“ gesehen hat, so dass einer mehr oder weniger kaum ins Gewicht fällt.
CIA und Beat-Messe
Am 3. April 1969 wurde die neue Messe Pauls VI. promulgiert; die sogenannten Beat-Messen gehen jedoch bereits auf das Jahr 1966 zurück (also drei Jahre vor der Einführung des Novus Ordo Missae und nicht danach, wie man spontan annehmen könnte).
Die Beat-Liturgie bestand aus vage religiösen Liedern mit starkem, geradezu entfesseltem Beat-Rhythmus; zudem war ihr Inhalt von einem süsslich-klebrigen Sentimentalismus durchdrungen, der jedem wohlgeordneten Verstand widerstrebte.
Bereits 1965 wurden diese locker religiösen Lieder mit ihrem frenetischen Beat-Rhythmus von einer Ye-Ye-Band aus Ascoli Piceno aufgeführt und anschließend auf Schallplatten als „sakrale“ Lieder aufgenommen, um die Beat-Messen zu gestalten.
Zu den wichtigsten Förderern dieser Ye-Ye-Messen gehörten ein Jesuit und ein Dominikaner: der Jesuit war Pater Pedro Arrupe, der Dominikaner Pater Sinaldo Sinaldi, der an der Universität Pro Deo lehrte. Auf die Bedeutung dieser Universität, die später LUMSA heißen und schließlich zur LUISS Guido Carli werden sollte, wird noch zurückzukommen sein.
So wurde am 27. April 1966 in Rom, in der Kirche Santa Maria in Vallicella, vor großem Publikum – begleitet von Fernsehen und Presse – die erste Beat-Messe aufgeführt und gesungen … es waren Tausende von Menschen anwesend.
Die Beat-Messe: ein „Trojanisches Pferd“ der CIA in der römischen Kirche
Achtung: Die Beat-Messe war kein Zufallsprodukt einiger unbedachter Priester; vielmehr wurde sie sowohl von hohen vatikanischen Kreisen, die dem Modernismus zugewandt waren, als auch vom US-amerikanischen Geheimdienst gewollt, um die römische Kirche zu untergraben.
In der heutigen postpandemischen und von Kriegen geprägten Situation (Palästina, Ukraine, Iran …) versucht Thiel, dieses Projekt CIA/Morlion zu Ende zu bringen, um die totale Subversion und letztlich die Auflösung der Menschheit zur Vollendung zu bringen.
Pater Sinaldi lehrte als Professor für Theologie an der Universität Pro Deo, die – und das ist von Bedeutung – im Jahr 1946 unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet wurde.
Von besonderer Wichtigkeit ist dabei eine Persönlichkeit, die genauer untersucht werden muss: Felix Morlion.
Pater Felix Morlion: ein CIA-Agent in Rom
Die Universität Pro Deo war ein Projekt des OSS (US-amerikanischer Militärgeheimdienst während des Zweiten Weltkrieges) und seines Nachfolgers CIA (Auslandsgeheimdienst der USA).
Pater Morlion kam 1943 zusammen mit den US-Streitkräften nach Sizilien; er landete auf der Insel und mit ihm begann ein Prozess, der den Geist Europas zerstören sollte – und das Schlimmste sollte erst noch folgen.
Von 1943 bis 1944 zog Morlion mit den US-Truppen durch halb Italien in Richtung Rom; am 4. Juni 1944 marschierten die US-Amerikaner in Rom ein. Morlion selbst erreichte die Stadt mit einem Empfehlungsschreiben von Alcide De Gasperi und Don Luigi Sturzo (Gründer der christlichsozialen Democrazia Cristiana).
Morlion war eine äußerst einflussreiche Persönlichkeit, ein Experte für psychologische Kriegsführung und Massenpropaganda. Er war ein operativer Agent des OSS und gründete 1946 in Rom mit Zustimmung von Monsignore Montini, dem späteren Papst Paul VI. die Internationale Universität für Spezialstudien (LUISS – damals noch nicht in ihrer heutigen Form).
Später wurde daraus die LUISS Guido Carli der italienischen Industriellenvereinigung Confindustria. Damit vollzog sich ein Übergang der Trägerschaft vom kirchlichen Umfeld zur Industrie. Die LUISS wurde auch „Pro Deo“ genannt und von Morlion gemeinsam mit Vittorio Valletta gegründet, der später unter Giovanni Agnelli Generaldirektor des Autoherstellers FIAT wurde. Valletta war zudem ein bekannter Freimaurer.
Diese Kreise standen innerhalb Italiens unter dem Schutz von Mario Scelba, des bekannten Leiters der antikommunistischen Polizeieinheiten, der von 1945 bis 1962 wiederholt Innenminister war, 1954/55 sogar Ministerpräsident.
Heute trägt die Universität den Namen LUISS Guido Carli und ist die Hochschule der Industriellenvereinigung. Morlion blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1975 deren Rektor (in ehrenamtlicher Funktion); danach übernahm Guido Carli die tatsächliche Leitung der Institution. Der Ökonom Carli war von 1947 bis 1952 Direktoriumsmitglied Direktorium des Internationalen Währungsfonds, italienischer Minister, und von 1960 bis 1975 Präsident (Gouverneur) der italienischen Zentralbank Banca d’Italia. Anschließend war er Vorsitzender der Industriellenvereinigung, wurde in römischen Senat gewählt und bekleidete noch einmal 1989 bia 1992 ein Ministeramt.
Hochfinanz, Kommunismus, Freimaurerei und Modernismus erscheinen zwar als unterschiedliche Realitäten, überschneiden sich jedoch in Wirklichkeit und regieren – im Verborgenen – hinter den Kulissen die Welt.
Die amerikanistische Politik der „ausgestreckten Hand“
Wir erleben – insbesondere durch das Thiel-Symposium über den Antichristen und die Teilnahme seiner Anhänger an der traditionellen Messe in SS. Trinità dei Pellegrini – die Bestrebungen zu einen kaum bemerkten theologischen Übergang hin zu einem technologisch-transhumanistischen Amerikanismus.
Vor allem nach dem Tornado Trump, der von extremen Anhängern als eine Art „neuer heiliger Benedikt“ (nach Ratzinger/Benedikt XVI.) gesehen wird, als Wiederhersteller einer Neo-Christenheit, die sich vom Atlantik bis nach Israel erstrecken soll.
Der Wunsch, einen Ausweg aus den bedrückenden Umständen der heutigen Zeit zu finden, entspricht der Haltung eines gutgläubigen (nicht böswilligen) Menschen, der eine trügerisch „ausgestreckte Hand“ ergreift, ohne zu erkennen, dass ihn diese zunächst unterwandert und schließlich dazu bringt, den Rubikon in Richtung Irrtum und Ungerechtigkeit zu überschreiten (vgl. Kardinal Alfredo Ottaviani, Doveri dello Stato verso la Chiesa, Rom 1952).
Der Amerikanismus als Vorhut einer antichristlichen Verschwörung
Heute kommt die „ausgestreckte Hand“ an den traditionellen römischen Katholizismus, der dem Tsunami des Zweiten Vatikanischen Konzils entgangen ist, von einen aktualisierten Amerikanismus, der mit einer Preise Theokonservativismus gewürzt ist (der bereits von Leo XIII. in Testem benevolentiae nostrae, 1899 verurteilt wurde) und der sich heute (2026) ganz offen präsentiert – etwa bei Thiel –, als wäre er der
Katechon, also das Hindernis, das die „Bestie aus dem Meer“ (Offb 13), dessen Name 666 ist, aufhalten wird.
Die heutige „ausgestreckte Hand“ scheint den offenen Hass gegen die apostolische Tradition abgelegt zu haben; vielmehr trägt sie nun den Handschuh eines süßlichen, verbal friedfertigen Philanthropismus.
Diese antichristlichen Philanthropen scheinen bereit, der Tradition zumindest eine praktische Toleranz zu gewähren (typisch amerikanisch) oder einen „meta-historischen“ bzw. „meta-physischen“ Kompromiss. Dieser zielt auf eine Neue Weltordnung ab, gegründet auf Transhumanismus und Künstlicher Intelligenz, in der der Mensch schließlich aus eigener Kraft – und mithilfe von Maschinen und Mikrochips – gottähnlich werden soll, wie es Figuren wie Yuval Noah Harari, Peter Thiel oder Elon Musk andeuten.
Leider begegnet man heute bei konservativen Kreisen einem ähnlichen Refrain wie einst bei progressiven Katholiken: „Endlich eine politische/religiöse Macht mit ‚menschlichem Antlitz‘: Trump/Thiel! Wie könnte man ihre ausgestreckte Hand gegenüber der konservativen Tradition und ihren ‚meta-historischen Kompromiss‘ mit dem neo-traditionellen Konservativismus, der sogar jene, die Thiels Worten über den Antichristen lauschen, zur traditionellen Messe schickt, mit Akkreditierungsausweis um den Hals, um leichter von Palantir erfasst werden zu können, ablehnen?“
Der Fehler dieser „naiven“ Konservativen besteht darin, eine Hand zu ergreifen, die nur zunächst wohlwollend erscheint, sie aber letztlich fest umklammern und zerquetschen wird. Sie versäumen es, die von den Päpsten – bis hin zu Pius XII. – den Gläubigen durch Ansprachen und vielfältige Lehrschreiben im Kampf gegen die Moderne und gegen verborgene Kräfte der Umwälzung gelehrten „Waffen der Wahrheit“ praktisch anzuwenden, obwohl sie diese theoretisch kennen. Zu den verborgenen Kräften zählen insbesondere der talmudische Judaismus und die Freimaurerei – Aspekte, die von theokonservativen Kreisen oft nicht anerkannt werden, als handle es sich um bloße Erfindungen sogenannter „Verschwörungstheoretiker“, die vielen im christlich-konservativen Denken als das „absolute Übel“ gelten.
„Keiner von euch werde ein Deserteur“
Man denke an die Mahnung Pius’ XII.: „Keiner von euch werde ein Deserteur.“ Aus Angst, als rückständig oder „mittelalterlich“ zu gelten oder in einem „Ghetto“ zu verbleiben, zögern manche, an doktrinären Positionen festzuhalten, die heute zwar politisch und theologisch unkorrekt erscheinen, aber durch die Jahrhunderte hinweg fester Bestandteil der kirchlichen Lehre waren: „Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit“ (Hebr 13,8).
Demgegenüber gilt die Warnung Leos XIII., der zur Einheit im Kampf gegen den Irrtum aufrief und zugleich mahnte, nicht mit dem Irrtum zu paktieren oder ihm weniger Widerstand zu leisten, als die Wahrheit verlangt.
Echte Katholiken, die fest in der apostolischen Tradition stehen, sehen sich im Besitz einer von Gott geoffenbarten Wahrheit und lassen sich daher nicht auf Kompromisse ein. Sie verlangen die volle Anerkennung ihrer Rechte – die letztlich die Rechte Gottes sind.
„USsrael“ als Bollwerk der Freiheit?
Wer sich seiner Wahrheit nicht sicher ist – sei es aus Müdigkeit oder Naivität – gerät leicht in die Falle eines „historischen-theologischen“ oder „metahistorischen“ Kompromisses: Gemeint ist die Akzeptanz eines Dialogs mit einer US-amerikanisch geprägten Moderne, die uns – ungeachtet der seit über zweihundert Jahren nahezu ununterbrochen von den USA in verschiedenen Teilen der Welt geführten Kriege – gemeinsam mit Israel als einziges demokratisches Bollwerk dargestellt wird. Dies geschieht trotz der Gewalttaten im Zusammenhang mit dem Zionismus seit 1948 bis in die Gegenwart, während zugleich palästinensische, russische und iranische Positionen pauschal als „antidemokratische Barbarei“ und als das „absolute Übel unserer Zeit“ charakterisiert werden.
Dieser Dialog, der mit Johannes XXIII. begonnen hat, wird jedoch – so die Kritik – allein im Zeichen der Barmherzigkeit, oder vielmehr der Nachgiebigkeit geführt, ohne das notwendige Moment der Gerechtigkeit einzubeziehen; das heißt, ohne die Irrtümer und Verfehlungen der modernen und gegenwärtigen Welt klar zu benennen und zu widerlegen.
Demgegenüber hält die katholische Kirche am Prinzip fest, wie es Leo XIII. betonte, dass die Wahrheit über den Irrtum siegen muss und dass die wahre Religion Vorrang haben soll gegenüber Lehren, in denen Wahrheit und Irrtum vermischt sind.
Ein drohender „Selbstmord“?
Ein praktisches Übereinkommen mit dem Amerikanismus – insbesondere in seiner „konservativen“ oder „rechten“ Ausprägung, wie sie etwa dem trumpianischen Umfeld eines Thiel zugeschrieben wird und die auf den ersten Blick deutlich konservativer erscheint als jene der Ära Reagan oder Bush – würde unweigerlich und schrittweise zu Folgendem führen:
Erstens würde die Tradition nicht nur in die Sakristei zurückgedrängt, verbunden mit einer faktischen Anerkennung eines asketisch-politischen Modernismus (wie er in Dokumenten wie Testem benevolentiae von 1899, Graves de communi re von 1903 und Notre charge apostolique von 1910 verurteilt wurde). Ein solcher Zustand ließe sich mit dem Schicksal der nordamerikanischen Ureinwohner vergleichen, die in Reservate gedrängt und offiziell anerkannt wurden – unter der Bedingung, dass sie sich darauf beschränken, als folkloristische Relikte einer einst lebendigen Vergangenheit zu fungieren.
Zweitens bestünde die Gefahr, in die Abhängigkeit einer Neuen Weltordnung zu geraten, die ihren politischen und wirtschaftlichen Vorrang nicht aufgeben will. Sie will Russland – auch in seiner christlich-orthodoxen Prägung – niederwerfen, unter anderem über geopolitische Einflussnahmen zunächst im Iran, indem es dessen Erdölvorkommen sichert, direkt nach jenen Venezuelas, und die Wasserreserven Grönlands sowie die Kontrolle weiterer strategisch wichtiger Ressourcen, die für die „Informatik“ und die Künstliche Intelligenz unerlässlich sind.
Bruchpilot Trump
Kurz gesagt: Trump hat 1) durch Israel Palästina (Gaza und Westjordanland) angegriffen (wobei die neuesten technologisch modernsten Waffen, dank der Palantir-Technologie von Thiel, auf Kosten der Menschen im Gazastreifen getestet wurden), auch für das Business des Wiederaufbaus auf den von ihm selbst provozierten Ruinen; 2) versucht mit der NATO Russland in die Situation vor 1999 zurückzuwerfen (mithilfe der Ukraine, indem er blufft und schwindelt wie ein Pokerspieler, aber als Gegner auf einen Schachspieler gestoßen ist); 3) die US-Strategie fortgesetzt, indem zu erst wie ein Kredithai das alte Europa gegen Russland hetzte, indem er „Meere und Berge“ versprach, es dann ökonomisch abwürgte, indem er ihm Finanzobligationen aufzwang, um es schließlich fallenzulassen nachdem er es mit NATO-Stützpunkten und Schulden übersäte, die für die Waffen zu zahlen sind, die er Selenskyj verkauft hat, die aber die EU bezahlen muss; es ist eben wahr, was Kissinger sagte: „Ein Feind Amerikas zu sein ist gefährlich – sein Freund zu sein ist tödlich.“; 4) hat uns ein nicht nur amerikanisches, sondern ein amerikanistisches Pontifikat geschenkt; so hat er im Vorfeld der Papstwahl großzügig den Vatikan finanziell unterstützt (mit 14 Millionen Dollar), als wären wir in den USA und nicht beim Heiligen Stuhl. Um sich dann wie ein Cowboy in den Petersdom zu setzen (in Anwesenheit des Leichnams von Bergoglio, dem er nach feiner amerikanischer Art den Rücken zukehrte) um mit Selenskyj Gespräche zu führen, zu denen Macron nicht zugelassen wurde.
Trump oder Trumpeldor?
Nun müsste Trump/(eldor)2 zusammen mit Thiel/Palantir, um seinen Plan zu verwirklichen, „der einzige Weltherrscher“ zu werden, zunächst Russland zu Fall bringen, indem er vorher den Zusammenbruch des Iran herbeiführt (das eigentliche ernsthafte Hindernis, das ihn von einem Angriff auf Russland trennt). Anschließend könnte er – mit dem iranischen, kanadischen, grönländischen und venezolanischen Öl in seinen Händen – Indien und China „aushungern“ oder „erdrosseln“ (ganz im Sinne eines „Banksters“) … und die Neue Weltordnung wäre geschaffen… Doch die Wahrheit ist die „Übereinstimmung des menschlichen Denkens mit der Wirklichkeit“; Trump hingegen glaubt als echter Megalomane, die Wirklichkeit selbst mit seinem Denken erschaffen zu können.
Das Problem ist, dass Descartes dies zwar sagte („Cogito ergo sum“), aber nicht wirklich daran glaubte, während Trump tatsächlich daran glaubt und versucht, seine irrige Ideologie mit Bomben durchzusetzen, die realen Schaden anrichten – und nicht nur ideologischen.
Schlussfolgerung
Abschließend stellt sich die Frage, ob aus dieser Ordnung der Dinge, die dem Amerikanismus eigen ist, überhaupt etwas Gutes hervorgehen kann – selbst dann, wenn er von „rechts“ her korrigiert würde, also durch eine „Trump-Philosophie“ und eine „Thiel-Technologie“.
Gewiss: „Gott kann aus Steinen Kinder Abrahams erwecken“ (Lk 3,8; Mt 3,9), da Er allmächtig ist; doch gewöhnlich lässt er die Zweitursachen wirken, das heißt den Menschen, und greift dann mit seiner „Gnade ein, die die Natur voraussetzt, sie nicht zerstört, sondern vollendet“ (vgl. Thomas von Aquin, Summa Theologiae, I, q. 1, a. 8, ad 2).Nachdem ich die Lehre von Peter Thiel, einem der führenden Köpfe der US-amerikanischen Pro-Trump- Rechten, die sich selbst als „nationalamerikanischen neo-konservativen bzw. postliberalen“ Ansatz versteht, betrachtet habe, erscheint es mir sehr schwierig, im Trumpismu/Thielismus oder im paleokonservativen Amerikanismus ein Rettungsfloß für die arme Welt zu erkennen, die – wie die Titanic – auf den Abgrund zutreibt und die letztlich nur durch die göttliche Allmacht wiederhergestellt werden kann, die sich jedoch auch der Zweitursachen bedienen will – insofern diese bereit sind, mit der Gnade Gottes zusammenzuwirken, nicht jedoch mit „widernatürlichen Verbindungen“.
In der Tat: Welche Stabilität könnte eine politische Bewegung besitzen, die nicht auf festen philosophischen (politischen und ökonomischen) sowie theologischen (dogmatischen und moralischen) Prinzipien gründet? Sie erschiene vielmehr wie ein Haus, das auf Sand und nicht auf Fels gebaut ist.
Es genügte, den Plan von Donald Trump und Peter Thiel für Gaza zu betrachten. Zudem hat ersterer sich sogar damit gebrüstet, dass sein Schwiegersohn Jared Kushner seine Tochter zum Lubawitscher Judentum bekehrt habe.
Die wichtigste Förderin und Geldgeberin von Donald Trump ist Miriam Adelson, eine Multimilliardärin und Eigentümerin eines Imperiums im Wert von 35 Milliarden Dollar, die als überzeugte Zionistin gilt. Sie spendete für Trumps jüngste Wahlkampagne über hundert Millionen Dollar (vgl. The Times of Israel, 17. Oktober 2024). Auch J. D. Vance und Marco Rubio wurden von jüdischen Lobbygruppen in den USA unterstützt.
Mit solchen Voraussetzungen kommt man gewiss nicht weit – selbst dann nicht, wenn man von „Palantir“ begleitet oder gelenkt wird.
*Don Curzio Nitoglia, Jahrgang 1957, Studium der Philosophie bei Augusto Del Noce an der römischen Universität La Sapienza, Eintritt in das Priesterseminar von Erzbischof Marcel Lefebvre in Écône, 1984 von diesem zum Priester geweiht. Kaplan eines Frauenklosters bei Rom, das von einem geistlichen Sohn des heiligen Pater Pio von Pietrelcina gegründet wurde und der Piusbruderschaft nahesteht, geistlicher Assistent der Ritterschaft Mariens. Don Nitoglia widerspricht der nachkonziliaren Linie der Kirche zum christlich-jüdischen Verhältnis, auch jener von Benedikt XVI., der er vorwirft, sich mehr an politisch korrekten als an theologischen Kriterien zu orientieren. Autor zahlreicher Bücher (Auswahl): „Roma Antica, Giusdaismo e Cristianesimo“ („Antikes Rom, rabbinisches Judentum und Christentum“, 2020), „Non abbiamo fratelli maggiori“ („Wir haben keine älteren Brüder, 2019); „Per Padre il diavolo“ („Den Vater zum Teufel“, 2016), „Le forze occulte della sovversione“ („Die geheimen Kräfte der Subversion“, 2014), „Gnosi e Gnosticismo, Paganesimo e Giudaismo“ („Gnosis und Gnostizismus, Heidentum und Judentum“, 2006), „Dalla Sinagoga alle Chiesa“ („Von der Synagoge zur Kirche“, 1998).
Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: MiL
- Das im Original gewählte Wortspiel „Roma tradi(conserva)trice“, lässt sich nicht ins Deutsche übertragen, es meint in zweifachem Sinn ein die Tradition verratendes Rom, aber auch traditionsnahe konservative Kreise, die Verrat an ihrer eigenen Sache üben. ↩︎
- Iosif Trumpeldor, geboren 1880 in Russland und 1920 in Tel Hai in Palästina gestorben, war ein militanter Zionist. Im Jahr 1915 gründete er gemeinsam mit Wladimir Jabotinsky in Alexandria in Ägypten die Jüdische Legion, die unter dem Schutz Großbritanniens stand und in die britische Armee eingegliedert war. Er gilt als Nationalheld Israels.
Bereits 1897 war er Anhänger von Theodor Herzl und nahm am Ersten Zionistischen Kongress in Basel teil. Im Jahr 1912 zog er in das damals zum Osmanischen Reich gehörende Palästina, wo er in Untergaliläa aktiv wurde.
1913 lernte er Wladimir Jabotinsky auf dem XI. Zionistischen Kongress in Wien kennen. 1920 wurde er bei einem Feuergefecht mit durchziehenden Arabern in Tel Hai getötet. ↩︎
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