Dialektik der entfesselten Macht

Zur Götterdämmerung der Bischöfe (Teil I)


Revolutionäre Bischöfe? "Fragment eines Jüngsten Gerichts" eines unbekannten Schülers von Hieronymus Bosch (Alte Pinakothek, München)
Revolutionäre Bischöfe? "Fragment eines Jüngsten Gerichts" eines unbekannten Schülers von Hieronymus Bosch (Alte Pinakothek, München)

Von Vigi­li­us*

I. Der Synodale Weg

Der deut­sche Syn­oda­le Weg ist ein lehr­rei­cher Vor­gang für die gesam­te katho­li­sche Kir­che. Denn er stellt in sei­ner grob­schläch­ti­gen Unver­stellt­heit eine heu­ri­stisch gera­de­zu ein­zig­ar­ti­ge Apo­ca­lyp­sis der kirch­li­chen Selbst­de­kon­struk­ti­on dar. Bevor ich auf die ent­schei­den­de Grund­pro­ble­ma­tik ein­ge­he, schil­de­re ich zunächst einen Kon­flikt, der sich bei der sech­sten und letz­ten Sit­zung des Syn­oda­len Weges Ende Janu­ar die­sen Jah­res zuge­tra­gen hat.

Das revolutionäre Bürgertum

Um die Bedeu­tung des Kon­flik­tes zu ver­ste­hen, muß man wis­sen, daß sich die Kli­en­tel des Syn­oda­len Weges neben den deut­schen Bischö­fen im Wesent­li­chen aus bezahl­ten und ehren­amt­li­chen Kir­chen­funk­tio­nä­ren, Par­tei­gän­gern des in den 1990er Jah­ren in Öster­reich erson­ne­nen „Kir­chen­volks­be­geh­rens“ und der Bewe­gung „Wir-sind-Kir­che“, ihrer selbst über­drüs­si­gen Prie­stern, Frau­en­em­power­ment-Non­nen und Ver­tre­tern der aka­de­mi­schen Theo­lo­gie zusam­men­setz­te. Im Lau­fe der Jah­re haben etli­che der eher kon­ser­va­ti­ven Katho­li­ken den Syn­oda­len Weg ver­las­sen, so daß der Pro­gres­sis­mus hier schließ­lich unter sich war. Es gab wäh­rend des letz­ten Tref­fens eine Bemer­kung des Ber­li­ner Bischofs Koch, die das gut illu­strier­te. Denn Koch warn­te die Syn­oda­len unter Ver­weis auf sei­ne Erfah­rung mit „Rech­ten“ inner­halb sei­ner Diö­ze­san­gre­mi­en davor, zu über­se­hen, daß die Beset­zung des Syn­oda­len Weges kei­nes­wegs die Zusam­men­set­zung des gesam­ten Kir­chen­vol­kes abbil­de. Um der jako­bi­ni­schen Guil­lo­ti­ne zu ent­ge­hen, ver­si­cher­te Koch der Syn­odal­ver­samm­lung frei­lich sogleich sei­ne Wohl­ge­sinnt­heit, indem er erklär­te, man ver­su­che natür­lich, die­se Rech­ten zu über­zeu­gen; es wür­de sie aber nun ein­mal geben. Die­se „Rech­ten“ wer­den ver­mut­lich Katho­li­ken sein, die die Kir­che nicht erst mit dem II. Vati­ca­num begin­nen las­sen, regel­mä­ßig zur Mes­se und zur Beich­te gehen und den Rosen­kranz beten.

Der sozio­lo­gi­sche Blick erhellt bereits das eigent­li­che Ziel des gesam­ten Syn­odal­pro­jek­tes. Es geht um das, was die­se Leu­te immer schon ange­strebt haben: die Umwäl­zung aller kirch­li­chen Ver­hält­nis­se, was pri­mär deren durch­grei­fen­de Demo­kra­ti­sie­rung meint. Es dient ledig­lich der tak­ti­schen Ver­schleie­rung die­ses Zie­les, daß die Prot­ago­ni­sten des Syn­oda­len Weges stän­dig davon reden, es hand­le sich um eine Reform. „Reform“ impli­ziert ja eine grund­le­gen­de Kon­ti­nui­tät. Die Wahr­heit ist jedoch, daß es sich um ein dis­rup­ti­ves Revo­lu­ti­ons­pro­jekt han­delt, weil eine grund­stür­zen­de ekkle­sio­lo­gi­sche Neu­be­stim­mung der Posi­ti­on des Prie­sters, resp. ein „syn­oda­les Lehr­amt“, erreicht wer­den soll. Das logi­sche Zen­trum die­ses Anlie­gens besteht des­halb in der Dekon­struk­ti­on des Bischofs­am­tes, mit der die Prie­ster­herr­schaft über­haupt gebro­chen wer­den soll.

Es ist eine ver­kür­zen­de Erzäh­lung, wenn man, wie das von kon­ser­va­ti­ver Sei­te gern geschieht, die ein­schlä­gi­gen Revo­lu­ti­ons­sub­jek­te schlicht als „Lin­ke“ bezeich­net und deren Posi­tio­nen gegen die soge­nann­ten „bür­ger­li­chen Wer­te“ kon­tra­stiert. Man darf in die­sem Zusam­men­hang nicht ver­ges­sen, daß das ursprüng­li­che revo­lu­tio­nä­re Sub­jekt im 18. Jahr­hun­dert das Bür­ger­tum war. Schon lan­ge vor der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on hat­te das Bür­ger­tum in Frank­reich gro­ße wirt­schaft­li­che Macht erlangt und auf die­ser Basis den Adel bereits aus­ge­zehrt. Der Adel war käuf­lich gewor­den und hat­te sich längst gemein gemacht. Durch die hand­greif­li­che Revo­lu­ti­on for­der­te das Bür­ger­tum nun das ein, wor­auf es ein inne­res Anrecht erwor­ben zu haben glaub­te: for­mel­le Gleich­stel­lung und ent­spre­chen­de gleich­ran­gi­ge Par­ti­zi­pa­ti­ons­mög­lich­kei­ten an der poli­ti­schen Macht, die ihm die abso­lu­ti­sti­sche Stän­de­ge­sell­schaft nach wie vor ver­sag­te. Das heißt: Es betrieb nun direkt und for­mell die Abschaf­fung der Mon­ar­chie und des durch den König kon­sti­tu­ier­ten Adels­stan­des. Die fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on von 1789 ist bahn­bre­chend gewor­den für alle wei­te­ren bür­ger­lich-revo­lu­tio­nä­ren Umstür­ze in Euro­pa. In den Revo­lu­tio­nen von 1848/​49 ging es dann auch in Ita­li­en und Deutsch­land sowie erneut in Frank­reich um die Über­win­dung jener restau­ra­ti­ven Struk­tu­ren, die sich in der Zeit nach der fran­zö­si­schen Mut­ter­re­vo­lu­ti­on gebil­det hat­ten. Der Bür­ger ist der Revo­lu­tio­när katexochen.

Daß sich die­ses Prin­zip im Syn­oda­len Weg wie­der­um mani­fe­stiert, ist kaum zu über­se­hen. Aller­dings sind die heu­ti­gen Ver­hält­nis­se gegen­über den alten Kon­stel­la­tio­nen unüber­sicht­li­cher gewor­den. Denn tat­säch­lich gibt es inner­halb des spät­mo­der­nen Bür­ger­tums mitt­ler­wei­le eine deut­li­che Strö­mung, die man als „links“ bezeich­nen könn­te. Das ist aber nicht „links“ im Sin­ne jenes genui­nen Mar­xis­mus, der sich vor­züg­lich ent­lang der Kon­flikt­li­nie von arm und reich, Kapi­ta­list und Aus­ge­beu­te­tem, also als anti­bür­ger­lich iden­ti­fi­ziert. Des­sen par­tei­po­li­ti­sche Reprä­sen­ta­ti­on ist in etwa die Par­tei „Die Lin­ke“. Das wohl­si­tu­ier­te, zumeist aka­de­misch gebil­de­te links­ori­en­tier­te Bür­ger­tum wird hin­ge­gen durch die „Grü­nen“ Robert-Habeck­scher Prä­gung oder die Mer­kel-CDU gut abge­bil­det. Weit eher als die nach wie vor oder wie­der sta­li­ni­stisch affi­nen Genos­sen sind die heu­ti­gen links­li­be­ra­len Bür­ger­li­chen merk­wür­di­ge Misch­we­sen, in denen sich Moti­ve des woken Neo- oder Kul­tur­mar­xis­mus mit eman­zi­pa­to­risch-indi­vi­dua­li­sti­schen, hedo­ni­sti­schen und öko­so­zia­li­sti­schen Strö­mun­gen amal­ga­mie­ren. Das beim Syn­oda­len Weg antreff­ba­re Kli­en­tel stammt wei­test­ge­hend aus dem Dunst­kreis die­ser grün-woken-libe­ra­len Bürgerlichkeit.

Die­ses sozia­le Milieu bil­det aber kei­nen Bruch mit den bür­ger­li­chen Revo­lu­tio­nä­ren des 18. und 19. Jahr­hun­derts. Im Gegen­teil. Hier wie dort ging und geht es stets um Eman­zi­pa­ti­on, also um die Ver­flüs­si­gung des Tra­di­tio­nel­len und die Schlei­fung hier­ar­chi­scher Ord­nun­gen. Alex­an­der Grau hat Recht: „Am Ende die­ser Dau­er­re­vo­lu­ti­on wer­den alle tra­dier­ten Insti­tu­tio­nen pul­ve­ri­siert sein: Reli­gi­on, Fami­lie, Nati­on, Kul­tur­ka­non, Geschlecht. Alles wird flui­de, belie­big, post­tra­di­tio­nell und aus­tausch­bar gewor­den sein. Bür­ger­lich­keit bedeu­tet Dekon­struk­ti­on. Und erst die Post­mo­der­ne ist wahr­haft bür­ger­lich. Es ist kein Zufall, daß das Bür­ger­tum stets Trä­ger der künst­le­ri­schen Avant­gar­de ist, also der Eli­mi­nie­rung aller Gren­zen, Regeln, Geset­ze und Über­lie­fe­run­gen in der Kunst. Die Idee einer zeit­lo­sen Ästhe­tik ist ari­sto­kra­tisch. In der bür­ger­li­chen Welt ist jeder ein Künst­ler. Ent­spre­chend kommt erst im diver­sen, fle­xi­blen und links­li­be­ra­len Neu­bür­ger­tum die Idee der Bür­ger­lich­keit zu sich selbst. Nicht Tho­mas Manns Sena­tor Bud­den­brook ist die Inkar­na­ti­on des Bür­gers, son­dern Robert Habeck: post­masku­lin, acht­sam, post­he­ro­isch und mul­ti­kul­tu­rell.“1

Der Gedan­ke, dass es Ver­hält­nis­se gibt, die sich nicht in den funk­tio­na­len Kate­go­rien von Ver­trag, indi­vi­du­el­ler Selbst­in­sze­nie­rung und Optio­nen­ma­xi­mie­rung, demo­kra­ti­schen Pro­ze­du­ren, Her­stell­bar­keit und Geschäft beschrei­ben las­sen, ist auch beim spät­mo­der­nen Bür­ger­tum des Syn­oda­len Wegs voll­stän­dig ver­schwun­den. Es gibt viel­mehr einen glü­hen­den Haß auf das Unver­füg­ba­re, auf alle Natur­wüch­sig­kei­ten und dem Zugriff ent­zo­ge­nen Selbst­zweck­lich­kei­ten, auf das Unvor­denk­li­che und Ari­sto­kra­ti­sche. Alles muß „par­ti­zi­pa­tiv“ und „inklu­siv“, jedem prin­zi­pi­ell zugäng­lich und zuhan­den sein. Es ist evi­dent, dass sich die­ses Res­sen­ti­ment schließ­lich auf den Prie­ster rich­ten muß, denn der Prie­ster ist in einer von der bür­ger­li­chen Machen­schafts­ra­tio­na­li­tät durch­drun­ge­nen Welt die letz­te Reprä­sen­ta­ti­on der Idee sakra­ler Mon­ar­chie. Der von Chri­stus selbst erwähl­te und geweih­te Prie­ster, der in alle Ewig­keit vom Lai­en „dem Wesen nach“ ver­schie­den bleibt und zudem als die sakra­men­ta­le Selbst­re­prä­sen­ta­ti­on Chri­sti nur ein zöli­ba­t­är leben­der Mann sein kann, ist eine Insti­tu­ti­on, die das Wer­te­sy­stem links­li­be­ra­ler Bür­ger­lich­keit zutiefst belei­digt. Das anti­prie­ster­li­che Res­sen­ti­ment prägt die Kir­che in Deutsch­land auch auf den diö­ze­san-offi­zi­el­len Ebe­nen seit vie­len Jah­ren. Alex­an­der Kiss­lers nach wie vor aktu­el­ler Arti­kel „Der Prie­ster­man­gel ist gewollt“ the­ma­ti­siert die­se Ent­wick­lung punkt­ge­nau2.

Dass der Hori­zont unver­füg­ba­rer Sakra­li­tät beim Syn­oda­len Weg aus­ge­löscht ist, sieht man neben den Ein­las­sun­gen der Syn­oda­len zum Prie­ster­tum vor­züg­lich an den dort prak­ti­zier­ten par­ti­zi­pa­ti­ven Lit­ur­gien. Hier erkennt man unmit­tel­bar, dass sich das Men­schen­tum der All­ver­flüs­si­gung ange­schickt hat, selbst in den Raum des Hei­li­gen vor­zu­drin­gen, um die zeit­lo­se Ästhe­tik des katho­li­schen Ritus in ein belie­big model­lier­ba­res Ver­mitt­lungs­ge­fü­ge von Sub­jekt­er­leb­nis­sen und spi­ri­tu­el­len Selbst­ver­ge­wis­se­run­gen des gemein­schaft­li­chen revo­lu­tio­nä­ren Bewußt­seins umzu­schmel­zen. Die „Beschlüs­se“ des Syn­oda­len Wegs ent­spre­chen die­sen Lit­ur­gien prä­zi­se. Wir tref­fen hier gera­de­zu in Rein­kul­tur auf die vom Phi­lo­so­phen Max Sche­ler beschrie­be­ne „lang­sa­me, laut­lo­se fäl­schen­de Umwer­tung der christ­li­chen Tugend- und Moral­be­grif­fe in die Wert­schät­zung mensch­li­cher Eigen­schaf­ten und Hand­lungs­ein­hei­ten“, die das bür­ger­li­che Ver­füg­bar­ma­chungs­pro­jekt vor­an­trei­ben. Die geist­li­chen Leit­ka­te­go­rien des Neu­en Testa­ments wer­den mit den syn­odal-bür­ger­li­chen Kate­go­rien von Inklu­si­on, Macht­par­ti­zi­pa­ti­on, Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit, Diver­si­tät und Woke­ness iden­tisch gesetzt und die­se Iden­ti­fi­zie­rung wird umstands­los als Tat des Hei­li­gen Gei­stes sel­ber pro­kla­miert. Und in den als „Got­tes­dien­sten“ aus­ge­wie­se­nen Voll­zü­gen fei­ern und bestä­ti­gen sich die Revo­lu­tio­nä­re als gehor­sa­me Medi­en die­ses Got­tes­gei­stes, der tat­säch­lich jedoch nichts ande­res als eine Pro­jek­ti­on des revo­lu­tio­nä­ren Wil­lens sel­ber ist. Wir ken­nen die­se Zir­ku­la­ri­tät aus der Geschich­te der Revo­lu­tio­nen gut. Hät­te Nietz­sche, der den ver­lo­ge­nen Cha­rak­ter des moder­nen Bür­ger­tums zutiefst ver­ab­scheut hat, das Syn­odal­spek­ta­kel gese­hen, wären die­se Leu­te von ihm mit Kas­ka­den von Spott über­zo­gen worden.

Die beim Syn­oda­len Weg akti­ven „Theolog:innen“ sind nahe­zu kom­plett Leu­te, die zur Frak­ti­on der bür­ger­lich-libe­ra­len Theo­lo­gie zäh­len, deren Nestor Hans Küng war. Der beim Syn­oda­len Weg das gro­ße Wort füh­ren­de Tho­mas Söding ist eben­so ein Muster­bei­spiel einer durch und durch ver­bür­ger­lich­ten Theo­lo­gie wie die bei der letz­ten Syn­odal­ver­samm­lung hin­ter Rein­hard Marx sit­zen­de Doro­thea Satt­ler, für die die Din­ge „bezie­hungs­wei­se“ funk­tio­nie­ren und die des­we­gen in Mün­ster „öku­me­ni­sche Theo­lo­gie“ betreibt. Aller­dings ist die Satt­le­rin klug. So hat sie etwa eine Theo­rie der „Real­prä­senz“ Chri­sti im dia­ko­ni­schen Han­deln for­mu­liert, wel­che Theo­rie aber weit eher der dekon­struk­ti­ven Infla­tio­nie­rung die­ser bis­lang dem Mess­ge­sche­hen – und damit dem prie­ster­li­chen Han­deln – vor­be­hal­te­nen Kate­go­rie als der Grund­le­gung einer ernst­haf­ten befrei­ungs­theo­lo­gi­schen Per­spek­ti­ve dient. Das wahr­haft viru­len­te The­ma scheint für Satt­ler wie für sehr vie­le die­ser Leu­te stets der Wei­he­amts­dis­kurs zu sein, und zwar als ein sol­cher Dis­kurs, der von ihnen immer schon im blo­ßen Hori­zont der Macht­fra­ge situ­iert ist. Die­se Obses­si­on läßt sich nur durch nar­ziß­ti­sche Krän­kungs­ge­füh­le erklä­ren, die so mas­siv sind, dass sie zur Zer­stö­rung des Prie­ster­tums über­haupt hin­drän­gen. Man will die alte Kir­che in Trüm­mern lie­gen sehen. Ein for­mel­ler Wech­sel zu den Pro­te­stan­ten wür­de nicht nur beruf­li­che Nach­tei­le, son­dern auch kei­ne ech­te Schmerz­lin­de­rung brin­gen, denn dann gäbe es die katho­li­sche Kir­che mit ihren als skan­da­lös emp­fun­de­nen Distink­tio­nen ja immer noch. Befrie­digt wird das revo­lu­tio­nä­re Bewußt­sein erst dann sein, wenn die­se Insti­tu­ti­on – und zwar nicht durch äuße­re Gewalt, son­dern durch Selbst­trans­for­ma­ti­on – in den Pro­te­stan­tis­mus hin­ein ver­schwun­den ist.

Die for­cier­te Selbst­ver­win­dung der Kir­che ist bereits weit fort­ge­schrit­ten. Die ent­schei­den­de theo­lo­gi­sche Ope­ra­ti­on ist sogar schon fast kom­plett exe­ku­tiert. Sie besteht in der Trans­for­ma­ti­on der Theo­lo­gie der Mess­fei­er als eines Opfer­ge­sche­hens in eine gemein­de­theo­re­ti­sche Theo­lo­gie des eucha­ri­sti­schen Mah­les. In die­ser Theo­lo­gie bil­det die Gemein­de­fei­er einen geni­ti­vus sub­jec­ti­vus et objec­ti­vus. Die Gemein­de ist zugleich fei­ern­des Sub­jekt und gefei­er­tes Objekt. Mit die­ser Ach­sen­ver­schie­bung bricht die gesam­te vor­ma­li­ge Ekkle­sio­lo­gie ent­zwei; es kommt nicht von unge­fähr, dass Luthers ekkle­sio­lo­gi­sche Revo­lu­ti­on, die die katho­li­sche Wei­he­amts­theo­lo­gie voll­stän­dig zer­stör­te, zu ihrem Kern die Eli­mi­nie­rung des Opfer­cha­rak­ters der Mes­se hat­te. Es war des­we­gen nur eine Fra­ge der Zeit, bis die Reka­pi­tu­la­ti­on der luthe­ri­schen Wei­chen­stel­lun­gen in der katho­li­schen Kir­che selbst zu jener Dekon­struk­ti­ons­for­de­rung des Wei­he­am­tes füh­ren wür­de, die beim Syn­oda­len Weg laut­stark erho­ben wur­de. Tat­säch­lich trifft die­se For­de­rung aber auf ein Wei­he­amt, das sich sel­ber bereits weit­ge­hend aus­ge­höhlt hat, weil sich die mei­sten Prie­ster längst nicht mehr im Koor­di­na­ten­sy­stem der Mess­op­fer­theo­lo­gie begrei­fen. Betrach­tet man die Selbst­in­sze­nie­rung des Prie­sters in gewöhn­li­chen Sonn­tags­lit­ur­gien, läßt sich an unzäh­li­gen Minia­tu­ren fest­stel­len, dass die­ses Set­ting mit der tra­di­tio­nel­len Kon­zep­ti­on kaum mehr etwas zu tun hat. Es liegt in der Logik des Pro­zes­ses, dass sich die noch immer vor­han­de­nen Rest­be­stän­de des vor­ma­li­gen Para­dig­mas pro­gres­siv ver­flüch­ti­gen. Um die Tota­li­sie­rung und damit um die Irrever­si­bi­li­tät die­ser Zäsur geht es dem Syn­oda­len Weg.

Des­we­gen war den Revo­lu­tio­nä­ren der Miß­brauchs­skan­dal eben­so will­kom­men wie wei­land Mer­kel das Atom­un­glück in Fuku­shi­ma, das jene Ener­gie­wen­de legi­ti­mier­te, durch die Mer­kel die immer schon ersehn­te Koali­ti­on mit den Grü­nen vor­be­rei­ten woll­te. Die Miß­brauchs­re­fe­renz des Syn­oda­len Weges bil­de­te ein pro­ba­tes Vehi­kel, um alle Ope­ra­tio­nen, um die es hin­ter­grün­dig in Wahr­heit ging und geht, als nach­ge­ra­de unum­gäng­li­che Maß­nah­men aus­wei­sen zu kön­nen. Noto­risch behaup­ten die Syn­oda­len bis heu­te, dass es einen inne­ren, spe­zi­fi­schen Zusam­men­hang zwi­schen dem Miß­brauch und der kle­ri­kal-hier­ar­chi­schen Struk­tur der Kir­che gäbe, und blen­den dabei alle Stu­di­en aus, die zei­gen, dass der Pro­te­stan­tis­mus ineins mit vie­len wei­te­ren säku­la­ren Insti­tu­tio­nen vom Miß­brauchs­phä­no­men min­de­stens eben­so sehr betrof­fen ist. Dass es sich beim Miß­brauchs­be­zug vor­züg­lich um ein tak­ti­sches Manö­ver han­delt, zeig­te sich bei der jüngst zurück­lie­gen­den Ver­samm­lung des Syn­oda­len Weges auch dar­in, dass die gele­gent­lich auf­tau­chen­den Erin­ne­run­gen an das The­ma eigen­tüm­lich schal kla­gen. Offen­sicht­lich dien­ten sie nur dazu, das bewähr­te Nar­ra­tiv noch­mals für’s Pro­to­koll zu erwäh­nen. Bei die­ser letz­ten Ver­samm­lung trat rein her­vor, was immer schon die Wahr­heit der Sache war: Es ging und geht um die Göt­ter­däm­me­rung der Bischöfe.

Der Streit um die Synodalkonferenz

Vor die­sem Hin­ter­grund wird ver­ständ­lich, war­um das eigent­lich hei­ße Eisen wäh­rend des gesam­ten Syn­oda­len Weges die Fra­ge war, ob aus dem zeit­be­fri­stet ange­leg­ten Syn­oda­len Weg schließ­lich ein stän­di­ges Gre­mi­um her­vor­ge­hen wer­de, das als Steue­rungs­grup­pe die Imple­men­tie­rung der Beschlüs­se des Syn­oda­len Weges in den Diö­ze­sen auf allen Ebe­nen des kirch­li­chen Lebens mit Wirk­macht kon­trol­lie­ren und vor­an­trei­ben kann und in dem sich die Kli­en­tel des Syn­oda­len Weges selbst­re­dend noch ein­mal reprä­sen­ta­tiv abbil­det. Den ersten Sat­zungs­ent­wurf eines sol­chen ver­bind­lich ope­rie­ren­den Syn­odal­ra­tes hat Rom abge­wie­sen, was aber nicht zur Fol­ge hat­te, dass die Sache sel­ber von den Syn­oda­len zu den Akten gelegt wor­den wäre. Das ist auch gar nicht mög­lich. Denn die For­de­rung nach einem Revo­lu­ti­ons­rat ist nicht nur der Ruf nach einem Instru­ment, mit dem Ideen rea­li­siert wer­den kön­nen, die von die­sem Instru­ment sel­ber ver­schie­den sind, so dass nach voll­brach­ter Umset­zung das Instru­ment gar nicht mehr benö­tigt wird. Viel­mehr ist die­ses Gre­mi­um, und zwar exklu­siv als ver­bind­li­ches, sel­ber der ent­schei­den­de Kern der Revo­lu­ti­on, denn es ist an sich selbst die Über­win­dung des klas­si­schen Begriffs des kirch­li­chen Wei­he­am­tes, dem als sol­chem die Lei­tung der Kir­che zukommt. Die Abschied­nah­me der Revo­lu­tio­nä­re von der Idee eines Revo­lu­ti­ons­ra­tes wäre nichts gerin­ge­res als deren voll­stän­di­ge Kapitulation.

Nun ist die­ses stra­te­gi­sche Ziel den bischöf­li­chen Haupt­prot­ago­ni­sten des Syn­oda­len Weges von Anfang an klar gewe­sen. Zwar hat­te Kar­di­nal Marx, der den Syn­oda­len Weg maß­geb­lich initi­iert hat, zu Beginn des Unter­neh­mens ver­si­chert, die Beschlüs­se des Syn­oda­len Weges, der ja kei­nen kir­chen­recht­li­chen Sta­tus besitzt, sei­en juri­stisch unver­bind­lich, so dass die Diö­ze­sen noch ein­mal eigen­stän­dig dar­über ent­schei­den kön­nen, ob und was sie von den Beschlüs­sen des Syn­oda­len Weges umset­zen wer­den. Gleich­wohl bestand nie­mals ein Zwei­fel dar­über, dass sich die Syn­oda­len damit nicht zufrie­den­ge­ben wür­den. Das war aber nicht nur auf­grund der ewi­gen Revo­lu­ti­ons­lo­gik klar. Die For­de­rung nach einem wirk­mäch­ti­gen Revo­lu­ti­ons­ko­mi­tee war auch des­we­gen immer schon klar erwart­bar, weil die Per­spek­ti­ve auf ein der­ar­ti­ges Gre­mi­um von Gestal­ten wie Bät­zing, Marx, Bode und Over­beck von Anfang an bei den Revo­lu­tio­nä­ren mora­lisch genährt wur­de. Nur so ist es über­haupt erklär­bar, dass sich die Revo­lu­tio­nä­re mit ihren Rol­la­to­ren auf den Weg gemacht haben. Man darf nicht ver­ges­sen, dass die­se Herr­schaf­ten schon seit Jahr­zehn­ten für die radi­ka­le Trans­for­ma­ti­on der Kir­che kämp­fen und mitt­ler­wei­le nicht nur ergraut, son­dern ange­sichts der struk­tu­rell-poli­ti­schen Erfolg­lo­sig­keit ihrer Agi­ta­ti­on auch so tief fru­striert sind, dass sie sich nur noch dann in eine neue Schlacht zu bege­ben wil­lens gewe­sen sind, wenn die rea­le Aus­sicht dar­auf bestand, immer­hin durch die syste­ma­ti­sche Revo­lu­tio­nie­rung der deut­schen Kir­chen­ver­hält­nis­se einen Spreng­satz in der Gesamt­kir­che zün­den zu können.

Das heißt: Dass die Syn­oda­len die Aus­kunft des Rein­hard Marx, die Beschlüs­se des Syn­oda­len Weges sei­en juri­stisch nicht bin­dend, über­haupt hin­ge­nom­men haben, erklärt sich nur dadurch, dass sie die­se Aus­kunft als eine ledig­lich not­wen­di­ge Tak­tik gegen­über den römi­schen Behör­den und zöger­li­chen Bischö­fen betrach­tet haben müs­sen, wel­che Inter­pre­ta­ti­on gar nicht mög­lich gewe­sen wäre, wenn sie nicht von Sei­ten der bischöf­li­chen Haupt­prot­ago­ni­sten des Syn­oda­len Weges eine geziel­te För­de­rung erfah­ren hät­te. Und dass die Syn­oda­len nicht von Bord gegan­gen sind, nach­dem Rom einen die Auto­ri­tät der Bischö­fe aus­höh­len­den Syn­odal­rat abge­lehnt hat, scheint mir eben­falls nur dadurch erklär­bar, dass die Syn­oda­len sich auf jene bischöf­li­chen Signa­le ver­las­sen haben, die ver­hie­ßen, man wer­de zum Schluß die römi­sche Wei­sung unter­lau­fen und zumin­dest im Sin­ne einer ver­läß­li­chen Selbst­ver­pflich­tung ein de fac­to bin­den­des Revo­lu­ti­ons­ko­mi­tee kon­sti­tu­ie­ren, des­sen Macht­er­grei­fung im Lau­fe der Zeit über die eta­blier­ten Struk­tu­ren und Per­so­nal­po­li­ti­ken auto­ma­tisch immer unre­vi­dier­ba­rer wer­de. Ein sol­cher Syn­odal­rat war der aprio­ri in Aus­sicht gestell­te Ring der Macht, mit dem die Revo­lu­tio­nä­re wie Sau­ron in Tol­ki­ens „Herr der Rin­ge“ bis ans Ende aller Tage über alles Leben in der deut­schen Kir­che bestim­men und die aus­ge­brü­te­ten Ideen immer erfolg­rei­cher in der gan­zen Kir­che ver­brei­ten kön­nen. In den Wor­ten Södings lau­tet das, dass die nun ange­dach­te „neue Syn­odal­kon­fe­renz“ das Man­dat haben soll, „die pasto­ra­len Grund­fra­gen gemein­sam zu erör­tern und neu zu beant­wor­ten, etwa die Orga­ni­sa­ti­on des Gemein­de­le­bens oder die Neu­ju­stie­rung von Kate­che­se und Reli­gi­ons­un­ter­richt“. Wenn die „neue Syn­odal­kon­fe­renz“ tat­säch­lich dazu käme, das Gemein­de­le­ben „neu zu orga­ni­sie­ren“, wäre es für die Prie­ster emp­feh­lens­wert, im Aus­land um Asyl anzusuchen.

Aller­dings ist nicht klar, wie die Sache mit der Syn­odal­kon­fe­renz genau wei­ter­ge­hen wird. Denn noch immer ste­hen die bei­den Mög­lich­kei­ten im Raum: Ent­we­der eine juri­stisch ver­bind­li­che oder eine bloß die Bischö­fe bera­ten­de Syn­odal­kon­fe­renz. Vor dem Hin­ter­grund der Dis­kus­si­on um die­se zwei Alter­na­ti­ven ereig­ne­te sich nun bei der letz­ten Syn­odal­ver­samm­lung eine bemer­kens­wer­te Irri­ta­ti­on, in deren Mit­tel­punkt aus­ge­rech­net Rein­hard Marx stand. Marx ver­hält sich näm­lich neu­er­dings gegen­über den Syn­oda­len wie Wotan gegen­über den Rie­sen im „Rhein­gold“, denen Wotan den zunächst aus­ge­mach­ten Preis für die Errich­tung der Göt­ter­burg, näm­lich die Lebens­göt­tin Freya, doch nicht über­las­sen will. Das war auch nur ein Schein­an­ge­bot, denn Wotan war schon klar, dass das Göt­ter­ge­schlecht ohne Freya zugrun­de gehen muß. Nicht zuletzt auf­grund ihres Unter­hal­tungs­wer­tes will ich die Ein­las­sun­gen unse­res Wotans im Bischofs­ge­wand hier zitie­ren, die er wäh­rend der Sit­zung am 31. Janu­ar 2026 zum Besten gab: „Ja, lie­be Syn­oda­le, ich seh‘ da ne gro­ße Schwie­rig­keit. Wir haben in der Bischofs­kon­fe­renz ja auch dar­über dis­ku­tiert, das war ja bei eini­gen das Grum­meln, auch bei mir, gibt es jetzt eine Ober­instanz, die stän­dig mich als Bischof kon­trol­liert. Das will ich nicht.“ Hier gab es dann lau­te Unmuts­ge­räu­sche im Ple­num, wor­auf­hin Marx noch­mals nach­leg­te: „Nein, das will ich nicht. Das ist nicht, nein, so geht das nicht. Das ist genau das, was Rom auch kri­tisch ange­schaut hat, gibt es jetzt hier eine Ober­instanz, die in die Bischö­fe, die in die Bis­tü­mer hin­ein­re­gie­ren kann. Das ist nicht gewollt. Und des­we­gen war­ne ich davor, die­sen Weg zu beschrei­ten. Aber dass wir grund­sätz­lich natür­lich in einer Kom­pro…, in einer Dis­kus­si­on in der Syn­odal­kon­fe­renz über die Beschlüs­se reden müs­sen und so wei­ter, aber ein sol­ches Ver­fah­ren jetzt hier ein­zu­füh­ren, also ich bin dage­gen. Dass das ganz klar ist.“ Doro­thea Satt­ler saß wäh­rend die­ser trot­zi­gen Inter­ven­ti­on wie erstarrt und hoch­kon­zen­triert mit einem Kugel­schrei­ber in der Hand hin­ter Marx und fixier­te einen Punkt auf ihren Manuskripten.

Wäh­rend ich befürch­te, dass Georg Bät­zing glaubt, was er sagt, klan­gen die Geschwi­ster­lich­keits­phra­sen des Syn­oda­len Weges aus dem Mun­de des Rein­hard Marx immer schon wie schep­pern­des Blech. Ich ken­ne Leu­te, die hal­ten Marx für einen veri­ta­blen, selbst­auf­ge­klär­ten Nihi­li­sten. Wenn es kei­nen objek­ti­ven, zumin­dest kei­nen erkennt­nis­mä­ßig objek­ti­vier­ba­ren meta­phy­si­schen Sinn­zu­sam­men­hang und damit kein Gan­zes mehr gibt, dann gibt es, wie bei Nietz­sche, nur noch den Wil­len zur Macht als das Sein des Sei­en­den. Wenn man die Nihi­lis­mus­the­se für einen Augen­blick vor­aus­setzt, lie­ße sich erklä­ren, war­um Marx nicht nur die alte Moral zugun­sten eines vita­li­sti­sche­ren Zugangs zu den Din­gen gern opfert, son­dern auch nie­mals erkenn­ba­re Anstal­ten gemacht hat, sich für meta­phy­si­sche Fra­gen wie die, ob Jesus Chri­stus nun mit dem Vater wesens­gleich ist oder nicht, zu ver­bren­nen. Dann dürf­te er sich wohl eben­so wenig für die Ideo­lo­gie des Syn­oda­len Weges ver­bren­nen. Für einen Nihi­li­sten wäre das alles glei­cher­ma­ßen lächer­lich. Es sei denn, es dien­te dem Macht­er­halt und der Macht­stei­ge­rung. In der Tat kann man den Ein­druck gewin­nen, dass Marx die zugleich post­mo­dern­ste und renais­sance­ar­tig­ste Erschei­nung im deut­schen Epi­sko­pat ist. „Sub­stan­ti­ell“, so könn­ten bös­ar­ti­ge Sub­jek­te behaup­ten, sind für Marx nur das Brat­hähn­chen auf dem Tel­ler und die Macht.

Die zitier­te Ein­las­sung des Kar­di­nals bestä­tigt die­se Ein­schät­zung. Ver­rä­te­ri­scher­wei­se han­delt Marx an kei­ner Stel­le davon, dass die von den Revo­lu­tio­nä­ren gewoll­te „Ober­instanz“ aus objek­ti­ven theo­lo­gi­schen Grün­den unmög­lich sei – weil es hier um die Unver­füg­bar­keit der Wahr­heit und die Auto­ri­tät Jesu Chri­sti selbst geht. Statt­des­sen for­mu­liert er im sub­jek­ti­vi­täts­theo­re­ti­schen Koor­di­na­ten­sy­stem des Wil­lens zur Macht: Ich will das nicht. Die Wil­lens­set­zung ist zir­ku­lä­rer­wei­se ihr eige­ner Aus­weis gewor­den, weil der Wil­le zum Wil­len zur Macht die Kate­go­rien der Wahr­heit und der Macht iden­tisch gesetzt hat. Der­je­ni­ge, der die­se Selbst­er­mäch­ti­gung des Wil­lens zum Maß aller Din­ge am unver­hoh­lend­sten for­mu­liert, ist der Frei­bur­ger Fun­da­men­tal­theo­lo­ge Magnus Striet, der zu den ein­fluß­reich­sten Stich­wort­ge­bern des Syn­oda­len Weges zählt. Auch die römi­sche Per­spek­ti­ve rekon­stru­iert Marx im iden­ti­schen Para­dig­ma: Das ist nicht gewollt. An die­ser Stel­le tritt die gehei­me Kom­pli­zen­schaft zwi­schen den kon­f­li­gie­ren­den Par­tei­en her­vor, denn es kol­li­die­ren zwei Ansprü­che, die sich inein­an­der spie­geln, weil sie sich bei­de schon in der Sphä­re der neu­zeit­li­chen Meta­phy­sik des abso­lut gesetz­ten Wil­lens bewe­gen. In ihrem Wesen sind sie identisch.

Dann stellt sich aber die Fra­ge, wie Marx den Zen­tral­ko­mi­te­e­leu­ten den Ring der Macht avi­sie­ren konn­te. Mir scheint, dass es dafür nur zwei Erklä­rungs­mög­lich­kei­ten gibt. Ent­we­der hat Marx sei­ne Auf­fas­sung geän­dert, weil er etwa im Blick auf eine wahr­schein­li­che römi­sche Ableh­nung die poli­ti­sche Aus­sichts­lo­sig­keit der Rea­li­sier­bar­keit eines ver­bind­li­chen Syn­odal­ko­mi­tees erkannt hat und sich durch die Unter­stüt­zung eines zum Schei­tern ver­ur­teil­ten Pro­jek­tes nicht sel­ber beschä­di­gen will. Er ist ja immer­hin Kar­di­nal von des Pap­stes Gna­den. Oder er hat den Ring der Macht immer schon eifer­süch­tig als sei­nen Schatz gehü­tet und nie die ernst­haf­te Absicht gehabt, sei­ne Macht zu tei­len. „Nur eine Hand kann den Einen zur glei­chen Zeit füh­ren“ sagt Gan­dalf im „Herr der Rin­ge“ zu Sar­uman. Wenn die­se – an die vor­hin zitier­te Nihi­lis­mus­the­se gut anschluß­fä­hi­ge – Hypo­the­se stim­men soll­te, hät­te der listen­rei­che Marx die Revo­lu­tio­nä­re vor sei­nen Kar­ren gespannt, um ange­sichts der Miß­brauchs­skan­da­le die Öffent­lich­keit zu besänf­ti­gen, die Kir­che als reform­wil­lig zu prä­sen­tie­ren, auf die­se Wei­se die links­li­be­ra­le Kir­chen­steu­er­zah­l­er­grup­pe bei der Stan­ge zu hal­ten und dabei auch lästi­ge aske­ti­sche Tra­di­ti­ons­be­stän­de los­zu­wer­den, um schließ­lich das eine und ent­schei­den­de Opfer doch nicht zu brin­gen, näm­lich sei­ne eige­ne Macht. Denn gera­de um deren Siche­rung wäre es ja bei der Initi­ie­rung des Syn­oda­len Weges in Wahr­heit gegan­gen. Man erin­nert sich unwei­ger­lich an den berühm­ten Aus­spruch des jun­gen Ade­li­gen in Lam­pe­du­sas Roman „Der Leo­pard“, der sein revo­lu­tio­nä­res Enga­ge­ment mit dem Satz begrün­det: „Alles muß sich ändern, damit alles so blei­ben kann, wie es ist.“ Es lie­ße sich durch­aus dar­über spe­ku­lie­ren, ob Marx nicht schon im Zusam­men­hang der römi­schen Ableh­nung des ersten Sat­zungs­ent­wurfs über vati­ka­ni­sche Ban­de gespielt hat und nicht auch jetzt die römi­schen Behör­den ansta­chelt, in der Macht­fra­ge den Syn­oda­len nie­mals nach­zu­ge­ben. „In die Bischö­fe“ wird nicht rein­re­giert, da sei der Papst davor. Das „Nein, das will ich nicht“ und „Das ist nicht gewollt“ sind im Marx­schen State­ment ja auch zu einer unun­ter­scheid­ba­ren Wil­lens­be­kun­dung verschmolzen.

Das State­ment wirft im übri­gen auch ein erhel­len­des Licht auf die frü­he­re Aus­kunft des Kar­di­nals, er hiel­te eine syn­oda­le Refor­mu­lie­rung des Papst­am­tes für sinn­voll. Hier stellt man sich die Fra­ge, wie Marx an sei­ner eige­nen Macht­kom­pe­tenz als Bischof fest­hal­ten kann, um gleich­zei­tig vom Papst zu erwar­ten, sein Amt als syn­oda­les Gre­mi­um neu zu kon­zi­pie­ren? Wenn der Bischof von Mün­chen und Frei­sing sagt, „nein, das will ich nicht“, wird er das dem Bischof von Rom auch zuge­ste­hen müs­sen. Auch hier steht zu ver­mu­ten, daß Marx das natür­lich stets getan hat und die­se Papst­idee folg­lich eine der Fin­ten des Listen­rei­chen war, um sich die Revo­lu­tio­nä­re geneigt zu machen. Außer­dem benö­tigt Marx den star­ken Papst ja noch als Schutz­schild gegen die revo­lu­tio­nä­re Zudringlichkeit.

Die Rie­sen­sei­te kam im unmit­tel­ba­ren Anschluß an die Inter­ven­ti­on von Marx in der Per­son des berühm­ten Pasto­ral­for­schers Mat­thi­as Sell­mann zu Wort. For­scher Sell­mann ist eine intel­lek­tu­el­le Licht­ge­stalt, deren Lob ich bereits frü­her ange­stimmt habe3. Er ist ein aus­ge­wie­se­ner Exper­te für die syste­ma­ti­sche Erfas­sung und Über­wa­chung eines Vor­gangs oder Pro­zes­ses mit­tels tech­ni­scher Hilfs­mit­tel oder ande­rer Beob­ach­tungs­sy­ste­me. Schon das Erschei­nen der von Sell­manns Insti­tut durch­ge­führ­ten Prie­ster­stu­die im Jah­re 2024, „Wer wird Prie­ster? Ergeb­nis­se einer Stu­die zur Sozio­de­mo­gra­fie und Moti­va­ti­on der Prie­ster­kan­di­da­ten in Deutsch­land“, die das erschüt­tern­de Resul­tat eines zuneh­mend kon­ser­va­ti­ven und syn­odal­feind­li­chen jun­gen Kle­rus erge­ben hat­te, dien­te sich Sell­mann den dar­ob besorg­ten Bischö­fen mit sei­ner Exper­ti­se zur syste­ma­ti­schen Ver­hin­de­rung oder doch Umer­zie­hung kon­ser­va­ti­ver Prie­ster­amts­kan­di­da­ten an. Er bot an, in den Aus­bil­dungs­in­sti­tu­ten For­ma­tie­rungs­stra­te­gien zu imple­men­tie­ren, die dazu die­nen sol­len, in den Kan­di­da­ten ein pri­mär an der För­de­rung des säku­la­ren Gemein­wohls und über­haupt an den Ideen des Syn­oda­len Weges ori­en­tier­tes moder­nes Prie­ster­bild zu ver­an­kern. Also ein Prie­ster­bild, in dem der Prie­ster ver­schwun­den ist. For­scher Sell­mann ist nicht nur sub­ti­ler dia­lek­ti­scher Denk­be­we­gun­gen, son­dern sogar der Para­do­xie mäch­tig. Es liegt folg­lich nahe, daß sich Sell­mann auch beim Syn­oda­len Weg mit sei­ner gan­zen Gei­stes­kraft für das syn­oda­le „Moni­to­ring“ enga­giert, denn hier geht es ja prä­zi­se um das Anlie­gen, mit­tels geeig­ne­ter Kon­troll­maß­nah­men den Kle­rus zu domestizieren.

Und so erwi­der­te Sell­mann dem Kar­di­nal Marx in geschwi­ster­li­chem Frei­mut: „Ähm, das fin­de ich ein sehr schwie­ri­ges Ver­ständ­nis, Erz­bi­schof Kar­di­nal Marx, wir erzie­len hier Mehr­hei­ten, wir erzie­len hier Selbst­ver­pflich­tun­gen, wir spre­chen hier gemein­sam, Syn­oda­li­tät bedeu­tet gemein­sam auf dem Weg zu sein, da kann ich wirk­lich, das kann ich wirk­lich nicht gut ver­ste­hen, daß Sie das als Ober­instanz und als Rein­re­gie­ren in ihr Bis­tum emp­fin­den, fin­de ich schwie­rig, und glau­be ich, das ent­spricht auch nicht dem, was hier gewach­sen ist, man kann das auch als wech­sel­sei­ti­ges Ler­nen beschrei­ben, als Mög­lich­keit, von­ein­an­der Kennt­nis zu neh­men, als Ermäch­ti­gung auch von mehr Akteu­ren, auf die gemein­sa­me Ent­wick­lung zu ach­ten und sich wech­sel­sei­tig Anrei­ze zu geben, in die beschlos­se­ne gemein­sa­me Rich­tung vor­an­zu­ge­hen …“ Das sind ver­schwur­bel­te For­mu­lie­run­gen für ein bein­har­tes Macht­pro­jekt, zu des­sen Durch­set­zung Sell­mann die mora­li­sche Guil­lo­ti­ne auf­fährt und signa­li­siert, daß es von Marx und etwa­igen Gesin­nungs­ge­nos­sen höchst ver­werf­lich sei, die doch immer­hin „gemein­sam beschlos­se­ne Rich­tung“ nicht kon­se­quent aus­zu­schrei­ten. Rein­hard Marx, der sich der „Ermäch­ti­gung auch von mehr Akteu­ren“ wider­setzt, wird feh­len­de Syn­oda­li­täts­be­reit­schaft, man­gel­haf­te Geschwi­ster­lich­keit sowie Unred­lich­keit vor­ge­wor­fen. Nicht zu Unrecht, möch­te ich meinen.

Die weitere Entwicklung

Damit ist jener Grund­kon­flikt inner­halb des Syn­oda­len Weges skiz­ziert, der prin­zi­pi­ell ein Pul­ver­faß bil­det. Es wäre frei­lich zu wün­schen, daß es zu einer Explo­si­on käme. Es steht aber zu ver­mu­ten, daß es zu kei­ner Eska­la­ti­on des Kon­flik­tes kom­men wird. Schaut man auf die diver­sen State­ments der Betei­lig­ten im unmit­tel­ba­ren Anschluß an die letz­te Syn­odal­ver­samm­lung, sah man schon, daß der Ball flach gehal­ten wird. Man lobt sich eif­rig, preist das mitt­ler­wei­le Erreich­te und blickt erwar­tungs­voll in die Zukunft. Wie­der­um kann man ver­mu­ten, daß Marx auch dar­auf spe­ku­liert hat. Denn es dürf­te ihm nicht erst bei sei­ner Inter­ven­ti­on beim letz­ten Syn­odal­tref­fen klar­ge­we­sen sein, daß die Revo­lu­tio­nä­re mit fort­schrei­ten­der Ent­wick­lung des Syn­oda­len Weges immer weni­ger Hand­lungs­op­tio­nen haben wür­den. Nach der ersten römi­schen Watsch‘n wäre ein Bruch wohl gesichts­wah­rend mög­lich gewe­sen. Heu­te gilt jedoch: Wür­den die Revo­lu­tio­nä­re, weil sie jetzt immer noch kei­nen juri­stisch ver­bind­lich ope­rie­ren­den Revo­lu­ti­ons­rat bekom­men, alles hin­wer­fen, wür­den sie sich nicht nur in der media­len Öffent­lich­keit, son­dern auch vor sich selbst als Geschei­ter­te prä­sen­tie­ren, die sich hin­ter die Fich­te haben füh­ren las­sen und denen es an Aus­dau­er und Kraft zum Boh­ren dicker Bret­ter fehlt. „Wenn einer von euch einen Turm bau­en will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rech­net, ob sei­ne Mit­tel für das gan­ze Vor­ha­ben aus­rei­chen? Sonst könn­te es gesche­hen, daß er das Fun­da­ment gelegt hat, dann aber den Bau nicht fer­tig­stel­len kann. Und alle, die es sehen, wür­den ihn ver­spot­ten.“ (Lk 14,28f)

Außer­dem kön­nen die Revo­lu­tio­nä­re in der Tat auch heu­te schon inso­fern rela­tiv zufrie­den sein, als sie die kirch­li­chen Ver­hält­nis­se hin­ter­rücks spür­bar unter­gra­ben und vie­le Bischö­fe zumin­dest kräf­tig ein­ge­schüch­tert haben. Zudem haben selbst die skan­da­lö­se­sten For­de­run­gen des Syn­oda­len Weges stets eine nen­nens­wer­te Anzahl bischöf­li­cher Zustim­mun­gen erhal­ten. Das ist für alle Zei­ten doku­men­tiert; aus die­ser Num­mer kom­men die frag­li­chen Bischö­fe nie wie­der her­aus. Und selbst die noto­ri­schen Ent­hal­ter haben sich durch ihr blo­ßes Schwei­gen dis­kre­di­tiert, und das auch dann, wenn man ihr Schwei­gen nicht als Zustim­mung inter­pre­tiert: „Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus mei­nem Mund aus­spei­en.“ (Off 3,16) Kurz: der Epi­sko­pat hat sich durch sein Ver­hal­ten in hohem Maße durch die Revo­lu­tio­nä­re erpress­bar gemacht. Woll­te er eine ech­te Reform der Kir­che in Deutsch­land ermög­li­chen, müß­te er geschlos­sen zurücktreten.

Damit trö­sten sich die Syn­oda­len jetzt und wer­den die Syn­odal­kon­fe­renz unter allen Bedin­gun­gen mit­tra­gen, um zumin­dest die bis­he­ri­ge Wühl­ar­beit mit den bekann­ten Mani­pu­la­ti­ons- und Druck­mit­teln fort­set­zen zu kön­nen. Moni­to­r­ing­ex­per­te Sell­mann wird dem wei­te­ren revo­lu­tio­nä­ren Pro­zess mit Sicher­heit erhal­ten blei­ben; „der letz­te Mensch lebt am läng­sten“ (Nietz­sche). Die­se Wühl­ar­beit hat im unmit­tel­ba­ren Umkreis die Ände­rung der deut­schen, im wei­te­ren und ent­schei­den­den Hori­zont aber, wie schon mehr­fach gesagt, die welt­kirch­li­chen Ver­hält­nis­se im Visier. Daß es gera­de im Blick auf die Welt­kir­che noch einen lan­gen Atem benö­ti­gen wird, hat Söding in der Her­der-Kor­re­spon­denz schon ange­deu­tet: „Ein syn­oda­les Lehr­amt ist noch weit ent­fernt – aber es täte der Kir­che gut.“ Aus­sa­gen die­ser Art ver­ra­ten auch, daß die etwa von Bät­zing und Over­beck per­ma­nent geführ­te Rede, man wol­le eine Welt­kir­che mit unter­schied­li­chen Glau­bens- und Moral­auf­fas­sun­gen in den ver­schie­de­nen Kul­tur­räu­men, in Wahr­heit nur eine tak­ti­sche For­de­rung ist, die dazu dient, erst ein­mal den deut­schen Son­der­weg abzu­si­chern. Tat­säch­lich sind die Syn­odal­re­vo­lu­tio­nä­re in ihrem anti­ka­tho­li­schen Res­sen­ti­ment radi­kal anti­plu­ral. Ihr Anspruch ist uni­ver­sa­li­stisch. Irgend­wann, so die Hoff­nung, wird ein sol­cher Sowjet, der das ober­ste kirch­li­che Lei­tungs- und Lehr­amt bil­det, schon das Licht der Welt erblicken. Von die­sem eigent­li­chen revo­lu­tio­nä­ren Zweck wer­den die Revo­lu­tio­nä­re nie­mals las­sen. Alle Kom­pro­mis­se sind nur tran­si­to­ri­scher Natur.

Wenn es aber irgend­wann zum rich­ti­gen Rein­re­gie­ren in die Bischö­fe gekom­men sein soll­te und die Bischö­fe voll­ends jenen kurio­sen Figu­ren glei­chen, die im Pro­te­stan­tis­mus „Bischö­fe“ hei­ßen, wird sich Rein­hard Marx längst im Senio­ren­heim befin­den. Oder auf der Jen­sei­te. Quid­quid agis, pru­den­ter agas et respi­ce finem!, möch­te man ihm zuru­fen4. Bekannt­lich ist „das Tor weit, das ins Ver­der­ben führt, und der Weg dahin ist breit und vie­le gehen auf ihm.“ (Mt 7,13) Aber nicht nur ihm, allen beim Syn­oda­len Weg ver­sam­mel­ten hoch­wür­dig­sten und hoch­wür­di­gen Her­ren ist man geneigt den geschwi­ster­li­chen Rat zu geben, auf die – um eine For­mu­lie­rung von For­scher Sell­mann zu bemü­hen – „gemein­sa­me Rich­tung“ zu ach­ten. Dazu könn­te es etwa nütz­lich sein, die Gemäl­de von Hie­ro­ny­mus Bosch näher zu betrach­ten. Es ist erstaun­lich, was der näher­rücken­de Tod an Weisheits‑, zumin­dest an Klug­heits­po­ten­tia­len frei­set­zen kann. Auch die Furch­treue, so lehrt das Kon­zil von Tri­ent, ist ein gott­wohl­ge­fäl­li­ger Akt. In der Alten Pina­ko­thek in Mün­chen hängt immer­hin ein „Frag­ment des Jüng­sten Gerichts“ im Sti­le des Hie­ro­ny­mus, damit lie­ße sich ja ein Anfang machen.

Wenn­gleich sich Marx also sehr wahr­schein­lich zunächst durch­set­zen und es vor allem kraft wei­ter­hin bestehen­der römi­scher Vor­be­hal­te kei­ne Syn­odal­kon­fe­renz als eine über die Bischö­fe for­mell ermäch­tig­te „Ober­instanz“, son­dern nur als ein Bera­tungs­gre­mi­um geben wird, wer­den sich die Bischö­fe mei­nes Erach­tens à la longue doch nicht in ihrer bis­he­ri­gen Rol­le hal­ten kön­nen. Momen­tan spricht sehr viel dafür, daß die gro­ße Zukunft, und zwar auch auf welt­kirch­li­cher Ebe­ne, dem Syn­oda­len Weg gehört. Das deut­sche Pro­jekt ist des­we­gen für die Kir­che ein Mene­te­kel, weil in ihm die Kon­se­quenz einer Pro­ble­ma­tik kon­zen­triert sicht­bar wird, die aus viel grö­ße­ren Tie­fen her­rührt, als es den mei­sten revo­lu­tio­nä­ren Akteu­ren sel­ber klar sein dürf­te. Ana­log zur Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on hat auch das Revo­lu­ti­ons­pro­jekt des Syn­oda­len Weges weit zurück­rei­chen­de Ermög­li­chungs­be­din­gun­gen. Wie in Wag­ners „Ring“ der Göt­ter­sitz Wal­hal­la in einem Flam­men­meer ver­sinkt und das Göt­ter­ge­schlecht zugrun­de geht, wird es zu einer Göt­ter­däm­me­rung der Bischö­fe kom­men – wenn sich die Kir­che nicht kon­se­quent auf die Wahr­heit und die inne­re Struk­tur des sakra­men­ta­len Amtes besinnt, wel­che Besin­nung in die grund­le­gen­de Kon­zen­tra­ti­on der Kir­che auf ihr eige­nes Wesen ein­ge­las­sen sein muß. Dar­um soll es im fol­gen­den Teil gehen.

*Vigi­li­us ist ein deut­scher Phi­lo­soph und Blog­ger auf www​.ein​sprue​che​.sub​stack​.com, wo die­se Ana­ly­se auch erst­ver­öf­fent­licht wurde.

Bild: KI-Bild


1 https://​www​.nzz​.ch/​f​e​u​i​l​l​e​t​o​n​/​l​a​s​t​e​n​r​a​d​-​u​n​d​-​y​o​g​a​m​a​t​t​e​-​w​i​e​-​b​u​e​r​g​e​r​l​i​c​h​-​i​s​t​-​d​a​s​-​n​e​u​e​-​b​u​e​r​g​e​r​t​u​m​-​l​d​.​1​6​6​9​655

2 https://​www​.cice​ro​.de/​k​u​l​t​u​r​/​k​a​t​h​o​l​i​s​c​h​e​-​k​i​r​c​h​e​-​d​e​r​-​p​r​i​e​s​t​e​r​m​a​n​g​e​l​-​i​s​t​-​g​e​w​o​llt

3 https://​ein​sprue​che​.sub​stack​.com/​p​/​m​a​t​t​h​i​a​s​-​s​e​l​l​m​a​n​n​-​u​n​d​-​d​i​e​-​p​r​i​e​s​ter

4 „Was auch immer du tust, tue es klug, und beden­ke das Ende“ (lat. Sentenz)