Anmerkungen zu den neuen Normen für den Umgang mit Privatoffenbarungen

Klarstellungen 4


Die Bandbreite übernatürlicher Manifestationen ist groß: Der heilige Giuseppe da Copertino z.B. schwebte von 1630 bis zu seinem Tod 1663 häufig, insbesondere während der Zelebration der Heiligen Messe.
Die Bandbreite übernatürlicher Manifestationen ist groß: Der heilige Giuseppe da Copertino z.B. schwebte von 1630 bis zu seinem Tod 1663 häufig, insbesondere während der Zelebration der Heiligen Messe.

Von Msgr. Mari­an Eleganti*

Anzei­ge

Am 17. Mai ver­öf­fent­lich­te der Hei­li­ge Stuhl neue Nor­men für das Ver­fah­ren zur Beur­tei­lung mut­mass­li­cher über­na­tür­li­cher Phä­no­me­ne, unter­zeich­net von Kar­di­nal Vic­tor Manu­el „Tucho“ Fernán­dez und gebil­ligt von Papst Fran­zis­kus.1 Seit die­sem Tag exi­stiert das gesi­cher­te Urteil der Kir­che, dass ein Phä­no­men ein­deu­tig über­na­tür­li­chen Ursprungs ist, nicht mehr.

Die Kir­che scheint sich seit dem 17. Mai nicht mehr zuzu­trau­en, ein siche­res Urteil in Bezug auf den über­na­tür­li­chen Ursprung eines Phä­no­mens abge­ben zu kön­nen. Grund­sätz­lich aber steht sie sol­chen Phä­no­men offen gegen­über. Dazu schreibt Kard. Fernán­dez in sei­ner Präsentation:

Gott ist gegen­wär­tig und han­delt in unse­rer Geschich­te. Der Hei­li­ge Geist, der dem Her­zen des auf­er­stan­de­nen Chri­stus ent­springt, wirkt in der Kir­che mit gött­li­cher Frei­heit und gewährt uns vie­le kost­ba­re Gaben, die uns auf unse­rem Lebens­weg hel­fen und unser geist­li­ches Rei­fen in Treue zum Evan­ge­li­um för­dern. Die­ses Wir­ken des Hei­li­gen Gei­stes schliesst auch die Mög­lich­keit ein, unse­re Her­zen durch bestimm­te über­na­tür­li­che Ereig­nis­se zu errei­chen, wie Erschei­nun­gen oder Visio­nen von Chri­stus oder der Hei­li­gen Jung­frau und ande­re Phä­no­me­ne. Oft haben die­se Ereig­nis­se einen gro­ssen Reich­tum an geist­li­chen Früch­ten, an Wachs­tum im Glau­ben, an Fröm­mig­keit und Geschwi­ster­lich­keit und Dienst­be­reit­schaft her­vor­ge­bracht und in eini­gen Fäl­len sind dadurch ver­schie­de­ne Wall­fahrts­or­te über die gan­ze Welt ver­streut ent­stan­den, die heu­te zu einem Kern­teil der Volks­fröm­mig­keit vie­ler Völ­ker gewor­den sind.2

Dem ist voll­um­fäng­lich zuzu­stim­men. Kri­ti­ker aber sehen in dem Doku­ment „einen Ver­such, Got­tes sicht­ba­res Ein­tre­ten in die natür­li­che Welt unter­bin­den oder zumin­dest ‚an die Lei­ne‘ legen zu wol­len.“ (Giu­sep­pe Nar­di).3 Fernán­dez hin­ge­gen beteu­ert, es gehe in dem Doku­ment weder um Kon­trol­le noch dar­um, den Geist auszulöschen.

Bei der Unter­schei­dung des Gei­stes gilt die all­ge­mein akzep­tier­te Wahr­heit, dass alles, was von Gott emp­fan­gen wird, ent­spre­chend der Eigen­art und Fas­sungs­kraft des Emp­fän­gers auf­ge­nom­men und ver­stan­den bzw. wie­der­ge­ge­ben wird (Tho­mas von Aquin). Des­halb braucht es bei über­na­tür­li­chen Phä­no­men die Beglei­tung durch die Kir­che, um even­tu­ell Scha­den von den Gläu­bi­gen abzu­wen­den, soll­ten sol­che Phä­no­me­ne nicht über­na­tür­li­chen Ursprungs sein oder sich Feh­ler ein­schlei­chen bei der Wie­der­ga­be oder Inter­pre­ta­ti­on sol­cher Offen­ba­run­gen. Auch soll sek­tie­re­ri­schen Dyna­mi­ken, die erfah­rungs­ge­mäss in die­sem Zusam­men­hang auf­kom­men kön­nen, vor­ge­beugt wer­den. Auch in die­sem Punkt ist Kard. Fernán­dez zuzu­stim­men. Des­halb braucht die Kir­che kla­re Ver­fah­ren und Nor­men, die im Lau­fe der Zeit opti­miert wer­den kön­nen. Um eine sol­che Über­ar­bei­tung (seit 2019) han­delt es sich bei den vor­lie­gen­den neu­en Normen.

Grund­sätz­lich gilt, dass die Gläu­bi­gen nicht ver­pflich­tet sind, Pri­vat­of­fen­ba­run­gen zu glau­ben, da die Offen­ba­rung mit dem Tod des letz­ten Apo­stels abge­schlos­sen ist und die Kir­che alles vor­legt, was zu glau­ben ist. Pri­vat­of­fen­ba­run­gen kön­nen die­sem Glau­bens­gut nichts Neu­es hin­zu­fü­gen, wohl aber kön­nen sie es für eine gewis­se Zeit aktua­li­sie­ren, wes­halb die Kir­che nicht über sol­che Phä­no­me­ne ein­fach hin­weg­geht. In vie­len Fäl­len wie z. B. im Fall der Herz-Jesu-Ver­eh­rung hat sie sol­che cha­ris­ma­ti­sche Impul­se in ihre Lit­ur­gie- und Andachts­for­men aus­drück­lich auf­ge­nom­men und für die Gläu­bi­gen emp­foh­len. Das gilt auch für die Erschei­nun­gen der Got­tes­mut­ter in Fati­ma oder Lour­des, um nur zwei wei­te­re pro­mi­nen­te Bei­spie­le zu nennen.

Bis­her hat die Kir­che ein­fach „Uber­na­tür­lich­keit“ oder „Nicht-Über­na­tür­lich­keit“ ausser­ge­wöhn­li­cher Phä­no­me­ne fest­ge­stellt (cons­tat de super­ana­tu­ra­li­ta­te; cons­tat de non-super­na­tu­ra­li­ta­te). Dies geschah vor allem auf der Ebe­ne des zustän­di­gen Diö­ze­san­bi­schofs, auf des­sen Ter­ri­to­ri­um bzw. in des­sen Zustän­dig­keits­be­reich sich das Phä­no­men ereig­ne­te. Da sol­che Phä­no­me­ne durch die media­le Ver­brei­tung und Inter­na­tio­na­li­sie­rung aber den ter­ri­to­ria­len Rah­men eines Bis­tums spren­gen und inter­na­tio­nal bekannt und pro­pa­giert wer­den, sieht sich das Dik­aste­ri­um für die Glau­bens­leh­re in die Pflicht genom­men. Auch kri­ti­siert Kard. Fernán­dez, dass nur in rela­tiv weni­gen Fäl­len und erst nach (all­zu) lan­ger Zeit ein offi­zi­el­les Urteil über die Über­na­tür­lich­keit eines Phä­no­mens gefällt wurde.

Aus die­sem Grund hat das Dik­aste­ri­um dem Hei­li­gen Vater vor­ge­schla­gen, die ent­spre­chen­de Unter­su­chung nicht mit einer Erklä­rung de super­na­tu­ra­li­ta­te, son­dern mit einem „Nihil obstat“ abzu­schlie­ssen, das dem Bischof gestat­ten wür­de, aus die­sem geist­li­chen Phä­no­men pasto­ra­len Nut­zen zu zie­hen. Hier denkt man unwill­kür­lich an Med­jug­or­je als Trieb­fe­der die­ser Ände­rung. Papst Fran­zis­kus betrach­te dies als eine «gerech­te Lösung» (Fernán­dez).4

Durch den Ver­zicht auf eine Erklä­rung der Über­na­tür­lich­keit eines Phä­no­mens wer­den Pri­vat­of­fen­ba­run­gen gene­rell her­ab­ge­stuft auf die Ebe­ne eines „Vor­schlags“. Der Gläu­bi­ge kann ihn auf­neh­men und in sein Leben inte­grie­ren oder nicht. Das aber bedeu­tet mög­li­cher­wei­se auch eine Rela­ti­vie­rung der pro­phe­ti­schen Rele­vanz einer Bot­schaft über­na­tür­li­chen Ursprungs. Das ist pro­ble­ma­tisch. Als Recht­fer­ti­gung dient dem Kar­di­nal der Umstand, dass sol­che Urtei­le über die Über­na­tür­lich­keit oder Nicht-Über­na­tür­lich­keit eines Phä­no­mens in eini­gen Fäl­len im Lauf der Zeit revi­diert wur­den bzw. sich wider­spro­chen haben (vgl. Amster­dam). Hier müss­te gefragt wer­den, wie die­se Urtei­le zustan­de gekom­men sind oder wie ver­bind­lich sie waren.

Der Ver­zicht auf die Erklä­rung der Über­na­tür­lich­keit eines Phä­no­mens zusam­men mit einem „Nihil obstat“ von Sei­ten der Kir­che scheint gemäss der Prä­sen­ta­ti­on des Kar­di­nals den Sen­sus fide­li­um stär­ker zu gewich­ten. Das Volk spü­re selbst das Wehen des Gei­stes, even­tu­ell unter­stützt durch die Gegen­wart von Prie­stern und Bischö­fen an sol­chen Orten, die letz­te­re aber oft gera­de des­halb mei­den, weil sie von der Kir­che nicht offi­zi­ell aner­kannt bzw. bestä­tigt sind.

Auch fällt auf, dass die Kom­pe­tenz für die Beur­tei­lung eines Phä­no­mens durch die neu­en Nor­men eher vom Orts­bi­schof weg auf das Dik­aste­ri­um für die Glau­bens­leh­re ver­la­gert wird. Der Bischof kann neu nur noch im Ein­ver­neh­men mit dem Dik­aste­ri­um für die Glau­bens­leh­re ein ver­bind­li­ches Urteil abge­ben. Die neu­en Nor­men sehen vor, dass das Dik­aste­ri­um in bestimm­ten Fäl­len motu pro­prio ein­grei­fen kann (II, Art. 26) und das Dik­aste­ri­um sich in jedem Fall das Recht vor­be­hält, je nach Ent­wick­lung des Phä­no­mens erneut zu inter­ve­nie­ren (II, Art. 22 §3). Das aber sieht nun wirk­lich nach Kon­trol­le aus im Gegen­satz zur ein­gangs zitier­ten Behaup­tung. Dar­an ändert nichts, dass sie in schö­ne Wor­te geklei­det wird:

Die­se neu­en Nor­men sind nichts ande­res als eine kon­kre­te Art und Wei­se, in der sich das Dik­aste­ri­um für die Glau­bens­leh­re in den Dienst der Hir­ten stellt, um auf den Geist zu hören, der im gläu­bi­gen Volk Got­tes wirkt.5

Es erge­ben sich aus den neu­en Nor­men fol­gen­de Varianten:

1. Nihil obstat. Auch wenn kei­ne Gewiss­heit über die über­na­tür­li­che Echt­heit des Phä­no­mens geäu­ssert wird, wer­den doch vie­le Anzei­chen für ein Wir­ken des Hei­li­gen Gei­stes „inmit­ten“ einer bestimm­ten spi­ri­tu­el­len Erfah­rung (an-) erkannt.

2. Prae ocu­lis habea­tur. Obwohl wich­ti­ge posi­ti­ve Zei­chen aner­kannt wer­den, wer­den auch eini­ge Ele­men­te der Ver­wir­rung oder mög­li­che Risi­ken wahr­ge­nom­men, die eine sorg­fäl­ti­ge Unter­schei­dung und Dia­log mit den Emp­fän­gern einer bestimm­ten geist­li­chen Erfah­rung sei­tens des Diö­ze­san­bi­schofs erfordern.

3. Cura­tur. Es wer­den meh­re­re oder bedeu­ten­de kri­ti­sche Ele­men­te fest­ge­stellt, aber gleich­zei­tig ist das Phä­no­men bereits weit ver­brei­tet, und es sind damit ver­bun­de­ne und nach­weis­ba­re geist­li­che Früch­te vor­han­den. Von einem Ver­bot, das das Volk Got­tes ver­wir­ren könn­te, wird in die­sem Zusam­men­hang abgeraten.

4. Pro­hi­be­tur et obstrua­tur. Obwohl es berech­tig­te Anlie­gen und eini­ge posi­ti­ve Ele­men­te gibt, erschei­nen die kri­ti­schen Aspek­te und Risi­ken als gra­vie­rend. Um wei­te­re Ver­wir­rung oder gar einen Skan­dal zu ver­mei­den, der den Glau­ben der Ein­fa­chen in Mit­lei­den­schaft zie­hen könn­te, bit­tet das Dik­aste­ri­um daher den Diö­ze­san­bi­schof, öffent­lich zu erklä­ren, dass das Fest­hal­ten an die­sem Phä­no­men nicht zuläs­sig ist.

5. Decla­ra­tio de non super­na­tu­ra­li­ta­te. In die­sem Fall wird der Diö­ze­san­bi­schof vom Dik­aste­ri­um berech­tigt, zu erklä­ren, dass das Phä­no­men als nicht über­na­tür­lich betrach­tet wird. Die­se Ent­schei­dung muss sich auf kon­kre­te und nach­ge­wie­se­ne Fak­ten und Bewei­se stützen.

Abschlie­ssend wird dar­an fest­ge­hal­ten, dass weder der Diö­ze­san­bi­schof noch die Bischofs­kon­fe­ren­zen noch das Dik­aste­ri­um in der Regel hin­künf­tig erklä­ren wer­den, dass die­se Phä­no­me­ne über­na­tür­li­chen Ursprungs sind, auch nicht, wenn ein Nihil obstat erteilt wird. Dies gel­te unbe­scha­det der Tat­sa­che, dass der Hei­li­ge Vater ein dies­be­züg­li­ches Ver­fah­ren geneh­mi­gen kön­ne. Das macht nun doch ein wenig stut­zig. Heisst das, dass die Gläu­bi­gen im Fall von Med­jug­or­je, um das aktu­ell­ste und berühm­te­ste Bei­spiel zu nen­nen, auf Godot war­ten, wenn sie von Sei­ten der Kir­che die Aner­ken­nung der Echt­heit der Bot­schaf­ten erwarten?

Das kann man nun bedau­ern. Es stellt sich die Fra­ge, war­um die Kir­che gemäss den neu­en Nor­men nicht inner­halb einer nütz­li­chen Frist in der Lage sein soll, die Über­na­tür­lich­keit eines Phä­no­mens fest­zu­stel­len, sehr wohl aber das Gegen­teil (cons­tat de non-super­na­tu­ra­li­ta­te). Und noch eine wei­te­re Fra­ge stellt sich, näm­lich ob durch die­se Zen­tra­li­sie­rung der Auto­ri­tät in der Beur­tei­lung sol­cher Phä­no­me­ne im Gegen­satz zur breit pro­pa­gier­ten Syn­oda­li­tät und Dezen­tra­li­sie­rung der Vati­kan nicht Vor­keh­run­gen trifft, einer öffent­li­chen Kri­tik sei­nes Agie­rens von Sei­ten cha­ris­ma­ti­scher Offen­ba­run­gen (Pri­vat­of­fen­ba­run­gen) einen Rie­gel vor­schie­ben zu kön­nen und Aspek­ten, die dem eige­nen pasto­ra­len Ansatz wider­spre­chen (z. B. Straf­an­dro­hun­gen; vgl. Fati­ma) ent­ge­gen­zu­tre­ten. Damit aber wür­de er im Fal­le der Echt­heit sol­cher Phä­no­me­ne selbst Gott bzw. dem Hl. Geist ins Hand­werk fal­len und schei­tern. Der viel­zi­tier­te sen­sus fide­li­um (Glau­bens­sinn der Gläu­bi­gen) wäre stärker!

*Msgr. Mari­an Ele­gan­ti OSB war von 1999 bis 2009 Abt der Bene­dik­ti­ner­ab­tei St. Otmars­berg im Kan­ton Sankt Gal­len, dann von 2009 bis 2021 Weih­bi­schof der Diö­ze­se Chur.

Bild: Beni​cul​tu​ra​li​.it/​S​t​ich von Gio­van­ni Fab­bri und Ubal­do Gan­dol­fi um 1765


1 Sie­he dazu den Kom­men­tar von Giu­sep­pe Nar­di: https://​katho​li​sches​.info/​2​0​2​4​/​0​6​/​0​6​/​f​o​r​d​e​r​n​-​b​l​u​t​t​r​a​e​n​e​n​-​e​i​n​e​r​-​m​a​r​i​e​n​s​t​a​t​u​e​-​r​o​m​-​h​e​r​a​us/

2 https://​www​.vati​can​.va/​r​o​m​a​n​_​c​u​r​i​a​/​c​o​n​g​r​e​g​a​t​i​o​n​s​/​c​f​a​i​t​h​/​d​o​c​u​m​e​n​t​s​/​r​c​_​d​d​f​_​d​o​c​_​2​0​2​4​0​5​1​7​_​n​o​r​m​e​-​f​e​n​o​m​e​n​i​-​s​o​p​r​a​n​n​a​t​u​r​a​l​i​_​g​e​.​h​tml

3 Nar­di. https://​katho​li​sches​.info/​2​0​2​4​/​0​6​/​0​6​/​f​o​r​d​e​r​n​-​b​l​u​t​t​r​a​e​n​e​n​-​e​i​n​e​r​-​m​a​r​i​e​n​s​t​a​t​u​e​-​r​o​m​-​h​e​r​a​us/

4 https://​www​.vati​can​.va/​r​o​m​a​n​_​c​u​r​i​a​/​c​o​n​g​r​e​g​a​t​i​o​n​s​/​c​f​a​i​t​h​/​d​o​c​u​m​e​n​t​s​/​r​c​_​d​d​f​_​d​o​c​_​2​0​2​4​0​5​1​7​_​n​o​r​m​e​-​f​e​n​o​m​e​n​i​-​s​o​p​r​a​n​n​a​t​u​r​a​l​i​_​g​e​.​h​tml

5 https://​www​.vati​can​.va/​r​o​m​a​n​_​c​u​r​i​a​/​c​o​n​g​r​e​g​a​t​i​o​n​s​/​c​f​a​i​t​h​/​d​o​c​u​m​e​n​t​s​/​r​c​_​d​d​f​_​d​o​c​_​2​0​2​4​0​5​1​7​_​n​o​r​m​e​-​f​e​n​o​m​e​n​i​-​s​o​p​r​a​n​n​a​t​u​r​a​l​i​_​g​e​.​h​tml

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1 Kommentar

  1. Die Mari­en­of­fen­ba­run­gen der Neu­zeit ereig­nen sich seit etwa 200 Jah­ren ver­mehrt. In der Regel han­delt es sich bei den Zeu­gen der Erschei­nun­gen um jun­ge oder unge­bil­de­te Menschen. 

    Mit Mari­en­of­fen­ba­run­gen hat es das Chri­sten­tum nicht leicht, weil sie nicht Teil der bibli­schen Offen­ba­rung sind. Sie ste­hen außen vor. Ihre Rich­tig­keit zu unter­schei­den ist also nicht aus der Schrift vor­ge­ge­ben, son­dern erfolgt aus dem Hei­li­gen Geist, der dem gläu­bi­gen Chri­sten dazu ver­hilft, zu verstehen. 

    Es ist ein gro­ßer Irr­tum, zu mei­nen, der Mensch kön­ne die Wahr­haf­tig­keit einer Mari­en­er­schei­nung aus der Ver­nunft beur­tei­len, oder gar Richt­li­ni­en dazu erlas­sen. Was dem Men­schen gege­ben ist, ist es, Richt­li­ni­en über die Ver­kün­di­gung einer Erschei­nung zu machen. Es ist ihm nicht gegen, Richt­li­ni­en über die Kri­te­ri­en einer Beur­tei­lung zu erlassen. 

    Wir ken­nen aus der Bibel ver­schie­de­ne Arten der Offen­ba­rung. Seit dem Pfingst­er­eig­nis ist der Hei­li­ge Geist aus­ge­schüt­tet, der uns sub­til von innen belehrt. Die alt­te­sta­men­ta­ri­schen Offen­ba­run­gen sind eine Mani­fe­sta­ti­on Got­tes. Gott spricht zu Men­schen, die noch kei­nen Hei­li­gen Geist haben. Ohne den Hei­li­gen Geist sind alle Pro­phe­ten vor Gott geflüch­tet. Es war Gott, der den Men­schen zwin­gen muß­te, sei­ne Gegen­wart zu ertra­gen. Wir wis­sen vom Apo­stel Johan­nes, daß es immer das Wort war, das damals erschie­nen ist. Die Mani­fe­sta­tio­nen waren so, daß die Pro­phe­ten Gott mit ihren phy­si­schen Ohren spre­chen hör­ten. Seit etwa 400 Jah­re vor Chri­stus sind Erschei­nun­gen Got­tes aus­ge­blie­ben. Was es gab, waren Erschei­nun­gen der Erz­engel, zB. in der Ver­kün­di­gung einer Geburt. Die Erz­engel han­deln aber nur situa­ti­ons­be­zo­gen und sind nicht eigent­lich Offen­ba­rung. Die größ­te Offen­ba­rung ist die Inkar­na­ti­on des Wor­tes selbst. Jesus Chri­stus. Johan­nes, der Lieb­lings­jün­ger sagt, alle Bücher der Welt kön­nen nicht fas­sen, was er gewirkt und gesagt hat. 

    Von 1401 bis 1464 leb­te Niko­laus von Cusa, ein gro­ßer Phi­lo­soph, Kir­chen­leh­rer und Kar­di­nal. Er schreibt von einer Mari­en­er­schei­nung, die er selbst hat­te. Er beschreibt den Zeu­gen näm­lich: „idio­ta erat et ignorans“. Die Erschei­nung war so stark, daß Cus­a­nus zeit­wei­lig die Besin­nung ver­lor und dann durch eine Berüh­rung der Jung­frau wie­der zu Kräf­ten kam. 

    Cus­a­nus: “Ent­fer­ne Dich von mir, Mut­ter des Him­mels­kö­nigs, denn ich bin ein Sün­der, der Unrein­ste aller Men­schen und die­ses gan­ze Haus (der Kör­per) ist unrein wegen mei­ner Sünden.“

    Maria: „Weil Du Dich als unrein erkennst, so wird die Gna­de Dich nicht ver­las­sen und je mehr Du Dei­ne Unrein­heit erkennst, desto bes­ser erkennst Du Dich selbst. […] Denn daß Dir Dei­ne Sün­den ein Gräu­el sind, ist ein Zei­chen, daß Du von mir heim­ge­sucht zu wer­den ver­dienst, die ich wie eine aus­er­le­se­ne Myr­the lieb­li­chen Wohl­ge­ruch mitteile.“ 

    Wie kann ein Sün­der, ein Gräu­el, sich anma­ßen, Richt­li­ni­en zu Mari­en­er­schei­nun­gen zu erlassen? 

    Lite­ra­tur: Schar­pff: „Niko­laus von Cusa wich­ti­ge Schrif­ten“ in deut­scher Über­set­zung, 1862

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