Kardinal Parolin kritisiert Israels Vorgehen in Gaza als Gemetzel und „unverhältnismäßig“

Israels Botschafter protestiert: Militäreinsätze der NATO und westlicher Allianzen haben viel mehr zivile Opfer gefordert


Am Dienstag beklagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin das "Gemetzel" Israels im Gaza-Streifen, das er als "unverhältnismäßig" kritisierte. Italiens Regierung pflichtete ihm bei. (Im Bild v. l. Kardinal Parolin, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Außenminister Antonio Tajani)
Am Dienstag beklagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin das "Gemetzel" Israels im Gaza-Streifen, das er als "unverhältnismäßig" kritisierte. Italiens Regierung pflichtete ihm bei. (Im Bild v. l. Kardinal Parolin, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Außenminister Antonio Tajani)

(Rom) Die Äuße­run­gen des vati­ka­ni­schen Kar­di­nal­staats­se­kre­tärs erfolg­ten nach dem Tref­fen mit Ita­li­ens Staats­füh­rung am 13. Febru­ar anläß­lich der Unter­zeich­nung der Late­ran­ver­trä­ge vor 95 Jah­ren und der gel­ten­den Ände­rung des Kon­kor­dats vor 40 Jahren.

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Am Ende des Tref­fens im Palaz­zo Bor­ro­meo in Rom, an dem Staats­prä­si­dent Ser­gio Mat­tar­el­la, Mini­ster­prä­si­den­tin Gior­gia Melo­ni, Außen­mi­ni­ster Anto­nio Taja­ni und wei­te­re Staats­ver­tre­ter teil­nah­men, beant­wor­te­te der Kar­di­nal die Fra­gen der Jour­na­li­sten und zähl­te die The­men auf, die wäh­rend des lan­gen Gesprächs hin­ter ver­schlos­se­nen Türen bespro­chen wur­den, ins­be­son­de­re die The­men, die mit den aktu­el­len ita­lie­ni­schen Ange­le­gen­hei­ten zu tun haben, wie das Lebens­en­de, die Fami­li­en­po­li­tik, das Hei­li­ge Jahr 2025, aber auch die Kon­flik­te, die die Welt heim­su­chen. Der Kar­di­nal­staats­se­kre­tär sagte:

Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Paro­lin mit Ita­li­ens Staats­prä­si­dent Mat­tar­el­la am Diens­tag im Palaz­zo Borromeo

„Mit dem Prä­si­den­ten der Repu­blik und auch mit dem Außen­mi­ni­ster haben wir alle Kri­sen­sze­na­ri­en ana­ly­siert, die der­zeit die Welt erschüt­tern, und es gibt eine Über­ein­stim­mung in den Sor­gen Ita­li­ens und des Hei­li­gen Stuhls. Es ist viel schwie­ri­ger, Lösun­gen für die­se Pro­ble­me zu fin­den, aber wir ver­su­chen, einen Bei­trag zu lei­sten, der posi­tiv sein und Wege zum Frie­den öff­nen kann.“

Ita­li­ens Außen­mi­ni­ster Taja­ni sprach von einer unver­hält­nis­mä­ßi­gen israe­li­schen Reak­ti­on im Gaza-Strei­fen. Ita­li­en schloß sich also der Ein­schät­zung des Kar­di­nal­staats­se­kre­tärs an, der bereits von einer „gene­rel­len Stim­me“ gespro­chen hatte:

„Wir kön­nen so nicht wei­ter­ma­chen. Wir müs­sen ande­re Wege fin­den, um das Gaza-Pro­blem, die Palä­sti­nen­ser-Fra­ge, zu lösen“, so der vati­ka­ni­sche Staatssekretär.

„Der Hei­li­ge Stuhl hat von Anfang an deut­lich gemacht: einer­seits eine kla­re und vor­be­halt­lo­se Ver­ur­tei­lung der Ereig­nis­se vom 7. Okto­ber und, ich wie­der­ho­le es hier, eine kla­re und vor­be­halt­lo­se Ver­ur­tei­lung aller Arten von Anti­se­mi­tis­mus. Gleich­zei­tig for­de­re ich jedoch, daß das Ver­tei­di­gungs­recht Isra­els, auf das man sich zur Recht­fer­ti­gung die­ser Ope­ra­ti­on beruft, ver­hält­nis­mä­ßig sein muß, was bei mehr als 30 000 Toten sicher­lich nicht der Fall ist.“

Laut UNOCHA (United Nati­ons Office for the Coor­di­na­ti­on of Huma­ni­ta­ri­an Affairs) hat Isra­el durch den Hamas-Angriff vom 7. Okto­ber 2023 1.200 Tote und 5.431 Ver­letz­te zu bekla­gen. Durch die israe­li­sche Mili­tär­ope­ra­ti­on Iron Swords haben die Palä­sti­nen­ser inzwi­schen fast 30.000 Tote und mehr als 70.000 Ver­letz­te zu bekla­gen. Die Ver­lu­ste der israe­li­schen Streit­kräf­te belau­fen sich aktu­ell auf 225 Tote und 1.312 Ver­wun­de­te (Stand 12.02.2024).

Eine Lösung des Kon­flikts schei­ne vor­erst in wei­ter Fer­ne zu lie­gen, so Paro­lin, aber „wir dür­fen die Hoff­nung nicht ver­lie­ren. Der hei­li­ge Augu­sti­nus sag­te, daß die Hoff­nung in der Empö­rung und im Mut liegt.“

„Ich glau­be, wir sind alle empört über das, was geschieht, über die­ses Gemet­zel, aber wir müs­sen den Mut haben, wei­ter­zu­ma­chen und nicht die Hoff­nung zu ver­lie­ren, denn wenn wir die Hoff­nung ver­lie­ren, las­sen wir die Arme hän­gen. Im Gegen­teil, wir müs­sen bis zum Ende kämp­fen und ver­su­chen, unse­ren Bei­trag zu lei­sten, unse­ren Bei­trag, wann immer es mög­lich ist.“

Die Reak­ti­on des israe­li­schen Botschafters

Die israe­li­sche Bot­schaf­ter beim Hei­li­gen Stuhl leg­te gestern Pro­test ein und bezeich­ne­te die Äuße­rung von Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Paro­lin als „bekla­gens­wert“.

„Die Recht­mä­ßig­keit eines Krie­ges zu beur­tei­len, ohne allen Umstän­den und rele­van­ten Daten Rech­nung zu tra­gen, führt unver­meid­lich zu fal­schen Schlußfolgerungen.“

Der israe­li­sche Bot­schaf­ter wirft dem Kar­di­nal­staats­se­kre­tär indi­rekt vor, kein „objek­ti­ver Beob­ach­ter“ zu sein, da er nicht zum Schluß gelangt, daß „die Ver­ant­wor­tung für Tod und Zer­stö­rung in Gaza Hamas und nur Hamas trägt“, wie es in der Erklä­rung der israe­li­schen Bot­schaft heißt.

Wäh­rend der Bot­schaf­ter den Hamas-Angriff auf Isra­el mit 1.200 Toten ein „Geno­zid-Mas­sa­ker“ nennt, bezeich­net er die Tötung von 30.000 Palä­sti­nen­sern als „Recht auf Selbst­ver­tei­di­gung“. Das Alte Testa­ment kennt das vom Chri­sten­tum abge­lehn­te Prin­zip: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Das Ver­hält­nis der Toten liegt jedoch bereits bei 1:20.

In sei­ner Pro­test­er­klä­rung ent­hüll­te Isra­els Bot­schaf­ter inter­es­san­te Details. Er recht­fer­tig­te das israe­li­sche Vor­ge­hen mit dem Hin­weis, daß laut Isra­el vor­lie­gen­den Zah­len auf jeden getö­te­ten Hamas-Kämp­fer „nur“ drei getö­te­te palä­sti­nen­si­sche Zivi­li­sten kämen.

„Alle zivi­len Opfer sind zu bekla­gen, aber in den ver­gan­ge­nen Krie­gen und Ope­ra­tio­nen der NATO oder der west­li­chen Streit­kräf­te in Syri­en, im Irak oder in Afgha­ni­stan, war das Ver­hält­nis 9 oder 10 Zivi­li­sten für jeden Terroristen.“

Ein sol­ches Mas­sa­ker von NATO-Trup­pen und west­li­chen Alli­an­zen wird der west­li­chen Öffent­lich­keit ver­schwie­gen. Zudem gibt Isra­el selbst zu, bis­her min­de­stens 22.500 Zivi­li­sten getö­tet und 45.000 Zivi­li­sten ver­letzt zu haben. Das sei, so der Bot­schaf­ter, „im vol­len Respekt des inter­na­tio­na­len Rechts“ geschehen.

Zugleich beton­te der israe­li­sche Bot­schaf­ter, daß berück­sich­tigt wer­den müs­se, daß Hamas den Gaza-Strei­fen „in die größ­te jemals gese­he­ne Ter­ror­ba­sis ver­wan­delt“ habe. „Es gibt fast kei­ne zivi­le Infra­struk­tur, die nicht von Hamas für ihre kri­mi­nel­len Plä­ne ver­wen­det wur­de, ein­schließ­lich Kran­ken­häu­ser, Schu­len, Gebets­stät­ten und vie­le ande­re mehr.“

Damit erklär­te der israe­li­sche Bot­schaf­ter im Namen sei­nes Lan­des, ohne dies aus­drück­lich zu sagen, aber fak­tisch, daß der Gaza­strei­fen aus­ge­löscht wer­den müs­se, da er eine ein­zi­ge „gro­ße Ter­ror­ba­sis“ ist. Die Rede ist von einem Gebiet mit zwei Mil­lio­nen Men­schen. Dabei scheint im Ver­hält­nis zwi­schen Hamas und israe­li­schen Geheim­dien­sten noch eini­ges einer Klä­rung zu bedür­fen. Das Aus­lö­schen des Gaza­strei­fens käme jeden­falls tat­säch­lich einem Geno­zid gleich.

Vor die­sem Hin­ter­grund bezeich­ne­te Kar­di­nals­staats­se­kre­tär Paro­lin das israe­li­sche Vor­ge­hen als „Gemet­zel“, das „unver­hält­nis­mä­ßig“ sei.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL/​/​X (Twit­ter) (Screen­shots)

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10 Kommentare

  1. Die israe­li­sche Regie­rung sei­tens der frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen west­li­chen Welt zu kri­ti­sie­ren und ihr mili­tä­ri­sches Vor­ge­hen zu ver­ur­tei­len und gar als „Gemet­zel“ zu denun­zie­ren, zeugt von völ­li­gem Unver­ständ­nis der Lage im Gaza­strei­fen. Um es unver­hoh­len zu sagen: Das ist pure Dumm­heit. Isra­el bekämpft kon­se­quent den Ter­ro­ris­mus der Hamas, deren ein­zi­ges Ziel es ist, den Staat Isra­el und die dort leben­de jüdi­sche Bevöl­ke­rung zu ver­nich­ten. Das hat sich am 7. Sep­tem­ber auf bru­tal­ste Wei­se geof­fen­bart. Unter den zig-Tau­sen­den von flüch­ten­den Men­schen von Nord nach Süd befan­den sich schon bald nach den ersten israe­li­schen Erfol­gen immer mehr Hamas-Mit­glie­der, die sich unter die Flücht­lings­strö­me der Palä­sti­nen­ser gemischt hat­ten, sich jetzt im Süden des Gaza­strei­fens befin­den und nun­mehr dar­auf war­ten, in einer Art Gegen­be­we­gung wie­der in den Nor­den zu gelan­gen, um sich dort aufs neue zu orga­ni­sie­ren. Das zu ver­hin­dern ist Isra­els Recht und Pflicht.

  2. Man darf Ursa­che und Wir­kung nicht ausser Acht las­sen. Was ist dar­an „frei­heit­lich“ und „demo­kra­tisch“, wenn einem Volk sein Land weg­ge­nom­men wird? Wel­ches Volk lässt sich das bie­ten? Genau, keines.
    Wo kämen wir hin, wenn die Kel­ten das Land zurück­woll­ten, das sie zur Zeit der Geburt Chri­sti inne­hat­ten? Oder die Römer um 250 n.Ch.? Oder die Ger­ma­nen um 500? Oder die Spa­ni­er um 1700? Oder die Bri­ten um 1900?
    Man kann nicht bru­tal und will­kür­lich ein Pro­blem schaf­fen, dann sich über eine Reak­ti­on wun­dern und noch här­ter zurückschlagen.
    Allein das Geschwur­bel, der grau­sa­me Hamas-Angriff vom 7.10. sei ein „Geno­zid“ gewe­sen, ist mass­los. Die Zah­len bele­gen es. Der Angriff war fana­tisch, mör­de­risch und gei­stes­krank, aber zu kei­nem Zeit­punkt eine Bedro­hung für die Exi­stenz des Staa­tes Isra­el. Er ende­te eben­so schnell, inner­halb weni­ger Stun­den, wie er enden muss­te, sobald er auf Gegen­wehr stiess. Lächer­lich rudi­men­tä­re Waf­fen­tech­nik gegen eine High-Tech-Armee.
    Selbst das Haa­ger Land­kriegs­recht sah nur maxi­ma­le Ver­gel­tun­gen im Ver­hält­nis 1:10 vor.
    Die Hamas dient seit Jahr­zehn­ten zur Spal­tung der Palä­sti­nen­ser und allen, die kei­nen Frie­den wol­len. Divi­de et impe­ra. Fana­ti­sche Gegen­spie­ler schei­nen man­chen lie­ber als gemä­ssig­te und ver­nünf­ti­ge. Die Logik dahin­ter: Auf Fana­ti­ker muss man kei­ne Rück­sicht neh­men. Und der „Wer­te­we­sten“ schaut zu und schweigt… Alle Men­schen sind gleich, aber man­che offen­sicht­lich glei­cher… Eine Hybris (auf der einen Sei­te) und ein Armuts­zeug­nis (auf der ande­ren Seite).
    Mei­ne Befürch­tung, die mich erschau­dern lässt, ist, dass dahin­ter ein stra­te­gi­sches Den­ken steht. Die der­zei­ti­ge israe­li­sche Staats­füh­rung will offen­bar alle Palä­sti­nen­ser­ge­bie­te annek­tie­ren, was zu 90 Pro­zent bereits gesche­hen ist. Sie will das Land, aber nicht das Volk. Juden und Palä­sti­nen­ser wären in einem Gross­is­ra­el (Ein-Staa­ten-Lösung) zah­len­mä­ssig fast gleich stark. Damit wür­de sich Isra­el selbst in die Fin­ger schnei­den. Wie schafft man es, Land ohne Volk zu bekom­men? Damit haben die Israe­lis Erfah­rung seit 1947… Mit der Ver­nich­tung des Gaza­strei­fens wäre nicht nur ein wei­te­rer Teil des Lan­des kas­siert, son­dern wür­de man auch zwei Mil­lio­nen Palä­sti­nen­ser los­wer­den (z. B. über die Gren­ze nach Ägyp­ten jagen, wie es schon laut­stark gefor­dert wur­de). Das Bevöl­ke­rungs­ver­hält­nis wür­de sich schlag­ar­tig zugun­sten der jüdi­schen Israe­lis verschieben…
    Vie­le Chri­sten schau­en mit einem ver­klärt, roman­ti­sier­ten und selt­sam reli­gi­ös ver­bräm­ten Blick auf den Nah­ost­kon­flikt. Nichts von die­sem christ­li­chen Den­ken, das zudem meist grot­ten­falsch ist, bewegt die israe­li­schen Staats­füh­rer, das soll­te allen bewusst sein.
    Es braucht eine gerech­te Lösung für alle, die ohne­hin nur mehr ein Mini­mal­kom­pro­miss sein kann, ange­sichts der voll­ende­ten Tat­sa­chen, die seit bald 80 Jah­ren geschaf­fen wer­den. Statt­des­sen haben auf bei­den Sei­ten Kräf­te die Ober­hand, die einen Maxi­ma­lis­mus wol­len. Der „Wer­te­we­sten“ ist kei­nen Pfif­fer­ling wert, wenn er nicht die gemä­ssig­ten Kräf­te unter­stützt und den radi­ka­len Kräf­ten die Unter­stüt­zung ent­zieht, auf bei­den Sei­ten. Er soll­te mode­ra­te Ansät­ze mode­rie­rend stär­ken. Genau das hat der Hei­li­ge Stuhl seit 1945 in erstaun­li­cher Kon­ti­nui­tät getan, wur­de aber nicht gehört…
    Die im Arti­kel genann­ten Zah­len schei­nen nicht ganz aktu­ell zu sein: Wenn ande­re Quel­len stim­men, wur­den bereits 37.000 Palä­sti­nen­ser getö­tet, davon 33.500 Zivi­li­sten (mehr als 23.000 davon Frau­en und Kin­der). Das Tötungs­ver­hält­nis kann sich jeder sel­ber ausrechnen. 

    • Viel­leicht rech­nen Sie das Tötungs­ver­hält­nis aus, wenn es in den letz­ten 5 Jah­ren den Iron Dome nicht gege­ben hätte.

    • Och, ich kann Ihnen genau sagen wohin das führt, wenn einem Volk sein Land weg­ge­nom­men wird, bzw. wohin das schon zig mal geführt hat:
      Die Deut­schen aus den Ost­ge­bie­ten haben sich in den ver­blei­ben­den Teil Deutsch­lands her­vor­ra­gend inte­griert und mit­auf­ge­baut, oder sind nach Über­see gegangen.
      Also, dass deut­sche Volk hat es sich bie­ten lassen.
      Die ver­schie­de­nen Bevöl­ke­rungs­an­tei­le der heu­ti­gen Ukrai­ne sind, nach­dem die­ses Land in der heu­ti­gen Form gegrün­det wur­de, und die Min­der­hei­ten dem­entspre­chend drang­sa­liert, in die angren­zen­den Nach­bar­län­der gegangen.
      Ein Gutes hat es, das so vie­le Kon­flik­te gleich­zei­tig geführt wer­den: Sen­ti­men­ta­le Heu­che­lei für ein angeb­li­ches Opfer ist viel leich­ter zu erken­nen als sonst.
      Aber wenn Sie von Geschwur­bel reden weiss man ja, aus wel­cher Inter­na­ziecke sie kommen.

      • Ja, die Ver­trei­bung der Deut­schen aus dem Osten war ein Unrecht. Die Heu­che­lei dort bestand, dass man sag­te, das NS-Regime habe ande­re Völ­ker ver­trei­ben wol­len. Doch wirk­lich getan haben das dann unter die­sem Vor­wand die ande­ren Völ­ker gegen die Deut­schen. Ein Unrecht, das zum dop­pel­ten Unrecht wur­de, weil das NS-Regime ja dann schon besiegt war und somit die Gefahr nicht mehr bestand. 

        Haben dann, laut die­ser Mord-und-Tod­schlag-Logik, die Mos­lems (oder ins­ge­samt die Palä­sti­nen­ser) Recht, wenn sie sagen, Isra­el gehö­re aus­ge­löscht, denn die Juden wür­den sich ja „her­vor­ra­gend in den USA inte­grie­ren“, wo ja mehr Juden leben als in Isra­el selbst, und die Sache wäre erle­digt? Ist das Sati­re? Zynismus? 

        Das deut­sche Volk muss­te es sich bie­ten las­sen, weil es mili­tä­risch besiegt und besetzt wur­de. Unrecht bleibt den­noch Unrecht. Die Feind­staa­ten­klau­sel bei der UNO wur­de bis heu­te nicht auf­ge­ho­ben. Mei­nes Wis­sens haben nur die Rus­sen auf die Besat­zungs­rech­te for­mal, offi­zi­ell UND rati­fi­ziert ver­zich­tet. Man möge mich bit­te belehren.

        „Sen­ti­men­ta­le Heu­che­lei für ein angeb­li­ches Opfer ist viel leich­ter zu erken­nen als sonst“, da könn­te man zustim­men ange­sichts des pro-israe­li­schen Gejam­mers, das deut­sche Medi­en seit dem 7. Okto­ber und auch sonst auf Knopf­druck von sich geben. Man den­ke an die Mass­lo­sig­keit der Schlag­zei­len der Bild-Zei­tung und ande­rer Isra­el-Lob­by­isten. Es ist eine Heu­che­lei, wenn behaup­tet wird, alle Staa­ten sei­en gleich, wenn es dann offen­sicht­lich Staa­ten gibt, die glei­cher sind, einer davon heisst Isra­el. Putin wird vom Inter­na­tio­na­len Straf­tri­bu­nal per Haft­be­fehl gesucht, weil er Wai­sen­kin­der aus dem Kriegs­ge­biet eva­quier­te. Was hät­te er denn sonst tun sol­len? Gegen­über Netan­ja­hu ist kei­ne Rede von einem Haft­be­fehl, obwohl auf sei­nen Befehl hin bereits mehr als 14.000 Kin­der im Gaza­strei­fen getö­tet wur­den (die eben ein Kol­la­te­ral­scha­den sei­en, wie Isra­els Staats­füh­rung sagt, um Ter­ro­ri­sten zu jagen). Und jeder, der das baga­tel­li­siert, lässt vor Eises­käl­te und Hart­her­zig­keit erstarren.

        Und weil Sie den Krieg im Osten erwäh­nen: Da wird uns die­ses heuch­le­ri­sche zwei­er­lei Mass täg­lich vor­ge­führt. Wenn jemand Isra­el kri­ti­siert, gibt es ein Geschrei, Big-Tech-Zen­sur, Staats­an­walt­schaf­ten wer­den aktiv… wehe man sagt „die Israe­li“ oder – Gott bewah­re – „die Juden“, schon wird irgend­was von „Anti­se­mi­tis­mus“ gefa­selt. Aber täg­lich wird von den­sel­ben Medi­en, Poli­ti­kern und aller­lei Zeit­ge­nos­sen pro­blem­los über „die Rus­sen“ geschimpft, gegen „die Rus­sen“ gehetzt, die Zer­stücke­lung von Russ­land gefor­dert oder Schlim­me­res. Der „Wer­te­we­sten“ ist eben kei­nen Pfif­fer­ling wert, und die Chri­sten, die das unter­stüt­zen, auch nicht…

        Wich­tig sind näm­lich kla­re Stan­dards, christ­li­che Stan­dards, und die sol­len für alle gleich gel­ten, wenn es um Unrecht geht, egal ob Rus­sen, Deut­sche, Ukrai­ner oder Israe­lis, ob Chri­sten, Mos­lems, Juden oder Heiden.

  3. Der Autor die­ses Arti­kel kennt sich mit der Bibel, also vor allem dem Alten Testa­ment, offen­bar ensetz­lich schlecht aus.
    Das Gebot „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ gilt, selbst für den nicht Bibel­kun­di­gen, ein­deu­tig für Strei­tig­kei­ten unter Israe­lis in Frie­dens­zei­ten, nicht für den Krieg mit ande­ren Völ­kern. David wird als geeig­ne­tet für das König­tum über Isra­el gesprie­sen, weil er 10000 in jeder Schlacht erschlägt. Sie­he Samu­el 1, 18 6–7
    Die meh­re­ren Auf­ru­fe an Völ­kern die sich durch Göt­zen­g­reu­el, u.a. an ihren Kin­dern, unrein gemacht haben, den „Bann“ zu voll­strecken, kennt er offen­bar nicht. Denn da wird kein Unter­schied gemacht zwi­schen Krie­gern und Zivi­li­sten, ja nicht ein­mal das Vieh von denen darf man Leben las­sen oder auch nur Schmuck nehmen.
    Die Göt­zen­die­ner von damals sind die Grünen/​Hamasanhänger von heute.
    Ja, der Autor die­ses Arti­kels soll­te drin­gend die Schand­tat von Gibea ein­mal lesen, wo sie für eine Frau, die von Ben­ja­mi­t­ern zu Tode ver­ge­wal­tigtt wur­de, 10000de von ihrem eige­nen Volk umbrin­gen, nach­dem der Stamm nicht bereit ist die Täter dem Gerichte/​der Todes­stra­fe zu über­ge­ben. Sie­he Rich­ter, Kapi­tel 19–20.
    Und bei dem Mas­sa­ker am 07.10.2023 sind gewiss dut­zen­der ganz ähn­li­cher Mor­de ver­übt worden!
    Außer­dem, Isra­el ruft die Zivil­be­völ­ke­rung immer wie­der zur Flucht auf, bevor sie zuschlagen.
    Bei der Bevöl­ke­rungs­dich­te und der Ter­ror­struk­tur, ein­schließ­lich der Tun­nel, die die Hamas im gan­zen West­jor­dan­land ange­legt haben, sind 30000 wenig. Wir Deut­schen soll­ten wis­sen, wel­che Opfer­zahl es gibt, wenn mit Bom­bern bewaff­ne­te Mäch­te eine Stadt wirk­lich aus­lö­schen wollen.
    z.B. aus Dres­den, wo selbst die gna­den­los unter­trie­be­nen Anga­ben von dem durch die Eng­län­der began­ge­ne­ne mas­sen­haf­te Ermor­dung von harm­lo­sen Zivi­li­sten (das Pro­gramm wur­de auch offi­zi­ell so genannt, Moral Bom­bing), die sich mit­nich­ten zwi­schen kriegs­wich­ti­gen Zie­len befan­den, von 25000–50000 spre­chen in nicht ein­mal zwei Tagen.
    Kein Deut­scher, dem das vier­te Gebot etwas gilt, soll­te die Opfer eines ech­ten sinn­lo­sen Mas­sa­kers so ver­höh­nen, indem er behaup­tet, dass Isra­el einen Völ­ker­mord an den Hama­sterrro­ri­sten und ihren treu­en Anhän­gern ver­übt! Bei gera­de mal 30000 Toten in gut vier Monaten
    Der ein­zi­ge Vor­teil an einem sol­chen Arti­kel ist, dass die Geg­ner Isra­els (die viel schlim­me­re Sün­den bege­hen, als ihre Bevöl­ke­rung zu ver­tei­di­gen, aber das ist dem Autor offen­bar egal) sehr leicht zu durch­schau­en sind, da der Vor­wurf eines Völ­ker­mor­des bei den nur lang­sam anstei­gen­den Kriegs­op­fer­zah­len seit den letz­ten 2 Mona­ten, und der von nie­man­dem bestrit­te­nen Wei­ge­rung der Hamas irgend­wel­che Zuge­ständ­nis­se zu machen, immer lächer­li­cher wird.
    Es küm­mert ihn nicht ein­mal, dass die­se Behaup­tung von einem Berg­o­glio-Günst­ling, der sei­ne Mas­ke nun end­gül­tig hat fal­len las­sen, auf­ge­stellt wird.

  4. Ich kann mich da Euca nur anschlie­ßen. Der Stand­punkt zum Isra­el­kon­flikt hängt vom Stand­punkt des Betrach­ters ab. 

    Für die Atheisten/​Materialisten/​Evolutionisten ist die Fra­ge, wel­che von Men­schen gemach­te Moral denn nun wie­der gel­ten soll. Sie wis­sen alle, daß der Geist und mit ihm die Moral aus der Evo­lu­ti­on der Mate­rie ent­stan­den sind. Alles ande­re läßt sich, wenn nicht wider­le­gen, doch wenig­stens abstrei­ten oder relativieren. 

    Nimmt man als Grund­la­ge die Bibel als Got­tes Wort, stellt sich nicht mehr die Fra­ge, wel­che Moral denn gera­de gilt. Die Gebo­te sind für immer fest­ge­legt. Die Fra­ge ist viel­mehr, was will Gott? 

    Nun sagt uns die Bibel, die Juden sind das aus­er­wähl­te Volk. Und Isra­el ist das Land, das Gott für sie aus­er­wählt hat. Gott hat uns mit­ge­teilt, er wird in die­ser End­zeit den Krieg füh­ren. Er wird schon vor der Wie­der­kunft des Chri­stus Gericht hal­ten an den Gott­lo­sen durch sei­ne got­tes­fürch­ti­gen Diener. 

    Ich war im Okto­ber höchst über­rascht, wie stark sich das Auf­tre­ten der in Deutsch­land woh­nen­den Ara­ber ver­än­dert hat. Bis­her erkann­te ich sie dar­an, daß sie mir aggres­siv in den Weg spran­gen. Seit Okto­ber erken­ne ich sie dar­an, daß sie mir aus dem Weg gehen. Sie flüch­ten. Könn­te es viel­leicht sein, daß die­se Abra­ha­mi­ten etwas erkannt haben. Läuft viel­leicht der schlimm­ste Alb­traum aller Mus­li­me ab? Isra­el setzt die hei­li­gen Schrif­ten um und macht Ernst. Oder viel­mehr Gott benutzt Isra­el, um Ernst zu machen. 

    Noch im letz­ten Som­mer hat­ten zehn­tau­sen­de säku­la­rer Juden in Jeru­sa­lem in Furcht vor einem reli­giö­sen Ruck demon­striert. Die­se Gegen­be­we­gun­gen sind ver­schwun­den. Wir sehen fröh­li­che ent­spann­te Sol­da­ten der IDF. Lan­des­weit steht das Volk zusam­men. Jeder nimmt die Eva­ku­ier­ten im eige­nen Haus auf, wenn Platz da ist. Lie­be, Erkennt­nis, Freu­de und Got­tes­furcht erfül­len das Land. 

    Vor eini­gen Wochen hat­te ich hier das Buch Jona aus­ge­legt. Jona ist der Staat Isra­el. Das Schiff ist die west­li­che Welt. Es kommt ein Sturm auf. Alle auf dem Schiff erken­nen, Isra­el ist Schuld. Isra­el war bis­her säku­lar. Es war ein west­li­ches Vor­zei­ge­land. Die Schuld, war, Isra­el hat­te sich vor Gott ver­steckt. Jona sagt: „Nehmt mich und werft mich ins Meer, damit das Meer sich beru­higt und euch ver­schont. Denn ich weiß, dass die­ser gewal­ti­ge Sturm durch mei­ne Schuld über euch gekom­men ist.“ Also läßt sich Jona/​Israel von der west­li­chen Welt ins Meer des Krie­ges wer­fen. In dem Moment beru­higt sich das Meer. 

    Ohne das Buch Jona ist der plötz­li­che west­li­che diplo­ma­ti­sche Umschwung zugun­sten Isra­els nicht erklär­bar. Auch sagt das Buch vor­aus, daß Isra­el allein ohne sei­ne Ver­bün­de­ten kämp­fen wird.

    • Wenn ich sehe, was die Israe­lis aus ihrem Land gemacht habe – und was die Palä­sti­nen­ser (bei aller aus­län­di­schen Unter­stüt­zung auch dort) …
      Nun ist das Mate­ri­el­le sicher nicht das Maß aller Din­ge (sie­he die Ver­su­chung Jesu), den­noch: Die dem Men­schen auf­er­leg­te „Pfle­ge des Gar­tens“, will schon auch sicht­bar getan sein.

      • Der Sprung ins Was­ser ist aber voll­zo­gen wor­den. Das bis­he­ri­ge Argu­ment für die Exi­stenz des Staa­tes war: Wir sind das inno­va­tiv­ste Land der Welt und die ein­zi­ge Demo­kra­tie im Nahen Osten. Was ja eine Tat­sa­che ist. Davon spricht nie­mand mehr. Isra­el hat die Wer­te­maß­stä­be der west­li­chen Welt kom­plett abge­legt. Es ist jetzt biblisch. 

        Rosh Hash­a­nah wur­de am 7. Okto­ber gefei­ert. Es ist ein Fest, das frü­her im Juden­tum nicht began­gen wur­de. Der Reb­be hat­te emp­foh­len, die­ses Fest in der Zukunft zu fei­ern. Rosh Hash­a­nah schließt das ein­wö­chi­ge Laub­hüt­ten­fest ab. Die eigent­li­che Mitz­wa des Laub­hüt­ten­fe­stes ist es, in die­ser Woche die gesam­te Tho­ra und alle Psal­men zu lesen, was Tag und Nacht in Anspruch nimmt. Eini­ge voll­zie­hen die­se Ver­ei­ni­gung mit der Tho­ra. Damit bil­den die­se den Hin­ter­grund für die Freu­de des übri­gen Vol­kes. An Rosh Hash­a­nah wird dann getanzt. Rosh Hash­a­nah ist ein ener­ge­tisch ein­ma­li­ger Tag. Nicht nur eine Augen­blicksfreu­de, son­dern einer gan­zer Tag der Freu­de. Alle­go­risch tan­zen alle mit der Tho­ra und die Tho­ra tanzt mit ihnen. Sym­bo­li­scher Aus­druck des Tan­zes mit der Tho­ra ist der Davids­stern, eine Ver­ei­ni­gung von zwei Drei­ecken. Von oben die Tho­ra Got­tes und von unten der Mensch.
        Rosh Hash­a­nah ist der jüdi­sche Neu­jahrs­tag, an dem eine macht­vol­le Wech­sel­wir­kung Got­tes mit sei­nem Volk statt­fin­det. Die Hamas hat­te gedacht, an die­sem Tag wäre Isra­el beson­ders ver­letz­lich und des­halb wie­der­holt einen beson­de­ren Fei­er­tag für einen gro­ßen Anschlag gewählt. Sie wuß­ten nicht, daß Rosh Hash­a­nah nicht ein histo­ri­sches Fest ist, son­dern bibli­sche Vor­aus­sa­ge. Der Tag ist der Zeit­punkt, an dem Gott sich wie­der mit sei­nem Volk ver­ei­nigt. Die Ein­füh­rung des Freu­den­ta­ges für die Zukunft hat­te der Reb­be des­halb pro­phe­tisch ange­ord­net. Ein christ­li­cher Pre­di­ger, den ich sehr ver­eh­re, sag­te in der Woche nach den Anschlä­gen, Gott habe gera­de ein­mal mit dem Fuß auf den Boden gestampft und jetzt sei alles auf Erden anders.

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