Anmaßung teutonischer Synodal-Theologen

Der Synodale Weg zum BRUCH mit Bibel, Tradition und Lehramt (10)

Der Heilige Stuhl mahnt den Synodalen Weg vor dem synodalen Schisma.
Der Heilige Stuhl mahnt den Synodalen Weg vor dem synodalen Schisma.

Ein Gast­kom­men­tar von Hubert Hecker

Der theo­lo­gi­sche „Orientierungstext“/OT, der auf der drit­ten Syn­odal­ver­samm­lung Anfang Febru­ar 2022 ver­ab­schie­det wor­den ist, ent­hält einen Bruch mit der klas­si­schen theo­lo­gi­schen Grund­la­gen­leh­re:
Bis­her war die gött­li­che Offen­ba­rung in Schrift und Überlieferung/​Tradition die ein­zi­ge Quel­le unse­rer kirch­li­chen Glau­bens­leh­re. Neu­er­dings will uns der Syn­oda­le Weg glau­ben machen, dass auch die ‚Zei­chen der Zeit‘ Quel­len gött­li­cher Selbst­mit­tei­lung wären. In Zeit­geist und Zeit­strö­mun­gen – wie etwa Homo­se­xua­li­tät – wür­de Gott sei­nen Wil­len kundtun.

Mit die­ser angeb­lich zeit­ge­schicht­li­chen und für unse­re Zeit aktu­el­len Offen­ba­rung wird das unüber­biet­ba­re bibli­sche Got­tes­wort in die zwei­te Rei­he gerückt, wenn nicht gänz­lich marginalisiert.

Kar­di­nal Wal­ter Kas­per hat kürz­lich in einem Bei­trag auf der Sei­te „Neu­er Anfang“ die Gleich­stel­lung von genu­in theo­lo­gi­schen Glau­bens­quel­len (wie Schrift und Tra­di­ti­on) mit mensch­lich-histo­ri­schen Erkennt­nis­quel­len (wie Ver­nunft, Geschich­te oder eben ‚Zei­chen der Zeit‘) als „völ­lig ver­kehrt“ ein­ge­stuft:
„Eine sol­che Gleich­stel­lung bedeu­tet eine tek­to­ni­sche Ver­schie­bung in den Grund­fe­sten der Theo­lo­gie, die dann not­wen­dig zu einem kirch­li­chen Erd­be­ben füh­ren muss“.
Der Bon­ner Prie­ster und Dog­ma­ti­ker Karl-Heinz Men­ke spricht von der „Anma­ßung“ der deut­schen Syn­odal-Theo­lo­gen, mit dem Ori­en­tie­rungs­text eine „Revi­si­on der theo­lo­gi­schen Erkennt­nis­leh­re“ ein­füh­ren zu wollen.

Eine theologische Neu-Lehre

I. Neben den Zei­chen der Zeit mei­nen die Syn­odal­theo­lo­gen in dem gemein­sa­men ‚Glau­bens­sinn aller Gläu­bi­gen‘ eine wei­te­re neue Offen­ba­rungs­quel­le sehen zu kön­nen: Es ereig­ne sich „im Glau­bens­sinn der Gläu­bi­gen immer wie­der neu eine Selbst­mit­tei­lung Got­tes“ (45/​OT). Was steckt hin­ter die­ser Neu-Leh­re?
Es zeigt sich in den wei­te­ren Text­pas­sa­gen, dass die offen­ba­rungs­theo­lo­gi­sche Über­hö­hung von Gläu­bi­gen und Glau­bens­sinn gegen das Lehr- und Lei­tungs­amt der Bischö­fe in Stel­lung gebracht wird.

In der ein­schlä­gi­gen Stel­le im Kap. 46 des Ori­en­tie­rungs­tex­tes heißt es mit Bezug auf Kon­zils­tex­te: Der Glau­bens­sinn wur­ze­le im gemein­sa­men Prie­ster­tum aller Gläu­bi­gen, das „grund­sätz­lich zur akti­ven Teil­ha­be am drei­fa­chen Amt Chri­sti befä­higt, dem Amt des Lei­tens, dem Amt des Hei­li­gens und dem Amt des Leh­rens“. Doch in den ange­ge­be­nen Kon­zils­ka­pi­teln 12 und 36 von Lumen Gentium/​LG steht nichts davon. Dage­gen hießt es in LG 21 unmiss­ver­ständ­lich, dass das drei­fa­che Amt der Hei­li­gung, Leh­re und Lei­tung nur durch die Bischofs­wei­he über­tra­gen und in der hier­ar­chi­schen Gemein­schaft aus­ge­übt wird. Das Kon­zil bestimmt in LG 37, dass die Lai­en das „in christ­li­chem Gehor­sam bereit­wil­lig auf­neh­men, was die geweih­ten Hir­ten in Stell­ver­tre­tung Chri­sti als Leh­rer und Lei­ter in der Kir­che fest­set­zen“. Offen­sicht­lich soll die Falsch­dar­stel­lung von der Teil­ha­be der Lai­en am drei­fa­chen Amt des sakra­men­ta­len Prie­ster­tums das Bestre­ben des Syn­oda­len Wegs begrün­den, dass die Lai­en-Gläu­bi­gen durch „Par­ti­zi­pa­ti­on und Gewal­ten­tei­lung“ an Amt und „Macht“ von Bischof und Prie­ster „teil­ha­ben“ sol­len, was der pro­gram­ma­ti­sche Ansatz im Forum I ist.

Wei­ter heißt es im Kap. 44 des Ori­en­tie­rungs­tex­tes: Das Volk Got­tes kön­ne auf­grund des gemein­sa­men Prie­ster­tums und mit­tels des über­na­tür­li­chen Glau­bens­sinns nicht fehl­ge­hen unter der Vor­aus­set­zung, dass alle Glie­der des Got­tes­vol­kes „von den Bischö­fen bis zu den letz­ten gläu­bi­gen Lai­en ihre all­ge­mei­ne Über­ein­stim­mung in Sachen des Glau­bens und der Sit­ten äußern“. Die zitier­te Kon­zils­aus­sa­ge scheint die Form der deut­schen Syn­odal­ver­samm­lung zu recht­fer­ti­gen und ihr eine Lehr­au­to­ri­tät zu beschei­ni­gen, sofern sie die Reprä­sen­tanz aller deut­schen Katho­li­ken bean­sprucht. Doch auch in die­sem Fall wird eine wich­ti­ge Spe­zi­fi­zie­rung der Aus­sa­ge im fol­gen­den Satz unter­schla­gen:
Das Got­tes­volk emp­fängt „unter der Lei­tung des hei­li­gen Lehr­am­tes und in des­sen treu­er Gefolg­schaft“ das Wort Got­tes und hält am Glau­ben und Glau­bens­sinn unver­lier­bar fest (LG 12). Die ähn­li­che Aus­sa­ge zum Prie­ster­tum in LG 10 lau­tet: „Der Amtsprie­ster bil­det (…) das prie­ster­li­che Volk her­an und lei­tet es.“ Die Inter­na­tio­na­le Theo­lo­gen­kom­mis­si­on bestä­tigt die Auf­sicht des Lehr­amts sowie des­sen Beur­tei­lungs­pflicht zur Echt­heit des sen­sus fide­li­um. Unter dem Gesichts­punkt die­ser Lehr­aus­sa­gen ist das Frank­fur­ter Syn­odal-Par­la­ment, in dem die mit Lehr- und Lei­tungs­amt aus­ge­stat­te­ten Bischö­fe auf den Sta­tus lai­en­haf­ter Dis­ku­tan­ten degra­diert wer­den, kei­ne kirch­li­che Ver­an­stal­tung, die Kon­zils­be­grün­dung und Lehr­au­to­ri­tät bean­spru­chen kann.

Bischof Bät­zing schreibt in sei­nem Ant­wort­brief an die Nor­di­sche Bischofs­kon­fe­renz, dass „die Über­le­gun­gen des Syn­oda­len Wegs in guter kirch­li­cher Tra­di­ti­on und in enger Anbin­dung an die Aus­sa­gen des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil“ ent­wickelt wer­den. Doch bei der oben auf­ge­zeig­ten Falsch­dar­stel­lung ist eine ‚enge Anbin­dung an Kon­zils­aus­sa­gen‘ nur vor­ge­täuscht. Das geziel­te Aus­las­sen von zen­tra­len Wei­sun­gen des Kon­zils­tex­tes ent­spricht nicht ‚guter kirch­li­cher Tra­di­ti­on‘, son­dern zeugt von unred­li­cher Täuschungsabsicht.

Der „Glau­bens­sinn aller Gläu­bi­gen“ sei in der „Wahr­heit des Gewis­sens“ in jedem ein­zel­nen Gläu­bi­gen ver­sam­melt, heißt es wei­ter. Gera­de wenn es zu einem Dis­sens zwi­schen dem Lehr­amt und Tei­len des Vol­kes Got­tes kom­me, soll­te sich das Lehr­amt vom „Spür­sinn“ des Glau­bens­sinns „aller Getauf­ten und Gefirm­ten“ anlei­ten lassen.

Gewissenswahrheit bei „getauften Neu-Heiden“?

II. Gegen­über der von deutsch-syn­oda­len Theo­lo­gen behaup­te­ten Ver­an­ke­rung der Gewis­sens­wahr­heit und des sen­sus fide­li­um bei allen Gläu­bi­gen beharrt das kirch­li­che Lehr­amt auf vor­aus­set­zen­den Dis­po­si­tio­nen wie Teil­nah­me am kirch­li­chen Leben, Hör­be­reit­schaft zur Schrift und dem Lehr­amt sowie Bemü­hen um Erbau­ung der Kir­che (sen­ti­re cum eccle­sia). Wenn aber wegen feh­len­der Kate­che­se seit 50 Jah­ren das Glau­bens­wis­sen der mei­sten Katho­li­ken gegen null geht und die Mehr­heit der Getauf­ten und Gefirm­ten sowie ein Teil des Kle­rus nicht mehr an die Got­tes­sohn­schaft Jesu Chri­sti, sei­ne leib­lich-ver­klär­te Auf­er­ste­hung und die eucha­ri­sti­sche Real­prä­senz glau­ben, kann bei den Gläu­bi­gen von der Wahr­heit des Gewis­sens und einem dar­aus erwach­se­nen christ­li­chen Glau­bens­sinn nicht mehr ver­ant­wort­lich gespro­chen werden.

Ange­sichts der Implo­si­on des kirch­li­chen Glau­bens, die für die Aus­tritts­be­reit­schaft von ca. sie­ben Mil­lio­nen Katho­li­ken ver­ant­wort­lich ist, wäre eine Offen­si­ve zur Evan­ge­li­sa­ti­on not­wen­dig, die Papst Fran­zis­kus in sei­nem Brief von 2019 an die Syn­oda­len und Katho­li­ken gefor­dert hat­te. Aber das Syn­odal­prä­si­di­um woll­te es bes­ser wis­sen mit sei­nem Pri­mat von Struk­tur­re­for­men. In die­sem Schrei­ben sprach Fran­zis­kus auch vom ‚sen­sus eccle­siae‘, der pas­sen­de­ren theo­lo­gi­schen Kate­go­rie im Glau­bens­zu­sam­men­hang. Denn der ‚gemein­sa­me Glau­bens­sinn der Kir­che‘ stellt den „siche­ren Maß­stab dar, um zu erken­nen, ob eine beson­de­re Leh­re oder Pra­xis in Über­ein­stim­mung mit der katho­li­schen Tra­di­ti­on steht“ (Lexi­kon für Theo­lo­gie und Kir­che). Wenn etwa im Vor­feld der Fami­li­en­syn­ode angeb­lich 90 Pro­zent der befrag­ten Katho­li­ken die katho­li­sche Ehe- und Sexu­al­mo­ral ablehn­ten, zeigt das, wie weit sich die (Taufschein-)Katholiken vom Glau­bens­sinn der Kir­che ent­fernt haben.

So wie in dem Ori­en­tie­rungs­text der Glau­bens­sinn der Gläu­bi­gen begrün­det, dar­ge­stellt und über­höht wird, ist er als BRUCH mit der kirch­li­chen Leh­re formuliert.

III. In den letz­ten zwan­zig Kapi­teln des Ori­en­tie­rungs­tex­tes arbei­ten sich die Theo­lo­gen des Syn­oda­len Wegs am Ver­hält­nis zwi­schen kirch­li­chem Lehr­amt und Theo­lo­gie ab. Zunächst wird das (uni­ver­sa­le) Lehr­amt der Kir­che in sei­ner Bedeu­tung ein­ge­schränkt und neudefiniert:

Abbau des ordentlichen Lehramts von Papst und Bischöfen

  • In der Kon­zils­kon­sti­tu­ti­on Dei ver­bi heißt es: „Die Auf­ga­be, das geschrie­be­ne und über­lie­fer­te Wort Got­tes ver­bind­lich zu erklä­ren, ist nur dem leben­di­gen Lehr­amt der Kir­che anver­traut.“ Neu­er­dings soll das Lehr­amt in glei­cher Wei­se wie an die Schrift auch an den Glau­bens­sinn der Gläu­bi­gen und die Zei­chen der Zeit „gebun­den“ sein (Kap.50/OT).
  • Das ordent­li­che Lehr­amt kön­ne irren, wenn es nicht den Glau­bens­kon­sens aller Gläu­bi­gen aus­drückt (58/​OT) – aktu­ell bei dem gro­ßen Dis­sens mit der Kir­che in Deutsch­land (57/​OT).
  • Auch die „Geschicht­lich­keit und Zeit­be­dingt­heit“ aller Lehr­amts­äu­ße­run­gen sei­en als rela­ti­vie­ren­de Momen­te zu beach­ten (59/​OT).
  • Sowohl die Wor­te der Hl. Schrift als auch die Dog­men der Kir­che sei­en nicht ein­deu­tig. Die eine Wahr­heit kön­ne nur „in Viel­falt und blei­ben­der Viel­deu­tig­keit zur Spra­che“ gebracht wer­den (60/​OT).
  • Daher kom­me dem Lehr­amt „in Bewah­rung der Ein­heit die Auf­ga­be zu, jene legi­ti­me Viel­falt des Glau­bens und der Leh­re zu ermög­li­chen und zu schüt­zen“, auch indem es theo­lo­gi­sche Streit­fra­gen unter­halb von Kon­zils­ent­schei­dun­gen der Theo­lo­gie über­lie­ße (55/​OT).

Der Syn­odal­text rela­ti­viert in mehr­fa­cher Wei­se das bischöf­lich-päpst­li­che ordent­li­che Lehr­amt in sei­ner Ver­bind­lich­keit, Ein­deu­tig­keit und Reich­wei­te. Beson­ders gra­vie­rend ist die sub­stan­ti­el­le Ver­än­de­rung, dass die ein­heit­li­che und ein­deu­ti­ge Leh­re der Kir­che in eine pro­te­stan­ti­sche Viel­falt und Viel­deu­tig­keit ver­un­klart wer­den soll.

Die Abkehr des deutsch-synodalen Wegs vom apostolischen Lehramt ist offensichtlich ein BRUCH mit der konziliaren Kirchenlehre

IV. In der syn­oda­len Neu-Kir­che als „welt­um­span­nen­der Dia­log­ge­mein­schaft aller Getauf­ten und Gefirm­ten“ (49/​OT) sind die Bischö­fe nur noch „wich­ti­ge Teil­neh­mer am Gespräch“, die sich am Glau­bens­sinn der Gläu­bi­gen ori­en­tie­ren sol­len (3/​OT). Aber „alle“ Dia­log­part­ner hät­ten „mit­zu­ent­schei­den“ in kirch­lich-theo­lo­gi­schen Fra­gen, was seit apo­sto­li­schen Zei­ten bis heu­te allein dem bischöf­li­chen Lehr­amt anver­traut ist. Nun­mehr sol­len die Bischö­fe ihr Lei­tungs­amt auf­ge­ben und auf die Rol­le von Mode­ra­to­ren und „Brücken­bau­ern“ her­ab­ge­stuft wer­den (49/​OT) – und auch das nur bei weni­gen Prä­la­ten: Auf dem Syn­oda­len Weg sind fünf Bischö­fe Co-Mode­ra­to­ren in den Foren und auf der Voll­ver­samm­lung. 19 Bischö­fe hat das Prä­si­di­um aus­ge­wählt als bevor­zug­te Forums-Dia­log­part­ner. Die ande­ren vier­zig Prä­la­ten dür­fen in der Voll­ver­samm­lung wie jeder ande­re Lai­en-Syn­oda­le ihre Stim­me und zwei­mi­nü­ti­ge Rede­bei­trä­ge abge­ben.

Chri­stus hat die Apo­stel, und damit die bischöf­li­chen Nach­fol­ger, mit der Lei­tung und Lehr­auf­sicht sei­ner Kir­che beauf­tragt (LG 20/​21) – und nicht ein gemisch­tes Dop­pel als prä­si­dia­le Co-Mode­ra­to­ren/in­nen auf den (syn­oda­len) Weg geschickt.

Die deutsche Synodaltheologen spielen sich als Kontrolleure des Lehramts auf

V. Der Abbau des bischöf­li­chen Lehr­am­tes zu einer ein­heits­sym­bo­li­schen Instanz ohne sub­stan­ti­el­le Auf­ga­ben hat den Zweck, die Bedeu­tung und Funk­ti­on der „wis­sen­schaft­li­chen Theo­lo­gie“ als das „spe­zi­fi­sche Lehr­amt“ (56/​OT) ins Zen­trum der Kir­che zu rücken – eben­falls ein BRUCH mit der bis­he­ri­gen kirch­li­chen Auffassung.

Die Theo­lo­gen­au­toren des Ori­en­tie­rungs­tex­tes spre­chen der deut­schen ver­be­am­te­ten Theo­lo­gen­schaft im Staats- oder Kir­chen­dienst fol­gen­de Auf­ga­be zu:

  • Im „Lich­te wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis­se und Refle­xio­nen“ bis­he­ri­ge Lehr­po­si­tio­nen zu über­prü­fen und not­wen­di­ge Ver­än­de­rung der Leh­re ein­zu­lei­ten (59/​OT);
  • den einen Glau­ben an Gott auf „plu­ra­le Wei­se“ dar­zu­stel­len mit der Frucht „rei­cher Plu­ra­li­tät“ (59/​OT);
  • die beträcht­li­che Anzahl „nicht mehr nach­voll­zieh­ba­rer Lehr­po­si­tio­nen“ einer kon­struk­ti­ven Kri­tik zu unter­zie­hen (57 und 58/​OT);
  • mit „ande­ren Wis­sen­schaf­ten gemein­sam nach der Wahr­heit zu suchen“ (59 und 62/​OT);
  • die Vor­ga­ben der kirch­li­chen Leh­re durch die Theo­lo­gie kri­tisch zu unter­su­chen (58/​OT);
  • mit der Stüt­zung auf den Glau­bens­sinn und die Deu­tung der Zeit­zei­chen neue Impul­se für die Aktua­li­sie­rung von Glau­ben, Ver­kün­di­gung und kirch­li­chen Struk­tur­än­de­run­gen zu geben.

Der Synodale Weg führt zu einem BRUCH mit Schrift, Tradition und Lehramt

VI. Zu der Ana­ly­se des Ori­en­tie­rungs­tex­tes ist als Resü­mee festzuhalten:

Neben und über das ordent­li­che bischöf­li­che Lehr­amt, das auf der Basis von Schrift und Tra­di­ti­on die kirch­li­chen Glau­bens­in­hal­te authen­tisch und ver­bind­lich aus­legt und ver­kün­det, brin­gen die Autoren des Ori­en­tie­rungs­tex­tes die wis­sen­schaft­li­che Theo­lo­gie als spe­zi­fi­sches Lehr­amt und kri­ti­sches Kon­troll­organ in Stel­lung. Die beson­de­re Kom­pe­tenz der Theo­lo­gie bestehe dar­in, im Glau­bens­sinn der Gläu­bi­gen sowie in den Zei­chen der Zeit immer wie­der neu die angeb­lich aktu­el­le Selbst­mit­tei­lung Got­tes ent­decken zu können.

Struk­tu­rell aus­ge­drückt lau­tet das Ergeb­nis:
Gegen­über der bibel- und tra­di­ti­ons­ba­sier­ten Hier­ar­chie soll die an Demo­kra­tie und gesell­schaft­li­cher Aktua­li­tät ori­en­tier­te Inter­pre­ta­ti­ons­macht der aka­de­mi­schen Theo­lo­gie posi­tio­niert wer­den als wis­sen­schafts­ori­en­tier­te Kon­troll­in­stanz – auch im Sin­ne einer kirch­li­chen Macht- und Gewaltenteilung.

Der Syn­oden­teil­neh­mer Pfar­rer Micha­el Berent­zen stell­te auf der Voll­ver­samm­lung Anfang Febru­ar 2022 klar: Hier gehe es um mehr als eine Wei­ter­ent­wick­lung der kirch­li­chen Leh­re und Struk­tu­ren. „Hier geht es um einen Bruch!“ Das berich­te­te Regi­na Einig in der Tages­post vom 10. Febru­ar 2022.

Damit ist auf­ge­deckt, was das Syn­odal­prä­si­di­um stets zu kaschie­ren und zu ver­tu­schen versucht:

  • Der Bruch des deutsch-syn­oda­len Son­der­wegs mit dem syn­oda­len Pro­zess in der Welt­kir­che unter dem Lehr- und Lei­tungs­amt der Bischöfe;
  • der Bruch der struk­tur­än­dern­den Kir­che in Deutsch­land gegen­über dem päpst­lich-kirch­li­chen Erneue­rungs­pro­zess durch Evangelisierung;
  • der Bruch, dass aka­de­mi­sche Theo­lo­gie und human­wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se die bibli­sche und lehr­amt­li­che Glau­bens- und Welt­deu­tung domi­nie­ren sollen;
  • der Bruch, dass der Mensch Jesus als Zei­chen­ge­ber für die Nähe Got­tes an die Stel­le des Erlö­sers als wah­rer Gott und wah­rer Mensch gestellt wird;
  • der Bruch mit der „apo­sto­li­schen Kir­che“, wenn die Bischö­fe als Nach­fol­ger der Apo­stel durch den Syn­oda­len Weg aus ihrem Lehr- und Lei­tungs­amt ver­drängt und zu syn­oda­len Mode­ra­to­ren degra­diert werden.

Anmaßende teutonische Nachhilfe für das weltkirchliche Lehramt

Mit dem Ori­en­tie­rungs­text gibt das deut­sche Syn­odal­prä­si­di­um auch ein Signal an den Vati­kan für theo­lo­gi­schen Nach­hil­fe­un­ter­richt: Man wür­de mit der theo­lo­gi­schen Argu­men­ta­ti­on dem welt­kirch­li­chen „Lehr­amt hel­fen, bis­he­ri­ge Äuße­run­gen im Licht wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis­se und Refle­xio­nen zu über­prü­fen und über eine mög­li­che Ver­än­de­rung der Posi­tio­nen nachzudenken.“

Beim näch­sten Vati­kan-Besuch stän­de dann von Sei­ten der selbst­er­nann­ten teu­to­ni­schen Magi­ster eine Über­prü­fung der Lern­fort­schrit­te von Papst und Kurie auf dem Stundenplan.

Bild: Syn​oda​ler​weg​.de (Screen­shot)

Bis­her in der Rei­he „Der Syn­oda­le Weg zum BRUCH mit Bibel, Tra­di­ti­on und Lehr­amt“ erschienen:

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2 Kommentare

  1. Gestern haben wir den Papst wegen TC ver­dammt und heu­te beju­beln wir sein Ein­grei­fen gegen den syn­oda­len Unfug. Um das zusam­men­fü­gen zu kön­nen, muß man rea­li­sie­ren, daß weder die treu­en Katho­li­ken noch die Refor­ma­to­ren auf die­sen Papst hören wer­den. Eigent­lich hören nur noch ein paar weni­ge auf ihn.
    Der syn­oda­le Weg wird fort­schrei­ten. Genau­so wie die triden­tin­sche Mes­se wei­ter­ge­fei­ert wird.

  2. Doch, der Groß­teil von Got­tes Volk mit­samt sei­nen Hir­ten ist irrend. Sie sind fehl­ge­lei­tet wie es vor­aus­ge­sagt ist. Ande­rer­seits sind die weni­gen Glau­bens­treu­en so ein­mü­tig und klar wie noch nie. Gott ist mit Ihnen.

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