Synodaler Rufmord an einem Bischof

Der Synodale Weg zum BRUCH mit Bibel, Tradition und Lehramt (4)

Philippa Rath in einem Bericht von Kirche + Leben, doch sie selbst, hörte auch nicht immer richtig zu.
Philippa Rath in einem Bericht von Kirche + Leben, doch sie selbst hörte auch nicht immer richtig zu.

Ein Gast­kom­men­tar von Hubert Hecker

Die Tages­schau berich­te­te am 3. Febru­ar 2022 über die drit­te Voll­ver­samm­lung des Syn­oda­len Wegs in Frank­furt am Main mit dem Auf­ma­cher „Äuße­run­gen eines Bischofs sorg­ten für Auf­ruhr“. Vie­le Dele­gier­te und Miss­brauchs­op­fer sei­en über eine Rede­pas­sa­ge von Bischof Rudolf Voder­hol­zer „ent­setzt“ gewe­sen. Ein Miss­brauchs­op­fer mein­te, der Regens­bur­ger Bischof habe zu „Win­kel­zü­gen gegrif­fen, um straf­ba­re sexua­li­sier­te Gewalt in den 70er Jah­ren zu rela­ti­vie­ren“. Der Vor­sit­zen­de der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, Lim­burgs Bischof Georg Bät­zing, nann­te die Pas­sa­ge eine „grenz­über­schrei­ten­de Ver­let­zung nicht nur der Betrof­fe­nen, son­dern vie­ler von uns“.

Was hat­te der Regens­bur­ger Bischof gesagt? Er äußer­te sich als erster Red­ner unter dem Tages­ord­nungs­punkt „Aus­spra­che“. Dabei nahm er in drei Punk­ten kri­tisch zum Mün­che­ner WSW-Gut­ach­ten Stel­lung sowie zu dem media­len Hype dar­um. An dem Gut­ach­ten bemän­gel­te der Bischof: „Was dabei zu kurz kommt, ist, dass die Straf­rechts­re­form von 1973 Miss­brauch nicht mehr als Ver­bre­chen ein­ge­schätzt hat und zwar auf der Basis von sexu­al­wis­sen­schaft­li­chen Urtei­len, dass für die Kin­der und Jugend­li­che die Ver­neh­mun­gen wesent­lich schlim­mer sind als die im Grund harm­lo­sen Miss­brauchs­fäl­le.“ Er selbst wol­le nicht den Feh­ler bege­hen, einem sol­chen Zeit­geist nachzugeben.

Bei und unmit­tel­bar nach der Rede des Bischofs gab es kei­ner­lei Miss­fal­lens­be­kun­dun­gen, kei­ne Äuße­run­gen von Ent­set­zen, erst recht kei­nen Auf­ruhr im Saal. Das war eine Falsch­mel­dung der Tagesschau.

Vorurteile statt achtsames Miteinander

Die Dele­gier­ten brauch­ten wohl eini­ge Zeit, um den Sinn des ein­deu­ti­gen, aller­dings ver­schach­tel­ten Sat­zes miss­zu­ver­ste­hen. Als vier­te Red­ne­rin sprach die Bene­dik­ti­ne­rin Schwe­ster Phil­ip­pa Rath zur Wie­der­gut­ma­chung an den Miss­brauchs­op­fern. Es gehe dar­um, „den Opfern die Wür­de wie­der­zu­ge­ben und nicht, wie Herr Voder­hol­zer, von harm­lo­sen Miss­brauchs­fäl­len zu sprechen“.

Bischof Bät­zing hat­te unmit­tel­bar vor der „Aus­spra­che“ der Syn­oda­len einen „Leit­fa­den für gute Kom­mu­ni­ka­ti­on und Kon­flikt­ge­stal­tung“ vor­ge­stellt. Dar­in wird bei Mei­nungs­ver­schie­den­heit eine „Kul­tur des acht­sa­men Mit­ein­an­ders“ unter „fai­ren Bedin­gun­gen“ gefor­dert nach dem Mot­to von Papst Fran­zis­kus: „Begeg­nen, zuhö­ren, unter­schei­den“. Der Akzent des Leit­fa­dens lie­ge „im Hören und Ein­las­sen auf­ein­an­der“, hat­te Bischof Bät­zing den Syn­oda­len mit auf den Weg gege­ben. Bischof Franz Josef Bode ergänz­te in einem Inter­view auf katho​lisch​.de: „Man soll­te so hin­hö­ren, dass man die Aus­sa­ge des ande­ren in ihrer Inten­ti­on ver­steht, dass man sie nach­zu­voll­zie­hen sucht.“

Bischof Voder­hol­zer hat bekannt­lich bei kirch­lich-theo­lo­gi­schen The­men eine ande­re Mei­nung als die der syn­oda­len Mehr­heit. Doch dem Anders­den­ken­den gegen­über wur­de die gefor­der­te, aber eigent­lich selbst­ver­ständ­li­che Hal­tung des acht­sa­men Zuhö­rens und fai­ren Ant­wor­tens in den Wind geschla­gen. Wie die fol­gen­de Aus­spra­che zeig­te, mach­ten sich vie­le Syn­oda­le nicht die Mühe des genau­en Hin­hö­rens und noch weni­ger such­ten sie die Inten­ti­on von Bischof Voder­holzers Aus­sa­ge zu ver­ste­hen und nachzuvollziehen.

Auch die Ordens­schwe­ster Phil­ip­pa Rath hör­te anschei­nend nicht rich­tig zu. Außer­dem ver­wei­ger­te sie Bischof Voder­hol­zer sei­nen kirch­li­chen Amts­ti­tel. Möch­te die Eib­in­ger Bene­dik­ti­ne­rin viel­leicht selbst als Frau Rath ange­spro­chen wer­den? Heißt sie bei ihren Vor­trä­gen unacht­sa­me Zuhö­rer will­kom­men? Oder Gegen­red­ner, die ihre Vor­trä­ge grob miss­ver­ste­hen und ins Gegen­teil keh­ren? Soll­te nicht die Gol­de­ne Regel: „Was du nicht willst…“ als Leit­fa­den für Kom­mu­ni­ka­ti­on unter Chri­sten die Regel sein? Wird sich Schwe­ster Phil­ip­pa Rath bei Bischof Voder­hol­zer entschuldigen?

Nach dem Sei­ten­hieb der Ordens­schwe­ster gegen den Bischof folg­ten im Lau­fe der Aus­spra­che fünf wei­te­re Bei­trä­ge mit ähn­li­cher Ten­denz, mei­stens mit Bei­fall bestärkt. Wie kam es zu die­sem mehr­heits­de­mo­kra­ti­schen Missverstehen?

Nötigung zum Missverstehen?

Das Syn­odal­prä­si­di­um, also Bischof Bät­zing und ZdK-Frau Stett­ner-Karp, tra­fen nach eige­nen Anga­ben fol­gen­de Abspra­che: Sie hät­ten Voder­holzers Wor­te als „Grenz­ver­let­zung miss­ver­ste­hen müs­sen“. Da stellt sich die Fra­ge: Wor­in lag die Nöti­gung zum Miss­ver­ste­hen? In Form und Inhalt der Aus­sa­ge von Bischof Voder­hol­zer? Oder in der Vor­ein­stel­lung der nicht genau zuhö­ren­den Syn­oda­len ein­schließ­lich des Präsidiums?

Der Dele­gier­te Tim Kurz­bach sag­te zu Bischof Voder­hol­zer gewandt: „Sie sind immer eng dran, dass man Sie miss­ver­ste­hen kann.“ Der Regens­bur­ger Bischof ist bekannt dafür, die pro­gres­si­ven Ten­den­zen des Syn­oda­len Wegs mehr­fach kri­ti­siert zu haben aus sei­ner klas­sisch-kon­ser­va­ti­ven Hal­tung her­aus. Da könn­te die Ver­su­chung groß sein, bei pas­sen­der Gele­gen­heit etwas Kom­pro­mit­tie­ren­des in sei­ne Wor­te hin­ein­zu­le­sen.

In jenen Tagen Ende Janu­ar /​ Anfang Febru­ar kam eine medi­al erzeug­te Erre­gung der Öffent­lich­keit zu Papst und Kir­che hin­zu. Wenn da einer (wie Bischof Voder­hol­zer) Kri­tik an dem Mün­che­ner WSW-Gut­ach­ten vor­brach­te und zugleich den eme­ri­tier­ten Papst Bene­dikt ver­tei­dig­te, dann konn­te er doch eigent­lich nur ein Rela­ti­vie­rer von Miss­brauch und kirch­li­cher Ver­ant­wor­tung sein! Sol­che Stim­mungs­ma­che ver­brei­te­ten Medi­en – und auch Synodale.

Fremdschämen im Empörungsduktus

Der Frank­fur­ter Pfar­rer Dr. Wer­ner Otto bemüh­te den belieb­ten Betrof­fen­heits­ge­stus des Fremd­schä­mens: Nach den „Ein­las­sun­gen von Kar­di­nal Ratz­in­ger und dem Mün­che­ner Gut­ach­ten“ möch­te er als Pfar­rer in sei­nem Got­tes­dienst „vor Scham im Boden ver­sun­ken“ sein. Und es erfül­le ihn erneut „mit Scham, wenn ich heu­te schon wie­der Ansät­ze zur Rela­ti­vie­rung und Ver­harm­lo­sung von Ver­tu­schung hören muss von Bischof Voderholzer“.

Das Echo der skan­da­li­sie­ren­den Medi­en war auch in den „erschüt­ter­ten“ Empö­rungs­wor­ten ande­rer Syn­oda­ler ver­nehm­bar: „Es ist uner­träg­lich“, sag­te der Dele­gier­te Ulrich Hoff­mann. „Ich bin ent­setzt und fas­sungs­los, wenn sexua­li­sier­te Gewalt an Kin­dern ver­harm­lost, ver­nied­licht oder rela­ti­viert wird.“ Pro­fes­sor Mathi­as Sell­mann ergänz­te in Rich­tung Bischof Voder­hol­zer gewen­det: „Ich bin ent­setzt, wenn Sie hier öffent­lich, ein Bischof der katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land, hier in die­ser Öffent­lich­keit sagen: Die auf­klä­ren­den Gesprä­che mit Kin­dern sei­en schlim­mer als der an sich harm­lo­se sexu­el­le Miss­brauch.“ (Nach Bischof Voder­hol­zer Rede­aus­zug hat­ten Sexu­al­wis­sen­schaft­ler vor 50 Jah­ren gericht­li­che „Ver­neh­mun­gen“ schlim­mer ein­ge­schätzt als die Miss­brauchs­schä­di­gun­gen selbst.)

Der BDKJ-Vor­sit­zen­de Gre­gor Podschun mein­te: „Wir haben als ersten Rede­bei­trag eine Leug­nung wis­sen­schaft­li­cher Erkennt­nis­se zu den syste­mi­schen Ursa­chen gehört, eine Aus­sa­ge, die offen­bar Fra­gen und Suchen nach der Wahr­heit des abscheu­li­chen Miss­brauchs durch die Täter­or­ga­ni­sa­ti­on Kir­che als schlim­mer bewer­tet als Miss­brauch selbst.“ (Bischof Voder­hol­zer hat­te von sexu­al­wis­sen­schaft­li­chen Bei­trä­gen zur Straf­rechts­re­form von 1973 gespro­chen, an der die Kir­che nun wirk­lich nicht betei­ligt war.)

Rhetorisch versierte und beifallheischende Beschuldigungsrede

Schließ­lich mel­de­te sich der Spre­cher des Betrof­fe­nen­bei­rats, Johan­nes Nor­poth, zu Wort. Er bezog sich in sei­nem Rede­bei­trag zunächst auf das juri­sti­sche Mün­che­ner Gut­ach­ten, das er mit dem media­len Skan­dal­jar­gon „Dar­stel­lung des Schreckens“ belegte.

Das Wort des Betrof­fe­nen­spre­chers hat beson­de­res Gewicht. Bischof Over­beck hat­te kurz zuvor vom „Lehr­amt der Betrof­fe­nen“ gespro­chen. Spä­ter beschloss die syn­oda­le Voll­ver­samm­lung die For­mu­lie­rung: In der Stim­me der Betrof­fe­nen sei „die Stim­me Chri­sti ver­nehm­bar“ – angeb­lich mit apo­sto­li­scher Digni­tät von Neu-Offen­ba­rung für unse­re Zeit („locus theologicus“).

Im Rah­men die­ser qua­si bibli­schen Auto­ri­täts­über­hö­hung sag­te Johan­nes Nor­poth: Aus dem Mün­che­ner Gut­ach­ten gehe unmiss­ver­ständ­lich die „Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit diver­ser Hier­ar­chie­ebe­nen“ her­vor sowie „die bis heu­te andau­ern­de unfass­ba­re Empa­thie­lo­sig­keit, Herr Bischof Vor­der­hol­zer, die ich in Ihrer Wort­mel­dung sehr, sehr deut­lich habe erle­ben müs­sen“. Der Betrof­fe­nen­spre­cher hielt es nicht für nötig, in der gebo­te­nen Acht­sam­keit den Namen des von ihm ange­grif­fe­nen Bischofs rich­tig aus­zu­spre­chen. (Das stets bischofs­kri­ti­sche und gut infor­mier­te Online-Maga­zin ‚Regens­burg Digi­tal‘ schrieb am 4. 2. 2022: „Man­gel an Empa­thie kann man Voder­hol­zer nicht vorwerfen.“)

Nach sei­nen rou­ti­niert vor­ge­tra­ge­nen Beschul­di­gun­gen kam Johan­nes Nor­poth zum Höhe­punkt sei­ner Anspra­che, indem er mit deut­lich erho­be­ner Stim­me in den Sit­zungs­saal rief: „Es kann doch nicht sein, dass 2022 in einer Syn­odal­ver­samm­lung wie hier von einer Ver­harm­lo­sung sexu­el­ler Straf­ta­ten gegen­über Min­der­jäh­ri­gen und Kin­dern gespro­chen wird“ (Bei­fall). „Das kann es nicht sein, mei­ne Damen und Her­ren!“ (gestei­ger­ter Beifall)

Nüch­ter­ne Beob­ach­ter bemerk­ten, dass sie in der ful­mi­nan­ten Rede des Betrof­fe­nen­spre­chers weni­ger die Stim­me Jesu Chri­sti erkannt hät­ten als die eines rhe­to­risch ver­sier­ten und bei­fall­hei­schen­den Ver­tre­ters des katho­li­schen Ver­bands­we­sens. Als sol­cher hat­te sich Johan­nes Nor­poth selbst vor­ge­stellt „mit jahr­zehn­te­lan­ger Erfah­rung im deut­schen Verbandskatholizismus“.

Klarstellung und erneutes Missverstehen-Wollen

Bischof Voder­hol­zer mel­de­te sich als zweit­letz­ter Red­ner der Aus­spra­che noch ein­mal zu Wort. Er brauch­te nichts „kor­ri­gie­ren“, wie Bischof Bät­zing fälsch­lich vor der Tages­schau-Repor­te­rin behaup­te­te, son­dern nur sei­ne miss­ver­stan­de­ne Posi­ti­on klar­stel­len und erläutern:

Es tue ihm leid, dass er sich offen­bar (für die­ses weit­ge­hend aka­de­mi­sche Publi­kum) nicht klar genug aus­ge­drückt habe. „Viel­leicht habe ich die Anfüh­rungs­zei­chen nicht deut­lich mit­ge­spro­chen. Aber ich wer­de mit einer Posi­ti­on iden­ti­fi­ziert, die genau das Gegen­teil von dem sagt, was ich selbst für rich­tig hal­te. (…) Die Ver­harm­lo­sung des sexu­el­len Miss­brauchs durch Sexu­al­wis­sen­schaft­ler (in den 70er Jah­ren), die dazu geführt hat, dass der sexu­el­le Miss­brauch (bis 2021) nicht mehr als Ver­bre­chen im Straf­recht genannt wur­de, das ist mei­nes Erach­tens empö­rend und eine Schand­tat. Davon möch­te ich mich aufs ent­schie­den­ste abgren­zen“ (leich­ter Beifall).

In der Pau­se nach Voder­holzers Klar­stel­lungs­bei­trag hol­te eine ARD-Jour­na­li­stin Johan­nes Nor­poth vor die Tages­schau-Kame­ra. Dort sag­te der Spre­cher des Betrof­fe­nen­bei­rats erneut: „Ich hab‘ erst­mal Luft holen müs­sen, weil ich nicht davon aus­ge­gan­gen bin, dass im Jah­re 2022 ein Ver­tre­ter des deut­schen Epi­sko­pats noch zu die­sen Win­kel­zü­gen greift, um straf­ba­re sexua­li­sier­te Gewalt in den 70er/​80er Jah­ren zu relativieren.“

Wider besseres Wissen unwahre Tatsachen über eine andere Person behauptet

Sei­ne Aus­sa­ge mach­te Johan­nes Nor­poth, nach­dem er die unmiss­ver­ständ­li­che Klar­stel­lung von Bischof Voder­hol­zer in des­sen zwei­tem Rede­bei­trag gehört hat­te (sie­he oben). Er wuss­te also oder muss­te es wis­sen, dass das Gegen­teil rich­tig war zu dem, was er nass­forsch in die Tages­schau-Kame­ra sprach.

Schon was der Betrof­fe­nen­spre­cher in der Aus­spra­che dem Bischof unter­stellt hat­te, näm­lich eine „unfass­ba­re Empa­thie­lo­sig­keit“, war bereits ehren­rüh­rig. Denn dem Regens­bur­ger Bischof wur­den aus­weis­lich ver­schie­de­ner Medi­en­be­rich­te empa­thi­sche Begeg­nun­gen mit zahl­rei­chen Miss­brauchs­op­fern beschei­nigt. Mög­li­cher­wei­se wuss­te Nor­poth das nicht. Zu sei­nem spä­te­ren Bei­trag für die Tages­schau kann er aber nicht mehr Unwis­sen­heit in der Sache vorschützen.

Sicher­lich kennt Johan­nes Nor­poth den Tat­be­stand der Verleumdung:

Wer wider bes­se­res Wis­sen über eine ande­re Per­son eine unwah­re Tat­sa­che behaup­tet oder ver­brei­tet, wel­che die­se Per­son ver­ächt­lich zu machen oder in der öffent­li­chen Mei­nung her­ab­zu­wür­di­gen oder des­sen Kre­dit zu gefähr­den geeig­net ist.

Der ande­ren Per­son, Bischof Voder­hol­zer, unter­stell­te der Betrof­fe­nen­spre­cher vor mehr als sechs Mil­lio­nen TV-Zuschau­ern die unwah­re Tat­sa­che, dass er zu Win­kel­zü­gen grei­fen wür­de, um ver­gan­ge­ne straf­ba­re sexua­li­sier­te Gewalt zu rela­ti­vie­ren. Wie will Herr Nor­poth die­se ver­leum­de­ri­sche Behaup­tung wie­der aus der Welt schaffen?

Zudem bestä­tig­te und bestärk­te Johan­nes Nor­poth mit sei­ner Ver­leum­dung das schon lan­ge von den Medi­en ver­brei­te­te Vor­ur­teil in der Gesell­schaft, dass Kle­ri­ker in einem höhe­ren Maße als ande­re Berufs­grup­pen mit Bezug zu Min­der­jäh­ri­gen in Miss­brauch ver­strickt wären. Was will der Ver­bands­ka­tho­lik und ZdK-Ver­tre­ter als Wie­der­gut­ma­chung für die Ruf­schä­di­gung an Geist­li­chen und Bischö­fe in der öffent­li­chen Mei­nung tun?

Instrumentalisierung der Missbrauchsopfer

Aus die­ser Stim­me eines Betrof­fe­nen spricht mit Sicher­heit nicht die Stim­me Jesu Chri­sti, wie die Syn­odal­voll­ver­samm­lung mit demo­kra­ti­schem Mehr­heits­be­schluss dekre­tier­te. Miss­brauchs­op­fer sind Men­schen mit Lei­der­fah­run­gen. Denen wird mit der theo­lo­gi­schen Über­hö­hung kein biss­chen gehol­fen, son­dern eher Erwar­tun­gen auf­ge­la­den, die sie nie erfül­len kön­nen. Die Sakra­li­sie­rung der Miss­brauchs­op­fer­stim­me ist eher eine Bela­stung für die Betroffenen.

Der Syn­oda­le Weg muss sich wei­ter­hin dem Vor­wurf aus­set­zen, mit der weit her­ge­hol­ten ‚Theo­lo­gie der Miss­brauchs­op­fer‘ sei­ne eige­ne Agen­da für Struk­tur­re­for­men zu bestär­ken und damit die Miss­brauchs­op­fer erneut zu instrumentalisieren.

Bild: kir­che + leben (Screen­shot)


Bis­her in der Rei­he „Der Syn­oda­le Weg zum BRUCH mit Bibel, Tra­di­ti­on und Lehr­amt“ erschienen:

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