Der schwarze Tag von Guadalupe – Mexiko

Totale Abtreibungsfreigabe durch die Hintertür

Mexikos Staatspräsident Lopez Obrador ließ sich Vollmachten erteilen, mit denen er von jeder Form der Abtreibung amnestieren kann.
Mexikos Staatspräsident Lopez Obrador ließ sich Vollmachten erteilen, mit denen er von jeder Form der Abtreibung amnestieren kann.

(Mexi­ko-Stadt) Am 12. Dezem­ber, dem Fest Unse­rer Lie­ben Frau von Gua­da­lu­pe, der Schutz­pa­tro­nin Ame­ri­kas, kam es zu einem bei­spiel­lo­sen Angriff auf das Lebens­recht unge­bo­re­ner Kin­der, den man kaum anders als got­tes­lä­ster­lich, ja dämo­nisch bezeich­nen kann. Drei latein­ame­ri­ka­ni­sche Links­re­gie­run­gen haben am sel­ben Tag in unter­schied­li­chem Aus­maß und im Namen des „Fort­schritts“ die Todes­stra­fe für unge­bo­re­ne Kin­der ein­ge­führt. Ein Bericht in drei Tei­len.

Am 11. Dezem­ber erteil­ten die zustän­di­gen Gesetz­ge­bungs­aus­schüs­se des mexi­ka­ni­schen Bun­des­par­la­ments der Ley de Amni­stia (Amne­stie­ge­setz) grü­nes Licht. Der Gesetz­ent­wurf stammt von dem seit 1. Dezem­ber 2018 amtie­ren­den, lin­ken Staats­prä­si­den­ten And­res Manu­el Lopez Obra­dor. Wie in den mei­sten ame­ri­ka­ni­schen Staa­ten ist er zugleich Staats- und Regie­rungs­chef.

Das Gesetz über­trägt Obra­dor die gene­rel­le Voll­macht, aus­nahms­los alle zu amne­stie­ren, die in eine Abtrei­bung ver­strickt sind. Das heißt, daß jede Form der Abtrei­bung bis zum Moment der Geburt schran­ken­los von Obra­dors Gna­den erlaubt ist.

Die Voll­mach­ten sind noch weit umfas­sen­der: Der Staats­prä­si­dent kann eben­so alle Men­schen amne­stie­ren, die auf­grund ihrer „Armut“ Straf­ta­ten wel­cher Art auch immer began­gen haben, und auch sol­che, die von einem Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen zu Straf­ta­ten „gezwun­gen“ wur­den. Was immer das auch genau bedeu­ten mag.

Bereits im Wahl­kampf 2018 war an der demo­kra­ti­schen Gesin­nung Obra­dors gezwei­felt wor­den. Mit dem Amne­stie­ge­setz wer­den die Zustän­dig­kei­ten von Legis­la­ti­ve und Judi­ka­ti­ve in eini­gen Punk­ten nicht nur unter­gra­ben, son­dern fak­tisch auf­ge­ho­ben. Staats­prä­si­dent Obra­dor sicher­te sich Macht­be­fug­nis­se, die Tür und Tor zu Will­kür und Unge­rech­tig­keit öff­nen.

Am 12. Dezem­ber, dem Fest Unse­rer Lie­ben Frau von Gua­da­lu­pe, die von den Mexi­ka­nern lie­be­voll La Maro­ni­ta genannt wird, wur­de der Gesetz­ent­wurf vom Par­la­ment, dem Gene­ral­kon­greß der Ver­ei­nig­ten Mexi­ka­ni­schen Staa­ten, beschlos­sen. In bei­den Kam­mern des Par­la­ments ver­fügt Obra­dors Par­tei­en­bünd­nis über eine abso­lu­te Mehr­heit.

De fac­to wur­de damit die Abtrei­bung in jeder Situa­ti­on lega­li­siert, ohne daß ein Abtrei­bungs­ge­setz ver­ab­schie­det wur­de oder eine Ände­rung des Straf­ge­setz­bu­ches erfolg­te, das die Tötung unge­bo­re­ner Kin­der in den mei­sten Staa­ten wei­ter­hin unter Stra­fe stellt.

Ver­ba volant: Obra­dor hat­te noch in den ersten Mona­ten sei­ner Amts­zeit mehr­fach beteu­ert, kein Abtrei­bungs­ge­setz ein­zu­füh­ren. Er bekräf­tig­te viel­mehr, daß ein sol­ches Gesetz nur durch eine Volks­ab­stim­mung denk­bar sei.

Die Beden­ken waren nicht unbe­grün­det: Obra­dor hat­te als Bür­ger­mei­ster des Bun­des­di­strik­tes Mexi­ko-Stadt dort die Abtrei­bung ein­ge­führt und damit im ersten der ins­ge­samt 32 Glied­staa­ten Mexi­kos.

Tat­säch­lich wur­de am 12. Dezem­ber kein Abtrei­bungs­ge­setz beschlos­sen, aber durch den Trick mit der kate­go­ri­schen Amne­stie­rungs­voll­macht fak­tisch das­sel­be erreicht.

Ob das fin­ten­rei­che Vor­ge­hen vor dem Ver­fas­sungs­ge­richts­hof Bestand hat, muß sich erst noch zei­gen.

Alle drei latein­ame­ri­ka­ni­schen Links­re­gie­run­gen, die am Fest­tag der Patro­nin Ame­ri­kas, die Abtrei­bung lega­li­sier­ten, taten dies in der einen oder ande­ren Form mit­tels Hand­streich. In allen drei Staa­ten wur­de der Weg der ordent­li­chen Gesetz­ge­bung und einer damit ver­bun­de­nen par­la­men­ta­ri­schen und öffent­li­chen Debat­te umgan­gen.

Offen­sicht­lich fürch­ten die lin­ken Staats- und Regie­rungs­chefs von Mexi­ko, Costa Rica und Argen­ti­ni­en den Wider­stand des Par­la­ments oder des Vol­kes, wes­halb sie zu trick­rei­chen Mit­teln und dem fak­ti­schen Zwang grei­fen. Auf die­se Wei­se hof­fen sie ihre Län­der an die Abtrei­bung zu gewöh­nen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Offi­zi­el­le Sei­te von Lopez Obra­dor

1 Kommentar

  1. Fluch oder Segen kom­me über die­se Men­schen. Sie haben sich für den Fluch Got­tes ent­schie­den.

    Der Autor des Arti­kel bezeich­net die Lega­li­sie­rung der Abtrei­bung in drei Staa­ten Süd­ame­ri­kas als „eine[] bei­spiel­lo­sen Angriff auf das Lebens­recht unge­bo­re­ner Kin­der, den man kaum anders als got­tes­lä­ster­lich, ja dämo­nisch bezeich­nen kann.“

    Das Gericht Got­tes ereig­net sich nicht unter Blitz und Don­ner­schlä­gen, son­dern in einem Sich­selbst­über­las­sen, d.h. die Gesell­schaf­ten wer­den sich sel­ber zer­stö­ren und auf­lö­sen.

    Unzäh­li­ge See­len wer­den veroren gehen.

    Wo ist die Stim­me des ‚Leer­am­tes‘, wo ist die Stim­me Papst Ber­go­gli­os????

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