Papst Franziskus telefonierte mit der Mutter von Vincent Lambert

Wenn Richter über Leben oder Tod entscheiden



Vivienne Lambert rang mit dem Herz ein Mutter um das Leben ihres Sohnes.
Vivienne Lambert rang mit dem Herz ein Mutter um das Leben ihres Sohnes.

(Rom/Paris) Der Franzose Vincent Lambert ist am 11. Juli in einem französischen Krankenhaus verstorben, nachdem man ihn mit richterlicher Bewilligung verhungern und verdursten hatte lassen. Lambert war im Wachkoma. Seine Frau und einige Geschwister zogen vor Gericht, um seinen Tod herbeiführen zu können. Seine Eltern und die anderen Geschwister widersetzten sich. Am Ende entschieden Richter über Leben oder Tod. Sie entschieden im Namen eines abstrakten „Wohls“ für den Tod Lamberts.

Vivianne Lambert, die Mutter von Vincent, sagte gestern der kanadischen Lebensrechts-Nachrichtenagentur LifeSiteNews, vor dem Tod ihres Sohnes einen Telefonanruf von Papst Franziskus erhalten zu haben.

Kardinal Barbarin hatte die Mutter vorinformiert. Der Kardinal habe sich im Fall als „guter Vater“ erwiesen. Papst Franziskus sagte Frau Lambert, ihre Briefe erhalten zu haben, nicht alle, weil er viele bekomme, aber er sei aufmerksam geworden. Er übermittelte ihr eine Botschaft auf italienisch, die ihr ins Französische übersetzt wurde.

„Eine bewegende, sehr persönliche Botschaft.“

Heute meldete auch VaticanNews, daß Papst Franziskus der Mutter von Vincent Lambert vor dem Tod des Sohnes telefonisch seine Nähe zum Ausdruck brachte. Diese hatte der interimistische Vatikansprecher Alessandro Gisotti bestätigt.

Der Fall Lambert reiht sich ein in weitere Fälle in verschiedenen Ländern, so Eluana Englaro in Italien und Terri Schiavo in den USA. In allen Fällen fand ein zähes Ringen um das Leben der betroffenen Komapatienten statt. In allen Fällen entschieden schließlich Richter über Leben oder Tod und entschieden in allen genannten Fällen für den Tod. Können Richter eine so schwerwiegende Entscheidung treffen? Woher nehmen sie das Recht zu einem Urteil mit so weitreichenden Folgen?

Die Todesstrafe wurde in Italien mit Kriegsende in Frankreich und England seit den 60er bzw. 70er Jahren nicht mehr exekutiert und inzwischen abgeschafft, doch Richter verhängen im 21. Jahrhundert wieder Todesurteile.

Jeder der genannten Fälle wurde von Euthanasie-Befürwortern als Fanal für ihre Forderungen ausgeschlachtet. Dementsprechend stand hinter den Befürworten des „Sterben lassen“ nicht nur besorgte Angehörige, sondern auch die lautstarke Euthanasie-Lobby.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL

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