Wachstum der Petrusbruderschaft in den USA

Eine Antwort, die Papst Franziskus hören sollte



Gemeinde der Petrusbruderschaft in Philadelphia
Gemeinde der Petrusbruderschaft in Philadelphia

(Rom) Wie berichtet, äußerte sich Papst Franziskus bei seiner Afrika-Reise im September abschätzig über „junge Priester, konservative und traditionalistische Priester“.  Ein gestern veröffentlichter Bericht der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP) aus den USA ist wie eine Antwort darauf. Hier sind die „jungen Priester“ im Einsatz.

Jahreszählung zeigt ein erfolgreiches Wachstum in den FSSP-Gemeinden

Gemäß der jährlichen Oktoberzählung der FSSP „verzeichnen die Pfarreien und Kapellen der Bruderschaftsgemeinden im Vergleich zum Vorjahr im ganzen Land einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen bei der Sonntagsmesse“.

Neuere Apostolate verzeichneten ein besonders starkes Wachstum, einige verdoppelten im vergangenen Jahr die Zahl der Meßbesucher, so Los Angeles von 250 pro Sonntag auf 500. Das Apostolat hatte bis 2018 nicht einmal eine eigene Kirche und ließ sich schließlich in einer kleinen Kirche in San Fernando nieder, sorgte damit für die nötige Stabilität und trug zu dem deutlichen Anstieg im vergangenen Jahr bei.

„Das Haupthindernis jetzt ist ein Mangel an Raum“, sagt P. Federico Masutti, stellvertretender Pfarrer von St. Vitus. Seine Worte spiegeln die Stimmung vieler FSSP-Apostolate wider, die aus ihren Gebäuden herauswachsen. Es ist wirklich ein großes Problem.

„Als wir bei 200 Personen waren“, sagte Pfarrer P. James Fryar, „haben wir beschlossen, eine vierte Messe hinzuzufügen. Von einer Woche zur nächsten kamen weitere 200 Personen.“

In Naples, Florida, ist die FSSP erst weniger als zwei Jahren aktiv und zählt fast 400 Meßbesucher pro Sonntag.

„Es kommen viele junge Familien, angezogen von der heiligen Schönheit und Ehrfurcht der Messe, der traditionellen Katechese und dem wahren Familienleben in der Pfarrei“, sagt P. Jonathan Romanoski.

Er und sein Stellvertreter, P. Joshua Passo, haben keine eigene Kirche. Sie zelebrieren die heilige Messe an zwei Orten, in Naples und Fort Myers. Er weist darauf hin, daß nicht nur die Liturgie die wachsende Gemeinde anzieht.

„Es ist mehr als nur die lateinische Messe – sie kommen wegen des Gemeinschaftsleben und allen Gruppen, die wir haben – für Erwachsene, für Kinder, für Katechesen. Sie kommen, weil wir zwei Priester sind, wir sind eine kleine Gemeinschaft, in der jeder jeden kennenlernen kann und die Familien wirklich eine Bindung eingehen können.“

Zwei neue Apostolate, die im letzten Jahr gegründet wurden – in den Diözesen Philadelphia und Providence, Rhode Island – haben gleich stark begonnen. Sie haben jetzt 400 bzw. 300 Gemeindemitglieder. Beide Orte haben prächtige Kirchen erhalten, was den Fortbestand dieser Gemeinden auf lange Zeit sichern wird.

P. Carl Gismondi von St. Mary’s in Conshohocken, Pennsylvania, in der Erzdiözese Philadelphia, sagt, daß seine Kirche perfekt für ihre Bedürfnisse sei. „Erzbischof Chaput war sehr großzügig bei der Unterstützung der lateinischen Meßgemeinschaft. Die Kirche hier in Conshohocken, St. Mary’s, hat eine ideale Lage. Es ist eine wunderschöne, neugotische Kirche, die 1950 erbaut wurde. Es ist wahrscheinlich eine der letzten großen Kirchen, die in der Erzdiözese Philadelphia errichtet wurden.“

Selbst Apostolate, die (nach FSSP-Maßstäben) schon länger bestehen, verzeichneten erhebliche Zuwächse, doch die meisten berichten von räumlichen Einschränkungen, die ihr Wachstum hemmen, und freuen sich darauf, neue Kirchen zu bauen oder zu kaufen.

Die St.-Anna-Gemeinde, unser Apostolat in San Diego, wurde zum Beispiel 2008 gegründet. Bis 2018 hatte sie trotz einer kleinen Kirche mit Platz für etwa 200 Erwachsene mehr als 800 Gemeindemitglieder mit drei Priestern, die fünf Sonntagsmessen zelebrierten. Mittlerweile liegt der Durchschnitt bei über 1.000.

„Bei einigen unserer Messen werden vielleicht 350 Menschen anwesend sein, und so paßt nicht jeder hinein. Die Leute sitzen tatsächlich vor den Türen und schauen durch die offene Tür hinein“, sagt P. John Lyons.

Eine andere, alteingesessene FSSP-Gemeinde, die ein starkes Wachstum verzeichnete, ist unser ältestes nordamerikanisches Apostolat, Mater Dei in Dallas, das 1991 gegründet wurde und dessen Gemeinde am Sonntag im vergangenen Jahr von 1250 auf 1550 Meßbesucher gewachsen ist.

Die Pfarrei St. Jeanne d’Arc, unser Apostolat in Coeur d’Alene, Idaho, ist in den letzten zwei Jahren von 650 auf 840 gewachsen. Ebenso ist St. Francis de Sales in Atlanta, das 1995 gegründet wurde, im letzten Jahr um 30 Prozent gewachsen. 2018 kamen jeden Sonntag gemittelt 460 Menschen; jetzt über 600.

Text/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: fssp.com

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2 Kommentare

  1. Und trotz dieser beeindruckenden Zunahme der Zahl von FSSP-Messbesuchern gibt es im Vatikan und anderswo einflussreiche Kreise, die dem Usus Antiquior ausgesprochen feindselig gegenüber stehen und ihn am liebsten verbieten würden? Einfach unfassbar! Zumal beim Novus Ordo Missae der Trend in weiten Bereichen der Una sancta catholica genau gegenläufig ist.

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