Nach Lima folgen neue Gerüchte zu Genua

Msgr. Guido Marini



Msgr. Guido Marini, Päpstlicher Zeremonienmeister, mit Papst Benedikt XVI.
Msgr. Guido Marini, Päpstlicher Zeremonienmeister, mit Papst Benedikt XVI.

(Rom) Nach der „brutalen“ Umbesetzung in Peru, gibt es neue Gerüchte zu Umbesetzungen in Rom und Genua.

Carlos Castillo Mattasoglio
Carlos Castillo Mattasoglio

Vergangene Woche emeritierte Papst Franziskus den bisherigen Erzbischof von Lima und Primas von Peru und ernannte zugleich einen Nachfolger. Kardinal Juan Luis Cipriani Thorne vom Opus Dei wurde durch den Befreiungstheologen Carlos Castillo Mattasoglio ersetzt. Von einer „brutalen“ Umbesetzung und Neuausrichtung der Kirche in Peru spricht der Blog La Cigüeña de la Torre. Francisco Fernandez de la Cigoña kommentierte am vergangenen Samstag die Ernennung Castillos mit gewohnt deutlichen Worten:

„Ich denke, daß dem neuen und skandalösen Erzbischof von Lima nichts mehr als der seiner Jurisdiktionsvollmacht zukommende Respekt zu zollen ist, aber kein Millimeter mehr. Dieser Erzbischof ist eine Beleidigung der Katholiken, und die Katholiken tun gut daran, sich beleidigt zu fühlen, und das auch zu zeigen. Schließlich sind sie ‚mündig‘, wie man von bestimmter Seite so gerne betont. Oder war das nur gelogen? Sie wollten den radikalsten Anti-Cipriani installieren, und es ist ihnen egal, daß er unverdaulich ist und die Gläubigen von Lima das nicht wollen. Die Glaubensbrüder in Peru sehen mich ganz an ihrer Seite. Castillo ist eine Schande für die Kirche.“

Der bekannte spanische Kolumnist Fernandez de la Cigoña hatte die Emeritierung von Kardinal Cipriani Thorne vorab angekündigt und unter Verweis auf Informationen aus Peru auch vorhergesagt, daß die Nachfolgeregelung „schlimm“ ausfallen werde.

Vatikanische Gerüchte

Ortswechsel:

In der Kolumne „La Gran Sottana“ (Die große Soutane) der italienischen Tageszeitung Il Foglio der gestrigen Sonntagsausgabe wurde ein Dialog des Autors mit einer ungenannten Quelle im Vatikan veröffentlicht, einem „Erzbischof“. Das Gespräch betrifft jüngste Reformen an der Römischen Kurie. Papst Franziskus stellte den berühmten Päpstlichen Chor der Sixtinischen Kapelle faktisch unter kommissarische Verwaltung.

Der Chor, der selbst auf eine 500jährige Tradition zurückblicken kann, ist unter Einbeziehung seiner Vorgänger, die bis zurück in die Spätantike nachweisbar sind, der bei weitem älteste, ununterbrochen bestehende Chor der Welt. Papst Franziskus löste die Präfektur des Päpstlichen Hauses auf, die von Kurienerzbischof Georg Gänswein geleitet wurde, und der auch der Chor zugeordnet war. Faktisch bestand der Chor aber als eigenständige Institution. Diese Eigenständigkeit wurde von Franziskus beendet und der Chor dem Amt für die liturgischen Feiern des Papstes unterstellt, das von Msgr. Guido Marini, dem Päpstlichen Zeremonienmeister geleitet wird.

 „La Gran Sottana“ zitiert den „Erzbischof“, der als Quelle dient, mit den Worten:

„Ich denke, daß es sich nur um eine Übergangssituation handelt, weil man ihm Vatikan sagt, daß Marini bald zum Bischof befördert wird und deshalb, früher oder später, in irgendeine italienische Diözese geschickt wird. Es wird geflüstert, daß das Erzbistum Genua, sein Heimatbistum, perfekt wäre. Es wird in einem Jahr frei, wenn Kardinal Bagnasco pensioniert wird. Der Papst schätzt ihn sehr.“

Kardinal Angelo Bagnasco wurde 1966 von Kardinal Giuseppe Siri, dem damaligen Erzbischof von Genua, zum Priester geweiht. Kardinal Siri sollte nach dem Wunsch von Papst Pius XII. sein Nachfolger werden. Das war aber nach dem Tod des Papstes nicht die Meinung der Mehrheit im Konklave. Sowohl 1958 als auch 1963 unterlag Siri den Kardinälen Roncalli (Papst Johannes XXIII.) und Montini (Papst Paul VI.). Siris „Schule von Genua“ galt jahrzehntelang als Zentrum der konservativen Minderheit, das über die italienischen Grenzen hinausstrahlte. Bagnasco lehrte viele Jahre an der Theologischen Fakultät von Norditalien Metaphysik und befaßte sich mit dem zeitgenössischen Atheismus. 1998 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof von Genua und 2003 zum Militärbischof von Italien.

Papst Benedikt XVI., der Bagnasco besonders schätzte, ernannte ihn 2006 zum Erzbischof von Genua und 2007 zum Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz. Vorsitzender ist als Bischof von Rom automatisch der regierende Papst. Da dieser traditionell dieses Amt aber nicht ausübt, ernennt er einen Vertreter, der die Bischofskonferenz anführt. Im selben Jahr kreierte er Bagnasco auch zum Kardinal.

„La Gran Sottana“ ist nicht Fernandez de la Cigoña, und grundsätzlich sind Gerüchte dieser Art mit der nötigen Vorsicht zu betrachten. Erwähnt sei es dennoch, da Papst Franziskus mit der Auflösung der Präfektur des Päpstlichen Hauses einen Dominoeffekt ausgelöst hat, wie die inzwischen erfolgten Entscheidungen zeigen.

Die Beförderung von Msgr. Guido Marini nach Genua würde wiederum die Ernennung eines neuen Päpstlichen Zeremonienmeisters in Rom nach sich ziehen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican.va (Screenshot)

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1 Kommentar

  1. Wo ist Gott bei diesem Handeln? Es zeigt sich die „göttliche Vorsehung, die Benedikt XVI. zwingt, das Debakel mit anzusehen, das er durch seinen Rücktritt ausgelöst hat.“ Jesus sagt: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“ Joh 15, 16, sagt Jesus im Abendmahlsaal zu seinen Jüngern, und weiter: „nicht ihr habt euch gefunden, sondern ich habe euch erfunden“. Also nicht Neuerfindung der Kirche, sondern das Fundament der Kirche Gottes, das gelegt ist: bezeugt in der Hl. Schrift und in der Tradition der Kirche. Das von dem Antichrist (Apk 17,5) – Pope Francis und seinen Vasallen – mit Füßen getreten wird. Besonders vom Mk-Evangelium werden die Jünger angesichts ihrer scheinbaren Verfügungsberechtigung über das Wort Gottes geradezu vorgeführt vgl. Mk 10, 35-45; Petrus, der erste Apostel, hat Jesus am Karfreitag drei Mal verleugnet. Paulus weiß, dass wir den Schatz der Gnade in zerbrechlichen Gefäßen tragen 2 Kor 4, 7. Siehe den Antichrist Apk 17,5 Pope Francis in AL, Kap. VIII, ec.; und trotzdem vertraut der Herr seine Sendung diesen schwachen Menschen an. Der Niedergang der Kirche Gottes hat seinen Sinn, und er kommt von den Feinden der Kirche aus ihrem Innern. Ein selbstgemachter Glaube ist wertlos. „Aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.“ Joh 16, 33 Im Lk-Ev 11, 29-32 sagt Jesus: „Diese Generation ist böse“.

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