[Update] Erster Muezzinruf in der Kathedrale des Primas von Belgien

Islamisierung

„Erstmals wird in der Kathedrale von Mecheln, der bedeutendsten Kirche Belgiens, der islamische Gebetsruf erklingen.“ Kardinal Jozef De Kesel, der Erzbischof von Mecheln-Brüssel macht es möglich.
„Erstmals wird in der Kathedrale von Mecheln, der bedeutendsten Kirche Belgiens, der islamische Gebetsruf erklingen.“ Kardinal Jozef De Kesel, der Erzbischof von Mecheln-Brüssel macht es möglich.

(Brüs­sel) In der Kathe­dral­kir­che des katho­li­schen Pri­mas von Bel­gi­en wird wäh­rend eines „Kon­zerts für den Frie­den“ erst­mals der Ruf des Muez­zins zum isla­mi­schen Gebet erklin­gen.

Am kom­men­den Sonn­tag, den 11. Novem­ber wird in der bedeu­tend­sten Kir­che Bel­gi­ens, in der Sint Rom­bouts-Kathe­dra­le von Mecheln, zum ersten Mal in der Geschich­te ein isla­mi­scher Gebets­ruf zu hören sein. Die dem hei­li­gen Rumold, einem säch­si­schen Mär­ty­rer aus dem heu­ti­gen Eng­land, geweih­te Kir­che ist der Sitz des Pri­mas von Bel­gi­en.

2015 ernann­te Papst Fran­zis­kus Jozef De Kesel zum Erz­bi­schof von Mecheln-Brüs­sel und mach­te ihn auch zum Kar­di­nal. De Kesel war bereits 2010 Wunsch­kan­di­dat des ehe­ma­li­gen Erz­bi­schofs God­fried Dan­neels. Papst Bene­dikt XVI. zog ihm jedoch den dama­li­gen Bischof von Namür, André-Joseph Léo­nard, vor, um den pro­gres­si­ven Kurs der Kir­che in Bel­gi­en zu kor­ri­gie­ren. Dan­neels war Mit­glied des inner­kirch­li­chen Geheim­zir­kels von Sankt Gal­len, der die Wahl von Papst Fran­zis­kus plan­te und orga­ni­sier­te. Die Mit­glie­der des von Kar­di­nal Car­lo Maria Mar­ti­ni SJ in den 90er Jah­ren gegrün­de­ten Geheim­zir­kels nann­ten sich selbst „die Mafia“.

De Kesel fiel bis­her vor allem durch umstrit­te­ne Initia­ti­ven auf, so warf er die Prie­ster­bru­der­schaft der Hei­li­gen Apo­stel aus dem Land. Inof­fi­zi­ell hieß es, weil sie „zu kon­ser­va­tiv“ sei und „zu vie­le Prie­ster­be­ru­fun­gen“ anzog. Das glei­che Schick­sal erlit­ten dann auch die Brü­der und Schwe­stern der Gemein­schaf­ten von Jeru­sa­lem. Laut einem neu­en Struk­tur­plan sol­len 36 von 110 Kir­chen in Brüs­sel geschlos­sen, abge­ris­sen oder ver­kauft wer­den. Trotz die­ses pasto­ra­len Nie­der­gangs trat Kar­di­nal De Kesel wie­der­holt als pro­gres­si­ver Wort­füh­rer auf. 2016 for­der­te er die Abschaf­fung des prie­ster­li­chen Zöli­bats und die Zulas­sung ver­hei­ra­te­ter Män­ner zum Prie­ster­tum. Als die Katho­li­sche Uni­ver­si­tät Löwen den jun­gen Dozen­ten der Phi­lo­so­phie, Ste­pha­ne Mer­cier, vor die Tür setz­te, weil er in sei­ner Vor­le­sung das Lebens­recht unge­bo­re­ner Kin­der ver­tei­digt hat­te, schwieg De Kesel und ließ durch sei­nen Spre­cher auf die Fra­ge, ob Abtrei­bung Mord sei, mit­tei­len, man sol­le „nicht über­trei­ben“. De Kesel gehör­te zu den ersten Bischö­fen, die wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne in Anwen­dung des umstrit­te­nen nach­syn­oda­len Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia zur Kom­mu­ni­on zulie­ßen. 500 Jah­re Refor­ma­ti­on ließ De Kesel in der Bischofs­kir­che von Brüs­sel geden­ken. Als jun­ge Beter mit Gebet dage­gen pro­te­stier­ten, daß eine katho­li­sche Kir­che der fal­sche Ort für eine sol­che Ver­an­stal­tung ist, ließ der Erz­bi­schof sie durch die Poli­zei ent­fer­nen. Im Vor­feld des Welt­fa­mi­li­en­tref­fens in Dub­lin und der Jugend­syn­ode in Rom for­der­te der bel­gi­sche Pri­ma die Aner­ken­nung der Homo­se­xua­li­tät.

Da ver­wun­dert es viel­leicht gar nicht mehr so, daß De Kesel nun sei­ne Kathe­dra­le in Mecheln für den isla­mi­schen Gebets­ruf zur Ver­fü­gung stellt. Der Ruf des Muez­zin ist „nor­ma­ler­wei­se nur in den Mosche­en zu hören“, so Voice of Euro­pe. Am 11. Novem­ber wird er aber in der Kathe­dra­le erklin­gen, und das im Rah­men eines „gro­ßen Gedenk­kon­zer­tes für die Opfer des Ersten Welt­krie­ges“.

Der isla­mi­sche Gebets­ruf hat natür­lich nichts mit den Opfern des Ersten Welt­krie­ges zu tun, schon gar nicht in Bel­gi­en, und auch über­haupt nichts mit dem Ersten Welt­krieg. Er hat aber sehr viel mit der mas­si­ven Isla­mi­sie­rung des Lan­des zu tun, die seit eini­gen Jahr­zehn­ten und in immer schnel­le­rem Tem­po statt­fin­det. Jeder Vor­wand ist offen­sicht­lich recht, sogar das Geden­ken an die Toten des Ersten Welt­krie­ges, um die­sen „ver­än­der­ten gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen Rech­nung zu tra­gen“. Tat­sä­chich han­delt es sich um die Aner­ken­nung der bereits erfolg­ten Isla­mi­sie­rung.

Fünf bel­gi­sche Chö­re mit 180 Sän­gern wer­den an der Fei­er­stun­de teil­neh­men und eine „Mes­se für den Frie­den“ des bri­ti­schen Kom­po­ni­sten Karl Jenkins auf­füh­ren.

Das Kon­zert soll von „visu­el­len Effek­ten“ beglei­tet wer­den.

„Der isla­mi­sche Gebets­ruf ist Teil des Kon­zer­tes in der Kathe­dra­le“, so die nie­der­län­disch­spra­chi­ge, bel­gi­sche Tages­zei­tung Het Laats­te Nieuws. Damit wol­le man einen „uni­ver­sa­len Ruf für den Frie­den, die Gerech­tig­keit und die Mensch­lich­keit“ aus­sen­den, so die Ver­an­stal­ter. Es sei ein Kon­zert für die Men­schen­rech­te. Es wird gemein­sam vom Erz­bis­tum mit der Holo­caust-Gedenk­stät­te Kaser­ne Dos­sin und dem Stadt­mu­se­um Hof van Bus­ley­den orga­ni­siert.

Der Erlös des Kon­zer­tes wird der Dom­bau­hüt­te zugu­te kom­men.

[Update: 08.11.2018, 14.39 Uhr] Wie eine Leser mit­ge­teil­te, wur­de Jenkins „Mes­se für den Frie­den“ 2017 in St. Lau­ren­ti­us in Wup­per­tal auf­ge­führt. Auch dort soll­te der Muez­zin­ruf ertö­nen. Dage­gen wehr­te sich das Gene­ral­vi­ka­ri­at des Erz­bis­tums Köln. Nach Rück­spra­che mit Jenkins wur­de der Muez­zin­ruf weg­ge­las­sen und in der dafür vor­ge­se­he­nen Zeit Stil­le gehal­ten. Viel­leicht kann auch in Mecheln der Ruf noch auf die­se Wei­se ver­hin­dert wer­den.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons




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4 Kommentare

  1. Damit geht ein wei­te­rer Kar­di­nal sei­nes Amtes ver­lu­stig, und zwar ipso fac­to. Wer die Apost­asie beför­dert, ver­fällt auch nach dem neu­esten Kir­chen­recht der excom­mu­ni­ca­tio latae sen­ten­tiae (c. 1364 CIC/1983). Soll­te die­ser „Kar­di­nal“ an dr näch­sten Papst­wahl teil­neh­men, so wäre sei­ne Stim­me ungül­tig. Soll­te des­sen Stim­me ent­schei­den sein, tritt ipso fac­to Sedos­va­kanz ein.

  2. Die Zuhö­rer des Kon­zerts soll­ten bei Erschal­len des Muez­zin­ru­fes in ihrer Kathe­dra­le die­se umge­hend und geschlos­sen ver­las­sen als Zei­chen des Pro­te­stes.

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