Papst küßt am Gründonnerstag wieder Gefangenen die Füße — unter Ausschluß des gläubigen Volkes

(Rom) Am Grün­don­ners­tag wird Papst Fran­zis­kus das römi­sche Gefäng­nis Rebibbia besu­chen und zwölf Gefan­ge­nen die Füße waschen und küs­sen. Nach der Grün­don­ners­tags­lit­ur­gie im Jugend­ge­fäng­nis von Rom 2013 und in einem Behin­der­ten­zen­trum 2014, wird Papst Fran­zis­kus am 2. April 2015 das gro­ße römi­sche Gefäng­nis Rebibbia auf­su­chen. Dort sind Unter­su­chungs­häft­lin­ge ein­ge­sperrt und Straf­ge­fan­ge­ne mit Gefäng­nis­stra­fen oder Rest­stra­fen unter fünf Jah­ren.

Um 17.30 Uhr wird er in der Gefäng­nis­kir­che die Mis­sa in Coe­na Domi­ni zele­brie­ren. In deren Rah­men fin­det die Fuß­wa­schung statt, die auf das direk­te Vor­bild von Jesus Chri­stus beim Letz­ten Abend­mahl zurück­geht.

Papst wird zwölf männlichen und weiblichen Gefangenen die Füße waschen

Wie der Gefäng­nis­ka­plan von Rebibbia, Don San­dro Spria­no, Radio Vati­kan sag­te, wer­de der Papst zwölf männ­li­chen und weib­li­chen Gefan­ge­nen die Füße waschen. „Wir sind super­glück­lich, daß der Papst unse­re Ein­la­dung ange­nom­men hat, die wir bei einer Begeg­nung bei einer Mes­se in San­ta Mar­ta im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber aus­ge­spro­chen haben. Er sag­te uns, daß er wenn irgend mög­lich am Grün­don­ners­tag zu uns kom­men möch­te. Wir wer­den die Erfah­rung von vor drei Jah­ren mit Papst Ratz­in­ger in einem ande­ren Rah­men und mit einer ande­ren Per­son wie­der­ho­len“, so der Kaplan.

„Für die Gefan­ge­nen ist es sicher ein wich­ti­ges Zei­chen der Auf­merk­sam­keit durch die Kir­che von Rom für ihre Situa­ti­on. Wir sagen immer, daß sie die Unglück­se­lig­sten sind. Ihnen zu zei­gen, daß sie Kin­der Got­tes sind, die von der Kir­che und beson­ders vom Papst geliebt sind, ist für sie sehr sehr wich­tig. Im übri­gen wer­den erst­mals bei die­ser Zele­bra­ti­on männ­li­che und weib­li­che Gefan­ge­ne zusam­men­kom­men. Die Insas­sen des Frau­en­gefäng­nis­ses wer­den zu uns gebracht. Das hat es noch nicht gege­ben. Es wird eine schö­ne Sache sein“, so Don Spria­no.

Begegnung mit Benedikt XVI. in anderem Rahmen noch lebhaft in Erinnerung

„Die Begeg­nung mit Bene­dikt XVI. habe ich noch ganz leb­haft in Erin­ne­rung, weil das damals ein Dia­log mit Fra­gen und Ant­wor­ten des Pap­stes war. Es war eine wirk­lich brü­der­li­che Begeg­nung“, so der Gefäng­nis­ka­plan.

Von den Poli­ti­kern erwar­te er sich, daß „das Gefäng­nis nicht ein­fach ein Ort der Stra­fe und Rache der Gesell­schaft an jenen ist, die Straf­ta­ten bege­hen, son­dern – wie es die Ver­fas­sung vor­sieht – ein Ort der Reso­zia­li­sie­rung und der Wie­der­ein­glie­de­rung ist, eine Grund­la­ge, um bes­ser zu leben, wenn man raus­kommt“, so Don San­dro Spria­no, der Gefäng­nis­ka­plan von Rebibbia in Rom, wo Papst Fran­zis­kus am 2. April, am Grün­don­ners­tag die Gefan­ge­nen besu­chen wird.

Bedenken: Einsetzung von Altarsakrament und Priestertum durch Reduzierung auf sozialen Aspekt zu verdunkeln

Die Mis­sa in Coe­na Domi­ni gehört zu den weni­gen wich­ti­gen Anläs­sen im Kir­chen­jahr, in denen die Päp­ste tra­di­tio­nell in der Kathe­dral­kir­che des Bischofs von Rom, in San Gio­van­ni in Latera­no zele­brier­ten, der Mut­ter aller Kir­chen. Gegen die Orts­wech­sel, die Papst Fran­zis­kus an die­sem Tag vor­nimmt, gibt es inner­kirch­li­che erheb­li­che Beden­ken. Dazu gehört auch das Unbe­ha­gen, daß der Papst eine zen­tra­le Lit­ur­gie des Tri­du­um Pascha­lis, der hei­li­gen drei Tage, erneut unter Aus­schluß des gläu­bi­gen Vol­kes fei­ert.

Zur Kri­tik sie­he die Bei­trä­ge Gesten­spek­ta­kel – Nach Gefan­ge­nen wäscht Papst 2014 Behin­der­ten „unter­schied­li­cher Reli­gi­on“ die Füße und Eini­ge Fra­gen zu Papst Fran­zis­kus – Ant­wor­ten von Vati­kan­spre­cher Pater Lom­bar­di.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Mes­sa in Lati­no

34 Kommentare

  1. Scha­de. Er kann es nicht las­sen. So wird es wird also wie­der ein Medi­en­spek­ta­kel wer­den und ein pres­se­wirk­sa­mer Sozi­al­ak­tio­nis­mus. Als bie­de­rer, ein­fa­cher, from­mer, recht­schaf­fe­ner Gläu­bi­ger kommt man sich in der Kir­che nicht mehr wahr­ge­nom­men vor. Vor lau­ter über­stei­ger­ter Zuwen­dung zu den „Rän­dern“ ver­gisst er die Mit­te. Die ist es aber, die das gan­ze trägt. Nicht die Rän­der.

  2. Papst Fran­zis­kus wird es also wie­der­um bewei­sen: „Ich kann knie­en!“
    War­um bekommt er dann kei­ne ein­fa­che Knie­beu­ge am Altar zustan­de?

    • War­um bekommt er dann kei­ne ein­fa­che Knie­beu­ge am Altar zustan­de?

      DREIMAL DÜRFEN SIE RATEN! Das las­sen sei­ne Auf­trag­ge­ber nicht zur, deren will­fäh­ri­ger Die­ner er ist.

      Im Übri­gen, ein gel­tungs­süch­ti­ger Psy­cho­path gehört nor­ma­ler­wei­se psych­ia­triert!

  3. @Marienzweig: Wenn ich es über­le­ge, so ist die Ant­wort ganz ein­fach: Ein Knie­fall vor Knackis ist doch viel medi­en­wirk­sa­mer als einer vor dem Herr­gott! Das gibt doch wie­der posi­ti­ve Schlag­zei­len über einen — den ersten! — Papst, der es mit den ein­fa­chen Leu­ten hält, und nicht mit den Mäch­ti­gen.

    • @siri
      “ …, der es mit den ein­fa­chen Leu­ten hält und nicht mit den Mäch­ti­gen.“
      So wird´s wohl sein!
      Aber war­um dann bei­spiels­wei­se das Tref­fen mit Ange­li­na Jolie, die ihren neu­en Film im Vati­kan vor­füh­ren und sich anschlie­ßend eines Tref­fens mit Papst Fran­zis­kus erfreu­en durf­te?

  4. Aktio­nis­mus. Da wer­den extra Frau­en ins Män­ner­ge­fäng­nis trans­por­tiert. So ein Spek­ta­kel.
    Kann er nicht mit den Män­nern Vor­lieb neh­men?

    Als Mann woll­te ich nicht, daß ein Papst mei­ner im Gefäng­nis ein­sit­zen­den Frau die Füße wäscht. Es ist unschick­lich, einer Frau die Füße zu waschen, es sei denn bei ero­ti­schen Bezie­hun­gen.

    • Hand­lun­gen, nota bene, sind nie „an sich selbst“ „ero­tisch“, son­dern nur die, die mit einer ero­ti­schen Inten­ti­on durch­ge­führt wer­den. Selbst ein Bei­schlaf kann ohne ero­ti­sche Absicht voll­zo­gen wer­den.
      Das Leben ist viel­schich­tig, vie­les sind sym­bo­li­sche oder bewusst ver­frem­de­te Gesten.
      Nicht jeder Kuss ist ero­tisch, nicht jede Umar­mung ist ero­tisch, nicht jedes Lächeln ist ero­tisch etc. Dage­gen kann jedes Lebens­zei­chen ero­tisch wer­den, wenn ich das inten­die­re: das Schrei­ben eines Brie­fes, das Ein­schen­ken einer Tas­se Tee, das Platz­neh­men neben einem ande­ren, Blicke.
      Es wäre unge­sund, hier nun über­all etwas hin­ein­zu­ge­heim­nis­sen!
      Was wohl ein so struk­tu­rier­ter „Mann“, wie Sie ihn beschrei­ben, emp­fin­det, wenn ein Prie­ster sei­ner Frau die geweih­te Hostie auf die Zun­ge legt? Auch das könn­te man leicht als hoch­ero­ti­sche Geste anse­hen. Sie reden damit gera­de der hand­kom­mu­ni­on das Wort — die ist in jedem Fall weni­ger „intim“…
      Vor­sicht also mit sol­chen Gedan­ken!

      Die Fuß­wa­schung am Grün­don­ners­tag wur­de sogar, wenn auch aus ande­ren Grün­den, von Petrus damals als unpas­send und unschick­lich emp­fun­den.

      Mit einem Schick­lich­keit­s­ar­gu­ment ver­fehlt man also die Sach­la­ge total! Zumal die Sym­bol­haf­tig­keit der Hand­lung an sich jedem halb­wegs ver­nünf­ti­gen Men­schen klar ist. Also bit­te nicht noch zusätz­lich böse Gei­ster her­bei­ru­fen!

      • Selbst­ver­sta­end­lich spielt Ero­tik eine Rol­le, wenn ein erwach­se­ner Mann, sofern nicht homo­se­xu­ell ori­en­tiert, einer erwach­se­nen Frau — immer­hin noch im haft­fa­e­hi­gen Alter — den ent­blo­eß­ten Fuß kuesst; oder befin­den sich in Ita­li­en ueber­wie­gend Non­nas in U‑Haft?.

        Immer­hin die­ser Pein­lich­keit gab sich das Kai­ser­paar in sei­nem jaehr­lich wie­der­keh­ren­den Schau­spiel nicht hin, da es sich dort um Gei­sin­nen und Grei­sen des jewei­li­gen Geschlechts han­del­te.

      • Tut mir leid — das kann ich nicht sehen. Und das nach bald 20 glück­li­chen Ehe­jah­ren…

        …und ich sage Ihnen auch war­um: das Füß­e­küs­sen ist ganz und gar kei­ne ech­te ero­ti­sche Geste, es sei es spie­len sado-maso­chi­sti­sche Emp­fin­dun­gen eine Rol­le und der Mann „unter­wirft“ sich der Frau.
        Ein iso­lier­tes Füß­e­küs­sen ist nicht ero­tisch, son­dern eine Unter­ta­nen­ge­ste.
        So küs­sen Die­ner den Her­ren die Füße und Unter­ta­nen den Köni­gen die Füße.

        Und noch ne Fra­ge: War die­se Frau, die Jesu Füße salb­te, und mit ihren Trä­nen benetz­te und ihren lan­gen unbe­deck­ten Haa­ren trock­ne­te — äh, also: war das auch „ero­tisch“, und wenn ja, was muss man davon hal­ten, dass Jesus das Han­deln der Frau sogar noch ver­tei­dig­te.…
        Fra­gen über Fra­gen…

        Auch im deut­schen Sprach­ge­brauch sagt man ja die Wen­dung „Füße küs­sen“ als Unter­wer­fungs­ge­ste bis hin zur Schlei­me­rei.

        Und das war auch der Grund, wie­so Petrus dies unan­ge­mes­sen fand!
        Blei­ben wir stark!

      • Nun, das mit dem angeb­lich unero­ti­schen Emp­fin­den resp. dem Ver­weis auf Sado­ma­so-Gefüh­le mag ihrer per­sön­li­chen Erfah­rung ent­spre­chen, ande­re sehen das anders.

        Aber einen — wenn auch kli­ma­tisch bedingt — über­wie­gend bedeckt gehal­te­nen Kör­per­teil (soviel zur guten Frau im Evan­ge­li­um) eines ande­ren zu ent­blö­ßen und dann auch gleich noch zu küs­sen, ist wenig­stens unver­hält­nis­mä­ßig.

        Und wo in unse­rer Kul­tur Füße als Geste der Unter­wer­fung geküsst wur­den, waren die­se beschuht.
        http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Feet-kissing?uselang=de#/media/File:Papal_feet-kissing_of_Pintoricchio.jpg

        Hat denn der Herr über­haupt sei­nen Jün­gern die Füße geküsst? Davon steht doch über­haupt nichts geschrie­ben. Aber Fran­zis­kus, wie schon JPII, küsst ohne­hin alles, was man ihm vor­hält.

      • Ich sprach ja von einem ISOLIERTEN Füßeküssen…im Rah­men all­ge­mei­nen Ganz­kör­per­küs­sens mögen die Füße ja gewis­ser­ma­ßen der Ein­stieg sein — das jeden­falls fie­le mir in einem „ero­ti­schen“ Rah­men dazu ein — das liegt aber ein­deu­tig bei F. nicht vor.

        Soweit mei­ne Mah­nung, hier auf dem Tep­pich zu blei­ben und nicht dem all­ge­mei­nen zeit­gei­sti­gen Trend zur Sexua­li­sie­rung jeg­li­chen Piep­ses zuzu­nei­gen… und die unse­li­ge zeit­gei­sti­ge Nei­gung, jeg­li­che phy­si­sche oder auch nicht-phy­si­sche Berüh­rung unter den Ver­dacht der sexu­el­len Belä­sti­gung und des „Stal­kings“ zu stel­len, soll­te man sich auch nicht unbe­se­hen zu eigen machen…

        Recht haben Sie aber mit der Fra­ge, ob Jesus den Jün­gern die Füße küss­te.
        Er hat sie gewa­schen, nicht geküsst.

        Den­noch — ich sehe das hier als per­sön­li­che Macke Ber­go­gli­os an und fin­de es ten­den­zi­ell ohne wei­te­re Bewei­se ver­leum­de­risch, dies in einen angeb­lich ero­ti­schen oder ero­ti­sie­ren­den Kon­text zu stel­len.
        Hat er den Män­nern auch die Füße geküsst oder nur den Frau­en?

      • Habe ich gese­hen.

        Anson­sten fin­de ich, sind wir uns einig. Mei­nes Erach­tens haben es aber die­ses Mal Sie zuge­spitzt, nur weil wei­ter oben jemand geschrie­ben hat­te, er wuer­de es nicht wuen­schen wol­len, dass ein ande­rer Mann sei­ner Frau die Fue­ße waescht (Anmer­kung: geschwei­ge denn kuesst).

        Dass Fran­zis­kus etwas ande­res emp­fin­det, als den armen Betrof­fe­nen sei­ne Ach­tung vor ihrer Wuer­de zu demon­strie­ren, will ich selbst­ver­sta­end­lich nicht bezwei­feln. Dies ent­schul­digt aber doch nicht, dass er mit die­ser per­so­en­li­chen Geste den Gru­en­don­ners­tag ver­kehrt und die Kir­che ueber­haupt hin­ab­zieht. Er ist auch ober­flaech­lich, denn anders als der Herr, kennt er mit Sicher­heit kei­nen ein­zi­gen die­ser Maen­ner und Frau­en, an denen er die­se inti­me Hand­lung voll­zieht.

      • Ich woll­te durch die Zuspit­zung dar­auf hin­aus, dass das nicht der wah­re Stein des Ansto­ßes sein kann.

        Ich sag­te ja, was für mich das Abscheu­li­che dar­an ist:

        1. Dass das eine Fuß­wa­schungs­schau ist, ein­stu­dier­te Demut — pfui!

        2. Und dass eigent­lich über­haupt kei­ne Lai­en dabei vor­ge­se­hen waren bei der päpst­li­chen Zere­mo­nie, es also auch über­haupt nicht um Frau­en geht. Letz­te­res hat aber bereits bene­dikt zum Erstau­nen der welt abge­schafft… (s. unten bei Chri­stoph Rhein schi­reb ich das)

        (Es kann einem auf den Keks gehen, dass Trai­hau­sen immer nur auf die Frau-oder-nicht-Frau-Fra­ge anspringt, die mei­stens weder gestellt wer­den muss, noch über­haupt gestellt wer­den darf!)

    • Da haben Sie m.E. einen wich­ti­gen Punkt ange­spro­chen.
      Extra 12 weib­li­che Straf­ge­fan­ge­ne in ein rei­nes Män­ner­ge­fäng­nis zu trans­por­tie­ren, damit Papst Fran­zis­kus „demü­tig“ deren Füße waschen kann…!
      Mir scheint, es ist nichts wei­ter als ein Spek­ta­kel.
      Insze­niert, um Auf­merk­sam­keit zu erhei­schen.

      • Ach was — Gefäng­nis­se sind nun mal geschlech­ter­spe­zi­fisch geteilt. Wür­de F. sein Spek­ta­kel in einem Frau­en­gefäng­nis abzie­hen, wür­den eben 12 Män­ner her­bei gekarrt, damit nicht die Welt­pres­se hin­ter­her schreit, er habe die einen den andern vor­ge­zo­gen. Er will ein­fach ein „gerech­ter“ Vater sein, der kei­nen benach­tei­ligt, wenn er es schon so anpackt.

        Tja, die­se Medi­en­spek­ta­kel bedür­fen halt doch einer ganz prä­zi­sen Choreografie…hach, welch ein Stress im Pilgerhaus…an was man alles den­ken muss…

  5. Nil novi sub sole.
    Es ist nicht das Tri­du­um Pascha­lis, son­dern das „Tri­du­um Pascha­le“ (neu­trum, nicht maskulin/feminin).

  6. Na und?

    Die­se Schau-Füße­wa­sche­rei gabs auch schon früher…anno dun­nemals mach­te das das öster­rei­chi­sche Kai­ser­ehe­paar an jeweils 12 ärm­sten Män­nern und 12 ärm­sten Frau­en und die fei­ne Hof­ge­sell­schaft sah zu und sah dar­in bestä­tigt, wie mild­tä­tig und fromm doch der Kai­ser sei…

    Ber­go­glio folgt den sur­rea­len Tra­di­tio­nen unse­rer eige­nen christ­li­chen Kul­tur, um damit bei der Welt zu punk­ten: Papst- und Kai­ser­tum sind end­lich inein­an­der geflos­sen, was wollt Ihr bloß alle noch mehr.

    Ehr­lich gesagt ist es ziem­lich gleich, ob Ber­go­glio nun 24 Gefan­ge­nen die Füße wäscht und küsst oder eine gedie­ge­ne Anzug- und Kra­wat­ten­show in einer Kir­che abzieht. Hier kommt es wirk­lich auf die Inten­ti­on an, vor allem auf die…

    Das alles wür­de man hin­neh­men, wenn er eine über­zeu­gen­de Linie in der Leh­re hät­te.

    • @zeitschnur

      Dass anno domi­ni auch ein öster­rei­chi­ches Kai­ser­paar je 12 ärm­sten Frau­en und Män­nern die Füße wusch, macht die Sache ja nicht bes­ser.
      Es macht halt was her und bringt Bewun­de­rung ein.

      • Ich woll­te nur damit sagen, dass es hier ver­schie­de­ne Tra­di­ti­ons­strän­ge gibt.
        Und dass man die­se Akti­on F.s nicht über­be­wer­ten soll­te.

        Wie Sie ja selbst sagen, geht es hier um Schau — aber die, und auch das wollt ich sagen, kennt auch die hoch­ge­lob­te „Tra­di­ti­on“.

        Vor­sicht also mit dem „Volks­zorn“ über F.s Eska­pa­den auf die­ser Ebe­ne.

    • „Hier kommt es wirk­lich auf die Inten­ti­on an, vor allem auf die…“
      Da gebe ich Ihnen, lie­be @zeitschnur, voll­kom­men recht.

      Dass die Gefan­ge­nen sich ver­mut­lich sehr dar­über freu­en, von Papst Fran­zis­kus der­art in die Mit­te gerückt zu wer­den, kann ich sehr gut nach­voll­zie­hen.
      Und dass im Zuge der „Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit“ heut­zu­ta­ge bei die­ser Akti­on zwin­gend auch Frau­en dabei sein müs­sen, ist wohl so.
      Aber ein Gedan­ke kommt mir soeben.
      Es kommt auf die inne­re Hal­tung an, ja unbe­dingt.
      Aber könn­te es nicht auch sein, dass hier im Grun­de Men­schen benutzt wer­den (die Straf­ge­fan­ge­nen) und damit beson­ders die extra her­an­ge­karr­ten Frau­en, damit eine bestimm­te Bot­schaft in die Öffent­lich­keit gelangt?
      Die Bot­schaft der Beschei­den­heit, Ein­fach­heit und Demut eines Pap­stes.

      • Wenn ich als Mann jetzt „welt­lich“ den­ken wür­de, wür­de ich sagen: der Papst weiß, wie er sei­ne Ero­tik­ein­hei­ten bekom­men kann. Und war­um nur die Füße und nicht auch Bauch, Brust und Po?
        Also: Man(n) tut so was nicht. In schmie­ri­gen Film­sze­nen gibts das- sicher.
        Wo blei­ben Anstand, Ehre und Respekt?

      • @ Fran­zel

        Wenn Sie den welt­li­chen „Mann“ als der­ma­ßen hirn­los sehen wol­len… ich wür­de mei­nen XY-Zeit­ge­nos­sen hier aber doch die all­ge­mei­nen mensch­li­chen Fähig­kei­ten des Berech­nens und Abwä­gens zutrau­en: wenn schon Ero­tik­ein­hei­ten „abho­len“, dann eher an ande­rer, etwas heim­li­che­rer Stel­le, nicht wahr? Da, wo kei­ne Kame­ra hin­kommt…

  7. Ich bin ehr­lich gesagt etwas über­rascht.
    Inzwi­schen alles Mög­li­che Ver­dut­zen­de und Ver­blüf­fen­de erwar­tend, habe ich bis vor einer Minu­te gemeint, daß dies­mal eine Fuß­wa­schung mit Horn­ab­ras­pe­lung bei Kame­len statt­fin­den wür­de.
    Das sind wohl kei­ne unglück­se­lig­ste Tie­re; aber sie sind doch sehr groß und das klein­ste Tür­chen in den Stadt­wäl­len von Jeru­sa­lem hieß nicht umsonst das „Nadel­öhr“.
    So wäre das neben einem schwe­ren und nie­de­ren Dienst auch eine bild­li­che War­nung an alle Rei­chen gewe­sen.
    Zugleich eine Remi­nis­zenz an die Hl. Drei Köni­ge, die aus dem Osten (d.h. durch die Wüste) kamen und an den Hl. Pau­lus, der auf der Kara­va­nen­pi­ste nach Damas­kus von sei­nem Reit­tier stürz­te.
    Nur hof­fe ich, daß man den inzwi­schen mit dam­na­tio memo­riae gestraf­ten jün­ge­ren flä­mi­schen Redemp­to­ri­sten­pa­ter I.R. (bei schwe­rem Beru­fungs­man­gel geriet er fast stan­te pede in die Füh­rung der Hl. Cle­mens Hof­bau­er-Pro­vinz und als Frau­en­gefäng­nis­seel­sor­ger in de „Nieu­we Wan­de­ling“ in Gent in Ost­flan­dern, Bel­gi­en, wo er durch sehr apar­te Bet­stun­den und „pasto­ra­le Gesprä­che“ mit schwer unsitt­li­chen Berüh­run­gen bei vie­le Insas­sin­nen auf­ge­fal­len ist, hier nicht her­um­lau­fen läßt.
    Un hom­me aver­ti en vaut deux.

  8. Und wie­der wird ein Teil des cul­tus publi­cus des Tri­du­um Pascha­le kir­chen­rechts­wid­rig in den pri­va­ten Raum ver­legt. Daß es sich hier­mit um eine schis­ma­ti­sche Hand­lung gegen den cul­tus publi­cus ritus roma­ni han­delt, inter­es­siert den Papst nicht. Zumal er den Dienst am Prie­ster­tum und an den Nach­fol­gern der Apo­stel wort­wört­lich mit Füßen tritt.
    Gemäß c. 229 (CIC 1983!) ist der­je­ni­ge mit einer gerech­ten Stra­fe zu bele­gen, der Ärger­nis unter den Gläu­bi­gen streut. Und hier­mit sind defi­ni­tiv nicht die pseu­do­ka­tho­li­schen Tauf­schein­chri­sten gemeint, die sich in alter­na­ti­ven „Gottes„dienstformen wie dem NOM her­vor­tun. Hier­mit sind die Gläu­bi­gen gemeint, die sich nach dem dic­tum des Hl. Vin­zenz v. Lerins an das hal­ten, was „immer, über­all und von allen“ geglaubt und befolgt wird, also dije­ni­gen, die sich an die Hei­li­ge Lit­ur­gie aller Zei­ten hal­ten.
    Es paßt durch­aus in die reli­giö­se Land­schaft, daß der Papst vor dem Aller­hei­lig­sten Altarsa­kra­ment weni­ger Ehr­furcht hat (also vor GOTT!) als vor den Men­schen, die ihrer­seits vor den Men­schen kei­ne Ehr­furcht hat­ten, indem sie sich gegen die Men­schen­wür­de der Opfer gestellt haben. Daß hier­durch eine unglaub­li­che Absur­di­tät inkauf­ge­nom­men wird, ist wohl der kon­zi­lia­ren Ver­wir­rung durch „Gau­di­um et Spes“ geschul­det.
    Jeder, der ein alten „Ordo Majo­ris Heb­do­ma­dae“ zur Hand hat, wird natür­lich sich fra­gen, ob denn der Auf­trag des HERRN, daß eben die Apo­stel IHRESGLEICHEN, eben den Nach­fol­gern der Apo­stel — un die sind aus­schließ­lich die Bischö­fe und dann erst die Prie­ster! — noch ver­stan­den wird, ob man denn im Vati­kan noch den Sinn für den Grün­don­ners­tag hat, daß eben DAS der Neue Bund ist, die unblu­ti­ge Ver­ge­gen­wär­ti­gung des fol­gen­den Kreu­zes­op­fer als Süh­ne­op­fer auf dem Altar, ob denn noch das Wis­sen um die Bedeu­tung der Sakra­men­te vor­han­den ist, daß die Fuß­wa­schung eben eine Sakra­men­ta­lie ist, wie die Ölwei­he und zum GESAMTEN RITUS des TRIDUUM PASCHALE gehört. Daher ist es eben auch eine Unsit­te, Lai­en die Füße zu waschen, sie sind nicht Teil des Prie­ster­kol­legs, noch weni­ger Teil des Bischofs­kol­le­gi­ums, also der Nach­fol­ger in der recht­mö­ßi­gen suc­ce­sio apo­sto­li­ca. Auch hier­zu dient die Hand­lung der Fuß­wa­schung, daß sich eben der Papst um sei­ne Bedeu­tung als „ser­vus ser­vor­um Chri­sti“ bewußt wird (ein Titel den lei­der Papst Bene­dikt XVI abge­legt hat). Hier soll­te näm­lich auch die Demut ein­flie­ßen, die der Hl. Ber­nard von Clairvaux dem Papst emp­foh­len hat.
    Wenn er denn gefan­ge­nen die Füße waschen will, so soll­te er denn einen ande­ren Tag wäh­len, um sei­ne „Demut“ zu demon­strie­ren, viel­leicht den Fest­tag Maria a Mer­ce­de, oder die Stuh­fei­er Petri zu Rom. „Amen, amen sie haben ihren Lohn schon erhal­ten“ Fran­zi­suk, ver­giß das NIE!

    • Ja, das ist nur noch banal, was dort abgeht.
      Chri­stus hat­te in der Tat den Apo­steln, allein ihnen, die Füße gewa­schen. Es nicht zu tun, ist eine Miß­ach­tung Chri­sti und der Bischöfe/Kardinäle.

    • Sie wei­sen zu recht dar­auf hin, dass die all­ge­mei­ne Tra­di­m­ei­nung, das Anstö­ßi­ge sei die Fuß­wa­schung an Frau­en, falsch ist.

      Das Anstö­ßi­ge ist, dass lai­en die Füße gewa­schen wer­den — Geschlecht spielt im lai­en­stand dann eh kei­ne Rol­le, denn die Apo­stel sind ja nicht in erster Linie Män­ner, son­dern in erster Linie die, die Chri­stus als Hir­ten ein­ge­setzt hat!

      Es müss­ten daher Bischö­fe oder wenig­stens Prie­ster sein.

      Dies aber hat­te bereits Bene­dikt XVI. abge­schafft:

      „Anders als sei­ne Vor­gän­ger wusch der Papst in der Late­ran-Basi­li­ka in Rom nicht zwölf Prie­stern die Füße, son­dern wähl­te der Kir­che nah ste­hen­de Lai­en für das Zere­mo­ni­ell aus.“
      http://www.spiegel.de/fotostrecke/papst-kreuzweg-karfreitag-mit-benedikt-xvi-fotostrecke-13360.html

      Ob ein Papst nicht das Recht hat, Sakra­men­ta­li­en zu ver­än­dern?
      es ist eher die Fra­ge, was mit einem Papst los ist, der es tut.

      In jedem Fall führt F. hier wei­ter, was Bene­dikt XVI. an Abriss­ar­beit ein­ge­führt hat.

  9. Es wird mit atem­be­rau­ben­der Kose­quenz alles,wirklich alles pro­fa­niert um nicht zu sagen,in den Schmutz gezo­gen.
    Habe mir die DVD über „Uns­re lie­be Frau vom guten Erfolg“ von Qui­to gekauft,kann ich nur emp­feh­len.
    Was an die­sen Bot­schaf­ten für mich neu ist: es wird auf die Ver­derb­nis der Kin­der in unse­rem Zeit­al­ter hin­ge­wie­sen und das Satan sich „von den Her­zen der Kin­der ernährt“ !
    Als Schwe­ster Maria­na unse­re Zeit gezeigt wurde,musste der Him­mel sie stärken,sonst wäre sie vor Ent­set­zen gestor­ben !!

  10. „Papst Fran­zis­kus“ nutzt hier­bei arme Frau­en aus, die aus wel­chen Grün­den auch immer eine Haft­stra­fe erhal­ten hat­ten. Die­se Frau­en kön­nen sich nicht weh­ren.
    Er kann sie ja besu­chen, mit ihnen reden, ihnen die Beich­te abneh­men, Trost spen­den und auch ande­re effek­ti­ve Hil­fen geben mate­ri­el­ler Art bspw., aber was er hier vor­hat, das ist eine Art von Miß­brauch: es ist scham­los. Ein­fach scham­los, sich an wehr­lo­sen Gefan­ge­nen zu ver­grei­fen. Das Wort „ver­grei­fen“ paßt den­ke ich ganz gut zur Kenn­zeich­nung des­sen, was da an Grün­don­ners­tag pas­sie­ren wird.

    • Das ist aber sicher etwas über­trie­ben, lie­ber Fran­zel. Ich kann nicht glau­ben, dass die Frau­en (und übri­gens auch die 12 Män­ner — wäre es wirk­lich scham­los, sähe es im Zeitlal­ter von Homo und Gen­der für sie ja nicht bes­ser aus, son­dern eher sogar noch per­ver­ser…) vor­her nicht gefragt wer­den…

      Aber wie auch immer — wir soll­ten es nicht emo­tio­nal über­stra­pa­zie­ren und sexua­li­sie­ren, was F. da macht.
      Ihm geht es zu 100% dar­um, mit Sozi­al­ge­döhns zu punk­ten.: der groß­ar­ti­ge Stell­ver­tre­ter Chri­sti beugt das Knie vor den „Ärm­sten“ an den „Rän­dern der Gesell­schaft“.

      Es gibt nichts Schlim­me­res, als ein­stu­dier­te Demut.

  11. Die päpst­li­che Kuss-Akti­on für u.a. weib­li­che mus­li­mi­sche Straf­ver­bü­ßen­de an Grün­don­ners­tag 2013 war bis in die Details schon längst geplant, noch bevor Jor­ge Ber­go­glio Papst war. Ich weiß das des­halb so genau, weil ich damals der Sache nach­ge­gan­gen bin und ent­spre­chen­de you­tube-Vide­os mit Aus­schnit­ten aus ita­lie­ni­schen Fern­seh-Sen­dun­gen gese­hen habe. Es war ein Fran­zis­ka­ner-Pater, der damals dem Publi­kum erklär­te, war­um Nicht­chri­sten dafür aus­ge­wählt wur­den. Das Ver­stö­rend­ste am Grün­don­ners­tag war die Mel­dung auf der Web­site der Erz­diö­ze­se Wien, wonach der Papst den Nicht­chri­sten auch die Kom­mu­ni­on aus­teil­te. Ich habe mir damals die Mühe gemacht und sowohl den erwähn­ten Orga­ni­sa­tor als auch die ita­lie­ni­sche Justiz­mi­ni­ste­rin, die bei­de Zeu­gen der Akti­on gewe­sen waren, ange­schrie­ben und höf­lich prä­zi­se auf die­sen Punkt hin ange­fragt. Kei­ne Ant­wort. (Ist auch eine Ant­wort.) Der Vati­kan hat damals ein unglaub­wür­di­ges inof­fi­zi­el­les Demen­ti gemacht. Offi­zi­ell schwieg man — auch das war eine Ant­wort. Das ist der Punkt, auf den man an die­sem Grün­don­ners­tag ach­ten soll­te. Ursa­che für ein sol­ches Sakri­leg wäre die inklu­si­vi­sti­sche Ekkle­sio­lo­gie des 2. Vati­ka­nums.

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