Horror Missae – Erstkommunion

Horror Missae - Am 27. Mai 2018 wurde die Erstkommunion den sitzenden Kindern auf einem Teller serviert.
Horror Missae - Am 27. Mai 2018 wurde die Erstkommunion den sitzenden Kindern auf einem Teller serviert.

Hor­ror Mis­sae: Eine Pfar­rei zeig­te beson­de­re „Krea­ti­vi­tät“, um den Erst­kom­mu­ni­on­kin­dern die hei­li­ge Kom­mu­ni­on „ver­ständ­lich“ zu machen.

In der Pfar­rei San Giu­sep­pe von San­ta Mari­nella wur­de das Mahl wört­lich genom­men und am Sonn­tag, dem 27. Mai, vor dem Pres­by­te­ri­um im Kir­chen­schiff eine gro­ße, gedeck­te Tafel in U‑Form auf­ge­rich­tet.

Aus dem „hei­li­gen Ritus“ der Erst­kom­mu­ni­on „wur­de ein Gemein­schaftsevent wie in einem Restau­rant“, so Una Vox Ita­li­en.

Horror missae - Erstkommunion in Santa Marinella
Hor­ror mis­sae — Erst­kom­mu­ni­on in San­ta Mari­nella

San­ta Mari­nella gehört zur sub­urb­ka­ri­schen Diö­ze­se Por­to-San­ta Rufi­na, einem Suf­fra­gan­bis­tum der Diö­ze­se Rom. Bischof ist Msgr. Gino Rea­li. Das Bis­tum ist zugleich die Titel­kir­che von Kar­di­nal Roger Etche­ga­ray.

Trotz der auch in Ita­li­en gel­ten­den Dis­pens für die Hand­kom­mu­ni­on ist nach wie vor die knien­de Mund­kom­mu­ni­on als ordent­li­che Form des Kom­mu­nion­emp­fangs in Gül­tig­keit. Die Aus­nah­me ist längst zur Regel gewor­den. Allein die­se Tat­sa­che wür­de drin­gend nach einer Über­prü­fung der Dis­pens ver­lan­gen. Die mei­sten Erst­kom­mu­ni­on­kin­der wer­den über die eigent­li­che Form des Kom­mu­nion­emp­fangs nicht ein­mal in Kennt­nis gesetzt, geschwei­ge denn, daß sie ihnen bei­gebracht wird.

„Pastorale Ausspeisung“

Die „pasto­ra­le Aus­spei­sung“ in San­ta Mari­nella ersetz­te jedoch jede Hin­füh­rung zum wür­di­gen Kom­mu­nion­emp­fang, denn die Kin­der erhiel­ten die Erst­kom­mu­ni­on am „Eßtisch“ ser­viert.

Dazu Una Vox:

„Die erste, greif­ba­re, hei­li­ge Begeg­nung mit Unse­rem Herrn erfolg­te nicht auf den Knien an der Kom­mu­ni­on­bank – Zei­chen der Ehr­er­bie­tung und der Anbe­tung Chri­sti –, son­dern an einer gro­ßen Tafel auf einem beque­men Stuhl sit­zend, auf der eine Rei­he von Din­gen stan­den, die der aller­höch­sten Bedeu­tung des Ritus völ­lig wider­spra­chen.“

Auf der Tafel stan­den Tel­ler mit Obst, Blu­men­va­sen, und Glas­karaf­fen, wie sie in Wirts­häu­sern für einen Vier­tel­li­ter Haus­wein üblich sind und von den Römern „mez­za fojet­ta“ genannt wer­den. Offen­bar woll­ten die Pfarr­ver­ant­wort­li­chen „rich­tig volks­tüm­lich“ sein und den Ein­druck einer ech­ten Mahl­zeit nach­stel­len.

Una Vox ver­weist auf die Nach­ah­mung eines schlech­ten Bei­spiels der Gemein­schaft von Sant’Egidio, die seit Anfang der 80er Jah­re zu Weih­nach­ten in ihrer römi­schen Kir­che regel­rech­te Aus­spei­sun­gen orga­ni­siert. Anstatt der Stil­le und der Anbe­tung ange­sichts des Geheim­nis­ses der Flei­sch­wer­dung Got­tes herrscht dann lau­ter Men­sa­be­trieb. Die Pro­fa­nie­rung des sakra­len Rau­mes wird mit dem Ein­satz „für die Armen“ begrün­det.

In San­ta Mari­nella ging man noch wei­ter. Jedes Erst­kom­mu­ni­on­kind der Pfar­rei San Giu­sep­pe erhielt den Leib Chri­sti auf einen Tel­ler.

Bugninis Liturgiereform

„Die Sache ist aber nicht wei­ter ver­wun­der­lich, da selbst Papst Ber­go­glio vor dem Geheim­nis der Trans­sub­stan­tia­ti­on nicht nie­der­kniet“, so Una Vox. „Das Mahlschau­spiel ist ein wei­te­rer Schritt zur völ­li­gen Pro­te­stan­ti­sie­rug der Hei­li­gen Mes­se, die vom hei­li­gen (?) Papst Paul VI. begon­nen wur­de, der – was nicht zu ver­ges­sen ist – sechs Pro­te­stan­ten als ‚Exper­ten‘ in die Kom­mis­si­on für die Lit­ur­gie­re­form berief, die unter dem zer­stö­re­ri­schen Vor­sitz des Frei­mau­rers Msgr. Anni­ba­le Bugni­ni stand.“

1992 von Tornielli veröffentlichtes Bild einer „Kindermesse“
1992 von Tor­ni­el­li ver­öf­fent­lich­tes Bild einer „Kin­der­mes­se“

Una Vox erin­nert dazu an einen 1992 im Monats­ma­ga­zin 30Tage erschie­ne­nen Arti­kel von Andrea Tor­ni­el­li (30giorni, Jg. X, Nr. 6/1992, S. 41ff), dem heu­ti­gen Haus­va­ti­ka­ni­sten von Papst Fran­zis­kus. Tor­ni­el­li ver­öf­fent­lich­te einen Brief­wech­sel zwi­schen Bugni­ni und dem Groß­mei­ster sei­ner Frei­mau­rer-Obö­di­enz, Bugni­nis Logen­mit­glieds­num­mer (Nr. 1365/76) und sei­nen Logen-Deck­na­men (BUAN). Die Brie­fe ent­hal­ten die Mel­dung Bugni­nis an den Groß­mei­ster, daß die „Entsa­kral­sie­rung“ der Hei­li­gen Lit­ur­gie „rasch vor­an­schrei­tet“, und „wir [die Frei­mau­rer] bereits den Sieg fei­ern kön­nen“.

Tor­ni­el­li beton­te zwar, daß sich „nicht nach­wei­sen“ las­se, ob die Brie­fe echt oder Fäl­schun­gen sind, ließ aber kei­ne Zwei­fel an der inhalt­li­chen Echt­heit:

„Wie auch immer, die Brie­fe exi­stie­ren, und die Ergeb­nis­se der Bugni­ni-Reform stim­men voll­kom­men mit den dar­in fixier­ten Zie­len über­ein“.

In sei­nem 2009 erschie­nen Buch über Papst Paul VI. behaup­te­te Tor­ni­el­li dann, ohne auf sei­nen Auf­satz von 1992 ein­zu­ge­hen, daß es sich bei den Brie­fen um Fäl­schun­gen gehan­delt habe, „um Druck auf den Papst [Paul VI.] aus­zu­üben“. ((Andrea Tor­ni­el­li: Pao­lo VI. L’au­da­cia di un papa (Paul VI., Die Kühn­heit eines Pap­stes), Mond­ado­ri, 2009, S. 586.))

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL/30giorni (Screen­shot)

2 Kommentare

  1. Die – wenig über­ra­schen­de – kon­kre­te Umset­zung des Ter­mi­nus „Mahl­ge­mein­schaft“.
    Näch­ste zu erwar­ten­de Schrit­te: der Pfar­rer ver­zich­tet auf irri­tie­ren­de Mess­ge­wän­der und ser­viert in schwar­zer Hose, wei­ßem Hemd mit Flie­ge. Wie in Restau­rants üblich, wer­den künf­tig Pre­digt, Für­bit­ten etc. nur lei­se aus Laut­spre­chern ver­brei­tet, um die Tafeln­den nicht zu stö­ren. Ein „Dri­ve-In“ für eili­ge Gäste ist sicher­lich bereits in Pla­nung…

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