Christenverfolgung mit Duldung des Papstes

Bitter Winter - Informationseite des Religionssoziologen Massimo Introvigne über die religiöse Situation in der Volksrepublik China
Bitter Winter - Informationseite des Religionssoziologen Massimo Introvigne über die religiöse Situation in der Volksrepublik China

(Rom) Der Hei­li­ge Stuhl strebt, ange­führt von Papst Fran­zis­kus und Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Paro­lin, ein Abkom­men mit der kom­mu­ni­sti­schen Volks­re­pu­blik Chi­na an. Beden­ken, wie jene von Kar­di­nal Joseph Zen, der grau­en Emi­nenz der chi­ne­si­schen Unter­grund­kir­che, wer­den vom Tisch gewischt. Unter­des­sen brei­tet Vati­can Insi­der, das Nach­rich­ten­por­tal des päpst­li­chen Haus- und Hof­va­ti­ka­ni­sten Andrea Tor­ni­el­li Des­in­for­ma­ti­on und idyl­li­sche Sze­na­ri­en aus, mit denen die „Grün­de“ und „Vor­tei­le“ eines Abkom­mens schmack­haft gemacht wer­den sol­len.

Christenverfolgung nimmt zu, doch der Vatikan spielt herunter

Die Rea­li­tät sieht anders aus. Seit Xi Jin­ping Staats- und Par­tei­chef ist, fin­det eine Rei­deo­lo­gi­sie­rung statt. Dabei ist es einer­lei, ob es sich um eine Stär­kung des Kom­mu­nis­mus oder „nur“ um Maß­nah­men zur Stär­kung der tota­len, staat­li­chen Kon­trol­le han­delt. Tat­sa­che ist, daß Par­tei­mit­glie­dern der dik­ta­to­risch herr­schen­den Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Chi­nas die Zuge­hö­rig­keit zum Chri­sten­tum ver­bo­ten wur­de. Tat­sa­che ist, daß ange­hen­de Jour­na­li­sten eine Mar­xis­mus-Prü­fung bestehen müs­sen, mit der auch die athe­isti­sche Gesin­nung über­prüft wird. Tat­sa­che ist, daß gegen reli­giö­se Akti­vi­tä­ten all­ge­mein die Dau­men­schrau­be ange­zo­gen wur­de. Min­der­jäh­ri­gen ist seit dem Früh­jahr jeg­li­che reli­giö­se Akti­vi­tät unter­sagt. Eben­so ver­bo­ten ist christ­li­chen Gemein­schaf­ten jed­we­des Ange­bot für Jugend­li­che, auch wenn es kei­nen reli­giö­sen Zusam­men­hang gibt. Min­der­jäh­ri­gen ist in der Pro­vinz Hen­an selbst der Besuch von Kir­chen und Got­tes­dien­sten unter­sagt wor­den. Christ­li­chen Gemein­schaf­ten droht, soll­ten sie eine sol­che Teil­nah­me nicht ver­hin­dern, der Ent­zug der staat­li­chen Lizenz, die auch für Reli­gi­ons­ak­ti­vi­tä­ten vor­ge­schrie­ben ist. Seit­her steht die Sor­ge im Raum, daß die­ser radi­ka­le Angriff des Staa­tes gegen die Chri­sten auf ande­re Pro­vin­zen aus­ge­wei­tet wird.

Sprengung einer Kirche in China
Spren­gung einer Kir­che in Rot­chi­na

Die­sem Regime will Papst Fran­zis­kus die chi­ne­si­sche Kir­che aus­lie­fern. Das ist der Vor­wurf von Kar­di­nal Zen und ande­rer Kri­ti­ker. Seit den 50er Jah­ren gibt es zwei „Kir­chen“ im kom­mu­ni­sti­schen Groß­reich. Zur Kon­trol­le der Kir­che wur­de von den Kom­mu­ni­sten die soge­nann­te Chi­ne­si­sche Katho­li­sche Patrio­ti­sche Ver­ei­ni­gung ins Leben geru­fen. Dabei han­delt es sich um eine regi­me­hö­ri­ge Grup­pie­rung von Prie­stern und Bischö­fen, die sich von Rom abspal­te­te. Die wirk­li­che katho­li­sche Kir­che, schwer ver­folgt, ging in den Unter­grund. Dort befin­det sie sich auch heu­te noch.

Das Abkom­men, so Kar­di­nal Zen, habe zur Fol­ge, daß Rom zwar die bei­den Tei­le ver­eint und das Schis­ma über­win­det, aber zugleich die treue Unter­grund­kir­che dem Regime aus­lie­fe­re.

Dafür spricht die radi­kal anti­christ­li­che Poli­tik, die seit 2013 in den am stärk­sten chri­stia­ni­sier­ten Pro­vin­zen Chi­nas statt­fin­det. Dort wer­den gan­ze Kir­chen abge­ris­sen, vor allem aber öffent­lich sicht­ba­re christ­li­che Sym­bo­le besei­tigt.

Papstnahes Medium rechtfertigt Christenverfolgung in China

Vati­can Insi­der inter­pre­tiert die kom­mu­ni­sti­sche Repres­si­on ganz anders. Das Pekin­ger Regime wol­le damit „vor allem“ die Aus­brei­tung von pro­te­stan­ti­schen „Haus­kir­chen“ und von „apo­ka­lyp­ti­schen Sek­ten“ ein­däm­men. Um den Zir­kel­schlag zu schlie­ßen, erwähn­te der Autor, Gian­ni Valen­te, daß die­se ein­zu­däm­men­den, pro­te­stan­ti­schen Grup­pen von der „reli­giö­sen Rech­ten“ der USA unter­stützt und finan­ziert wür­den.

Der Feind sitzt in Wirk­lich­keit also in den USA und ist offen­sicht­lich ein gemein­sa­mer Feind der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Chi­nas und des Vati­kans unter Papst Fran­zis­kus.

Die­ser hat­te sich am Beginn sei­nes Pon­ti­fi­kats um evan­ge­li­ka­le Grup­pen bemüht. Das Tech­tel­mech­tel schei­ter­te schließ­lich an der Wirk­lich­keit, kon­kret an den Prä­si­dent­schafts­wah­len in den USA. Fran­zis­kus woll­te den lin­ke­sten unter allen Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten, den jüdi­schen Sena­tor Ber­nie San­ders im Wei­ßen Haus sehen. Der schei­ter­te bei der Nomi­nie­rung an Hil­la­ry Clin­ton. Gewählt wur­de schließ­lich aber nicht die Abtrei­bungs­ideo­lo­gin Clin­ton, son­dern der dem Papst unlieb­sam­ste unter allen Kan­di­da­ten, Donald Trump, der aber von der „reli­giö­sen Rech­ten“, also den evan­ge­li­ka­len Frei­kir­chen unter­stützt wur­de. Seit­her herrscht Tren­nung von Tisch und Bett zwi­schen Evan­ge­li­ka­len und Papst Fran­zis­kus. Die römi­sche Jesui­ten­zeit­schrift La Civil­tà Cat­to­li­ca, im Gegen­satz zu Vati­can Insi­der ein offi­ziö­ses Sprach­rohr des Pap­stes, gelei­tet von des­sen Ver­trau­tem, P. Anto­nio Spa­daro, erklär­te weni­ge Mona­te nach der Amts­ein­füh­rung von US-Prä­si­dent Trump der „reli­giö­sen Rech­ten“ in den USA den Krieg, der pro­te­stan­ti­schen wie der katho­li­schen.

Kardinal Joseph Zen
Kar­di­nal Joseph Zen

Laut Vati­can Insi­der sei die katho­li­sche Kir­che in Hen­an zwar Opfer der kom­mu­ni­sti­schen Ver­fol­gung, aber nicht das Ziel der­sel­ben. Ihre Ver­fol­gung sei gewis­ser­ma­ßen ein „Kol­la­te­ral­scha­den“, einer an sich berech­tig­ten staat­li­chen Repres­si­on.

Na dann, scheint man in Rom zu den­ken, ste­he einer enge­ren Zusam­men­ar­beit mit den Unter­drückern auch wei­ter­hin nichts im Wege.

In Chi­na selbst sieht man die Din­ge anders. Stim­me ver­leiht der unter­drück­ten Kir­che Kar­di­nal Joseph Zen. Kar­di­nal Zen ist Sale­sia­ner. Er ist fast fünf Jah­re älter als Papst Fran­zis­kus, vor allem aber aus einem ande­ren Holz geschnitzt. Eine äuße­re Bedro­hung der Kir­che, wie jene, mit der Kar­di­nal Zen auf­wuchs, erleb­te Papst Fran­zis­kus nie. Auch die unver­hoh­le­ne Sym­pa­thie für den Kom­mu­nis­mus, die Fran­zis­kus an den Tag legt, erklä­ren sich Beob­ach­ter nur, weil Ber­go­glio nie eine kom­mu­ni­sti­sche Herr­schaft aus der Nähe erle­ben muß­te. Ganz anders Kar­di­nal Zen, der Ende der 40er Jah­re wegen der kom­mu­ni­sti­schen Macht­über­nah­me aus sei­ner Hei­mat Schang­hai nach Hong Kong flüch­ten muß­te.

Der Freund des Papstes und der „Kollateralschaden“ für Katholiken

Das Urteil Valen­tes läßt jenes häß­li­che Gesicht des Links­ka­tho­li­zis­mus auf­blit­zen, das zuerst mit der Aus­brei­tung der Sowjet­herr­schaft auf katho­li­sche Gebie­te Ost­mit­tel­eu­ro­pas in Erschei­nung getre­ten ist. Im Zuge der mar­xi­sti­schen Befrei­ungs­theo­lo­gie brei­te­te es sich dann auch in der Drit­ten Welt aus. Seit den 60er Jah­ren tra­ten im Westen Anhän­ger und Ver­tre­ter einer „Volks­front“ von Sozia­lis­mus und Chri­sten­tum auf. Sie unter­stütz­ten jede kom­mu­ni­sti­sche Gue­ril­la­be­we­gung, die in Latein­ame­ri­ka, Afri­ka oder Asi­en ihre sek­tie­re­ri­schen Ansich­ten mit Waf­fen­ge­walt durch­set­zen woll­te, und dabei sprich­wört­lich über Lei­chen ging. Den über­zeug­ten Links­ka­tho­li­ken war das egal.

Den Mecha­nis­mus erklär­te der Schwei­zer Kapu­zi­ner und Befrei­ungs­theo­lo­ge Wal­bert Bühl­mann Mit­te der 80er Jah­re. Die Chri­sten­ver­fol­gung durch sozia­li­sti­sche Regime, damals kon­kret in Ango­la und Mosam­bik, sei kei­ne Ver­fol­gung der Chri­sten oder der Kir­che, denn der „wah­re Christ“ ste­he auf der Sei­te der Revo­lu­tio­nä­re, sei also links. Die „Ande­ren“ sei­en hin­ge­gen „Reak­tio­nä­re“, und somit kei­ne ech­ten Chri­sten. Was Bühl­mann nicht dazu­sag­te, aber impli­zit mein­te und unge­rührt gut­hieß: Es sei rich­tig, „reak­tio­nä­re“ Chri­sten zu ver­fol­gen, weil sie Geg­ner der sozia­li­sti­schen Revo­lu­ti­on sei­en, eben Kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­re.

Nicht anders argu­men­tiert Gian­ni Valen­te in sei­nem Arti­kel vom 18. Mai (mit letz­ter Ände­rung vom 21. Mai). Der Unter­schied: Was Bühl­mann Mit­te der 80er Jah­re ver­trat, wider­sprach der Hal­tung des Vati­kans, der die mar­xi­sti­sche Befrei­ungs­theo­lo­gie kurz zuvor ver­ur­teilt hat­te. Was Valen­te 2018 schreibt, trägt zwar kein offi­zi­el­les vati­ka­ni­sches Sie­gel, wur­de aber in einem dem Papst sehr nahe­ste­hen­den Medi­um ver­öf­fent­licht.

Vor allem aber steht Valen­te dem Papst sehr nahe. San­dro Magi­ster schreibt über das Ver­hält­nis:

„Zu Gian­ni Valen­te ist anzu­mer­ken, daß er ein Freund von Jor­ge Mario Ber­go­glio ist, und das schon lan­ge vor des­sen Wahl zum Papst; ein so enger Freund, daß ihn Ber­go­glio noch am Abend sei­ner Wahl, am 13. März 2013, zu Hau­se in Rom anrief, um ihn zu grü­ßen. Am Tele­fon ant­wor­te­te Valen­tes Frau, Ste­fa­nia Falas­ca, Jour­na­li­stin des Avve­ni­re, der Tages­zei­tung der Ita­lie­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz.“

Das will etwas bedeu­ten.

Ein von Papst Fran­zis­kus inof­fi­zi­ell genutz­tes Sprach­rohr recht­fer­tigt die kom­mu­ni­sti­sche Ver­fol­gung von pro­te­stan­ti­schen Chri­sten in der Volks­re­pu­blik Chi­na und akzep­tiert die „kol­la­te­ra­le“ Ver­fol­gung der Katho­li­ken. Kom­mu­ni­sten vor Chri­sten?

Der poli­ti­sche Bera­ter von Papst Fran­zis­kus, Kuri­en­bi­schof Mar­ce­lo San­chez Soron­do, schmei­chel­te mehr­fach der kom­mu­ni­sti­schen Regie­rung und bezeich­ne­te Rot­chi­na als „Modell“ für die Welt, weil dort die kirch­li­che Sozi­al­leh­re ver­wirk­licht sei.

Fran­zis­kus selbst tat es in einem Inter­view im Früh­jahr 2016 nicht anders, als er die Fra­ge der Men­schen­rech­te und der Chri­sten­ver­fol­gung in einem Inter­view mit einer staat­li­chen, chi­ne­si­schen Zei­tung aus­klam­mer­te.

Introvignes Reaktion

Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster ver­weist auf eine schar­fe Reak­ti­on, die am 22. Mai vom bekann­ten Reli­gi­ons­so­zio­lo­gen Mas­si­mo Intro­vi­g­ne ver­öf­fent­licht wur­de.

Um seriö­se Infor­ma­tio­nen über die Ent­wick­lung in der Volks­re­pu­blik Chi­na zu bie­ten und der Des­in­for­ma­ti­on ent­ge­gen­zu­tre­ten, star­te­te Intro­vi­g­ne Anfang Mai eine eige­ne, eng­lisch­spra­chi­ge Inter­net­sei­te zum The­ma, die er „Bit­ter Win­ter“ nann­te. Der Name ist eine Anspie­lung auf die Rea­li­tät in Rot­chi­na, aber auch auf die jüng­sten Ereig­nis­se, die im ver­gan­ge­nen Win­ter eine Ver­schär­fung der Reli­gi­ons­po­li­tik ein­läu­te­ten und könn­te auch mit „Har­ter Win­ter“ über­setzt wer­den.

Intro­vi­g­ne wirft Valen­te vor, sich zu den Ver­hält­nis­sen in Hen­an auf „zu weni­ge, zu alte und zu feh­ler­haf­te“ Quel­len zu stüt­zen.

Die Haupt­kri­tik rich­tet sich jedoch gegen die Grund­the­se Valen­tes, die anti­christ­li­che Repres­si­on der chi­ne­si­schen Behör­den zu recht­fer­ti­gen und dazu eine Ver­schwö­rungs­theo­rie in die Welt zu set­zen, die bereits vor Jahr­zehn­ten von Links­krei­sen für Latein­ame­ri­ka bemüht wur­de, aber schon damals nicht den Tat­sa­chen ent­sprach. Je näher sie der mar­xi­sti­schen Befrei­ungs­theo­lo­gie stan­den, desto über­zeug­ter behaup­te­ten Krei­se in den 70er und 80er Jah­ren, daß die Aus­brei­tung von evan­ge­li­ka­len und pfingst­le­ri­schen Grup­pen in Latein­ame­ri­ka Teil einer staat­lich gelenk­ten Stra­te­gie des US-Impe­ria­lis­mus sei.

Man weiß inzwi­schen, daß auch Papst Fran­zis­kus zumin­dest teil­wei­se von kom­mu­ni­sti­schen Ver­schwö­rungs­theo­rien und Des­in­for­ma­ti­on geprägt ist und die­se Irr­tü­mer, obwohl die Fak­ten inzwi­schen offen zugäng­lich auf dem Tisch lie­gen, nicht kor­ri­giert hat (z.B. ist Fran­zis­kus noch immer über­zeugt, Juli­us und Ethel Rosen­berg sei­en – wie von den Kom­mu­ni­sten damals mit Eifer behaup­tet – kei­ne Sowjet­spio­ne gewe­sen, son­dern in den USA unschul­di­ge Opfer einer hyste­ri­schen Kom­mu­ni­sten­hatz gewor­den, weil ihn die Kom­mu­ni­stin Esther Bal­le­stri­no Carea­ga sei­ner­zeit dahin­ge­hend „auf­ge­klärt“ habe. Erst dadurch habe er die „Zusam­men­hän­ge“ ver­stan­den, wie über­haupt erst die­se Frau ihm bei­gebracht habe, „die poli­ti­sche Wirk­lich­keit zu den­ken“. Die Fak­ten zum Spio­na­ge­fall sehen anders aus, obwohl die lin­ke Mythen­bil­dung andau­ert).

Taiwans Bischöfe „antipäpstlich“?

Taiwans Bischöfe zum Ad-limina-Besuch bei Papst Franziskus, dessen Gesichtsausdruck den Verlauf zu dokumentieren scheint.
Tai­wans Bischö­fe zum Ad-limi­na-Besuch bei Papst Fran­zis­kus, des­sen Gesichts­aus­druck den Ver­lauf zu doku­men­tie­ren scheint.

Valen­te zeig­te sich unge­rührt. Noch am sel­ben Tag, an dem Intro­vi­g­ne sei­ne Kri­tik ver­öf­fent­lich­te, berich­te­te Valen­te auf Vati­can Insi­der vom Ad-limi­na-Besuch der tai­wa­ne­si­schen Bischö­fe, also der Ober­hir­ten von Natio­nal­chi­na, des ein­zi­gen noch nicht unter kom­mu­ni­sti­scher Herr­schaft ste­hen­den Teils von Chi­na.

Valen­te attackier­te die Bischö­fe, weil sie sich gegen­über Papst Fran­zis­kus mit Nach­druck gegen ein Abkom­men mit Rot­chi­na aus­ge­spro­chen hat­ten. Wäh­rend das von Papst und Staats­se­kre­ta­ri­at ange­streb­te Abkom­men von Valen­te als unpo­li­tisch dar­ge­stellt wird, warf er den Bischö­fen Tai­wans vor, „Poli­tik zu betrei­ben“. Damit nicht genug: Die Bischö­fe Natio­nal­chi­nas wür­den „nur Poli­tik“ machen und sei­en zudem „gegen den Papst“.

Wie das?

Valen­te führ­te zur Stüt­zung sei­ner Ankla­ge eine Aus­sa­ge des Erz­bi­schofs von Tai­pei an, der zu einem mög­li­chen Abkom­men zwi­schen Rom und Peking gesagt hat­te:

„Wenn die Gläu­bi­gen erfah­ren, daß der Papst die diplo­ma­ti­schen Bezie­hun­gen mit uns abbre­chen will, wird ihre Wert­schät­zung für ihn sin­ken, denn sie sagen: Wie kann man einen Papst haben, der uns im Stich las­sen will?“

Dabei ist zu wis­sen, daß Peking eine strik­te Poli­tik ver­folgt: Wer diplo­ma­ti­sche Bezie­hun­gen mit Rot­chi­na haben will, muß die diplo­ma­ti­schen Bezie­hung zu Natio­nal­chi­na abbre­chen. Soll­te es zu einem Abkom­men zwi­schen dem Vati­kan und Peking kom­men, müß­te der Hei­li­ge Stuhl nicht nur die Kir­che Chi­nas dem Regime aus­lie­fern, son­dern auch die Bezie­hun­gen zu Tai­wan abbre­chen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Bit­ter Winter/AsiaNews (Screen­shots)

1 Kommentar

  1. Dem auf­rech­ten und muti­gen, mög­li­cher­wei­se schon resi­gnie­ren­den Kar­di­nal Joseph Zen wird sicher das Herz blu­ten, auch wenn es sich hier um eine Kir­che der sog. Chi­ne­si­sche Patrio­ti­schen Katho­li­schen Ver­ei­ni­gung han­delt. Das spielt für die Mäch­ti­gen im Roten Reich kei­ner­lei Rol­le. Und es dürf­te den Hei­li­gen Stuhl unter Papst Fran­zis­kus und ins­be­son­de­re unter der Stabs­füh­rung von Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Paro­lin kaum davon abhal­ten, wei­ter­hin mit der Volks­re­pu­blik Chi­na ein – völ­lig wert­lo­ses — Abkom­men anzu­stre­ben.

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