Der „Papst-Diktator“ und die Kardinäle Brandmüller, Burke und Müller

Drei führende Kardinäle warnen vor einem Schisma. Trägt der "magische Zirkel" um Papst Franziskus die Schuld daran oder der Papst selbst?
Drei führende Kardinäle warnen vor einem Schisma. Trägt der "magische Zirkel" um Papst Franziskus die Schuld daran oder der Papst selbst?

Von Rober­to de Mattei*

In den ver­gan­ge­nen Wochen sind drei Inter­views von eben­so vie­len, her­aus­ra­gen­den Kar­di­nä­len erschie­nen. Das erste gab Kar­di­nal Wal­ter Brand­mül­ler am 28. Okto­ber 2017 Chri­sti­an Gey­er und Han­nes Hin­ter­mei­er von der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung. Das zwei­te erfolg­te am 14. Novem­ber durch Edward Pen­tin vom Natio­nal Catho­lic Register mit Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke. Und das drit­te von Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler mit Mas­si­mo Fran­co wur­de am 26. Novem­ber vom Cor­rie­re del­la Sera ver­öf­fent­licht.

Kar­di­nal Brand­mül­ler zeig­te sich beun­ru­higt über die Mög­lich­keit einer Spal­tung in der Kir­che.

„Ich habe gro­ße Sor­ge, dass etwas explo­diert. Die Leu­te sind ja nicht dumm. Allein der Umstand, dass eine Bitt­schrift mit 870.000 Unter­schrif­ten an den Papst mit der Bit­te um Klä­rung, dass fünf­zig Gelehr­te von inter­na­tio­na­lem Rang ohne Ant­wort blei­ben, wirft in der Tat Fra­gen auf. Das ist doch wahr­lich schwer zu begrei­fen.“

Und wei­ter:

„‚Dubia‘, also Zwei­fel, Fra­gen an den Papst zu rich­ten, war immer schon ein Ver­fah­ren, um Unklar­hei­ten zu besei­ti­gen. Völ­lig nor­mal. Sodann: Es geht hier, ver­ein­facht gesagt, um die Fra­ge: Kann heu­te etwas gut sein, was gestern Sün­de war? Außer­dem wird gefragt, ob es wirk­lich – so eben die bestän­di­ge Leh­re – Hand­lun­gen gibt, die immer und unter allen Umstän­den sitt­lich ver­werf­lich sind? Wie zum Bei­spiel die Tötung eines Unschul­di­gen – oder auch der Ehe­bruch? Dar­auf läuft es hin­aus. Soll­te nun in der Tat die erste Fra­ge mit Ja und die zwei­te mit Nein beant­wor­tet wer­den – dann, ja dann wäre dies Irr­leh­re und in der Fol­ge Schis­ma. Spal­tung der Kir­che.“

Kar­di­nal Bur­ke, der sag­te, in stän­di­gem Kon­takt mit Kar­di­nal Brand­mül­ler zu ste­hen, for­mu­lier­te eine neue War­nung wegen „der schwer­wie­gen­den Situa­ti­on, die nicht auf­hört, sich zu ver­schlim­mern“. Er bekräf­tig­te erneut die Not­wen­dig­keit, Licht in alle hete­ro­do­xen Stel­len von Amo­ris lae­ti­tia zu brin­gen. Wir erle­ben näm­lich einen Pro­zeß, der „einen Umsturz der wesent­li­chen Tei­le der Tra­di­ti­on“ dar­stellt.

„Abge­se­hen von der Moral­de­bat­te zer­brö­selt in der Kir­che das Ver­ständ­nis für die sakra­men­ta­le Pra­xis immer mehr, beson­ders was das Buß­sa­kra­ment und das Altarsa­kra­ment betrifft.“

Dir Kardinäle Brandmüller, Burke und Müller
Dir Kar­di­nä­le Brand­mül­ler, Bur­ke und Mül­ler

Der Kar­di­nal wand­te sich erneut an Papst Fran­zis­kus und die gan­ze Kir­che, indem er beton­te, „wie drin­gend es ist, daß der Papst in der Aus­übung sei­nes vom Herrn emp­fan­ge­nen Amtes sei­ne Brü­der im Glau­ben stärkt, durch eine kla­re Bekun­dung der Leh­re über die christ­li­che Moral und der Bedeu­tung der sakra­men­ta­len Pra­xis der Kir­che.“

Kar­di­nal Mül­ler sei­ner­seits bestä­tig­te, daß es die Gefahr eines Schis­mas in der Kir­che gibt und daß die Ver­ant­wor­tung für die Spal­tung weder bei den Kar­di­nä­len liegt, die Dubia zu Amo­ris lae­ti­tia haben, noch bei den Unter­zeich­nern der Cor­rec­tio filia­lis an Papst Fran­zis­kus, son­dern beim „magi­schen Zir­kel“ des Pap­stes, der eine offe­ne und aus­ge­wo­ge­ne Dis­kus­si­on über die von die­ser Kri­tik auf­ge­wor­fe­nen, dok­tri­nel­len Pro­ble­me unter­bin­det.

„Ach­tung: Wenn der Ein­druck einer Unge­rech­tig­keit der Römi­schen Kurie auf­kom­men soll­te, könn­te sich allein schon aus Träg­heit eine schis­ma­ti­sche Dyna­mik in Bewe­gung set­zen, die dann nur mehr schwer auf­zu­hal­ten ist. Ich bin über­zeugt, daß die Kar­di­nä­le, die Zwei­fel zu Amo­ris lae­ti­tia geäu­ßert haben, oder die 62 Unter­zeich­ner eines Schrei­bens mit auch über­zo­ge­ner Kri­tik am Papst, anzu­hö­ren und nicht wie ‚Pha­ri­sä­er‘ oder Nörg­ler abzu­tun sind. Der ein­zi­ge Weg, aus die­ser Situa­ti­on her­aus­zu­kom­men, ist ein kla­rer und auf­rich­ti­ger Dia­log. Statt­des­sen habe ich den Ein­druck, daß im ‚magi­schen Zir­kel‘ des Pap­stes sol­che sind, die sich vor allem dar­um sor­gen, den Spit­zel gegen angeb­li­che Geg­ner zu machen und eine offe­ne und aus­ge­wo­ge­ne Dis­kus­si­on zu ver­hin­dern. Alle Katho­li­ken nach den Kate­go­rien ‚Freund‘ oder ‚Feind‘ des Pap­stes ein­zu­tei­len, ist der größ­te Scha­den, den sie der Kir­che zufü­gen. Man ist per­plex, wenn ein bekann­ter Jour­na­list sich als Athe­ist rühmt, der Freund des Pap­stes zu sein, und gleich­zei­tig ein katho­li­scher Bischof und Kar­di­nal wie ich als Geg­ner des Hei­li­gen Vaters dif­fa­miert wird. Ich mei­ne, daß die­se Per­so­nen mit kei­ne theo­lo­gi­schen Lek­tio­nen über den Pri­mat des römi­schen Pap­stes ertei­len kön­nen.“

Kar­di­nal Mül­ler hat, laut sei­nem Inter­view­er, „die Wun­de“ noch nicht ver­daut, daß drei sei­ner Mit­ar­bei­ter ent­las­sen wur­den, kurz bevor er selbst im ver­gan­ge­nen Juni nicht in sei­nem Amt bestä­tigt wur­de.

„Das sind gute und kom­pe­ten­te Prie­ster, die mit vor­bild­li­cher Hin­ga­be für die Kir­che gear­bei­tet haben. Per­so­nen kön­nen nicht ein­fach ad libi­tum weg­ge­schickt wer­den, ohne Bewei­se und ohne Pro­zeß, nur weil jemand anonym vage Kri­tik am Papst denun­ziert hat, die einer von ihnen geäu­ßert habe…“

Der Papst-Diktator
Das Buch <em>Der Papst-Diktator</em>

Wie nennt sich ein Regime, unter dem Men­schen auf die­se Wei­se behan­delt wer­den? Dami­an Thomp­son schrieb es am ver­gan­ge­nen 17. Juli in The Spec­ta­tor: Die Ent­las­sung der Mit­ar­bei­ter von Kar­di­nal Mül­ler „läßt eini­ge sei­ner auto­ri­tä­re­ren Vor­gän­ger in den Sinn kom­men, oder viel­mehr man­chen latein­ame­ri­ka­ni­schen Dik­ta­tor, der die Mas­sen umarm­te und einen ein­fa­chen Lebens­stil zur Schau stell­te, wäh­rend sei­ne Statt­hal­ter in Angst vor sei­nen Zor­nes­aus­brü­chen leb­ten“.

Die­ser Aspekt des Pon­ti­fi­kats von Papst Fran­zis­kus ist nun Gegen­stand eines Buches, das soeben erschie­nen ist und den Titel „Der Papst-Dik­ta­tor“ (Il Papa dit­ta­to­re) trägt. Der Autor ist ein Histo­ri­ker mit einer Aus­bil­dung in Oxford, der sich hin­ter dem Namen „Marcan­to­nio Colon­na“ ver­birgt. Der Stil ist nüch­tern und gut doku­men­tiert, aber sei­ne gegen Papst Ber­go­glio erho­be­nen Vor­wür­fe sind hart und zahl­reich.

Vie­le der Ele­men­te, auf die er sich stützt, um sei­ne Anschul­di­gun­gen zu for­mu­lie­ren, waren bereits bekannt. Neu ist aber die akku­ra­te Rekon­struk­ti­on einer Rei­he von „histo­ri­schen Rah­men“: die Hin­ter­grün­de der von der „Mafia von Sankt Gal­len“ gesteu­er­ten Wahl von Papst Ber­go­glio; die argen­ti­ni­schen Ange­le­gen­hei­ten Ber­go­gli­os vor sei­ner Wahl; die Hin­der­nis­se, die Kar­di­nal Pell in den Weg gelegt wur­den, als er den Ver­such einer Finanz­re­form der Kurie unter­nahm; der Umbau der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben; die Ver­fol­gung der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta und die Köp­fung des Sou­ve­rä­nen Mal­te­ser­or­dens.

Die Mas­sen­me­di­en, die sonst bereit sind, mit Empö­rung jede Epi­so­de einer schlech­ten Ver­wal­tung und der Kor­rup­ti­on zu prü­geln, schwei­gen zu die­sen Skan­da­len. Das Haupt­ver­dienst die­ser histo­ri­schen Stu­die liegt dar­in, sie ans Licht gebracht zu haben.

„Die Angst, zusam­men mit dem gegen­sei­ti­gen Ver­dacht, beherrscht die Kurie unter dem Dik­tat von Fran­zis­kus. Es geht nicht nur um Infor­man­ten, die den Vor­teil suchen, indem sie pri­va­te Gesprä­che hin­ter­brin­gen – wie die drei Mit­ar­bei­ter von Kar­di­nal Mül­ler fest­stel­len muß­ten. In einer Orga­ni­sa­ti­on, in der mora­lisch kor­rup­te Per­so­nen auf ihren Posten blei­ben oder von Papst Fran­zis­kus sogar beför­dert wer­den, ist die hin­ter­häl­ti­ge Erpres­sung an der Tages­ord­nung. Ein Prie­ster der Kurie mein­te dazu iro­nisch: ‚Man behaup­tet, daß es nicht zählt, was man kann, son­dern wen man kennt. Im Vati­kan ist es so: Es zählt, was man über den weiß, den man kennt‘.“

Das Wappen der Fürsten Colonna
Das Wap­pen der Für­sten Colon­na

Das Buch von Marcan­to­nio Colon­na bestä­tigt, was im Inter­view von Kar­di­nal Mül­ler ange­deu­tet wird: Die Exi­stenz eines Kli­mas des  Spit­zel­we­sens und des Denun­zi­an­ten­tums, für die der ehe­ma­li­ge Glau­bens­prä­fekt den „magi­schen Zir­kel“ ver­ant­wort­lich macht, der die Ent­schei­dun­gen des Pap­stes bedingt, wäh­rend der Oxford-Absol­vent sie dem modus guber­nan­di von Papst Fran­zis­kus zuschreibt, den er mit den auto­kra­ti­schen Metho­den des argen­ti­ni­schen Dik­ta­tors Juan Peron ver­gleicht, des­sen Anhän­ger der jun­ge Ber­go­glio war.

Man könn­te ant­wor­ten: Nihil sub sole novum (Koh 1, 10). Die Kir­che hat schon ganz ande­re Gebre­chen in der Regie­rung erlebt. Wenn die­ses Pon­ti­fi­kat aber wirk­lich zu einer Spal­tung unter den Gläu­bi­gen führt, wie die drei Kar­di­nä­le beto­nen, kön­nen die Grün­de nicht nur auf die Art der Regie­rung eines Pap­stes redu­ziert wer­den, son­dern müs­sen in etwas gesucht wer­den, was die Kir­chen­ge­schich­te noch nicht gekannt hat: Die Tren­nung des römi­schen Pap­stes von der Leh­re des Evan­ge­li­ums, die er kraft Gött­li­chen Auf­trags zu bewah­ren und wei­ter­zu­ge­ben hat. Das ist das Herz­stück des reli­giö­sen Pro­blems unse­rer Zeit.

*Rober­to de Mattei, Histo­ri­ker, Vater von fünf Kin­dern, Pro­fes­sor für Neue­re Geschich­te und Geschich­te des Chri­sten­tums an der Euro­päi­schen Uni­ver­si­tät Rom, Vor­sit­zen­der der Stif­tung Lepan­to, Autor zahl­rei­cher Bücher, zuletzt in deut­scher Über­set­zung: Ver­tei­di­gung der Tra­di­ti­on: Die unüber­wind­ba­re Wahr­heit Chri­sti, mit einem Vor­wort von Mar­tin Mose­bach, Alt­öt­ting 2017.

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Cor­ris­pon­den­za Romana/Wikicommons/MiL

 

 

6 Kommentare

  1. Die Tren­nung des römi­schen Pap­stes von der Leh­re des Evan­ge­li­ums!
    Ist es nicht, was die Mut­ter­got­tes in La Salet­te pro­phe­zeit hat: Rom wird den Glau­ben ver­lie­ren. Das Schis­ma ist doch schon Tat­sa­che!

    • Nicht nur die Pro­phe­zei­un­gen von La Salet­te, auch die von Cle­mens Bren­ta­no auf­ge­zeich­ne­ten visio­nä­ren Schau­en der sel. Anna Katha­ri­na Emme­rick oder die dem hl. Phil­ipp Neri zuge­schrie­be­nen (omi­nö­sen?) Malea­chi-Weis­sa­gun­gen sowie eine Rei­he ande­rer ähn­li­cher Phä­no­me­ne füh­ren auch bei nüch­ter­nen Beob­ach­tern zu nach­denk­li­chen Blicken auf das gegen­wär­ti­ge Pon­ti­fi­kat. Im Zusam­men­hang mit den Gerichts­re­den Jesu sind sie sogar von gera­de­zu beklem­men­der Aktua­li­tät. Doch kein Grund zu unbe­grün­de­ten Äng­sten oder gar zur Ver­zweif­lung – jeden­falls nicht für jene (angeb­lich Ein­fäl­ti­gen), die das Evan­ge­li­um des ver­gan­ge­nen Sonn­tags von der Schei­dung der Böcke von den Scha­fen viel­leicht sogar ernst neh­men.
      Zwei­mal habe ich das „habe­mus papam“ live am Bild­schirm mit­ver­folgt. Schon eine Wei­le vor dem ersten Auf­tritt Bene­dikts XVI. auf der Log­gia von San Pie­tro war ich damals von tie­fer Ergrif­fen­heit erfasst wor­den. 2013 war das ganz anders. Ich hat­te schon im Vor­aus ein Gefühl der Skep­sis, ja sogar ein Käl­te­emp­fin­den, wel­ches sich beim ersten Auf­tritt des neu­en Pap­stes dann sogar noch ver­stärk­te.
      War die­se Wahl ein Gescheh­nis wider den Hei­li­gen Geist? Gut vor­stell­bar, dass sich beim einen oder ande­ren der dama­li­gen Papst­wäh­ler inzwi­schen das Gewis­sen recht hef­tig mel­det.

      • Ihren Aus­füh­run­gen möch­te ich mich anschlie­ßen, auch und gera­de was die spi­ri­tu­el­le Ergrif­fen­heit betrifft.
        Sicher­lich ist die jüng­ste Papst­wahl nicht „gegen den Hei­li­gen Geist“, son­dern — wie Sie selbst schrei­ben — , Aus­druck der sich erfül­len­den Zeit.
        Kön­nen wir nicht in Anleh­nung an Lk 24,26 sinn­ge­mäß sagen: „Muss­te nicht die Kir­che all das erlei­den, um so in ihre Herr­lich­keit zu gelan­gen?“

  2. Ich fra­ge mich, wie Card. Mül­ler in Bezug auf die­se „Zir­kel“ das „magisch“ gemeint hat. Über­haupt schon das Wort Zir­kel. Gut, ich weiß jetzt nicht in wel­cher Spra­che das Gespräch geführt wur­de und ob er selbst in deutsch „Zir­kel“ sag­te. Oder ob ein Über­set­zer hier etwas sug­ge­rie­ren woll­te — mehr als der Card. sag­te. Aber schon „Zir­kel“ wäre auf­fäl­lig für jeman­den, der aktiv bewußt Begrif­fe ver­wen­det oder die Ver­wen­dung unter­läßt. Aber dann noch die­ses „magisch“. Prak­ti­zie­ren die­se Zir­kel Magie? Also irgend­wel­che okkul­ten Prak­ti­ken oder sata­ni­sche Riten? So wie es auch Malea­chi Mar­tin in „Der letz­te Papst“ beschrieb? Oder ist das magisch eher im über­tra­ge­nen Sin­ne gemeint? Soll es eher nur undurch­sich­tig, dif­fus, nicht kon­kret benenn­bar usw. hei­ßen?

    Wur­de er ent­las­sen, weil er etwas wuß­te oder mit­be­kom­men hat, was er nicht soll­te. War das auch der eigent­li­che „Feh­ler“ der ande­ren Ent­las­se­nen?

    Sind die abrup­ten Stim­mungs­wan­del von Papst Franz viel­leicht Hin­wei­se z.B. auf Umses­sen­heit?

    Fra­gen über Fra­gen. Beten wir um Abkür­zung der Drang­sal, denn wenn die Tage die­ser Drang­sal nicht abge­kürzt würden…Mt24,22

  3. Die­ses Pon­ti­fi­kat gleicht einem erreich­ten Tief­punkt in der Geschich­te der Kir­che.

    Man wun­dert sich nicht nur über einen gewähl­ten Papst, der selbst gar kein Papst sein will, dafür aber umso kräf­ti­ger jene Auto­ri­tät ein­setzt, und die­se geflisst­ent­lich so weit über­zieht, dass es einem die Spra­che ver­schlägt.

    Man fragt sich, wie sehr die römi­sche Kir­che in ihrem Inne­ren in Schief­la­ge gera­ten sein muss, wenn ein Mann wie Ber­go­glio Bischof und Kar­di­nal wer­den konn­te, obwohl er ganz offen­sicht­lich sich selbst jahr­zehn­te­lang im fal­schen Film fühl­te? Jemand, der das Papst­amt als sol­ches ablehnt, wie kann aus­ge­rech­net er zum Papst erko­ren wer­den? Jemanmd, der mit wei­ten Tei­len der Leh­re die­ser Kir­che, in der er hohe Ämter beklei­de­te, ein ernst­haf­tes Pro­blem zu haben scheint, was soll aus­ge­rech­net jener an der Spit­ze die­ser Insti­tu­ti­on? Kann sich irgend­ein Kon­zern der­ar­ti­ges schad­los lei­sten?
    Wo wird denn etwas zähl­bar Trag­fä­hi­ges an Stel­le des Abge­bro­che­nen auf­ge­baut? Es ist ein gigan­ti­sches Abbruch­un­ter­neh­men, und die Zah­len bewei­sen das auch noch. Man räumt ab, was die Kir­che erhält.

  4. Die dop­pel­te Moral des Pap­stes zeugt von dem unred­li­chen Wil­len, der das Kon­kla­ve 2013 durch und durch beglei­tet hat. Die Per­so­nen, die es zu ver­ant­wor­ten haben, daß die Kir­che in der der­zei­ti­gen Situa­ti­on ist, sind größ­ten­teils schon tot und die es ableh­nen, die Ver­ant­wor­tung für die „Cor­rec­tio et fra­ter­na et pater­na­lis et filia­lis zu sor­gen, also für die Hei­lung an Haupt und Glie­dern, sind genau die, die am Kon­kla­ve 2013 teil­ge­nom­men haben, aus­nahms­los alle! Sobald als bekannt wur­de (zwi­schen dem 2. und 3. Wahl­gang), daß das Kon­kla­ve den Min­dest­an­for­de­run­gen nicht mehr ent­spricht, hät­te es auf Antrag dimit­tiert wer­den sol­len und die ent­spre­chen­den kano­ni­schen Auf­ga­ben erfüllt wer­den sol­len, daß das neue Kon­kla­ve tat­säch­lich impec­ca­bi­lis et infal­la­bi­lis ist. Dazu gehört der Aus­schluß und die Exkom­mu­ni­ka­ti­on der­je­ni­gen Kar­di­nä­le, die sich gegen das gött­li­che Recht gesetzt haben, das Hei­li­ge Kon­kla­ve, Sub Sigi­lio zu hal­ten. Und die­ses wort­wört­lich. Es ist dem Kar­di­nal­de­kan und dem Camer­len­go erlaubt „nach drau­ßen zu fra­gen, ob die Sie­gel uner­bro­chen sind“ und das ist sogar deren Pflicht.

    Aber wenn man sich vor­her in clan­de­sti­nen Zir­keln getrof­fen hat, um Wahl­ka­pi­tel zu erstel­len und schon weit vor dem Beginn des Kon­kla­ve, ja sogar weit vor Beginn der Sedis­va­kanz Sum­mo Pon­ti­fice Roma­no Regen­te Abspra­chen und tak­ti­sche Über­ein­künf­te für eine zukünf­ti­ge Papst­wahl und den Sturz des recht­mä­ßig amtie­ren­den Pap­stes zu tref­fen, wie das in Mainz am 18. 10. 2011 gesche­hen ist anläß­lich der Ver­ab­schie­dung von Prof. Micha­el Sie­ver­nich als Lehr­stuhl­in­ha­ber des Pasto­ral­theo­lo­gie­lehr­stuhls der JOGU in Mainz, wo S Emm. Leh­mann und Ber­go­glio anwe­send waren, sowie alles, was im Jesui­ten­or­den Rang und Namen hat­te. Sät­ze wie „Der Alte muß weg“ (Der „Alte“ war nie­mand ande­res als Papst Bene­dikt XVI), der Auf­ruf zum Unge­hor­sam („Das Memo­ran­dum muß von der DBK unter­stützt wer­den“ (S. Em. Karl Leh­mann) und der offe­ne Wider­stand („Die Wand­lungs­wor­te blei­ben so, wie sie sind!“) etc. spre­chen für sich; man könn­te noch mehr brin­gen!

    Wenn Ber­go­glio der ita­lie­ni­schen Mafia den Krieg erklärt hat und die­se exkom­mu­ni­zie­ren will, so ist das ein Krieg von Mafio­si unter sich, dem die Gläu­bi­gen genaue­re Auf­merk­sam­keit wid­men soll­ten. Der Fall der ermor­de­ten Jour­na­li­stin Daph­ne Carua­na Gali­zia reicht bis in den Vati­kan hin­ein. S. Ex. Erz­bi­schof Sci­clu­na weiß es, sie war ja selbst aus einer sehr katho­li­schen Fami­lie, ein Ver­wand­ter von ihr war Erz­bi­schof von Mal­ta — Mau­ro Carua­na (Damals noch Bischof von Mal­ta)! Und hier sol­le eigent­lich jedem klar wer­den, wo sich der Vati­kan im Moment befin­det. Das Vor­ge­hen von Papst Fran­zis­kus gegen sei­ne Mit­ar­bei­ter am Hei­li­gen Stuhl und am Apo­sto­li­schen Stuhl ist exakt das Vor­ge­hen der argen­ti­ni­schen Pero­ni­sten und zeigt offen dik­ta­to­ri­sche Züge wie jüngst in der „Vati­kan­bank“ gesche­hen. Wäre ich Ex. Gäns­wein, wür­de ich in die USA flie­hen und dort um poli­ti­sches Asyl bit­ten, weil mein Leben nach dem Aus­schei­den aus dem Amt nicht mehr sicher sein wird. Der Tod von S. Em Caf­farra sei allen eine War­nung!

    Was die Stim­mungs­wan­del des Pap­stes angeht, sind die­se rein psy­cho­lo­gisch zu erklä­ren und kön­nen histo­risch am besten bei Richard Nixon nach­ge­spürt wer­den. Hier­zu emp­feh­le ich die Lek­tü­re von den Hen­ry Kis­sin­ger „Memoi­ren“ Bd. 2 1973–1974 (Mün­chen 1979 dt.) und von Carl Bernstein/Bob Wood­word „The last Days“ Washing­ton 1976.

    Also es ist hoch­po­li­tisch und weni­ger spi­ri­tu­ell gese­hen bri­sant, was sich in der Kir­che ereig­net. Ein Mafio­si ist Papst, nicht mehr und nicht weni­ger. Das mu0 auf­ge­deckt wer­den und dann kön­nen die Grün­de und Fall­in­di­zi­en auf­ge­ar­bei­tet wer­den, zuerst kri­mi­na­li­stisch, dann Kano­nisch und schließ­lich dog­ma­tisch. Wir brau­chen end­lich ein Instru­men­ta­ri­um, um einem sol­chen häre­ti­schen Papst­tum ein siche­res Ende set­zen zu kön­nen, ohne den Geruch von „Libe­ra­lis­mus“, „Ver­schwö­rung“ etc…

    Schließ­lich bedarf es der Buße und der Süh­nelei­stung aller Gläu­bin­gen!

    Roma, Roma, Con­ver­te­re ad Domi­num deum Tuum!

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