Das Lampedusa-Narrativ — Neueste Zahlen aus Italien: Lediglich 5,4 Prozent der Bootsmigranten sind Flüchtlinge

Masseneinwanderung im Mittelmeer: Lampedusa-Route. Nur fünf Prozent sind tatsächlich Flüchtlinge im Sinne der geltenden, großzügigen Bestimmungen. Die neuesten Zahlen des italienischen Innenministeriums.
Masseneinwanderung im Mittelmeer: Lampedusa-Route. Nur fünf Prozent sind tatsächlich Flüchtlinge im Sinne der geltenden, großzügigen Bestimmungen. Die neuesten Zahlen des italienischen Innenministeriums.

(Rom) In regel­mä­ßi­gen Abstän­den berich­ten Euro­pas Leit­me­di­en aller Län­der über die „Boots­flücht­lin­ge“ im Mit­tel­meer, die von Afri­ka nach Ita­li­en, und damit ins „gelob­te“ Euro­pa, über­set­zen. Die Berich­te sind aus­schließ­lich Schreckens­mel­dun­gen, „huma­ni­tä­re Tra­gö­di­en“, „ertrun­ke­ner“ und „schiff­brü­chi­ger Flücht­lin­ge“. Die mensch­li­chen Tra­gö­di­en gibt es wirk­lich. Hin­ter den Medi­en­be­rich­ten steckt aller­dings poli­ti­sches Kal­kül. Die Trä­nen­drü­sen sol­len gedrückt wer­den, um in der Öffent­lich­keit die hin­ter dem Ein­wan­de­rungs­strom ste­hen­den poli­ti­schen, sozia­len, eth­ni­schen, reli­giö­sen, sicher­heits­po­li­ti­schen, kul­tu­rel­len und öko­no­mi­schen Fra­gen ver­ges­sen zu machen. Der freie poli­ti­sche Dis­kurs soll behin­dern, mani­pu­liert, kana­li­siert und letzt­lich unter­bun­den wer­den.

Vor allem sol­len die Bil­der von den im Mit­tel­meer „Geret­te­ten“ von den quan­ti­ta­tiv um ein Viel­fa­ches bedeu­ten­de­ren Ein­wan­de­rungs­rou­ten ablen­ken. Die jour­na­li­sti­sche Mogel­packung, daß jeder Ein­wan­de­rer, der auf dem See­weg in die EU will, auto­ma­tisch als „Schiff­brü­chi­ger“ behaup­te wird, der sich „in See­not“ befin­det, weil er in einem Boot sitzt, ist offen­sicht­lich von Chef­re­dak­tio­nen, Eigen­tü­mern und Poli­tik gewollt. Die manch­mal täg­li­che Mel­dung von im Mit­tel­meer „Geret­te­ten“ ist Teil die­ser die Tat­sa­chen ver­dre­hen­den Sprach­re­ge­lung. Das Volk soll die Ein­wan­de­rung als unbe­ein­fluß­ba­res Natur­phä­no­men und die Auf­nah­me der Migran­ten als bedin­gungs­lo­se Pflicht wahr­neh­men. Die von Rund­funk und Zei­tun­gen gelie­fer­ten Bil­der und Geschich­te haben einen exklu­si­ven pro­pa­gan­di­sti­schen Zweck.

Ita­li­en, das Ziel­land der medi­en­be­kann­ten Lam­pe­du­sa-Rou­te, hat nun Zah­len für das Jahr 2016 vor­ge­legt, die jede Flücht­lings-Sozi­al­ro­man­tik der Medi­en pul­ve­ri­siert. 2016 gelang­ten 181.045 Ein­wan­de­rer über die­se Rou­te nach Ita­li­en, also nur ein Bruch­teil der Gesamt­zahl derer, die im sel­ben Zeit­raum in die EU ein­ge­wan­dert sind. 123.482 von ihnen stell­ten in Ita­li­en einen Asyl­an­trag. Der Rest wan­der­te in ande­re Län­der wei­ter oder tauch­te gleich unter.

Nur 5,4 Prozent der geprüften, nur 3,7 Prozent aller Ankömmlinge sind Flüchtlinge

Von den 123.482 Asyl­an­trä­gen wur­den 91.102 geprüft und davon ledig­lich 5,4 Pro­zent aner­kannt. Bezieht man die Zahl auf die 181.045 Ein­wan­de­rer, die ins­ge­samt in Ita­li­en anka­men, sind es nicht ein­mal 3,7 Pro­zent. Und selbst die­ser Anteil dürf­te noch sin­ken.

94,6 Pro­zent der geprüf­ten Antrags­stel­ler erfüll­ten nicht die Vor­aus­set­zun­gen von Flücht­lin­gen. Damit gilt auch für 2016, was bereits für 2015 gegol­ten hat: Nur ein win­zig klei­ner Bruch­teil der angeb­li­chen „Flücht­lin­ge“ sind tat­säch­li­che Flücht­lin­ge. 2015 wur­den ins­ge­samt nur fünf Pro­zent als Flücht­lin­ge aner­kannt. Das ita­lie­ni­sche Innen­mi­ni­ste­ri­um scheint auch für 2016 für die­sen End­wert aus­zu­ge­hen, da in der ver­öf­fent­lich­ten Gra­phik die Zahl der aner­kann­ten Flücht­lin­ge nur mit fünf Pro­zent ange­ge­ben wird, obwohl es im bis­her geprüf­ten Kon­tin­gent 5,4 Pro­zent waren. Auch 2016 war der weit­aus größ­te Teil der Ankömm­lin­ge männ­lich und jung. Ledig­lich 15,04 Pro­zent der 123.482 Antrags­stel­ler waren Frau­en und Mäd­chen.

Laut UNHCR kamen 3.167 Men­schen, beim Ver­such Ita­li­en über den See­weg zu errei­chen, ums Leben. Genaue Zah­len lie­gen jedoch nicht vor. Was füh­ren­de Medi­en als Tat­sa­che prä­sen­tie­ren, sind ledig­lich Schät­zun­gen, denen teils zwei­fel­haf­te Quel­len zugrun­de lie­gen, näm­lich pri­va­te Orga­ni­sa­tio­nen, etwa Open Migra­ti­on und ande­re, die von Geor­ge Soros finan­ziert wer­den und eine geziel­te poli­ti­sche Agen­da ver­fol­gen.

Papst-Besuch auf Lampedusa 2013 „veränderte das Medien-Narrativ“ radikal

Mar­co Bru­no, For­scher an der römi­schen Uni­ver­si­tät La Sapi­en­za, spricht von einer stän­di­gen „Ände­rung des Medi­en-Nar­ra­tivs“ zur Ein­wan­de­rung. „Auch wenn es unmög­lich ist, ein exak­tes Ver­hält­nis von Ursa­che und Wir­kung fest­zu­ma­chen, ist es eine Tat­sa­che, daß der Besuch des Pap­stes 2013 auf Lam­pe­du­sa und der Schiff­bruch im Okto­ber die Erzäh­lung des Phä­no­mens der Boots­mi­gran­ten ver­än­dern.“ Das Wort von „ill­le­ga­len“ Ein­wan­de­rern ver­schwin­det fak­tisch zur Gän­ze und wird ersetzt durch die Dar­stel­lung der Ein­wan­de­rer als „Flücht­lin­ge“. Sach­be­rich­te wei­chen per­sön­li­chen Geschich­ten. Der Papst-Besuch auf Lam­pe­du­sa bil­det die Initi­al­zün­dung zu einer völ­lig neu­en Bericht­erstat­tung. Das Bild vom Boots­mi­gran­ten wird „zu einem Sym­bol, einer Iko­ne des Migra­ti­ons­phä­no­mens“, das ab die­sem Zeit­punkt von den Medi­en nicht mehr als Rechts­bruch und Inva­si­on gese­hen wird, son­dern exklu­siv unter den Stich­wor­ten „Ret­tung, Hil­fe­lei­stung, Schiff­bruch und Trau­er“. Die Schlag­zei­len lau­ten nun „Das Mit­tel­meer wird zum Grab“, „Mas­sen­grab Mit­tel­meer“, „Hek­atom­ben von Kin­dern ertrin­ken im Mit­tel­meer“ u.v.m.

Wen wun­dert es ange­sichts sol­cher Fak­ten, daß die Bür­ger sau­er auf Poli­ti­ker und Medi­en sind. Zurecht füh­len sich die Men­schen von jenen belo­gen, die sie mit Steu­ern, Abga­ben und Gebüh­ren bezah­len, damit sie mit Ver­ant­wor­tungs­be­wußt­sein und im Sin­ne des All­ge­mein­wohls ihr Volk und Land regie­ren und infor­mie­ren — und nicht die Inter­es­sen ande­ren Staa­ten, über­na­tio­na­ler Lob­bys oder klei­ner bis klein­ster Inter­es­sen­grup­pen ver­tre­ten.

Text: Andre­as Becker
Bild: Vita (Screen­shot)

1 Kommentar

  1. Betrach­tet man nüch­tern, was seit rund einem Jahr­hun­dert in Euro­pa geschieht und der­zeit dra­ma­tisch kul­mi­niert, dann ist als Tat­sa­che fest­zu­stel­len: es ist die Zer­stö­rung der euro­päi­schen Völ­ker und ihrer Kul­tu­ren und die Ver­nich­tung der wei­ßen Ras­se (von damals cir­ca 30 auf der­zeit 6 — 7 % der Mensch­heit). Die katho­li­sche Kir­che mit ihrer Hier­ar­chie und gro­ßen Ver­bän­den und cari­ta­ti­ven Orga­ni­sa­tio­nen ist dar­an zuneh­mend und sogar ent­schei­dend betei­ligt, beson­ders seit dem Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus. Ver­fol­gen Sie ein­mal auf Face­book, wie die Deut­schen auf Aus­sa­gen der katho­li­schen Bischö­fe zugun­sten Mas­sen­im­mi­gra­ti­on, Abschaf­fung der Gren­zen und Isla­mi­sie­rung reagie­ren, dann bekom­men Sie eine Ahnung, was auf die gro­ßen Kir­chen, also auch auf Pro­te­stan­ten, Angli­ka­ner…, in Euro­pa zukommt, wenn sich der poli­ti­sche Wind ein­mal dreht. Dann wird es Schul­di­ge und Unschul­di­ge glei­cher­ma­ßen tref­fen. Die Kir­che hat sich seit der kon­stan­ti­ni­schen Wen­de immer gut mit den jeweils Herr­schen­den gestellt, aber heu­te steht mehr auf dem Spiel als nur das Wohl der euro­päi­schen Völ­ker — heu­te geht es um das schie­re Wei­ter­be­stehen, um die nack­te Exi­stenz der Völ­ker als eige­ner Eth­ni­en, und da hat die Kir­che eine Stel­lung gegen die Völ­ker bezo­gen, die sie in den unver­meid­lich aus­bre­chen­den Kämp­fen teu­er zu ste­hen kom­men kann.

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