Von Wolfram Schrems*
Es nimmt kein Ende mit den skandalösen Verlautbarungen aus Rom. Sie folgen im Gegenteil in immer kürzeren Abständen. Giuseppe Nardi veröffentlichte bereits am 16. September eine erste Analyse der aktuellen Note mit dem blumigen Titel EIN WEG DER HOFFNUNG – Sechzig Jahre Dialog und interreligiöse Geschwisterlichkeit im Licht der Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils Nostra aetate. Das am 16. September promulgierte Dokument stammt von drei Dikasterien: für die Glaubenslehre, für die Förderung der Einheit der Christen und für den interreligiösen Dialog. Papst Leo hatte in einer Audienz am 22. Juni 2026 die Note approbiert und ihre Veröffentlichung angeordnet. Die Note propagiert interreligiösen Relativismus und eine innerweltliche Friedensutopie auf Kosten der Wahrheit.
Glaubenstreue Katholiken reagierten auf diese Katastrophe mit wohlbegründeten Einsprüchen:
Der von Papst Franziskus seines Amtes enthobene Bischof Joseph Strickland von Tyler (Texas) veröffentlichte am 17. September eine lesenswerte Stellungnahme. Eine sehr umfangreiche Erklärung zu diesem Machwerk lieferte Chris Jackson auf seinem Substack Hiraeth in Exile am 19. September. Wer gut Englisch liest, sollte sich diese Stellungnahmen näher ansehen.
Im deutschen Sprachraum wurde meinem Kenntnisstand nach – außer dem oben erwähnten Artikel auf dieser Seite – noch keine ausführliche Kritik durchgeführt.
Hier sei daher eine grundsätzliche, überblicksmäßige Einordnung dieses Dokuments geboten, ohne allzu viele Zitate zu bringen. Die Absicht dabei ist, die Gläubigen und die Suchenden und die Nicht-Glaubenden guten Willens im Sinn der Unterscheidung der Geister vor der dort enthaltenen Verwirrung zu warnen:
Krauser Wortsalat, Verwirrung ist nie von Gott
Wer sich unter Schmerzen durch die Note durcharbeitet, wird schnell das Offenkundige feststellen: Die Autoren wollen mit ihrem Wortschwall den Leser nicht informieren sondern hypnotisieren. Es ist eine wilde Mischung aus (wenig) Richtigem und viel Unsinn. Inhaltlich ist es eine regelrechte Verneinung des Auftrages Jesu Christi: Wenn festgehalten wird, daß Jesus Christus „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14, 6) ist, dann hat das Alibicharakter, denn es folgt nichts daraus. Wenn gesagt wird, daß der Dialog „frei von Zweideutigkeiten sein, Relativismus und Synkretismus vermeiden“ muß (§22), dann wird das von den unzähligen Widersprüchlichkeiten ertränkt und unwirksam gemacht.
Alleine schon die dauernde Lobpreisung des „Dialogs“ kann nur auf Abwege führen. Die Kirche muß autoritativ verkündigen. Der „Dialog“, wie er derzeit institutionell praktiziert wird, verwirrt die Gläubigen, skandalisiert ernsthafte nicht-katholische Christen und nützt beiden „Dialog“-Partnern nicht zum Heil. Er stellt Jesus Christus zur Diskussion und untergräbt damit den Glauben. Zudem ist der „Dialog“ mit Islam und Judentum völlig überflüssig, da die jeweiligen Positionen seit etwa tausendvierhundert beziehungsweise zweitausend Jahren bekannt sind und sich nicht geändert haben.
Nein, dieser Wortdurchfall ist nicht vom Guten: „Eure Rede sei: Ja, ja, nein, nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen“(Mt 5, 37; Jak 5; 12). Denn die Autoren dieses Dokuments verwirren den Leser. Diese Verwirrung kann natürlich nicht von Gott sein. Sie ist vom Widersacher. Dieser hat sich tief in den vatikanischen Strukturen festgesetzt. –
Sinn und Zweck dieses Dokuments ist allem Anschein nach die Einebnung aller Unterschiede der Religionen im Hinblick auf die Errichtung einer Welteinheitsreligion. Diese soll wohl im Dienst der Weltmacht stehen.
Einige wichtige Inhalte der Note kritisch kommentiert:
Illusionen, Realitätsverlust, Nonsens
In Paragraph 23 beziehen sich die Autoren auf Aussagen von Papst Johannes Paul II., „dass die Religionen kein Hindernis für den Frieden sind, sondern ein wesentlicher Bestandteil davon“ und daß die „Instrumentalisierung der Religion für gewalttätige Zwecke […] eine schwerwiegende Verzerrung ihres Wesens“ wäre.
Das ist schwerer Realitätsverlust. Die „Religionen“ sind, wie sie sind. Alle wissen wir, wie sich beispielsweise der Islam in der Vergangenheit ausbreitete und es heute noch tut. Daher klingt es wie das sprichwörtliche Pfeifen im nächtlichen Walde, wenn Johannes Paul II. einen „klare[n] Appell“ an die Führer der Religionen richtete:
„Es ist ihre Aufgabe, durch Taten und Engagement zu bezeugen, dass es ihr eigener Glaube ist, der sie dazu bewegt, sich für den Frieden einzusetzen.“
Nein, es ist nicht ihr eigener Glaube. Die Situationsanalyse ist falsch, die Schlußfolgerungen sind falsch. Spätestens seit dem Greuel von Assisi vor vierzig Jahren haben wir gemeinsame „Gebete“ und exzessiven „Dialog“. Was soll das gebracht haben? Wo sind die Resultate? Offenbar immer mehr Kriege und regelrechte Religionskriege (wenn wir uns an Bosnien, Osttimor und vor allem an die zionistischen Neocon-Kriege der USA im islamischen Raum erinnern).
Wieso wird trotz des ganzen „Dialogs“ die Christenverfolgung, vor allem in den islamischen Ländern und neuerdings auch im Heiligen Land, immer stärker?
Die Autoren schreiben dann im Rückgriff auf Papst Benedikt XVI.:
„Im interreligiösen Dialog zu bleiben, soll ein Beweis dafür sein, dass Fundamentalismus eine Verfälschung der Religionen darstellt, die ihrer tiefsten Berufung entgegensteht“ (§ 24).
Diese Aneinanderreihung von Wörtern ist Nonsens. Es ist schädlich, die ideologische Vokabel „Fundamentalismus“ einzustreuen. Die Autoren implizieren mit ihrer Rede von der „Verfälschung der Religionen“ darüber hinaus, daß die verschiedenen „Religionen“, wenn sie „unverfälscht“ sind, Instantiierungen ein und desselben, selbstverständlich „friedlichen“ Wesens wären. Das ist angesichts der einander widersprechenden Glaubensinhalte eine Verhöhnung der Vernunft. Es ist angesichts des Heilswerks Christi nichts weniger als Blasphemie.
Bergoglios Schatten über der Kirche: Uminterpretation des hl. Franziskus und Realitätsverweigerung
Verbissen wird an dem Irrsinn von Papst Franziskus festgehalten, der Widerstand gegen die Wahrheit wird immer heftiger, die freimaurerische Diktion von der „Brüderlichkeit“ immer aufdringlicher und die ideologische Vereinnahmung des hl. Franz von Assisi immer unverschämter:
„Mit Papst Franziskus ist der interreligiöse Dialog in eine neue Phase eingetreten, tief geprägt von der Sichtweise der ‚allumfassenden Brüderlichkeit’ im eigentlichen Sinn der Brüderlichkeit beim heiligen Franz von Assisi“ (§ 30).
Es wird dann eine Aussage von Papst Franziskus herangezogen, nach der es unmöglich sei, „sich selbst vollständig zu verstehen oder die Wirklichkeit des eigenen Landes, der eigenen Kirche oder der eigenen Gemeinschaft tiefgreifend zu erfassen, ohne sich respektvoll mit denen auseinanderzusetzen, die anders sind“. Franziskus habe daraus geschlossen: „Das Anderssein wird so zu einer Quelle gegenseitiger Bereicherung, unter der Voraussetzung, dass andere Glaubensrichtungen oder geistliche Traditionen und Kulturen nicht als Bedrohung wahrgenommen werden“ (§ 31).
Das ist geradezu gewalttätig weltfremd. Wo soll die „Bereicherung“ durch irrige Lehren stattfinden? Was hätten überdies die Verteidiger der Christenheit in Lepanto oder Wien dazu gesagt, wenn der Papst sie ermahnt hätte, die islamische Aggression „nicht als Bedrohung wahrzunehmen“?
Interreligiöser Dialog als „theologischer Ort“?
Im Gegensatz zur klassischen Lehre von den „theologischen Orten“ (loci theologici, nach Melchior Cano OP: also vor allem hl. Schrift, Tradition, Kirchenlehrer, Kirchenväter, bis zur Vernunft der klassischen Philosophie) wird der „interreligiöse Dialog“ tatsächlich zum „theologischen Ort“ erklärt (!), „an dem der Heilige Geist durch die Begegnung mit dem Anderen zu Wort kommen möchte“ (§ 51). Das ist wiederum ein Verstoß gegen das Erste Gebot und die Vernunft!
Es wirkt wiederum wie ein aus Formgründen gemachtes Zugeständnis an den Glauben, wenn gesagt wird:
„Es geht in Wahrheit nicht darum, eine große Weltreligion zu gründen, in der alle Glaubensrichtungen nivelliert werden. Diese Möglichkeit muss aus Respekt vor sich selbst und vor anderen ausgeschlossen werden“ (§ 53).
Im nächsten Satz heißt es dann aber: „Es geht vielmehr darum, eine geschwisterliche Gesellschaft aufzubauen, die fähig ist, Unterschiede zu akzeptieren.“
Mit Verlaub, aber eine „geschwisterliche Gesellschaft“, die die „Unterschiede akzeptiert“, ist in der Praxis ohnehin dasselbe wie eine Welteinheitsreligion. Und diese wird offenbar von der Kabale im Vatikan tatsächlich anvisiert.
Die Autoren rufen dazu auf, daß die Christenheit ihren Auftrag und die Verteidigung ihrer legitimen Interessen aufgibt. Wie schon unter Papst Franziskus wird der „Proselytismus“ (von Papst Franziskus als „kolossale Dummheit“, una solenne sciocchezza, gebrandmarkt) verurteilt. Damit werden die Verkündigung des Evangeliums, die Bekehrung und Rettung von Seelen und die „Eroberung des Gebietes der Ungläubigen“ (wie es Ignatius im Exerzitienbuch dem Exerzitanten vorlegt) delegitimiert.
Dann folgte ein weiterer Wortschwall über die „kreative Dynamik, die es versteht, Vielfalt in Solidarität zu verwandeln“ (?!) und eine Hochpreisung der „klassischen religiösen Texte“ der (falschen) Religionen (!).
Nostrae aetate sei ein „mutige[r] Text gewesen und die Kirche sei „zu einem mutigen Weg des aufrichtigen Dialogs, der respektvollen Begegnung und der geschwisterlichen Zusammenarbeit übergegangen“ (§ 55)
Nun, wir sehen, wohin das geführt hat. –
Daß die Note in einer „okkulten“ Tradition innerhalb des kirchlichen Apparats steht, erkennen wir an einem diskreten Hinweis (name dropping) auf eine Schlüsselenzyklika von Papst Roncalli:
Pacem in terris von Johannes XXIII.: eine „okkulte“ Enzyklika
Die Autoren der Note schreiben:
„Die respektvolle Begegnung mit dem Anderen ist unabdingbare Voraussetzung dafür, das Evangelium in seiner Fülle zu leben. Wenige Monate später rief der Papst in der Enzyklika Pacem in Terris alle dazu auf, die Würde jedes Einzelnen zu achten.“
Pacem in terris (1963) ist eine „okkulte“ Enzyklika. Hier sind zwischen vielen traditionellen Lehraussagen im Subtext, also dem nicht ganz wachsamen Auge fast verborgen, gleichsam gnostische Elemente untergebracht: Die Argumentation ist, daß der Kommunismus zwar irrig ist, aber die Kommunisten qua Menschen eine unfaßbare Menschenwürde genießen. Damit würde jede Verurteilung des Kommunismus natürlich unwirksam.1
In § 83 von Pacem in terris heißt es:
„Denn der dem Irrtum Verfallene hört nicht auf, Mensch zu sein, und verliert nie seine persönliche Würde, die doch immer geachtet werden muß.“
Die maßlose Überschätzung der Menschenwürde, unabhängig von Gesinnung und Taten des Betreffenden, ist nichts weniger als luziferisch. Diese Mentalität menschlicher Selbstüberhebung ist in den letzten Jahrzehnten in die Mitte der Kirche gerückt („Dignitatis humanae“, „Dignitas infinita“, „Magnifica humanitas“). Das ist gefährlich. Die Menschenwürde wird hier auf Kosten der Wahrheit und auf Kosten der Verpflichtung, Gott zu gehorchen, kraß überzeichnet. –
Was besonders an der Note auffällt, ist dessen judaisierende Tendenz:
Der Glaubensabfall und der jüdische Einfluß
Die Lektüre der Paragraphen 4 bis 15 läßt die Frage aufkommen: Stammt dieser Teil der Note vom Jüdischen Weltkongreß oder der Anti-Defamation League?
Interessanterweise wird in § 4 auf den Kontakt des „Juden Jules Isaac“ mit Kardinal Augustin Bea, Jesuit und vormals Beichtvater von Papst Pius XII., aufmerksam gemacht. Diese diskreten Treffen (man könnte auch passend von „Mauschelei“ sprechen) führten zu den problematischen Aussagen zum Judentum in Nostra aetate (die allerdings, streng genommen, verhältnismäßig „konservativ“ und keineswegs so revolutionär im Sinne des Judentums sind, wie es wohl intendiert war) und zu den Änderungen der Karfreitagsliturgie (die tatsächlich revolutionär sind, vor allem die geradezu lügenhafte Formulierung der Fürbitte für die Juden im Novus Ordo Missae).
Die Autoren glauben offenbar nicht, daß Jesus Christus die letztgültige Offenbarung an alle Menschen, also auch an die Juden ist, und sie glauben offenbar ebenfalls nicht, daß, wie der Apostel sagt, ein „Schleier“ auf dem Herzen der Juden liegt, wenn sie das Alte Testament lesen (2 Kor 3, 4–6):
„Sowohl das heutige Judentum als auch das zeitgenössische Christentum beruhen auf dem im Ersten Testament [sic!] offenbarten Wort und haben ihre Wurzeln im Judentum der Zeit Jesu. Letzteres wandelte sich seit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem im Jahr 70 n. Chr. im Laufe der Zeit insbesondere zum rabbinischen Judentum, während sich das Urchristentum aus der von Jesus und seinen Jüngern [!] ins Leben gerufenen Bewegung heraus entwickelte und sich im Laufe der Zeit von den verschiedenen Formen des Judentums abgrenzte [sic!]. Mit dem Juden Jesus übernahmen die ersten Christen tatsächlich Grundsätze des damaligen Judentums [sic!] und passten sie der neuen nachösterlichen Situation an“ (§ 10).
Das ist so formuliert, als wäre alles bedeutungsnackte Faktizität und rein zufällig so gekommen. Von göttlicher Vorsehung keine Rede, die Gottsohnschaft Jesu wird implizit geleugnet. Kann man sich vorstellen, daß die Apostel so geredet hätten?
In § 11 steht doch tatsächlich:
„Was aber Jesus an jüdischem Erbe in das Christentum eingebracht hat, ist Teil der theologischen Struktur des Christentums selbst.“
Das ist kraß irreführend formuliert. Was Jesus „an jüdischem Erbe (…) eingebracht hat“, ist nicht „jüdisches Erbe“, sondern Offenbarung Gottes – die von den Juden zur Zeit Jesu abgelehnt wurde (und schon zur Zeit der Propheten). Und „jüdisches Erbe“, das nicht auf der Offenbarung beruht, wird von Jesus verworfen (Mt 15, 1 – 14).
In § 15 schreibt die Note, daß trotz mancher Probleme aufgrund des Nahostkonflikts „die Säulen des Dialogs unter Gläubigen, die in sechzig Jahren gemeinsamer Arbeit errichtet wurden, stabil geblieben“ seien. Mit anderen Worten: Die Realität, also die zunehmenden Übergriffe auf Priester und Ordensleute in Jerusalem, die Terrorisierung der christlichen Stadt Taybeh im Westjordanland durch „Siedler“ und der Beschuß der katholischen Kirche in Gaza durch die israelische Besatzungsmacht, beeinträchtigt den wundervollen „Dialog“ in keiner Weise.
Resümee: Abfall von der Wahrheit durch den Inhaber des Petrusamtes
Interessanterweise lehrt der Weltkatechismus, daß die Kirche vor der Wiederkunft Christi eine „letzte Prüfung“ durchmachen müsse, „die den Glauben vieler erschüttern wird“ (§ 675). Dann heißt es einer für die „nachkonziliare“ Mentalität unüblichen Deutlichkeit:
„Ein religiöser Lügenwahn bringt den Menschen um den Preis des Abfalls von der Wahrheit eine Scheinlösung ihrer Probleme.“
Die Betreiber dieses Lügenwahns sind derzeit Papst und Kardinäle selbst. Seit den Tagen von Papst Johannes XXIII. schob sich gleichsam eine rein weltliche Friedensvision vor den wahren Glauben.
Das Schibboleth der weltlichen Friedensvision ist für die Autoren der Note die vielbeschworene „Shoah“:
„Die Shoah möge sowohl die alten als auch die jungen Generationen lehren, daß nur der mühsame Weg des Aufeinander-Hörens, des Dialogs, der Liebe und der Vergebung die Völker, Kulturen und Religionen der Welt zum gewünschten Ziel der Brüderlichkeit und des Friedens in Wahrheit führt“ (§ 14, Hervorhebung WS).
Diese „Shoah“ hat also quasi-heilsgeschichtliche Relevanz, offenbar auf Kosten von Golgotha.
Daß das Ziel der Friede „in Wahrheit“ wäre, kann natürlich unmöglich wahr sein, weil nur Jesus Christus der Friedensfürst und Unsere Liebe Frau Königin des Friedens ist.
So weit hat sich also das Petrusamt derzeit vom Glauben entfernt. Aber es ist nicht ganz neu:
„Und wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder!“ (Lk 22, 32b)
*Wolfram Schrems, Wien, Mag. theol., Mag. phil., Katechist, Pro-Lifer, wurde dieser Tage von einem (eigentlich „konservativen“) Priester wegen der Beiträge auf dieser Seite, besonders der Serie über die Heiligsprechungen massiv gescholten.
Bild:
1 Johannes XXIII. befürwortet in der Enzyklika eine Weltautorität (!), streng freiwillig natürlich. Eine Neuerung liegt in einer starken und tendenziell utopischen und übertriebenen Betonung der Menschenwürde. Was das regelrecht Revolutionäre ist, ist der Optimismus der Zusammenarbeit mit Kommunisten. Damit kommt ein Element des Unwirklichen und Utopischen in das Lehramt.
Dann führt der Papst eine Phrase ein, die heute propagandistisch allgegenwärtig ist: Die Fragen und Probleme sind so weit verflochten und dringlich, mithin zu schwierig, „als daß sie von den Lenkern der Einzelstaaten glücklich gelöst werden könnten.“
Ganz am Schluß heißt es dann:
„87. Allen Menschen guten Willens ist hier eine große Aufgabe gestellt: unter dem Leitstern der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Liebe und der Freiheit in der menschlichen Gesellschaft neue Wege der gegenseitigen Beziehungen zu finden.“
War Papst Johannes nur naiv optimistisch (blindly utopian wie Pater Innocenzo Colosio OP, ursprünglich ein Freund des Papstes sagte)? Nachdem der Papst neben seiner Ausbildung als Kirchenhistoriker jahrzehntelang Karrierediplomat war, und somit über die Schattenwelt der Hintergrundmächte informiert war, wird man wohl annehmen müssen, daß er sein Lehramt und sein Konzil in den Dienst einer irdischen Utopie stellen wollte. Alleine der Titel „Pacem in terris“ deutet darauf hin.
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