Fatima: vatikanische Täuschungen, gewollte Ignoranz, apokalyptische Weltlage (Epilog, 1. Teil)

Eine Analyse


Am 13. Oktober 1946 entstand in Città della Pieve das erste italienische Heiligtum Unserer Lieben Frau von Fatima. Dort wurde eine eigens gefertigte Kopie der Fatima-Madonna aufgestellt (Bild), die wenige Tage zuvor von Papst Pius XII. in Castel Gandolfo gesegnet worden war. Im Frühjahr 1947 wurde die internationale Wanderstatue aus dem portugiesischen Heiligtum ausgesandt auf eine große Europa-Peregrination.
Am 13. Oktober 1946 entstand in Città della Pieve das erste italienische Heiligtum Unserer Lieben Frau von Fatima. Dort wurde eine eigens gefertigte Kopie der Fatima-Madonna aufgestellt (Bild), die wenige Tage zuvor von Papst Pius XII. in Castel Gandolfo gesegnet worden war. Ab dem Frühjahr 1947 wurde eine internationale Wanderstatue aus dem portugiesischen Heiligtum ausgesandt auf eine große Europa-Peregrination.

Im Anschluß an die nun schon über zwei Mona­te zurück­lie­gen­de Ver­öf­fent­li­chung der Serie über Fati­ma sei ein Epi­log nach­ge­reicht. Die­ser ver­dankt sich beson­ders dem Wunsch inter­es­sier­ter Leser nach wei­te­rer Information.

Zunächst sei allen für hilf­rei­che Kom­men­ta­re gedankt. Dank geht an den Forums­teil­neh­mer mit dem Forums­na­men 140968 für die posi­ti­ven Rück­mel­dun­gen und die Hin­wei­se auf den Brief an Dr. Micha­el Hese­mann und den Schwei­zer Fati­ma-Boten 3/​2015, den ich dann auch konsultierte.

Hw. Dr. Joa­chim Heim­erl äußer­te sich dahin­ge­hend, daß er es für mög­lich hält, daß die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on bei der angeb­li­chen Ver­öf­fent­li­chung des Drit­ten Geheim­nis­ses am 26. Juni 2000 tat­säch­lich nicht die vol­le Wahr­heit gesagt hat und daß es noch eine Erklä­rung der Visi­on geben muß.

Nun, wenn man sogar im Kle­rus eine vati­ka­ni­sche Lügen­kam­pa­gne für mög­lich hält, dann muß das Ver­trau­en in die Kir­chen­struk­tu­ren schon sehr erschüt­tert sein. Nicht ohne Grund, wie wir wis­sen. Dar­um soll die Ver­tu­schung des Jah­res 2000 an den Anfang des Epi­logs gestellt werden:

Das Dritte Geheimnis und die Glaubenskongregation – Geschichte einer Vertuschung

Wie hier und hier schon thematisiert:

Eini­ge Beob­ach­ter kom­men zu dem Schluß, daß den Gläu­bi­gen nicht die vol­le Wahr­heit gesagt wur­de. Der Vati­kan und die dama­li­ge „Sr. Lucia“ beteu­er­ten zwar, daß „alles“ offen­bart wur­de, aber das kann unmög­lich wahr sein. Der zen­tra­le Teil der Bot­schaft, näm­lich die Wor­te Mari­ens, fehlt, die Inter­pre­ta­ti­on der Visi­on auf das damals schon neun­zehn Jah­re zurück­lie­gen­de Atten­tat auf Johan­nes Paul II. ist absurd und unglaubhaft.

Der ita­lie­ni­sche Jour­na­list Anto­nio Soc­ci, der ursprüng­lich auf Vatik­an­li­nie war und durch die Arbeit des Jour­na­li­sten Soli­deo Pao­li­ni und die dar­auf fol­gen­den eige­nen Recher­chen davon abkam, hat in Das vier­te Geheim­nis von Fati­ma (2006) dar­ge­legt, daß es zwei Ori­gi­nal­tex­te zum Drit­ten Geheim­nis geben muß, näm­lich einen Text, der die Visi­on erzählt und der allem Anschein nach tat­säch­lich vom Vati­kan ver­öf­fent­licht wur­de, und einen viel kür­ze­ren, etwa 20 bis 25 Zei­len lan­gen Text, der die Visi­on erklärt.

Genau das hat­te Erz­bi­schof Loris Capo­vil­la, einst Sekre­tär von Papst Johan­nes XXIII., in einem Tele­fo­nat mit Pao­li­ni bestätigt.

Gemäß der vier­ten Lebens­be­schrei­bung von Sr. Lucia beginnt der kür­ze­re Text mit den Wor­ten „In Por­tu­gal wird das Dog­ma des Glau­bens immer bewahrt blei­ben etc.“.

Wie wir alle wis­sen, ging die Erklä­rung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on auf die­sen bedeu­tungs­schwe­ren Satz, der in einer Fuß­no­te (!) zitiert wird, über­haupt nicht ein (!).

Selbst­ver­ständ­lich muß man im Vati­kan aber mehr gewußt haben:

Am 10. Sep­tem­ber 1984 sprach der Bischof von Lei­ria-Fati­ma, Alber­to Cos­me do Ama­ral, wäh­rend einer Fra­ge-und-Ant­wort-Run­de an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien über das Drit­te Geheim­nis. Sei­ne Aus­sa­ge, die in der Febru­ar­aus­ga­be 1985 von Men­sa­gem de Fati­ma ver­öf­fent­licht wur­den, lautete:

„Das Geheim­nis von Fati­ma spricht weder von Atom­bom­ben noch von Atom­spreng­köp­fen, noch von Pers­hing-Rake­ten, noch von SS-20-Rake­ten. Sein Inhalt betrifft aus­schließ­lich unse­ren Glau­ben. Das Geheim­nis mit kata­stro­pha­len Vor­her­sa­gen oder einem nuklea­ren Holo­caust gleich­zu­set­zen, bedeu­tet, die Bedeu­tung der Bot­schaft zu ver­zer­ren. Der Ver­lust des Glau­bens eines Kon­ti­nents ist schlim­mer als die Ver­nich­tung einer Nati­on; und es ist wahr, daß der Glau­be in Euro­pa kon­ti­nu­ier­lich abnimmt.“

Der Bischof wur­de zum Rück­ruf gezwun­gen, bestä­tig­te sei­ne Aus­sa­ge aber nach sei­ner Eme­ri­tie­rung. Sei­ne Aus­sa­ge spie­gelt sich in der Erklä­rung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on aber nicht wider.

Kar­di­nal Joseph Ratz­in­ger hat­te im Novem­ber 1984 in einem Inter­view mit Vitto­rio Mess­o­ri erklärt, das Drit­te Geheim­nis ent­hal­te einen radi­ka­len Auf­ruf zur Bekeh­rung, die abso­lu­te Bedeut­sam­keit der Geschich­te und die Gefah­ren, die den Glau­ben und das Leben des Chri­sten und damit der Welt gefähr­den, und schließ­lich die Wich­tig­keit der novi­s­si­mi (der letz­ten Din­ge am Ende der Zeit). All das wird sech­zehn Jah­re spä­ter in der merk­wür­dig verdrall­ten Erklä­rung der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on nicht aufgegriffen.

Was geht hier eigent­lich vor?

Die nächst­lie­gen­de Fra­ge ist: Haben die Päp­ste seit Johan­nes XXIII. mit der Ver­öf­fent­li­chung des Drit­ten Geheim­nis­ses des­we­gen gezö­gert, weil es sich auf Glau­bens­ab­fall und Ver­nach­läs­si­gung der pasto­ra­len Pflich­ten bezieht, weil es daher für die Inha­ber des Petrus­am­tes nicht schmei­chel­haft ist?

Daher sind eini­ge Wor­te zum Zustand des Petrus­am­tes angebracht:

Alle, die die rezen­te Bespre­chung Das desa­strö­se Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus zur Kennt­nis haben, müs­sen sich über den desa­strö­sen, ja apo­ka­lyp­ti­schen Zustand der Kir­che bewußt sein.

Man fragt sich: Was fehlt hier noch auf die gro­ße Apo­sta­sie, von der Pau­lus in 2 Thess 2, 3ff spricht?

Offen­bar nicht mehr viel, da sogar eine Ver­leug­nung Jesu Chri­sti durch einen Petrus­nach­fol­ger stattfand:

Tiefpunkt des Petrusamtes – der Verrat des Papstes am Ersten Gebot

Wir erin­nern uns mit Ent­set­zen an den 13. Sep­tem­ber 2024, als Papst Berg­o­glio zu nüch­tern­ster Stun­de und im Voll­be­sitz sei­ner gei­sti­gen Kräf­te in Sin­ga­pur die­se unge­heu­er­li­che Aus­sa­ge tätigte:

„Alle Reli­gio­nen sind ein Weg, um zu Gott zu gelan­gen. Sie sind ̶ ich mache einen Ver­gleich ̶ wie ver­schie­de­ne Spra­chen, ver­schie­de­ne Idio­me, um dort­hin zu gelan­gen. Aber Gott ist Gott für alle. Und weil Gott der Gott für alle ist, sind wir alle Kin­der Got­tes. ‚Aber mein Gott ist wich­ti­ger als dei­ner!‘ Ist das wahr? Es gibt nur einen Gott, und wir, unse­re Reli­gio­nen sind Spra­chen, Wege zu Gott.“

Das ist bewuß­ter, kla­rer, ent­schlos­sen­ster Glau­bens­ab­fall. Es ist die Zustim­mung zur luzi­fe­ri­schen Ideo­lo­gie der Frei­mau­rer und die Ver­leug­nung des Herrn. Es ist der Tief­punkt der Papst­ge­schich­te. Eine sol­che Blas­phe­mie hat­te nach gän­gi­ger Geschichts­schrei­bung auch der mora­lisch ver­kom­men­ste Papst des sae­cu­lum obscurum oder der Renais­sance nicht von sich gegeben.

Und wie wur­de auf die­se Unge­heu­er­lich­keit reagiert, was geschah? Erklär­ten ihn die Kar­di­nä­le wegen Häre­sie für abge­setzt? Stürm­ten die Gläu­bi­gen den Papst­pa­last nach sei­ner Rück­kehr nach Rom und jag­ten ihn aus der Stadt, die die Apo­stel­für­sten mit ihrem Mär­ty­rer­blut gehei­ligt haben? Nein. Alle grin­sten nur. Und Papst Leo wähnt Berg­o­glio jetzt im Himmel. –

Der Zusam­men­hang mit Fati­ma kann nur die­ser sein:

Nach allen Indi­zi­en zu schlie­ßen, muß das Drit­te Geheim­nis, d. h. die im Satz „In Por­tu­gal wird das Dog­ma des Glau­bens immer bewahrt blei­ben etc.“ durch das „etc.“ ange­zeig­ten Aus­sa­gen, Glau­bens­ab­fall und Ver­nach­läs­si­gung seel­sorg­li­cher Pflich­ten in der Hier­ar­chie zum Inhalt haben, also genau das, was wir ohne­hin seit etwa sechs Jahr­zehn­ten fast flä­chen­deckend erle­ben.1

Das Ver­hal­ten der Päp­ste blieb, inso­fern es die seit Bene­dikt XV. tat­säch­lich gesche­he­ne Aner­ken­nung von Fati­ma betrifft, merk­wür­dig halb­her­zig: Beson­ders die inhalt­li­chen Bot­schaf­ten, Unbe­fleck­tes Herz, Süh­ne, Genug­tu­ung, scheint man nicht ger­ne zur Kennt­nis genom­men zu haben. Die Andacht zum Unbe­fleck­ten Her­zen Mari­ens und die Süh­ne­sams­ta­ge sind dem­zu­fol­ge heut­zu­ta­ge in der Welt­kir­che weit­ge­hend unbe­kannt, das bei allen sechs Erschei­nun­gen im Jahr 1917 auf­ge­tra­ge­ne täg­li­che Rosen­kranz­ge­bet ist nur bei einer win­zi­gen Min­der­heit verbreitet.

Das vati­kan­of­fi­zi­el­le Welt­apo­sto­lat von Fati­ma (WAF) ent­fal­tet kei­ne erkenn­ba­re Wir­kung auf welt­kirch­li­cher Ebe­ne, die Legio Mariae folgt eben­falls der offi­zi­el­len Vati­kan­po­li­tik in Sachen Fatima.

Da der Fisch am Kopf zu stin­ken beginnt, ist ein Blick auf die päpst­li­che Poli­tik zu Fati­ma seit 1917 angebracht:

Die Päpste und das Heilsangebot von Fatima – eine halbherzige Reaktion

Papst Bene­dikt XV. (1914–1922) erfuhr zeit­na­he von den Gescheh­nis­sen in Fati­ma. Sie waren gleich­sam eine Gebets­er­hö­rung, nach­dem er sich fei­er­lich an das Hei­lig­ste Herz Jesu auf die Für­spra­che Mari­ens gewandt hat­te, um das Ende des Krie­ges zu erbit­ten.2 Sei­ne Reak­ti­on auf die Nach­richt war die Wie­der­errich­tung der alten Diö­ze­se Lei­ria am 17. Jän­ner 1918 und ein Brief im April an die por­tu­gie­si­schen Bischö­fe, in dem er die Ereig­nis­se von Fati­ma als „außer­or­dent­li­che Hil­fe sei­tens der Mut­ter­got­tes“ bezeichnete.

Papst Pius XI. (1922–1939) über­reich­te bei einer Audi­enz des Por­tu­gie­si­schen Semi­nars in Rom jedem Semi­na­ri­sten zwei Bil­der Unser Lie­ben Frau vom Rosen­kranz von Fati­ma. Er wünsch­te, alle Resul­ta­te des kano­ni­schen Pro­zes­ses von Fati­ma zu erfah­ren, damit er per­sön­lich mit den Erschei­nun­gen Unse­rer Lie­ben Frau ver­traut wür­de. Die Pöni­ten­tia­rie gewähr­te unter Pius XI. bestimm­te Abläs­se für Fati­ma­pil­ger, die für die Inten­tio­nen des Pap­stes beten.

Papst Pius XI. ermäch­tig­te den Bischof von Lei­ria-Fati­ma, José Alves Cor­reia da Sil­va, die Resul­ta­te der amt­li­chen Unter­su­chung zu ver­kün­den und somit die Erschei­nun­gen vom 13. Mai bis 13. Okto­ber 1917 anzu­er­ken­nen. Das geschah am 13. Mai 1930. Die Obrig­keit muß­te schon von den Inhal­ten der Erschei­nun­gen, also die Bot­schaf­ten und das „Geheim­nis“ vom 13. Juli 1917, zumin­dest in gro­ben Zügen gewußt haben, weil Sr. Lucia (damals noch kei­ne Ordens­frau) die­se bereits 1924 auf­ge­schrie­ben und an die Auto­ri­tä­ten wei­ter­ge­lei­tet hat­te. Nach Mark Fel­lows wur­de das Doku­ment aber verbrannt.

Wie wir wis­sen, wur­de Pius XI. von der Anord­nung der fei­er­li­chen Wei­he Ruß­lands und der Pro­mul­ga­ti­on der Süh­ne­sams­ta­ge im Gefol­ge der Bot­schaft von Tuy am 13. Juni 1929 (mit eini­ger Ver­zö­ge­rung, nach Frè­re Michel nach dem Juni 1930 und vor dem 31. August 1931) erreicht, han­del­te aber nicht danach.

Der „Papst von Fatima“?

Pius XII. (1939–1958) sag­te: „Die Zeit an Fati­ma zu zwei­feln, ist vor­bei, die Zeit zu han­deln, ist jetzt.“ Als die Pil­ger­sta­tue durch Ita­li­en tour­te und sich an allen Orten Wun­der ereig­ne­ten, rief der Papst aus: „Wir kön­nen unse­ren Augen kaum trauen.“

Im Jahr 1940 sprach Papst Pius zum ersten Mal in einem offi­zi­el­len päpst­li­chen Text über Fati­ma, näm­lich in sei­ner Enzy­kli­ka Sae­cu­lo exe­un­te, die die Kir­che in Por­tu­gal in ihrer mis­sio­na­ri­schen Tätig­keit för­dern soll­te. Dort heißt es: „Mögen die Gläu­bi­gen nicht ver­ges­sen – beson­ders wenn sie den Rosen­kranz beten, der von der Hei­li­gen Jung­frau von Fati­ma so emp­foh­len wur­de –, daß sie die jung­fräu­li­che Mut­ter­got­tes um mis­sio­na­ri­sche Beru­fun­gen mit über­rei­cher Frucht für die größt­mög­li­che Zahl von See­len bit­ten sollen.“

Er schloß das Rund­schrei­ben so: „Ohne Zwei­fel wird Gott in Sei­ner Güte Sei­nen über­rei­chen Segen über die­ses hoch­her­zi­ge Unter­neh­men und über die über­aus noble por­tu­gie­si­sche Nati­on aus­gie­ßen. Die Hei­li­ge Jung­frau, Unse­re Lie­be Frau des Rosen­kran­zes, die in Fati­ma ver­ehrt wird, die hei­li­ge Mut­ter Got­tes, die den Sieg bei Lepan­to brach­te, wird euch mit Ihrer aller­kraft­voll­sten Hil­fe unterstützen.“

Im sel­ben Jahr 1940 gewähr­te der hl. Vater der neu­en Diö­ze­se von Nam­pu­la in Mozam­bi­que Unse­re Lie­be Frau von Fati­ma als Patronin.

Im Okto­ber 1942 weih­te Pius XII. die Welt dem Makel­lo­sen Her­zen Mari­ens mit einer spe­zi­el­len Nen­nung Ruß­lands. Damit reagier­te er auf eine Bot­schaft, die ihm 1940 von Sr. Lucia über­mit­telt wor­den war. Im Jahr 1943 erklär­te Sr. Lucia, daß der Herr ihr mit­ge­teilt hät­te, Er wür­de die­sen Wei­he­akt anneh­men, um das Ende des Krie­ges zu beschleu­ni­gen, aber daß der Akt nicht welt­wei­ten Frie­den erlan­gen wür­de. Tat­säch­lich wur­de der Krieg abge­kürzt, aber die Peri­ode des Frie­dens, die Unse­re Lie­be Frau ver­spro­chen hat­te, trat nicht ein, da es eben kei­ne aus­drück­li­che Wei­he Ruß­lands war und der Wel­tepi­sko­pat nicht invol­viert war.

Am 4. Mai 1944 führ­te der Hei­li­ge Stuhl das Fest des Unbe­fleck­ten Her­zens Mari­ens in den Kalen­der ein (22. August). Die­ses ist nach der desa­strö­sen Lit­ur­gie- und Kalen­der­re­form 1970 prak­tisch verschwunden.

Am 13. Okto­ber 1951 wur­de der Legat des Pap­stes, Kar­di­nal Tede­schi­ni, zum Abschluß des Hei­li­gen Jah­res nach Fati­ma gesandt. Er sag­te öffent­lich, daß Pius XII. selbst das Fati­ma-Son­nen­wun­der in Rom gese­hen hat­te. Der hl. Vater war tat­säch­lich vier­mal die­ser Visi­on gewür­digt wor­den, am 30. und 31. Okto­ber, am 1. Novem­ber, dem Tag, an dem Pius XII. das Dog­ma von der leib­li­chen Auf­nah­me Mari­ens in den Him­mel ver­kün­de­te, und am Oktav­tag, 8. November.

Im Mai 1952 erschien Unse­re Lie­be Frau Sr. Lucia und sagte:

„Tei­le es dem Hei­li­gen Vater mit, daß ich immer noch die Wei­he Ruß­lands an Mein Unbe­fleck­tes Herz erwar­te. Ohne die­se Wei­he wird sich Ruß­land nicht bekeh­ren kön­nen. Ohne die­se Wei­he kann die Welt kei­nen Frie­den haben.”

Am 7. Juli 1952 weih­te Pius XII. als Ant­wort auf eine Peti­ti­on rus­si­scher Katho­li­ken „die Völ­ker Ruß­lands“ dem Makel­lo­sen Her­zen Mari­ens, aller­dings nur im Rah­men des Apo­sto­li­schen Brie­fes Sacro ver­gen­te anno und daher weder in fei­er­li­cher Wei­se noch im Ver­ein mit dem Wel­tepi­sko­pat, wie in Tuy verlangt.

Am 11. Okto­ber 1954 pro­mul­gier­te Pius XII. eine Enzy­kli­ka zur Köni­gin­wür­de Mari­ens Ad Coeli Regi­nam, in der er sich aus­drück­lich auf Ihre wun­der­ba­re Sta­tue in Fati­ma bezog. 1956 wur­de die Kir­che am Erschei­nungs­ort in den Rang einer Basi­li­ka erhoben. –

Auf das Pon­ti­fi­kat Papst Pacel­lis fällt in Bezug zu sei­ner Hal­tung zu Fati­ma spä­te­stens ab 1952 ein Schat­ten: Im Sep­tem­ber sand­te er einen öster­rei­chi­schen Jesui­ten, Pater Joseph Schweigl, zu Sr. Lucia nach Coim­bra, um sie zum Drit­ten Geheim­nis zu befra­gen. Die­ser muß­te zwar über den Inhalt des Gehör­ten schwei­gen, gab aber zu Pro­to­koll, daß es sich erstens den hl. Vater betref­fe und sich zwangs­läu­fig um die Fort­set­zung der Wor­te „In Por­tu­gal wird das Dog­ma des Glau­bens immer bewahrt blei­ben etc.“ handle.

Pius XII. konn­te sich trotz des vier­mal gewähr­ten per­sön­li­chen Son­nen­wun­ders jedoch nicht über­win­den, das in Pon­te­ve­dra (1925) und Tuy (1929) Gefor­der­te umzu­set­zen: die amt­li­che Ver­kün­di­gung der Süh­ne­sams­ta­ge und die fei­er­li­che Wei­he Ruß­lands an das Unbe­fleck­te Herz Mari­ens im Ver­ein mit dem Weltepiskopat.

(Fort­set­zung folgt)

*Wolf­ram Schrems, Wien, Mag. theol., Mag. phil., Kate­chist, Pro Lifer, stellt mit Ent­set­zen fest, daß die apo­ka­lyp­ti­schen Zustän­de in Kir­che und Welt von den aller­mei­sten Leu­ten gar nicht als sol­che wahr­ge­nom­men werden.

Bild: MiL


1 Dazu bes.: Frè­re Michel de la Sain­te Tri­ni­té (mitt­ler­wei­le P. Fran­çois-Marie Velut OCart), The Who­le Truth About Fati­ma, 3 Bde., Buf­fa­lo, NY : Imma­cu­la­te Heart Publi­ca­ti­ons (PDF online ver­füg­bar); Mark Fel­lows, Fati­ma in Twilight, Mar­mi­on Publi­ca­ti­ons, Nia­ga­ra Falls, 2003; The Fati­ma Center.

2 Zu die­sem The­ma wur­den beson­ders die auf Fati​ma​.org berich­te­ten Fak­ten herangezogen.

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