Buchbesprechung von Wolfram Schrems*
Das apokalyptische Bergoglio-Pontifikat ist über ein Jahr nach dessen Ende nunmehr in eine historische Perspektive gerten. Vielleicht beginnen manche die Lähmung abzuschütteln und gestatten sich nunmehr einen realistischen Blick auf diese zwölf schlimmen Jahre.
Andere feiern das Andenken an Papst Bergoglio, manche wähnen ihn tatsächlich (schon) im Himmel. –
Nur ein wirklichkeitsbezogener Blick auf das Bergoglio-Pontifikat und eine schonungslose Auswertung können der Kirche und den Seelen wieder Wahrheit und Freiheit bringen (Joh 8, 32).
Dominic J. Grigio bietet dazu in The Disastrous Pontificate – Pope Francis’ Rupture from the Magisterium (Das desaströse Pontifikat – Papst Franziskus’ Bruch mit dem Lehramt) eine wichtige Hilfe. Der Verleger, Professor Peter Kwasniewski, wandte sich mit dem Vorschlag einer Vorstellung dieser im englischen Sprachraum offenbar schon weithin wahrgenommenen Publikation an Katholisches.info. Ich habe die Aufgabe als Dienst an der Wahrheit gerne übernommen.
Nachdem dieses achthundert großformatige Seiten starke Werk bislang nur auf Englisch vorliegt, versteht sich dieser Beitrag nicht als Rezension nach dem bekannten Muster sondern als Auswertung des Werkes für den deutschsprachigen Leser.1
Das geschieht besonders im Hinblick auf die geplanten Bischofsweihen der Piusbruderschaft, die völlig zu Recht mit einem kirchlichen Notstand begründet werden.2
Im Werk von Grigio ist die Piusbruderschaft allerdings nur am Rande Thema. Dem Autor geht es um die Dokumentierung des rätselhaften und skandalösen doktrinären, moralischen und menschlichen Verfalls der petrinischen Autorität.
Der Verlag schreibt am Buchrücken:
„Neun Jahre nach Beginn der Regierung von Papst Franziskus auf dem Thron des hl. Petrus verschickte einer seiner engsten Mitarbeiter unter seinen Mitbrüdern im Kardinalskollegium ein anonymes Memorandum, das ein vernichtendes Urteil aussprach: ‚Kommentatoren jeglicher Schule … stimmen darin überein, daß dieses Pontifikat in einer oder mehreren Hinsichten ein Desaster ist, eine Katastrophe.‘ Die Kritik fokussierte sich auf die Unterminierung des Fundaments der lehramtlichen Klarheit und Konsistenz durch den Pontifex, wodurch die traditionsreiche Maxime Roma locuta, causa finita est – ‚Rom hat gesprochen, der Fall ist abgeschlossen‘ – durch die vorherrschende Grundhaltung irriger Lehre und Mehrdeutigkeit ersetzt wurde: Roma loquitur, confusio augetur – ‚Rom spricht, die Verwirrung wächst.‘ In einer Zeit, da das Glaubensgut unerschütterlichen Schutz verlangt, stellt dieses Buch einen feierlichen Akt der Treue gegenüber dem apostolischen Auftrag an alle Gläubigen dar: die Integrität des Glaubens und der Moral zugunsten der Rettung der Seelen zu bewahren. Indem das Buch die Breite der heiligen Lehre umspannt, kontrastiert es rigoros die Lehren von Papst Franziskus mit der heiligen Schrift, der heiligen Tradition und dem überzeitlichen Lehramt.“
Die Diagnose „desaströs“ stammt also aus dem Kardinalskollegium selbst (offenbar von im Buch oft genannten Kardinal George Pell, der zu vieles über die Finanzmachinationen im Vatikan wußte und dessen Tod bei einer Routine-Operation rätselhaft bleibt).
Leider ist dieses Kollegium als ganzes zutiefst kompromittiert.
Daher in aller Deutlichkeit: Sollte es noch nicht bekannt gewesen sein, so gibt es tatsächlich einen gut dokumentierten kirchlichen Notstand. Er ist viel schlimmer, als biedere Katholiken es am Radar haben. Er hängt wohl mit einer besonderen Prüfung der Kirche durch den Widersacher zusammen, die Papst Leo XIII. am 13. Oktober 1884 offenbart wurde. Die Botschaft von Fatima, die ein Gegenmittel zu Glaubensabfall und geistlichen und zeitlichen Katastrophen hätte sein sollen, wurde, wie schon öfter hier festgehalten, von der Hierarchie in den Wind geschlagen. –
Der pseudonyme Autor ist Priester, der in gutem Einvernehmen mit seinem Bischof steht. Mehr gibt der Verlag zum Schutz des Autors nicht bekannt. Die synodale und geschwisterliche Liebeskirche duldet keinen Widerspruch im Namen des Glaubens.
Widerlegung der häretischen Lehren, Skandalchronik, traditionelles Lehramt und Kirchenväter
Das Werk ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil werden häretische Aussagen von Papst Franziskus mit den entsprechenden Aussagen der hl. Schrift, der Tradition und dem Lehramt kontrastiert, eine Art Denzinger-Bergoglio. Der zweite Teil bietet eine chronologische Auflistung von bergoglianischen Ärgernissen, vom Mißbrauch des päpstlichen Lehramtes und der päpstlichen Leitungsgewalt, von unverständlichen Personalentscheidungen und dem Verrat an der chinesischen Untergrundkirche, von Ärgernissen seiner Entourage und auch von den – viel zu wenigen – Äußerungen innerkirchlichen Widerstands gegen das Zerstörungswerk von Papst Bergoglio. Es werden die skandalösen Interviews mit Eugenio Scalfari (der den Lesern dieser Seite wohlbekannt ist) ausführlich behandelt.

mit der wahren Botschaft zu den Schafen kam
Einen wichtigen Platz nehmen die manipulierten Synoden ein. Inhaltlich wird oft auf die skandalöse Propaganda für die himmelschreiende Sünde Sodoms durch Papst Bergoglio und seine Lakaien eingegangen, wobei die heuchlerische und sophistische Erklärung Fiducia supplicans (2023) Anlaß zu Widerspruch durch ganze Bischofskonferenzen geworden ist. Verwendete Quellen sind vorwiegend Nachrichtenagenturen und freundliche und gegnerische Netzseiten aus dem englischen Sprachraum (prominent wird Lifesitenews.com zitiert), gelegentlich auch italienisch- und deutschsprachige.
Der dritte Teil kontrastiert Bergoglios Thesen mit kirchlichen Lehrdokumenten und Kirchenväterzitaten, auf deren Hintergrund der Wahnsinn des Bergoglio-Pontifikats (und – fairerweise – schon früherer Pontifikate) umso greller leuchtet.
Es ist alles sehr peinvoll zu lesen.
Der Leitgedanke des Autors ist, daß nach dem Zeugnis des Johannesevangeliums ausschließlich Jesus Christus die Tür zu den Schafen ist, das heißt, daß der oberste Hirte der Kirche selbstverständlich nur dann ein Recht auf den Gehorsam der Schafe hat, wenn er die wahre Lehre verkündet. Der Autor legt dar, daß Papst Franziskus nicht mit der wahren Botschaft zu den Schafen kam, sondern mit grotesken Irrlehren, ja Verzerrungen und Verneinungen des geoffenbarten depositum fidei.
Die wortreichen Lehrschreiben und mündlichen Aussagen Bergoglios sind meist verwirrend und widersprüchlich. Die im Werk abgedruckten Zitate offenbaren eine Vorliebe des verstorbenen Papstes für psychologische Kriegsführung, nämlich für die unpastorale und unverschämte Psychologisierung und Pathologisierung rechtgläubiger und traditionsverbundener Priester und Laien. –
Freilich war schon lange vor dem Amtsantritt Bergoglios eine lnfiltrierung der kirchlichen Struktur durch die feindliche Macht erfolgt, ohne die das desaströse Pontifikat nicht möglich gewesen wäre.
Dazu einige Informationen aus dem Werk Grigios:
Katastrophale Situation der Hierarchie
Die Personen, die in den letzten Jahrzehnten auf wichtige Posten ernannt wurden, stellen ein veritables Gruselkabinett dar. Schon die oft sehr ungeistliche, manchmal vulgäre, brutale oder mafiöse Physiognomie ist offenbarend und erschreckend. Sie genannten Kirchenmänner kommen in der Chronik Grigios vor:
Zu nennen sind der ehemalige Dekan des Tribunals der Römischen Rota, Pio Vito Pinto (der übrigens in der Pecorelli-Liste der innerkirchlichen Freimaurerei genannt wird, wobei diese Liste umstritten ist), Kardinal Angelo Becciu, Kardinal Francesco Coccopalmerio, Kardinal Óscar Rodríguez Maradiaga, Kurienerzbischof Vincenzo Paglia, Erzbischof Marcelo Sanchez Sorondo.
Grigio erwähnt auch den äußerst einflußreichen (1996 verstorbenen) Kardinal Joseph Bernardin, aus dessen Netzwerk eine so sinistre Figur wie der homosexuelle Ex-Kardinal Theodore McCarrick (im Vorjahr verstorben) stammte, der seinerseits Mentor der ärgerniserregenden Kardinäle Blase Cupich, Joseph Tobin, Kevin Farrell und Robert McElroy war, die ebenfalls häufig als Protegés von Papst Franziskus erwähnt werden.
Nach Auskunft von Malachi Martin in Windswept House, in welchem faktenbasierten Roman von 1996 Bernardin nach gängiger Interpretation als „Kardinal von Centurycity“ firmiert, war Bernardin Satanist. Vor sechs Jahren wurde die Personalie Bernardin von Taylor Marshall und Tim Gordon erörtert. Wie auch immer es sich mit Mitgliedschaften im Okkultismus verhalten haben mag, so richtete er tatsächlich großen Schaden in der Kirche der USA an. Ausdrücklich genannt wird von Grigio Bernardins Lehre vom „nahtlosen Gewand“ (seamless garment, 140), wonach Pro-Life-Katholiken auch gegen die Todesstrafe eintreten müßten (und auch sonst alle „sozialen“ Anliegen gleichermaßen vertreten müßten). Auf S. 448 wird Bernardin als Gründer der Gruppe Gay and Lesbian Outreach genannt, die die kirchliche Lehre zur Homosexualität ausdrücklich ablehnt.
Grigio dokumentiert auch die Ärgernisse von Bischöfen des deutschen Sprachraums: Georg Bätzing von Limburg, ehedem Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, und Erzbischof Franz Lackner von Salzburg, Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, und Bischof Josef Marketz von Gurk-Klagenfurt sprachen sich beide für Fiducia supplicans aus. Dieses wurde bekanntlich von vielen Bischöfen in Afrika und Osteuropa offen abgelehnt, allerdings auch im Westen, genannt wird Kardinal Daniel Sturla von Montevideo. –
Es sind in der Chronik Grigios überhaupt nur einige wenige Hirten, die gegen die Verwirrungen und Häresien Bergoglios die Wahrheit sagen und bekennen: etwa Weihbischof Athanasius Schneider, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Erzbischof und gewesener Nuntius Carlo Maria Viganò, dessen „Exkommunikation“ eine peinliche Farce ist, und der von Franziskus strafweise abgesetzte Joseph Strickland von Tyler (Texas).
Für ihre Haltung im Corona-Terror positiv herausgestellt werden – viele waren es ja nicht – Bischof Massimo Camisasca von Reggio Emilia und Bischof Daniel Fernández Torres von Arecibo in Puerto Rico, der dann wegen genau dieser Haltung vom Papst abgesetzt wurde.
Kardinal Walter Kasper – enger Vertrauter von Franziskus
Der deutsche Kardinal Walter Kasper wird von Grigio oft genannt. Er war das Mastermind hinter den getürkten Synoden von 2014 und 2015 zur Familie. Er ist der Vertreter eines innerkirchlichen Gnostizismus, Vorreiter der Kommunion für Wiederverheiratete und Inspirator des desaströsen Nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia (2016).
Kardinal Kasper hat in Österreich einen Brückenkopf, nämlich das Stift Heiligenkreuz, an dessen Hochschule Benedikt XVI. er vor drei Jahren er das Studienjahr eröffnete. Man hatte ihm zuvor einen Geburtstagsbesuch abgestattet. Man scheint sich gut zu verstehen.3
Katastrophale Situation der Orden
Wie aus der schmerzlichen Lektüre des Werkes hervorgeht, befinden sich die Orden in einem desaströsen Zustand.
Über die Gesellschaft Jesu wurde auf dieser Seite bereits in zwei Serien, Der Jesuit auf dem Papstthron, und Pedro Arrupe – Seligsprechung des Untergangs kritisch gehandelt.
In Grigios Chronologie des Glaubensabfalls kommen etliche Jesuiten prominent vor: der mittlerweile verstorbene Generalobere Adolfo Nicolás Pachón und der ehemalige Chefredakteur der einflußreichen und vom vatikanischen Staatssekretariat kontrollierten Jesuitenzeitschrift La Civiltà Cattolica Antonio Spadaro. Sodann P. James Martin SJ, ein Propagandist der himmelschreienden Sünde Sodoms, der auf gefühlt jeder zweiten Seite genannt wird. Es ist unglaublich, daß so jemand nicht nur ungehindert in der Kirche wirken kann, sondern daß er von einem Papst mit Gunsterweisen geradezu überhäuft wird.
Der nigerianische Jesuit P. Agbonkhianmeghe Orobator betätigt sich ebenfalls als Propagandist der Homosexualität und behauptet, daß man über die Aussagen der hl. Schrift und der kirchlichen Lehre streiten könne (499). Er ist Dekan an der Jesuitenschule für Theologie an der Santa Clara Universität. Sein Wikipedia-Eintrag legt nahe, daß er, aus animistischer Familie stammend und erst im Jugendalter getauft, sich möglicherweise nicht wirklich bekehrt hat. Er scheint eher Synkretist zu sein (He describes himself as a “Christian animist“ – Er beschreibt sich als „christlichen Animisten“). Da die schwarzafrikanische Kirche normalerweise dem Naturrecht und dem positiven Gesetz Gottes folgt, ist Pater Orobator ein besonderes Ärgernis.
P. Giancarlo Pani SJ plädiert in der einst glaubenstreuen La Civiltà Cattolica für eine Zulassung von Frauen zur Priesterweihe (241). P. Arturo Sosa Abascal, jetziger Generaloberer der Jesuiten, meint, daß die Worte Jesu gegen die Ehescheidung „relativ“ wären. Niemand hatte ein Tonbandgerät, um seine Worte aufzunehmen. Diese müßten zudem „kontextualisiert“ (!) werden (ebd.). Er meinte auch, daß der Teufel nicht existiere (was er dann später halbherzig zurücknahm).
In der von Franziskus völlig neu aufgestellten und ins Gegenteil der Stiftungsabsicht verkehrten Päpstlichen Akademie für das Leben wird öffentlicher Widerspruch gegen die Lehrschreiben Humanae Vitae (1968), Donum Vitae (1987) und Evangelium Vitae (1995) geäußert, unter ihnen die Jesuiten Alain Thomasset und Humberto Miguel Yanez.
Franziskus zitierte den Mailänder Erzbischof Kardinal Carlo Maria Martini SJ zustimmend, wonach die Kirche zweihundert Jahre hinter der Zeit wäre und verändert werden müsse (325). Weder Franziskus noch Grigio erwähnen allerdings, daß Kardinal Martini Freimaurer war, wenn man dem Nachruf des Grande Oriente Democratico folgt.
Jesuitenpater Benedikt Mayaki bezeichnete das Coronavirus als „ungewöhnlichen Verbündeten der Erde“, weil es „dem Planeten“ (nämlich mittels der verhängten Lockdowns) nützen (!) werde (334).
Jesuitenbischof Stephen Chow von Hong Kong zeigte sich von der Sinisierungspolitik des chinesischen KP-Regimes begeistert (447). Später sagte er, bei der Evangelisation ginge es nicht (!) um die Bekehrung anderer zum katholischen Glauben (462).
Der führende kanadische Jesuit Gilles Mongeau sinnierte über die Inkorporation heidnischer „Spiritualitäten“ in den katholischen Glauben („den christlichen Glauben entkolonisieren“, 410).
Notorisch sind die pro-homosexualistischen Stellungnahmen des Luxemburgischen Kardinals Jean-Claude Hollerich SJ. Sogar der sonst nicht negativ aufgefallene Glaubenspräfekt Luis Ladaria SJ zollte dem Zeitgeist Tribut und verwendete die euphemistische Selbstbezeichnung der Pro-Abtreibungsmafia als „Pro Choice“. Diakon Nick Donnelly kritisiert in diesem Zusammenhang, daß auch die vatikanischen Offiziellen die Verurteilung der Abtreibung als „verabscheuungswürdiges Verbrechen“ nach Gaudium et spes 51 aufgegeben haben (367).
Die am meisten ekelerregende Figur im Jesuitenorden war freilich der mittlerweile ausgeschlossene Künstlerpriester Marko Ivan Rupnik (430), dessen sexuelle Verfehlungen als geradezu satanisch inspiriert erscheinen. Da der Jesuitenorden ein engmaschiges Informationssystem unterhält, ist es ausgeschlossen, daß die Oberen davon nichts gewußt haben sollten. –
Auch andere Ordensgemeinschaften sind in einem katastrophalen Zustand, Grigio nennt Bischöfe aus dem Franziskanerorden und den in Richtung Homosexualität und Esoterik abgedrifteten Erfolgsautor und Franziskaner Richard Rohr (405) und die pro-homosexualistischen Dominikanerkardinäle Timothy Radcliffe und Christoph Schönborn.
Auf den Benediktinerorden fallen die von Grigio dokumentierten Tiraden des Liturgieprofessors an der Benediktinerhochschule Sant‘ Anselmo Andrea Grillo zurück. Grillo, scharfer Kritiker von Summorum Pontificum, beschimpfte traditionsorientierte Katholiken und würde die überlieferte Liturgie überhaupt am liebsten verbieten. Man beachte: Das geschieht jetzt schon etliche Jahre – unter den Augen des Abtprimas der Benediktiner und des benediktinischen Hochschulrektors! –
Dazu kommen die prominenten Ordensfrauen, die – wie von Grigio peinvoll dokumentiert – für Feminismus, Abtreibung und Homosexuellenpropaganda eintreten. –
Das Opus Dei, obwohl kein Orden im eigentlichen Sinn, muß hier auch genannt werden:
Grigio dokumentiert die skandalösen Lehren des Churer Bischofs und Opus-Dei-Mitglieds Joseph Maria Bonnemain (429) und die schimpfliche Entlassung des Opus-Dei-Priesters Abbé Janvier Gbénou, bekannt unter dem Pseudonym „Jesusmary Missigbètò“ (Elfenbeinküste), wegen dessen öffentlicher Kritik an der Befürwortung der Legalisierung homosexueller Paarungen durch Papst Bergoglio (359).
Roll of Honour – Ehrenliste
Der Autor stellte eine Liste von Klerikern und Laien zusammen, die „einen hohen Preis für das öffentliche Infragestellen der irrigen Lehren von Papst Franziskus gezahlt haben“ (556). Meist geht es um die Enthebung von ihren Posten oder Ehrenämtern.
Einige wurden schon genannt, andere sind etwa Alessandro Gnocchi und Mario Palmaro (die den Lesern dieser Seite wohlbekannt sind) und Henry Sire.
Geehrt wird auch Josef Seifert, der einige Beiträge gegen Amoris Laetitia publiziert hatte und deswegen vom Ortsbischof aus der Internationalen Akademie für Philosophie in Granada entfernt wurde (2017). Seifert wird vom Autor auch lobend für seinen Widerspruch zur Abu-Dhabi-Erklärung genannt (446). Wir müssen ergänzen: Leider kommt sein Widerspruch gegen religiösen Indifferentismus reichlich spät. Prof. Seifert selbst beförderte in einem relativistischen Vortrag bei der Theologischen Sommerakademie des Linzer Priesterkreises im Jahr 1999 durch die Rede von „Hochreligionen“ und einem impliziten Evolutionismus der Religionen den Indifferentismus. Im Jahr 2002 veranstaltete er an der von ihm gegründeten Internationalen Akademie für Philosophie in Liechtenstein eine „interreligiöse“ und unvermeidlich islampropagandistische Tagung, bei der der islamischen „da’wa“ („Einladung zum Islam“) breiter Raum eingeräumt wurde. Seifert regte auch ein „interreligiöses Tischgebet“ an. Einwände gegen diesen Schabernack wurden mit Verweis auf das II. Vaticanum abgetan. Von dort bis zur Abu-Dhabi-Erklärung wäre es eigentlich kein weiter Weg. Hoffentlich ist die Ablehnung der Abu-Dhabi-Erklärung jetzt das letzte Wort von Professor Seifert zu diesem Thema.4
Was man kritisch sehen kann
Edward Feser, dessen Alles in Christus hier bereits vorgestellt wurde, unterstützt das vorliegende Werk, gibt aber in seinem Empfehlungstext auch an, nicht mit allem einverstanden zu sein.
Dem schließe ich mich grundsätzlich an: Grigio hält etwa weitgehend konsequent an der Hinzufügung des Heiligentitels bei den Konzilspäpsten fest, was problematisch ist. Denn erstens ging diesen Heiligsprechungen keine langjährige Verehrung im gläubigen Volk voraus, sondern sie wurden kirchenpolitisch oktroyiert. Und zweitens verstellt das „St.“ den Blick auf die Katastrophen der betreffenden Pontifikate: Johannes XXIII. mit seiner Verleumdung der (kirchlich anerkannten) Fatima-Botschaft und mit seinem irrealen Weltoptimismus, Paul VI. mit der Zerstörung der Liturgie und der schändlichen „Ostpolitik“, Johannes Paul II. mit Assisi, Korankuß und Synagogen-Auftritt.
Freilich ist das alles nicht Themenstellung des Buches. Möglicherweise will sich der Autor gleichsam absichern, indem er die offizielle Terminologie benützt.
Was daraus folgt
Hätte es noch eines Beweises für das Vorhandensein eines Notstandes in der Kirche bedurft, hier ist er, detailliert, niederschmetternd. Der gegenwärtige Notstand in Lehrverkündigung, Personalpolitik und Weltgestaltung der Kirche ist ohne Präzedenzfall.
Zur letzteren Kategorie gehören das schändliche Abkommen mit Rotchina, die Kollaboration mit dem Rothschild-Kapitalismus und die Unterstützung der Corona-Tyrannei. Von letzterer muß der normalerweise bestens informierte vatikanische Nachrichtendienst gewußt haben, daß es sich um eine geplante Kampagne handelte.
Aber allzu viele Katholiken, auch Hierarchen, haben sich an den Wahnsinn gewöhnt. Allzu viele zogen es vor, zu den Ungeheuerlichkeiten von Papst Bergoglio zu schweigen, von den Kardinälen über die Bischöfe bis zu den ehemaligen Ecclesia-Dei-Gemeinschaften. Evidenterweise ist man in vielen Bischofskonferenzen schon sehr weit weg vom Glauben.
Es kann also daraus nur folgen, daß jeder seinen Beitrag zur Bekehrung leisten muß. Jeder muß nach der Botschaft von Fatima bei sich anfangen und dann je nach Zuständigkeit auf seine Umgebung wirken.
Es muß weiters folgen, daß die Position der Piusbruderschaft, gegebenenfalls auch ohne päpstliches Mandat Bischöfe zu weihen, selbstverständlich gerechtfertigt ist. Worauf sollte man jetzt noch warten?
Auf den offiziellen Episkopat ist in weiten Teilen der Welt kein Verlaß mehr, der deutschsprachige Raum ist besonders schlimm getroffen.
Und das Schwerwiegendste:
Das Papsttum ist in eine tiefe Krise geraten. Daran gibt es nichts zu deuteln.
*Wolfram Schrems, Wien, Mag. theol., Mag. phil., Katechist, Pro Lifer, stellt seit Jahrzehnten fest, daß man sich als Gläubiger gegenüber der kirchlichen Obrigkeit auf überhaupt nichts berufen kann.
Bild: Bucheinband
1 Die gelegentliche Angabe von Seitenzahlen dient der Bekräftigung des Gesagten, das oft ungeheuerliche und nicht zu glaubende Sachverhalte erwähnt, ist also eine Art „sic!“.
2 Das ist auch deswegen notwendig, weil die kirchliche Obrigkeit seit Jahrzenten nicht aufrichtig gegenüber der Bruderschaft und den ihr verbundenen Gläubigen handelt: Kanonische Anerkennung der Bruderschaft, dann Aufhebung der Anerkennung; Suspendierung von Erzbischof Marcel Lefebvre, gleichzeitig Förderung häretischer Theologen und „liberaler“ Bischöfe; Erklärung des „schismatischen Aktes“ (Ecclesia Dei, 1988), dann Aufhebung der Exkommunikation (2009) – ohne Klärung, ob die überhaupt rechtens war; Erklärung, daß die Sonntagspflicht dort nicht erfüllt werden kann bzw. doch; dann Gewährung der Beichtjurisdiktion und der Eheschließungsvollmacht und der Ernennung des Oberen zum kanonischen Richter erster Instanz, dann Ignorierung der Kontaktaufnahme durch den Generaloberen bezüglich der Bischofsweihen (bei gleichzeitigem „Dialog“ mit allen und jedem; schließlich Androhung der Exkommunikation (unklar, ob nur für die Bischöfe oder auch für die Priester oder gleich alle Gläubigen) aufgrund eines plötzlichen, sonst unüblichen Insistierens auf strengstmöglicher legalistischer Auslegung des kanonischen Rechts.
3 Wohlbegründete Kritik an den Irrlehren Kardinal Kaspers und Papst Bergoglios durch den Heiligenkreuzer Gastprofessor Thomas Stark kam diesen teuer zu stehen.
4 Prof. Seifert hat auch in der Frage der Corona-Impfungen für Verwirrung gesorgt. Er hat sich selbst öffentlich als geimpft bekannt, allerdings auch gegen die Impfpflicht ausgesprochen.
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