My Voice, My Choice: EU-weite Abtreibungskampagne und ihr Finanzierungsnetzwerk

Die im Dunkeln sieht man nicht


Abtreibungspropaganda, "alle Menschen" sollen ungeborene Kinder töten können. Bei all dem Gleichheitsgerede muß in diesem Fall sogar die Frau verschwinden, die allein ein ungeborenes Kind in sich tragen kann. Da die Homo-Lobby die Abtreibungsinitiative unterstützt, scheint diese Tatsache aber unerwünscht zu sein.
Abtreibungspropaganda, "alle Menschen" sollen ungeborene Kinder töten können. Bei all dem Gleichheitsgerede muß in diesem Fall sogar die Frau verschwinden, die allein ein ungeborenes Kind in sich tragen kann. Da die Homo-Lobby die Abtreibungsinitiative unterstützt, scheint diese Tatsache aber unerwünscht zu sein.

Die Initia­ti­ve My Voice, My Choice gibt an, 1,12 Mil­lio­nen Unter­schrif­ten gesam­melt zu haben, mit der For­de­rung an das EU-Par­la­ment, den Zugang zu Abtrei­bun­gen für unge­bo­re­ne Kin­der EU-weit zu libe­ra­li­sie­ren. Die Initia­ti­ve posi­tio­niert Abtrei­bung als „repro­duk­ti­ve Gesund­heits­vor­sor­ge“ und ver­sucht, die­sen Anspruch auf Ebe­ne der euro­päi­schen Gesetz­ge­bung durch­zu­set­zen. An der Abtrei­bungs­in­itia­ti­ve läßt sich sowohl das offe­ne als auch das ver­deck­te Netz­werk der Abtrei­bungs­lob­by able­sen – und zugleich ihre Ein­bet­tung in ein brei­te­res lin­kes Bünd­nis, das, wer hät­te das noch vor kur­zem gedacht, am Gän­gel­band mil­li­ar­den­schwe­rer Geld­ge­ber hängt.

Die Band­brei­te der betei­lig­ten Orga­ni­sa­tio­nen ist dabei bemer­kens­wert. Auf der Inter­net­sei­te der Initia­ti­ve scheint als Unter­stüt­zer nicht nur die Abtrei­bungs­lob­by auf, son­dern auch die Homo-Lob­by, Amne­sty Inter­na­tio­nal, Green­peace sowie orga­ni­sier­te Athe­isten, also erklär­te Kir­chen­fein­de. Die­se ideo­lo­gi­sche Zusam­men­set­zung wirft Fra­gen auf.

War­um unter­stützt etwa die Homo-Lob­by, deren Mit­glie­der selbst nicht fort­pflan­zungs­ak­tiv sind, die Aus­wei­tung der Tötung unge­bo­re­ner Kin­der? War­um enga­giert sich Amne­sty Inter­na­tio­nal, angeb­lich eine Orga­ni­sa­ti­on für Men­schen­rech­te, in einer Bewe­gung, die das Recht auf Leben, das erste und ele­men­tar­ste aller Men­schen­rech­te, von unge­bo­re­nen Kin­dern in Fra­ge stellt? Und war­um befür­wor­tet Green­peace, eine Orga­ni­sa­ti­on, die sich dem Schutz der Natur ver­schrie­ben hat und die Abhol­zung von Bäu­men beklagt, die mas­sen­haf­te Tötung von Menschenleben?

Die­se Alli­anz zeigt jedoch nicht nur eine ideo­lo­gi­sche Stoß­rich­tung, son­dern vor allem die ope­ra­ti­ve Logik hin­ter der poli­ti­schen Ein­fluß­nah­me: Vie­le der als zivil­ge­sell­schaft­li­che Initia­ti­ven auf­tre­ten­den Orga­ni­sa­tio­nen agie­ren in Wirk­lich­keit als Vor­feld­or­ga­ni­sa­tio­nen, die über finan­zi­el­le Ver­bin­dun­gen an grö­ße­re Insti­tu­tio­nen und pri­va­te Stif­tun­gen gebun­den sind. Öffent­li­che Mit­tel von EU und natio­na­len För­der­pro­gram­men, inter­na­tio­na­le UN-Zuwen­dun­gen und pri­va­te Groß­stif­tun­gen wie die Open Socie­ty Foun­da­ti­ons oder die Bill & Melin­da Gates Foun­da­ti­on flie­ßen über ein kapil­la­res Netz­werk von NGOs, die anschlie­ßend For­de­run­gen an genau die­se Insti­tu­tio­nen herantragen.

Die poli­ti­sche Wir­kung die­ses Systems ent­steht als Rück­kopp­lungs­kreis: Die För­der­insti­tu­tio­nen finan­zie­ren Vor­feld­or­ga­ni­sa­tio­nen → die Vor­feld­or­ga­ni­sa­tio­nen for­mu­lie­ren poli­ti­sche For­de­run­gen → die­se For­de­run­gen wer­den von den Insti­tu­tio­nen selbst auf­ge­nom­men und öffent­lich als Reak­ti­on auf Bür­ger­initia­ti­ven prä­sen­tiert. Auf die­se Wei­se erscheint es, als ent­stün­de gesell­schaft­li­cher Druck „von unten“, wäh­rend die Impul­se tat­säch­lich von oben gesteu­ert und finan­ziert werden.

Beson­ders ein­fluß­reich sind dabei gro­ße pri­va­te Stif­tun­gen, die über stra­te­gi­sche För­der­pro­gram­me gezielt The­men, Pro­jek­te und Netz­wer­ke aus­wäh­len. Sie wir­ken auf die Selek­ti­on und Aus­bil­dung poli­ti­scher Ent­schei­dungs­trä­ger, die spä­ter Par­tei­en und Regie­rungs- oder Oppo­si­ti­ons­äm­ter beset­zen, und beein­flus­sen so mit­tel­bar die gesam­te poli­ti­sche Agen­da, ohne selbst direkt zu regie­ren. Die­se Mecha­nik erzeugt den Anschein einer plu­ra­li­sti­schen, unab­hän­gi­gen Zivil­ge­sell­schaft, wäh­rend sie fak­tisch ein eng­ma­schi­ges System der poli­ti­schen Steue­rung abbildet.

Mil­li­ar­därs­stif­tun­gen bevor­zu­gen es, geschäfts­tüch­tig, sich von poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern insti­tu­tio­nel­les Geld, sprich Steu­er­geld, zuschan­zen zu las­sen. Anders aus­ge­drückt: Man prä­sen­tiert Initia­ti­ven ver­meint­lich Drit­ter, die man selbst indi­rekt durch den Geld­fluß lenkt, und läßt den Groß­teil der eige­nen Agen­da vom Steu­er­zah­ler bezah­len. Und alles ist auf den ersten Blick unsicht­bar, da die Geld­flüs­se fast immer indi­rekt erfol­gen. A prä­sen­tiert eine Initia­ti­ve, B = EU-Insti­tu­tio­nen för­dern C, C spon­sert A. Von der EU gibt es kei­ne direk­ten Zah­lun­gen an A.

Hauptgeldgeber und Förderstrukturen

Das auf den ersten Blick unge­mein viel­fäl­tig und breit wir­ken­de Geflecht an Orga­ni­sa­tio­nen, das My Voice My Choice unter­stützt, redu­ziert sich auf eine über­schau­ba­re Grö­ße, wenn man nach der Finan­zie­rung der betei­lig­ten Orga­ni­sa­tio­nen sucht. Auf die Fra­ge nach den Haupt­geld­ge­bern zeigt sich vor allem ein poli­tisch rele­van­tes und bri­san­tes Geflecht von öffent­li­chen Mit­teln und pri­va­ten Stif­tun­gen, hier gereiht nach einer geschätz­ten Gewichtung:

  1. Euro­päi­sche Uni­on (EU) – öffent­li­cher För­der­topf über Pro­gram­me wie CERV oder LIFE, fließt indi­rekt an NGOs der Initiative.
  2. Open Socie­ty Foun­da­ti­ons (Geor­ge Sor­os) – pri­va­te Stif­tung mit „glo­ba­lem Enga­ge­ment für Men­schen­rech­te, Demo­kra­tie und sexuelle/​reproduktive Gesund­heit“. Der töd­li­che Wider­spruch zwi­schen dem angeb­li­chen Ein­satz für Men­schen­rech­te und der För­de­rung der Abtrei­bung wur­de bereits auf­ge­zeigt; eben­so der Wider­spruch zwi­schen einem ver­meint­li­chen Ein­satz für die Demo­kra­tie bei gleich­zei­ti­ger mas­si­ver Steue­rung aus dem Verborgenen.
  3. Inter­na­tio­nal Plan­ned Paren­thood Fede­ra­ti­on (IPPF) – offi­zi­ell eine Netz­werk­or­ga­ni­sa­ti­on für repro­duk­ti­ve Gesund­heit, in Wirk­lich­keit der welt­größ­te Abtrei­bungs­kon­zern, pro­fi­tiert von EU-Mit­teln, UN-Part­ner­schaf­ten und Gel­der aus Mega-Stiftungen.
  4. Bill & Melin­da Gates Foun­da­ti­on – finan­zi­el­le Unter­stüt­zung glo­ba­ler Pro­jek­te in Gesund­heit und Advo­ca­cy; für sie gilt, was bereits zu Geor­ge Sor­os‘ Open Socie­ty Foun­da­ti­ons gesagt wurde.
  5. UN-Orga­ni­sa­tio­nen (z. B. UNFPA, WHO) – mul­ti­la­te­ra­le Mit­tel „für Pro­jek­te zu repro­duk­ti­ver Gesund­heit und Frau­en­rech­ten“, in Wirk­lich­keit gegen Frau­en und bei der Abtrei­bungs­för­de­rung mit dem siche­ren Tod des unge­bo­re­nen Kindes.
  6. Natio­na­le För­der­insti­tu­tio­nen – staat­li­che Zuschüs­se oft undurch­sich­tig über eine Viel­zahl unter­schied­li­cher Posten in den Staatshaushalten.
  7. Amne­sty Inter­na­tio­nal – finan­ziert sich sei­ner­seits u. a. durch die Mil­li­ar­därs­stif­tun­gen und durch EU- und soge­nann­te Projektmittel.
  8. Euro­pean Women’s Lob­by (EWL) – Dach­ver­band mit EU-För­der­mit­teln und inter­na­tio­na­len Milliardärsstiftungen.
  9. Natio­na­le NGOs wie pro fami­lia, Doc­tors for Choice, Cent­re for Femi­nist For­eign Poli­cy – Finan­zie­rung über EU- oder OSF-Pro­jekt­gel­der und Zuwen­dun­gen ande­rer Großspender.

Die Struk­tur zeigt, daß die Initia­ti­ve von einem Mix aus öffent­li­chen Gel­dern, inter­na­tio­na­len mul­ti­la­te­ra­len För­de­run­gen und pri­va­ten Mega-Stif­tun­gen wie den bereits genann­ten, aber auch der Ford Foun­da­ti­on und ande­ren mehr, getra­gen wird. EU und UN geben Mit­tel ohne direk­te demo­kra­ti­sche Kon­trol­le über die Nut­zung durch Netz­wer­ke wie IPPF oder EWL. Pri­va­te Stif­tun­gen lie­fern dar­über hin­aus sub­stan­ti­el­le Finan­zie­run­gen, um poli­ti­sche Zie­le glo­bal zu unter­stüt­zen. Was sehr breit und gras­wur­zel­mä­ßig aus­schaut, ent­puppt sich als Instru­ment einer Haupt­quel­le: Mil­li­ar­därs­stif­tun­gen. Sie ver­fü­gen mit ihrem Geld durch Finan­zie­rung von NGOs, Koope­ra­ti­on mit insti­tu­tio­nel­len Akteu­ren, Denk­fa­bri­ken, Uni­ver­si­täts­in­sti­tu­ten, Initia­ti­ven aller Art, Aus­bil­dungs­pro­gram­men für Ent­schei­dungs­trä­ger in Poli­tik, Wirt­schaft, Sozia­lem, Gesund­heit und Kul­tur, gekop­pelt mit dem Eigen­tum von Medi­en, Medi­en­an­tei­len, Finan­zie­rung ein­zel­ner Jour­na­li­sten für Lob­by­tä­tig­kei­ten, über den größ­ten Ein­fluß, da sie allein auf allen Ebe­nen und auf alle Berei­che der Mei­nungs­bil­dung und Ent­schei­dungs­fin­dung ein­wir­ken, ohne in der Regel selbst in Erschei­nung zu tre­ten. Es han­delt sich also weit­ge­hend um eine ver­schlei­er­te, intrans­pa­ren­te Ein­fluß­nah­me von gro­ßem Ausmaß.

Fazit

Die Initia­ti­ve My Voice, My Choice ist nicht nur Aus­druck einer poli­ti­schen For­de­rung, son­dern ein exem­pla­ri­sches Bei­spiel für die Funk­ti­ons­wei­se einer Ein­fluß- und Netz­werk­po­li­tik. Vor­feld­or­ga­ni­sa­tio­nen wer­den finan­zi­ell geför­dert, um poli­ti­sche For­de­run­gen zu for­mu­lie­ren, die anschlie­ßend von jenen poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern auf­ge­grif­fen wer­den, die die­se Orga­ni­sa­tio­nen zuvor selbst unter­stützt haben. Die­se Ent­schei­dungs­trä­ger wie­der­um ste­hen in einem viel­fach undurch­sich­ti­gen, teils struk­tu­rel­len Abhän­gig­keits­ver­hält­nis zu gro­ßen pri­va­ten Geld­ge­bern, ins­be­son­de­re zu mil­li­ar­den­schwe­ren Stif­tun­gen, über deren Aus­bil­dungs­pro­gram­me sie selek­tio­niert wurden.

Ideo­lo­gi­sche Über­schnei­dun­gen sind dabei zum Teil kon­stru­iert, zum Teil rein tak­ti­scher Natur. Die eigent­li­che Trieb­kraft die­ses Systems ist die enge Ver­bin­dung von Finan­zie­rung, Netz­werk­in­fra­struk­tur sowie poli­ti­scher und media­ler Steue­rung. Was nach demo­kra­ti­scher Wil­lens­bil­dung aus­sieht, erweist sich bei nähe­rer Betrach­tung häu­fig als Ergeb­nis eines hoch­gra­dig orche­strier­ten Mecha­nis­mus, der öffent­li­che Mei­nung, poli­ti­sche Agen­da und per­so­nel­le Ent­schei­dun­gen zugleich formt.

Und natür­lich gibt es die 1,12 Mil­lio­nen Unter­zeich­ner der Initia­ti­ve, die jedoch, was das poli­ti­sche Gewicht betrifft, der unbe­deu­ten­de­re Fak­tor sind. Die glei­che Anzahl an Unter­schrif­ten für ein Ende des Mas­sa­kers an unge­bo­re­nen Kin­dern wur­de vor weni­gen Jah­ren von der lin­ken Mehr­heit des EU-Par­la­ments kur­zer­hand in die Müll­ton­ne gekippt. Die Unter­schrif­ten von My Voice My Choice die­nen mehr der ver­meint­li­chen „demo­kra­ti­schen“ Legi­ti­mie­rung einer „von oben“ gesteu­er­ten, sit­ten­wid­ri­gen, da töd­li­chen Agen­da, deren Opfer unschul­di­ge unge­bo­re­ne Kin­der sind.

Die hier auf­ge­zeig­te Macht hin­ter den Kulis­sen, die­se ver­schlei­er­te Macht, ist kei­ne abso­lu­te Macht, aber sie bemüht sich um maxi­ma­le Aus­wei­tung ihres Ein­flus­ses, der so ver­ästelt und umfas­send ist, daß er für die mei­sten Men­schen auf den ersten Blick weder zu erken­nen noch über­haupt zu erah­nen ist.

Die west­li­che Demo­kra­tie ist zuneh­mend olig­ar­chi­siert: For­ma­le Struk­tu­ren wie Wah­len und Par­la­men­te blei­ben erhal­ten, doch die poli­ti­sche Agen­da wird von weni­gen finanz­star­ken Akteu­ren, Stif­tun­gen und ver­netz­ten NGOs geprägt. Vor­feld­or­ga­ni­sa­tio­nen und Kam­pa­gnen erzeu­gen den Ein­druck gesell­schaft­li­cher Par­ti­zi­pa­ti­on, wäh­rend die eigent­li­chen Impul­se von den Geld­ge­bern aus­ge­hen. Was nach demo­kra­ti­scher Wil­lens­bil­dung aus­sieht, ist in vie­len Berei­chen ein orche­strier­tes System, das öffent­li­che Mei­nung, poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen und Per­so­nal­be­set­zun­gen simul­tan steuert.

Die Abtrei­bungs­fra­ge ist eine der ent­schei­den­den Fra­gen unse­rer Zeit. An ihr ent­schei­det sich die Zukunft Euro­pas und zwar wort­wört­lich. Dar­an, wie sich Ent­schei­dungs­trä­ger in der Abtrei­bungs­fra­ge posi­tio­nie­ren, hat jeder einen untrüg­li­chen Grad­mes­ser in der Hand, um im poli­ti­schen Rah­men die Spreu vom Wei­zen zu trennen.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: My Voice My Choice (Screen­shot)

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