Der nächste Papst – ein „milder und sehr ernster“ Petrus Romanus?

"Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann schaut auf und erhebt eure Häupter..."


Was sagen uns die "Malachiasweissagungen" und die Schauungen der seligen Anna Katharina Emmerick zum bevorstehenden Konklave?
Was sagen uns die "Malachiasweissagungen" und die Schauungen der seligen Anna Katharina Emmerick zum bevorstehenden Konklave?

Ein Gast­bei­trag von Petrus d’Isép

Den rich­ti­gen Schlüs­sel zum Umgang mit jeg­li­cher Pro­phe­tie gibt uns die Hei­li­ge Schrift selbst an die Hand. Zum einen mahnt der hl. Apo­stel Pau­lus, Pro­phe­tie ernst zu neh­men, doch alles zu prü­fen und nur Gutes zu behal­ten (1 Thess 5,20f). Zum ande­ren ist es nie­mand ande­res als Jesus Chri­stus, der zu sei­nen Jün­gern, nach­dem er ihnen eini­ge der Gescheh­nis­se um sei­ne Pas­si­on, Auf­er­ste­hung, Him­mel­fahrt und die Sen­dung des Hei­li­gen Gei­stes pro­phe­zeit hat (Joh 13–14), spricht:

„Und ich sage es euch jetzt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, glaubt!“ (Joh 14,29).

Offen­bar sagt Jesus Zukünf­ti­ges nicht etwa des­halb vor­aus, um die Neu­gier­de der Jün­ger zu befrie­di­gen oder ihnen einen ‚Wett­be­werbs­vor­teil‘ gegen­über Unwis­sen­den zu ver­schaf­fen, son­dern, damit sie – ein­ge­denk sei­ner pro­phe­ti­schen Wor­te – glau­ben. Glau­ben, im Spe­zi­el­len, dass das eigent­lich Unglaub­li­che, das sich erfüllt hat, auch wirk­lich das ist, wovon Jesus gespro­chen hat, aber auch glau­ben im All­ge­mei­nen, an Ihn, um dadurch gestärkt den eige­nen christ­li­chen Weg fort­set­zen zu kön­nen. Erfül­lung von Pro­phe­tie ist dem­nach wesent­lich für ihre Beur­tei­lung. Sie spricht selbst für ihre Wahr­haf­tig­keit. Solan­ge sie sich nicht erfüllt, soll man sie prü­fen und kann durch­aus zur per­sön­li­chen Über­zeu­gung ihrer Authen­ti­zi­tät oder dem Gegen­teil gelan­gen. Letz­te Gewiss­heit dies­be­züg­lich – auch gegen­über ‚der Welt‘ – ergibt sich jedoch erst, sobald sich das Vor­aus­ge­sag­te in der Rea­li­tät mani­fe­stiert hat. Ein­mal aber ein­ge­trof­fen, bestärkt Pro­phe­tie gläu­bi­ge Chri­sten in ihrem Glau­ben an Chri­stus, sei­ne Lie­be sowie sei­nen Heils­plan und hat – wie der hl. Apo­stel Pau­lus an ande­rer Stel­le (1 Ko 14,3) sagt – dabei die drei­fa­che Auf­ga­be auf­zu­bau­en, zu ermu­ti­gen und zu trö­sten. Nicht aus­ge­schlos­sen ist dadurch natür­lich, dass sich erfül­len­de Weis­sa­gun­gen schmerz­haf­te Inhal­te haben kön­nen und als ‚Zei­chen der Zeit‘ (Lk 12,56) zu begrei­fen sind.

Es ist daher durch­aus legi­tim, auch die aktu­el­le Papst­wahl vor dem Hin­ter­grund zwei­er bekann­ter Papst-Pro­phe­zei­un­gen zu betrach­ten und die­se bezüg­lich des aktu­el­len Kon­kla­ves ins Licht der ‚Jesu­a­ni­schen Deu­tung‘ von Pro­phe­tie zu stel­len. Es han­delt sich um die berühm­ten Visio­nen der sel. Anna Katha­ri­na Emme­rick (1774–1824) und die sog. „Mala­chi­as­weis­sa­gun­gen“.

Letz­te­re wer­den in der Regel nicht dem hl. Mala­chi­as (ca. 1095–1148), son­dern zumeist dem hl. Phil­ipp Neri (1515–1595) zuge­schrie­ben. In erster Linie, da sei­ne Fähig­keit, die Aus­gän­ge der Kon­kla­ven zu sei­nen Leb­zei­ten jeweils rich­tig vor­aus­zu­sa­gen, von vie­len Zeit­ge­nos­sen bestä­tigt wur­de und auch sein Todes­jahr mit dem Jahr der Erst­pu­bli­ka­ti­on der „Mala­chi­as­weis­sa­gun­gen“, 1595, zusam­men­fällt. Die Pro­phe­tia S. Mala­chiae Archie­pis­co­pi, de Sum­mis Pon­ti­fi­ci­bus („Pro­phe­zei­ung des Hl. Erz­bi­schofs Mala­chi­as, Über die Päp­ste“) fin­det sich erst­mals gedruckt im ersten Band des Wer­kes Lig­num vitae, Orna­men­tum et Decus Eccle­siae1 („Holz des Lebens, Schmuck und Zier­de der Kir­che“) aus der Feder des bel­gi­schen Bene­dik­ti­ner­mön­ches Arnold Wion (1554–1610) auf den Sei­ten 307–311 – hand­schrift­li­che Vor­la­gen sind bis­her nicht bekannt. Die „Mala­chi­as­pro­phe­tie“ listet in 113 Absät­zen Päp­ste durch die Nen­nung eines sym­bol­haf­ten Namens bzw. einer Beschrei­bung auf wie z. B. Bonus Comes („guter Gefähr­te“) oder Nau­ta de Pon­te nigro („See­mann von der Schwar­zen Brücke“). Dabei ist den Ein­tra­gun­gen 1–74 (Coele­stin II. bis Urban VII.), d. h. für die Zeit von 1143 bis 1590 und bis kurz vor Erschei­nung von Lig­num vitae (1595) jeweils der ech­te Papst­na­me und eine Erklä­rung des Sym­bol­na­mens bei­gefügt. Für die Num­mern 75–77 – das sind Gre­gor XIV. (1590–91) bis Cle­mens VIII. (1592–1605) – ist zusätz­lich nur der Papst­na­me, aber kei­ne Erklä­rung genannt. Die Ein­trä­ge 78–113, d. h. ab Leo XI. (1605), fol­gen schließ­lich nur in der Sym­bol-Beschrei­bung der Prophezeiung.

Obwohl nun die sym­bo­li­schen Bezeich­nun­gen oft mehr­deu­tig sind oder ex post nicht ohne Wei­te­res auf die gewähl­ten Päp­ste pas­sen möch­ten, lässt es sich ande­rer­seits nicht leug­nen, dass sich meh­re­re Ein­trä­ge sehr gut als Beschrei­bung (der Zeit) der ent­spre­chen­den Pon­ti­fi­ces lesen las­sen. So ist etwa (das Pon­ti­fi­kat von) Pius VI. (1775–1799), der zahl­rei­che apo­sto­li­sche Rei­sen unter­nahm, als Pere­gri­nus apo­sto­li­cus („Apo­sto­li­scher Pil­ger“), Pius VII. (1800–1823), der Papst wäh­rend Napo­le­ons Kriegs­zü­gen mit Aqui­la rapax („Räu­be­ri­scher Adler“), Leo XIII. (1878–1903) aus der Pecci-Fami­lie, die einen geschweif­ten Kome­ten im Wap­pen trägt, mit Lumen in coelo („Licht am Him­mel“), Bene­dikt XV. (1914–1922), Papst wäh­rend des Ersten Welt­kriegs und der Rus­si­schen Revo­lu­ti­on mit Reli­gio depo­pu­la­ta („Ent­völ­ker­te Reli­gi­on“) oder Johan­nes XXIII., vor der Wahl Patri­arch von Vene­dig, als Pastor et nau­ta („Hir­te und See­mann“) charakterisiert.

Lig­num vitae (s. Anm. 1), 311; 27/​04/​2025).

Bene­dikt XVI. steht als Num­mer 111 bekannt­lich unter der Bezeich­nung Glo­ria oliv­ae („Ruhm des Ölzweigs“). Unab­hän­gig davon, wie pas­send man die­se Benen­nung fin­den möch­te, folgt jeden­falls für den näch­sten Papst – durch einen Absatz, wie im Fal­le der ande­ren Päp­ste, klar gekenn­zeich­net – die Beschrei­bung: In per­se­cu­tio­ne extre­ma S. R. E. sede­bit. Je nach­dem, wie man die Abkür­zung auf­löst, bedeu­tet dies: „Die Hei­li­ge Römi­sche Kir­che (Sanc­ta Roma­na Eccle­sia) wird in äußer­ster /​ in ihrer letz­ten Ver­fol­gung sit­zen (d. i. sein).“ Oder: „Er wird sit­zen <auf dem Thron> in der äußer­sten /​ letz­ten Ver­fol­gung der Hei­li­gen Römi­schen Kir­che (Sanctae Romanae Eccle­siae)“. In wel­cher der bei­den Wei­sen man den Ein­trag auch liest, er steht jeden­falls für das Pon­ti­fi­kat des kürz­lich ver­stor­be­nen Pap­stes Franziskus.

Als letz­ten Ein­trag schließ­lich fin­det man: Petrus Roma­nus, qui pas­cet oves in mul­tis tri­bu­la­tio­ni­bus: qui­bus tran­sac­tis civi­tas sep­ti­col­lis dirue­tur, et Iudex tre­men­dus iudi­ca­bit popu­lum suum. Finis. („Petrus der Römer, der sei­ne Scha­fe in vie­len Trüb­sa­len wei­det. Nach­dem die­se vor­über sind, wird die Sie­ben-Hügel-Stadt ver­nich­tet und der Schreck­li­che Rich­ter wird sein Volk rich­ten. Ende.“)

In man­cher Aus­ga­be und Über­set­zung wird der letz­te Name, Petrus Roma­nus, fälsch­lich noch zum vor­letz­ten, dem Fran­zis­kus-Ein­trag gezo­gen: In der letzten/​äußersten Ver­fol­gung der Hei­li­gen Römi­schen Kir­che wird Petrus der Römer <auf dem Thron> sit­zen, der sei­ne Scha­fe…2 In die­ser Les­art wur­de einer­seits Fran­zis­kus einst selbst als Petrus Roma­nus gehan­delt, ande­rer­seits auch die Mei­nung geäu­ßert, es habe sich nun end­gül­tig erwie­sen, dass die „Mala­chi­as­weis­sa­gun­gen“ offen­bar unwahr sei­en und in Bausch und Bogen ver­wor­fen wer­den müssten.

Die­se Inter­pre­ta­ti­on ent­behrt frei­lich jeg­li­cher Grund­la­ge.3 Es han­delt sich ein­deu­tig um zwei getrenn­te Ein­trä­ge im Erst­druck von 1595, also auch um zwei Päp­ste, Nr. 112 (Fran­zis­kus) und 113 (Petrus Roma­nus). Und kei­nes­wegs haben sich die Weis­sa­gun­gen bereits selbst dis­kre­di­tiert: Dass Nr. 112 inhalt­lich beson­ders gut zu den Jah­ren 2013 bis 2025 passt, legt schon ein Blick auf die trau­ri­gen Rekord­zah­len der ver­folg­ten Chri­sten welt­weit nahe. Die For­mu­lie­rung lässt aber zudem genü­gend Raum für wei­te­re (per­sön­li­che) Inter­pre­ta­ti­on, inwie­fern unter Papst Fran­zis­kus die Hei­li­ge Römi­sche Kir­che noch ander­wei­tig ver­folgt wor­den ist…

Wenig­stens nach den „Mala­chi­as­weis­sa­gun­gen“ wird also im aktu­el­len Kon­kla­ve die Wahl auf Petrus Roma­nus fal­len. Wir wer­den sehen, inwie­fern der neue Pon­ti­fex mit dem letz­ten Sym­bol-Ein­trag in Ein­klang zu brin­gen sein wird. Immer­hin tra­gen vier der als papa­bi­li gehan­del­ten Kar­di­nä­le – Peter Turk­son, Péter Erdö, Pie­tro Paro­lin, Pier­bat­ti­sta Piz­za­bal­la – und wei­te­re drei Teil­neh­mer am Kon­kla­ve – Peter Ebere Okpa­le­ke, Jean-Pierre Kut­wa, Chri­sto­phe Pierre – Petrus im Namen. Doch falls die Pro­phe­tie zutrifft, wird sich ihre Wahr­haf­tig­keit sicher­lich schon vor der ange­kün­dig­ten Zer­stö­rung Roms erwie­sen haben.

Auch aus den Visio­nen der sel. Anna Katha­ri­na Emme­rick kön­nen wir etwas über die­sen Petrus Roma­nus erfah­ren. Ihre durch Cle­mens Bren­ta­no in lite­ra­ri­sche Form gegos­se­nen Schau­un­gen haben sich bereits mehr­mals als histo­risch zutref­fend erwie­sen. Es mag hier genü­gen, auf die archäo­lo­gi­schen Aus­gra­bun­gen des „Hau­ses der Mut­ter Maria“ (tür­kisch Mery­e­ma­na evi) beim anti­ken Ephe­sus, das auf­grund ihrer Visio­nen gefun­den wer­den konn­te, und die Iden­ti­fi­zie­rung des Ver­lo­bungs­rin­ges der Mut­ter­got­tes in Peru­gia hinzuweisen.

Anna Katha­ri­na hat bekannt­lich mehr­mals zwei Päp­ste und ihre jewei­li­ge, die wah­re und eine dunk­le, fal­sche, anti­christ­li­che Kir­che gese­hen und, dass die erste, die Hei­li­ge Römi­sche Kir­che, von Sei­ten der „heilandslose[n] After­kir­che, […] deren Geheim­nis es ist, kein Geheim­nis zu haben“4 immer mehr in Bedräng­nis gerät.

„Ich habe die­se Nacht von 11 Uhr bis 3 Uhr Mor­gens ein ganz wun­der­ba­res Bild von zwei Kir­chen und zwei Päp­sten gehabt“ […]5 „Nun wur­de mir auch der Ver­gleich gezeigt zwi­schen jenem Papst und die­sem und zwi­schen jenem Tem­pel und die­sem. […] es wur­de mir gesagt und gezeigt, wie schwach an Zahl und Bei­stand jener gewe­sen und wie stark an Wil­len, indem er so vie­le […] Göt­ter gestürzt und Andach­ten in eine Andacht gesam­melt habe, wie stark dage­gen die­ser Papst an Zahl und wie schwach an Wil­len, indem er den ein­zi­gen wah­ren Gott und die ein­zig wah­re Andacht durch Gestat­tung des fal­schen Tem­pels in so vie­le Göt­ter und fal­sche Andach­ten habe auf­lö­sen las­sen“.6

Es ist bemer­kens­wert, dass das ‚Papst-Paar‘ zwar gleich­zei­tig prä­sen­tiert wird, dann aber der Papst der fal­schen Kir­che als der aktu­el­le, „die­ser Papst“, erscheint, wäh­rend der Papst („jener“) der ver­folg­ten wah­ren Kir­che bereits in Ver­gan­gen­heits­for­men Erwäh­nung fin­det. Span­nend ist auch, dass der Papst der dunk­len Kir­che – im Gegen­satz zur Kir­che, die sich unter ihm for­miert – nicht selbst als genu­in böse beschrie­ben ist, son­dern eher als wan­kel­mü­tig und wil­lens­schwach: Sei­ne Aktio­nen füh­ren zum erneu­ten Auf­kom­men des Götzenkultes.

Es fällt an die­ser Stel­le schwer, die sich auf­drän­gen­den frap­pie­ren­den Ähn­lich­kei­ten zur kirch­li­chen Ent­wick­lung ab dem Jahr 2013 von sich zu wei­sen. Für unse­ren Gegen­stand ist jedoch wich­ti­ger, was in Emme­ricks Visio­nen folgt: Der Sehe­rin wird eröff­net, dass bevor die dunk­le Kir­che das Aller­hei­lig­ste der Kir­che abrei­ßen kann, die Mut­ter­got­tes auf der Kup­pel des Peters­do­mes erscheint und Ret­tung in höch­ster Not bringt:

„Ich sah die hei­li­ge Jung­frau wie­der auf die Kir­che stei­gen und den Man­tel aus­brei­ten. Als ich die­sen Blick that, sah ich den jet­zi­gen Papst nicht mehr. Ich sah einen Fol­gen­den.7 Ich sah ihn mild und sehr ernst. Er wuß­te die Prie­ster an sich zu schlie­ßen und die Bösen von sich zu sto­ßen. Ich sah alles neu wer­den und sich eine Kir­che bis in den Him­mel hin­ein­bau­en.“8

An ande­rer Stel­le, die auf die­sel­be Situa­ti­on Bezug nimmt, heißt es:

„Nun sah ich einen neu­en Papst mit einer Pro­zes­si­on kom­men. Er war jün­ger und viel stren­ger als der Vori­ge. […] Es war, als sol­le er die Kir­che ein­wei­hen, aber ich hör­te eine Stim­me, es brau­che kei­ne neue Wei­he, das Aller­hei­lig­ste sei ste­hen geblie­ben. […] Ehe der Papst das Fest begann, hat­te er schon sei­ne Leu­te vor­be­rei­tet, wel­che aus den Ver­sam­mel­ten ganz ohne Wider­spruch eine Men­ge vor­neh­mer und gerin­ger Geist­li­cher aus­stie­ßen und forttha­ten. Und ich sah, daß sie mit Grim­me und Mur­ren die Ver­samm­lung ver­lie­ßen. Und er nahm sich ganz ande­re Leu­te in sei­nen Dienst, geist­li­che und auch welt­li­che.“9

Nimmt man die­se Anga­ben aus den Visio­nen der sel. Anna Katha­ri­na zusam­men, ergibt sich das – aktu­ell wohl­be­kann­te – Bild zwei­er Kir­chen, der wah­ren Hei­li­gen Römi­schen Kir­che und einer anti­christ­li­chen Gegen­kir­che, wobei letz­te­re im Begriff ist, die Ober­hand zu gewin­nen. Eine gänz­li­che Ver­drän­gung der guten Kir­che gelingt jedoch auf­grund himm­li­schen Ein­grei­fens nicht. Ganz im Gegen­teil folgt nun auf dem Thro­ne Petri ein ern­ste­rer, stren­ge­rer, mil­der und durch­weg guter Papst.

Eine gewis­se Mög­lich­keit wird zwar – je nach Les­art – offen­ge­las­sen, dass es sich beim mehr­fach beschrie­be­nen guten „neu­en Papst“ nicht um den direk­ten, son­dern nur um irgend­ei­nen Nach­fol­ger des ‚Papst-Paa­res‘ han­deln könn­te. Zieht man jedoch die „Mala­chi­as­weis­sa­gun­gen“ – von ande­ren Pro­phe­zei­un­gen ähn­li­chen Inhalts ganz zu schwei­gen – hin­zu, so zeigt sich:

Sowohl Bene­dikt XVI. als auch Fran­zis­kus las­sen sich in bei­den hier betrach­te­ten Weis­sa­gun­gen ohne jeg­li­chen Zwei­fel iden­ti­fi­zie­ren. In einem Fall durch die Rei­hen­fol­ge der Papst-Liste, im ande­ren Fall durch die ein­zig­ar­ti­ge Nen­nung der zwei Päp­ste und die Cha­rak­te­ri­sie­rung der bei­den Kir­chen. Das ver­bin­den­de Ele­ment bei­der Pro­phe­zei­un­gen inhalt­li­cher Natur, das die bei­den Päp­ste aber gleich­zei­tig dia­me­tral von­ein­an­der schei­det, ist die Ver­fol­gung der Sanc­ta Roma­na Eccle­sia. Wenn nun eben­falls in bei­den Fäl­len ein guter Nach­fol­ger-Papst in Aus­sicht gestellt ist – ein­mal unmit­tel­bar, ein­mal u. U. all­ge­mei­ner –, dann erscheint es von logi­schem Stand­punkt aus äußerst unplau­si­bel, anzu­neh­men, dass es sich bei die­sem Papst nicht um den bei ‚Mala­chi­as‘ ange­führ­ten Petrus Roma­nus han­deln sollte.

Die näch­sten Wochen und Mona­te wer­den uns weit mehr als bis­he­ri­ge Papst­wah­len leh­ren, ob die „Mala­chi­as­weis­sa­gun­gen“ und die Visio­nen der sel. Anna Katha­ri­na Emme­rick sich als rein zufäl­lig kom­ple­men­tä­re Hirn­ge­spin­ste erwei­sen, oder ob sie, durch die Rea­li­tät – in wel­cher Wie­se auch immer – bestä­tigt, uns von Gott gege­ben wur­den, um zu glau­ben und glau­ben zu kön­nen:

„Wenn aber die­ses anfängt zu gesche­hen, dann schaut auf und erhebt eure Häup­ter, denn eure Erlö­sung naht!“ (Lk 21,28).

Bild: Wiki­com­mons


1 Lig­num vitae, Orna­men­tum et Decus Eccle­siae in quin­que libros divi­sum. In qui­bus Toti­us Sanc­tiss. Reli­gio­nis Divi Bene­dic­ti initia; Viri Dignita­te, Doc­tri­na, Sanc­ti­ta­te, ac Prin­ci­pa­tu cla­ri describ­un­tur: & Fruc­tus qui per eos S.R.E. acce­s­serunt, fui­sis­si­me expli­can­tur. Pars Pri­ma, (Gior­gio Anglie­ri) Vene­dig 1595.

2 Vgl. z. B. Sven Loer­zer, Visio­nen und Pro­phe­zei­un­gen. Die berühm­te­sten Weis­sa­gun­gen der Welt­ge­schich­te, Augs­burg 1999, 240–258.

3 Vgl. dazu u. a. https://​katho​li​sches​.info/​2​0​2​4​/​0​1​/​1​9​/​d​e​r​-​n​a​m​e​n​l​o​s​e​-​i​n​-​d​e​n​-​p​a​p​s​t​w​e​i​s​s​a​g​u​n​g​e​n​-​d​e​s​-​m​a​l​a​c​h​i​as/ vom 19.01.2024 (18.04.2025).

4 P. Karl Erhard Schmö­ger, Das Leben der gott­se­li­gen Anna Katha­ri­na Emme­rich, II, Frei­burg im Breis­gau 1870, 80.

5 Ebd., 490.

6 Ebd., 493.

7 Ande­re Aus­ga­ben lesen hier sogar: „Ich sah den Fol­gen­den“ (vgl. https://​kath​-zdw​.ch/​m​a​r​i​a​/​e​m​m​e​r​i​c​k​.​v​e​r​w​u​e​s​t​u​n​g​.​h​t​m​l​#​_​f​t​n​r​e​f13; 27/​04/​2025).

8 Schmö­ger, Das Leben…, 494.

9 Ebd. 177.

4 Kommentare

  1. Das Pro­blem ist, dass bei die­ser (klas­si­schen) Inter­pre­ta­ti­on des Mala­chi­as jene Gegen­päp­ste nicht berück­sich­tigt wer­den, die bis­her zu einer fal­schen Zuord­nung der Pon­ti­fi­ka­te geführt haben. Nach der „berei­nig­ten“ Zuord­nung ist der näch­ste Papst eben nicht „Petrus Roma­nus“, son­dern auf Fran­zis­kus fol­gen noch drei wei­te­re Päp­ste, was sich auch mit den Bot­schaf­ten von Gara­band­al decken wür­de. Ich habe dies vor Jah­ren schon in einem Essay für cna.deutsch und eini­ge ande­re Sei­ten in Essays auf­ge­grif­fen. Wich­tig ist aber auch: Got­tes Zeit ist nicht unse­re Zeit und inso­fern wür­de ich zeit­li­che Anga­ben in Pro­phe­ti­en nie all­zu wört­lich neh­men; das zei­gen am besten ja die End­zeit­re­den Jesu. Fakt ist: Die Kir­che ist gespal­ten, es gibt eine Neo-Kir­che und die wird sich nun erst­mal durch­set­zen. „Jesus Chri­stus“ taugt hier nur noch zur Leer­for­mel für Refor­men, die mit den Evan­ge­li­en und der wah­ren Kir­che unver­ein­bar sind. Genau dies spie­geln im Übri­gen auch die Pre­dig­ten, die die Kar­di­nä­le jeden Tag in St. Peter hal­ten, ehe sie zur Wahl des näch­sten Pap­stes schrei­ten. – Ein Fran­zis­kus II wird dies wohl nicht dem Namen nach wer­den, denn dann müss­te er ja in Sta Mar­ta woh­nen, was ich nicht glau­be. Aber als Paul VII oder Johan­nes XXIV wird er die Fran­zis­kus-Linie wohl fort­set­zen. Dazu könn­te es aller­dings auch pas­sen, dass er sich einen ganz exo­ti­schen Namen gibt, eben auch wie Fran­zis­kus. Bit­te: Dies ist kei­ne „Pro­phe­tie“, son­dern nur eine Ein­schät­zung davon, was auf uns zukommt.

    • Aus Gara­band­al kommt die Aus­sa­ge, der letz­te regu­lä­re Papst sei Bene­dikt XVI. Das ist für mich Fakt. Ich muss geste­hen, trotz immenser Aus­ein­an­der­set­zung mit den Pro­phe­zei­un­gen könn­te ich über das anste­hen­de Kon­kla­ve kei­ne Pro­gno­se geben. Gera­de des­we­gen wäre der ein­zi­ge Rie­cher, es ist ten­den­ti­ell noch nicht deter­mi­niert. Es hängt viel von den Hand­lun­gen der Betei­lig­ten und Gebe­ten ab. Pao­lin soll einen Zusam­men­bruch gehabt haben, was auf immensen escha­to­lo­gi­schen Druck hin­deu­tet. Auch Kar­di­nal Mül­ler han­delt so, als wäre alles offen.

    • Die Unter­su­chun­gen von Her­mann Hiery sind sicher­lich sehr gewis­sen­haft und auch sehr inter­es­sant und auch für aktu­el­le Fehl­ent­wick­lun­gen wie das zwei­te Vati­ca­num oder die neue Mes­se brauch­bar. Was mir aller­dings nicht ein­leuch­tet ist, war­um die hier unter­such­te Pro­phe­tie die glei­chen histo­ri­schen Feh­ler sowie die Zahl und Rei­hen­fol­ge der Gegen­päp­ste ein­schlie­ßen soll­te, die im 1557 erschie­ne­nen Werk „Epi­to­me vita­rum Roman­o­rum Pon­ti­fi­cum“ des Augu­sti­ner­mönchs Ono­frio Pan­vi­nio gemacht wur­den (Hil­de­brand Troll: Die Papst­weis­sa­gung des hl. Mala­chi­as). Wenn eine Autoren­schaft im zeit­li­chen Rah­men zwi­schen 1557 und 1595 vor­lie­gen soll­te, gibt es Grün­de, sich nicht extra die Mühe zu machen, auch die ver­gan­ge­nen Pon­ti­fi­ka­te ihrem wah­ren inne­ren Wesen nach zu beschrei­ben son­dern in der damals als gül­tig ange­nom­me­nen histo­ri­schen Abfol­ge. Denn ande­rer­seits ver­ste­he ich Hiery so, dass bzgl. der berück­sich­tig­ten Gegen­päp­ste kei­ne Voll­stän­dig­keit gege­ben ist. Es besteht also eine gewis­se Will­kür. Schein­bar die­sel­be wie im bereits erwähn­ten Werk von Panvinio.

      Wich­tig wäre die Fra­ge, ob seit der ange­nom­me­nen Ent­ste­hungs­zeit denn Gegen­päp­ste die Zeit­rech­nung verzerren.

      Ob ein erster welt­wei­ter Krieg nicht eben­falls Anlass genug für ein „bren­nen­des Feu­er“ bie­tet, Papst Pius XII. nicht wesent­lich fun­dier­ter „Pastor ange­li­cus“ ver­kör­pert als ein offi­zi­el­les Por­trait anläß­lich der Wahl, oder ob der namen­lo­se, nicht im Buch des Lebens ver­zeich­ne­te, auf jeman­den zutrifft, der bis zu sei­nem letz­ten Atem­zug bestrebt ist, sei­ne Agen­da umzu­set­zen, anstatt sich auf die Begeg­nung mit Gott vor­zu­be­rei­ten ist schwer zu entscheiden.

      „Bereit sein ist alles“. Was haben wir zu ver­lie­ren? Wenn jetzt die letz­te und äußer­ste Bedräng­nis geschieht, dann ist jetzt auch die Zeit, bis auf das Blut Wider­stand zu leisten.

      • Wich­tig!

        Das im Arti­kel von Hoch­wür­den Heim­erl vor­ge­brach­te gewich­ti­ge Argu­ment, die Figur im Fuß der Vor­der­sei­te des Altar­bil­des, der Mae­stà des Hoch­al­ta­res des Doms zu Sie­na des Künst­lers Duc­cio di Buon­in­segna, sei der im 12. Jahr­hun­dert leben­de iri­sche Erz­bi­schof Mala­chi­as mit der Liste sei­ner Sinn­sprü­che wird im ver­link­ten Arti­kel wider­legt, der besagt, dass es sich hier­bei um den alt­te­sta­ment­li­chen Pro­phe­ten glei­chen Namens han­delt: https://​bibel​wis​sen​schaft​.de/​s​t​i​c​h​w​o​r​t​/​2​5​4​30/

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