Tucho Fernández war schon wieder bei Papst Franziskus

"Labyrinthische Persönlichkeiten"


Kardinal Jorge Mario Bergoglio mit Tucho Fernández
Kardinal Jorge Mario Bergoglio mit Tucho Fernández

(Rom) Wäh­rend sich welt­weit Wider­spruch gegen Fidu­cia sup­pli­cans regt, aber Papst Fran­zis­kus sei­nen Kri­ti­kern die kal­te Schul­ter zeigt, begab sich die der­zeit umstrit­ten­ste Per­son an der Römi­schen Kurie, Kar­di­nal Vic­tor Manu­el „Tucho“ Fernán­dez, erneut zu Papst Fran­zis­kus. Man­che befürch­ten nichts Gutes. Als Fernán­dez am 13. Novem­ber in Audi­enz emp­fan­gen wur­de, folg­te dar­auf die Ver­öf­fent­li­chung von Fidu­cia sup­pli­cans.

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Der Auf­stieg von Tucho Fernán­dez gilt in sei­nem Kon­text seit der Zeit eini­ger in den Geschichts­bü­chern ver­ruch­ter Renais­sance-Päp­ste als bei­spiel­los. Der Kar­rie­re-Tur­bo wur­de im ver­gan­ge­nen Jahr erst so rich­tig gezün­det, indem ihn Fran­zis­kus offi­zi­ell nach Rom berief, zum Kar­di­nal kre­ierte und an die Spit­ze der ein­sti­gen Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on setz­te, einer römi­schen Insti­tu­ti­on, die bei­de vor ihrem Sprung nach Rom zutiefst ver­ach­te­ten. Wäre es nach Fran­zis­kus gegan­gen, hät­te er Fernán­dez bereits 2017 direkt zum Nach­fol­ger des ent­las­se­nen Glau­bens­prä­fek­ten Kar­di­nal Ger­hard Mül­ler ernannt. Manch­mal ste­hen Fran­zis­kus aber sei­ne vie­len stra­te­gi­schen und tak­ti­schen Über­le­gun­gen im Weg. Er wag­te den zu offen­si­ven und pro­vo­kan­ten Schritt noch nicht. Bene­dikt XVI. war noch zu rüstig. 

Er ist als Prä­fekt des Glau­bens­dik­aste­ri­ums erst seit Ende Sep­tem­ber im Amt, schaff­te es jedoch, inner­halb der ersten 50 Tage zur umstrit­ten­sten Gestalt am berg­o­glia­ni­schen Hof zu wer­den, den der­zeit täg­lich Rück­tritts­auf­for­de­run­gen erreichen.

Doch Fran­zis­kus hält an sei­nem Lieb­lings-Zög­ling, der es sogar zum Über­na­men „Por­no­prä­fekt“ gebracht hat, fest. Der argen­ti­ni­sche Blog­ger Cami­nan­te Wan­de­rer, bestens ver­traut mit Berg­o­gli­os Umfeld, schrieb am Tag nach der Ver­öf­fent­li­chung von Fidu­cia sup­pli­cans zu Vic­tor Manu­el Fernández:

„Ein Narr, der aus rei­ner Vet­tern­wirt­schaft an die Spit­ze des wich­tig­sten Dik­aste­ri­ums der Kir­che gesetzt wur­de, ist in der Lage, die seit mehr als zwan­zig Jahr­hun­der­ten gel­ten­de Leh­re zu ändern, nur weil er, wer weiß mit wel­chen Mit­teln, die Unter­schrift des Pap­stes erhält. Frü­her hät­ten sol­che Wich­tig­tu­er allen­falls eine luxu­riö­se Vil­la in irgend­ei­nem Win­kel des Kir­chen­staa­tes oder Zugang zu einem pri­vi­le­gier­ten Lupa­nar [anti­kes Bor­dell] erhal­ten. Heu­te bekom­men sie die Auf­he­bung der Gebo­te des Geset­zes Got­tes, und die Kir­che hat kei­ne ange­mes­se­nen und wirk­sa­men Mecha­nis­men, um dies zu verhindern.“

Die Anspie­lung, „wer weiß mit wel­chen Mit­teln“, bezieht sich auf das unge­klär­te Ver­hält­nis, das Papst Fran­zis­kus und Tucho Fernán­dez verbindet. 

„Wahr­schein­lich gibt es auch per­sön­li­che Moti­ve. Berg­o­glio und Fernán­dez besit­zen laby­rin­thi­sche Per­sön­lich­kei­ten – der eine psy­cho­pa­thisch, der ande­re femi­nin…“, so Cami­nan­te Wan­de­rer am sel­ben 19. Dezember.

Gestern emp­fing Papst Fran­zis­kus erneut Kar­di­nal Fernán­dez in Audi­enz. Im Tages­bul­le­tin des Hei­li­gen Stuhls wur­de bekanntgegeben:

Der Hei­li­ge Vater Fran­zis­kus hat heu­te mor­gen in Audi­enz empfangen:

- Sei­ne Emi­nenz Kard. Vic­tor Manu­el Fernán­dez, Prä­fekt des Dik­aste­ri­ums für die Glaubenslehre.

Über den Inhalt des Gesprächs wur­de nichts bekannt­ge­ge­ben. Man­che befürch­ten die näch­ste Akti­on, für die sich Fran­zis­kus, laut eige­nen Wor­ten, auf den „Gott der Über­ra­schun­gen“ beruft.

Text/​Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL

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1 Kommentar

  1. Fernán­dez ist als ein­sti­ger argen­ti­ni­scher Zög­ling Kar­di­nal Berg­o­gli­os schlecht­hin zum Papst­flü­ste­rer in Rom gewor­den. Fran­zis­kus sagt, was Fernán­dez meint, und der Tucho gibt mehr oder weni­ger vor, was Berg­o­glio öffent­lich oder auch halb­öf­fent­lich ver­laut­ba­ren soll. Die bei­den schei­nen bereits in Argen­ti­ni­en ver­schwo­re­ne Bluts­brü­der gewor­den zu sein und sind sich in Ita­li­en auch wei­ter­hin eng verbunden.

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