„Das Konzil hat gesagt: Das ist die Richtung, in die wir gehen“

Erzbischof Arthur Roche verteidigt Traditionis custodes

Msgr. Arthur Roche, Präfekt der Gottesdienstkongregation, wirbt mit einem Interview für die Presseagentur der US-Bischöfe für Traditionis custodes.
Msgr. Arthur Roche, Präfekt der Gottesdienstkongregation, wirbt mit einem Interview für die Presseagentur der US-Bischöfe für Traditionis custodes.

(Rom) Der Prä­fekt der römi­schen Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung, Kuri­en­erz­bi­schof Arthur Roche, betä­tigt sich seit eini­gen Mona­ten als Ver­tei­di­ger des Motu pro­prio Tra­di­tio­nis custo­des. Er ist eine trei­ben­de Kraft hin­ter die­sem Kir­chen­ge­setz, mit dem Papst Fran­zis­kus den über­lie­fer­ten Ritus und das damit ver­bun­de­ne Kir­chen­ver­ständ­nis aus­lö­schen will, die sich durch das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum in den neu­ri­tu­el­len Teil der Kir­che hin­ein aus­zu­brei­ten began­nen. Gestern ver­öf­fent­lich­te Catho­lic News Ser­vice (CNS), die Pres­se­agen­tur der Bischofs­kon­fe­renz der USA, ein Inter­view, das Cin­dy Woo­den mit Msgr. Roche führ­te. Aus­zü­ge des Inter­views, das unter den Katho­li­ken der USA für Tra­di­tio­nis custo­des wer­ben soll, wur­den auch als Video veröffentlicht.

Der Vati­kan­prä­lat und Anwär­ter auf den Kar­di­nal­spur­pur, den Fran­zis­kus im Mai 2021 an die Spit­ze der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on berief, wird von CNS als „Schlüs­sel­fi­gur“ im „Lit­ur­gie­krieg“ vor­ge­stellt. Im ver­gan­ge­nen Dezem­ber hat­te Msgr. Roche mit Respon­sa ad dubia, Ant­wor­ten auf „Zwei­fel“, also Unklar­hei­ten, die Stoß­rich­tung von Tra­di­tio­nis custo­des noch verschärft.

Die Mes­se spieg­le wider, „was die Kir­che ist und glaubt“, sag­te er gegen­über CNS in Rich­tung der Welt der Tra­di­ti­on, sodaß der ver­wen­de­te Ritus nicht ein­fach eine Fra­ge „der per­sön­li­chen Vor­lie­be oder des Emp­fin­dens“ sei.

„Ich den­ke, eines der Pro­ble­me, mit denen wir heu­te kon­fron­tiert sind, ist, daß wir in einer sehr indi­vi­dua­li­sti­schen Welt leben, einer sehr rela­ti­vi­sti­schen Welt, in der indi­vi­du­el­le Vor­lie­ben über das Gemein­wohl und den gemein­sa­men Aus­druck gestellt wer­den. Ich den­ke, das ist sehr gefähr­lich und etwas, wor­auf wir als Chri­sten sehr auf­merk­sam sein müssen.“

Der Vor­wurf des Indi­vi­dua­lis­mus und Rela­ti­vis­mus rich­tet sich gegen jene, die sich der Tra­di­ti­on ver­pflich­tet wis­sen und mit dem über­lie­fer­ten Ritus ver­bun­den sind. Ihnen setzt der Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on die Hei­li­ge Schrift ent­ge­gen. In der Apo­stel­ge­schich­te (2,42) wer­de beschrie­ben, was es für Chri­sten bedeu­te, zur Kir­che zu gehören:

„Sie hiel­ten sich an die Leh­re der Apo­stel und an die Gemein­schaft, an das Bre­chen des Bro­tes und an die Gebete.“

Die Aner­ken­nung die­ser vier Ele­men­te umfas­se die Auto­ri­tät der Bischö­fe, die in Gemein­schaft mit dem Papst die Kir­che lei­ten, den Auf­bau der Ein­heit inner­halb der Kir­che, die gemein­sa­me Fei­er der Eucha­ri­stie und das gemein­sa­me Gebet. Die­se vier Ele­men­te gehö­ren zusam­men, so Msgr. Roche, und „stel­len das Rela­ti­vi­sti­sche und Indi­vi­dua­li­sti­sche in unse­ren heu­ti­gen Gemein­schaf­ten in Frage“.

„Das ist nicht die Mes­se des Pap­stes, es ist nicht mei­ne Mes­se, es ist nicht sei­ne Mes­se. Das ist die Mes­se der Kir­che. Es ist das, was die Kir­che beschlos­sen hat, wie wir uns als Gemein­schaft im Got­tes­dienst aus­drücken und wie wir die Bücher der Lit­ur­gie, der Leh­re der Kir­che verinnerlichen.“

Die Unter­schie­de zwi­schen der Mes­se vor dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil und den Mes­sen nach dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil bestün­den nicht nur in der Ver­wen­dung der latei­ni­schen Spra­che, des Gesangs, der Stil­le und der Blick­rich­tung des Prie­sters, so der Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on.

Die För­de­rung der Lit­ur­gie aus der Zeit vor dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil als hei­li­ger oder from­mer als die heu­ti­ge Lit­ur­gie „ist im Grun­de kein lit­ur­gi­sches Pro­blem, son­dern ein kirch­li­ches Pro­blem“, sag­te der Erz­bi­schof. Die heu­ti­ge Mes­se mit einer rei­che­ren Aus­wahl an Gebe­ten und bibli­schen Lesun­gen spieg­le „das Selbst­ver­ständ­nis der Kir­che als Volk Got­tes wider“ und stär­ke dieses.

„Das, was uns das Kon­zil gege­ben hat, das die Leh­re der Kir­che über sich selbst und ihr Ver­ständ­nis von der Rol­le der Getauf­ten und der Bedeu­tung der Eucha­ri­stie und des sakra­men­ta­len Lebens der Kir­che klas­si­fi­ziert und kon­kre­ti­siert hat, ist nicht ohne Bedeu­tung für die Zukunft der Kirche.“

Die zum Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil ver­sam­mel­ten Bischö­fe hät­ten unter der Inspi­ra­ti­on des Hei­li­gen Gei­stes gesagt: „Das ist die Rich­tung, in die wir gehen“, so Erz­bi­schof Roche. „Tra­di­tio­nis Custo­des ist also wirk­lich ein Auf­ruf, die Ein­heit der Kir­che, unser Zusam­men­sein bei der Fei­er des Brot­bre­chens und des Gebets, sehr, sehr ernst zu neh­men.„

Trotz „viel Getö­se in den Blogs“ zeig­te sich Erz­bi­schof Roche über­zeugt, daß „die mei­sten Bischö­fe“ des latei­ni­schen Ritus und die mei­sten Katho­li­ken des latei­ni­schen Ritus auf der gan­zen Welt ver­ste­hen, „wie wich­tig es ist, die Eucha­ri­stie mit der­sel­ben Mes­se zu beten und zu fei­ern“.

Durch regel­mä­ßi­ge Kon­tak­te mit Bischö­fen und Bischofs­kon­fe­ren­zen wis­se er, daß die mei­sten Bischö­fe „den Auf­ruf des Pap­stes, zum Kon­zil und zur Ein­heit der Kir­che zurück­zu­keh­ren, mit offe­nen Armen emp­fan­gen haben und sehr hin­ter den Wor­ten des Hei­li­gen Vaters ste­hen“.

Natür­lich hät­ten die Men­schen Prä­fe­ren­zen. Die Katho­li­ken müß­ten aber genau­er hin­schau­en, was sie sagen, wenn sie die­se Vor­lie­ben äußern.

„Wenn die Leu­te sagen: ‚Nun, ich gehe zur Mes­se von Pater So-und-So‘, nun, Pater So-und-So ist nur der Ver­mitt­ler. Es ist Chri­stus, der in der Mes­se han­delt, es ist der Prie­ster, der in ‚per­so­na Chri­sti‘, in der Per­son Chri­sti, dem Haupt der Kir­che, han­delt.“

„Wenn wir in die Mes­se gehen, auch wenn die Musik viel­leicht nicht das ist, was wir per­sön­lich wäh­len wür­den, und auch das ist Indi­vi­dua­lis­mus, dann müs­sen wir uns bewußt sein, daß wir an der Sei­te Chri­sti am Kreuz ste­hen, der durch die­se Eucha­ri­stie alles dem Vater zurückgibt.“

Die Mes­se ver­ge­gen­wär­tigt „alles, was Chri­stus für unse­re Erlö­sung getan hat; nicht ein­fach für Jims oder Mari­as Erlö­sung, son­dern für unse­re Erlö­sung“, so Msgr. Roche. „Wir sind die Kir­che. Wir sind kei­ne Indi­vi­du­en. Wir gehö­ren einer Kör­per­schaft an, die sich durch die Leh­ren Chri­sti defi­niert, die wir treu emp­fan­gen haben und die wir auch treu umset­zen müs­sen, um die­se Ein­heit und die­se Har­mo­nie zu schaffen“.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Youtube/​CNS (Screen­shot)

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11 Kommentare

  1. Unver­ein­bar?
    Wer urteilt, daß in der Kir­che nicht die „Neue“ und die „Alte“ Mes­se zele­briert wer­den kann, der sagt damit
    auch, daß die Theo­lo­gie, die sich in der „Alten Mes­se“ mani­fe­tiert“ unver­ein­bar sei mit der Theo­lo­gie, die sich in
    der „Neu­en Mes­se“ mani­fe­stiert. Dann wäre das 2.Vaticanum ein Bruch mit der bis­he­ri­gen Leh­re der Kir­che und deshalb
    dür­fe die „Alte Mes­se“ nicht mehr gele­sen wer­den, weil sie durch das Reform­kon­zil erle­digt sei. Wenn das wahr wäre,
    hät­te die nach­kon­zi­lia­re Kir­che ihre Ein­heit mit der Katho­li­schen Kir­che auf­ge­ge­ben, indem sie sich durch dies Kon­zil von der Kir­che abge­spal­ten hätte.

    • Die wah­re Kir­che ist die immer­wäh­ren­de von Jesus Chri­stus selbst gegrün­de­te Kir­che, die römisch-katholische.
      Jetzt ist es offen­bar so, daß die Geg­ner bean­spru­chen, die Erben der wah­ren Kir­che zu sein. Die Bezeich­nung „nach­kon­zi­li­ar“, die sie sel­ber kre­iert hat­ten, legen sie ab- ein fei­ster Trick. Also nicht die „nach­kon­zi­lia­re Kir­che“ hat ihre Ein­heit mit der Kir­che auf­ge­ge­ben, son­dern all die ande­ren (die Regi­den, Peli­gia­ner usw.) ste­hen nicht mehr in Ein­heit mit der Kir­che Chri­sti. Das ist die Mogel­packung, die neu­er­dings aus Rom und auch aus Deutsch­land kommt (Stich­wort syn­oda­ler Weg usw.).

  2. Wen will Mon­si­gno­re damit erreichen?
    Den­je­ni­gen, die die triden­tin­sche Mes­se nicht ken­nen, inter­es­sie­ren sei­ne Aus­füh­run­gen nicht. Die ande­ren füh­len sich verhöhnt.

  3. Zuerst, sehr geehr­ter Msgr. Roche, dach­te ich, Sie hät­ten nichts ver­stan­den, da Sie tat­säch­lich alles ver­dre­hen. Aber dann hab ich das gelesen:

    „Das, was uns das Kon­zil gege­ben hat, […] ist nicht ohne Bedeu­tung für die Zukunft der Kirche.“

    Da haben Sie den Nagel auf den Kopf getrof­fen! Lee­re Kas­sen, lee­re Kir­chen, lee­re Knie­bän­ke, lee­re Klö­ster – und ein Miss­brauchs­skan­dal, der von ganz oben noch ver­tuscht wor­den ist.
    Nur wei­ter so, Monsigniore!
    An Euren Früch­ten kön­nen wir Euch erkennen!

  4. „Das ist, was die Kir­che beschlos­sen hat …“
    Und ich dach­te immer sowohl Kir­che als auch Mes­se kämen von Gott, wes­halb sie auch hei­lig sind und hei­li­gen und heilen.
    „Die Fei­er des Brotbrechens …“
    Und ich dach­te immer die Tran­sub­stan­zia­ti­on und damit die Anwe­sen­heit Jesu Chri­sti im Opfer, als sich selbst Opfern­der (prop­ter nos­tram salu­tem) sei das Wich­ti­ge in einer Hl. Messe.
    Ist Erz­bi­schof Roche Pro­te­stant? Oder bin ich, wenn auch ungläu­big, doch kein Katholik?
    „Wir sind kei­ne Individuen.“
    Wir sind nicht Mas­se, Gemein­schaft besteht aus Indi­vi­du­en, und Gemein­schaft mit ego­zen­tri­schen Indi­vi­dua­lis­mus Anhän­gen­den geht nicht, das ist klar. Mit Mas­se kommt aber Natio­nal­so­zia­lis­mus her­aus, wes­halb er ja auch im Wider­spruch zum katho­li­schen Men­schen­bild steht. Wir sind Indi­vi­du­en und des­halb kön­nen wir Gemein­schaft bilden.

  5. Rufen wir uns zum Ver­gleich die Aus­füh­run­gen von Josef Kar­di­nal Ratz­in­ger ins Gedächt­nis zurück:

    Über die vor­kon­zi­lia­re latei­ni­sche Liturgie:

    Wie der jun­ge Joseph Ratz­in­ger mit­tels des Schott­mess­bu­ches „lang­sam in die geheim­nis­vol­le Welt der Lit­ur­gie“ ein­drang: „Immer kla­rer wur­de mir, dass ich da einer Wirk­lich­keit begeg­ne­te, die nicht irgend­je­mand erdacht hat­te, die weder eine Behör­de noch ein gro­ßer ein­zel­ner geschaf­fen hat­te. Die­ses geheim­nis­vol­le Gewe­be von Text und Hand­lun­gen war in Jahr­hun­der­ten aus dem Glau­ben der Kir­che gewach­sen. Es trug die Fracht der gan­zen Geschich­te in sich und war doch zugleich viel mehr als Pro­dukt mensch­li­cher Geschich­te. Jedes Jahr­hun­dert hat­te sei­ne Spu­ren ein­ge­tra­gen: Die Ein­füh­run­gen lie­ßen uns erken­nen, was aus der frü­hen Kir­che, was aus dem Mit­tel­al­ter, was aus der Neu­zeit stamm­te.“ … „Ein Mis­sa­le Pius V., das von ihm geschaf­fen wor­den wäre, gibt es nicht. Es gibt nur die Über­ar­bei­tung durch Pius V. als Pha­se in einer lan­gen Wachstumsgeschichte.“

    Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger, Aus mei­nem Leben, DVA 1997, S. 23 u. 172 

    Über die 1969 ein­ge­führ­te „Neue Mes­se“ bzw. den „Novus Ordo“:

    „An die Stel­le der gewor­de­nen Lit­ur­gie hat man die gemach­te Lit­ur­gie gesetzt. Man woll­te nicht mehr das orga­ni­sche Wer­den und Rei­fen des durch die Jahr­hun­der­te hin Leben­di­gen fort­füh­ren, son­dern setz­te an des­sen Stel­le – nach dem Muster tech­ni­scher Pro­duk­ti­on – das Machen, das plat­te Pro­dukt des Augenblicks.“

    Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger, Gedenk­schrift für den ver­stor­be­nen Lit­ur­gie­wis­sen­schaft­ler Msgr. DDr. Klaus Gam­ber „Siman­dron – der Wach­klop­fer“, W. Nys­sen, Köln 1989, S. 14 f.

    Über den Ver­such von Papst Paul VI., die vor­kon­zi­lia­re Hl. Mes­se zu ver­bie­ten (Das ist zur Zeit wie­der aktuell):

    „Ich war bestürzt über das Ver­bot des alten Mis­sa­le, denn etwas Der­ar­ti­ges hat es in der gan­zen Lit­ur­gie­ge­schich­te nie gege­ben… Das nun­mehr erlas­se­ne Ver­bot des Mis­sa­le, das alle Jahr­hun­der­te hin­durch seit den Sakra­men­ta­ren der alten Kir­che kon­ti­nu­ier­lich gewach­sen war, hat einen Bruch in die Lit­ur­gie­ge­schich­te getra­gen, des­sen Fol­gen nur tra­gisch sein konn­ten… Man brach das alte Gebäu­de ab und bau­te ein anderes,….“

    Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger, Aus mei­nem Leben, DVA 1997, S. 173

    „Ich war bestürzt über das Ver­bot des alten Mis­sa­le, denn etwas Der­ar­ti­ges hat es in der gan­zen Lit­ur­gie­ge­schich­te nie gege­ben… Das nun­mehr erlas­se­ne Ver­bot des Mis­sa­le, das alle Jahr­hun­der­te hin­durch seit den Sakra­men­ta­ren der alten Kir­che kon­ti­nu­ier­lich gewach­sen war, hat einen Bruch in die Lit­ur­gie­ge­schich­te getra­gen, des­sen Fol­gen nur tra­gisch sein konn­ten… Man brach das alte Gebäu­de ab und bau­te ein anderes,….“

    Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger, Aus mei­nem Leben, DVA 1997, S. 173

    Über den Stel­len­wert des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils als Pasto­ral­kon­zil von gerin­ge­rer Auto­ri­tät als die frü­he­ren dogmatischen:

    „Die Wahr­heit ist, dass das Kon­zil selbst kein Dog­ma defi­niert hat“

    „Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil behan­delt man nicht als Teil der leben­di­gen Tra­di­ti­on der Kir­che, son­dern direkt als Ende der Tra­di­ti­on und so, als fan­ge man ganz bei Null an. Die Wahr­heit ist, dass das Kon­zil selbst kein Dog­ma defi­niert hat und sich bewusst in einem nied­ri­ge­ren Rang als rei­nes Pasto­ral­kon­zil aus­drücken woll­te; trotz­dem inter­pre­tie­ren es vie­le, als wäre es fast das Super­dog­ma, das allen ande­ren die Bedeu­tung nimmt. Die­ser Ein­druck wird beson­ders durch Ereig­nis­se des täg­li­chen Lebens ver­stärkt. Was frü­her als das Hei­lig­ste galt – die über­lie­fer­te Form der Lit­ur­gie – scheint plötz­lich als das Ver­bo­ten­ste und das Ein­zi­ge, was man mit Sicher­heit ableh­nen muss… Das führt bei vie­len Men­schen dazu, dass sie sich fra­gen, ob die Kir­che von heu­te wirk­lich noch die glei­che ist wie gestern, oder ob man sie nicht ohne War­nung gegen eine ande­re aus­ge­tauscht hat.“

    Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger, Rede vor den Bischö­fen von Chi­le vom 13.7.1988, Der Fels 12/​88, S. 343

    Über die Selbst­zer­stö­rung der Hl. latei­ni­schen Liturgie:

    „Dass die nega­ti­ven Sei­ten der Lit­ur­gi­schen Bewe­gung her­nach ver­stärkt wie­der­keh­ren und gera­de­zu auf die Selbst­zer­stö­rung der Lit­ur­gie hin­drän­gen wür­den, habe ich nicht vor­aus­zu­se­hen ver­mocht.“ … „Ich bin über­zeugt, dass die Kir­chen­kri­se, die wir heu­te erle­ben, weit­ge­hend auf dem Zer­fall der Lit­ur­gie beruht, die mit­un­ter sogar so kon­zi­piert wird, ‚etsi Deus non dare­tur‘.“ [Anm.: ‚etsi Deus non dare­tur‘ – zu deutsch: ‚als ob Gott (in der hl. Kom­mu­ni­on) nicht gege­ben würde‘]

    Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger, Aus mei­nem Leben, DVA 1997, S. 64 u. 174

    Schluss­fol­ge­rung: „Äch­tung der bis 1970 gül­ti­gen Form von Lit­ur­gie muss aufhören“

    „…die Äch­tung der bis 1970 gül­ti­gen Form von Lit­ur­gie muss auf­hö­ren. Wer sich heu­te für den Fort­be­stand die­ser Lit­ur­gie ein­setzt oder an ihr teil­nimmt, wird wie ein Aus­sät­zi­ger behan­delt; hier endet jede Tole­ranz… Der­lei hat es in der gan­zen Geschich­te nicht gege­ben, man äch­tet damit ja auch die gan­ze Ver­gan­gen­heit der Kir­che. Wie soll­te man ihrer Gegen­wart trau­en, wenn es so ist? Ich ver­ste­he, offen gestan­den, auch nicht, war­um so vie­le mei­ner bischöf­li­chen Mit­brü­der sich weit­ge­hend die­sem Into­le­ranz­ge­bot unter­wer­fen, das den nöti­gen inne­ren Ver­söh­nun­gen in der Kir­che ohne ein­sich­ti­gen Grund entgegensteht.“

    Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger, Gott und die Welt – Glau­ben und Leben in unse­rer Zeit, Ein Gespräch mit Peter See­wald, 2. Aufl., Mün­chen 2000, S. 357

    „Voll­macht ist an die Über­lie­fe­rung des Glau­bens gebunden“

    „Nach dem II. Vati­ka­num ent­stand der Ein­druck, der Papst kön­ne eigent­lich alles in Sachen Lit­ur­gie, vor allem, wenn er im Auf­trag eines öku­me­ni­schen Kon­zils hand­le…. Tat­säch­lich aber hat das I. Vati­ka­num den Papst kei­nes­wegs als abso­lu­ten Mon­ar­chen defi­niert, son­dern ganz im Gegen­teil als Garan­ten des Gehor­sams gegen­über dem ergan­ge­nen Wort: Sei­ne Voll­macht ist an die Über­lie­fe­rung des Glau­bens gebun­den – das gilt gera­de auch im Bereich der Lit­ur­gie. Sie wird nicht von Behör­den gemacht‚. Auch der Papst kann nur demü­ti­ger Die­ner ihrer rech­ten Ent­wick­lung und ihrer blei­ben­den Inte­gri­tät und Iden­ti­tät sein.“

    Der Geist der Lit­ur­gie, Frei­burg i. Breis­gau 2000, S. 142 f.

    „Über­haupt nicht ein­zu­se­hen, was gefähr­lich oder unan­nehm­bar sein sollte“

    „Es ist über­haupt nicht ein­zu­se­hen, was (am alten Ritus) gefähr­lich oder unan­nehm­bar sein soll­te. Eine Gemein­schaft, die das, was ihr bis­her das Hei­lig­ste und Höch­ste war, plötz­lich als strikt ver­bo­ten erklärt und das Ver­lan­gen danach gera­de­zu als unan­stän­dig erschei­nen lässt, stellt sich selbst in Fra­ge. Denn was soll man ihr eigent­lich noch glau­ben? Wird sie nicht mor­gen wie­der ver­bie­ten, was sie heu­te vorschreibt?“

    Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger, Salz der Erde, Hey­ne, 2001, S. 188

    (Alles zitiert aus: https://​www​.kath​news​.de/​p​a​p​s​t​-​b​e​n​e​d​i​k​t​-​x​v​i​-​u​n​d​-​d​i​e​-​t​r​i​d​e​n​t​i​n​i​s​c​h​e​-​m​e​s​s​e​-​z​i​t​a​t​e​-​a​u​s​-​s​e​i​n​e​r​-​z​e​i​t​-​a​l​s​-​j​o​s​e​p​h​-​k​a​r​d​i​n​a​l​-​r​a​t​z​i​n​ger)

    • Genau des­halb trach­ten sie danach, den Namen Ratz­in­ger und die Per­son, die dahin­ter steht, zu vernichten.

  6. Man fragt sich, ob eine Ver­samm­lung, ein­be­ru­fen durch eine faden­schei­ni­ge Begrün­dung, die von vorn­her­ein nichts defi­nie­ren oder ver­ur­tei­len woll­te und deren Dekre­te fast alle zwei­fel­haft bis direkt hae­re­tisch sind, ein Kon­zil der katho­li­schen Kir­che war?
    Das war allen­falls die 2.raeubersynode aber kein Konzil.
    Die got­tes­mut­ter hat in Fati­ma im 3 Geheim­nis davor gewarnt, man hat ihr schma­eh­lich den gehor­sam ver­wei­gert, heu­te sehen wir eine Kir­che die fast voll­stän­dig ver­nich­tet ist.
    Kei­ne Inhal­te mehr nur Geschwätz.
    Das Salz ist schal, das Chri­sten­tum hat sei­ne Kraft verloren.
    Es gilt durch die Tra­di­ti­on das ver­lo­re­ne wiederzugewinnen.

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