Das Weihnachtsgemetzel gegen den überlieferten Ritus

Papst Franziskus verschärft erneut die Restriktionen gegen die Tradition

Mit Responsa ad dubia verschärft Papst Franziskus vor Weihnachten noch einmal die Einschränkungen des überlieferten Ritus.
Mit Responsa ad dubia verschärft Papst Franziskus vor Weihnachten noch einmal die Einschränkungen des überlieferten Ritus.

(Rom) Das Gerücht hat sich bewahr­hei­tet: Heu­te wur­de von der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung das Doku­ment mit einer restrik­ti­ven Aus­le­gung des Motu pro­prio Tra­di­tio­nis Custo­des ver­öf­fent­licht. Um jeden Zwei­fel aus­zu­räu­men, wur­de hin­ter die Unter­schrift von Prä­fekt Erz­bi­schof Arthur Roche der Zusatz ange­fügt, daß Papst Fran­zis­kus dem Prä­fek­ten „sei­ne Zustim­mung dazu gege­ben hat“.

Das neue Doku­ment wur­de nicht wie ver­mu­tet in Form einer Instruk­ti­on ver­öf­fent­licht, son­dern als Respon­sa ad dubia. Damit wird auf Fra­gen geant­wor­tet, die mit Tra­di­tio­nis custo­des auf­ge­tre­ten sind, und um wei­te­re Erläu­te­run­gen ergänzt.

Aus­drück­lich heißt es, daß Fran­zis­kus bei einer Audi­enz mit dem Prä­fek­ten am 18. Novem­ber 2021 „über die Ver­öf­fent­li­chung der vor­lie­gen­den RESPONSA AD DUBIA zusam­men mit eini­gen ERLÄUTERUNGEN infor­miert wur­de und sei­ne Zustim­mung dazu gege­ben hat“.

Das Motu pro­prio Tra­di­tio­nis custo­des vom 16. Juli war zunächst nicht auf Latein ver­öf­fent­licht wor­den. Das ist erst jetzt gesche­hen und wird nun als ver­bind­li­che Fas­sung aus­ge­wie­sen. Im Gegen­satz zu den zunächst publi­zier­ten volks­sprach­li­chen Fas­sun­gen ist der nun vor­lie­gen­de latei­ni­sche Text an eini­gen Stel­len schär­fer. Damit wur­de der Vor­wand geschaf­fen, um die Restrik­tio­nen der Respon­sa zu rechtfertigen.

Im Arti­kel 4 etwa heißt es nun:

„Pres­by­te­ri ordi­na­ti post has Lit­te­ras Apo­sto­li­cas Motu Pro­prio datas pro­mul­ga­tas, cele­bra­re volen­tes iux­ta Mis­sa­le Roma­num anno 1962 edit­um, peti­tio­nem for­ma­lem Epi­scopo dio­ecesa­no mit­te­re debent, qui, ante con­ces­sio­nem, a Sede Apo­sto­li­ca licen­ti­am rogabit.“

„Die Prie­ster, die nach der Ver­öf­fent­li­chung die­ses Motu Pro­prio geweiht wer­den und beab­sich­ti­gen, nach dem Mis­sa­le Roma­num von 1962 zu zele­brie­ren, müs­sen eine for­ma­le Anfra­ge an den Diö­ze­san­bi­schof rich­ten, der vor der Ertei­lung der Geneh­mi­gung den Apo­sto­li­schen Stuhl konsultiert.“

Was ursprüng­lich eine „Kon­sul­ta­ti­on“ des Bischofs mit Rom war, wur­de nun zu einem geneh­mi­gungs­pflich­ti­gen Antrag, den der Bischof Rom vor­le­gen muß („der vor der Geneh­mi­gung vom Hei­li­gen Stuhl die Erlaub­nis erbit­ten wird“). Im Wider­spruch zu der von Papst Fran­zis­kus ver­kün­de­ten Dezen­tra­li­sie­rung erfolgt eine wei­te­re Stär­kung des römi­schen Zen­tra­lis­mus, der erah­nen läßt, daß der Hei­li­ge Stuhl die in dem Arti­kel genann­ten Anträ­ge syste­ma­tisch ableh­nen könnte.

Damit ver­schafft sich der Vati­kan die Hand­ha­be, reni­ten­te oder als gegen­über der Tra­di­ti­on zu nach­gie­big ange­se­he­ne Diö­ze­san­bi­schö­fe aus­zu­brem­sen. Der Mög­lich­keit, durch Nicht­an­wen­dung von Tra­di­tio­nis custo­des am Hei­li­gen Stuhl vor­bei an der bis­he­ri­gen Pra­xis fest­zu­hal­ten, wur­de welt­weit ein Rie­gel vorgeschoben.

Dem Bei­spiel des Dekrets für die Diö­ze­se Rom fol­gend wird im Kon­text von Tra­di­tio­nis custo­des nur mehr ein Sakra­ment, die hei­li­ge Eucha­ri­stie, erwähnt. Die ande­ren sechs Sakra­men­te exi­stie­ren nicht, was bedeu­tet, daß deren Spen­dung im über­lie­fer­ten Ritus nicht mehr vor­ge­se­hen ist.

Die Maß­nah­men sind so bru­tal, daß sogar ein welt­li­ches Medi­en­or­gan wie Asso­cia­ted Press sei­nen Bericht mit der Fest­stel­lung beginnt:

„Papst Fran­zis­kus hat am Sams­tag sei­ne Bemü­hun­gen ver­dop­pelt, die alte latei­ni­sche Mes­se auf­zu­he­ben und in sei­ner jüng­sten Sal­ve gegen Kon­ser­va­ti­ve und Tra­di­tio­na­li­sten die Zele­bra­ti­on eini­ger Sakra­men­te nach dem alten Ritus verboten.“

Sei­nen Feld­zug gegen den über­lie­fer­ten Ritus begrün­de­te Fran­zis­kus im Juli damit, daß des­sen För­de­rung durch sei­nen Vor­gän­ger, Bene­dikt XVI., sei­ner Ansicht nach „zu einer Quel­le der Spal­tung in der Kir­che“ gewor­den sei und von Katho­li­ken aus­ge­nutzt wor­den sei, die das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil ableh­nen, mit dem die Kir­che und die Lit­ur­gie „moder­ni­siert“ wor­den seien.

Die­se Begrün­dung wur­de vom Vati­kan heu­te wie­der­holt. Eben­so wur­de betont, daß die Klar­stel­lun­gen und neu­en Restrik­tio­nen „not­wen­dig“ sei­en, um die Ein­heit der Kir­che und ihrer Sakra­men­te zu bewahren.

Den Ver­tre­tern des über­lie­fer­ten Ritus wur­de erneut der Vor­wurf einer „ste­ri­len Pole­mik“ gemacht, den Ritus nur als Vor­wand für „ideo­lo­gi­sche Gesichts­punk­te“ aus­zu­nüt­zen, so Kuri­en­erz­bi­schof Roche, der Prä­fekt der Got­tes­dienst­kon­gre­ga­ti­on.

Das har­te Vor­ge­hen von Fran­zis­kus gegen den über­lie­fer­ten Ritus hat tra­di­tio­nel­le Katho­li­ken bereits in den ver­gan­ge­nen Mona­ten empört. Aus die­sem Teil der Kir­che war in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wie­der­holt gegen Fran­zis­kus der Vor­wurf erho­ben wor­den, im Ver­dacht der Häre­sie zu ste­hen und die katho­li­sche Leh­re zugun­sten einer Anbie­de­rung an den Zeit­geist zu verwässern.

Keine Priesterweihen mehr im überlieferten Ritus?

Die heu­ti­ge Klar­stel­lung zemen­tiert, daß Neu­prie­ster aus­drück­lich eine Ermäch­ti­gung durch den Hei­li­gen Stuhl brau­chen, um im über­lie­fer­ten Ritus zele­brie­ren zu dür­fen. Dem ging in den ver­gan­ge­nen fünf Mona­ten die noch ban­ge­re Fra­ge vor­aus, ob über­haupt noch Prie­ster im über­lie­fer­ten Ritus geweiht wer­den dürfen.

Nein, sagt der Vati­kan. Fir­mung und Prie­ster­wei­he im über­lie­fer­ten Ritus wer­den aus­drück­lich aus­ge­schlos­sen. Der Zugang zu Tau­fe, Ehe­schlie­ßung und Kran­ken­sal­bung im über­lie­fer­ten Ritus wer­den außer­or­dent­lich erschwert. Das ent­spricht zwar kei­nem expli­zi­ten, aber einem De-fac­to-Ver­bot. Die­se Sakra­men­te kön­nen, folgt man den römi­schen Restrik­tio­nen, nur mehr in den bereits bestehen­den Per­so­nal­pfar­rei­en gespen­det wer­den. Von die­sen gibt es aber nur sehr weni­ge, im deut­schen Sprach­raum bei­spiels­wei­se nur zwei, eine im Kan­ton Zürich und eine im Kan­ton Schwyz. Tra­di­tio­nis custo­des schließt die Errich­tung neu­er Per­so­nal­pfar­rei­en aus­drück­lich aus.

Die Tra­di­ti­on wur­de von Fran­zis­kus im Schraub­stock ein­ge­zwängt. Die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne US-Sei­te Rora­te Cae­li schrieb des­halb auf Twit­ter von „Roches Weih­nachts­ge­met­zel“. Bene­dikt XVI. „hat­te der Kir­che Frie­den gebracht. Der jet­zi­ge Papst hat beschlos­sen, ihn [den lit­ur­gi­schen Krieg] neu zu entfachen.“

Wäh­rend Fran­zis­kus sich bis zum heu­ti­gen Tag wei­gert, auf die Dubia von vier Kar­di­nä­len zum Apo­sto­li­schen Schrei­ben Amo­ris lae­ti­tia zu ant­wor­ten, gehen die Ant­wor­ten auf die tra­di­ti­ons­feind­li­chen Dubia zu Tra­di­tio­nis custo­des in man­chen Fra­gen bis ins klein­ste Detail. Der Tra­di­ti­on und ihren Ver­tre­tern soll so wenig Spiel­raum wie mög­lich gelas­sen wer­den. Die Pres­se­agen­tur AP bringt es wie folgt auf den Punkt: Die Semi­na­ri­sten sol­len abge­hal­ten wer­den, den über­lie­fer­ten Ritus auch nur zu erlernen.

Ein wei­te­res Bei­spiel für die neu­en Schi­ka­nen, die Rom heu­te ein­ge­führt hat: Fällt ein Prie­ster, dem die Erlaub­nis erteilt wur­de, eine hei­li­ge Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus zu zele­brie­ren, im letz­ten Moment aus irgend­ei­nem Grund aus, etwa weil er krank wird, kann er wegen des erschwer­ten Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens nicht durch einen ande­ren Prie­ster ersetzt werden.

Joseph Shaw, der Vor­sit­zen­de der Latin Mass Socie­ty von Eng­land und Wales, spricht von so mas­si­ven Ein­schrän­kun­gen, daß die Zele­bra­ti­on der hei­li­gen Mes­se im über­lie­fer­ten Ritus „extrem schwie­rig“ wer­de. Und noch schwie­ri­ger wer­de es für die Gläu­bi­gen, Zugang zu den ande­ren Sakra­men­te im über­lie­fer­ten Ritus zu erhalten.

Die Respon­sa ad dubia im voll­stän­di­gen Wort­laut des Hei­li­gen Stuhls.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Vati​can​.va (Screen­shot)

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11 Kommentare

  1. In Qui­to, Ecua­dor sag­te die Hei­li­ge Maria Mut­ter­got­tes, wenn es so aus­sieht, als hät­te der Teu­fel gewon­nen, dann kom­me ganz über­ra­schend die Wen­de und die Kir­che Jesu Chri­sti wer­de triumphieren.
    Das Spiel wird noch eini­ge Zeit lau­fen und dann herrscht hier die tra­di­tio­nel­le Katho­li­sche Kir­che wie­der! Anna Katha­ri­na Emme­rich sah es, der Hei­li­ge Pater Pio sah es, und die Hei­li­ge Jung­frau sag­te es auch in Fatima!
    Beten wir noch viel mehr den Rosen­kranz und bit­ten unse­re lie­be Him­mels­mut­ter, sie möge uns bei die­sem Unfug unse­rer Zeit bei­ste­hen und die­sem Trei­ben ein Ende bereiten!
    Satan, die­ser Nichts­nutz, wird bald hef­ti­ge Kopf­schmer­zen bekom­men, die Fer­se Mariä ist schon sichtbar.…

  2. Ber­go­glio will die Alte Mes­se aus­mer­zen und han­delt ent­spre­chend kon­se­quent. Es wäre naiv, anzu­neh­men, daß er nun nach dem ersten Schritt im Som­mer einen Rück­zie­her machen würde.
    Die­ser Ver­nich­tungs­feld­zug wird frü­he­stens im näch­sten Pon­ti­fi­kat been­det wer­den. Frühestens.

  3. Jetzt ist die Apo­sto­li­sche Suk­zes­si­on für immer abge­schnit­ten. Da die FSSPX offen­bar im Tief­schlaf ver­sun­ken ist und so gut wie gar nicht auf Tra­di­tio­nis Custo­des reagiert hat, wird auch sie mit Not­wei­hen von Bischö­fen nicht weit kom­men. Mir kommt der Ver­gleich mit Noah und der Arche. Gott hat sich von der Kir­che abge­wandt, er hat Erz­bi­schof Lef­eb­v­re mit dem Bau der Arche beauf­tragt, der das auch tat, nur sei­ne Nach­fol­ger wer­den die­sem Auf­trag nicht gerecht. Sie haben aus der Arche ein arm­se­li­ges Ruder­boot mit Leck und ohne Ruder wer­den lassen.

    • Was Sie sagen ist Unsinn.
      Die fsspx macht den ihr von Gott in Auf­trag gege­be­nen Dienst und bil­det Prie­ster aus.
      Sie fei­ern die Mes­se aller Zei­ten und bie­ten ein brei­tes Spek­trum an Kate­chis­mus fuer Interessierte.
      Sie sind kei­ne Rebel­len und ganz ehr­lich wie­so sol­len sie der Kon­zils­kir­che bei der Fahrt in die Höl­le beistehen?
      Es gilt in die­ser End­zeit das Prie­ster­tum auf­recht zu erhal­ten um nichts anderes.

  4. Papst Fran­zis­kus Inten­ti­on ist nun ein­deu­tig erkenn­bar: Er will den Tod der „Triden­ti­ni­schen Mes­se“. Das
    paßt zur vor­herr­schen­den Inter­pre­ta­ti­on des 2. Vati­can­ums, im Kon­trast zu Papst Bene­dikt dies Kon­zil als
    den Bruch mit der so ver­pön­ten „vor­kon­zi­lia­ren Kir­che“ zu deuten,daß nun alles Alte aus­ge­mi­stet wer­den soll,
    um eine neue zeit­geist­ge­mä­ße Kir­che zu kreieren.Papst Fran­zis­kus muß nun aber irri­tie­ren, daß bis jetzt die erhoffte
    Ver­bots­wel­le der „Alten Mes­se“ noch nicht statt­ge­fun­den hat. Des­halb kommt jetzt dies Schrei­ben mit dem Appell:
    „Bischö­fe, ver­bie­tet end­lich!“ Wenn die­ser Papst von der Ein­heit der Kir­che spricht, dann meint er den Ausschluß
    aller Con­ser­va­ti­ven und Tra­diti­na­li­sten, um eine ein­heit­lich links­li­be­ra­le Kir­che zu erschaffen.
    Uwe Lay Pro Theol Blogspot

  5. Einen Teil der Gläu­bi­gen aus­zu­schlie­ßen ist alles ande­re als christ­lich und schon gar nicht vorbildlich.
    Ich hof­fe, dass Gläu­bi­ge die Alter­na­ti­ve sehen: die Prie­ster­bru­der­schaft St.Pius.

  6. Ich bin ein Alt­gläu­bi­ger, kein „Tra­di­tio­na­list“. Wir haben am Ort einen ver­nünf­ti­gen Pfar­rer und eben­sol­che Kaplä­ne. Damit kann ich leben. Wenn ich an die treu­en Anhän­ger der Tra­di­ti­on den­ke, dann sehe ich nur noch als Lösung die Eigen­stän­dig­keit mit der Gemein­schaft von Pius X., die immer trotz allem mit Rom ver­bun­den ist.
    Unser Papst Fran­zis­kus ist ein Revo­lu­tio­när, wie der „Geist des Kon­zils“ revo­lu­tio­när war und immer noch wirkt. Da gibt es kei­ne Umkehr. Er betreibt die Spal­tung in lehr­mä­ßi­gen Fra­gen. Da ste­hen die Pius­brü­der soli­der da. Alles ande­re ist Politik.

  7. Die lehr­mä­ßi­ge Frag­wür­dig­keit unse­res Pap­stes wird beson­ders auf­fäl­lig, wo es um Barm­her­zig­keit geht. Das Jahr der B. erscheint als Opi­um der Ver­ne­be­lung, um wie Lenor die kla­ren Regeln weich zu spü­len. Der Sonn­tag der B. spielt aber über­haupt kei­ne Rol­le, obwohl der das größ­te Geschenk an die Gläu­bi­gen ist: Nach Beich­te, Los­spre­chung, Buße und Kom­mu­ni­on frei von Sün­de und Sün­den­stra­fen. Geht über­haupt mehr?

  8. Papst Fran­zis­kus schlägt zu: Sein Kampf gegen die „Alte Messe“

    Nach dem nun sei­ne erste Kampf­an­sa­ge gegen die „Triden­ti­ni­sche Mes­se“ nicht recht erfolg­reich war: Wie weni­ge Bischö­fe ver­bo­ten bis­her die „Alte Mes­se“ legt der Papst nun nach. Er führt damit selbst­re­dend auch sei­nen Kampf gegen Papst Bene­dikt fort, Fran­zis­kus ist ja wohl auch bewußt als ein „Anti-Bene­dikt-Papst“ gekürt wor­den, daß nun end­lich ein Seel­sor­ger mit einer soli­den Abnei­gung gegen das Theo­lo­gi­sche den Mozart-theo­lo­gen­papst Bene­dikt erset­zen sollte.
    Die qua­si offi­zi­el­le Inter­net­sei­te der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz rap­por­tiert nun über den neu­en vati­ca­ni­schen Maß­nah­men­ka­ta­log wider die „Alte Mes­se“ unter dem Titel: „Vati­can ver­öf­fent­licht Klar­stel­lung zum Gebrauch der Alten Mes­se“ am 18.12.2021. Kath net und Kath info berich­ten auch zeit­nah über die­se Causa.
    Das Bedeut­sam­ste steht im Kath de Arti­kel am Ende: Von einem ver­trau­li­chen Schrei­ben des Vati­cans wird da berichtet,verfaßt vom Erz­bis­hof Rode. Der stellt in die­sem Brief die Inten­ti­on des Pap­stes klar: „daß Fran­zis­kus mit >Tra­di­tio­nis custo­des< alle bis­he­ri­gen Aus­nah­men und Zuge­ständ­nis­se der Fei­er der Alten Mes­se abschaf­fen wol­le.“ Nur noch zeit­lich befri­stet wol­le er die „Triden­ti­ni­sche Mes­se“ tole­rie­ren. In der Klar­stel­lung wer­den so die Bischö­fe zur Pflicht ermahnt, sich zur Rück­kehr zu einer ein­heit­li­chen Zele­bra­ti­ons­form ein­zu­set­zen. Nur zeit­lich befri­stet sol­len noch Aus­nah­men gedul­det werden.
    Offen­her­zig und ohne Rück­sicht auf das Anlie­gen Papst Bene­dikts, con­ser­va­tiv-tra­di­tio­na­li­sti­sche Katho­li­ken in die Kir­che ein­zu­bin­den, for­ciert so der Papst sei­nen Spal­tungs­kurs der Kir­che. Die­ser päpst­li­che Füh­rungs­stil erin­nert ein wenig an den des Noch­par­tei­vor­sit­zen­den der AfD, Herrn Meu­then, der aus „sei­ner“ Par­tei am lieb­sten alle Natio­nal­con­ser­va­ti­ven aus­schlie­ßen möch­te, um eine ein­heit­lich neo­li­be­ra­le AfD zu kreieren.
    Papst Fran­zis­kus inter­pre­tiert eben im bewuß­ten Kon­trast zu Papst Bene­dikt das 2. Vati­ca­num als das Ereig­nis des Bru­ches mit der vor­kon­zi­lia­ren Kir­che. Wer nun auch immer wei­ter­hin die vor­kon­zi­lia­re Mes­se zele­brie­ren will, ist so für ihn ein Geg­ner die­ses Reform­kon­zi­les, da so der Bruch mit der vor­kon­zi­lia­ren Kir­che nicht aner­kannt wird.
    Dies Pathos des Bru­ches mit der Tra­di­ti­on kann nun ver­schie­den legi­ti­miert wer­den. Das anspruchs­vol­le­re Legi­ti­ma­ti­ons­kon­zept behaup­tet, daß die Kir­che, viel­leicht schon in der Zeit Kai­ser Kon­stan­tins vom ver­bind­li­chen Urchri­sten­tum abge­fal­len sei, dege­ne­riert sei und nun erst im 2.Vaticnum zum wah­ren Ursprüng­li­chen zurück­ge­kehrt sei. Davon zu unter­schei­den ist das Fort­schritts­nar­ra­tiv, daß es eben in der Mensch­heits­ge­schich­te eine objek­ti­ve Ten­denz des Fort­schrit­tes gäbe und daß die Kir­che stets im Ein­klang mit die­sem Fort­schritt sich zu bewe­gen habe. Was gestern noch als wahr galt, ist eben heu­te schon ver­al­tet und hin­fäl­lig gewor­den. Das Neue ist wahr solan­ge es nicht von etwas noch Neue­rem ersetzt wird.
    Simp­ler gestrickt ist dann das Kon­zept der Markt­ori­en­tie­rung der Kir­che: Die Kon­su­men­ten­wün­sche ändern sich und die Kir­che müs­se sich eben der sich ver­än­dern­den Nach­fra­ge immer wie­der aufs neue anpas­sen, ihr Ange­bots­sor­ti­ment ausrichten.
    Alle drei Vor­stel­lun­gen kom­men aber in einem Punk­te zu dem glei­chen Ergeb­nis: Die „Alte Mes­se“ müs­se abge­schafft wer­den. Nach­dem beim ersten Schlag gegen die „Alte Mes­se“ Papst Fran­zis­kus auf die Will­fäh­rig­keit sei­ner Bischö­fe setz­te, scheint er nun zen­tra­li­sti­scher gegen sie vor­ge­hen zu wol­len. Dar­um ermahnt er nun sei­ne Bischö­fe, für die Abschaf­fung der „Alten Mes­se“ zu sor­gen. Das sei ihre „Pflicht“!
    Lei­te­te Papst Bene­dikt eine Epo­che der Tole­ranz der „Triden­ti­ni­schen Mes­se“ ein, so been­det der jet­zi­ge Papst dies Unter­fan­gen, wohl auch ermu­tigt durch die alters­be­dingt nach­las­sen­de Kraft sei­nes Vorgängers.
    Was wir nun erle­ben und erlei­den ist wohl ein ein­zig­ar­ti­ges Unter­fan­gen: Die Mes­se der Katho­li­schen Kir­che, wie sie cir­ca 400 Jah­re lang zele­briert wor­den ist und genau genom­men noch län­ger, wird die Kon­ti­nui­tät der „Alten Mes­se“ mit der Wei­se der Meß­fei­er vor dem Tri­en­ter Kon­zil mit­be­dacht, soll nun ver­bo­ten und end­gül­tig aus der Katho­li­schen Kir­che abge­schafft wer­den. Das könn­te nur legi­tim sein, könn­te bewie­sen wer­den, daß die Kir­che über so lan­ge Zeit hin­durch in Gän­ze unan­ge­mes­sen und gar falsch den Got­tes­dienst zele­briert hät­te und daß des­halb nur die neu kre­ierte Mes­se die ein­zig legi­ti­me sei, weil sie so ener­gisch mit der fal­schen Tra­di­ti­on bräche.
    Fak­tisch wür­de damit den Refor­ma­to­ren recht gege­ben wer­den, daß die Katho­li­sche Kir­che eine Abfall­orga­ni­sa­ti­on des wah­ren Urchri­sten­tu­mes sei, daß so nur in den evan­ge­li­schen „Kir­chen“ in rech­ter Wei­se der Got­tes­dienst gefei­ert wür­de und daß dar­um nur die ver­pro­te­stan­ti­sier­te „Neue Mes­se“ beja­bar sei, weil sie mit der katho­li­schen Tra­di­ti­on brä­che. So eine anti­ka­tho­li­sche Inten­ti­on paßt natür­lich zur Deu­tungs­tra­di­ti­on des 2.Vaticanums als dem Bruch mit der vor­kon­zi­lia­ren Katho­li­schen Tra­di­ti­on, daß es nun dar­auf ankä­me, eine dem (post)modernen Zeit­geist kon­for­me neue Kir­che zu kreieren.
    Papst Fran­zis­kus schrei­tet nun auf die­sem Weg vor­an. Unklar ist aber noch, wie vie­le Bischö­fe nun die­ser neu­en Kampf­an­sa­ge gegen die katho­li­sche Tra­di­ti­on fol­gen wer­den. Aus Sicht des Pap­stes lie­ben wohl zu vie­le Bischö­fe den inner­kirch­li­chen Frie­den zu sehr als daß sie jetzt wil­lig wären,mit gezo­ge­nem Säbel in einen Krieg gegen die „Alte Mes­se“ zu ziehen.

  9. Wir erle­ben es in Kir­che und Welt: es sit­zen offen­sicht­lich die Fal­schen (durch­aus im mehr­fa­chen Sin­ne des Wor­tes) an den ent­schei­den­den Stel­len und ver­brei­ten Panik, Cha­os und Wahn­sinn. Das Grund­übel dabei ist schlicht und ergrei­fend ideo­lo­gi­sche Ver­blen­dung: Die einen erklä­ren einem Virus den Krieg und wei­te Tei­le der Kir­che ertei­len den nicht heils­brin­gen­den Waf­fen wie­der ein­mal den Segen, die ande­ren wol­len mor­gen die Welt ret­ten – jeweils koste es, was es wol­le – und über­all flat­tert das Regen­bo­gen­fähn­chen als Zei­chen rech­ter Gesin­nung an Masten und Tür­men! Da trumpft eine Außen­mi­ni­ste­rin gegen Putin auf, als wenn sie es mit einem Zwerg­staat wie Liech­ten­stein zu tun hät­te, ein Kanz­ler gibt zum besten, daß er kei­ne Scham­gren­zen kennt, wenn es um die Errei­chung sei­ner Vor­stel­lun­gen geht und in Rom ergeht sich der­weil ein alters­ver­bit­ter­ter Papst dar­in, sei­ne Feind­bil­der aus der Jugend­zeit rea­li­ter zu ver­nich­ten. Es ist die Zeit, sich dem zu stel­len und wider­stän­dig zu wer­den! Nein zum ideo­lo­gi­schen Wahn­sinn egal ob welt­lich oder kirch­lich! Gehen Sie mit Ihren Mit­bür­gern „spa­zie­ren“ für Frei­heit im Bür­ger­staat! Ich habe dabei sehr vie­le ver­nünf­ti­ge Men­schen ken­nen­ge­lernt, und es waren nicht weni­ge dabei, die sich von der Kir­che allein­ge­las­sen oder gar ver­ra­ten füh­len. Beten wir gemein­sam für das Wir­ken des Hei­li­gen Gei­stes, um den Bei­stand der Got­tes­mut­ter, um den Schutz des Erz­engels Micha­el und aller Hei­li­gen und Seligen!

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