Petrusbruderschaft: „Wir bleiben unseren Konstitutionen und unserem Charisma treu“

Franziskus zwingt Ecclesia-Dei-Gemeinschaften eine ihnen unbekannte Situation auf

Mit einem offi­zi­el­len Kom­mu­ni­qué reagier­te die Gene­ral­lei­tung der Petrus­bru­der­schaft als erste Eccle­sia-Dei-Gemein­schaft auf das Motu pro­prio Tra­di­tio­nis custo­des von Papst Fran­zis­kus, mit dem die­ser einen Ver­nich­tungs­feld­zug gegen den über­lie­fer­ten Ritus und die Gemein­schaf­ten und Gläu­bi­gen­grup­pen der Tra­di­ti­on eröff­net hat. Das Motu pro­prio wur­de vom Hei­li­gen Stuhl am 16. Juli ver­öf­fent­licht und sofort in Kraft gesetzt. 

Die 1988 im Zuge des Motu pro­prio Eccle­sia Dei kano­nisch errich­te­te Petrus­bru­der­schaft ist die älte­ste und größ­te der Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten. Sie bringt im Kom­mu­ni­qué ihre „Ver­wun­de­rung“ über das von Fran­zis­kus erlas­se­ne Gesetz zum Aus­druck und zeigt sich „zutiefst betrübt“ über die Moti­ve, mit denen das Kir­chen­ober­haupt sei­nen Schritt begrün­det. Vor allem weist sie die dar­in gegen die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten sum­ma­risch vor­ge­brach­te Kri­tik zurück und fin­det es „erstaun­lich“, daß die „vie­len Früch­te“, die sich durch die Meß­or­te des über­lie­fer­ten Ritus zei­gen, von Fran­zis­kus „nicht erwähnt“ wer­den – geschwei­ge denn gewür­digt, möch­te man hinzufügen. 

In die­sem Zusam­men­hang spricht der bekann­te tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Histo­ri­ker Prof. Rober­to de Mattei in sei­ner Reak­ti­on auf Tra­di­tio­nis custo­des von „ideo­lo­gi­schen“ Prä­mis­sen, die das Den­ken von Fran­zis­kus und sei­ne Kri­tik an der Tra­di­ti­on lei­ten. Nach acht Jah­ren Erfah­rung mit die­ser päpst­li­chen Hal­tung könn­te auch von ideo­lo­gisch moti­vier­ten Scheu­klap­pen gespro­chen wer­den, die man sich in San­ta Mar­ta auf­ge­setzt hat. 

Die Petrus­bru­der­schaft ver­weist in ihrer Stel­lung­nah­me auch auf die „vie­len jun­gen Men­schen“, die durch den über­lie­fer­ten Ritus zum Glau­ben zurück­ge­kehrt sind oder ihn gefun­den haben. Die ver­hee­ren­de Wir­kung des Motu pro­prio Tra­di­tio­nis custo­des in die­sen Seg­men­ten der Gläu­bi­gen wird im Kom­mu­ni­qué der Petrus­bru­der­schaft nicht wei­ter aus­ge­führt, man kann sie sich aller­dings unschwer aus­ma­len. Eine tra­gen­de katho­li­sche Sozia­li­sa­ti­on kann heu­te nicht mehr selbst­ver­ständ­lich vor­aus­ge­setzt wer­den. Sie dürf­te viel­mehr die Aus­nah­me sein. Für die Kon­ver­ti­ten und jene, die zwar getauft sind, aber erst zum Glau­ben gefun­den haben, ist Tra­di­tio­nis custo­des ein Schlag in die Magengrube.

In der Kern­aus­sa­ge des Kom­mu­ni­qués bekräf­tigt die Petrus­bru­der­schaft:

„dass wir unse­ren Kon­sti­tu­tio­nen und unse­rem Cha­ris­ma treu blei­ben und den Gläu­bi­gen wei­ter­hin die­nen wol­len, wie wir es seit unse­rer Grün­dung getan haben“. 

Zugleich ver­si­chert sie den Papst und die Bischö­fe der „uner­schüt­ter­li­chen Treue“. Was das ange­sichts der päpst­li­chen Ent­schlos­sen­heit bedeu­tet, die Tra­di­ti­on, die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten und den über­lie­fer­ten Ritus zu zer­schla­gen, muß sich erst zeigen. 

Auf die „uner­schüt­ter­li­che Treue“ zum Papst beru­fen sich auch die Bischö­fe, die in die­sen Tagen bereits Dekre­te erlas­sen, mit denen sie den über­lie­fer­ten Ritus ver­bie­ten. Die­se Dekre­te bedeu­ten, daß die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten die Bis­tü­mer räu­men müs­sen, falls sie dort tätig sind, jeden­falls die­se Gebie­te für sie zum Sperr­ge­biet wer­den. Die­se Bischö­fe kön­nen, im Gegen­satz zu den Prie­stern der Tra­di­ti­on, für sich sogar in Anspruch neh­men, den päpst­li­chen Wil­len zu erfüllen.

Mit voller Wucht aufbrechender Widerspruch

Grund­sätz­lich tritt der Wider­spruch, an der die kirch­li­che Ent­wick­lung seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil und sei­ner unmit­tel­ba­ren Nach­kon­zils­zeit krankt, mit aller Hef­tig­keit wie­der auf und scheint jenen recht zu geben, die eine Koexi­stenz der wider­sprüch­li­chen Posi­tio­nen für unmög­lich hal­ten. Die­se Dis­kus­si­on ent­brann­te schon unter Papst Bene­dikt XVI. an der Fra­ge, ob es genügt, der „Her­me­neu­tik des Bruchs“ eine „Her­me­neu­tik der Tra­di­ti­on“ ent­ge­gen­zu­set­zen. Offen­sicht­lich genügt es nicht, wie Tra­di­tio­nis custo­des nun zeigt. In sei­nem Begleit­brief zum Motu pro­prio an die Bischö­fe schreibt Fran­zis­kus über die Lit­ur­gie­re­form des Novus Ordo Mis­sae nämlich:

„Es ist also zu beden­ken, daß der Römi­sche Ritus, der im Lau­fe der Jahr­hun­der­te mehr­fach den Bedürf­nis­sen der Zeit ange­paßt wur­de, nicht nur bewahrt, son­dern ‚in treu­em Gehor­sam gegen­über der Tra­di­ti­on‘ erneu­ert wurde.“

Dar­aus lei­tet Fran­zis­kus sei­ne radi­kal ableh­nen­de Hal­tung gegen den über­lie­fer­ten Ritus und des­sen Ver­fech­ter ab, die er jener ideo­lo­gi­schen Ver­blen­dung bezich­tigt, die Aus­druck sei­ner eige­nen Befan­gen­heit scheint. 

Des­sen unge­ach­tet hal­ten Fran­zis­kus und die ihm nun in der Zer­schla­gung der Tra­di­ti­on fol­gen­den Bischö­fe die apo­sto­li­sche Auto­ri­tät in der Hand. Die „uner­schüt­ter­li­che Treue“, wel­che die Petrus­bru­der­schaft erklärt, ver­langt daher nach einer argu­men­ta­ti­ven Ergän­zung, wenn die Absichts­be­kun­dung, an den eige­nen Kon­sti­tu­tio­nen und dem eige­nen Cha­ris­ma fest­zu­hal­ten, nicht ins Lee­re gehen soll. Die kom­men­de Zeit ist nicht mehr von einem sich stei­gern­den Wohl­wol­len geprägt, auf das man wäh­rend der Pon­ti­fi­ka­te von Johan­nes Paul II. und mehr noch von Bene­dikt XVI. hof­fen durfte. 

Die Argu­men­te zur Begrün­dung der eige­nen Posi­ti­on, die unter die­sen Päp­sten – erste­rer gewähr­te 1988 das Motu pro­prio Eccle­sia Dei, zwei­te­rer 2007 das Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum – aus­rei­chend waren, genü­gen nicht mehr. 

Die Ableh­nung der Tra­di­ti­on, bes­ser gesagt, die vor­ran­gi­ge und in ihrer Inten­si­tät exklu­si­ve Abnei­gung gegen die Tra­di­ti­on, die Fran­zis­kus und sein Umfeld hegen – gegen­über der moder­ni­sti­schen Sub­ver­si­on läßt Fran­zis­kus ja kein ver­gleich­ba­res Ver­hal­ten erken­nen –, lag seit dem 13. März 2013 in der Luft. Wenn der Schlag erst jetzt aus­ge­führt wur­de, dann offen­bar allein des­halb, weil Fran­zis­kus sich genö­tigt sah, solan­ge abzu­war­ten, bis er zur Über­zeu­gung gelan­gen konn­te, daß Bene­dikt XVI. zu kei­ner ernst­haf­ten Gegen­maß­nah­me mehr imstan­de sein würde. 

Lan­ge ging im päpst­li­chen Hof­staat die Sor­ge um, Bene­dikt XVI. könn­te an die Spit­ze einer Gegen­be­we­gung tre­ten oder gestellt wer­den, wie es vor allem in den USA und Ita­li­en eini­ge Krei­se dach­ten und auch sag­ten. Damit wäre mit einem Schlag offen gewe­sen, wer recht­mä­ßi­ger Papst und wer Gegen­papst ist. Fran­zis­kus selbst, wie er 2016 andeu­te­te, scheint die Gefahr gese­hen zu haben, daß ihm leich­ter letz­te­re Eti­ket­te umge­hängt wer­den hät­te kön­nen. Fran­zis­kus, der Bene­dikt XVI. zuletzt im Novem­ber 2020 einen Kurz­be­such abstat­te­te, scheint sich inzwi­schen davon über­zeugt zu haben, ob zu Recht oder zu Unrecht, daß die­se Opti­on sei­nen Kri­ti­kern und vor allem Bene­dikts XVI. motu pro­prio nicht mehr offensteht.

Ecclesia-Dei-Gemeinschaften stehen vor einer unbekannten Situation

Die Petrus­bru­der­schaft und alle Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten, die auf der Grund­la­ge des gleich­na­mi­gen Motu pro­prio von 1988 ent­stan­den sind, ste­hen vor einer ganz neu­en Situa­ti­on. Es kann kein Zwei­fel bestehen, daß Fran­zis­kus ihre Zer­schla­gung will. Das ergibt sich bereits aus der Tat­sa­che, daß er nicht nur Summorum Pon­ti­fi­cum, son­dern auch Eccle­sia Dei am ver­gan­ge­nen Frei­tag zur Unkennt­lich­keit ent­stell­te. Damit, so das Signal, ent­zog er den Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten ihre Exi­stenz­grund­la­ge. Es ent­spricht sei­nem Füh­rungs­stil, dabei kei­ne direk­ten Maß­nah­men zu set­zen. Er erwar­tet aber zugleich, daß jene, die ihm bereit­wil­lig fol­gen, dies tun. Aus dem Begleit­schrei­ben geht die Inten­ti­on, tabu­la rasa zu machen, offe­ner her­vor als aus dem Dekret selbst – falls dies über­haupt noch mög­lich ist. Im Art. 8 von Tra­di­tio­nis custo­des legt Fran­zis­kus fest: 

„Die Bestim­mun­gen, Instruk­tio­nen, Zuge­ständ­nis­se und Gebräu­che, die nicht mit dem über­ein­stim­men, was vom vor­lie­gen­den Motu Pro­prio bestimmt ist, sind aufgehoben.“

Im Begleit­brief sagt er strikt und unein­ge­schränkt, also ohne jede Unter­schei­dung, die ihm so wich­tig ist:

„Um die Ein­heit des Lei­bes Chri­sti zu ver­tei­di­gen, sehe ich mich gezwun­gen, die von mei­nen Vor­gän­gern gewähr­te Berech­ti­gung [den über­lie­fer­ten Ritus zu zele­brie­ren] zu widerrufen.“

Das rich­tet sich, da jeder anders­lau­ten­de Hin­weis, jede Ein­schrän­kung der Aus­sa­ge oder Aus­nah­me fehlt, auch gegen das Motu pro­prio Eccle­sia Dei, das den Prie­stern der Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten die Zele­bra­ti­on im über­lie­fer­ten Ritus erlaub­te. Fran­zis­kus hat am 16. Juli allem und allen der Tra­di­ti­on, die in der vol­len Ein­heit mit Rom ste­hen, die Rechts­grund­la­gen entzogen.

Das Begleit­schrei­ben an die Bischö­fe, das Fran­zis­kus dem Motu pro­prio zur Sei­te stell­te, ent­hüllt somit weit deut­li­cher die päpst­li­che Absicht, gegen die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten vor­zu­ge­hen, etwa wenn er schreibt:

„Wer mit Andacht nach der vor­he­ri­gen lit­ur­gi­schen Form zele­brie­ren möch­te, wird unschwer in dem nach dem Geist des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils erneu­er­ten Mis­sa­le Roma­num alle Ele­men­te des Römi­schen Ritus fin­den, ins­be­son­de­re den Römi­schen Kanon, der eines der cha­rak­te­ri­stisch­sten Ele­men­te ist.“

Und dann auch, wenn er den Bischö­fen zwei Grund­sät­ze nennt, nach denen sie gegen den über­lie­fer­ten Ritus vor­ge­hen sol­len, was sich in erster Linie gegen die Prie­ster rich­tet, die im über­lie­fer­ten Ritus zele­brie­ren, ohne die es kei­ne Meß­or­te und kei­ne Grup­pen von Gläu­bi­gen geben kann:

„(…) einer­seits für das Wohl derer zu sor­gen, die in der frü­he­ren Zele­bra­ti­ons­form ver­wur­zelt sind und Zeit brau­chen, um zum Römi­schen Ritus zurück­zu­keh­ren, der von den Hei­li­gen Paul VI. und Johan­nes Paul II. ver­kün­det wurde“.

Die Umerziehung der Ecclesia-Dei-Priester

Laut der Absicht von Fran­zis­kus sol­len die tra­di­ti­ons­treu­en Prie­ster erken­nen, daß im Novus Ordo Mis­sae „alle Ele­men­te des Römi­schen Ritus zu fin­den“ sei­en, wes­halb das Fest­hal­ten am über­lie­fer­ten Ritus eine ideo­lo­gi­sche Ver­en­gung sei, wel­che die Ein­heit der Kir­che gefähr­de. Gegen die­se Bedro­hung sehe er sich genö­tigt, ent­schie­den vor­zu­ge­hen und wer­de das auch tun. Mit den tra­di­ti­ons­treu­en Prie­stern sol­le man zwar Geduld üben, so Fran­zis­kus, da sie „Zeit brau­chen“, doch erwar­tet und ver­langt er von ihnen, daß sie „zum Römi­schen Ritus zurück­keh­ren“, zum Novus Ordo Mis­sae, dem „ein­zi­gen Aus­druck der lex oran­di“ der Kir­che, neben dem es laut Fran­zis­kus kei­nen ande­ren Aus­druck gebe und auch kei­nen ande­ren zu geben habe. 

Jeder Prie­ster, Fran­zis­kus dif­fe­ren­ziert nicht, der bis­her im über­lie­fer­ten Ritus zele­brier­te, muß – nimmt man sein Dekret und sein Schrei­ben ernst – um eine Bestä­ti­gung der Erlaub­nis ansu­chen, denn alle bis­he­ri­gen Geneh­mi­gun­gen wur­den von ihm rund­weg auf­ge­ho­ben. Man wird sehen, wie der Hei­li­ge Stuhl die­se Fra­ge im Umgang mit den Prie­stern der Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten hand­ha­ben wird. 

Die Stür­me gegen die Tra­di­ti­on zie­hen nicht erst auf, sie sind bereits los­ge­bro­chen. Fran­zis­kus, der (lin­ke) „Poli­ti­ker auf dem Papst­thron“, hat ihr ohne Not den Krieg erklärt. 

Über Ecclesia Dei hinausdenken

Die Petrus­bru­der­schaft und alle ande­ren Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten müs­sen über Summorum Pon­ti­fi­cum und vor allem über Eccle­sia Dei hin­aus­den­ken. Das ver­langt von ihnen ein Umden­ken, da Fran­zis­kus sie in eine Situa­ti­on ver­setzt hat, die ihnen bis­her unbe­kannt war. Über Eccle­sia Dei hin­aus­den­ken heißt, über die eige­ne bis­he­ri­ge Exi­stenz hin­aus­zu­den­ken. Es gibt in den Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten noch eini­ge weni­ge Prie­ster, meist die Grün­der, die sich an die Zeit vor 1988 erin­nern kön­nen und die­se als Prie­ster oder Semi­na­ri­sten erlebt haben. Alle gehör­ten damals der Pius­bru­der­schaft an, hat­ten also einen Sta­tus, der weder mit jenem seit 1988 noch mit dem deckungs­gleich ist, den ihnen Fran­zis­kus nun zuge­wie­sen hat. 

Wel­che Wege tun sich im Augen­blick auf? 

  • Die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten kön­nen sich in „uner­schüt­ter­li­cher Treue“ dezi­mie­ren las­sen im Bewußt­sein, daß die­se Dezi­mie­rung, geht es nach Fran­zis­kus, erst mit ihrem völ­li­gen Ver­schwin­den enden soll; sie kön­nen in eben­sol­cher „uner­schüt­ter­li­cher Treue“ den Angriff gegen ihre Prie­ster­se­mi­na­re erwar­ten; alles in der festen Hoff­nung, daß die gött­li­che Vor­se­hung ihre völ­li­ge Aus­lö­schung ver­hin­dern werde. 
  • Sie kön­nen in „uner­schüt­ter­li­cher Treue“ zur über­lie­fer­ten Lit­ur­gie, Leh­re und Ord­nung der Kir­che, auf der Grund­la­ge des gel­ten­den Kir­chen­rechts, sich auch um einen Plan B bemü­hen und auf die­sen vorbereiten.

Ein Schei­de­weg, der zur gro­ßen Her­aus­for­de­rung wird.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: FSSP.org (Screen­shot)

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8 Kommentare

  1. Ich glau­be nicht, daß die Zer­schla­gung der Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten das eigent­li­che Ziel die­ses Pam­phlets ist. Sie ist nur ein Kollateralschaden.

    Als ich den har­schen Ton die­ses bru­ta­len Motu Pro­pri­os las, war mein erste Ein­druck, daß es gei­fernd und mit beben­der Stim­me dik­tiert wor­den ist. Tei­le wirk­ten auf mich sogar haß­er­füllt. War­um schreibt man so etwas?
    Um das zu ver­ste­hen, lohnt sich der Blick auf das ver­gan­ge­ne Jahr. Fran­zis­kus hat­te die Bischö­fe auf­ge­for­dert, die Pra­xis des Summorum Pon­ti­fi­cum zu bewer­ten. Das war kei­ne wis­sen­schaft­li­che Erhe­bung son­dern ähnel­te den Wunsch­kon­zer­ten im Radio ver­gan­ge­ner Zei­ten. Die Redak­teu­re stell­ten das Musik­pro­gramm zusam­men und wähl­ten aus den Zuschau­er­brie­fen die pas­sen­den Wün­sche aus. So wie Franz bei den Rück­mel­dun­gen der Bischöfe.

    Das ist aber noch nicht die Ant­wort. Das ist nur der Ablauf, nicht der Grund für die gan­ze Mühe. Der Grund liegt ein paar Wochen wei­ter zurück. Im Janu­ar 2020 erschien das Buch „Aus der Tie­fe des Her­zens“ von Kar­di­nal Sarah mit einem Vor­wort von Bene­dikt XVI, mit dem Fran­zis­kus Angriff auf den Zöli­bat aus­ge­kon­tert wurde.

    Das schrie nach Rache!

  2. Im Prin­zip bleibt für die Prie­ster die der Tra­di­ti­on ver­pflich­tet sind nur
    noch sich den Pius­brü­dern zuzu­wen­den oder in einer abso­lut häre­ti­schen Kir­che aufzugehen.

    Jeder der glaubt, dass es schon noch Schlupf­lö­cher geben, bzw. alles schon nicht
    so schlimm wer­den wird, den bit­te ich doch ein­fach mal Revue pas­sie­ren zu lassen,
    was alles schon seit dem Amts­an­tritt von Fran­zis­kus pas­siert ist, bzw. umge­setzt wurde.
    Und das alles ist noch längst nicht das Ende.
    Es wird auch nicht mit der Wahl des Nach­fol­gers von Ber­go­glio aufhören.
    Wet­ten dass der „Rich­ti­ge“ Nach­fol­ger sogar mit gro­ßer Mehr­heit gewählt wird!
    Ein­zi­ge Aus­nah­me: Wenn zwei pro­gres­si­ve Kan­di­da­ten zur Aus­wahl stehen.

    Die Macht der­je­ni­gen wel­che das alles wol­len ist (auch im poli­ti­schen und
    gesell­schaft­li­chen Bereich) mitt­ler­wei­le welt­weit der­ma­ssen groß, dass nur noch
    Jesus Chri­stus durch direk­tes ein­grei­fen dies been­den kann.
    Wird er das schon tun?

    Ich bin über­zeugt, so schnell noch nicht!
    Man den­ke an die Offen­ba­rung von Johan­nes — weiß ich das? Nun ich bin
    kein Wis­sen­der (zum Glück) son­dern Gläubiger. 

    Zurück zum aktu­el­len Gesche­hen (nur eini­ge Mosa­ik­stei­ne mehr):
    Die­je­ni­gen Bischö­fe wel­che den tra­di­ti­ons­treu­en Prie­stern die­se „Son­der­rech­te“
    „gewäh­ren“ wol­len ste­hen selbst unter Beschuss und letz­ten Endes ent­schei­det sowieso
    Rom dann (zumin­dest meist) dagegen.

    Auch mein Schritt zu den Pius­brü­dern steht noch bevor.
    Jeden­falls möch­te ich nun end­gül­tig mei­ne Steu­ern nicht mehr die­ser kran­ken Kirche
    zukom­men las­sen, son­dern den Piusbrüdern.
    Bis­her waren die Petrus­brü­der dafür vorgesehen.
    Mein (noch nicht erfolg­ter) Schritt ist von der Wirk­lich­keit auf bru­ta­le Weise
    viel schnel­ler ein­ge­holt wor­den als ich mir vostel­len konnte.

    Schon sehr lan­ge sage ich, dass wir noch Din­ge erle­ben wer­den die uns staunen
    las­sen, letz­ten Endes wird es aber grau­en­haft wer­den, da die Ver­spot­tung Gottes
    nicht ohne Kon­se­quen­zen blei­ben wird. 

    Angst macht mir die Geschwin­dig­keit mit wel­cher dies alles nun vor sich geht.
    Wie sag­te doch der weib­li­che Lakai Mer­kel im Janu­ar 2020 auf dem WWF in Davos:
    „Die gro­ße Trans­for­ma­ti­on wird kommen“! 

    War­um jetzt die Poli­tik? Nun es greift alles inein­an­der — buch­stäb­lich alles!

  3. Der Mysti­sche Leib Chri­sti muss ster­ben, damit er danach in gro­ssem Glanz wie­der auf­er­ste­hen kann.
    Vor 2000 Jah­ren haben das die Apo­stel auch nur teil­wei­se ver­stan­den und den glau­bens­treu­en Katho­li­ken (wie mir) fällt das heu­te eben­so schwer.
    Wir wer­den eini­ge Zeit allei­ne sein, bis es so weit ist.
    Aber das scheint der Wil­le Got­tes zu sein, und Er weiss am besten, was für uns gut ist.

  4. Was für eine Fin­ster­nis. Wie kann man Ber­go­glio jetzt immer noch „uner­schüt­ter­li­che Treue“ gelo­ben? Denn genau die­ser Mann ist Gott doch untreu. Die­se Untreue hat er seit 8 Jah­ren immer wie­der zur Schau gestellt. Hat die „mora­li­sche Impf­pflicht“ des Ber­go­glio, d.h. die Ver­füh­rung zur Gift-Gen-Sprit­ze, zum Abtrei­bungs-Impf­stoff, nicht gereicht, um wenig­stens den treu­en Die­nern die Augen zu öff­nen? Was muss die­ser Mann noch tun, um Euch aus dem Tief­schlaf wach­zu­rüt­teln. Könnt Ihr immer noch nicht sehen, wer er ist? Erkennt ihn endlich. 

    Gut, so soll es sein. Gott will, dass wir alle demü­tig wer­den, alle, die Hir­ten und die Scha­fe. Die Demut ist die beste Vor­be­rei­tung für das 2.Kommen Jesu. Aber nicht ver­ges­sen: Jesus Chri­stus kommt nicht mehr als Mensch im Flei­sche, son­dern herr­lich über den Wolken.

  5. Die FSSP ist gegrün­det auf die völ­li­ge Akzep­tanz des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Konzils.

    Die Mes­se aller Zei­ten ist für die Kir­che danach „außer­or­dent­lich“ der NOM für ALLE verpflichtend.

    Streng­ge­nom­men kann Rom sofort ver­lan­gen nur noch den NOM zu bege­hen, von even­tu­el­len Ein­zel­aus­nah­men abgesehen.

    Es ist sehr trau­rig für die­se Ver­ei­ni­gun­gen wie FSSP/ Insti­tut Chri­stus König/ Gri­ci­liga­no oder Le Baroux, das sie auf Rom ver­traut haben und lei­der, man muss das so hart sagen, die War­nun­gen des Erz­bi­schofs in den Wind geschla­gen haben.
    Es wur­de in dem Doku­ment „Eccle­sia Dei“ genau gesagt, was man über die Tra­di­ti­on denkt und dem Erz­bi­schof, das muss man sich vor­stel­len, sei­nen „fal­schen“ Tra­di­ti­ons­be­griff vor­ge­wor­fen. Die­ser bestand in der Fort­füh­rung des­sen, was 20 Kon­zi­li­en und die Päp­ste bis 1958 unfehl­bar gelehrt und defi­niert haben.

    Inso­fern ist es ganz klar, das wer das Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil unter­stützt, in der Fal­le sitzt.

    Es soll wohl so sein, das Chri­stus es nicht dul­den kann, den über­lie­fer­ten Ritus mit einem häre­ti­schen und pro­te­stan­ti­schen Ritus unter einem Dach fei­ern zu las­sen, das geht ein­fach nicht.
    Das Geschwätz von der Her­me­neu­tik der Kon­ti­nui­tät war immer Lüge von Leu­ten, die etwas schön­re­den woll­ten, was schlecht war und ist.

    Der NOM soll­te neu sein, so woll­te es Papst Paul VI., er soll­te den ver­hass­ten „alten Ritus“ ablö­sen und durch neue Leh­ren (Eccle­sia Dei) ersetzen.

    Papst Johan­nes Paul II. spricht ja auch in sei­ner Antritts­en­zy­kli­ka nicht ein ein­zi­ges Mal von der Katho­li­schen Kir­che oder der römisch katho­li­schen Kir­che son­dern ein­zig und allein von der Kir­che des Kon­zils, der Kir­che des neu­en Advents und dem Bewußt­sein der Kirche.

    Nein, das grund­los ein­be­ru­fe­ne Kon­zil woll­te mit allem auf­räu­men, was den Pro­te­stan­ten, Frei­mau­rern und son­sti­gen Fein­den des Katho­li­zis­mus ent­ge­gen­stand und das ist rund­rum gelungen.
    Den tra­di­ti­ons­treu­en Ver­ei­ni­gun­gen wird über kurz oder lang die Auf­lö­sung bevor­ste­hen, wie sie dar­auf reagie­ren wird man sehen müssen.
    Beten wir für sie.

  6. Lie­ber Jan, so sehr ich Ihre Bei­trä­ge auch schät­ze so wenig kann ich Ihnen zustim­men, dass die FSSP auf die völ­li­ge Akzep­tanz des zwei­ten vati­ka­ni­schen Kon­zils gegrün­det ist. Das zwei­te Vati­ka­num ent­hält auch die Lügen, welch Sie mit Recht anspe­chen. Dies ist bekannt. Ein Teil der maß­geb­li­chen Kon­zils­vä­ter und der kirch­li­chen Hier­ar­chie waren Frei­mau­rer, wel­che Ihre Ideen durch Feder­füh­rung in den Doku­men­ten unter­brach­ten. Dies begrün­det die Lüge(n). Weder JP II noch Bene­dikt XVI waren aus der Angst vor einem Schis­ma bereit die­se Lügen direkt anzu­spre­chen. Ein Teil die­ser von Frei­mau­rern (wie Anni­ba­le Bugni­ni) erzeug­ten Lügen ist erkennt­lich in der Form­lo­sig­keit des Novus Ordo. Es geht dabei nur vor­der­grün­dig um die Auf­ga­be der Tra­di­ti­on, son­dern in Wahr­heit um den Ver­lust der Tie­fe der Got­tes­ver­eh­rung. Dies war auch Bene­dikt bekannt. Des­we­gen ver­kün­de­te er sein muto pro­prio. Das jet­zi­ge Schrei­ben Ber­go­gli­os führt zu einem End­punkt, der Rei­ni­gung. Ich fürch­te um ein Schisma.

    • Ich muss Ihnen wider­spre­chen, bit­te hören Sie den Vor­trag von Dr Hes­se über Pseu­do traditionalismus
      Die Petrus Brü­der müs­sen wenn befoh­len die neue Mes­se lesen und haben unver­bru­ech­lich zum Kon­zil zu stehen
      Sonst haet­ten sie nie­mals die Erlaub­nis erhalten
      Das ist ein Faktum

  7. Alles was in Welt und Kir­che der Welt­ein­heits­re­li­gi­on ent­ge­gen­steht wird ver­nich­tet wer­den, es sei denn, die Men­schen wachen auf und weh­ren sich oder Gott greift ein.
    Satan will im „Haus des einen“ ange­be­tet werden.
    Der ehe­ma­li­ge gläu­bi­ge Kar­di­nal Fran­cis Geor­ge von Detroit hat gesagt: Ich wer­de in mei­nem Bett ster­ben, mein Nach­fol­ger wird im Gefäng­nis ster­ben und des­sen Nach­fol­ger wird öffent­lich hin­ge­rich­tet werden.

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