Sergei Lawrow: „Im Westen lernen die Schüler, daß Jesus Christus bisexuell war“

Ein Grundlagenaufsatz von Rußlands Außenminister

Sergei Lawrow kritisiert in einem Aufsatz die Dekadenz des Westens.
Sergei Lawrow kritisiert in einem Aufsatz die Dekadenz des Westens.

Ein aus­führ­li­cher Auf­satz von Ser­gei Law­row, dem Außen­mi­ni­ster Ruß­lands, erschien am 28. Juni in der füh­ren­den rus­si­schen Wirt­schafts­zei­tung Kom­mer­sant sowie auf der Inter­net­sei­te des rus­si­schen Außen­mi­ni­ste­ri­ums. Unter der Über­schrift: „Das Gesetz, die Rech­te und die Regeln“ fin­det sich fol­gen­de Pas­sa­ge, die für west­li­che Ohren aus dem Mund eines Außen­mi­ni­sters aus­ge­spro­chen unge­wöhn­lich klingt. Nur die­se soll an die­ser Stel­le aus dem sehr lan­gen Auf­satz interessieren:

„Neben dem Vor­drin­gen in das Völ­ker­recht mani­fe­stiert sich der Begriff der ‚Regeln‘ auch in Ver­su­chen, in die mensch­li­che Natur ein­zu­drin­gen. In meh­re­ren west­li­chen Län­dern ler­nen die Schü­ler in der Schu­le, daß Jesus Chri­stus bise­xu­ell war. Ver­su­che ver­nünf­ti­ger Poli­ti­ker, die jün­ge­re Genera­ti­on vor aggres­si­ver LGBT-Pro­pa­gan­da zu schüt­zen, sto­ßen auf krie­ge­ri­sche Pro­te­ste des ‚auf­ge­klär­ten Euro­pa‘. Alle Reli­gio­nen der Welt, der gene­ti­sche Code der wich­tig­sten Zivi­li­sa­tio­nen des Pla­ne­ten, wer­den ange­grif­fen. Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten ste­hen an vor­der­ster Front bei der staat­li­chen Ein­mi­schung in kirch­li­che Ange­le­gen­hei­ten und ver­su­chen offen, eine Bre­sche in die ortho­do­xe Welt zu schla­gen, deren Wer­te als star­kes spi­ri­tu­el­les Hin­der­nis für das libe­ra­le Ver­ständ­nis der unbe­grenz­ten Frei­zü­gig­keit gese­hen werden.“

Law­row skiz­ziert in weni­gen Sät­zen eine gro­ße Band­brei­te poli­ti­scher Nega­tiv­ent­wick­lun­gen, wie sie durch ein immer aggres­si­ve­res Ver­hal­ten lin­ker west­li­cher Kräf­te vor­an­ge­trie­ben wer­den und selbst vor Angrif­fen auf das Wesen des Mensch­seins nicht halt­ma­chen: Ein­grif­fe in das Völ­ker­recht, Ein­grif­fe in die mensch­li­che Natur, aggres­si­ve Homo-Pro­pa­gan­da, Aggres­si­vi­tät gegen Anders­den­ken­de, Angriff gegen die Religion.

„Lin­ke Kräf­te“ meint eine alte, auf die Zeit der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on zurück­ge­hen­de Alli­anz zwi­schen Libe­ra­lis­mus und Sozia­lis­mus, wie sie vor allem seit dem Zusam­men­bruch des Ost­blocks erneu­ert wur­de. Eine Alli­anz, die den des­avou­ier­ten und tot geglaub­ten Sozia­lis­mus vor dem Ver­schwin­den ret­te­te. Seit­her herrscht eine neue „Arbeits­tei­lung“: Die klei­ne Grup­pe des links­li­be­ra­len Groß­ka­pi­tals gibt den Ton in der poli­ti­schen Agen­da an, die breit auf­ge­stell­ten Links­par­tei­en lie­fern die Fuß­trup­pen für deren Durch­set­zung. Das erklärt, war­um die gewalt­tä­ti­gen anti­fa­schi­sti­schen Stie­fel­trup­pen heu­te für Geor­ge Soros und Ange­la Mer­kel, für Bill Gates und Seba­sti­an Kurz auf die Stra­ßen gehen und Anders­den­ken­de ein­schüch­tern und angrei­fen. Die Got­tes­lä­ste­rung gehört bei allen Kräf­ten, die wider die Natur und das Wesen des Men­schen han­deln, zum Stan­dard­pro­gramm. Dar­an erkennt man sie untrüglich.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Kremlin.ru (Screen­shot)

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2 Kommentare

  1. Dem Auf­satz kann ich nur mit den Wor­ten zustim­men und sagen: „Wo Law­row Recht hat, da hat er Recht“. Sei­ne in dem Auf­satz ange­spro­che­nen Sor­gen, dass die Ver­su­che ver­nünf­ti­ger Poli­ti­ker, die jün­ge­re Genera­ti­on vor aggres­si­ver LGBT-Pro­pa­gan­da zu schüt­zen, auf die krie­ge­ri­sche Pro­te­ste des ‚auf­ge­klär­ten Euro­pa‘ sto­ßen, soll­ten auch unse­re gro­ßen Zukunfts­sor­gen sein. So wie füh­ren­de Euro­pä­er heu­te spre­chen, liegt Euro­pa erkenn­bar in gei­sti­ger Agonie.
    Law­row ist übri­gens Christ und Trä­ger drei­er christ­li­cher Orden.

  2. Es ist schon erschreckend, wie nüch­tern sach­lich es aus diplo­ma­ti­scher Sicht gese­hen wer­den kann. Bei uns auf der Stra­sse schla­gen die paw­low­schen Hun­de sofort an, wenn nur ansatz­wei­se eigen­stän­di­ges Den­ken gezeigt wird. Ich stel­le mir immer mehr die Fra­ge, ob links­li­be­ral viel­leicht gar kei­ne Ideo­lo­gie ist, son­dern es eher mit der see­li­schen Moti­va­ti­on zu tun hat.

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