Mit dem heiligen Antonius die „Alte Messe“ wiederfinden

Unkenntnis und Missverständnisse und hoffentlich dennoch ein guter Neubeginn.

Antoniuskirche von Rietz, ab 1666 am Mühlegg auf dem Scheibenbichl errichtet und 1678 von Bischof Paulinus Mayr von Brixen geweiht. Die Gemeinde Rietz liegt zwischen Telfs und Stams im Tiroler Oberinntal.
Die Antoniuskirche von Rietz wurde ab 1666 am Mühlegg auf dem Scheibenbichl errichtet. Die Gemeinde Rietz liegt zwischen Telfs und Stams im Tiroler Oberinntal.

Von Cle­mens Vic­tor Olden­dorf.

In zwei Bei­trä­gen für die­se Platt­form habe ich am 20. Juli und am 25. Juli 2020 Ein­blick gege­ben in eine Ent­wick­lung inner­halb einer Pfar­rei des Bis­tums Inns­bruck und in deren Bedeu­tung für die Umset­zung des Motu­pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum in die­ser Nord­ti­ro­ler Diö­ze­se.

Dabei war mei­ne Ein­schät­zung sehr erwar­tungs­voll und wohl­wol­lend und ließ ich mich dar­in auch nicht durch die offen­sicht­li­che Par­tei­lich­keit der Bericht­erstat­tung in der Tiro­ler Tages­zei­tung aus dem Kon­zept brin­gen, denn die­se ist in kir­chen­po­li­ti­schen Dis­kus­sio­nen seit Jahr­zehn­ten kei­ne Über­ra­schung. Viel­mehr mach­te ich deut­lich, dass mir die von Bischof Her­mann Glett­ler ange­streb­te Lösung gera­de­zu als ide­al erschien, als groß­zü­gig, wie es im Titel des ersten Bei­trags for­mu­liert ist, ganz im Ein­klang mit Summorum Pon­ti­fi­cum.

Zukünftiger Lösungsansatz konkret vorgestellt

Am 8. Sep­tem­ber, dem schö­nen Datum des Festes Mariä Geburt, wur­de nun das kon­kre­te Lösungs­kon­zept der Diö­ze­se Inns­bruck in einem wei­te­ren Bericht der Tiro­ler Tages­zei­tung bekannt­ge­ge­ben. Wie­der war ich nicht wei­ter erstaunt ob der par­tei­ischen Posi­tio­nie­rung, die eigent­lich in einem Bericht nichts ver­lo­ren hat, aber bei kirch­li­chen The­men, bei denen man sich gegen Kon­ser­va­ti­ve wen­den kann, in der Redak­ti­on der Tiro­ler Tages­zei­tung offen­sicht­lich unwi­der­steh­lich wirkt.

Die Wahl des Inns­brucker Bischofs ist also auf die sehr schö­ne und bekann­te Wall­fahrts­kir­che zum hei­li­gen Anto­ni­us von Padua in Rietz gefal­len. Zwar nicht in der Bischofs­stadt gele­gen, ist sie den­noch von den Zen­tral­räu­men Tirols, von Inns­bruck und Telfs aus gut erreich­bar, eben­so für die Gläu­bi­gen, die bis­her nach Imster­berg ori­en­tiert waren oder sogar dort woh­nen und den per­sön­li­chen und seel­sorg­li­chen Kon­takt zu Pfar­rer Mül­ler, den sie schät­zen, auf­recht­erhal­ten möch­ten. Auch von Bay­ern aus gibt es ver­kehrs­tech­nisch gün­sti­ge Zugän­ge, um nach Rietz zum hei­li­gen Anto­ni­us zu pil­gern bezie­hungs­wei­se zu Pfar­rer Ste­phan Mül­ler zu gelan­gen.

Tendenziöse Berichterstattung und Stimmungsmache

Die Wert­schät­zung, die der Pfar­rer in Imster­berg trotz allem auch erfah­ren hat, kann bestimmt nicht zunich­te gemacht wer­den, indem Redak­teur Tho­mas Parth an den frü­he­ren, vor zehn Jah­ren ver­stor­be­nen, Riet­zer Pfar­rer erin­nert. Unbe­strit­ten hat die­ser sich um die Instand­set­zung der Wall­fahrts­kir­che ver­dient gemacht. Umge­kehrt war es gera­de Bischof Her­mann Glett­ler, der das­sel­be von Pfar­rer Mül­ler unum­wun­den für die Pfarr­kir­che Imster­berg aner­kannt hat, die der streit­ba­re Geist­li­che in einem erst­klas­si­gen, vor­bild­li­chen Zustand über­gibt.

Die Wür­di­gung des Ver­stor­be­nen Pater Cle­mens Neurau­ter als beliebt, volks­nah und welt­of­fen mag zutref­fend sein und soll abso­lut nicht in Abre­de gestellt wer­den, ist in die­sem Fal­le aber der all­zu schlecht kaschier­te Vor­wand, um Pfar­rer Ste­phan Mül­ler mit den ent­ge­gen­ge­setz­ten Cha­rak­te­ri­sie­run­gen zu bela­sten, noch ehe er, immer­hin von der Diö­ze­san­lei­tung selbst dazu offi­zi­ell beauf­tragt, sein neu­es Auf­ga­ben­ge­biet und Wir­kungs­feld über­haupt effek­tiv ange­tre­ten hat. Ein Vor­ge­hen, das man bei jedem ande­ren zu Recht als unfair und gehäs­sig kri­ti­sie­ren wür­de, auch ohne des­we­gen zu ver­lan­gen, alle müss­ten Pfar­rer Mül­ler pau­schal einen Über­schwang an Vor­schuss­lor­bee­ren oder Sym­pa­thie ent­ge­gen­brin­gen. Jeden­falls kennt auch das triden­ti­ni­sche Ritua­le Roma­num Fahr­zeug­seg­nun­gen, so dass Mül­ler genau­so Motor­rä­der und Autos seg­nen kann, wenn dies gewünscht wird.

Ver­gleicht man den TT-Bericht mit der Pres­se­aus­sen­dung der Diö­ze­se Inns­bruck, stellt man fest, dass nicht alle Schwach­punk­te der Bericht­erstat­tung von der Tages­zei­tung oder von Tho­mas Parth selbst ver­schul­det sind. Die Ver­laut­ba­rung des Bis­tums hat fol­gen­den Wort­laut:

„Got­tes­dien­ste in ‚triden­ti­ni­scher Form‘ zukünf­tig in Anto­ni­us­kir­che von Rietz

Das Gene­ral­vi­ka­ri­at der Diö­ze­se Inns­bruck gibt bekannt, dass in Abstim­mung mit Dekan Peter Schei­ring und dem Pfarr­ge­mein­de­rat von Rietz zukünf­tig in der Fili­al­kir­che zum Hl. Anto­ni­us an den Sonn- und Fei­er­ta­gen eine Hl. Mes­se in der ‚Außer­or­dent­li­chen Form‘ gefei­ert wird. Umgangs­sprach­lich spricht man von der ‚triden­ti­ni­schen‘ oder latei­ni­schen Mes­se, wie sie über 400 Jah­re lang üblich war. Der bis­he­ri­ge Pfar­rer von Imster­berg, Ste­phan Mül­ler, wird für die Fei­er die­ser latei­ni­schen Got­tes­dien­ste frei­ge­stellt. Dar­über hin­aus wird er jedoch kei­ne seel­sorg­li­che Ver­ant­wor­tung oder Auf­ga­be in der Pfar­re Rietz wahr­neh­men.

Anto­ni­us­kir­che selbst­ver­ständ­lich wei­ter­hin für Alle [sic] zugäng­lich

Trotz der zusätz­li­chen Got­tes­dien­ste in der Anto­ni­us­kir­che bleibt die belieb­te Wall­fahrts­kir­che täg­lich für alle Men­schen, die die­sen beson­de­ren Ort auf­su­chen wol­len, geöff­net und zugäng­lich. Auch Tau­fen, Hoch­zei­ten, Ehe­ju­bi­lä­en, Patro­zi­ni­ums­fei­ern und ande­re got­tes­dienst­li­che Fei­ern sind für die Riet­zer Pfarr­be­völ­ke­rung auch wei­ter­hin in ‚ihrer‘ Anto­ni­us­kir­che mög­lich.

Hl. Mes­se in der ‚alten Form‘ als Ange­bot für Inter­es­sier­te

Jeder Bischof ist seit dem Schrei­ben ‚Summorum Pon­ti­fi­cum‘ von Papst Bene­dikt XVI. aus dem Jah­re 2007 ange­hal­ten, eine Mög­lich­keit zu schaf­fen, damit die alte Form der Hl. Mes­se von Men­schen, die dies wün­schen, auch mit­ge­fei­ert wer­den kann. Die röm.-katholische Kir­che hat seit dem Kon­zil von Tri­ent (1545–1563) bis Ende der 60er Jah­re in die­sem Ritus, selbst­ver­ständ­lich in latei­ni­scher Spra­che, alle ihre Got­tes­dien­ste abge­hal­ten. Die längst not­wen­di­ge Reform der Lit­ur­gie wur­de durch das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil (1962–1965) in Auf­trag gege­ben und in den fol­gen­den Jah­ren umge­setzt. In die­ser ‚neu­en Form‘ wer­den seit­dem die Got­tes­dien­ste bewuss­ter zusam­men mit dem Volk Got­tes gefei­ert und alle übri­gen Sakra­men­te gespen­det.“

Einerseits Großzügigkeit, andererseits kirchenrechtliche Unkenntnis der Materie und Unverständnis für die Motivation traditionsverbundener Priester und Gläubiger

Die lit­ur­gie­ge­schicht­lich feh­ler­haf­ten und lit­ur­gie­theo­lo­gisch ober­fläch­li­chen Dar­stel­lun­gen erkennt man im TT-Bericht unschwer als (nicht kor­rekt als sol­ches gekenn­zeich­ne­tes) wört­li­ches Zitat aus der diö­ze­sa­nen Bekannt­ma­chung. Aber auch die kir­chen­recht­li­che Ein­schät­zung des­sen, wozu ein Bischof gemäß Summorum Pon­ti­fi­cum ver­pflich­tet oder zumin­dest ange­hal­ten ist, erweist sich bei nähe­rem Hin­se­hen als unzu­tref­fend, genau­ge­nom­men sogar als über­zo­gen.

Wenn die Gläu­bi­gen, die an Fei­ern in der for­ma extra­or­di­na­ria gemäß Summorum Pon­ti­fi­cum teil­neh­men wol­len, nicht aus ein und der­sel­ben Ter­ri­to­ri­al­pfar­re stam­men, kann der Bischof eine zen­tral gele­ge­ne Kir­che bestim­men, wo sol­che Fei­ern wür­dig statt­fin­den kön­nen. Dass er dazu einen Diö­ze­san­prie­ster spe­zi­ell frei­stel­len und beauf­tra­gen kann, ist sicher eine Mög­lich­keit, aller­dings im Motu­pro­prio oder der zuge­hö­ri­gen Instruk­ti­on Uni­ver­sae Eccle­siae selbst gar nicht aus­drück­lich vor­ge­se­hen. Dass Bischof Glett­ler dies jetzt tut, ist lobens­wert. Recht­lich dazu ver­pflich­tet ist ein Diö­ze­san­bi­schof nicht. Um die Posi­ti­on von Pfar­rer Mül­ler und der ihm per­sön­lich und/oder der über­lie­fer­ten Lit­ur­gie ver­bun­de­nen Gläu­bi­gen kano­ni­stisch noch bes­ser abzu­si­chern, hät­te der Bischof die Mög­lich­keit, eine Per­so­nal­pfar­re gemäß can. 518 CIC/1983 zu errich­ten, wozu es indes wohl erfor­der­lich wäre, jeden­falls sehr ange­ra­ten, die Kir­che zur gänz­li­chen Allein­be­nüt­zung der Per­so­nal­pfar­re der Gläu­bi­gen der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus zu bestim­men. Eine sol­che Per­so­nal­pfar­re muss der Bischof nicht errich­ten, und aus offen­kun­di­gen Grün­den hat der Bischof von Inns­bruck nicht die Absicht, dies im Fal­le der Riet­zer Anto­ni­us­kir­che zu tun. Kir­chen­recht­lich ist die­se Ent­schei­dung nicht zu bean­stan­den.

Die Wall­fahrts­kir­che zu Ehren des hei­li­gen Anto­ni­us von Padua wur­de 1678 von Pau­li­nus Mayr, dem Bischof von Bri­xen, geweiht.

Alte Messe an Sonn- und Feiertagen in der Wallfahrtskirche Rietz

Der bischöf­li­che Auf­trag an Pfar­rer Mül­ler lau­tet, an Sonn- und Fei­er­ta­gen in der Riet­zer Wall­fahrts­kir­che eine hei­li­ge Mes­se in der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus für jene Gläu­bi­gen zu fei­ern, die dar­an teil­neh­men möch­ten. Da er zum einen für die Fei­er die­ser Lit­ur­gie aus­drück­lich frei­ge­stellt wird, es zum ande­ren aber gera­de das Zwei­te Vati­ca­num und das aktu­el­le Kir­chen­recht sind, die die Prie­ster zur täg­li­chen Zele­bra­ti­on des eucha­ri­sti­schen Opfers auf­for­dern, ist es Pfar­rer Mül­ler unbe­nom­men, auch täg­lich und immer nach dem Mis­sa­le Roma­num von 1962 in der Wall­fahrts­kir­che zu zele­brie­ren und Gläu­bi­ge, die dies aus eige­nem Antrieb wün­schen, zur Teil­nah­me an die­sen Mess­fei­ern zuzu­las­sen. Es besteht kein Zwei­fel, dass Ste­phan Mül­ler zu den­je­ni­gen Prie­stern zählt, die das täg­li­che hei­li­ge Mess­op­fer schät­zen und dass er es im Regel­fall auch täg­lich in der Wall­fahrts­kir­che St. Anto­ni­us dar­brin­gen wird, sowie dass Gläu­bi­ge sich dazu ein­fin­den wer­den.

Genau­so kann Mül­ler Tau­fen und Trau­un­gen in der Wall­fahrts­kir­che nach altem Ritus durch­füh­ren, wenn er dar­um gebe­ten wird, und auch für die Kran­ken­sal­bung (ulti­ma unc­tio) oder Kran­ken­kom­mu­ni­on geru­fen und als Beicht­va­ter gewählt wer­den. Er ist zwar nicht in die Seel­sor­ge der Ter­ri­to­ri­al­pfar­rei Rietz ein­ge­bun­den, dass heißt aller­dings kei­nes­wegs, dass er zum Nichts­tun ver­don­nert wäre.

Freistellung für den Usus antiquior – Zwischen Kategorialseelsorge und Ruhestand

Pfar­rer Mül­ler hat durch sei­nen spe­zi­fi­schen Seel­sorgs­auf­trag und die Tat­sa­che, anson­sten nicht län­ger in die Seel­sor­ge ein­be­zo­gen zu sein, künf­tig eine eigen­tüm­li­che Zwi­schen­stel­lung zwi­schen einem Prie­ster in der Kate­go­ri­al­seel­sor­ge und einem Kommo­ran­ten inne, also einem Prie­ster, der zwar an einem Ort wohnt, gleich­zei­tig jedoch zum Bei­spiel auf­grund sei­nes Alters nicht (mehr) in der regu­lä­ren Pfarr­seel­sor­ge mit­zu­ar­bei­ten ver­pflich­tet ist. Unter Kate­go­ri­al­seel­sor­ge ver­steht man einen Seel­sorgs­auf­trag in bestimm­ten Berei­chen oder an bestimm­ten Grup­pen von Per­so­nen, bei­spiels­wei­se im Kran­ken­haus oder Gefäng­nis oder an Migran­ten. Pfar­rer Mül­lers Kate­go­rie ist fort­an der über­lie­fer­te Ritus und sind die Gläu­bi­gen, die sich die­sem ganz oder über­wie­gend ver­bun­den füh­len oder wel­che die über­lie­fer­te hei­li­ge Mes­se hin und wie­der oder bei beson­de­ren Anläs­sen besu­chen möch­ten.

Auf gutes Gelingen hoffen

Seit cir­ca 2006 fei­er­te ein Prie­ster der Petrus­bru­der­schaft im Auf­trag des Bischofs von Inns­bruck in wech­seln­den Kir­chen in Inns­bruck oder unmit­tel­ba­rer Umge­bung die triden­ti­ni­sche hei­li­ge Mes­se. Zuerst als Sams­tag­abend­mes­se, spä­ter als sonn- und fei­er­täg­li­ches Hoch­amt. Jah­re­lang in der Inns­brucker Schloss- und Wall­fahrts­kir­che Mentlberg, momen­tan in der Wil­te­ner Stift­s­pfar­re Amras, deren der­zei­ti­ger Pfar­rer selbst eine Wert­schät­zung für die lit­ur­gi­sche Tra­di­ti­on emp­fin­det und sei­ner­seits immer mon­tags die hei­li­ge Mes­se im Usus anti­qui­or fei­ert.

In all den Jah­ren gelang es nicht, eine so kom­for­ta­ble Lösung zu errei­chen, wie sie jetzt Pfar­rer Mül­ler ange­bo­ten wird. Eigent­lich ist es scha­de, dass erst Span­nun­gen und Kon­fron­ta­tio­nen not­wen­dig wer­den muss­ten, um auf eine sol­che Idee zu kom­men.

Zwar ist die Inns­brucker Gemein­de der Petrus­bru­der­schaft von einem Kern hoch­mo­ti­vier­ter Lai­en getra­gen, die in jeder Bedeu­tung des Wor­tes viel inve­stiert haben und inve­stie­ren sowie im Umfeld der hei­li­gen Mes­se nach Summorum Pon­ti­fi­cum in Inns­bruck einen Hort anspruchs­vol­ler Pfle­ge der Kir­chen­mu­sik geschaf­fen haben (Vokal­ensem­ble Sono­ri­tas), der auch Men­schen anzieht, die an sich kei­ne Ver­bin­dung zur lit­ur­gi­schen Tra­di­ti­on haben oder ent­wickeln. Doch von die­sen kir­chen­mu­si­ka­li­schen Ereig­nis­sen abge­se­hen, gelang es nie und gelingt es auch jetzt nicht, Gläu­bi­ge regel­mä­ßig und dau­er­haft zu gewin­nen und die Gemein­de zah­len­mä­ßig zu festi­gen oder gar zu meh­ren.

Grund dafür ist zwei­fel­los haupt­säch­lich, dass die Zele­bran­ten der Petrus­bru­der­schaft immer nur zur Fei­er der hei­li­gen Mes­se von aus­wärts anrei­sen, der­zeit aus dem bay­ri­schen Mit­ten­wald, und so kei­ne stär­ke­ren Bin­dun­gen oder ganz­heit­li­che­re Seel­sorgs­an­ge­bo­te auf­bau­en kön­nen.

1756 wur­de die Kir­che barocki­siert und zur heu­ti­gen Grö­ße erwei­tert. Die Decken­fres­ken stam­men vom Tiro­ler Künst­ler Johann Micha­el Strick­ner (u. a. das Esels­wun­der).

Augenblicklich einzige Sonntagsmesse nach Summorum Pontificum in Nordtirol

Aus­weis­lich der vom schon erwähn­ten Vokal­ensem­ble Sono­ri­tas initi­ier­ten Inter­net­prä­senz, die ich nach deren völ­li­ger Über­ho­lung und Neu­ge­stal­tung und erneu­ten Inbe­trieb­nah­me bereits ein­mal hier vor­ge­stellt hat­te, sind die Got­tes­dien­ste in Inns­bruck-Amras die ein­zi­gen hei­li­gen Mes­sen, die, gestützt auf die Bestim­mun­gen des Motu­pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum, im Augen­blick auf dem Gebiet der Diö­ze­se Inns­bruck bezie­hungs­wei­se in Nord­ti­rol an jedem Sonn- und Fei­er­tag in der Regel von Pater Eugen Mark FSSP gefei­ert wer­den.

Die jet­zi­ge Pres­se­aus­sen­dung der Diö­ze­se Inns­bruck sagt dar­über zwar nichts Aus­drück­li­ches, aber das neue Man­dat, das Pfar­rer Ste­phan Mül­ler erhal­ten hat und das mit der Riet­zer Wall­fahrts­kir­che ver­bun­den ist, könn­te ver­mu­ten las­sen, dass inter­es­sier­te Gläu­bi­ge in Zukunft von der Diö­ze­se dar­auf ver­wie­sen wer­den, sich gebün­delt in Rietz zur hei­li­gen Mes­se an Sonn- und Fei­er­ta­gen ein­zu­fin­den, gera­de weil die Inns­brucker Zah­len kon­stant immer so auf­fäl­lig nied­rig geblie­ben sind und die Mehr­zahl der teil­neh­men­den Gläu­bi­gen ohne­hin von aus­wärts nach Inns­bruck kommt. Die hei­li­ge Mes­se, die der zustän­di­ge Pfar­rer und Wil­te­ner Chor­herr D. Patrick Buss­kamp O. Pra­em. mon­tags selbst hält, wür­de davon natür­lich nicht ange­ta­stet oder beein­träch­tigt wer­den.

Skepsis angesichts möglicher neuer Konflikte

An sich ist es selbst­ver­ständ­lich, dass die Wall­fahrts­kir­che St. Anto­ni­us wei­ter­hin öffent­lich zugäng­lich bleibt. Nie­mand hat etwas dage­gen ein­zu­wen­den, wenn auf die­se Wei­se auch Ein­hei­mi­sche und sol­che, die sie bis­her noch nicht ken­nen oder nicht mehr erlebt haben, die über­lie­fer­te hei­li­ge Mes­se ent­decken. Um die über­lie­fer­te Lit­ur­gie soll sich kein eli­tä­rer Club bil­den. Da die Kir­che aber eben nicht aus­schließ­lich für die­se Lit­ur­gie zur Ver­fü­gung ste­hen wird, was sicher­lich nicht opti­mal, aber wegen der Beliebt­heit der Wall­fahrts­kir­che etwa als Hoch­zeits­kir­che durch­aus ver­ständ­lich und nach­voll­zieh­bar ist, wird Pfar­rer Mül­ler auch dort wie­der wenig­stens bei gewis­sen Gele­gen­hei­ten die Lit­ur­gie Pauls VI. so, wie sie übli­cher­wei­se in den Gemein­den gefei­ert wird, tole­rie­ren müs­sen, auch wenn er sie nicht mehr selbst fei­ern soll oder muss. Damit muss er in der Pra­xis in die­sen Fäl­len auch wei­ter­hin die vor­über­ge­hen­de Auf­stel­lung eines Volks­al­tars hin­neh­men.

Des­we­gen bleibt bis auf wei­te­res frag­lich, ob und wie lan­ge das von Bischof Her­mann Glett­ler aus­ge­ar­bei­te­te Modell ohne neue Kon­fron­ta­tio­nen und Zusam­men­stö­ße rei­bungs­los gelin­gen wird.

Bild: Mohrele/FotoCommunity(Screenshot)/Wikicommons

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