Vorher Befreiungstheologie, jetzt Alte Messe — Don Nicola Bux über die Liturgie, die Begegnung der beiden Formen und Reform statt Revolution

Bei der Gene­ral­au­di­enz am ver­gan­ge­nen 3. Okto­ber beton­te Papst Bene­dikt XVI. die zen­tra­le Bedeu­tung der Lit­ur­gie: „Die Lit­ur­gie ist also nicht eine Art »Selbst­dar­stel­lung« einer Gemein­schaft, son­dern viel­mehr ist sie das Her­aus­tre­ten aus dem ein­fa­chen »Man-Selbst-Sein«, in sich ver­schlos­sen sein, und der Zugang zum gro­ßen Mahl, das Ein­tre­ten in die gro­ße leben­di­ge Gemein­schaft, in der Gott selbst uns nährt. Die Lit­ur­gie setzt Uni­ver­sa­li­tät vor­aus, und die­ser uni­ver­sa­le Cha­rak­ter muß allen immer wie­der zu Bewußt­sein kom­men. Die christ­li­che Lit­ur­gie ist der Got­tes­dienst des uni­ver­sa­len Tem­pels, des auf­er­stan­de­nen Chri­stus, des­sen Arme am Kreuz aus­ge­brei­tet sind, um alle in die Umar­mung der ewi­gen Lie­be Got­tes hin­ein­zu­zie­hen. Sie ist der Got­tes­dienst des geöff­ne­ten Him­mels.“
Fünf Jah­re nach Inkraft­tre­ten des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum und mit Blick auf die Anfang Novem­ber statt­fin­den­de Inter­na­tio­na­le Wall­fahrt der Tra­di­ti­on Una cum Papa nostro führ­te Paix Lit­ur­gi­que ein Inter­view mit Don Nico­la Bux, einem der besten Ken­ner des lit­ur­gi­schen Den­kens Bene­dikts XVI., um eine Bestands­auf­nah­me des sta­tus quae­stio­nis zu machen. Don Bux ist Autor des Buchs La rifor­ma di Bene­det­to XVI. La lit­ur­gia tra inno­va­zio­ne e tra­di­zio­ne (Die Reform Bene­dikts XVI. Die Lit­ur­gie zwi­schen Erneue­rung und Tra­di­ti­on), die in Ita­li­en zum Best­sel­ler wur­de. Er ist Kon­sul­tor des Amtes für die lit­ur­gi­schen Fei­ern des Pap­stes und der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung.

49 Jah­re nach ihrer Ver­öf­fent­li­chung scheint die Apo­sto­li­sche Kon­sti­tu­ti­on Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um in vie­len Diö­ze­sen der Welt noch immer toter Buch­sta­be zu sein. Von der Reform der Reform Papst Bene­dikts XVI., deren gro­ßer Befür­wor­ter Sie sind, ganz zu schwei­gen. Was für eine Mühe scheint es, damit das eine wie das ande­re bis in unse­re Pfar­rei­en vor­dringt. In Ita­li­en, in Frank­reich [eben­so im deut­schen Sprach­raum, Anm. GN] fin­den sich nur weni­ge Altä­re und Wall­fahrts­or­te, die gemäß päpst­li­chem Vor­bild für eine grö­ße­re Fei­er­lich­keit der hei­li­gen Lit­ur­gie umge­stal­tet wur­den. Wie erklä­ren Sie sich die­sen Unter­schied zwi­schen den lit­ur­gi­schen Bestre­bun­gen Roms und der Rea­li­tät in den Sonn­tags­got­tes­dien­sten der Pfar­rei­en?

Don Bux: Wie wir aus der Geschich­te wis­sen ent­wickelt sich die Kir­che im Unter­schied zur Welt mit­tels Refor­men und nicht Revo­lu­tio­nen. Es sind die Men­schen, die ihr Herz und ihren Geist ändern müs­sen. Das wirkt dann posi­tiv auch auf die Ver­än­de­rung der Struk­tu­ren, Ver­än­de­run­gen, die wie eine orga­ni­sche Ent­wick­lung des Kör­pers erfol­gen, ohne Abnor­mi­tä­ten und ohne Auf­ruhr. So geschieht es auch bei der hei­li­gen Lit­ur­gie: Sie ent­wickelt sich auf fast nicht wahr­nehm­ba­re Wei­se aus den vor­her­be­stehen­den For­men wei­ter. Wür­de man die­se Ent­wick­lung auf bar­sche Wei­se wahr­neh­men, wäre es kein “aggior­na­men­to“, son­dern ein Wech­sel von einer Sache zu einer ganz ande­ren, wes­halb die lex oran­di nicht mehr mit der lex creden­di über­ein­stimmt. Man ist einem Irr­tum ver­fal­len und sogar der Häre­sie.
Im Erneue­rungs­werk Papst Bene­dikts XVI., nicht nur der Lit­ur­gie, son­dern der Kir­che, denn bei­de Din­ge ste­hen ja in eng­stem Zusam­men­hang, erkennt man, daß es nichts ande­res als die Umset­zung der lit­ur­gi­schen Kon­sti­tu­ti­on des Zwei­ten Vati­ka­nums ist, wenn man es unter den soeben genann­ten Gesichts­punk­ten betrach­tet. Das Pro­blem ist nicht in erster Linie, ob der Altar so gestal­tet ist, daß man in bei­den For­men des Römi­schen Ritus zele­brie­ren kann, son­dern das Wie­der­auf­blü­hen des Hei­li­gen in den Her­zen zu för­dern, oder anders aus­ge­drückt, die Wahr­neh­mung der Prä­senz Got­tes mit­ten unter uns, und daher das Bewußt­sein, daß der Got­tes­dienst gött­lich ist. Die Lit­ur­gie ist hei­lig, wenn sie Sei­ne Anwe­sen­heit aner­kennt, anbe­tet, wor­aus sich auto­ma­tisch die dar­aus fol­gen­den Ver­hal­tens­wei­sen erge­ben: das Knien, die Samm­lung, die Stil­le, das Hören usw.
Was den Unter­schied zwi­schen der päpst­li­chen und der ört­li­chen Lit­ur­gie anbe­langt, gilt es anzu­mer­ken: Wir sind Katho­li­ken, wenn wir den Pri­mat des Nach­fol­gers Petri aner­ken­nen, das heißt die ihm ganz per­sön­lich vom Herrn über­tra­ge­ne Ver­ant­wor­tung für die Welt­kir­che. Nun, wenn es in der Welt­kir­che ver­schie­de­ne Riten gibt, kon­kret im Osten, an deren Spit­ze die Patri­ar­chen ste­hen, so steht der Bischof von Rom an der Spit­ze des Römi­schen Ritus, der, wann immer er im Peters­dom oder auf sei­nen Apo­sto­li­schen Rei­sen zele­briert, die Ein­heit des Römi­schen Ritus in der loka­len Ver­schie­den­heit stärkt und bewahrt (s. SC 38). Aus die­sem Grund ist die Zele­bra­ti­on des Bischofs von Rom nicht nur Vor­bild, son­dern Typi­ca, oder anders gesagt, norm­ge­bend, wenn sie die Vor­schrif­ten der lit­ur­gi­schen Bücher anwen­det, was alle Katho­li­ken über­all ange­hal­ten sind zu tun.

Inzwi­schen ist all­ge­mein bekannt, daß der Hei­li­ge Vater nicht auf­zwingt, son­dern nahe­legt. Damit scheint es aber, daß vie­le Doku­men­te ver­öf­fent­licht, aber kei­ne all­ge­mein ver­pflich­ten­den Bestim­mun­gen erlas­sen wer­den, den­ken wir zum Bei­spiel an die Hand­kom­mu­ni­on, die emble­ma­tisch für den Miß­brauch ist, der gera­de­zu Gesetz gewor­den scheint. Seit zwei Jah­ren sind Sie Kon­sul­tor der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung. Wel­chen rea­len Ein­fluß hat die Kon­gre­ga­ti­on in der Ange­le­gen­heit?

Don Bux: Der Hei­li­ge Vater schlägt nicht sei­ne Ideen zur Lit­ur­gie vor, son­dern bewahrt und erneu­ert, was die Kir­che aus der apo­sto­li­schen Tra­di­ti­on und von Jesus selbst emp­fan­gen hat. Weder Vor­schlag noch Zwang, son­dern Gehor­sam gegen­über Etwas, das immer Vor­rang hat vor uns und das wir emp­fan­gen haben. Die Doku­men­te der Dikaste­ri­en der Römi­schen Kurie haben dies nur ins Kon­kre­te zu über­set­zen, ein­schließ­lich der nor­ma­ti­ven Bestim­mun­gen und der im Kir­chen­recht vor­ge­se­he­nen Sank­tio­nen. Ein Bei­spiel: Die Instruk­ti­on Redemp­tio­nis Sacra­men­tum über eini­ge Din­ge, die man in der aller­hei­lig­sten Eucha­ri­stie zu beach­ten oder zu ver­mei­den hat. Wer kennt schon zum Bei­spiel den Unter­schied zwi­schen Gesetz und Indult? Aus die­sem Grund kann sie nicht die Fra­ge des Kom­mu­nion­emp­fangs lösen.
Der ent­schei­den­de Punkt ist, daß heu­te nicht nur in der Lit­ur­gie, son­dern ins­ge­samt in der Kir­che das Recht Got­tes erst wie­der erkannt und ver­stan­den wer­den muß, des­sen Vor­rang und die sich dar­aus erge­ben­den Kon­se­quen­zen für die Ethik wie auch für den Got­tes­dienst, der Ihm geschul­det ist. Kön­nen wir uns das Moral­ge­setz erfin­den? Genau­so­we­nig kön­nen wir uns den Kul­tus erfin­den, ohne der Sün­de zu ver­fal­len, uns einen Gott nach unse­rem Geschmack zu machen, oder anders aus­ge­drückt, Göt­zen­dienst zu betrei­ben. Zu die­ser Fra­ge eröff­ne­te zum Glück gera­de Joseph Ratz­in­ger die Dis­kus­si­on mit dem bekann­ten Buch Der Geist der Lit­ur­gie. Eine Ein­füh­rung; die Dis­kus­si­on wur­de auf vor­bild­haf­te Wei­se von Kar­di­nal Ray­mond Leo Bur­ke in sei­nem Buch La Dan­za vuo­ta intor­no al Vitel­lo d’O­ro (Der lee­re Tanz um das gol­de­ne Kalb, Lin­dau Ver­lag) und jüngst im Buch von Danie­le Nigro: I dirit­ti di Dio. La lit­ur­gia dopo il Vati­ca­no II (Das Recht Got­tes. Die Lit­ur­gie nach dem Zwei­ten Vati­ka­num, Sugra­co Ver­lag) zusam­men­ge­faßt.

Im Begleit­brief zu Summorum Pon­ti­fi­cum an die Bischö­fe lädt der Hei­li­ge Vater ein, daß sich die bei­den For­men des einen Römi­schen Ritus gegen­sei­tig berei­chern sol­len. Um aber zu die­ser Berei­che­rung zu kom­men, müs­sen sich die bei­den Lit­ur­gien erst ein­mal begeg­nen. Wie kann das gesche­hen, wenn die außer­or­dent­li­che Form in den Pfar­rei­en aus­ge­sperrt bleibt. Wäre nicht die Pfarr­mes­se der natür­li­che Ort für die­se Begeg­nung?

Don Bux: Der Hei­li­ge Vater hat den Römi­schen Ritus, wie er bis zum Zwei­ten Vati­ka­num zele­briert wur­de, wie­der­her­ge­stellt, indem er ihn „außer­or­dent­li­che Form“ nann­te im Gegen­satz zur ordent­li­chen Form, die aus der nach­kon­zi­lia­ren Reform her­vor­ging. Er tat dies, weil er sich bewußt war durch ent­spre­chen­de Stu­di­en und durch den Kon­takt zu füh­ren­den Lit­ur­gi­kern, von denen eini­ge Kon­zil­s­pe­ri­ti waren, die nicht zufrie­den waren, mit dem, was die Lit­ur­gie­re­form her­vor­ge­bracht hat­te, aber eben­so­we­nig mit dem vor­her­ge­hen­den Zustand, man den­ke nur an Joseph Andre­as Jung­mann, den Autor des Mis­sar­um Sol­lem­nia. Daher die Ein­sicht zur gegen­sei­ti­gen Berei­che­rung zwi­schen den bei­den For­men, die mit Umsicht und Geduld anzu­stre­ben ist, was durch die Zele­bra­ti­on bei­der For­men geschieht, wie dies bereits an vie­len Orten der Fall ist. Es ist nicht wahr, daß der Papst das Motu pro­prio gewähr­te, um der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. einen Gefal­len zu tun, der­glei­chen wäre sei­nem Wesen und sei­nem Den­ken völ­lig fremd. Wahr ist hin­ge­gen, daß er nach Jahr­zehn­ten der Miß­bräu­che, Wider­stän­de und Indul­te wie­der den Frie­den in die gan­ze Kir­che zurück­brin­gen muß. Die Begeg­nung zwi­schen den bei­den For­men geschieht ein­fach, indem der­sel­be Prie­ster bei­de zele­briert und sie den Gläu­bi­gen anbie­tet. Es wird jedoch Zeit brau­chen, weil vie­le Prie­ster nicht mehr Latein kön­nen. Eben­so sind auch die Gläu­bi­gen auf die voll­stän­di­ge Umset­zung der Num­mern 36 und 54 der Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on vor­zu­be­rei­ten, die vor­se­hen, daß die Volks­spra­chen dem Latein zur Sei­te gestellt wer­den, das die Spra­che der Ein­heit der Welt­kir­che ist.
Ich fra­ge: Ist es rich­ti­ger, daß an Wall­fahrts­or­ten wie Lour­des die „inter­na­tio­na­len“ Mes­sen mehr­spra­chig zele­briert wer­den, damit jede Grup­pe ein Fünf­tel ver­steht oder daß die katho­li­sche Lit­ur­gie in Latein zele­briert wird, die allen Gläu­bi­gen das siche­re Gefühl ver­mit­telt, Teil der Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che zu sein? Um die Vor­aus­set­zung zu schaf­fen, daß die Gläu­bi­gen ver­ste­hen, ist es not­wen­dig, mit zwei­spra­chi­gen Hilfs­mit­teln zu begin­nen und in jeder Kathe­dra­le und Pfar­rei die hei­li­ge Mes­se gemäß der Num­mer 36 zu zele­brie­ren, wie dies der Papst tut, wohin er auch immer geht. Das kann man auch mit dem Mis­sa­le Pauls VI., edi­tio typi­ca lati­na tun. War­um soll die Welt­kir­che auf das Eng­lisch zurück­grei­fen, wenn sie ihre Koi­né in der ver­eh­rungs­wür­di­gen latei­ni­schen Spra­che hat?

Anfang Sep­tem­ber nah­men Sie in Bra­si­li­en an einer Tagung über Summorum Pon­ti­fi­cum teil, die von meh­re­ren Bischö­fen orga­ni­siert wur­de. Kön­nen Sie uns sagen, was Sie durch die­se Rei­se gese­hen und gelernt haben?

Don Bux: Ich habe ein­mal mehr gelernt, wie wahr es ist, was der Herr in der Gehei­men Offen­ba­rung sagt: “Seht, ich mach alles neu“ (21,5). Wo die Befrei­ungs­theo­lo­gie vor­herrsch­te, setzt sich in vie­len bra­si­lia­ni­schen Städ­ten die außer­or­dent­li­che Form der Hei­li­gen Mes­se durch. Bischö­fe, Prie­ster, Ordens­leu­te und Gläu­bi­ge wen­den auf ruhi­ge und kon­struk­ti­ve Wei­se an, was Bene­dikt XVI. lehrt. Man zele­briert in bei­den For­men des Römi­schen Ritus und geht nach der vom hei­li­gen Petrus emp­foh­le­nen Metho­de an die Dis­kus­si­on her­an: „Hal­tet in eurem Her­zen Chri­stus, den Herrn, hei­lig! Seid stets bereit, jedem Rede und Ant­wort zu ste­hen, der nach der Hoff­nung fragt, die euch erfüllt; aber ant­wor­tet beschei­den und ehr­fürch­tig, denn ihr habt ein rei­nes Gewis­sen“ (1 Pt 3,15–16).

Am Sams­tag, den 3. Novem­ber wird Kar­di­nal Cañi­za­res, der Prä­fekt der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung zum Abschluß der Inter­na­tio­na­len Wall­fahrt der Tra­di­ti­on Pro Summorum Pon­ti­fi­cum im Peters­dom die hei­li­ge Mes­se in der außer­or­dent­li­chen Form zele­brie­ren. Kön­nen wir in die­ser Geste durch jenen, der für den Hei­li­gen Vater der Wäch­ter der Lit­ur­gie ist, ein Bei­spiel des wah­ren Gei­stes der kirch­li­chen Ein­heit sehen, die in der unru­hi­gen nach­kon­zi­lia­ren Zeit so sehr gefehlt hat?

Don Bux: Die Geste des Prä­fek­ten der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung will ein­mal mehr zei­gen, daß nie­mand in der Kir­che über­flüs­sig ist, wie der Papst den fran­zö­si­schen Bischö­fen bei sei­nem Frank­reich-Besuch 2008 sag­te. Die hei­li­ge Lit­ur­gie unter­schei­det sich von der pri­va­ten Fröm­mig­keit durch die Tat­sa­che, daß sie der öffent­li­che Got­tes­dienst der Kir­che ist und nicht Ver­eh­rung ein­zel­ner, von Grup­pen oder Bewe­gun­gen. Die­sen kön­nen eini­ge Anpas­sun­gen erlaubt wer­den, aber unter Bewah­rung der Ein­heit des Römi­schen Ritus in sei­nen bei­den For­men, der ordent­li­chen und der außer­or­dent­li­chen. Ande­re For­men für Son­der­grup­pen sind nicht zuläs­sig. Ins­ge­samt bin ich der Mei­nung, daß es das vor­dring­lich­ste Anlie­gen des Pap­stes ist, daß der Römi­sche Ritus in der ordent­li­chen Form gläu­big, wür­dig und unter Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten der lit­ur­gi­schen Bücher zele­briert wird.
In die­sem Sin­ne muß die vom Coe­tus Inter­na­tio­na­lis Summorum Pon­ti­fi­cum geför­der­te Hei­li­ge Mes­se in der außer­or­dent­li­chen Form ein Zei­chen des Gehor­sams und der Ein­heit mit dem Papst dar­stel­len. Ohne die affek­ti­ve und effek­ti­ve Ein­heit mit dem Hei­li­gen Vater und den mit ihm ver­bun­de­nen Bischö­fen kann man sich nicht katho­lisch nen­nen. Wir wer­den den Herrn mit Nach­druck um die Ein­heit — die von unus kommt, das heißt vom Zusam­men­sein um den Einen – und den Frie­den, Syn­onym der Com­u­nio bit­ten – das von cum-mun­e­ra kommt – das Zusam­men­fü­gen der Cha­ris­men der Ein­zel­nen. Und wir wol­len hof­fen, daß die Riva­li­tä­ten und Son­der­we­ge enden, und die Brü­der­lich­keit zwi­schen allen in der Lie­be Chri­sti geför­dert wird, ange­fan­gen in der eige­nen unmit­tel­ba­ren Umge­bung, der eige­nen Regi­on und Nati­on.

Inter­view: Paix Lit­ur­gi­que
Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Acci­on Lit­ur­gi­ca

5 Kommentare

  1. Falls die Wor­te des Hei­li­gen Vaters nicht grob aus dem Zusam­men­hang geris­sen sind, falls nicht Ent­schei­den­des weg­ge­las­sen wor­den ist, dann steht für mich fest: Mit die­sem Papst ist eine Eini­gung mit der Pius­bru­der­schaft unmög­lich. Die Wor­te von Erz­bi­schof Lefebvre,dass die neue Mes­se „ein gefähr­li­ches Gift für den Glau­ben dar­stellt“, hier springt sie mir in die Augen.
    Nach katho­li­schem Ver­ständ­nis bis Johan­nes XXIII. ist die Ver­schie­bung vom Opfer zum Mahl, wie sie hier vom Papst vor­ge­no­men wird, ein­fach nicht erlaubt. Es han­delt sich um eine neue Theo­lo­gie der hei­li­gen Mes­se. Die in Wor­te geklei­det ist, die mich an die Edel­s­pra­che Karl Rah­ners erin­nert
    Unver­ständ­lich ist mir, wie­so der Papst von einer „christ­li­chen Lit­ur­gie“ spricht. Gibt es die??? Das katho­li­sche Mess­op­fer lässt sich in kei­ne christ­li­che Lit­ur­gie ein­ord­nen.
    Dass das Wort Mess­op­fer“ ver­schwun­den ist, ist logisch. Die nach­kon­zi­lia­re Mes­se hat mit dem Mess­op­fer nichts gemein­sam.
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  2. Die nach­kon­zi­lia­re Eucha­ri­stie­fei­er und das katho­li­sche Mess­op­fer sind nicht kom­pa­ti­bel.
    Ich hof­fe, dass es Bischof Fel­lay gelingt, den Faden mit Rom nicht abrei­ßen zu las­sen. Auch wenn es schwer ist, eine Grat­wan­de­rung, ein Kreuz­weg.
    Denn eine erneu­te Exkom­mu­ni­ka­ti­on als mög­li­che Fol­ge eines völ­li­gen Abrei­ßens der Gesprä­che wäre eine enor­me Bela­stung.
    Mich inter­es­siert sehr, wie die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten zur Mes­se Pauls VI. ste­hen. Doch ich weiß nicht, wie ich es erfah­ren kann.
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  3. Berich­ti­gung:
    „die mich an die Edel­s­pra­che Karl Rah­ners erin­nert“ ist falsch. Für Karl Rah­ner brau­che ich einen Über­set­zer in die Muttersprache…(„Edelsprache ist für mich auch, wenn ich hin­ter Bil­dern kei­ne prä­zi­se theo­lo­gi­sche Aus­sa­ge erken­nen kann…).

  4. es ist schon erstaun­lich wie ein theo­lo­ge wie Hw. Bux ein Buch schrei­ben kann über eine Reform die es nicht gibt den das wir­ken des hl. Vaters in lit­ur­gi­scher Hin­sicht hat in den mei­sten Pfar­rewien nicht die gering­ste Aus­wir­kung hät­te er eine Reform gewollt hät­te die­se mit der sel­ben Kon­se­quenz und tem­po durch­ge­zo­gen wer­den müs­sen wie die Ein­füh­rung des NOM 1969 alles ande­re sind wunsch­träu­me kon­ser­va­ti­ver oder neo­kon­ser­va­ti­ver Papa­li­sten

  5. Der hei­li­ge Vater hat ein sehr hohes Alter erreicht, so dass es abseh­bar ist, dass eine tat­säch­li­che Reform der Lit­ur­gie nicht inner­halb sei­ner Leb­zei­ten abge­schlos­sen wer­den könn­te. Ich ver­mu­te er beab­sich­tigt die „Reform der Reform“ sei­nem Nach­fol­ger zu über­las­sen und sel­ber nur den Weg dort­hin zu bah­nen. Es liegt so viel im Argen in unse­rer Mut­ter Kir­che, doch scheint es mir, dass sich gera­de unter der sanf­ten Hand von Papst Bene­dikt vie­le Wogen glät­ten und der Weg für eine neue, kon­ser­va­ti­ve Genera­ti­on von Kle­ri­kern frei­ge­macht wird. Bil­den wir uns nicht ein der post­kon­zi­liä­re Irr­weg kön­ne innert weni­ger Jah­ren in der gesam­ten Welt­kir­che über­wun­den wer­den. Was dem Hei­li­gen Vater aber, zu mei­nem gro­ssen Bedau­ern, kein pro­ri­tä­res Anlie­gen zu sein scheint, ist die ver­stärk­te ver­kün­dung der Hl. Mes­se als Opfer. Die­ses Ver­ständ­nis ist zusam­men mit der Opfer­be­reit­schaft des heu­ti­gen Katho­li­ken in den 68ern unter­ge­gan­gen…

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