Vorher Befreiungstheologie, jetzt Alte Messe – Don Nicola Bux über die Liturgie, die Begegnung der beiden Formen und Reform statt Revolution

Überlieferter Ritus in Brasilien. Der Ausweg aus der Kirchenkrise?
Überlieferter Ritus in Brasilien. Der Ausweg aus der Kirchenkrise?

Bei der Gene­ral­au­di­enz am ver­gan­ge­nen 3. Okto­ber beton­te Papst Bene­dikt XVI. die zen­tra­le Bedeu­tung der Lit­ur­gie: „Die Lit­ur­gie ist also nicht eine Art »Selbst­dar­stel­lung« einer Gemein­schaft, son­dern viel­mehr ist sie das Her­aus­tre­ten aus dem ein­fa­chen »Man-Selbst-Sein«, in sich ver­schlos­sen sein, und der Zugang zum gro­ßen Mahl, das Ein­tre­ten in die gro­ße leben­di­ge Gemein­schaft, in der Gott selbst uns nährt. Die Lit­ur­gie setzt Uni­ver­sa­li­tät vor­aus, und die­ser uni­ver­sa­le Cha­rak­ter muß allen immer wie­der zu Bewußt­sein kom­men. Die christ­li­che Lit­ur­gie ist der Got­tes­dienst des uni­ver­sa­len Tem­pels, des auf­er­stan­de­nen Chri­stus, des­sen Arme am Kreuz aus­ge­brei­tet sind, um alle in die Umar­mung der ewi­gen Lie­be Got­tes hin­ein­zu­zie­hen. Sie ist der Got­tes­dienst des geöff­ne­ten Himmels.“
Fünf Jah­re nach Inkraft­tre­ten des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum und mit Blick auf die Anfang Novem­ber statt­fin­den­de Inter­na­tio­na­le Wall­fahrt der Tra­di­ti­on Una cum Papa nostro führ­te Paix Lit­ur­gi­que ein Inter­view mit Don Nico­la Bux, einem der besten Ken­ner des lit­ur­gi­schen Den­kens Bene­dikts XVI., um eine Bestands­auf­nah­me des sta­tus quae­stio­nis zu machen. Don Bux ist Autor des Buchs La rifor­ma di Bene­det­to XVI. La lit­ur­gia tra inno­va­zio­ne e tra­di­zio­ne (Die Reform Bene­dikts XVI. Die Lit­ur­gie zwi­schen Erneue­rung und Tra­di­ti­on), die in Ita­li­en zum Best­sel­ler wur­de. Er ist Kon­sul­tor des Amtes für die lit­ur­gi­schen Fei­ern des Pap­stes und der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakramentenordnung.

49 Jah­re nach ihrer Ver­öf­fent­li­chung scheint die Apo­sto­li­sche Kon­sti­tu­ti­on Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um in vie­len Diö­ze­sen der Welt noch immer toter Buch­sta­be zu sein. Von der Reform der Reform Papst Bene­dikts XVI., deren gro­ßer Befür­wor­ter Sie sind, ganz zu schwei­gen. Was für eine Mühe scheint es, damit das eine wie das ande­re bis in unse­re Pfar­rei­en vor­dringt. In Ita­li­en, in Frank­reich [eben­so im deut­schen Sprach­raum, Anm. GN] fin­den sich nur weni­ge Altä­re und Wall­fahrts­or­te, die gemäß päpst­li­chem Vor­bild für eine grö­ße­re Fei­er­lich­keit der hei­li­gen Lit­ur­gie umge­stal­tet wur­den. Wie erklä­ren Sie sich die­sen Unter­schied zwi­schen den lit­ur­gi­schen Bestre­bun­gen Roms und der Rea­li­tät in den Sonn­tags­got­tes­dien­sten der Pfarreien?

Don Bux: Wie wir aus der Geschich­te wis­sen ent­wickelt sich die Kir­che im Unter­schied zur Welt mit­tels Refor­men und nicht Revo­lu­tio­nen. Es sind die Men­schen, die ihr Herz und ihren Geist ändern müs­sen. Das wirkt dann posi­tiv auch auf die Ver­än­de­rung der Struk­tu­ren, Ver­än­de­run­gen, die wie eine orga­ni­sche Ent­wick­lung des Kör­pers erfol­gen, ohne Abnor­mi­tä­ten und ohne Auf­ruhr. So geschieht es auch bei der hei­li­gen Lit­ur­gie: Sie ent­wickelt sich auf fast nicht wahr­nehm­ba­re Wei­se aus den vor­her­be­stehen­den For­men wei­ter. Wür­de man die­se Ent­wick­lung auf bar­sche Wei­se wahr­neh­men, wäre es kein “aggior­na­men­to“, son­dern ein Wech­sel von einer Sache zu einer ganz ande­ren, wes­halb die lex oran­di nicht mehr mit der lex creden­di über­ein­stimmt. Man ist einem Irr­tum ver­fal­len und sogar der Häresie.
Im Erneue­rungs­werk Papst Bene­dikts XVI., nicht nur der Lit­ur­gie, son­dern der Kir­che, denn bei­de Din­ge ste­hen ja in eng­stem Zusam­men­hang, erkennt man, daß es nichts ande­res als die Umset­zung der lit­ur­gi­schen Kon­sti­tu­ti­on des Zwei­ten Vati­ka­nums ist, wenn man es unter den soeben genann­ten Gesichts­punk­ten betrach­tet. Das Pro­blem ist nicht in erster Linie, ob der Altar so gestal­tet ist, daß man in bei­den For­men des Römi­schen Ritus zele­brie­ren kann, son­dern das Wie­der­auf­blü­hen des Hei­li­gen in den Her­zen zu för­dern, oder anders aus­ge­drückt, die Wahr­neh­mung der Prä­senz Got­tes mit­ten unter uns, und daher das Bewußt­sein, daß der Got­tes­dienst gött­lich ist. Die Lit­ur­gie ist hei­lig, wenn sie Sei­ne Anwe­sen­heit aner­kennt, anbe­tet, wor­aus sich auto­ma­tisch die dar­aus fol­gen­den Ver­hal­tens­wei­sen erge­ben: das Knien, die Samm­lung, die Stil­le, das Hören usw.
Was den Unter­schied zwi­schen der päpst­li­chen und der ört­li­chen Lit­ur­gie anbe­langt, gilt es anzu­mer­ken: Wir sind Katho­li­ken, wenn wir den Pri­mat des Nach­fol­gers Petri aner­ken­nen, das heißt die ihm ganz per­sön­lich vom Herrn über­tra­ge­ne Ver­ant­wor­tung für die Welt­kir­che. Nun, wenn es in der Welt­kir­che ver­schie­de­ne Riten gibt, kon­kret im Osten, an deren Spit­ze die Patri­ar­chen ste­hen, so steht der Bischof von Rom an der Spit­ze des Römi­schen Ritus, der, wann immer er im Peters­dom oder auf sei­nen Apo­sto­li­schen Rei­sen zele­briert, die Ein­heit des Römi­schen Ritus in der loka­len Ver­schie­den­heit stärkt und bewahrt (s. SC 38). Aus die­sem Grund ist die Zele­bra­ti­on des Bischofs von Rom nicht nur Vor­bild, son­dern Typi­ca, oder anders gesagt, norm­ge­bend, wenn sie die Vor­schrif­ten der lit­ur­gi­schen Bücher anwen­det, was alle Katho­li­ken über­all ange­hal­ten sind zu tun.

Inzwi­schen ist all­ge­mein bekannt, daß der Hei­li­ge Vater nicht auf­zwingt, son­dern nahe­legt. Damit scheint es aber, daß vie­le Doku­men­te ver­öf­fent­licht, aber kei­ne all­ge­mein ver­pflich­ten­den Bestim­mun­gen erlas­sen wer­den, den­ken wir zum Bei­spiel an die Hand­kom­mu­ni­on, die emble­ma­tisch für den Miß­brauch ist, der gera­de­zu Gesetz gewor­den scheint. Seit zwei Jah­ren sind Sie Kon­sul­tor der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung. Wel­chen rea­len Ein­fluß hat die Kon­gre­ga­ti­on in der Angelegenheit?

Don Bux: Der Hei­li­ge Vater schlägt nicht sei­ne Ideen zur Lit­ur­gie vor, son­dern bewahrt und erneu­ert, was die Kir­che aus der apo­sto­li­schen Tra­di­ti­on und von Jesus selbst emp­fan­gen hat. Weder Vor­schlag noch Zwang, son­dern Gehor­sam gegen­über Etwas, das immer Vor­rang hat vor uns und das wir emp­fan­gen haben. Die Doku­men­te der Dikaste­ri­en der Römi­schen Kurie haben dies nur ins Kon­kre­te zu über­set­zen, ein­schließ­lich der nor­ma­ti­ven Bestim­mun­gen und der im Kir­chen­recht vor­ge­se­he­nen Sank­tio­nen. Ein Bei­spiel: Die Instruk­ti­on Redemp­tio­nis Sacra­men­tum über eini­ge Din­ge, die man in der aller­hei­lig­sten Eucha­ri­stie zu beach­ten oder zu ver­mei­den hat. Wer kennt schon zum Bei­spiel den Unter­schied zwi­schen Gesetz und Indult? Aus die­sem Grund kann sie nicht die Fra­ge des Kom­mu­nion­emp­fangs lösen.
Der ent­schei­den­de Punkt ist, daß heu­te nicht nur in der Lit­ur­gie, son­dern ins­ge­samt in der Kir­che das Recht Got­tes erst wie­der erkannt und ver­stan­den wer­den muß, des­sen Vor­rang und die sich dar­aus erge­ben­den Kon­se­quen­zen für die Ethik wie auch für den Got­tes­dienst, der Ihm geschul­det ist. Kön­nen wir uns das Moral­ge­setz erfin­den? Genau­so­we­nig kön­nen wir uns den Kul­tus erfin­den, ohne der Sün­de zu ver­fal­len, uns einen Gott nach unse­rem Geschmack zu machen, oder anders aus­ge­drückt, Göt­zen­dienst zu betrei­ben. Zu die­ser Fra­ge eröff­ne­te zum Glück gera­de Joseph Ratz­in­ger die Dis­kus­si­on mit dem bekann­ten Buch Der Geist der Lit­ur­gie. Eine Ein­füh­rung; die Dis­kus­si­on wur­de auf vor­bild­haf­te Wei­se von Kar­di­nal Ray­mond Leo Bur­ke in sei­nem Buch La Dan­za vuo­ta intor­no al Vitel­lo d’O­ro (Der lee­re Tanz um das gol­de­ne Kalb, Lin­dau Ver­lag) und jüngst im Buch von Danie­le Nigro: I dirit­ti di Dio. La lit­ur­gia dopo il Vati­ca­no II (Das Recht Got­tes. Die Lit­ur­gie nach dem Zwei­ten Vati­ka­num, Sugra­co Ver­lag) zusammengefaßt.

Im Begleit­brief zu Summorum Pon­ti­fi­cum an die Bischö­fe lädt der Hei­li­ge Vater ein, daß sich die bei­den For­men des einen Römi­schen Ritus gegen­sei­tig berei­chern sol­len. Um aber zu die­ser Berei­che­rung zu kom­men, müs­sen sich die bei­den Lit­ur­gien erst ein­mal begeg­nen. Wie kann das gesche­hen, wenn die außer­or­dent­li­che Form in den Pfar­rei­en aus­ge­sperrt bleibt. Wäre nicht die Pfarr­mes­se der natür­li­che Ort für die­se Begegnung?

Don Bux: Der Hei­li­ge Vater hat den Römi­schen Ritus, wie er bis zum Zwei­ten Vati­ka­num zele­briert wur­de, wie­der­her­ge­stellt, indem er ihn „außer­or­dent­li­che Form“ nann­te im Gegen­satz zur ordent­li­chen Form, die aus der nach­kon­zi­lia­ren Reform her­vor­ging. Er tat dies, weil er sich bewußt war durch ent­spre­chen­de Stu­di­en und durch den Kon­takt zu füh­ren­den Lit­ur­gi­kern, von denen eini­ge Kon­zil­s­pe­ri­ti waren, die nicht zufrie­den waren, mit dem, was die Lit­ur­gie­re­form her­vor­ge­bracht hat­te, aber eben­so­we­nig mit dem vor­her­ge­hen­den Zustand, man den­ke nur an Joseph Andre­as Jung­mann, den Autor des Mis­sar­um Sol­lem­nia. Daher die Ein­sicht zur gegen­sei­ti­gen Berei­che­rung zwi­schen den bei­den For­men, die mit Umsicht und Geduld anzu­stre­ben ist, was durch die Zele­bra­ti­on bei­der For­men geschieht, wie dies bereits an vie­len Orten der Fall ist. Es ist nicht wahr, daß der Papst das Motu pro­prio gewähr­te, um der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. einen Gefal­len zu tun, der­glei­chen wäre sei­nem Wesen und sei­nem Den­ken völ­lig fremd. Wahr ist hin­ge­gen, daß er nach Jahr­zehn­ten der Miß­bräu­che, Wider­stän­de und Indul­te wie­der den Frie­den in die gan­ze Kir­che zurück­brin­gen muß. Die Begeg­nung zwi­schen den bei­den For­men geschieht ein­fach, indem der­sel­be Prie­ster bei­de zele­briert und sie den Gläu­bi­gen anbie­tet. Es wird jedoch Zeit brau­chen, weil vie­le Prie­ster nicht mehr Latein kön­nen. Eben­so sind auch die Gläu­bi­gen auf die voll­stän­di­ge Umset­zung der Num­mern 36 und 54 der Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on vor­zu­be­rei­ten, die vor­se­hen, daß die Volks­spra­chen dem Latein zur Sei­te gestellt wer­den, das die Spra­che der Ein­heit der Welt­kir­che ist.
Ich fra­ge: Ist es rich­ti­ger, daß an Wall­fahrts­or­ten wie Lour­des die „inter­na­tio­na­len“ Mes­sen mehr­spra­chig zele­briert wer­den, damit jede Grup­pe ein Fünf­tel ver­steht oder daß die katho­li­sche Lit­ur­gie in Latein zele­briert wird, die allen Gläu­bi­gen das siche­re Gefühl ver­mit­telt, Teil der Einen, Hei­li­gen, Katho­li­schen und Apo­sto­li­schen Kir­che zu sein? Um die Vor­aus­set­zung zu schaf­fen, daß die Gläu­bi­gen ver­ste­hen, ist es not­wen­dig, mit zwei­spra­chi­gen Hilfs­mit­teln zu begin­nen und in jeder Kathe­dra­le und Pfar­rei die hei­li­ge Mes­se gemäß der Num­mer 36 zu zele­brie­ren, wie dies der Papst tut, wohin er auch immer geht. Das kann man auch mit dem Mis­sa­le Pauls VI., edi­tio typi­ca lati­na tun. War­um soll die Welt­kir­che auf das Eng­lisch zurück­grei­fen, wenn sie ihre Koi­né in der ver­eh­rungs­wür­di­gen latei­ni­schen Spra­che hat?

Anfang Sep­tem­ber nah­men Sie in Bra­si­li­en an einer Tagung über Summorum Pon­ti­fi­cum teil, die von meh­re­ren Bischö­fen orga­ni­siert wur­de. Kön­nen Sie uns sagen, was Sie durch die­se Rei­se gese­hen und gelernt haben?

Don Bux: Ich habe ein­mal mehr gelernt, wie wahr es ist, was der Herr in der Gehei­men Offen­ba­rung sagt: “Seht, ich mach alles neu“ (21,5). Wo die Befrei­ungs­theo­lo­gie vor­herrsch­te, setzt sich in vie­len bra­si­lia­ni­schen Städ­ten die außer­or­dent­li­che Form der Hei­li­gen Mes­se durch. Bischö­fe, Prie­ster, Ordens­leu­te und Gläu­bi­ge wen­den auf ruhi­ge und kon­struk­ti­ve Wei­se an, was Bene­dikt XVI. lehrt. Man zele­briert in bei­den For­men des Römi­schen Ritus und geht nach der vom hei­li­gen Petrus emp­foh­le­nen Metho­de an die Dis­kus­si­on her­an: „Hal­tet in eurem Her­zen Chri­stus, den Herrn, hei­lig! Seid stets bereit, jedem Rede und Ant­wort zu ste­hen, der nach der Hoff­nung fragt, die euch erfüllt; aber ant­wor­tet beschei­den und ehr­fürch­tig, denn ihr habt ein rei­nes Gewis­sen“ (1 Pt 3,15–16).

Am Sams­tag, den 3. Novem­ber wird Kar­di­nal Cañi­za­res, der Prä­fekt der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung zum Abschluß der Inter­na­tio­na­len Wall­fahrt der Tra­di­ti­on Pro Summorum Pon­ti­fi­cum im Peters­dom die hei­li­ge Mes­se in der außer­or­dent­li­chen Form zele­brie­ren. Kön­nen wir in die­ser Geste durch jenen, der für den Hei­li­gen Vater der Wäch­ter der Lit­ur­gie ist, ein Bei­spiel des wah­ren Gei­stes der kirch­li­chen Ein­heit sehen, die in der unru­hi­gen nach­kon­zi­lia­ren Zeit so sehr gefehlt hat?

Don Bux: Die Geste des Prä­fek­ten der Kon­gre­ga­ti­on für den Got­tes­dienst und die Sakra­men­ten­ord­nung will ein­mal mehr zei­gen, daß nie­mand in der Kir­che über­flüs­sig ist, wie der Papst den fran­zö­si­schen Bischö­fen bei sei­nem Frank­reich-Besuch 2008 sag­te. Die hei­li­ge Lit­ur­gie unter­schei­det sich von der pri­va­ten Fröm­mig­keit durch die Tat­sa­che, daß sie der öffent­li­che Got­tes­dienst der Kir­che ist und nicht Ver­eh­rung ein­zel­ner, von Grup­pen oder Bewe­gun­gen. Die­sen kön­nen eini­ge Anpas­sun­gen erlaubt wer­den, aber unter Bewah­rung der Ein­heit des Römi­schen Ritus in sei­nen bei­den For­men, der ordent­li­chen und der außer­or­dent­li­chen. Ande­re For­men für Son­der­grup­pen sind nicht zuläs­sig. Ins­ge­samt bin ich der Mei­nung, daß es das vor­dring­lich­ste Anlie­gen des Pap­stes ist, daß der Römi­sche Ritus in der ordent­li­chen Form gläu­big, wür­dig und unter Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten der lit­ur­gi­schen Bücher zele­briert wird.
In die­sem Sin­ne muß die vom Coe­tus Inter­na­tio­na­lis Summorum Pon­ti­fi­cum geför­der­te Hei­li­ge Mes­se in der außer­or­dent­li­chen Form ein Zei­chen des Gehor­sams und der Ein­heit mit dem Papst dar­stel­len. Ohne die affek­ti­ve und effek­ti­ve Ein­heit mit dem Hei­li­gen Vater und den mit ihm ver­bun­de­nen Bischö­fen kann man sich nicht katho­lisch nen­nen. Wir wer­den den Herrn mit Nach­druck um die Ein­heit – die von unus kommt, das heißt vom Zusam­men­sein um den Einen – und den Frie­den, Syn­onym der Com­u­nio bit­ten – das von cum-mun­e­ra kommt – das Zusam­men­fü­gen der Cha­ris­men der Ein­zel­nen. Und wir wol­len hof­fen, daß die Riva­li­tä­ten und Son­der­we­ge enden, und die Brü­der­lich­keit zwi­schen allen in der Lie­be Chri­sti geför­dert wird, ange­fan­gen in der eige­nen unmit­tel­ba­ren Umge­bung, der eige­nen Regi­on und Nation.

Inter­view: Paix Liturgique
Über­set­zung: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Acci­on Liturgica

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5 Kommentare

  1. Falls die Wor­te des Hei­li­gen Vaters nicht grob aus dem Zusam­men­hang geris­sen sind, falls nicht Ent­schei­den­des weg­ge­las­sen wor­den ist, dann steht für mich fest: Mit die­sem Papst ist eine Eini­gung mit der Pius­bru­der­schaft unmög­lich. Die Wor­te von Erz­bi­schof Lefebvre,dass die neue Mes­se „ein gefähr­li­ches Gift für den Glau­ben dar­stellt“, hier springt sie mir in die Augen.
    Nach katho­li­schem Ver­ständ­nis bis Johan­nes XXIII. ist die Ver­schie­bung vom Opfer zum Mahl, wie sie hier vom Papst vor­ge­no­men wird, ein­fach nicht erlaubt. Es han­delt sich um eine neue Theo­lo­gie der hei­li­gen Mes­se. Die in Wor­te geklei­det ist, die mich an die Edel­s­pra­che Karl Rah­ners erinnert
    Unver­ständ­lich ist mir, wie­so der Papst von einer „christ­li­chen Lit­ur­gie“ spricht. Gibt es die??? Das katho­li­sche Mess­op­fer lässt sich in kei­ne christ­li­che Lit­ur­gie einordnen.
    Dass das Wort Mess­op­fer“ ver­schwun­den ist, ist logisch. Die nach­kon­zi­lia­re Mes­se hat mit dem Mess­op­fer nichts gemeinsam.
    – 1 -

  2. Die nach­kon­zi­lia­re Eucha­ri­stie­fei­er und das katho­li­sche Mess­op­fer sind nicht kompatibel.
    Ich hof­fe, dass es Bischof Fel­lay gelingt, den Faden mit Rom nicht abrei­ßen zu las­sen. Auch wenn es schwer ist, eine Grat­wan­de­rung, ein Kreuzweg.
    Denn eine erneu­te Exkom­mu­ni­ka­ti­on als mög­li­che Fol­ge eines völ­li­gen Abrei­ßens der Gesprä­che wäre eine enor­me Belastung.
    Mich inter­es­siert sehr, wie die Eccle­sia-Dei-Gemein­schaf­ten zur Mes­se Pauls VI. ste­hen. Doch ich weiß nicht, wie ich es erfah­ren kann.
    – 2 -

  3. Berich­ti­gung:
    „die mich an die Edel­s­pra­che Karl Rah­ners erin­nert“ ist falsch. Für Karl Rah­ner brau­che ich einen Über­set­zer in die Muttersprache…(„Edelsprache ist für mich auch, wenn ich hin­ter Bil­dern kei­ne prä­zi­se theo­lo­gi­sche Aus­sa­ge erken­nen kann…).

  4. es ist schon erstaun­lich wie ein theo­lo­ge wie Hw. Bux ein Buch schrei­ben kann über eine Reform die es nicht gibt den das wir­ken des hl. Vaters in lit­ur­gi­scher Hin­sicht hat in den mei­sten Pfar­rewien nicht die gering­ste Aus­wir­kung hät­te er eine Reform gewollt hät­te die­se mit der sel­ben Kon­se­quenz und tem­po durch­ge­zo­gen wer­den müs­sen wie die Ein­füh­rung des NOM 1969 alles ande­re sind wunsch­träu­me kon­ser­va­ti­ver oder neo­kon­ser­va­ti­ver Papalisten

  5. Der hei­li­ge Vater hat ein sehr hohes Alter erreicht, so dass es abseh­bar ist, dass eine tat­säch­li­che Reform der Lit­ur­gie nicht inner­halb sei­ner Leb­zei­ten abge­schlos­sen wer­den könn­te. Ich ver­mu­te er beab­sich­tigt die „Reform der Reform“ sei­nem Nach­fol­ger zu über­las­sen und sel­ber nur den Weg dort­hin zu bah­nen. Es liegt so viel im Argen in unse­rer Mut­ter Kir­che, doch scheint es mir, dass sich gera­de unter der sanf­ten Hand von Papst Bene­dikt vie­le Wogen glät­ten und der Weg für eine neue, kon­ser­va­ti­ve Genera­ti­on von Kle­ri­kern frei­ge­macht wird. Bil­den wir uns nicht ein der post­kon­zi­liä­re Irr­weg kön­ne innert weni­ger Jah­ren in der gesam­ten Welt­kir­che über­wun­den wer­den. Was dem Hei­li­gen Vater aber, zu mei­nem gro­ssen Bedau­ern, kein pro­ri­tä­res Anlie­gen zu sein scheint, ist die ver­stärk­te ver­kün­dung der Hl. Mes­se als Opfer. Die­ses Ver­ständ­nis ist zusam­men mit der Opfer­be­reit­schaft des heu­ti­gen Katho­li­ken in den 68ern untergegangen…

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