Adoptivkinder eines Homo-Paares in Kathedrale getauft — Kirchliche Kapitulation vor dem Zeitgeist

Homosexualität: Kirche kapituliert vor dem Zeitgeist.
Homosexualität: Kirche kapituliert vor dem Zeitgeist.

(Rio de Janei­ro) Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag wur­den in der Kathe­dra­le des bra­si­lia­ni­schen Erz­bis­tums Curi­ti­ba die Adop­tiv­kin­der von zwei schwu­len Män­nern getauft. Im Gegen­satz zu ande­ren kirch­li­chen Ereig­nis­se fand die Tau­fe gro­ßes Medi­en­in­ter­es­se. Der ver­mit­tel­te Gesamt­ein­druck: Die Kir­che habe ihre Hal­tung zur Homo­se­xua­li­tät (still­schwei­gend) geän­dert. Von den zustän­di­gen Kir­chen­ver­ant­wort­li­chen war weder Wider­spruch noch ein kri­ti­sches Wort zum Lebens­stand der „Eltern“ zu hören.

Kirchliche Kapitulation vor dem Zeitgeist

Ungewöhnliches Medieninteresse für eine Taufe
Unge­wöhn­li­ches Medi­en­in­ter­es­se für eine Tau­fe

Das Sakra­ment der Tau­fe gilt dem Täuf­ling, den­noch sind die schrä­gen Töne im Fall Curi­ti­ba nicht zu über­hö­ren. Wie bereits bei einem ähn­li­chen Fall in Argen­ti­ni­en, fehlt den homo­se­xu­el­len „Eltern“ jede Ein­sicht, im Stand schwe­rer Sün­de zu leben. Das ist kein Grund, die Kin­dern die Tau­fe zu ver­wei­gern, soll­te aber ein Warn­si­gnal sein, kei­ne Instru­men­ta­li­sie­rung der Tau­fe zu ermöglichen.Wie bereits im argen­ti­ni­schen Fall Cor­do­ba war das Gegen­teil der Fall. Die Tau­fe lenk­te Was­ser auf die Müh­len der Homo-Lob­by, wäh­rend die Kir­chen­ver­ant­wort­li­chen nichts unter­nah­men, um den irri­gen Ein­druck zu ver­hin­dern, die Kir­che habe ihre Leh­re zur Homo­se­xua­li­tät geän­dert.

Die ört­li­chen Medi­en wid­me­ten dem Ereig­nis gro­ßen Raum. Der Grund dafür war kein gestei­ger­tes Inter­es­se am Taufsa­kra­ment, son­dern allein die homo­se­xu­el­len „Eltern“. Die Gra­tis-Zei­tung Metro setz­te ein Bild der Tau­fe groß­for­ma­tig auf die Titel­sei­te: „Tau­fe in der Kathe­dra­le. Kin­der ver­hei­ra­te­ter Schwu­ler emp­fan­gen Taufsa­kra­ment“. Der Bericht wur­de auf Sei­te 3 abge­druckt. Mehr geht in einer Tages­zei­tung nicht. Die Sen­sa­ti­on für die Medi­en war nicht die Tau­fe, son­dern daß die Kir­che den homo­se­xu­el­len Kon­text, und damit die Ableh­nung wesent­li­cher Tei­le der katho­li­schen Leh­re über die Moral, die Sakra­men­te und den Men­schen, anstands­los akzep­tiert.

Kir­chen­ver­tre­ter kapi­tu­lie­ren vor dem Zeit­geist. Man­che wis­sen, stel­len sich aber aus Furcht unwis­send, ande­re sym­pa­thi­sie­ren offen mit dem Zeit­geist, der der­zeit ein homo­phi­les Lied pfeift.

Bekannte Homo-Aktivisten

Die bei­den Homo­se­xu­el­len Toni Reis und David Harrad sind in Bra­si­li­en bekann­te Homo-Akti­vi­sten. Sie waren es, die 2011 vor dem Ober­sten Gerichts­hof das „histo­ri­sche Urteil“ (Metro) erstrit­ten, daß Homo­se­xu­el­le Kin­der adop­tie­ren dür­fen. Seit­her haben sie drei Kin­der im Alter von 12, 14 und 16 Jah­ren adop­tiert. Aly­son wur­de 2012 von ihnen ange­nom­men, die leib­li­chen Geschwi­ster Jes­si­ca und Feli­pe 2014.

Laut Metro hät­ten Reis und Harrad mit den Prie­stern eini­ger Pfar­rei­en „Schwie­rig­kei­ten“ gehabt. Um so „glück­li­cher“ zeig­ten sie sich über die „Sen­si­bi­li­tät“ von Erz­bi­schof Jose Anto­nio Per­uz­zo. Nament­lich dank­ten sie auch Dom­herr Elio Jose Dall’Agnol und Dia­kon Miguel Fer­nan­do Rigo­ni.

Die Kir­chen­ver­ant­wort­li­chen konn­ten das Aus­schlach­ten des Ereig­nis­ses durch Homo-Lob­by und Medi­en unschwer vor­aus­se­hen, den­noch fan­den die Tau­fen nicht mit gebo­te­ner Dis­kre­ti­on, unter Aus­schluß der Medi­en und in einer ent­le­ge­nen Kapel­le statt, son­dern in der Bischofs­kir­che und ohne ein kri­ti­sches Wort zum Lebens­stand der „Eltern“.

„Ich habe kein Problem damit, denn Papst Franziskus fordert …“

Metro zitier­te Don Lucia­no Tokar­ski, den Lei­ter der Biblisch-kate­che­ti­schen Kom­mis­si­on des Erz­bis­tums. Er mein­te lapi­dar: „Es gab bereits Fäl­le in ande­ren Pfar­rei­en gege­ben, ein­schließ­lich von Kin­dern ver­hei­ra­te­ter [les­bi­scher] Frau­en. Ich habe damit kein Pro­blem.“ Und wei­ter: „Wer die Tau­fe will, fre­quen­tiert die Kir­che. Er kommt nicht nur wegen eines gesell­schaft­li­chen Ereig­nis­ses. Sie wol­len das katho­li­sche Leben, wün­schen, der Reli­gi­on zu fol­gen, und die Kir­che ist offen für sie. Die Auf­ga­be der Kir­che ist es nicht, zu ver­ur­tei­len, son­dern alle anzu­neh­men. Papst Fran­zis­kus hat eine Hal­tung der Annah­me gefor­dert.“

Wie Metro ankün­dig­te, will die „katho­li­sche Fami­lie“ im Juli Euro­pa besu­chen. Erste Etap­pe sei der Vati­kan, wo sie Papst Fran­zis­kus „ken­nen­ler­nen und grü­ßen“ wol­len. Dann gehe es wei­ter nach Eng­land, wo David Har­rod her­kommt, der Angli­ka­ner ist.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Metro (Screen­shots)

3 Kommentare

  1. Tau­fe? — Ja, denn die drei Adop­tiv­kin­der sind ja völ­lig unschul­dig an die­ser Situa­ti­on.

    Doch dass nicht sie, son­dern die „Eltern“ im Mit­tel­punkt des Inter­es­ses stan­den, ver­wun­dert nicht wirk­lich.
    Die Medi­en tun alles, um der Homo-Lob­by zum Sieg zu ver­hel­fen. Dass die katho­li­sche Kir­che dies indi­rekt unter­stützt, ist schon bestür­zend.
    Viel­sa­gend und aus­sa­ge­kräf­tig alle­mal!

  2. Es ist ein fata­les Dilem­ma, in das die homo­se­xu­el­len „Eltern“ den kirch­lich Ver­ant­wort­li­chen hier bewusst und bos­haft brin­gen. Denn die Tau­fe zu ver­wei­gern wür­de den unschul­di­gen Täuf­ling tref­fen und das geht gar nicht. Die homo­se­xu­el­len Akti­vi­sten nut­zen den Wir­bel um die­se Tau­fe natür­lich scham­los für ihre Pro­pa­gan­da aus. Ich weiß auch kei­ne Lösung, als viel­leicht die Tau­fe in aller Stil­le zu bege­hen oder mit einem flam­men­den öffent­li­chen Appell gegen homo­se­xu­el­le Ver­feh­lun­gen zu ver­bin­den.

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