Papst Franziskus als Kill Bill

Street Art in Rom

Papst Franziskus als Katana-schwingender Kill Bill – Street Art in Rom Anfang 2020.

(Rom) In der Nähe des Vati­kan tauch­te in der Sil­ve­ster­nacht ein Mural auf, der Papst Fran­zis­kus als Kill Bill mit dem Schwert eines Samu­rai zeigt. Sol­che Wand­ma­le­rei­en zu Papst Fran­zis­kus waren in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mehr­fach an römi­schen Haus­mau­ern zu sehen.

Im Vico­lo del­la Cam­pa­nella konn­ten Besu­cher in den Mor­gen­stun­den des Neu­jahrs­ta­ges an einer Haus­mau­er Papst Fran­zis­kus in der Pose von Kill Bill, der Haupt­fi­gur des gleich­na­mi­gen, zwei­tei­li­gen Action­films von Quen­tin Taran­ti­no sehen. In Deutsch­land ist der erste Teil des Films (2003) wegen sei­ner Bru­ta­li­tät erst ab 18 und der zwei­te Teil (2004) ab 16 frei­ge­ge­ben. Bill ist der Anfüh­rer eines „Atten­tats­kom­man­dos“. Das Kata­na-Schwert der Samu­rai ist sei­ne bevor­zug­te Waf­fe. Bills ehe­ma­li­ge Gelieb­te macht Jagd auf ihn, daher der Titel. Am Ende des zwei­ten Teils wird er von die­sem „Rache­en­gel“ getö­tet.

Da Stra­ßen­künst­ler mit sol­chen Aktio­nen Bekannt­heit erlan­gen, mel­de­te sich der Urhe­ber zu Wort. Es han­delt sich um den Street Artist Har­ry­greb. Er woll­te die Dar­stel­lung als „Pro­vo­ka­ti­on“ ver­stan­den wis­sen. Sie soll­te, so der Stra­ßen­künst­ler, die Tät­lich­keit zwi­schen einer Chi­ne­sin und Papst Fran­zis­kus am Sil­ve­ster­abend auf dem Peters­platz „mit Iro­nie ent­schär­fen“. Belei­di­gen wol­le er mit sei­ner Kunst nie­man­den. Nähe­re Anga­ben, wie nun die Dar­stel­lung zu ver­ste­hen sei, mach­te er nicht.

Nach knapp drei Stun­den war die Wand­ma­le­rei von der römi­schen Stadt­ver­wal­tung besei­tigt wor­den. Kurz dar­auf bat Fran­zis­kus, bevor er auf dem Peters­platz den Ange­lus bete­te, um Ent­schul­di­gung für den unglück­li­chen Zwi­schen­fall am Vor­abend. Wört­lich sag­te das Kir­chen­ober­haupt:

„Die Geduld der Lie­be: Lie­be macht uns gedul­dig. Oft ver­lie­ren wir die Geduld; auch ich, und ich ent­schul­di­ge mich für das schlech­te Bei­spiel von gestern [er bezieht sich ver­mut­lich auf sei­ne Reak­ti­on auf eine Per­son, die auf dem Peters­platz an sei­ner Hand gezerrt hat­te]. Des­halb sehen wir bei der Betrach­tung der Krip­pe mit den Augen des Glau­bens die Welt erneu­ert, von der Herr­schaft des Bösen befreit und der könig­li­chen Herr­schaft Chri­sti unter­stellt, des Kin­des, das in der Krip­pe liegt.“

Der Ein­schub in der Klam­mer stammt von den Pres­se­ver­ant­wort­li­chen des Hei­li­gen Stuhls. So wur­de die Anspra­che auf der Inter­net­sei­te des Vati­kans und am 3. Janu­ar auch im Osser­va­to­re Roma­no ver­öf­fent­licht. Der Hin­weis ver­blüfft: Der Hei­li­ge Stuhl ver­öf­fent­licht eine „Ver­mu­tung“ zu einer Aus­sa­ge des Pap­stes? Bezog sich Fran­zis­kus auf sei­ne Reak­ti­on vom Vor­abend, oder wer erlaubt sich im Vati­kan eigen­mäch­tig „Ver­mu­tun­gen“ über päpst­li­che Aus­sa­gen zu ver­öf­fent­li­chen? Gibt es in San­ta Mar­ta kei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge, um eine sol­che Fra­ge zu klä­ren?

Ob sich Papst Fran­zis­kus in sei­ner Aus­sa­ge tat­säch­lich auf den Vor­fall vom Sil­ve­ster­abend bezog, muß offen­blei­ben. Inzwi­schen ist ein Video vom Papst­be­such in Chi­le im Janu­ar 2018 auf­ge­taucht, wo zu sehen ist, wie Fran­zis­kus jeman­den auf die Hand schlägt. Das alles ist nicht über­zu­be­wer­ten. Inter­es­sant am Vor­fall vom 31. Dezem­ber ist wenn schon der Kon­text.

Har­ry­greb ist nur einer von meh­re­ren Stra­ßen­künst­lern, die sich seit eini­gen Jah­ren mit Dar­stel­lun­gen von Papst Fran­zis­kus ver­su­chen. Sie fol­gen dem Bei­spiel von Mau­pal, der damit inter­na­tio­na­le Bekannt­heit erlang­te.

Hin­ter dem Künst­ler­na­men Mau­pal ver­birgt sich Mau­ro Pal­lot­ta, der Fran­zis­kus 2014 als Super­hel­den mal­te. Welt­weit berich­te­ten Medi­en über den Mural. Die „Superpope“-Darstellung wur­de bald rund um den Vati­kan auch als T‑Shirt ange­bo­ten. Sein Mural von 2016 zeig­te Fran­zis­kus beim Spiel „Drei gewinnt“, wäh­rend ein Schwei­zer Gar­dist Schmie­re steht. Bemer­kens­wer­ter dar­an war, daß der ima­gi­nä­re Gegen­spie­ler Kreu­ze mal­te, wäh­rend Fran­zis­kus nicht mit Krei­sen, son­dern Todes­ru­nen gewann.

Anfang Mai 2017 war ein Mural ange­bracht wor­den, der einen Kuß zwi­schen Papst Fran­zis­kus und dem damals soeben ins Amt ein­ge­führ­ten US-Prä­si­den­ten Donald Trump zeig­te. Fran­zis­kus war mit einem Hei­li­gen­schein, Trump mit Teu­fels­hör­nern dar­ge­stellt. Dazu war die Auf­schrift „Der Gute ver­gibt dem Teu­fel“ ange­bracht wor­den. Trump, mit dem sich Fran­zis­kus im Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf 2016 ein ver­ba­les Fern-Duell gelie­fert hat­te, besuch­te kurz dar­auf den Papst im Vati­kan. Unter­zeich­net war die Wand­ma­le­rei mit „TVBoy“. Dahin­ter wird ein ita­lie­ni­scher Stra­ßen­künst­ler ver­mu­tet.

Kri­ti­ker der Amts­füh­rung von Papst Fran­zis­kus, dar­un­ter Enri­co Maria Radael­li, sahen in den Mura­les eine „per­fek­te Sym­bio­se mit den Wer­be- und Medi­en­me­cha­nis­men“, wie im August 2017 der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster bemerk­te. Radael­li , „eine der kul­ti­vier­te­sten Stim­men der theo­lo­gi­schen Kri­tik an der Schief­la­ge der katho­li­schen Kir­che seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil“ (Magi­ster) leg­te damals das Buch „Street Theo­lo­gy – Die gro­ße Flucht aus der Rea­li­tät der post­mo­der­nen Kir­che vom Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil bis Papst Fran­zis­kus“ vor.

Die Steet Theo­lo­gy von Papst Fran­zis­kus, so Radael­li, ste­he in einem Ver­hält­nis zur katho­li­schen Glau­bens­leh­re wie Mau­pals Street Art zu den Wer­ken eines Giot­to und Michel­an­ge­lo.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: MiL




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3 Kommentare

  1. An sol­chen Schmie­re­rei­en sieht man lei­der auf wel­chem Niveau das Papst­amt gese­hen wird, schau­er­lich.
    Der Vor­fall mit der Chi­ne­sin auf dem Peters­platz ist bezeich­nend, denn es zeigt wie egal dem Macht­ha­ber im Vati­kan die Katho­li­ken in Chi­na sind.
    Schaut man sich das Pon­ti­fi­kat die­ses Her­ren an, fin­det man ein ganz beson­de­res Merk­mal näm­lich eine fast krank­haf­te Gel­tungs­sucht.
    Man wird den Ein­druck nicht los, als opfe­re der Papst Chi­nas Mär­ty­rer­ka­tho­li­ken auf, um „end­lich“ der erste Papst zu sein der dort­hin ein­ge­la­den wird.

  2. Ich fin­de das Pla­kat ziem­lich gelun­gen, zeigt es doch die geteil­te Per­sön­lich­keits­struk­tur Ber­go­gli­os.

    In einem Didak­tik­band für Lehr­per­so­nen wird die­se Art von Dop­pel­mo­ral in der Gestalt des Leh­rers Läm­pel (W.Busch/Max und Moritz)so dar­ge­stellt: oben der erho­be­ne Zei­ge­fin­ger, eine Eta­ge tie­fer ein ande­rer erho­be­ner Fin­ger.

    Beim Papst bedeu­tet das: oben, gleich sicht­ba­rer Anteil, ist der der Barm­her­zig­keit; unten, gleich ver­steck­ter Anteil, ist der see­len­tö­ten­de Bereich der Unbarm­her­zig­keit, Macho­ge­ha­be, Ver­hal­ten in der Manier eines Dik­ta­tors, völ­li­ge Unbarm­her­zig­keit, Gewalt, Ver­fol­gung, Het­ze.

    Die­ser Papst ist ein schlech­ter Schau­spie­ler. ‚Breit­bein­ber­go­glio‘ erin­nert an schie­ßen­de Revol­ver­hel­den, der Säbel an die Art und Wei­se, Anders­den­ken­den in Samu­rei­ma­nier den Kopf (das Den­ken, den Glauben)mit einem Schlag ‚abzu­ra­sie­ren‘.

    Ich mag die­sen Papst nicht.

  3. Das Volks­mis­sa­le, also das voll­stän­di­ge römi­sche Mess­buch nach der Ord­nung von 1962 lateinisch/deutsch, her­aus­ge­ge­be­nen von der Prie­ster­bru­der­schaft St. Petrus, Thal­wil 2015, ent­hält auch die gesam­te Kar­frei­tags­lit­ur­gie in der Fas­sung des Usus Anti­qui­or. Bestand­teil die­ser Kar­frei­tags­lit­ur­gie sind u.a. die Gro­ßen Für­bit­ten, deren zwei­te dem jewei­li­gen Hei­li­gen Vater gilt. Auf den Sei­ten 410 T und 411 T des Volk­mis­sa­le fin­det sich der Wort­laut die­ser Für­bit­te für den Papst. Als Teil­neh­mer an der Kar­frei­tags­lit­ur­gie soll­te man doch auch die­se Für­bit­te „mit­tra­gen“ kön­nen, selbst wenn man den gera­de im Amt befind­li­chen Papst nicht mag.

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